The Cadillac Three – Interview

Gut zwei Jahre nachdem wir mit den Jungs von The Cadillac Three schon einmal gesprochen hatten, sind wir von Oktober Promotion um ein weiteres Interview gebeten worden, dem wir natürlich gerne nachgekommen sind. Das hatten Jaren Johnston, Kelby Ray und Neil Mason vor ihrem Konzert in einem Büroraum oberhalb des Luxors diesmal preiszugeben:

Sounds Of South: Schön euch wieder zusehen. Ihr seid jetzt schon mehrfach im Luxor in Köln aufgetreten. Was zieht euch immer wieder hierhin, was gefällt euch an diesem Club?
The Cadillac Three: (Jaren) Wir lieben den ‚Duftstoff‘ dieser schwitzigen Rock Clubs. Wir kommen aus den Staaten hierher und spielen vor diesen wirklich Southern Rock-verrückten Deutschen. Das gibt uns ein heimisches Gefühl. So macht es hier dann einfach eben großen Spaß!

Sounds Of South: Im Sommer habt ihr auf einigen Festivals gespielt. Wo ist für euch der Unterschied zu Konzerten in Clubs wie dem Luxor?
The Cadillac Three: (Kelby) Es ist eigentlich nur die Größe, nehmen wir mal als Vergleich das Ramblin‘ Man-Festival. (Jaren) Die Energie bei beiden ist aber meist dieselbe. Es war dort wohl mit die größte Zuschauermenge, vor der wir mit einigen anderen Bands gespielt haben, aber ich persönlich mag  diese Gigs hier mehr, weil sie in einer viel intimeren Atmosphäre stattfinden. Du schwitzt hier gemeinsam mit der Menge. Insgesamt sind  beide Sachen sehr schön, haben aber natürlich auch ihre kleinen Unterschiede.

Sounds Of South: Bei den Konzerten, die wir von euch bisher gesehen haben, habt ihr eure Songs eher hart gespielt. Gibt es einen Unterschied zu euren Performances in Amerika und Europa, speziell in Deutschland?
The Cadillac Three: (Kelby) Nicht wirklich, wir spielen eigentlich immer auf gleiche Art, egal, wo wir gerade sind. Die Musik überträgt sich einfach von alleine auf die verschiedenen Menschen auf diesem Erdball. (Jaren) Es ist schon eine wilde Sache. In den Staaten spielen wir zum Beispiel mit großen Countrystars, auch da machen wir einfach unser Ding.  Eigentlich ist es immer der gleiche verrückte Kram, aber es gefällt überall und das ist das Gute daran. Es hilft uns in unserer Entwicklung und auf unterschiedliche Situationen zu reagieren. Auch wenn wir fast immer die gleiche Setliste spielen, es überträgt sich auf sehr viele Audienzen. Die Country-Kundschaft liebt die harte Seite unserer Musik, die Rock-Gemeinde mag, dass wir hart sind, aber auch einiges bieten, was ihre Bands nicht liefern.

Sounds Of South: Ich gehe davon aus, dass die kreativen Synapsen bei euch nicht still stehen. Wie steht es bei euch mit neuem Songmaterial?
The Cadillac Three: (Kelby) Wir haben neue Lieder! (Jaren) Wir arbeiten  an einer neuen Scheibe. (Neil) Wir spielen zur Zeit schon welche im Set. Wir sind dabei die Sache abzuschließen, sie wird irgendwann nächstes Jahr herauskommen. Wir arbeiten eigentlich immer an neuer Musik, auch wenn wir ein Album gerade abgeschlossen haben. Wir schreiben die ganze Zeit neue Songs, so sind sie dann halt wieder auf dem darauf folgenden Album.

Sounds Of South: Eure Besetzung ist in dieser Form etwas Besonderes. Gab es irgendwann einmal das Bestreben einen Bassspieler einzusetzen?
The Cadillac Three: (Kelby) Nein! Auf gar keinen Fall! (Jaren) Ein Typ in Berlin fragte mich letzte Nacht nach dem Gig das gleiche. (Kelby) Er war wahrscheinlich Bass-Spieler… (Jaren) Wir haben mit Kelby ja quasi einen Bass-Spieler. Er bedient auf seiner Pedal Steel beide Felder, wir sind da untereinander genügsam. Wir hatten zu Beginn mal an einem Punkt darüber nachgedacht, einen anderen Rahmen zu setzen, sind dann aber zum Entschluss gekommen, dass es einfach nicht mehr dasselbe wäre. Du kannst niemand anderen in diesen speziellen Mix hineinbringen. Wir sind schon so lange miteinander verbunden. Kelby macht solch einen fast schon wissenschaftlich coolen und so differenzierten Job, den andere Leute einfach nicht bieten. Es ist ein außerordentliches Element sowohl für die Band als auch für die Besucher. (Kelby) Es ist schon einzigartig.

Sounds Of South: Du hattest ja mit der Produktion von Steven Tylers Album einen echten Clou gelandet. Mit welchen prominenten oder auch nicht bekannten Musikern würdest du nochmal gerne kooperieren?
The Cadillac Three: (Jaren)  Die Steven Tyler-Geschichte war eine spaßige Sache aber auch absolutes Neuland für mich. Für uns alle wäre es toll, mal mit Dave Grohl (Scream, Nirvana, Queens Of The Stone Age, Them Crooked Vultures, Foo Fighters) zu arbeiten. Ich war schon immer ein absoluter Fan von ihm. (Kelby) Wir würden natürlich auch gerne Tom Petty sagen, aber der ist ja leider nicht mehr unter uns, somit ist es wohl am Ende Dave Grohl.

Sounds Of South: Was waren für euch die herausragenden Alben/Bands 2019?
The Cadillac Three: (Jaren) Wir alle lieben die Brent Cobb-Scheibe, er hat einen Super-Job gemacht. Wir finden eine Menge Bands gut, jetzt gerade auch welche aus Großbritannien, mit denen wir Freundschaft geschlossen haben. Da wären zum Beispiel die Rival Sons. Die Jungs sind klasse. Puh, irgendwie fragt mich das jeder… Bevor wir nach Europa gekommen sind, haben wir eigentlich durchgängig ZZ Top gehört und über ihre Musik diskutiert. Wir mögen auch vieles von Kurt Vile, der hat einige großartige Platten gemacht.

Sounds Of South: Wer hat (außer euch) am ehesten das Potential, den Southern Rock populär zu halten, die ehemaligen ‚Alphatiere‘ (Skynyrd, Molly Hatchet) sind ja mittlerweile doch beträchtlich in die Jahre gekommen.
The Cadillac Three: (Kelby) Niemand außer uns! (Jaren) Wir müssen da vorsichtig mit der Antwort sein, das hat uns schon mal Ärger eingebracht. Blackberry Smoke machen einen hervorragenden Job, ich liebe die Jungs. Black Stone Cherry natürlich, die auch  hier waren. Es passieren gerade viel Dinge, ihr habt diese Band aus Kalifornien (Robert Jon & The Wreck) eingangs vor dem Interview erwähnt. Wir haben einige Southern Rock Bands in Großbritannien erlebt. Ich glaube wir sind mit die besten Botschafter der Dinge, die diese Bands einst begonnen haben. Wir machen eine recht spezielle Sache, ähnlich wie ZZ Top, aber natürlich stilistisch ganz anders. So mitten drin in der direkten Nähe zu den Allman Brothers sehe ich Blackberry Smoke. Aber es gibt auch einige coole Bands aus Nashville, wie The Steel Woods zum Beispiel, die auch ihr ganz eigenes Ding durchziehen. Lukas Nelson (Sohn von Willie Nelson) hat auch eine tolle Scheibe herausgebracht.

Sounds Of South: Welchen Stellenwert haben Online-Magazine wie unser Sounds Of South für euch?
The Cadillac Three: (Jaren) Ich bekomme jeden Morgen Google-Updates, was online bezüglich meines Namens oder des von The Cadillac Three passiert. (Neil) Wir kennen eigentlich recht viele. (Jaren) Sie sind für unsere Weiterentwicklung sehr hilfreich.

Sounds Of South: Wie sehen eure Planungen für das Jahr 2019 im Groben und Ganzen aus? Werdet ihr wieder in Deutschland präsent sein?
The Cadillac Three: (Kelby) Wir werden wieder ziemlich viel touren, da ja das neue Album ansteht. (Jaren) Wir werden eine große Tour zusammen mit der Charlie Daniels Band und Travis Tritt spielen. (Kelby) Auch einige Gigs zusammen mit Marshall Tucker. (Neil) Wir werden die Country Fuzz Tour als Headliner anführen, im Sommer und Herbst auch wieder hierhin zurückkehren.

Sounds Of South: Wie hat sich dein Leben durch Sohnemann Jude verändert? Habt ihr schon den ersten Song zusammen geschrieben…?:-)
The Cadillac Three: (Jaren lachend) Wir jammen schon ein wenig, er spielt schon ganz gut Drums. Dabei ist er gerade mal zwanzig Monate alt. Wir nehmen ihn in den Staaten schon des öfteren mit zu den Konzerten, wann immer es geht. Hierhin ist es aber noch zu weit. Er ist schon richtig besessen, er erfährt alles ziemlich authentisch. Mein Vater, der Vater meiner Frau als auch meine Frau sind alle Drummer, so hat er es wohl schon im Blut. Klar, dass er auch uns alle ein wenig verändert hat, wir fühlen uns älter und reifer. Für mich persönlich hat der Tag, wo es früher acht Stunden Beschäftigung waren, jetzt 16 Stunden, dieser übliche Schlafloskram, du weißt schon. Aber es ist schon unterhaltsam, ihn von der Bühne mit seinen Kopfhörern beobachten, wie er unsere Shows verfolgt.

Danke für das Interview, wir wünschen euch eine gute Heimreise, frohe Weihnachten und ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2019.

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Das Interview in Englisch:

Sounds Of South: It’s great to see you again. As far as I know you guys have performed a couple of times in the Luxor Cologne. What do you like most about it?
The Cadillac Three: (Jaren) We love the gamone of these sweaty Rock clubs. We came up playin‘ the States and it’s a feeling at home but you’re playing for these crazy Germans that are really in the Southern Rock.  It’s a sweaty Rock’n’roll club, so it’s a lot of fun.

Sounds Of South: In summer you played a few festivals. What is the difference for you to gigs like these in the Luxor?
The Cadillac Three: (Kelby) It’s just the seize, really, for example when we played Ramblin‘ Man. (Jaren) The energy of both is mostly the same, it was probalby the biggest crowd we’d ever played for with a couple of bands, but I like these things more, it’s so intimate, you are sweating on each other with the crowd,  they are both amazing, but they have their kinda differences both.

Sounds Of South: The Cadillac Three concert songs we have seen so far here were really hard played. Are there any differences about your performances between America, Europe and especially in terms of Germany?
The Cadillac Three: (Kelby) Not really, we play the same no matter where we are, the music translates to all the different types of people all over the world. (Jaren) It’s pretty wild, cause we are playing in the States with big country artists and we came out playing the same thing tonight. It’s sweaty, drunken and buffoon, the same stupid shit every night, it works everywhere, but that’s what’s been so good. It helps our band grow every night and cross through the different situations. We do play the same set every night, but it’s catering to a lot of audiences. The Country genre loves our heavier side of that, the rock genre loves us, because we are heavy, but having a lot of different things other bands don’t have in genre.

Sounds Of South: I presume that your creative synapsis do not stand still. What about any new song materials?
The Cadillac Three: (Kelby) We have new songs! (Jaren) We are working on a new record. (Neil) We are playing a few in the live sets. It is done, we are finishing it now, so it will be out some time next year. We are always working on new music, even when we are finishing an album like we did right now, we writing new stuff all the time, so it could be easily to be on the next album.

Sounds Of South: Your line-up is something special. Have you ever thought to involve a bass player?
The Cadillac Three: (Kelby) No! (Jaren) A guy in Berlin asked me that question last night, too.  (Kelby) He probably was a bass player… (Jaren) We do have a bass player! Kelby is covering both grounds, we are frugal with each other. We thought about it some point when we were starting, bringing another frame, but it just wouldn’t be the same. You can’t through someone else in this mix, cause we are so close, the fact that Kelby is doing such a scientific cool different thing that other people aren’t doing. It is a really exciting element for our band and the spectators, too. (Kelby) It’s a unique thing.

Sounds Of South: You used to be indeed very successful with the production of Steven Tyler’s album. With which prominent or less prominent musicians would you love to work with in future?
The Cadillac Three: (Jaren) The Steven thing was a lof fun, but it was a bucket list moment. For all of us it would be a great fun to work with Dave Grohl (Scream, Nirvana, Queens Of The Stone Age, Them Crooked Vultures, Foo Fighters).  I’ve always been a huge Dave Grohl fan. (Kelby) We use to say Tom Petty but he passed away,  so it’s tough – so it would be probably Dave Grohl.

Sounds Of South:What albums /bands were the most outstanding ones in 2018.
The Cadillac Three: (Jaren) We all loved the Brent Cobb record, he did a great job on that.  We like a bunch of bands, especially from the UK we became friends with, for example the Rival Sons. We love those guys. Ooh everyone asks me that shit… We constantly heard ZZ Top before we went to Europe and talked about their music. We love a lot of Kurt Vile. I think he is making some great records.

Sounds Of South: Who (except you guys) will rather have the biggest potential to keep Southern Rock alive/popular? The former alpha animals like Skynyrd or Molly Hatchet e. g. became meanwhile pretty old…
The Cadillac Three: (Kelby) Just us, nobody else! (Jaren) We must be careful probably to answer this, because we got some trouble one time. Blackberry Smoke is doing a great job, I love those guys. Black Stone Cherry obviously, they are still doin‘ really great over here. There’s a lot of cool things happening, you mentioned a band from California earlier (before the interview), we saw some Southern Rock bands over here in the UK. I think we are the best torch carriers. We are doing something very unique, it’s our aproach to what those guys did, it’s close to ZZ Top, but something different. Right on the middle the next the Allman Brothers is Blackberry Smoke, no question, you know. But there are lot of cool bands from Nashville like The Steel Woods, they are doing their own take on what these guys pay. Lukas Nelson made a killer record, too.

Sounds Of South: Which rank has an online magazine like ours in your mind?
The Cadillac Three: (Jaren) I get google updates on my phone concerning my name or The Cadillac Three every morning. (Neil) We know a lot of them. (Jaren) They are very helpful for us kinda building what we are doing.

Sounds Of South:What are the plans in 2019 so far? Are you guys going to take on tour next year again?
The Cadillac Three: (Kelby) A lot of touring you know, like we have new songs recorded and the new album’s coming out at some point. (Jaren) We do a tour with The Charlie Daniels Band and Travis Tritt. (Kelby) Some shows with Marshall Tucker. (Neil) we headline Country Fuzz Tour, we’ll be back here summer and fall.

Sounds Of South: How has changed your life since the birth of your son Jude? Have you already written a song together…?:-)
The Cadillac Three: (Jaren laughs) We jammed quite a bit, he’s playin‘ drums pretty well. He’s 20 month old, we got to bring him on the road pretty lot in The United States whenever we can, but we haven’t done the journey over here with him yet. He’s obsessed in music, he gets it very honestly, you know. My dad, my wife’s dad and my wife are drummers, he’s easy up with it. It changed all of us a little bit, it make us all feel older and more mature. But the main thing that has changed in me is he gets up early and your day  – where it used to be 8 hours before – is now 16 hours long – the doing without sleeping shit…, you know. But it is very amazing being on stage and seeing him with the head phones on watching our shows.

Sounds Of South: Thanks for the interview, good luck for your trip home, merry Christmas, keep healthy and a successful 2019!

Bilder: Gernot Mangold
Interview/Text: Daniel Daus

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Oktober Promotion

The Cadillac Three – 02.12.2018, Luxor, Köln – Konzertbericht

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Nachdem ich bei meinem obligatorischen sonntäglichen Nachmittagslauf mit den diversesten niederrheinischen Regenarten durchnässt worden war, ging es nach der heißen Dusche schon kurze Zeit später mit Kollege Gernot in musikalischer Mission wieder in Richtung Köln.

Die Jungs von The Cadillac Three hatten sich zum dritten Mal hintereinander im Luxor angesagt. Einem Interviewwunsch seitens unseres Kooperationspartners Oktober Promotion in Verbindung mit dem gewohnten Konzertbericht, sind wir natürlich gerne nachgekommen. Das Gespräch mit den drei Musikern wird zu einem etwas späteren Zeitpunkt dann zu lesen sein.

Bedingt durch das Interview mit Johnston & Co. hatten wir nur noch eineinhalb Stücke der Kölner Support-Combo Giirl mitbekommen. Mit dem Kommentar „White Stripes on Acid“ eines in der ersten Reihe stehenden Pärchens, dass wir schon mal bei Country-/Southern Rock-Gigs in der Domstadt sporadisch antreffen, als Kategorisierung des Gehörten, lasse ich unsere Leserschaft dann mal sich ihren Teil dazu denken.

Um 21:00 Uhr legten dann Neil Mason, Kelby Ray und Fronter Jaren Johnston (wieder mit vielen Gitarrenwechseln) mit ihrem obligatorischen Programm und den allseits bekannten, dezent patriotisch untermalten Tracks wie u. a. „Peace Love & Dixie“, „Bury Me In My Boots“, Tennessee Mojo“, „Back It Up“, „American Slang“ oder „I’m Southern“ ihrer drei bisher erschienenen CDs los.

Überwiegend knallhart stampfender Riff-Southern Rock, gepaart mit diesen eingängigen Refrains und durchzogen mit einigen wenigen, etwas ruhiger anmutenderen Songs wie “Drunk Like You“, „Hank & Jesus“ oder „Take Me To The Bottom“, ließ ihre, mit vielen jüngeren Leuten durchwachsene, klatsch- und mitsingfreudige Klientel im satt gefüllten Luxor gewohnt frohlocken.

Mit dem brandneuen Lied „Whiskey & Smoke“ in typischer TCT-Manier, gab es einen ersten Ausblick auf das für 2019 geplante neue Album. Das den Kollegen von Blackberry Smoke, Whiskey Myers und Black Stone Cherry gewidmete und furios gespielte „Whiskey Soaked Redemption“ (inklusiv einer Solopassage von Kelby Ray an seinem Pedal Steel-Gerät), der Ohrwurm „White Lightning“ und das nochmals ihre Herkunft huldigende Abschlussstück als Rausschmeißer „The South“, ließen im Prinzip erneut keine Wünsche offen.

Das Nashville/Tennessee-Trio bewies an diesem Abend wieder, dass Southern Rock nicht nur was für alte Säcke ist, sondern gepaart mit junger und draufgängerischer Art, durchaus auch heute mit Erfolg in nachfolgende Generationen transportiert  werden kann. Somit darf man sich schon jetzt auf eine Rückkehr von The Cadillac Three in 2019 mit neuem Werk im Gepäck freuen. New Southern Rock is alive! Und die drei Burschen haben ohne Zweifel ihren hohen Anteil daran.

Line-up:
Jaren Johnston (lead vocals, guitars)
Neil Mason (drums, vocals)
Kelby Ray (lap steel, vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

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Luxor Köln

Broken Witt Rebels – Same – CD-Review

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Review: Stephan Skolarski

Vor anderthalb Jahren haben die US-Rocker von Kings of Leon ihr letztes Studioalbum veröffentlicht. Die Wartezeit auf das nächste verkürzen uns die jungen, englischen Southern Rocker von Broken Witt Rebels bravourös mit ihrem gleichnamigen Debütalbum, das den Stil der Followill Brüder imitiert, ohne ein billiger Abklatsch zu sein. Im Gegenteil, sie sind ein mindestens gleichwertiger Ersatz!

Eine erste Kostprobe für unser Magazin gab es, als sie Ende letzten Jahres als Support von The Cadillac Three im Kölner Luxor auftraten. Die vier Musiker aus Birmingham haben aber 2013 bereits ihre erste EP „This Town Belongs To Me“ veröffentlicht. Nach den weiteren Kurzwerken „Howlin“ und „Georgia Pine“, fassen sie diese, nun mit vier neuen Songs, zu ihrem ersten Longplayer zusammen. An der Seite von Tom Gittins, der bereits mit Robert Plant zusammengearbeitet hat, erschaffen sie ein straightes und kurzweiliges Rockalbum.

Der starke Einstieg „Loose Change“ ist ein offensiver, auf den Punkt getimter Hard Rock-Opener von knapp drei Minuten. Auf dem folgenden Track „Georgia Pine“ hört man sofort die klaren Kings Of Leon-Einflüsse heraus. Sowohl stimmlich, als auch musikalisch ist die Band um Sänger Danny Core mit den US-Amerikanern voll auf gleicher Höhe. Der Song besticht durch seine typischen Southern Rock-Akzente. „Shake Me Down“ ist etwas souliger, mit hymnenartigem Refrain, der Stadionrock-Potenzial aufweist. „Snake Eyes“ erweist sich dagegen wieder als purer, gelebter Hard Rock, eingängiges Gitarrenriff inklusive.

Satte Gitarren und die intensive Stimme kommen auf „Howlin“ sehr stark zur Geltung, durch einen markanten Refrain („Howlin“-Rufen) und Anleihen beim Ram Jam-Hit „Black Betty“. „Breathless“ startet mit poppigen Synthesizer-Sound und geht dann über in melodischen Hard Rock à la Black Stone Cherry.

Es ist schwierig einen Track des Albums hervorzuheben, aber die rauchige Hymne „Guns“ an ihre industriell, von der Metall- und Waffenindustrie, geprägte Heimat Birmingham, „lodert“ auf diesem Album am hellsten. Die authentischen Textzeilen „Sparks burn bright where the guns are made“ […] „Born and raised where the guns are made“, erinnern eindrucksvoll an Chris Reas „Steel River“.

„Getaway Man“ ist der erste ruhigere Song, mit schnörkellosem Midtempo-Charakter und interessanten Rhythmuswechseln in der Schlagzeug-clapping fokussierten Bridge. Das abschließende „Wait For You“ besticht mit einem melodischen soft-rockigen Background-Gesang und wurde kürzlich von Mick Jagger in seine persönliche Musikplaylist aufgenommen.

Broken Witt Rebels sind DIE britische Antwort auf Kings of Leon und sie reiten auf einer Soundwelle, die sie hoffentlich noch viel weitertragen wird. Das ist geradliniger Rock auf hohem Niveau und es gibt keinen Grund davon abzuweichen. Der kompakte Sound von Broken Witt Rebels lässt sich treffend als ausfüllend, voluminös, mit wuchtiger, gitarrenlastiger Durchschlagskraft, beschreiben. Aus der Kombination ihrer Natürlichkeit und Unbekümmertheit ist ein vielversprechendes Debütalbum entstanden, mit dem sich die Band den Grundstein für eine großartige Zukunft legt.

Snakefarm Records/Caroline-Universal Music (2018)
Stil: Rock

01. Loose Change
02. Georgia Pine
03. Shake Me Down
04. Snake Eyes
05. Howlin
06. Breathless
07. Guns
08. Getaway Man
09. Low
10. Wait For You

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The Cadillac Three – Support: Broken Witt Rebels – 03.11.2017, Köln, Luxor – Konzertbericht

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Puh, wie schnell die Zeit vergeht! Ich seh Gernot und mich vorm geistigen Auge, quasi noch vor gut einem Jahr mit den drei Cadillac Three-Jungs in den Katakomben des Luxors sitzen und ein Interview führen, dem ja auf dem Fuße noch der Konzertbericht folgte. Aber das ist schon längst wieder Schnee von gestern.

In den knapp zwölf Monaten hat das Trio um ihren höchst kreativen Mastermind Jaren Johnston erneut eine CD „Legacy“ herausgebracht, die nun an gleicher Stelle im Rahmen ihrer „Long Hair Don’t Care“-Tour 2017 in Köln vorgestellt wurde, wobei wir natürlich auch nicht fehlen wollten.

Der üblich nervige Stau meist irgendwo zwischen Krefeld, Düsseldorf, Neuss und Köln blieb uns, wie so oft, nicht verwehrt und so trafen wir gerade noch rechtzeitig zu Beginn des Support-Acts, Broken Witt Rebels, ein. Die junge Band um ihren starken Sänger Danny Core (was für eine Röhre!) steht vor der Veröffentlichung ihrer Debüt-CD und rockte frischen Herzens, dass die Schwarte krachte. Ein gelungener Einstieg in den Abend. Bilder siehe separate Galerie.

Um 20:45 Uhr betraten dann Jaren Johnston, Neil Mason (im Thin Lizzy „Black Rose“-Shirt) und Eric Church-Fan Kelby Ray unter dem Jubel des nun vollzählig anwesenden und nach vorne zusammengerückten Luxor-Publikums, die nun recht übersichtlich strukturierte Bühne.

Im Vergleich zum letzten Mal war aus der Zuschauerperspektive, das Mason-Schlagzeug jetzt hinten links, der Lap Steel-Bereich von Kelby Ray hinten rechts und Johnston als unangefochtener Leader zentral nach vorne positioniert.

Jaren Johnston, der ja nicht umsonst einer der gefragtesten Songwriter in Music City ist (den Namen der Stadt hat er übrigens, vermutlich aus Dank der Begünstigung seines Schicksals, auf dem linken Unterarm eintätowiert), hat den Dreh raus, wie man Leute mit eingängigen Refrains für sich zu begeistern weiß.

Das durchaus natürlich vorhandene instrumentell filigrane Handwerk ist hier für das Gros der Besucher eher Nebensache, bei The Cadillac Three regiert vordergründig, ungezügelter lauter (Southern) Rockmusik-Spaß mit dezenten Country-Bezügen, der den Nerv der Zeit perfekt im Auge hat.

Ich habe satte 20 Stücke auf meinem Notizzettel vermerkt, auf Zugaben wurde vermutlich im Sinne einer straffen Organisation, verzichtet. Mit „Peace, Love & Dixie“, „Slide“ und „Soundtrack For A Six Pack“ gab es ein launiges Einstands-Trio, das sofort kollektive Begeisterung auslöste, die eigentlich bis zum finalen, mir neuen „Country Needs Metal“ (?) anhielt.

Auffällig für mich war, dass Jaren diesmal (im Vergleich zum Vorjahres-Gig) ein erhebliches Arsenal an unterschiedlichen E-Gitarren benutzte. Vom neuen Album „Legacy“ wurden mit „American Slang“, „Hank & Jesus“, dem schönen Schwofer „Take Me To The Bottom“ und „Tennessee“ erstaunlich wenig Stücke präsentiert. Hier hatte ich eigentlich eher die ‚Center‘-Tracks wie „Cadillacin'“, „Long Hair Don’t Care“ (wenn die Tour ja schon so benannt ist…) oder „Legacy“ vermutet.

So entpuppte sich der Gig mit den üblichen Tracks wie u. a. „Tennessee Mojo“, „Back It Up“, „Bury Me In My Boots“, „Graffitti“, „Running Red Lights“ dem rassigen „Whiskey Soaked Redemption“ (mit wüstem Sliden von Kelby gegen Ende), „I’m Southern“, „White Lightning“, „Days Of Gold“ bis zum interaktiven Stimmungsabschluss  „The South“ insgesamt – gefühlt – als leicht modifiziertes Update des letztjährigen Auftritts. Man darf gespannt sein, ob es in Zukunft, ähnlich wie bei Blackberry Smoke, auch bei The Cadillac Three zu einer Entwicklung hier in Richtung größere Locations reichen wird.

Line-up:
Jaren Johnston (lead vocals, guitars)
Neil Mason (drums, vocals)
Kelby Ray (lap steel, vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

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Luxor Köln

Broken Witt Rebels – 03.11.2017, Köln, Luxor – Konzertbilder

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Die britische Band um ihren furios singenden Fronter Danny Core rockten als Supporter von The Cadillac Three frei von der Seele weg. Songs wie der Opener „Low“, das southern-rockige „Georgia Pine“ (mein Favorit), „Getaway Man“, das psychedelisch heftig stampfende „Snake Eyes“, „Loose Change“, bis zur finalen Halb-Ballade „Shake Me Down“ (hier kam Cores, fast Ray Charles-mäßiger Gesang naturgemäß am besten zum Ausdruck), dürften einen ordentlichen Kaufanreiz ihres in Kürze erscheinenden Debüt-Albums verbreitet haben. Eine kurzweilige, energiegeladene und unterhaltsame Dreiviertelstunde!

Line-up:
Danny Core (lead vocals)
James Tranter (electric guitar, vocals)
James Dudley (drums, vocals)
Luke Davis (bass, vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

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The Cadillac Three – Legacy – CD-Review

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The Cadillac Three ist auch so eine Band, die ich mittlerweile fest in mein Herz eingeschlossen habe. Ich habe sie zweimal live in Köln gesehen, u. a. als Support von Eric Church in der Live Music Hall, dazu als Headliner im Luxor, einmal dort interviewt, ihr zweites  Album „Bury Me In My Boots“ besprochen (das Debüt besitze ich natürlich auch), das dritte „Legacy“ steht hiermit nun im Fokus.

Was mir an ihnen gefällt, ist, dass sie trotz ihres Status (sie sind immerhin bei einem Major-Label unter Vertrag) und Erfolges in den Staaten, eine gewisse Natürlichkeit bewahrt haben. Ihr Kopf, Jaren Johnston, ist dazu noch einer der gefragtesten Songwriter in Nashville und hat z. B. das Solo-Album von Aerosmith-Superstar Steven Tyler mitproduziert. Da könnte man sich durchaus was drauf einbilden, aber von Arroganz bei ihm keine Spur.

Johnston (lead vocals, guitars, bgv) und seine Mitstreiter Kelby Ray Caldwell (lap steel) und Neil Mason (drums), sind einfach drei wilde Jungs geblieben, die das machen, was in ihrem/meinem damaligen Alter Spaß macht. Sich mit Musik beschäftigen, Reisen, etc. und manchmal dazu auch etwas Trinken…

Mittlerweile haben sie jetzt ihr drittes Werk fertiggestellt und werden auch im kommenden Winter wieder bei uns zugegen sein. Mit „Legacy“ wurde ihr erfolgreich praktizierter Stil verfeinert und ihre Position in der – in Nashville mittlerweile recht gut angenommenen – mehr Rock/Southern Rock-orientierten Sparte des New Country, weiter gestärkt, vermutlich sogar ausgebaut.

Die CD wurde komplett selbst produziert und auch eigens eingespielt. Die Stücke wurden in Eigenregie (Jaren und Neil) mit einigen wenigen Co-Writern komponiert (u. a. Jonathan Singleton, Angelo Petraglia), wobei die involvierte, für hohe Qualität bürgende Singer/Song-Schreiberin Lori McKenna beim standesgemäß introvertiert sowie melancholisch wirkenden „Love Me Like Liquor“ lediglich als Harmoniesängerin einmal zur Hilfe genommen wurde.

Vom schön swampy und poltrig daher riffenden Opener „Cadillacin'“ bis zum finalen recht ruhig und countryesk gehaltenen Titelsong als Abschluss, erkennt man bei jedem Track, warum Jaren Johnston so gerne auch  bei den ganz großen Interpreten der Nashville-Zunft als Songlieferant auserkoren wird. Er kann mit geflügelten Worten jonglieren wie kaum ein anderer und sämtliche Lieder enthalten Refrains, die sich dank ihres unwahrscheinlich hohen Wiedererkennungswertes sofort ins Gedächtnis bohren. Sowas nimmt gefangen und lässt sich demnach auch bestens verkaufen.

Das Gute daran:  Hier gilt nicht ein Qualitätseinbußen in Kauf nehmendes Gießkannenprinzip, sondern ein auf Können und musikalischem Niveau basierender Erfolgsplan. Lieder auf launigeren Seite wie „Tennessee“, „Dang If We Didn’t“, das hymnische „American Slang“, „Demolition Man“ und Songs im ruhigeren Ambiente der Marke „Hank & Jesus“, „Ain’t That Country“ oder „Take Me To The Bottom“ prägen sich spätestens beim zweiten Hördurchgang ein und wissen durchgehend zu gefallen, wie auch so einige stark gespielte E-Gitarren-Soli.

Mit „Legacy“ haben The Cadillac Three“ ein kurzweiliges Album hingelegt, dass den Spagat zwischen Authentizität und Kommerzialität hervorragend meistert. Wir freuen uns auf eine ausgiebige Live-Präsentation der aktuellen Stücke beim Wiedersehen im November, wo die Band erneut im Kölner Luxor ihre Visitenkarte abgeben wird.

Big Machine Records (2016)
Stil: Country Rock

01. Cadillacin‘
02. Tennessee
03. Hank & Jesus
04. Dand If We Didn’t
05. Ain’t That Country
06. American Slang
07. Take Me To The Bottom
08. Long Hair Don’t Care
09. Love Me Like Liquor (feat. Lori McKenna)
10. Demolition Man
11. Legacy

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The Cadillac Three – Interview

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Kurz vor ihrem Gig im Kölner Luxor, standen uns die drei Burschen von The Cadillac Three Rede und Antwort. Jaren Johnston übernahm als Chef auch hier mit einem Höllen-Slang und -tempo schnell das Ruder, aber auch seine beiden Kumpel Neil Mason und Kelby Ray schalteten sich sporadisch immer wieder in das Gespräch ein.

Sounds Of South: Hi, schön euch zu treffen. Zum zweiten Mal in Deutschland/Europa! Ich hab euch damals zusammen mit Eric Church gesehen.  Was ist anders als beim ersten Mal?

Jaren: Wir haben gestern Abend in Berlin gespielt. Der wesentliche Unterschied zu damals ist, dass wir diesmal als Headliner agieren, die Besucherzahl stetig wächst, was wir natürlich sehr gerne sehen (ich bat Jaren höflich, sein Sprechtempo etwas zu drosseln). Einfach gesagt, wir sind sehr begeistert!

Sounds Of South: Ihr habt euer neues Album „Bury Me In My Boots“ am Start, wie beurteilst du/ihr eure Entwicklung im Vergleich zum Vorgänger.

Jaren: Ich denke, es ist ein perfekter Schritt in die Richtung, wo wir hinwollten und wo wir jetzt auch sind. Die eine Hälfte besteht aus unserem typisch stampfenden Southern Rock, aber auch mit einer gewissen Entwicklung, in der anderen Hälfte wird mit Stücken wie „This Accent“, „Graffitti“, „White Lightning“ und „Running Red Lights“ eine größeres Abbild unseres Schaffens präsentiert. Also nicht nur die swampige Geschichte , sondern auch eine große Weiterentwicklung, aber die unsere Wurzeln weiter im Auge behält.

Sounds Of South: Gab es seitens Big Machine Druck in Richtung Charts/Verkaufszahlen?

Neil: Wir hatten überhaupt keinen Druck in Sachen Charts (Gelächter)! Kelby: Im Großen und Ganzen haben sie uns machen lassen, was wir wollten. Also nicht eine Art Druck, zu sein, was wir nicht sind. Jaren: Wahrscheinlich ist ihr Ansinnen, mehr Erfolg für uns zu erzeugen, ja auch richtig, aber es ist offensichtlich, dass das, was wir gerade spielen, im Moment richtig gut läuft. Von daher sind sie begeistert.

Sounds Of South: Du bist in Nashville ein derzeit absolut angesagter Songwriter. Woher entspringen deine Ideen, wie sieht ein typischer Jaren Johnston Song aus?

Jaren: Ich umreiße meine Erlebnisse, wir reisen bekannter Weise sehr viel in der Welt herum, wir treffen viele interessante Leute und erleben demnach auch interessante Sachen. Also gibt es auch viele Dinge, über die man schreiben kann, wie Liebe, sich Betrinken, Prügeleien oder auch über das gute alte Deutschland (Kelby). Es ist jedes Mal verschieden, und hoffentlich irgendein guter Stoff, über den man sich dann auslassen kann.

Sounds Of South: Wann entscheidet sich, ob es eher ein Cadillac Three Song wird oder eher in Richtung anderer Interpreten geht.

Neil: Wir warten erst immer ab, ob wir unsere besseren Stücke weggeben. In Nashville ist es mittlerweile sehr leicht an Songs ranzukommen, die man nicht selbst geschrieben hat. Manchmal bist du so begeistert, dass du einen Track am liebsten sofort an Keith Urban, Tim McGraw und Eric Church oder an wen auch immer, geben möchtest, aber wir nehmen uns erst mal die Zeit, das Lied selbst einzuspielen, um sicher zu sein, dass es nicht das ist, was wir für uns behalten möchten. Auch hier ist es jedes Mal anders. Jaren: Wenn ich nicht sicher bin, gebe ich ihn zunächst an Jim (Jimmy Robbins?). Wir geben einen Song der offensichtlich gut ist, natürlich nicht fahrlässig aus den Händen, da sind wir jetzt schon deutlich aufmerksamer. Kelby: Einige Lieder wollen wir natürlich bevorzugter spielen als andere, aber manchmal muss man auch einsehen, dass sie besser zu anderen Interpreten passen.

Sounds Of South: Wer sind deine Lieblings-Co-Writer und warum?

Jaren: Wir haben einige, wenige Nashville Jungs, mit denen wir Bier trinken und die mit uns gerne ihre Zeit verbringen. Wenn wir in den Staaten unterwegs sind, nehmen wir schon mal jemanden mit in den Tourbus, um mit uns zu komponieren (Kelby: und Bier, als auch Whisky zu trinken…), es ist zum Teil ein ziemlich törichter Aufenthalt für sie, sie können dann, für ein paar Tage, mal dem Leben eines Rock Stars frönen (grinst). Aber in der Regel sind es Leute wie Jeremy Stover, Andrew Dore oder Ryan Hunt, die sich bei uns auch richtig wohl fühlen.

Sounds Of South: Was ist aus Sicht eines begnadeten Kreativen wie dir, der wohl genialste Song aller Zeiten?

Kelby: Wie viel Zeit haben wir? Jaren: Da ist in erster Linie der Beatles-Katalog, wo man viel findet, Leonard Cohen, der gerade verstorben ist, sein „Halleleluhjay“ ist unheimlich brilliant,  wir sind riesengroße Tom Petty-Fans, mein Beatles-Lieblingssong ist übrigens „While My Guitar Gently Weeps“. Es ist natürlich klar, dass wir von ganz unterschiedlichen Stellen Einflüsse aufsaugen, aber es ist so gut wie unmöglich zu sagen, was ‚der‘ genialste Song ist. Wir hören uns viele Sachen an.

Sounds Of South: Wie war die Zusammenarbeit mit einem Star wie Steven Tyler (dessen erstes Country-Album du ja zum Teil mit unterstützt/produziert hast)? Plauder doch mal bitte ein wenig aus dem Nähkästchen.

Jaren: Das war schon eine coole Sache. Mit Steven zusammen zu arbeiten ist erstmal eine Sache, wo du dich erst mal zwickst, ob das überhaupt wahr ist, weil du quasi mit seinen Liedern und seiner Stimme aufgewachsen bist. Er ist einer der größten Rock Stars auf der Welt, die jemals gelebt haben, er schrieb schon mit Siebzehn Stücke wie „Dream On“. Und da sitzt du jetzt in einem Raum mit ihm und er fragt dich um deine Meinung, da flipst du natürlich aus. Wir sind seitdem richtig gute Freunde. Es war ein großer Spaß und wir haben sehr viel von ihm gelernt. Wir haben viel Stoff von seiner Band für uns mitgenommen, aber auch ZZ Top ist ein gutes Beispiel. Wir würden auch gerne 45 Jahre auftreten, und da sind solche Acts in der Lage zu, sie haben einfach eine Passion für ihre Musik.

Sounds Of South: Welche Bedeutung hat für euch der Southern Rock, der ja vorwiegend Thema unseres Magazins ist?

Jaren: Eine gewaltige! Das Genre gab uns eine Stimme, falls du weißt, was ich meine. Drei Jungs aus Nashville, Tennessee, nicht Country genug, spielten Southern Rock. Es gab schon immer Bands mit einer gewissen Outlaw-Mentalität, die nicht so in die Country-Sparte passten, aber in den Southern Rock, und zwar einige der größten Bands, die jemals in Amerika existierten wie z. B. die Allman Brothers oder Lynyrd Skynyrd, die ja heute noch touren. Die Southern Rock-Geschichte ist für uns eine schöne Sache. Für viele suggeriert es eine lange Karriere.

Sounds Of South: Was sagst du zum Ausgang der US-Präsidentschaftswahlen?

Kelby: Ich glaube jeder war schon ein bisschen überrascht, yeah, haha. Wir waren zu dieser Zeit unterwegs und warten erstmal, bis wir zu Hause sind und schauen, wie sich die Sache dann entwickeln wird.

Sounds Of South: Verbringt ihr Drei auch viel private Zeit miteinander oder gibt es da eine strikte Trennung?

Kelby: Nein! Neil: Niemals (Gelächter)! Jaren: Wir sind als Kinder zusammen aufgewachsen, haben die gleiche Schule besucht, wir verbringen viel Zeit zusammen, besuchen die gleichen Geschäfte und Bars, wir leben aber nicht im gleichen Haus, falls es das ist, was du meinst.

Sounds Of South: Ihr seid ja sehr lustige Typen. Was würde passieren, wenn ihr jeden Morgen um Sieben aufstehen und dann den ganzen Tag in einem Büro verbringen müsstet?

Jaren: Wir würden diese verdammte Band natürlich sofort auflösen (Gelächter)! Dazu hätten wir aber wohl keinen Mut. Musik ist, was wir können und sich gut für uns anfühlt, und, wo wir immer gut waren. Kelby: Musik ist definitiv deutlich spassiger!

Sounds Of South: Danke für das Interview!

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Das Interview in Englisch:

Sounds Of South: Hi Jaren, nice to meet you. You guys are about to come to Germany/Europe for the second time. I saw you opening for Eric Church. What’s been different?

Jaren: We played our first show in Berlin yesterday, now as a headliner, there were a lot of more people, a lot of fun, the crowd is constantly growing, we were enyoying it (I politely asked Jaren to speak a little more slowly, collective laughter). Ok, simply said, we were excited!

Sounds Of South: You’re supporting your current album „Bury Me In My Boots“. What do you think about your development in comparison to the predecessor/debut?

Jaren: I think it’s a perfect step to where we want to go and where we’ve been to. Half of the record is that kind of Southern stompin‘ thing that we do and there’s some growth in the record, the other half is songs like „This Accent“, „Graffitti“, „White Lightning“ and „Running Red Lights“ that kinda show a bigger picture I guess for us not just the Southern swampy thing you know. I think it shows a mass of growth but it still sticks to our roots.

Sounds Of South: You have a contract with Big Machine Records. Did you get any pressure on the charts or sales?

Neil: We haven’t much pressure on the charts (laughter)! Kelby: They let us do what we want. Not that kind of pressure from them tryin‘ to be what we are not. Jaren: They’re probably right to have us more success on the charts but I think it’s the evident that what we are doing is workin‘ at the moment. They were excited.

Sounds Of South: You’re one of the most popular songwriters in Nashville. From where do you get your ideas? What’s the typical Jaren Johnston song?

Jaren: I just pull my life experiences, we travel a lot obviously through the world, we meet a lot of interesting people and you experience a lot of interesting things so there’s plenty of things to write about, whether it’s love, gettin‘ drunk, fightin‘ or old Germany (Kelby), it’s different every time. So hopefully it just keeps happen in that way.

Sounds Of South: When will you make your decision on Cadillac Three song or a track for an other artist?

Neil: We’re waitin‘ to give away some of our better songs. It’s easy in Nashville to pitch a song you didn’t write. You might write something you get excited about and wanna give it to Keith Urban, Tim McGraw and Eric Church or somebody, but we take a second to play the songs for each other to make sure it isn’t something we wanna keep for ourselves. It’s different every time. Jaren: If I’m not sure I first give it to Jim (Jimmy Robbins?). We don’t give away something that is really good, we are more conscious now, definitely. Kelby: Some songs we wanna play more than other songs that you write, but they sound better for someone else.

Sounds Of South: Who are your favorite co-writers and why?

Jaren: We have quite a few, a bunch of Nashville guys that we’re drinkin beer and gettin‘ along with. Touring in the States we’ll bring out somebody to the tour bus every weekend to write with us (Kelby: and drink beer and whiskey…). It’s kinda stupid vacation for them, they can live a rock star life for a couple of days (grinning), but that are more Nashville guys like Jeremy Stover, Andrew Dore, Ryan Hurt, they feel comfortable travelling with us.

Sounds Of South: What do you think – as a very creative songwriter – what’s been the most ingenious song of all times.

Kelby: How long do we have? Jaren: It goes to the Beatles catalogue where you can find much, Leonard Cohen who’s just passed away, the „Halleleluhjay“ song is pretty brillant, we’re huge Tom Petty fans, my favorite Beatles song of all times is „While My Guitar Gently Weeps“. What is obviously, we draw influences from a lot of different places, it is tough to say what is the most ingenious song. We have a lot of songs we look at, too.

Sounds Of South: How was the work with superstar Steven Tyler (you partly supported/produced his first country album), please spill the beans!

Jaren: It was very cool. Workin‘ with Steven is one of the things you pinch yourself with, ‚cause you grew up listening to his records an his voice. You know he’s one of the greatest rock stars in the world, that ever lived, he wrote things like  „Dream On“ when he was seventeen years old.  So you sit in a room and he’s asking you how you do what you do and you’re freaking out your mommy you gotta play cool and since now we’ve got become really good friends. Its just a lot fun, we learned a lof of things from him, we take a lot of stuff from his band as well as ZZ Top for example, we wanna still be kickin‘ 45 years, and that’s something they’d been able to do, they had that passion for music they do.

Sounds Of South: What kind of relevance has Southern Rock – which plays a very important role in our magazine – for you?

Jaren: It’s huge, they gave us a voice, you know what I mean, three guys from Nashville, Tennessee, we were not country enough, we’re playin‘ Southern Rock. There’s always been bands with an outlaw mentality, that couldn’t fit in the country, but in the Southern Rock, which is really nice, because a lof of these bands are the biggest that ever lived in America like the Allman Brothers, Lynyrd Skynyrd, who are still touring today. The Southern Rock thing is a nice place for us to be, it seems to a lot of careers to be long.

Sounds Of South: What do you think about the president elect. Have you been surprised?

Kelby: I think everyone was surprised, yeah, haha. We haven’t been home, but we wait until we get home and let it process.

Sounds Of South: Do you three usually spend most of your private time together?

Kelby: No! Neil: Never (laughter)! Jaren: We grew up as kids, as friends, we went to school together you know, we do spend a lot of time together, always the same bars and stores, but we don’t go home to live in the same house, if that’s what you mean.

Sounds Of South: Let’s conclude the interview with a funny question. What actually will happen, if you work in an office five days a week in a regular job, but you have to get up seven o’clock in the morning.

Jaren: We quit the fuckin‘ band (laughter)! That wasn’t in a courage for us, music is what we can do, cause this feels always right to us, and we’ve always been good at this. Kelby: Music is much more fun, defenitely!

Sounds Of South: Thanks for the interview!

Bilder: Gernot Mangold
Interview/Text: Daniel Daus

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The Cadillac Three – Support Tyler Bryant & The Shakedown – 16.11.2016, Köln, Luxor – Konzertbericht

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Das langsam auf’s Ende zu gehende Jahr hatte noch mal ein heiß ersehntes Highlight für uns parat. In Zusammenarbeit mit Oktober Promotion (danke hier an Olli Bergmann & Co. für die perfekte Organisation) wurde uns ein Interview mit Jaren Johnston und seinen Jungs im Kölner Luxor ermöglicht, dem dann natürlich im Anschluss auch noch das Konzert folgte. Aufgrund der großen Nachfrage war der Gig recht kurzfristig vom MTC dorthin verlegt worden.

Zunächst peitschten jedoch Tyler Bryant & The Shakedown (Tyler Bryant, Caleb Crosby, Graham Whitford, Noah Denney) aus Nashville ziemlich hart und heftig ein. Eine typische Anheizerband der besseren Sorte, die auch vom Publikum sehr gut angenommen wurde. Mir fehlte ein wenig der Wiedererkennungswert bei den meisten Songs, trotzdem waren viel Talent und einige gute Ansätze bei den Burschen unverkennbar. Die stärkste Phase begann, als Fronter Tyler Bryant eine Dobro zum Einsatz brachte. Hängen blieben Songs wie „Mojo Workin‘“, das fetzige „House That Jack Built“ und die Abschlusstracks wie das Delta-bluesige „Last One Leaving“ und „Lipstick Wonder Woman“ (mit wilder Drum-Attacke von Caleb Crosby) mit einer abgekoppelten Trommel direkt am Bühnenrand. Das Quartett erntete am Ende zu Recht tosenden Applaus.

Kurz nach 22:00 Uhr betraten The Cadillac Three die Bühne und ließen mit dem Opener „Back It Up“ und „Tennessee Mojo“ von ihrem Debüt den Laden sofort brodeln. Auch das Trio um Leader Jaren Johnston wählte an diesem Abend eine ziemlich barsche und kraftstrotzende Gangart, dass man, vom Stil her, eigentlich schon von Southern Hard Rock sprechen kann. Trotzdem merkte man sofort, dass hier eben ein Songwriter wirkt, der Stücken, eine Aura verleihen kann.

Nicht umsonst zählt Jaren (übrigens eine Whiskey Myers-Mütze tragend) seit geraumer Zeit zu den hippesten Leuten in Music City auf diesem Gebiet, bekannter Weise zählen absolute Größen wie Steven Tyler, Keith Urban, Tim McGraw, Jake Owen u. v. m., auf der Liste der dankbaren Abnehmer seiner Ideen.

„Party Like You“ hieß die erste Nummer aus ihrem aktuellen Werk „Bury Me In My Boots“ gefolgt vom stampfenden „I’m Southern“ und „I’m Rockin‘“, bei dem der Titel Bände sprach. Das Titelstück des neuen Albums „Bury Me In My Boots“ ließ aufgrund des markanten und mitgrölbaren Refrains den Laune-Pegel erstmals richtig in die Höhe schießen. Knackig und rhythmisch ging es mit „Slide“ weiter. „Drunk Like You“ mit schönem Slide-Solo von Kelby Ray auf einer seiner diversen Lap Steel-Teile und das wunderbare „Running Red Lights“ gewährten eine kurze Phase der inneren Einkehr.

Über „Whiskey Soaked Redemption“, „Peace Love & Dixie“, dem swampigen „Down To The River” ging es schon zügig Richtung Ende des Haupteils, der mit “Days Of Gold” nach knapp 70 Minuten sein kurzweiliges Ende fand.

Die erste Zugabe „Honey Bee“ erwies sich als schöne Geste der Wertschätzung in Richtung Tyler Bryant & The Shakedown. Der Tom Petty-Klassiker wurde von beiden kompletten Bands im Kollektiv performt, was natürlich ein riesen Tohuwabohu auf der Bühne implizierte. Das vom Publikum vehement eingeforderte „White Lightning“ trieb den Stimmungspegel in weitere Höhen, am Ende sogar noch getoppt vom herrlichen Rausschmeißer „The South“, bei dem es dann natürlich kein Halten mehr gab.

Nach ihrem begeisternden Auftakt in Berlin, haben The Cadillac Three auch die Herzen ihrer Kölner Zuhörerschaft im Sturm erobert. Man merkte, dass die Jungs von der überschwappenden Begeisterung und auch der Textsicherheit ihrer Audienz in unserem Lande sichtlich angetan waren. So verließen final beide Seiten diesen unterhaltsamen Event mit glücklichen und zufriedenen Gesichtern. Eine typische Win-Win- Situation – was will man am Ende  von so einem November-Abend, mitten in der Woche, mehr? Also, ganz klar: Alles im Lack bei The Cadillac Three!

Line-up: The Cadillac Three
Jaren Johnston (lead vocals, guitars)
Neil Mason (drums, vocals)
Kelby Ray (lap steel, vocals)

Line-up: Tyler Bryant & The Shakedown
Tyler Bryant (lead vocals, eletric guitar, dobro)
Caleb Crosby (drums, vocals)
Graham Whitford (eletric guitar, vocals)
Noah Denney (bass, vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

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The Cadillac Three – Bury In My Boots – CD-Review

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2. Album von The Cadillac Three! Das Trio um seinen charismatischen Bandleader Jaren Johnston, macht dort unverhohlen weiter, wo es 2014 mit seinem Debüt „Tennessee Mojo“ so herrlich unbekümmert begonnen hatte: Eine coole Mischung aus relativ einfach und wild gespieltem/gesungenem Southern Rock mit unterschwelliger Redneck-Attitüde, sowie dezenten New Country-Bezügen.

Apropos New Country: Dieser Jaren Johnston ist schon eine interessante Person. Namhafte Größen der Nashville-Zunft wie u. a. Tim McGraw, Keith Urban, Eric Church als auch zuletzt Aerosmith-Chef Steven Tyler bei seinem Erstlingsexperiment in dieser Sparte, vertrauten bereits bei diversen Adaptionen auf die kreativen Kräfte des umtriebigen Songwriters und landeten Nr.1-Hits.

Beim TC3-Projekt scheinen die Uhren aber anders zu ticken. Auch wenn Big Machine Records sicherlich ebenfalls ein Label ist, dass gerne Charterfolge feiert, lässt man Johnston sowie seine beiden Mitstreiter und Langzeitkumpels Kelby Ray und Neil Mason hier eher an der langen Leine. Die dürfen sich eigentlich im Rahmen ihrer Ideen relativ freizügig in Wort und Musik austoben und das ist gut so.

Anführer Jaren Johnston erweist sich neben seinen beiden Bandkumpanen natürlich bei den, fast ausschließlich von ihm erdachten und gesungenen Texten (dazu kommen noch einige prominente Co-Writer wie Luke Laird, John Nite, Jimmy Robbins, Brent Anderson, Jerrod Niemann), als wahrer Wortakrobat, in dessen Lieblingsvokabular Begriffe wie ‚Whiskey‘ und ‚Hips‘ eine überaus gern gewählte Option darstellen.

Produziert hat der Dreier sechs Stücke selbst, bei den restlichen haben die beiden Koryphäen auf diesem Gebiet, Dan Huff (spielt hier auch Bouzouki und Gitarre) und Justin Niebank, Hand angelegt. Niebank hatte ja schon seiner Zeit bei Blackberry Smoke, die musikalisch durchaus als Seelenverwandte zu TC3 durchgehen (zumal Johnston und Charlie Starr auch recht ähnlich singen), für den entscheidenden Impuls in Sachen Karrieresprung gesorgt.

Die 14 Stücke des Albums bieten wieder, wie schon beim Vorgänger, unterhaltsame und abwechslungsreiche, frech und frei von der Seele weg gespielte Stücke, bei denen aber Johnstons Fähigkeiten, eingängige und markante Refrains und Hooks zu kreieren, offenkundig in Erscheinung treten. Diverse Stücke wären prädestiniert für andere Kollegen der Nashville-Garde. Kein Wunder, dass die sich teilweise um seine Songs reißen. Die neue Sprayer-Hymne „Graffitti“ oder das poppige „This Accent“ sind ganz heiße Kandidaten.

Toll das Titelstück mit seinen Stimmungswechseln und satten E-Gitarrentushs, atmosphärische Sachen wie „Drunk Like You“, „Buzzin'“ (herrliche Bariton-E-Gitarre) oder „Runnin‘ Red Lights“, der relaxte Abhängsong „Ship Faced“ (klasse hier das lustige Namenswortspiel ‚Bimmy Juffett‘ zu Ehren eines der Hauptvertreter dieser chilligen Song-Gattung) oder hippe rhythmische Tracks (teilweise mit angerappten Sprechgesang) wie „Slide“, „Party Like You“, das knackige „Soundtrack To A Six Pack“ (man kann sich denken, welcher bei den Jungs gemeint ist…) oder anzügliche „Hot Damn“.

Heimatverbundenheit wird im swampig stampfenden „Peace Love & Dixie“ bekundet. Gleiches gilt für „The South“, bei dem mit Georgia Florida Line, Dierks Bentley und Mike Eli (Eli Young Band) in den Acapella-umwehten Gesangsbridges ein großes, namhaftes Gastaufgebot zugegen ist. „White Lightning“ (auf dem Vorgänger im Akustik-Ambiente) ist jetzt in einer schönen Vollversion präsent.

Fazit: The Cadillac Three haben sich mit „Bury Me In My Boots“ als Kollektiv wieder ein Stück weiterentwickelt. Zum Trübsal blasen gibt es wahrlich keinen Anlass! Sounds Of South freut sich schon jetzt auf das Konzert der Burschen im November in Köln, über das natürlich berichtet wird. Sollten die Jungs ähnlich drauf sein, wie bei ihrem Gig als Support von Eric Church vor zwei Jahren, wird ein ebenfalls geplantes Interview sicherlich eine eine Mordsgaudi werden… Fürs Album gibt es jetzt schon mal ’ne Bestnote! These boots rock…, and don’t forget the whiskey!

Big Machine Records (2016)
Stil: Country Rock

01. Bury Me In My Boots
02. Slide
03. Drunk Like You
04. Graffiti
05. Buzzin‘
06. Party Like You
07. Ship Faced
08. Soundtrack To A Six Pack
09. White Lightning
10. The South
11. This Accent
12. Peace Love & Dixie
13. Hot Damn
14. Runnin‘ Red Lights

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