Bröselmaschine – 05.09.2020, Kantine-Biergarten, Köln – Konzertbericht

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Am ersten Septemberwochenende fand die Openair Konzertreihe im Biergarten der Kantine seine Fortsetzung. Gut 200 Besucher hatten sich an diesem, zum Glück trockenen Abend, bei eher herbstlichen Temperaturen eingefunden, um der mittlerweile etwa 50-jährigen Bröselmaschine rund um Peter Bursch zu lauschen.

Pünktlich um kurz vor Acht betrat Marcus Neu mit dem obligatorischen Hut, der in der Umbaupause genutzt wurde, um die Kollekte für die Band einzusammeln, die Bühne und stellte kurz die in Duisburg gegründete Band vor, die dann ohne große Vorschweife nach einer Begrüßung durch Peter Bursch loslegte.

Schon beim Intro zum ersten Song wurde klar, was die Besucher erwartete: psychedelisch angehauchter Prog Rock der Extraklasse. Zum Einstieg gab es mit „Elegy“ den Titelsong des aktuellen Albums. Schön war, dass als Gastmusikerin Tamara Sidorova die Band an der Geige unterstütze, wie Sie es auf dem aktuellen Album auch getan hatte.

Furios waren der Einklang mit Tom Plötzer an der Orgel und Michael Dommers sowie Peter Bursch an den Gitarren. Stella Tonon untermalte gestenreich singend die Dramaturgie des Songs und die Band hatte sofort das Publikum hinter sich gebracht.

Die beiden „Jungs“ der Rythmusfraktion sollen an dieser Stelle nicht unerwähnt bleiben. Die Drummaschine Manni von Bohr, seine Batterie ständig beackernd und der am Rand der Bühne sitzende Bassist Detlef Wiederhöft zeigten ihre Extraklasse.

Nach dem sehr heterogenen „Bliss“, auch vom aktuellen Werk, mit Stil- und Tempowechseln, die aber so miteinander verschlungen waren, dass es keine Brüche im Song gab, nahm sich Bursch das erste Mal die Sitar und mit „Oriental Mind“ umwehten passenderweise orientalische Klänge die Kantine.

Stella Tonon passte dazu ihren Gesangsstil an und bewegte sich zuweilen auch wie eine orientalische Tänzerin. Manche Passagen von Tom Plötzer an der Orgel erinnerten auch an Pink Floyd und Michael Dommers durchbrach immer wieder die Songstruktur mit feiner Gitarrensoloarbeit.

„Hello Hello“, wieder mit Einlagen von Tom Plötzer an der Orgel und Michael Dommers an der Gitarre, stellten ebenfalls  feinsten Prog Rock Pink Floydscher Prägung und deren  Einfluss auf die Szene dar.

Zum Abschluss des ersten Sets folgten noch zwei Hammersongs, zunächst „Indien Camel“, von gleichnamigen vorletzten Longplayer, wieder Bursch passenderweise an der Saz, in das die Band elegant den „Bolero“ einfließen ließ und eine feine bluesige Coverversion des Etta James-Klassikers „I’d Rather Go Blind“.

Die nun anstehende Pause nutzte Macus Neu dazu, wie schon zu Beginn des Konzertes angekündigt, um von den Besuchern den verdienten Obolus für die Band in seinem Hut zu sammeln.

Nach etwa 20 Minuten Pause betrat dann die Band wieder die Bühne. Einzig die Rhythmusfraktion fehlte. Detlef Wiederhöft kam zügig hinterher, während Manni von Bohr zunächst verschollen blieb, was Stella Tonon dazu veranlasste ihn per Mikro zu rufen.

Kurz danach war er dann auf der Bühne, nicht ohne noch schnell auf dem Weg einen Bekannten zu grüßen und mit dem spanisch gesungenen „Pajero“ wurde das zweite Set eröffnet.

Dieses Set entwickelte sich nach diesem mystisch-psychedelischen Lied dann mit mehr rockenden Elementen, als der Vorgänger. Dies soll allerdings keine Beurteilung sein, welcher von beiden, in einem insgesamt starken Konzert, jetzt besser war. Da werden die persönlichen Geschmäcker mit Sicherheit zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen.

„Sofarock“, älter als die Sängerin Stella Tonon entstand in alten Kommunenzeiten und das zuweilen mystisch klingende „Fall Into The Sky“ mit jazzigen Einflüssen folgten. Bei letzterem hatte im übrigen ein gewisser Helge Schneider mitgewirkt, was bei manchen Besucher im Vorfeld die Hoffnung hatte aufkeimen lassen, dass er eventuell an diesem Abend auch dazu stoßen würde, was abernicht der Fall war.

Mit „Sole Ruler“ und „Black Is Your Colour“ gab es  noch einmal zwei Songs des aktuellen Albums, wobei insbesondere letzteres durch einprägende Hardrockriffs besonders gefallen konnte.

Als vorletztes Stück wählte die Band mit „For My Friends“ passend einen wunderschönen Song, der den Anwesenden gewidmet war, dem mit „I Was Angry“ der Rausschmeisser folgte, in dem sich nach und nach die Musiker von der Bühne verabschiedeten und am Ende Manni von Bohrs diese für sich überließen, sodass dieser sich in einem mehrminütigen Drumsolo regelrecht austoben konnte. Zum Ende kamen aber alle zurück, um sich von den Zuschauern zu verabschieden.

Durch zahlreiche Zugabeforderungen animiert, verließen die Musiker gar nicht erst die Bühne, sondern ließen noch zwei Zugaben folgen. „Bei uns Zuhaus“ dem einzigen Stück, das von Peter Bursch auf deutsch gesungen wurde und welches eine passende Beschreibung von Duisburg zu meinen Zeiten, als ich dort noch in den siebziger Jahren wohnte und den damaligen Charakter der Stadt, vielen noch aus Schimanski Tatorten bekannt, zeigte.

Danach entwickelte sich sich aus einem zunächst chaotisch anmutenden Geplänkel als Intro ein Klassiker der so genannten Glam Rock-Epoche. Michael Dommers ließ in das Intro ein wohl bekanntes Riff einfließen und mit einer starken Interpretation des T-Rex Songs „Children Of The Revolution“ endeten etwa zwei Stunden mit Bröselmaschine und keiner der Anwesenden wird sein Kommen bereut haben.

In den vorangegangenen Stunden bewies die Band, dass sie noch nicht zum alten Eisen gehört und weiter innovativ unterwegs ist. Bursch und seine Mitstreiter ließen es sich nicht nehmen, nach dem Konzert noch lange den Besuchern für Smalltalks oder zum Signieren von CDs/LPs zur Verfügung zu stehen.

Ein besonderer Dank geht noch einmal an Marcus Neu und das Team von der Kantine für die Bewirtung der Gäste, die es schafften, trotz der Coronaauflagen, einen solchen Abend zu ermöglichen.

Weiter geht es schon am Mittwoch mit einem Americana-Gig im Biergarten der Kantine und auch anderen Konzerten im Laufe des Monats. Es bleibt zu hoffen, dass das Wetter noch länger mitspielt. Gästen, die schnell frieren sei aber angeraten, eventuell zur Sicherheit eine Decke mitzunehmen oder sich zumindest dementsprechend warm anzuziehen.

Line-up:
Peter Bursch- Guitar, Sitar, Saz, Lead Vocals
Detlef Wiederhöft – Bass
Michael Dommers – Guitar, Vocals
Stella Tonon – Lead Vocals
Tom Plötzer – Keyboards
Manni von Bohr – Drums
Guest: Tamara Sidorova – Violin

Text und Bilder: Gernot Mangold

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Kantine, Köln

Eamonn McCormack – 28.08.2020, Kantine-Biergarten, Köln – Konzertbericht

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Konzerte in Corona-Zeiten zu veranstalten, bedeutet für alle Beteiligten, vom Veranstalter, über die Künstler, bis hin zu den Besuchern, dass man sich an bestehende Regelungen hält muss, dass diese zumindest im derzeit möglichen Rahmen stattfinden können.

Markus Neu und seinem Team von der Kantine haben es geschafft, bereits diverse Open Air-Konzerte im dortigen, weitläufigen Biergarten, durchzuführen.

An diesem Abend machte Eamonn McCormack, der zurzeit eigentlich nur eine Solo-Akustik-Tour macht, in der Kantine Halt. Zum Glück gelang es Marcus Neu weit im Vorfeld, den mittlerweile in Hessen lebenden Iren McCormack davon zu überzeugen, in Köln mit Band aufzutreten, da die Bühne und die Location unter Berücksichtigung aller Auflagen dies möglich macht.

So stießen an diesem Abend mit Edgar Karg am Bass, der aus Bielefeld anreiste und Max Jung-Poppe an den Drums, der den Weg aus Gießen gefunden hatte, und am selben Abend wieder zu seiner hochschwangeren Frau zurückfuhr, hinzu.

Es entwickelte sich im Verlauf ein ganz besonderer Abend für die etwa 80 Besucher. Erstmals stellte Eamonn mit seiner Band das im Winter eingespielte und im Frühjahr veröffentlichte Album „Storyteller“ live vor. Es handelte sich somit praktisch um ein verspätetes Release-Konzert und das ohne Eintrittspreis, sondern nur mit umhergehendem Hut in der Pause zwischen den zwei Sets, in denen fast das komplette Werk präsentiert wurde.

Kurz vor acht Uhr betrat Marcus mit dem besagten Hut auf dem Kopf die Bühne, gab ein paar Anekdoten zu früheren Auftritten Eamonns im Yardclub zum Besten, erklärte noch ein paar Regeln, auch wie man sich beim angesagten Regen verhalten solle, um Corona-konform zu bleiben, was zum Glück aber ausblieb. Der Wettergott war mit der Band und den Besuchern und bis auf einige Tropfen, blieb es trocken.

„From Town To Town“ vom 2017er Album „Like There’s No Tomorrow“ war ein gut gewählter Opener in dem er direkt einen Song vorlegte, bei dem klar erkennbar war, wessen Geistes Kind Eamonn ist. Blues Rock im Stile seines Vorbildes Rory Gallagher war hier direkt präsent.

Mit dem rockigen „Gypsy Woman“ und dem anklagenden bluesigen „Help Me Understand“ folgten die ersten Stücke des aktuellen Albums, welche gut beim Publikum ankamen. Dies war bei den weitgehend bluesaffinen Besuchern auch nicht zu erwarten, da es das Album in mehreren europäischen Ländern in den Bluescharts bis zur Nummer 1 geschafft hatte, was der sympathische McCormack in einer Ansage zu einem der Songs nicht ohne Stolz erwähnte.

Nach „Heal My Faith“ vom gleichnamigen Album von 2012 spielte die Band ein Rock’n’Roll-Medley, in welchem er einige Songpassagen abänderte und den Corona-Virus aufforderte, endlich zu verschwinden.

Nach dem Medley, wurden mit „With No Way Out“, einem fast zornig vorgetragenen Bluessong und „Cowboy Blues“ wieder zwei neue Lieder vorgestellt. Im letzteren ließ er Country und Blues ein klein wenig verschmelzen, um letztendlich doch bei seiner Leidenschaft, dem Blues zu landen.
Nach „A Night In The Life Of An Old Blues Singer“ und dem Gallagher-geprägten „That’s Rock’n’Roll“ beendete Eamonn mit Band den verdientermaßen mit viel Applaus bedachten ersten Set.

In der Pause, stand er am Merchandising-Stand bereit, um CDs zu verkaufen und zu signieren, aber auch um Gespräche mit den Fans zu führen. Dabei zeigten sich alle diszipliniert und zogen wie es sich in der derzeitigen Situation gehört, den Mund/Nasenschutz auf. Die Geduld, die Eamonn McCormack bei diesen Gesprächen an den Tag legte sorgten dafür, dass Marcus Neu schon leicht nervös wurde und freundlich und charmant darum bat, nach der Show die Verkaufsaktivitäten weiterzuführen, da es sonst zu spät mit Set 2 würde.

Gesagt, getan, die Band betrat die Bühne und legte direkt zu Beginn des zweiten Sets für mich einen der Höhepunkte des Konzertes hin. Bei „The Great Famine“ besang Eamonn gefühlvoll, manchmal fragend, warum es in seiner Heimat Irland im 18. Jahrhundert zu einer großen Hungerkatastrophe kam, die nicht nur für viele Tote sorgte, sondern auch zu einer Flucht aus dem Land, insbesondere auch nach Amerika führte.

Freundlich, wie er ist, fragte er dann, ob er denn ein Liebeslied spielen dürfe. Zugegeben, eine rhetorische Frage auf die es nur die Antwort ja geben konnte. Im gefühlvollen ruhigen „Every Note I Play“ besang er zum einen den Alltag im Hotelzimmer auf einer Tour aber auch wie er bei jeder Note, die er spielt, an seine Frau denkt.

Nach dem rockigen „When You Cross The Line“ ging die Präsentation der neuen Songs weiter. In “Cold Cold Heart“ und „South Dakota Bound“ ließ er ein wenig Boogie und Southern Flair einfließen, besondere Akzente setzte er, wie in allen Stücken, mit eingestreuten und zum Teil ausufernden Soli.

Nach dem älteren „Lousy Day“ wurde es noch einmal bedächtig und Eamonn brachte die Zuhörer mit „In A Dream“ sprichwörtlich zum Träumen. Dies war aber nur die Ruhe vor dem Sturm. Mit dem rockenden „Make My Move“, wären die Besucher normalerweise in Bewegung versetzt worden, wenn Sie sich nicht an die bestehenden Regeln zu  halten hätten gemusst und es wurde das Finale-Furioso eingeläutet, welches mit dem Gallagher Klassiker „Shadow Play“ einen würdigen Abschluss hatte.

Animiert durch lautstarke Zugabe Forderungen ließen sich die Drei nicht lange bitten und legten mit „Moving On“ und „Johnny Be Good“ noch zwei würdige Zugaben nach, um nach etwa zwei Stunden Spielzeit ein restlos zufriedenes bis begeistertes Publikum zurückzulassen. Im Anschluss stand man dann noch für das hier kostenlose Meet and Greet bereit.

In den Gesprächen war immer wieder herauszuhören, wie McCormack begeistern konnte, aber auch, wie seine beiden jungen Mitstreiter ein wichtiger Bestandteil dieses gelungenen Abends waren. Die beiden studierten Musiker, Max Jung-Poppe, am Schlagzeug und Edgar Karg am Bass trafen jeden Ton und gaben mit ihrer starken Rhythmusarbeit Eamonn McCormack letztendlich die Grundlage, seine Stärken als Gitarrist auszuleben.

Keiner der Beteiligten wird bereut haben, den Weg in die Kantine gefunden zu haben. Damit schließe ich auch die drei Musiker ein, denen anzusehen war, mit welcher Freude sie endlich mal wieder ihre Musik live präsentieren konnten. Ein besonderer Dank auch an Marcus Neu und die Mitarbeiter in der Kantine, die mit ihrer freundlichen Art, den Rahmen für diesen Blues Rock-Abend legten.

Line-up:
Eamonn McCormack (lead vocals, electric guitars)
Eddy Karg (bass)
Max Jung-Poppe (drums)

Text und Bilder: Gernot Mangold

Eamonn McCormack
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Kantine, Köln

Brent Cobb – No Place Left To Leave (Reissue) – CD-Review

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Wir hatten ja im Jahr 2018 das Glück und Vergnügen, einige der wenigen Leute gewesen zu sein, die Brent Cobb in unseren Gefilden, sprich in Köln, live erlebt haben. Da trat er im Rahmen des von uns auch reviewten Albums „Providence Canyon“ im kleinen Studio 672, vor vielleicht gerade mal 40 Besuchern, auf.

Er ist ja ein Cousin des angesagten US-Produzenten Dave Cobb und war zunächst eher gern gesehener Songlieferant für arrivierte Nashville-Interpreten wie Luke Bryan, die Eli Young Band, Frankie Ballard, David Nail, Kellie Pickler, Miranda Lambert, Little Big Town oder Kenny Chesney, allesamt keine schlechten Abnehmeradressen.

Als Überbrückung zu seinem nächsten potentiellen Longplayer ist es dem ursprünglich aus Americus, Georgia, stammenden, mittlerweile aber in Nashville lebenden Protagonisten gelungen, die Rechte an seiner 2006 veröffentlichten, recht seltenen Scheibe „No Place Left To Leave“ (schöner Titel!) zurück zu erwerben und jetzt noch mal auf seinem eigenen Label Ol’ Buddy Records zu verbreiten.

Diese wurde damals durch besagten Dave Cobb und Shooter Jennings initiiert, nachdem Brent auf einem Familienbegräbnis Dave eine Demo-CD in die Hand gedrückt hatte. Beide sorgten dafür, dass Brent sich ins Flugzeug setzte, um dieses Werk dann in Los Angeles bei Dave im Studio ‚in entsprechende Form zu gießen‘.

Eine wunderbare Platte mit zehn herrlich ineinanderfließenden Roots-/Americana-, Country- und Southern Rock-Tracks, die – versprochen – das Herz eines jeden der geneigten Klientel höher schlagen lassen werden.

Cobb_VIPDie CD beginnt mit dem rebellisch, in Shooter Jennings-Manier treibenden, Harp-durchzogenen Roots-Rocker „Richland“, dessen Intro-Hook ein wenig zunächst an CCRs „Bad Moon Rising“ erinnert. Klasse direkt danach das Titelstück, ein herrlicher Country-Schwofer mit southern leiernder E-Gitarre, im narrativen Stil und auch schon von der Reife her, vergleichbar mit großen Country-Veteranen der Marke Cash, Haggard, Jennings, Williams & Co., wobei man explizit erwähnen muss, dass Cobb zu diesem Zeitpunkt gerade mal 20 Lenze zählte.

Auf ähnlichem Terrain bewegt sich auch „Lavenders And Loving Gestures“ (mit wunderbar wimmernder Steel guitar). Toll auch „Black Creek“ , bei dem der düstere narrative Charakter (Richtung Cash) noch zwischenzeitlich mit dem Einsetzten einer brummenden E-Gitarre verstärkt wird.

Freunde von atmosphärischen Southern Country Rock-Stoff, werden von klasse instrumentierten Ohrwurm-Liedern wie „Butterfly“ (mein persönlicher Favorit), „Don’t Want To Leave“, „Red Dirt In Georgia“ oder dem, von Tempo- und Stimmungswechseln durchzogenen „Black Bottle“ (Black Stone Cherry-Note), nicht genug bekommen.

Das krachend raue „Bar, Guitar, And A Honky Tonk Crowd” (das Akustikgitarren-Intro scheint ein wenig bei Neil Youngs „Old Man“ abgeguckt zu sein) und der sparsam instrumentierte Cryin’ in My Beer-Song “Hold Me Closely” (nur Gesang, Piano und Akustik- und Slidegitarre) als Rausschmeißer stehen wieder für Cobbs Kompabilität für andere Interpreten.  Erstgenanntes Lied kennt die Southern Rock-Gemeinde von Whiskey Myers‘ Parade-Album „Firewater“, letzteres dürfte einschlägigen Countryexperten von The Oak Ridge Boys geläufig sein.

Am Ende eine Hammer-Scheibe, die nochmals verdeutlicht, dass Brent Cobb, neben Marcus King und Jaren Johnston von The Cadillac Three, wohl zu den größten Hoffnungsträgern im kreativen Bereich des zeitgenössischen Southern Country Rocks gezählt werden muss. „No Place Left To Leave“ sollte somit ein fester Platz in jeder Sammlung unserer Leserschaft eingeräumt werden. Grandioser Stoff, toller Bursche, unbedingt zulegen!

Ol‘ Buddy Records (2020)
Stil: (Southern) Country Rock

01. Richland
02. No Place Left To Leave
03. Butterfly
04. Lavenders and Loving Gestures
05. Bar, Guitar, And A Honky Tonk Crowd
06. Don’t Want To Leave
07. Black Bottle
08. Dirt Road In Georgia
09. Black Creek
10. Hold Me Closely

Brent Cobb
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Broken Witt Rebels – OK Hotel – CD-Review

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Mit den Broken Witt Rebels verbinde ich aktuell zunächst die Erinnerung an ihren guten Auftritt 2017 als Support von The Cadillac Three im Kölner Luxor. Damals kristallisierte sich schon die markante Stimme ihres Fronters Danny Core als echtes Pfund heraus, auch ihre Stücke hoben sich angenehm von dem ab, was man in der Regel so von Vorbands serviert bekommt.

Im Jahr danach bezeichnete sie der Kollege Skolarski beim Review ihrer Debüt-CD als die britische Antwort auf die Kings Of Leon. Interpreten wie The Gaslight Anthem, Rival Sons, Kaleo oder die Alabama Shakes werden weiterhin als Bezugsgrößen zu ihrer Musik genannt.

Was mir hier sofort auffällt ist, dass auf dem neuen Longplayer „OK Hotel“ Jaren Johnston von besagten The Cadillac Three, einen bleibenden Eindruck beim Quartett, bestehend aus Danny Core (vocals), James Tranter (guitar), Luke Davis (bass), James Dudley (drums), hinterlassen zu haben scheint.

Zu dessen Art, Stücke zu kreieren und auch zu strukturieren, entdecke ich viele Parallelen, wie es zum Beispiel beim Opener  „Running With The Wolves“ (sehr schön dynamisch), „Caught In The Middle“, „Give It Up“ und „Love Drunk“ recht gut, allerdings weniger amerikanisch, in den überwiegend eingängigen Refrains, zum Ausdruck kommt.

Bei den Broken Witt Rebels schlagen dann aber doch eher die britischen Wurzeln durch, gerade das E-Gitarrenspiel von Tranter, hat deutlich keltischeren Charakter, oft blinzelt auch das U2-typische Heartland-Flair hindurch. Die meisten Tracks auf dem von Dwight Baker (The Wind And The Wave) in Austin, Texas, produzierten Werk folgen dem Schema, atmosphärisches Midtempo in den Strophen, emotionaler Refrain (mit starker energiegeladener Core-Stimme), dazu ein paar, recht simpel gehaltene E-Gitarren-Soli.

Vereinzelt wird auch Sozialkritik verarbeitet wie man es schon bei den Titeln wie „Money“ (schöner Rock-Stampfer) oder dem wütenden „Rich Get Richer“, erahnen kann.

Am Ende einer hörenswerten Scheibe zollen sie der Verbundenheit zu ihrer Heimatstadt Tribut, da heißt es: „And in Birmingham is where I found my feet, and in Birmingham is where I’ll lose my teeth.“ Angespielt wird hier allerdings nicht auf das Laufen lernen oder die Milchzähne, sondern auf die innerstädtische Rivalität der Fußballs Clubs Aston Villa und Birmingham City. Hier ist dann auch mal eine schöne Akustikgitarre präsent. Aus meiner Sicht der beste Track.

Die CD kommt in einem doppelseitigen Pappschuber mit eingelegtem Booklet, das alle Texte zu den Liedern beinhaltet.

Sollte der Corona-Virus nicht weiterhin den Interpreten, Veranstaltern, Clubs und Konzertbesuchern einen Strich durch die Rechnung machen, kann man das britische Quartett bei uns in Deutschland zu folgenden Terminen aufsuchen:

27.04.2020 (DE) Hamburg – Nachtwache
28.04.2020 (DE) Köln – Blue Shell
29.04.2020 (DE) Berlin – Musik & Frieden

Snakefarm Records – Universal Music (2020)
Stil: Rock

01. Running With The Wolves
02. Money
03. OK Hotel
04. Caught In The Middle
05. Take You Home
06. Broken Pieces
07. Save My Life
08. Give It Up
09. Around We Go
10. Fearless
11. Love Drunk
12. Rich Get Richer
13. Birmingham

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Marcus King Band – 05.03.2020, Kantine, Köln – Konzertbericht

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Grandioser Abend in der Kölner Kantine mit der Marcus King Band! Um die 800 Zuschauer ließen sich von der grassierenden Corona-Virus-Hysterie nicht abschrecken und wurden mit Jam-, Southern Rock-, Soul-, Blues-, R&B- und Country-Live-Musik aller erster Güte belohnt.

Als Support hatte zunächst der eigenwillige Singer/Songwriter Sammy Brue (zählt gerade mal 19 Lenze), vom Rolling Stone vor geraumer Zeit als ‚American Prodigy‘ bezeichnet, mit Stücken wie u. a. „Gravity“, „Die Before You Live“, „Crash Test Kid“ und dem punkigen „Teenage Mayhem“, seine Visitenkarte abgegeben. Er heimste mit seiner schwer einzuordnenden Spielart und seinem knapp 30-minütigen, mutigen, wie auch engagierten Auftritt, viel Applaus des Publikums ein.

Um 21:00 Uhr gab der einst von Warren Haynes entdeckte, auch gerade erstmal 23 Jahre alte Marcus King mit seinem Kollektiv, nach einem souligen Einspieler, mit Tracks wie „Turn It Up“, „Where I’m Headed“,“Opie/Dear Prudence“ und „How Long“, einen Einblick, wie Jam Rock mit unverbrauchtem jugendlichen Elan, modern und facettenreich interpretiert werden kann.

Nach soviel vehementer Spielfreude schon zu Beginn, war man fast schon erleichtert, als der junge Bursche aus South Carolina mit dem herrlichen „Sweet Mariona“ vom aktuellen Silberling „El Dorado„, die Country-Karte zückte und auch mit dem folgenden Schwofer „Wildflowers & Wine“ (mit Clapton-mäßigem E-Solo) und dem souligen „One Day She Is Here“, ebenfalls beide aus diesem Werk, ein wenig Zeit zum Durchatmen gewährte.

Atemberaubend danach dann wieder der Willie Dixon-Song „I Just Want To Make Love To You“ mit integriertem „Hochie Coochie Man“. „Love Song“, die dezent allmanesken „“What’s Right“ und „Self Hatred“ (beide mit kräftiger Bläserunterstützung und quirligen E-Soli), offerierten dann wieder die Jam-Qualitäten des begabten Sextetts.

Das von Melancholie geprägte „Break“ bot nochmals Gelegenheit zur Besinnung, was dann, durch „Always“ eingeleitet, folgte, war, eine einzige dampfende Jam Rock-Schlacht. Bei diesem Song hatten sowohl Keyboarder Dane Farnsworth mit einem Schlauch-Solo (Peter Frampton ließ grüßen), als auch Jack Ryan an den Drums (heftiges Schlaggewitter) ihre Chance, sich ins Rampenlicht zu bringen, was sie auch mit Bravour taten.

„Homesick“ danach stand im Zeichen der Bläserfraktion (plus King E-Solo). Das den Hauptteil abschließende, wieder grandios groovend und shuffelnd performte „Plant Your Corn“ wurde schließlich zur Vorstellung der Band genutzt, wobei alle Musiker sich wieder mit kleinen Kurz-Soli bemerkbar machten. Ein echtes ‚Finale furioso‘.

Marcus wirkt für sein junges Alter und allem, was vermutlich zur Zeit auf ihn einschlägt, schon extrem abgeklärt, ohne dass dabei aber eine gewisse Natürlichkeit und Galligkeit auf der Strecke bleibt.

Er wusste, dass er nach der abgesagten Tour im letzten Jahr hier ‚liefern‘ musste und so fiel der Zugabenteil mit meinem Lieblingstrack des Abends, „Goodbye Carolina“ (vom bisherigen Paradealbum „Carolina Confessions“ – herrlich relaxter Southern Rocker), dem progressiven Neil Young-Klassiker „Down By The River“ (schöne Geste: Sammy Brue wurde mit auf die Bühne geholt und sang die zweite Strophe) und dem zügellos rockenden und stampfenden „The Well“ (von „El Dorado“), sehr üppig aus, sodass zu guter Letzt nach tosendem Applaus, Zweieinviertelstunde Spielzeit zu Buche standen.

Am Ende war die komplette Besucherschaft der Kantine infiziert und zwar von der ansteckenden Performance und restlos begeisternden Musik von Marcus King und seinen großartigen Mitspielern!

Danke an Marcus Neu, nicht nur dafür, dass er für die Akkreditierung sorgte, sondern nach dem Gig auch noch das obligatorische VIP-Bild mit Marcus King ermöglichte.

Line-up:
Marcus King (lead vocals, guitars)
Dane Farnsworth (keyboards, vocals)
Stephen Campbell (bass)
Jack Ryan (drums)
Justin Johnson (trumpet, percussion)
Christopher Spies (saxophone, vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

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Kantine Köln

Brett Eldredge – Support: Lauren Jenkins – 24.01.2020, Carlswerk Victoria, Köln – Konzertbericht

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Nachdem Semmel Concerts Entertainment im letzten Herbst mit Old Dominion und Jordan Davis in der Domstadt bereits ein hochwertiges Major-Doppel in der Domstadt präsentiert hatte, ging es jetzt direkt zu Anfang des Jahres mit Brett Eldredge und Lauren Jenkins im Schlepptau (beide ebenfalls bei großen Labels unter Vertrag), qualitativ nicht minder weiter.

Zunächst durfte die blonde langhaarige Texanerin, nur mit Akustikgitarre behangen, ihr Können als Alleinunterhalterin, zum Besten geben. Das tat sie mit Stücken aus ihrem, von uns beleuchteten Debütalbum „No Saint„, wie u. a. „Cadillac“, „You’ll Never Know“, „Give Up The Ghost“ und dem gleichnamigen Titelstück , einem zwischenzeitlichen Bruce Springsteen-Cover („Hungry Heart“) und gab mit „Girl Of My Dreams“ auch schon mal einen Unplugged-Vorgeschmack auf das neue Zweitwerk.

Klasse dabei immer wieder ihre leicht rauchig-melancholische Stimme. Die Tiefe ihrer Songs auf dem Album konnte sie aufgrund der begrenzten Umstände natürlich nicht in die mit ca. 700 Leuten weniger als zur Hälfte gefüllte, spartanisch anmutende, ehemalige Fabrikhalle transportieren. Nach einer halben Stunde verabschiedete sie sich mit dem starken „Running Out Of Road“ unter herzlichem Applaus der Anwesenden von der Bühne, um für den Headliner des Abends, Brett Eldredge, Platz zu machen.

Line-up:
Lauren Jenkins (lead vocals, acoustic guitar)

Der seit 2013 mit seinem Debütwerk „Bring You Back“ kometenhaft aufgestiegene, aus Illinois stammende Musiker und Sänger, zeigte von von Beginn an, was er im Nashville-Showgeschäft gelernt hat, nämlich die Leute direkt mitzunehmen, wofür schon der Titel „It’s Gonna Be A Good Day“ als perfekter Opener prädestiniert war.

Mit dem folgenden launigen „Something I Am Good At“ und dem lässigen Groover „Don’t Ya“ hatte er spätestens komplett den Draht zum Publikum gefunden. Über „Love Someone“, „Crowd My Mind“, die Queen-„Adaption „Crazy Little Thing Called Love“ und das melodische „Drunk On Your Love“ ging es zum, über zwei Stücke („Ryamond“, “ The Long Way“) währenden Solopart des Protagonisten, der hier seine ursprünglichen Singer/Songwriter-Qualitäten untermauerte.

Zeit ein paar Worte über Eldredges exzellente Begleitband zu verlieren. Die Rhythmusfraktion mit dem oft hart polternden Derrek Phillips und dem kräftig pumpenden, aber sich immer ein wenig im Hintergrund befindlichen Bassisten James Quinn Messer, sorgten für den satten Grundgroove, in den sich dann die drei Gitarristen (Brett inklusive) quasi hineinlegen konnten.

Gregg Carillo und der variable andere Saitenzupfer Will Harrison (tolle Parts auch an der Mandoline) wechselten ständig, zwischen Akustik- und E-Gitarre (auch mit klasse Slide), um sich teilweise in kleinen Scharmützeln zusammenzufinden. Keyboarder Ian Miller hatte viel schöne Intros und konnte auch mit einigen temperamentvollen Klimpersoli („Fire“) glänzen.

Das Southern-durchflutete „Magnolia“, das feurige „Fire“, die Schwofer-Kombination „The Reason / My Girl“, das Handylichter-begleitete „Mean To Me“ (früher leuchteten zu solchen Momenten Feuerzeuge und Wunderkerzen), das stampfige „Lose My Mind“ und die Schmalzballade „Wanna Be That Song“ bildeten die wie im Fluge vergangene zweite Hälfte des Gigs.

Mit „Beat Of The Music“ in einer ausgedehnten Version (inklusive Handshaking mit dem Publikum und tollem Instrumentalfinish der Band, wo beide Gitarristen noch mal brillierten) als einzige Zugabe, verabschiedeten sich Brett & Co. dann ziemlich zügig. Lediglich Lauren Jenkins stand dann am Merchandising-Stand ausgiebig für Unterschriften, Selfies und Smalltalk zur Verfügung, wobei sich die Texanerin auch noch mit unserem Logo für die VIP-Galerie ablichten ließ.

Fazit: Ein schöner kurzweiliger Abend, der trotzdem offerierte, dass ‚Countrystar in Amiland‘ nicht zwangsläufig auch ‚Publikumsmagnet in Deutschland‘ bedeutet. Was die Zuschauerzahlen betrifft, muss hier noch einiges an Öffentlichkeitsarbeit und guter Werbung passieren. Bis auf wenige schillernde Ausnahmen (z. B. Shania Twain, Keith Urban) ist hier für viele noch einiges an ‚Klinkenputzen‘ angesagt, das sollte vielleicht auch in Nashville und den hiesigen Tourmanagements zur Kenntnis genommen werden…

Vielen Dank an Ekaterina Witina von Semmel Concerts Entertainment für die perfekte Unterstützung und Betreuung.

Line-up:
Brett Eldredge (lead vocals, electric and acoustic guitar)
Greg Carrillo (acoustic guitar, electric guitar, vocals)
Derrek Phillips (drums)
James Quinn Messer (bass)
Will Harrison (electric guitar, acoustic guitar, mandolin vocals)
Ian Miller (keys, vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Brett Eldredge
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Semmel Concerts Entertainment GmbH
Carlswerk Victoria

New Nektar – 09.01.2020, Yard Club, Köln – Konzertbericht

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In den Ankündigungen für das Konzert war sichtlich von Nektar die Rede. Wenn man aber das letzte Album „Megalomania“ von 2018 sieht, fällt ins Auge, dass die Band sich nun mit New Nektar benennt. Dies mag auch sinnvoll erscheinen, da 2016 mit Roye Albrighton das letzte verbliebene Gründungsmitglied verstorben war.

Von der damaligen Besetzung, die sich in der fortlaufenden Historie immer wieder änderte, ist jetzt nur noch Keyboarder Klaus Henatsch im Boot, der eine schlagfertige Truppe formiert hat, die nicht nur das Erbe der in den 70er Jahren gegründeten Progrockband verwaltet, sondern sich auch mit neuen Songmaterial weiterentwickelt hat, was sich dann auch im Laufe des Konzertes zeigte.

Mit der akademischen Viertelstunde Verspätung begann die Band, in einem, für einen Donnerstag-Abend gut gefüllten Yardclub, vor einem auch altersmäßig bunt gemischten Publikum, mit dem psychedelischen „Tab In The Ocean“ vom gleichnamigen, 1972 erschienen Album, wo sich zunächst Henatsch an den Keyboards in den Vordergrund spielte, bevor der Rest der Band mit einstieg. Der Anfang des Konzertes war mit Songs wie „King Of The Twilight“ oder „Desolation Valley“ ohnehin der Frühphase von Nektar gewidmet, in der die Band auch in Amerika ihre erfolgreichste Zeit hatte.

Kennzeichnend waren die psychedelische Untermalung durch das Keyboard, eine zuweilen treibende Rhythmusarbeit durch Heike Nolden, bestens gelaunt und dauergrinsend, am Bass und Norbert „Panza“ Lehmann an den Drums, sowie zum Teil furiose Gitarrenpassagen von Alex Hoffmeister, der gesanglich von Helen Landzettel und Sandra Kawka im Background unterstützt wurde. Durch die Heterogenität der Stücke mit Rhythmuswechseln, in denen sich ruhige wie auch harte Parts abwechselten, fühlte man sich mehrfach an die frühen Genesis erinnert.

In der Mitte des Konzertes folgte mit „Dr Kool“ ein Lied, wo die Bearbeitung des Jugendwahns durch Botox kritisch hinterfragt wurde. Nektar zeichnete sich ohnehin von den Texten her schon zu Anfangszeiten, immer als sehr kritisch zu gesellschaftlichen Problemen.

Darauf folgte dann für mich mit dem rockigen „Megalomania“ eines der Highlights der Show, dem mit „Selling The World“, dem einzigen Track, bei dem Keyboarder Klaus Henatsch den Leadgesang übernahm und „Where Do We Go To“, noch weitere Stücke des 2018er Albums „Megalomania“. Hier offerierte die Band, dass es sich nicht um das Verwalten alter Songs geht, sondern dass New Nektar sich mit dem Wechsel des Personals weiterzuentwickeln gedenkt.

Zum Ende des Gig legte das Sextett mit „Remember The Future Part 2“ noch einmal ein Kracher hin, wobei man es verstand, das Einstiegsriff und das Schlagzeug zu „Child In Time“ zu nutzen, um dieses dann immer wieder durch wilde, an Jimmy Hendrix erinnernde Gitarrensoli zu durchbrechen.

Nach einer langen Version „Man In The Moon“ von 1980 verabschiedete sich das Kollektiv dann vom Publikum. Wissenswert ist, dass zu den Zeiten, als der Song geschrieben wurde, ein gewisser Carmine Rojas, der danach unter anderem bei David Bowie, Rod Stewart, Joe Bonamassa und Ryan McGarvey den Tieftöner bediente, Bestandteil der Band war.

Durch frenetischen Zugabeforderungen animiert, betrat die Band dann noch einmal für den Zugabeteil die Bühne und schloss das Konzert passend mit „Good Day“ ab.

New Nektar bewies an diesem Abend in etwa 2,5 Stunden, dass alle Bandmitglieder vor Spielfreude strotzen und dass sie mit dem gelungenen Songwriting einen Bogen gespannt haben, der die alteingesessenen Sympathisanten nicht vergisst, aber auch neue Fans hinzugewinnen möchte. Man darf neugierig sein, wie es mit der Band weitergeht, die spätestens 2016 nach dem Tod von Roye Albrighton, dem auch ein Song gewidmet war, vor dem Ende stand, aber durch die Beharrlichkeit von Klaus Henatsch, der mit Alex Hofmeister einen passenden Ersatz fand, wiederbelebt wurde.

Dass die Geschichte weitergeschrieben wird, scheint sicher zu sein, da man zu jedem Zeitpunkt merkte, wie die Bandmitglieder aus der positiven Resonanz der Besucher Energie zogen, welche sich dann in ihrer Spielfreude entlud.

Ein besonderer Dank geht neben New Nektar für den schönen Abend, an Markus Neu vom Yardclub, sowie Mike Mouser von On Stage Promotions, für die, wie immer problemlose Akkreditierung.

Line Up:
Alex Hoffmeister: Guitar, lead Vocals
Heike Nolden: bass, violin, vocals
Norbert „Panza“ Lehmann: drums, vocals
Klaus Henatsch: Keys, vocals
Helen Landzettel: Vocals
Sandra Kawka: Vocals

Text und Bilder: Gernot Mangold

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Yard Club Köln

Ana Popovic – 08.12.2019, Club Volta, Köln – Konzertbericht

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Im Vergleich zu bisherigen Konzerten die ich bisher von ihr besucht habe, hat Ana Popovic im gut gefüllten Club Volta, ihre Begleitband aus dem letzten Jahr, um eine Bläsersektion erweitert.

Nach der im Musikgeschäft üblichen akademischen Viertel-Stunde betrat die Band zunächst ohne Ana Popovic die Bühne und legte jammend los. Popovic stieß dann unter den Applaus der Besucher nach einigen Minuten hinzu und stieg in diesen Shuffle mit ein.

Neben alten Songs präsentierte Popovic auch einige Stücke des aktuellen Albums „Like On The Top“, in dem es vielfach um die Rolle der Frau u. a. in der Musikszene geht, was sich auch in den Ansagen widerspiegelte. Sie meinte, dass es deutlich mehr Geschlechtsgenossinnen wagen sollten, gegen die insbesondere im Blues scheinbare, männliche Übermacht, die Gitarre in die Hand zu nehmen.

Vom Stil her hat Popovic sich selbst ein klein wenig vom klassischen Blues entfernt, was aber nicht als Kritikpunkt zu verstehen ist. Schon während der Touren in den letzten Jahren implementierte sie jazzige, funkige und soulige Elemente, wie auch un diesem Abend, im Kölner Volta Club.

Die Bläser verliehen dabei dem Sound einen gewissen Bigband Charakter und Ana lieferte sich einige Duelle mit ihnen, die mit berechtigten Szenenapplaus bedacht wurden.

Burns am Bass gab einen teilweise stampfenden aber auch funkigen Unterton in den Rhythmus und begeisterte mit einigen Soli und als Begleiter von Kelley bei dessen starken Solopart an den Drums. Michele Papadia bediente wie gewohnt seine Keys, wobei er bei manchen Passagen scheinbar auf die Tasten einzuschlagen schien. Last but not least war da natürlich noch die eigentliche Protagonistin des Abends.

Angesteckt von der guten Stimmung im Volta Club zeigte die gebürtige Serbin, ihre Fähigkeiten als Entertainerin, aber auch als starke Gitarristin. Ihrem Treiben sah vom Merchandisingstand nicht ohne, in diesem Fall berechtigten Stolz, ihr Vater Milton Popovic, im Takt der Musik mitgehend, zu.

Nach etwa 90 Minuten legte das Sextett ein furioses Medley hin, in dem alle Musiker ihre Parts hatten und Popovic dann mit großem Applaus die Bühne verließ, während der Rest der Band noch über Minuten weiter jammte. Der Soundmischer war, ebenso wie das Publikum, so begeistert von diesem Track, dass er in der Annahme, jetzt könne nichts mehr kommen, schon kurz nach dem Finale, das Konzert mit Musik vom Band beendete und auch das Saallicht erhellte.

In einem Gespräch später mit Keyboarder Michele Papadia sagte dieser, dass eigentlich noch ein Song geplant war, wo dann auch Ana wieder gekommen wäre. Sei es drum, auch ohne diese ‚verpasste‘ Zugabe war es ein starker Auftritt, der auch entsprechend vom Publikum gewürdigt wurde, in dem auch einige jüngere Musikfans vertreten waren, was leider im Bluesgenre meistens viel zu wenig der Fall ist.

Nach der Show stand Popovic und ihr Vater, der den Besuchern auch aus einem gemeinsamen Album mit der Tochter bekannt war, noch für Smalltalk und das Erfüllen von Autogrammwünschen geduldig und bestens gelaunt zur Verfügung.

Ein Dank auch an Manuel Banha von 2GetherConcert für die sehr kurzfristige problemlose Akkreditierung für diesen Abend.

Line-up:
Ana Popovic (lead vocals, electric guitar)
Cory Burns (bass, vocals)
Jerry Kelley (drums)
Michele Papadia (keys, vocals)
Claudio Giovagnoli (saxophone)
Davide Ghidoni (trumpet)

Text und Bilder: Gernot Mangold

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Peter Pankas jane – 03.11.2019, Yard Club, Köln – Konzertbericht

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Die Krautrocklegende Peter Pankas jane spielte im vergleichsweise gut gefüllten Yard Club, was umso bemerkenswerter war, da in der Kantine nebenan Fischer Z vor ausverkauften Haus spielte.

In den mittlerweile fast 50 Jahren, der einstigen Urtruppe, kam es zu vielen Umbesetzungen aus verschiedensten Gründen. Nach dem Tod von Peter Panka 2007 und Charly Maucher in diesem Sommer ist in der jetzigen Formation kein Gründungsmitglied mehr im Line-up, die auf dessen Wunsch aber mit seinem Namen weitermachten.

Mit Klaus Walz und Achim Poret sind aber zwei Urgesteine dabei, die die Bandgeschichte mit prägten und vorher Teil der Band Epitaph waren. Mit Holger Coolyard am Bass und Gesang, Corvin Bahn an den Keyboards und Vocals sowie Niklas Turmann gibt es eine Blutauffrischung, welche der Band sichtlich gut tut und bei den „Alten Herren“ noch einmal neue Energien frei zu setzen scheint.

Schon mit Beginn des ersten Songs „Just More Words“ wurde die Richtung festgelegt. Bahn bearbeitete seine Keyboards und Orgel sowie den Moog Synthesizer schon im Intro, womit ein psychedelischer Ritt über etwa zwei Stunden begann. Walz und Turmann wechselten sich mit Gitarrensoli ab. Poret an den Drums und Coolyard am Bass legten eine satte Rhythmusgrundlage. Im ersten Song übernahm Coolyard die Leadvocals und vom ersten Moment sprang der Funke von der Band aufs Publikum über, was wiederum deren Spielfreude explodieren ließ.

Beim Klassiker „Fire, Water, Earth And Air“ übernahm dann Turmann zunächst das Frontmikro, der auch stimmlich sehr dem Original gleichkam. Wie fast bei jedem Stück lieferten Walz und Turmann z. T. exstatische Soli ab, die für Standing Ovations bei den Fans sorgten. Bei den folgenden „Tomorrow“ und „Grown“ änderte sich an der Grundausrichtung nichts.

Bahn umhüllte die Tracks teilweise mit klaren Keyboardklängen, aber auch mit wabernden Synthesizer-Klängen mit einem psychedelischen Mantel und Walz und Turmann tobten sich mit zum Teil harten Soli aus. Immer wieder konnten Parallelen zu den alten Pink Floyd erkannt werden, Cooyard hatte vielleicht nicht umsonst ein Shirt der Briten an und beim Gitarrenspiel von Turmann hatte man zuweilen das Gefühl, ein David Gilmour würde auf der Bühne stehen.

Bei „Daytime“ kam es zu einem emotionalen Moment, als Walz vom Tod Mauchers berichtete und den Song eben diesem widmete, da dieser ihn so gerne spielte. Einer ausgiebigen Version von „Windows/Spain“ folgte einer der absoluten Höhepunkte des Konzertes. Beim Instrumental „Auroville“ ließ Turmann zunächst seine Gitarre regelrecht sprechen, um mit der Band ein Stück auf die Bühne zu bringen, welches auch in jeden Floyd-Gig gepasst hätte.

„Fly Away“ konnte sprichwörtlich auch für einige Fans genommen werden, die scheinbar in sich gekehrt in den Weiten der Musik davon flogen.
Das zur Jahreszeit passende „Out In The Rain“ und das peppige „Waiting For The Sunshine“ läuteten das Ende des Konzertes ein. Eine Hammer-Version von „Hangman“, mit monströsen Intro und scheinbar nicht endenden Gitarrensoli zwischendurch, beendeten den Hauptteil des Konzertes.

Die Fünf ließen sich jedoch nicht lange bitten und folgten den Zugabeforderungen gerne, um mit „Here We Are“ und „So So Long“ zwei Raußschmeißer nachzulegen, die den Abend gelungen abrundeten. In die Bandvorstellung integrierte Walz auch noch Danksagungen an die Soundtechnik und an Markus Neu von der Kantine/Yardclub, denen ich mich an dieser Stelle auch nur anschließen möchte.

Guter Sound, tolles Licht und eine bestens aufgelegte Band sorgten für zwei unterhaltsame Stunden, die manchen Besucher noch einmal in seine Jugendzeit zurückgeführte. Wer auf psychedelische progressive (Krautrock) Musik steht, wird bei Peter Pankas Jane bestens bedient.

Line Up:
Klaus Walz – Gitarre, Vocals
Corvin Bahn – Keyboards, Vocals
Niklas Turmann – Gitarre, Vocals
Achim Poret – Drums
Holger Coolyard – Bass, Vocals

Text und Bilder: Gernot Mangold

Peter Pankas jane
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Yard Club Köln

The Sisters Of Mercy – Support: A. A. Williams – 14.10.2019, E-Werk, Köln – Konzertbericht

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Ein Konzertreview zu einem Sisters of Mercy Konzert mag auf den ersten Blick widersinnig erscheinen. In Sounds Of South habe ich die Möglichkeit, einige Reviews einzubringen, die nicht dem eigentlichen Genre des Magazins entsprechen, was die Toleranz des Magazins zeigt (die wird hier allerdings tatsächlich an ihre absoluten Grenzen geführt, Herr Mangold! – Anm. der Red.).

Am Rande eines Konzertes von John Illsley sagte uns dieser mal in einem Gespräch, dass er eine Unterteilung in Sparten oft skeptisch sieht. Wichtig ist, dass Musik gut gemacht ist und gefällt.

Dies sind Gründe, dass der düstere Sound der Sisters of Mercy hier auftaucht. Ein anderer ist der, dass mit Wayne Proctor ein guter alter Bekannter an den Drums vom Support A. A. Williams saß, den ich noch vor wenigen Wochen Schlagzeug bei Ash Wilson vortraf. Hier schon einmal ein Dank an Wayne, der über das Tourmanagement einen Fotopass für mich besorgte.

Schon weit vor 19:00 Uhr hatte sich bei schönsten Spätsommerwetter eine lange Schlange von Fans vor dem E-Werk gebildet, in der sich vom Punk bis zum Normalo alles wiederfand. So war es nicht verwunderlich, dass das ausverkaufte E-Werk schon rappelvoll war, als die Vorband A.A. Williams pünktlich um 20.00 Uhr ihren etwa 40-minütigen Auftritt begann.

Im Trio mit Williams, die zwischen elektrischen und akustischen Gitarren sowie den Keyboards wechselte, Wayne Proctor an den Drums und Tom Williams am Bass, wurden die Besucher in eine melancholisch träumerische Welt entführt. Dies wurde auch von der Lichtinszenierung unterstützt, wo vornehmlich rote Lichter, nebelumwabbert die Hintergrundkulisse bildeten, die nur vom Frontallicht auf die Sängerin durchbrochen wurde.

Passend zum Eingangssong „Cold“ erschien das grell angestrahlte Gesicht von Williams eiskalt. Nachgelegt wurden das melancholische „Love & Pain“ und „Terrible Friends“, deren Titel durch die zum Teil sphärisch wirkende Musik verstärkt wurden. Insgesamt waren die Songs sehr getragen mit einer langsamen Grundmelodie. Proctor an den Drums und Tom Williams am Bass hatten somit nur wenig Gelegenheit, etwas Fahrt aufnehmen zu können. Nach dem letzten Song „Control“ wurde die Band freundschaftlich vom Publikum verabschiedet und hatte mit Sicherheit den einen oder anderen Fan hinzugewonnen.

Line-up A. A. Williams:
A.A. Williams – Vocals, Guitars, Keyboard
Wayne Proctor – Drums
Tom Williams – Bass

Zügige Umbaumaßnahmen auf der Bühne sorgten dann dafür, dass um 21:15 Uhr Sisters of Mercy pünktlich um 21:15 ihre Show starteten. Vorweggenommen kann gesagt werden, dass es von der Setlist keine Überraschungen gab, was daran liegt, dass die großen Erfolge und Hits der Band schon lange zurückliegen und in den letzten Jahren sich in Richtung Songwriting wenig getan hat.

Positiv überraschend war für mich die Performance der Band, ich erinnere mich an einen Auftritt vor einigen Jahren, der mir insbesondere vom Sound her in unangenehmer Erinnerung geblieben war. Diese wurden an diesem Abend aber weggeweht. Es war zu erkennen, dass die Musiker mit Spaß bei der Sache waren.

Die ‚alten‘ Männer“ der Band, Sänger Andrew Eldritch und Doctor Avalanche am Synthesizer (Drum und Basslinien) wurden von den beiden Gitarristen Ben Christo und Dylan Smith bestens, auch im Backgroundgesang unterstützt, sodass der für die Sisters bekannte homogene volle Sound auch zum Tragen kann. Schön war dabei auch, dass den beiden Gitarristen immer wieder die Möglichkeit gegeben wurde, sich mit ihrer harten Gangart in den Vordergrund zu spielen.

Schon mit dem Opener „More“ wurde die mit 2000 Besuchern gefüllte Halle in Stimmung gebracht und spätestens mit „Detonation Boulevard“, das schon als vierter Song kam, war einer der Höhepunkte erreicht und die Band ließ einen Klassiker auf den anderen folgen. Eventuell ist Eldritch, das einzig verbliebene Gründungsmitglied, auch gut beraten, keine neuen Songs aufzunehmen, da dieser Spirit der achtziger und neunziger Jahre vermutlich nicht mehr erreichbar ist und eher zu einer neuen Stilrichtung führt, die nicht zum eigentlichen Spirit der Band gehört. Manchmal ist es auch gut das Erbe zu verwalten und nicht zu vermehren.

Es ist schwer, einzelne Tracks hervorzuheben oder zu vernachlässigen, da die aus dem Fundus gespielten Stücke allesamt gut performt wurden und manche dem Alter oder dem Lebensstil geschuldete stimmliche Schwäche Eldritchs entsprechend von der Band im Background aufgefangen wurde. Was auf jedem Fall gelang, war den Mythos und das Feeling der Songs in die Halle zu transportieren, wofür das E-Werk mit seiner monumentalen Bauweise auch den entsprechenden Rahmen bildete. Besonders gut kamen beim Publikum Lieder wie „Marian“, „Dominion/Mother Russia“, „Flood II“ und „Vision Thing“ an“, die einige zum Mittanzen und Mitsingen animierten.

Höhepunkt des Konzertes waren natürlich die letzten Zugaben, „Temple Of Love“ und „This Corosion“, die nicht umsonst an das Ende der Show gesetzt wurden. Stimmungsmäßig und auch von der Dynamik her, wäre danach jedes Stück im Prinzip verloren gewesen.

Es ist den Sisters of Mercy, aber auch A.A. Williams als Support gelungen, das Publikum auf eine Zeitreise in die achtziger und neunziger Jahre mitzunehmen und aufzuzeigen, was in der Bandbreite von Punk, Gothic und Hard/Heavy-Rock, alles möglich ist. Wenn man die Besucher während des Konzertes beobachtet hat, ist dies den Bands auch ganz gut gelungen und einige Jünger der Sisters werden mit Sicherheit schon dem nächsten Auftritt der Mannen um den mittlerweile sechzigjährigen Eldritch entgegenfiebern.

In einem Bericht einer Kölner Zeitung wurde allerdings ein Szenario beschrieben, weshalb sich die Band nach diesem Auftritt nicht zu wundern braucht, wenn beim nächsten Mal die Besucher ausblieben. Man begründete dies mit wenig nachvollziehbaren Argumenten. Die Lautstärke wäre zu hoch gewesen. Zugegeben es war kein Kammerkonzert und es war lauter als im Kölner Tanzbrunnen, aber der Tinnitus, den man nach manchen Konzerten hat, blieb mir hier erspart.

Ach ja und der böse Nebel auf der Bühne. Ich erinnere mich an einen Fotografen, der vor Jahren über diesen auf der Bühne schimpfte, weil man keine schönen Bilder machen kann. Dass Licht und Nebel in Verbindung, Stimmungseffekte abgeben, gerade bei dieser Art von Musik, wurde leider vergessen.

Dass der Bühnenaufbau nur aus zwei Computern bestand, ist auch frech zu behaupten. Die ‚Computer‘ waren die Synthesizer, welche die Band schon lange und bewusst einsetzt. Und die bösen Gitarristen, die einfach nur breitbeinig dastehen. Nein sie haben sich auch bewegt und mir zwischendurch sogar Richtung Kamera zugeblinzelt.

Und auch im Gesicht von Eldritch konnte ich kein Desinteresse ablesen und ich stand für vier Songs z. T. nur etwa 1-2 Meter von ihm entfernt. Wenn ich Konzerte erleben will, wo ich ein Bühnenszenario habe, welches an Reizüberflutung grenzt, sollte man zu Konzerten gehypter Pop- und Schlagersternchen gehen, dort wird man diesbezüglich bestens bedient.

Ein Dank an Wayne Proctor und FKP Scorpio Promotion für die unproblematische Akkreditierung, hervorzuheben ist auch die Soundtechnik, die einen differenzierten und auch von der Lautstärke wohltemperierten Sound in die Halle brachte und an den Lichttechniker, der mit seiner Gestaltung die Dramaturgie der Musik visuell entsprechend unterstützte.

Auffallend war auch das freundliche und fixe Team hinter den Tresen und die wirklich sehr zurückhaltende und stets freundlich gestimmte Security, die auch einen positiven Einfluss an dem friedlichen stimmungsvollen Ablauf der Veranstaltung hatte.

Line-up Sisters Of Mercy:
Andrew Eldritch – Vocals
Doctor Avalanche – Synt (Bass und Drumspuren)
Ben Christo – Gitarre, backing vocals
Dylan Smith – Gitarre, backing vocals

Text und Bilder: Gernot Mangold

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