The Steel Woods – Support: Willer – 12.09.2019, Blue Shell, Köln – Konzertbericht

SW_head

Wow, The Steel Woods spielen bei ihrer Köln-Premiere im Blue Shell direkt vor ausverkauftem Haus. Sollte unsere Pioneersarbeit – wir hatten ja schon ihr famoses „Straw In The Wind“-Album reviewt, als die Band hier vermutlich noch so gut wie niemand kannte – etwa gefruchtet haben?

Gut, der im Bühnenbereich, wie immer, einer in typisches Rotlicht, gehüllten Dunkelkammer gleichende (zeigte selbst den Mangoldschen Hochleistungskamera-Objektiven die technischen Grenzen auf), ansonsten sehr schöne Kölner Club, ist jetzt nicht der aller größte, aber immerhin!

Zunächst durfte aber ein deutscher Singer/Songwriter namens Willer die Leute einstimmen. Der splittete seine knappe halbe Stunde in jeweils drei deutsch und drei englisch gesungene Lieder. Die erste Hälfte mit Eigenkreationen wie u. a. „Verzicht“ und „Der Moment“ erinnerte mich an den Kollegen Stoppok, nur ohne dessen humoreske Fähigkeiten.

Seine beiden englischen Neukompositionen flossen verhalten dahin, mit dem Bob Seger-Cover „Turn The Page“ gelang dem Alleinunterhalter dang guten Gesangs zumindest ein passender Übergangstrack zum Hauptact.

Fazit: Der Wille bei Willer war da, die Leistung war ok, ich persönlich brauche solche Solodarbietungen, innerhalb einer Arbeitswoche und gerade vor einem Southern Rock-Konzert, eher nicht. Er wäre vermutlich bei einem parallel am gleichen Abend stattgefundenen Roads & Shoes-Gig, besser aufgehoben gewesen.

Nach ganz schneller Umbaupause ließen The Steel Woods um ihren urig aussehenden Leader Wes Bayliss (könnte glatt als ein Nachkömmling von Hank Williams jr. durchgehen) schon mit dem hervorragenden Opener „Rock That Says My Name“ keinen Zweifel aufkommen, dass ein großartiger (New) Southern Rock-Abend in der Luft lag.

AQ2A9360 - KopieDas Quartett  bot naturgemäß ein wirklich toll zusammengestelltes Programm aus ihren beiden bisherigen, absolut empfehlenswerten Alben „Straw In The Wind“ (u. a. mit „Wild & Blue“, „Whatever It Means To You“, „Straw In The Wind“, Axe“) und „Old News“ („All Of These Years“, „Without You“, das grandios shuffelnde „Blind Lover“, „Compared To A Soul“) und natürlich einigen, auch auf diesen Werken integrierten, saustark interpretierten Cover-Nummern.

Die erste im Bunde war „Uncle Lloyd“ von Darrel Scott, saucool die swampige J.J. Cale-/Skynyrd-Adaption „I Got The Same Old Blues (herrlicher Gesang von Bayliss), atemberaubend die dynamische „Whipping Post“-Version, mega-emotional „Southern Accent“ (das erfreulich von Jung und Alt durchsetzte Publikum berührt mit textfestem Mitgesang den Fronter sichtlich, hymnisches Solo von Jason Cope), zu guter Letzt die Powerfassung des Black Sabbath-Klassikers „Hole In The Sky“ mit Wahnsinnsdrumming von Tooke und fetten Soli von Cope. Hammer!!!

Wäre nach den letzten Akkorden des wunderbaren „Let The Rain Come Down“ als Rausschmeißer, nicht sofort die Musik vom Band des Blue Shell erklungen – da bin ich mir sicher – hätten Wes Bayliss (auch mit zwei schönen Harp-Einlagen bei Wild & Blue“ und „I Got The Same Old Blues“), Jason Cope (mit vielen quirligen E-Gitarren-Soli), Drummer Jay Tooke (mit so einigen kraftvollen Drumpoltereien, gute Harmoniegesänge) und Johnny Stanton (immer mit sattem Groove, sporadische Harmonies) noch eine ordentliche Zusatzschicht einlegen müssen.

Besser kann man sich eigentlich nicht bei einem Debüt präsentieren. The Steel Woods haben in jedem Fall das Zeug mit Blackberry Smoke, der Allman Betts Band,  The Cadillac Three und nicht zu vergessen Robert Jon & The Wreck, dem Southern Rock hier auch, weit entfernt von jedem Mainstream,  kommerziell einen ordentlichen Schub zu geben. Die Band hat mit ihrem leicht epischen Touch, vermarktungstechnisch ein hohes Potential, sodass ich mal die Prognose wage, dass bei ihrem nächsten Besuch in der Domstadt, das wesentlich größere Luxor schon herhalten muss.

Nach dem Gig liefen wir den Burschen am Tourbus quasi in die Arme und konnten mit ihnen noch ein paar Worte wechseln. Für unser obligatorisches VIP-Bild posierten sie dann auch anstandslos (der irgendwo herumschwirrende Johnny Stanton wurde dabei kurzerhand durch ein bärtiges Double ersetzt). Wir freuen uns schon jetzt auf ein Wiedersehen. Ein Abend der Extraklasse mit The Steel Woods, der in meinen Konzert-Jahreshighlights sicherlich eine Rolle spielen wird! Southern Rock lives!

Line-up Willer:
Willer (lead vocals, acoustic guitar)

Line-up Wade Bowen:
Wes Bayliss (lead vocals, electric guitar, harp)
Jason ‚Rowdy‘ Cope (guitars)
Johnny Stanton (bass, vocals)
Jay Tooke (drums, vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

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Blue Shell Köln

Wade Bowen – Support: Jamie Freeman – 06.08.2019, Blue Shell, Köln – Konzertbericht

Bowen-haupt

Was hatte ich letztes Jahr dem Köln-Auftritt von Wade Bowen, einem meiner ganz großen Lieblingskünstler im Red Dirt-, Country Rock-Geschehen, entgegen gefiebert, der ja bekannter Weise, wie auch seine anderen Gigs hier bei uns, wegen seiner Erkrankung, dann leider abgesagt werden musste. Immerhin hielt der sympathische Texaner Wort, dass die Konzerte in jedem Fall nachgeholt werden.

Und tatsächlich, am gestrigen Abend war es endlich soweit, on top erhielten wir sogar die Gelegenheit ihn im urig kleinen, aber sehr gemütlichen Backstage-Raum des Blue Shells interviewen zu können (siehe demnächst hier in unserem Magazin). Der Besuch war für ein Debüt in der kulturell lebhaften Domstadt für einen Dienstag Abend mit um die 80 Zuschauer, ordentlich besucht. Im Country (Rock)-Genre ist in Deutschland immer noch viel Pionierarbeit zu leisten, aber es kommt dank der Labels und einiger engagierter Promotion-Agenturen langsam in Fahrt.

Zunächst präsentierte sich aber der britische Singer/Songwriter Jamie Freeman mit hintergründigen Texten (u. a. thematisierte er den aus den Medien bekannten Hochhausbrand in London mit „The Fire“, als auch seine, nicht von Rosen gebettete Kindheit „Rum And Coke“), als Alleinunterhalter mit seiner Akustikgitarre und legte den Fokus stark auf sein im Mai herausgekommenes Album „Dreams About Falling“.

Vom eröffnenden „Standing On A Star“ bis zum finalen „All In The Name“ dürfte er mit seiner authentischen Show so einige neue Freunde unter den Anwesenden erschlossen haben. Er wurde jedenfalls nach seinen Liedern, als auch am Ende, mit viel Beifall verabschiedet. Eine kurzweilige Angelegenheit.

Um 21:30 Uhr war dann der lang herbei gesehnte Moment gekommen, als sich Wade Bowen mit seinem Begleitmusiker Nick Gardner auf den bereit gestellten Barhockern, auf der wie so oft, in monotonem Rotlicht bestrahlten Flach-Bühne niederließen (Bilder deshalb leider nur in s/w). Trotz des Openers „Trouble“ waren die beiden Musiker keinesfalls auf Ärger gebürstet, sondern es sollte sich ein sehr schöner interaktiver und vor allem unterhaltsamer Gig entwickeln.

Die Chemie zwischen Publikum und Protagonisten stimmte von Anfang an, was nicht nur Bowens herrlichem Reibeisengesang geschuldet war, sondern in erster Linie seiner kommunikativen, oft von einer gewissen Selbstironie geprägten Art vor den Tracks. Da wurde viel gewitzelt und auch seitens des Publikums (es waren auch einige Amis drunter) gestichelt, zum Beispiel als das Thema Randy Rogers bei „‚Til It Does“ (vom „Hold My Beer – Vol. 1„-Werk) angeschnitten wurde.

Unter die Haut ging es, als Wade mit belegter Zunge vor „Death, Dyin‘ And Deviled Eggs“ ein paar Worte über sein ‚Seuchenjahr‘ 2018 mit der oben angesprochenen Krankheit (als er Angst hatte, seine Stimme zu verlieren) und dem Tod seines Neffen Chase erzählte.

Wurde sich am Anfang mit Tracks wie u. a. „Couldn’t Make You Love Me“ (Wade mit Harp-Einsatz), One Step Closer“, „West Texas Rain“ an die auf dem Boden liegende Setlist gehalten, wurde dann im zweiten Teil auf Zuschauerwünsche eingegangen und spontan agiert. Richtig rockig wurde es eigentlich nur bei „Fell In Love On Whiskey“, bei dem dann auch Nick Gardner an der Harp rumplusterte und auch mal mit dem Glas-Bottleneck in Slide-Manier über den Gitarrenhals schwurbelte.

Nick begeisterte vor allem mit mit seinen vielen kleinen filigranen Zwischen-Soli, erwies sich aber auch bei wenigen Stücken („Til It Does“) als kongenialer Harmoniesänger zu Wade. Ein Highlight – wie auch auf dem aktuellen Album „Solid Ground“ – war natürlich, das mit dezentem „Hotel California“-Flair in Tex-Mex-Style performte „Day Of The Dead“. Herrlich!

Mit dem von Bowen-Mentor Ray Wylie Hubbard mit erhobenen Zeigefinger abgenommenen, hochzeitskompatiblen Stück „Who I Am“ aus Wades kompositorischer Frühphase, dem Ohrwurm „Saturday Night“, und dem, mit herrlicher Hook bedachten „Sunshine On A Dreamer“, war die Akustik-Deutschland-Premiere des Texaners auch schon wie im Fluge zu Ende.

Der tosende Applaus sorgte zumindest noch mit „If We Ever Make It Home“ für einen einmaligen Nachschlag und das Versprechen, im nächsten Jahr mit kompletter Band zurück zu kehren. Somit schön zu wissen, dass auch 2020 das Bowen-Fieber wieder gesichert ist…

Line-up Jamie Freeman:
Jamie Freeman (lead vocals, acoustic guitar)

Line-up Wade Bowen:
Wade Bowen (lead vocals, acoustic guitar, harp)
Nick Gardner (acoustic guitar, slide-guitar, harp, vocals)

Bilder: Jörg Schneider
Text: Daniel Daus

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Blue Shell Köln

The Allman Betts Band – Support: OTIS – 23.07.2019, Yard Club, Köln – Konzertbericht

ABB_Haupt

Die Freude und zugleich Erwartungshaltung, war bei mir nach dem tollen Album „Down To The River“ im Hinblick auf das Konzert der Allman Betts Band in Köln, immens hoch gewesen.

Nicht nur der ungünstige Termin in den Ferien (dann jetzt auch noch die dazukommende Hitze) hatten bei mir schon im Vorfeld allerdings schon die Vermutung ausgelöst, dass trotz des Major-Vertrages, den die Burschen mittlerweile inne haben, das Buchen der Kantine, was die zu erwartenden Zuschauerzahlen betrifft, etwas ambitioniert gewesen ist.

Und so kam es dann auch, der Gig wurde, wie im letzten Jahr, auch wieder in den, in der Kantine verankerten Yard Club verlegt. Der war allerdings dann am Ende etwas besser gefüllt als 2018. Leider hatten sich dann doch viele Unentschlossene wohl für einen Gang in einen Biergarten oder den heimischen Balkon entschieden.

Diejenigen, die sich der zu erwartenden Hitzeschlacht stellten, sollten Ihre Entscheidung, gute Livemusik zu unterstützen, allerdings mehr als belohnt bekommen. Zunächst durften aber vier junge Amerikaner aus Kentucky mit Bandname OTIS zeigen, was sie drauf haben.

Im Vordergrund stand dabei ihr letztes Album „Eyes Of The Sun“, aus dem sie dann Tracks wie „Shake You“, „Washed My Hands“, „Home“, „Change“ oder „Blind Hawg“ präsentierten. Für den Nichtkenner wie mich, war ihr dezent Southern-umwobener Hard Rock (manchmal leicht an Molly Hatchet erinnernd), engagiert gespielt, mit dem Wiedererkennungswert, beziehungsweise Eingängigkeit der Lieder, haperte es jedoch ein wenig. Leider war auch der zweite Gitarrist Steve Jewell vorne soundmäßig recht schlecht auszumachen, sodass man von einem durchwachsenden Ergebnis sprechen kann.

Bedingt durch die Keyboards-, Drums-,- und Percussionaufbauten, sowie vier, sich an der Front befindliche Gitarristen, war die Bühne des Yard Clubs bei der Allman Betts Band natürlich bestens ausgelastet. Schon zu Beginn floss der Schweiß bei den Protagonisten und der Audienz in Strömen.

Standesgemäß stieg das, mit zwei Neubesetzungen im Line-up (Berry Oakley jr. und John Ginty) namentlich neu in Szene gesetzte Septett mit dem rockigen „All Night“ (Gesang Devon mit türkis-weiß farbender Flying V-E-Gitarre) in den Gig ein, dem, wie auf der CD, das von Duane Betts besungene „Shinin‘ folgte, der dann gleich seines Vaters‘ Evergreen „Blue Sky“ nachlegte, bei dem besonders, der wieder bestens aufgelegte Johnny Stachela (superb sein Slide-Spiel) in der langen Solo-Passage glänzte.

Devon huldigte die Leistungen seines Vaters Gregg dafür mit „Ain’t Wastin‘ Time No More“ auf dem Fuße. Eine „Autumn Breeze“ hätte man sich schon zu diesem frühen Zeitpunkt im Sauna-Yard Club sehnlichst herbeigewünscht, der herrlich jammige Song kam aber eher einem Aufguss gleich.

Der dritte ‚Allman Band-Sprössling‘, Berry Oakley jr., sehr sympathisch und relaxt im Spiel wirkend, hatte dann beim bluesigen John Lee Hooker-Cover „Dimples“ seinen Fronteinsatz. Spätestens ab dem fantastisch performten „Purple Rain“ hatte Devon Allman dann seine endgültige Betriebstemperatur erreicht, die allerdings zum Ende in die eines brodelnden Vulkans mündete. Aber dazu später.

Herrlich natürlich der ABB-Klassiker „Jessica“ (ohne Devon), bei dem sowohl Betts und Stachela mit ihren filigranen Gitarrenkünsten aufwarteten, aber auch der viel beschäftigte Ginty (u. a. auch Dixie Chicks, Santana) in der Piano-Passage und John Lum, als auch R. Scott Bryan eine fulminante Rhythmusdynamik entfachten.

In seiner Pause schien schien der Allman-Sohnemann von einer Tarantel Besuch bekommen zu haben. Nachdem er den Schluss von „Jessica“ noch relativ entspannt am Bühnenrand verfolgt hatte, war er in der emotionalen Schlussphase mit Stücken wie „Good Ol‘ Days“ (vom neuen Album), dem Petty Song „You Got Lucky” sowie dem furiosen Instrumental aus seinen Honeytribe-Zeiten „Mahalo“ (hier mit brillanter E-Gitarrenarbeit), nicht mehr zu bremsen. Er ging quasi in allen Belangen, ab wie ein Zäpfchen.

Als dann der herrliche Titeltrack des aktuellen Werkes „Down To The River“ wunderbar vom Publikum im Refrain mitgesungen wurde, schien er sich aber wieder halbwegs beruhigt zu haben.

Als es dann allerdings bei den Zugaben „Southern Accents“ und dem für ihn hochemotionalen „Long Gone“ (in dem die verstorbenen Southern Rock-Helden gewürdigt werden) fortwährende Probleme mit der Halterung seines Mikroständers gab und die Roadies verzweifelt daran rumfuchtelten, on top noch eine Saite seiner Akustikgitarre riss, rastete der charsimatische Fronter förmlich aus (ok, ein bisschen Show war vermutlich auch dabei) und schmiss den Ständer fuchsteufelswild zu Boden. Die Roadies taten mir in Erwartung der fälligen Predigt etwas leid.

Am Ende war aber angesichts des tosenden Applaus (übrigens auch viele Standing Ovations während der Show) des Publikums und der grandiosen musikalischen Leistung, alles wieder in Butter und das ABB-Kollektiv verabschiedete sich vom begeisterten Yard Club-Publikum mit mehrfachen Verbeugungen.

Fazit: Das Konzert, stellte gegenüber denen des Vorjahres in Dortmund und an gleicher Stelle, die ja nun wahrlich schon richtig gut waren, dank der tollen Stücke des neuen Albums, der elektrisierenden Atmosphäre, nicht zuletzt durch die leidenschaftliche Performance von Devon Allman, nochmals eine Steigerung dar, die eigentlich ein volle Kantine verdient gehabt hätte. Aber bis soweit ist, wird, so mutmaße ich mal, doch noch einiges an Wasser den Rhein runter laufen.

Recht hat Devon, mit der Bitte, jeweils 10 Bekannten eines jeden Anwesenden, auszurichten  dass sie etwas verpasst hätten  (in freier Übersetzung, in Wirklichkeit sagte er allerdings so was wie „tell them that they are fucked up“…). Und in der Tat, wer nicht da war, hat im wahrsten Sinne des Wortes einen der heißesten Gigs des Jahres sausen lassen.

Line-up: OTIS
Boone Froggett (lead vocals, electric guitar, slide guitar)
Steve Jewell (electric guitar, slide guitar, vocals)
John Seeley (bass, vocals)
Andrew Gilpin (drums)

Line-up: The Allman Betts Band
Devon Allman (lead vocals, electric guitar, acoustic guitar, vocals)
Duane Betts (lead vocals, electric guitar, acoustic guitar, vocals)
Johnny Stachela (electric guitar, slide guitar)
Berry Oakley jr. (bass, lead vocals, vocals)
John Lum (drums)
John Ginty (keys, vocals)
R. Scott Bryan (percussion, vocals)

Bilder: Jörg Schneider
Text: Daniel Daus

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Yard Club Köln

UFO – 20.06.2019, Kantine, Köln – Konzertbericht

UFO_haupt

Im Rahmen der ‚Last Orders‘-Tour kamen UFO an einem frühsommerlichen Abend auch in die Kantine im Kölner Norden. Diese Tour zum 50-jährigen Bandjubiläum, bildet, wie der Name es schon suggeriert, vermutlich den Abschluss einer der erfolgreichsten englischen Hard Rock-Vertreter der ersten Stunden. Somit kam aus diesem Grund eine gewisse Wehmut auf, aber auch, weil Paul Raymond, langjähriger Keyboarder und Gitarrist der Band, kurz nach den ersten Auftritten überraschend verstorben war und zunächst nicht klar war, ob fortgesetzt werden würde.

In einem Statement vor einigen Wochen wurde dann aber mitgeteilt, dass es im Sinne Raymonds, einem absolut sympatischen Musiker und Menschen, weitergeht. An den Keyboards und der Gitarre sprang Neil Carter ein, der schon 1980 -1983 bei UFO spielte.

Kurz nach 20:00 Uhr dunkelte sich die Halle ab und es erklangen die Töne des Alex Harvey-Klassikers „Faith Healer“, um dann das Tourlogo hell anzustrahlen: Ein im Zentrum stilisierter Kronkorken samt Logo, dem Tourtitel und der Zeitspanne des Bestehens. Daneben strahlte ein Spot auf eine Glocke, die auf einem der Verstärker platziert war und diese letzte ‚Bestellung‘ der Fans eingeläutet wurde.

Nachdem das Quintett die Bühne betreten hatte und Moog kurz die Fans begrüßt hatte, ging es direkt hardrockend mit „Mother Mary“ los. Andy Parker an den Drums und Rob de Luca erzeugten einen hämmernden Rhythmus in die Kantine, in der der Sound laut, aber differenziert ausgesteuert war. Moore legte furiose Soli hin und zeigte sich, wie die anderen Mitglieder, bestens gelaunt und spielfreudig.

Unterstützt wurde er zunächst von Neil Carter, der zumeist als Rhythmusgitarrist fungierte, später aber auch starke Keyboardpassagen beisteuerte. Über den mittlerweile 73-jährigen Phil Mogg kann man nur staunen. Drahtig und charismatisch zeigte der Fronter, dass man auch in seinem Alter noch die Töne entsprechend treffen kann und man ihn, obwohl er sich demnächst zurückziehen wird, noch lange nicht zum alten Eisen zählen darf.

Nach dem Klassiker „Mother Mary“, der auch Bestandteil des legendären „Strangers In The Night“-Livealbums war, kamen mit „We Belong To The Night“ vom 82er Album „Mechanix“ und dem relativ neuen „Run Boys Run“ von „A Conspiracy Of Stars“, zwei klassische Nummern, die für die entsprechende Stimmung in der recht gut gefüllten, aber nicht ausverkauften Kantine sorgten.

Vor dem nächsten Track stellte ein Crew-Mitglied eine Akustikgitarre an einem Ständer auf die linke Seite der Bühne, auf der sich zuvor Moore an seiner elektrischen Gitarre ausgetobt hatte. Es folgte einer der vielen Höhepunkte des Konzertes. Bei lila Licht begann Vinnie das akustische Intro von „Venus“ von „Walk On Water“ aus dem Jahr 1995, später einsetzend mit gefühlvollen Gesangspassagen, um die Ruhe des Songs immer wieder dann mit seiner E-Gitarre infernalisch zu durchbrechen.

Mit „Lights Out“ aus dem Jahr 1977, folgte ein absoluter Kracher, den viele auch wahrscheinlich als Rausschmeißer erwartet hätten. Hämmernde Bassläufe von Rob de Luca und ein Gewitter vom sehr agilen Any Parker legten eine Basis, als gäbe es kein Morgen mehr. Wenn man es so will, gingen nach dem Konzert in der Kölner Kantine, die UFO-Lichter vermutlich auch für immer aus.

Moore und Carter bespielten auf dieser Grundlage im Highspeed ihre Gitarren und zeigten, warum UFO in der damaligen Zeit einer der besten Acts ihrer Sparte waren und auch bis heute geblieben sind. Über die gesanglichen Stärken Moogs, der seine Fähigkeiten bis ins Jetzt transportiert hat, ist eingangs schon alles gesagt worden.

Zwischen den Stücken gab er den gut gelaunten Entertainer und nahm sich auch selbst mal auf die Schippe. Ich erinnere mich, als er vor einem Song etwas verwirrt tat, welcher Song denn folgen sollte und bemerkte, dass er ja zum Glück nur nach unten sauf die Tracklist am Boden schauen müsste. Vielleicht auch eine Anspielung auf sein Alter und dass es besser sei aufzuhören, bevor es peinlich wird.

Mit „Baby Blue“ von „You Are Here“ aus 2004 wurde es wieder ruhiger. Akustische Klänge von Moore, Keyboardwolken Carters, gefühlvoller Gesang und eine zurückhaltende Rhythmussektion zeichneten diesen Song in weiten Teilen aus, wobei er von Gitarrenpassagen mit balladeskem Solo von Moore durchbrochen wurde.

Danach nahm das Konzert aber direkt wieder Fahrt auf. „Only You Can Rock Me“ aus dem Jahr 1978 von „Obsession“, später auch in „Strangers In The Night“ live eingespielt, brachte die Halle zum Kochen.

Mit „Burn Your House Down“ begab sich die Briten auf einen Zeitsprung ins Jahr 2012. Wenn man den Titel des Songs sprichwörtlich nimmt, war die Band schon zu diesem Zeitpunkt auf dem besten Wege die Hütte abzubrennen. Danach ging es bis zum Ende des Gigs in die ganz früheren Phasen der Bandgeschichte.

Mit dem eher langsamen, aber trotzdem rockenden „Cherry“ wurde „Love To Love“ eingeläutet. Ich hatte hier den Eindruck, dass Carter mit seinen Blicken die Decke der Halle durchbrechen wollte, um Richtung Raymonds im Himmel zu schauen, da dieser bei diesem Song früher seine eindrucksvollsten Passagen hatte.

Diese zum Teil träumerisch vorgetragene Ballade entwickelte sich im Laufe des Liedes in eine Härte, die ich zuvor bisher so nicht wahrgenommen hatte. Absolute Spitzenklasse, mit welcher Dynamik die Band ihre Instrumente dabei bearbeitete. um immer wieder beim eigentlichen Grundrhythmus des Songs wieder anzukommen. „Makin‘ Moves“ brachte die Besucher im Highspeed in Bewegung, und wenn es nur das Bewegen des Kopfes war.

Mit dem Klassiker „Too Hot To Handle“, wurde das Ende des Konzertes eingeläutet. Die Band ließ es sich aber nicht nehmen, dem Publikum, das den Auftritt bisher frenetisch gefeiert hatte, noch eine ‚Last Order‘ zu gewähren, die mit einem galaktisch gespielten „Rock Bottom“ begann, wo sich scheinbar nicht endend, ein Gitarrensolo an das nächste reihte und auch Moog seine gut geölte Stimme noch nicht verloren hatte.

Moore bespielte seine Gitarre zum Teil über und hinter dem Kopf, Carter und de Luca trafen sich immer wieder auf der Bühne, um direkt gegenüberstehend, kurze Soli einzuwerfen oder auch zu posen. Auch Parker steuerte kurze Intermezzi bei, während Moog, der zu weiten Teilen ‚arbeitslos’war, mit seinem Mikrfonständer über die Bühne wirbelte. Topfit der ‚Alte Mann‘ des Hard Rocks!

Kein UFO Konzert, ohne dass der Arzt kommt. Schon beim ersten Ton auf der rot ausgeleuchteten Bühne, feierte das Publikum ein stark und hart vorgetragenes „Doctor Doctor“, dem zum Abschluss noch „Shoot Shoot“ folgte. Moore hatte sich zu diesem Song einen Cowboyhut auf seine wallende Mähne gesetzt und es folgte ein kräftig gespielter Rausschmeißer, in dem er zum Teil Soli spielte, die im Ansatz an klassische Sachen des Southern-Szene, Richtung Allman Brothers, erinnerten.

Nach etwa 100 Minuten war dann der letzte Song gereicht und die Halle begann sich zu leeren. Man konnte in zufriedene Gesichter blicken, die noch einmal bei einem der letzten Auftritte einer der größten Hard Rock-Bands ‚ever‘, zugegen gewesen sind. Wer die Chance hat, eines der noch folgenden Konzerte zu besuchen, sollte sich diese nicht entgehen lassen, in der eine alte Band zeigt, dass man auch mit zig Jahren auf dem Buckel, immer noch dynamisch und mit einer fast jugendlichen Spielfreude, ein Publikum begeistern kann.

Hervorzuheben ist auch der gut abgemischte Sound und ein Lichttechniker, dem es gelungen ist, passend zu Dramaturgie des Konzertes, das Bühnenbild entsprechend zu illuminieren.

Ein Dank auch an Marcus Neu von der Kantine, der mit dem Veranstalter alles regelte, sodass wir über dieses Konzert in Wort und Bild berichten konnten. In eigener Sache auch ein Dank an die Band, die nach der Show noch ein Bild von vor zwei Jahren, aufgenommen im Dortmunder Piano, zeichnete und dem Tourmanager, mit dem ich mich anschließend noch über die Entstehung des Bildes unterhielt. In dem Sinne: Bis Ende Juli in Dortmund, wo ich vermutlich den ‚Last Orders‘ von UFO nochmals nachkommen werde.

Line-up:
Phil Mogg (lead vocals)
Vinnie Moore (electric and acoustic guitars)
Rob de Luca (bass, vocals)
Andy Parker (drums)
Neil Carter (keys, guitar, vocals)

Text und Bilder: Gernot Mangold

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Jackie Venson – 18.06.2019, Yard Club, Köln – Konzertbericht

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Ich muss konstatieren, dass ich ziemlich unvoreingenommen, böse Zungen könnten auch sagen ‚unvorbereitet‘, mit dem Kollegen Mangold zum Jackie Venson-Gig in den Yard Club nach Köln gefahren bin. Nachdem sie vor geraumer Zeit bei den Austin Music Awards zur besten Gitarristin der Stadt ausgezeichnet wurde, und Austin ist in musikalischer Hinsicht nun wahrlich nicht Kleinkleckersdorf, war ich eigentlich von einer E-Gitarren-lastigen, klassischen texanischen Blues Performance ausgegangen. Um ein wenig Gefühl für die Titel ihre Lieder zu bekommen, hatte ich lediglich mal ihre jüngeren Setlisten durchstöbert.

Angekommen in der Domstadt, war schon vom Bühnenaufbau zu erkennen, dass es nur eine Zwei-Personen-Performance geben würde, allerdings war am Rande des Mikros der Protagonistin ein Sampler-Gerät positioniert (ähnliches kannten wir bereits z. B. von den Lindsay Ell-Vorstellungen), von dem Jackie dann im Verlauf des Gigs auch reichhaltig Gebrauch machte.

Was die Zuschauerzahlen an einem Dienstag in der etwas abseits des pulsierenden Kölner Lebens gelegenen Location betrifft, wurden meine bösen Vorahnungen bestätigt, es hatten sich gerade mal 30 Leute eingefunden. Nichtsdestotrotz lieferte die junge sympathische Texanerin mit ihrem blinden Drummer Rodney Hyder, eine unterhaltsame Show, bei der besonders ihre spielerischen Qualitäten an der E-Gitarre (unzählige quirlige Soli) nachhaltig untermauert wurden.

Aufgrund der vielen Synthie-Sequenzen, die sie mit dem Sampler einspielte, dem Sade-ähnlichen und auch ziemlich hall-lastigen Gesang, Phil Collins-mäßiger Drum-Intermezzi, fühlte man sich in Verbindung mit claptonesken Saiteneinlagen in die Achtziger Jahre zurückversetzt. Alben wie „August“ oder „Behind The Sun“ von Mr. Slowhand, aber auch Santana mit Sachen der Marke „Zebob“, „Shango“, & Co. aus Zeiten meines gerade beginnenden Erwachsenenalters, kamen aus den längst verborgen gedachten Sparten des Langzeitgedächtnis wieder zum Vorschein.

Auch die nicht unwesentlich eingestreuten Reggae- und R&B-Elemente, bildeten mit Vensons fulminanter E-Gitarrenarbeit eine interessante, teilweise groovige und funkige Symbiose, und ließen so manche rhythmisch-motorische Fähigkeiten, der, wie wir, überwiegend in die Jahre gekommenen Besucher, wieder aufblühen.

Jackie stieg mit Tracks wie u. a. „Mysterious“ aus diesen Stilrichtungen in den Gig ein und beendete im Zugabenteil mit Stücken wie „Lost In Time“ oder „Back To Earth“ ihr Köln-Debüt auf ähnlicher Linie.

Klar, dass vieles aus ihrem im April veröffentlichten Werk „Joy“ angeboten wurde, das, soweit es meine Notizen richtig vermerkt haben, fast komplett, bis auf ganz wenige Ausnahmen, vollständig abgearbeitet wurde (u. a. mit „Never Say Die“, „Next Life“, „Joy“, „Afterglow“).

Richtig klassisch-bluesig (rockig) wurde es eigentlich nur in einer über zwei Tracks währenden Phase mittels „Try To Believe“ und „Rollin‘ On“.

Am Ende wurde die junge Texanerin allerdings mit viel Beifall zum Merchandising-Stand entlassen, wo sie noch so einige CDs aus ihrem bisherigen Fundes veräußern konnte. Mir persönlich kam das Ganze, bei aller Sympathie und tollem Gitarrenwirken, insgesamt doch etwas zu ’synthetisch‘ rüber, ich würde die wild-gelockte Musikern zukünftig lieber gerne mal im klassischen Line-up, ergänzt um einen echten Bassisten und gegebenenfalls einen richtigen Keyboarder (ohne den technischen Firlefanz) sehen.

Line-up:
Jackie Venson (lead vocals, electric guitar, sampling)
Rodney Hyder (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Jackie Venson
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Yard Club Köln

The Sheepdogs – 10.06.2019, Yuca Club, Köln – Konzertbericht

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Nach einem starken Auftritt als Support der Rival Sons im Frühjahr kamen die Sheepdogs im Rahmen der eigenen Tour wieder in die Domstadt. Als Location wurde der Yuca Club in Köln-Ehrenfeld gewählt, was sich in mehrerlei Hinsicht als gute Entscheidung erwies.

Der mit etwa 180-200 Besuchern gut gefüllte Club in einem Bogen unter dem Ehrenfelder Bahnhof, hatte genau die richtige Größe und auch das Ambiente, mit dem erst in diesem Jahr fertiggestellten Außengelände samt mediterranen Flair, zeigte sich als Kleinod in der vielfältigen Kölner Clubszene.

Nach einem etwa 30-minütigen Auftritt der Londoner Band Creatures, deren eigenwilliger Beatmusik-Sound, z.T. mit psychedelischen Doors-ähnlichen Einschlägen, vom Publikum, wohlwollend aufgenommen wurde, betraten die Sheepdogs nach einer relativ kurzen Umbaupause die Bühne, die recht spartanisch ausgeleuchtet war.

Dafür zauberten die Kanadier aber einen vollen klaren Sound in die Halle unter den Bahngleisen. Die Band machte auch visuell deutlich, woher sie kommt. Über den Keyboards hing eine große Flagge des kanadischen Prairie-staats Sascatchewan.

Schon mit dem ersten Song „Who“ zeigte die Band in welche Richtung sich der Abend gestalten sollte. Mit zwei Gitarren, Keyboards, Drums und Bass wurde ein klasse Southern-Song auf die Bretter gelegt und die Halle war im Sturm erobert.

Im Mittelpunkt standen dabei Ewan Currie, der zu den meisten Tracks den Leadgesang beisteuerte, sowie mit starken Rhythmus- und Solo-Gitarrenspiel glänzte und Jimmy Bowskill, der in nahezu jedem Lied furiose Gitarrensoli einstreute.

Interessant waren dabei die verschiedenen Charaktere der beiden. Während Currie, passend mit Jeans und „Holzfällerhemd“ gekleidet, mit scheinbar stoischer Ruhe und Gelassenheit als Sänger glänzte und zum einen oder anderen Song eine kurze Anekdote beitrug, schien Bowskill insbesondere bei den Soli auf der Bühne zu explodieren und dabei seine goldfarbene Gibson wie ein Derwisch zu bearbeiten.

Ein Highlight war dabei gegen Ende des Sets, als er offenbarte, dass man zum Sliden keinen Bottleneck benötigt. Eine Flasche Bier tut es im Notfall auch, wobei Bowskill vermutlich die schäumende Wirkung der fast vollen Bierflasche zu unterschätzen schien. Sei es Drum, kurz nach dem Konzert schnappte sich Jimmy ein Tuch und säuberte den Gitarrenhals gründlich.

Aber auch die anderen Bandmitglieder sollten nicht außer Acht gelassen werden. Ryan Gullen am Bass, der wild hin und her wippend sein Instrument gekonnt bearbeitete, sorgte mit Sam Corbett an den Drums für eine starke Rhythmussektion. Beide unterstützten zudem mit passenden harmonischen Backgroundgesang.

Last but not least erzeugte Shamus Currie an den Keyboards in vielen Songs ein Southern-Flair der besonderen Klasse, wobei er zum Teil klanglich untermalte, aber auch tolle Soli in die Halle zauberte.

In einem Konzert, in der alle Schaffensphasen der letzten 8 Jahre gebührend in der Setlist berücksichtigt waren, jagte ein Highlight das nächste, und mehrfach wurde vom Sound her deutlich, dass die Allman Brothers unter anderen zu den Vorbildern der Band gehörten.

Es fällt schwer, einige Stücke aus diesem starken Gig hervorzuheben. Besondere Momente waren aber, als Shamus Currie die Keyboards an seinen Bruder übergab und bei „I Ain`t Cool“ und „Help Us All“ offerierte, dass auch eine Posaune geeignet ist musikalische Leadparts im Southernrock beizusteuern.

Ganz stark auch das im Allman-Stil fast schon beschwingt gespielte „Southern Dreams“ und die in ein Countrygewand gekleidete Hommage an Ihr Heimatland „Up In Canada“ mit tollen Harmoniegesängen, wechselweisen Soloparts der beiden Gitarristen und des Keyboarders. .Mit „Feeling Good“ legten die Sheepdogs einen fulminant stampfenden Rocksong hin, der auch in jedes BTO Konzert gepasst hätte.

Als man dachte, besser geht es nicht mehr, setzten die Kanadier mit „Nobody“ zum Ende des Sets noch einen oben drauf. Ewan Currie und Jim Bowskill brachten zunächst einen fast tänzelnden Sound auf die Bühne, den Shamus Currie an den Keyboards untermalte, um nach einiger Zeit als dritter Gitarrist mitzuwirken, wobei sich die Drei über mehrere Minuten mit einem Solo nach dem anderen duellierten.

Der Song hat auf jedem Fall das Zeug zu einer Art Hymne der Band zu werden. Danach verließ das Quintett unter tosendem Applaus die Bühne, um nach kurzer Zeit für zwei Zugaben zurückzukehren.

Den Anfang machte “The Way It Is“, gefolgt von der einzigen Covernummer des Abends, „Ramblin`Man“ von den Allman Brothers. Hier glänzte zunächst Bowskill als Leadsänger und zeigte, dass er im Gitarrenspiel auf einer Ebene mit den Größen der Southernrock Szene einzuordnen ist.

In den knapp 100 Minuten bewiesen die Sheepdogs, dass sie sich weder hinter den Veteranen des Southern Rocks, wie Lynyrd Skynyrd & Co., noch hinter den zur Zeit angesagten Acts wie z. B. Blackberry Smoke zu verstecken brauchen.

Wenn es der Band gelingt, insbesondere in dieser Besetzung die Spielfreude und ihr Charisma zu konservieren, braucht man um die Zukunft des Southern Rock keine Angst zu haben und es wird noch einige magische Liveabende geben, dann vermutlich aber in größeren Locations.

Ich möchte mich an dieser Stelle auch noch einmal herzlich bei Jimmy Bowskill bedanken, den ich beim Rival Sons-Gig, kennengelernt hatte, und mich dort schon zur heutigen Veranstaltung einlud und mich auf die Gästeliste setzte.

Nach dem Konzert nahm er sich nicht nur Zeit für das Erfüllen zahlreicher Autogrammwünsche, sondern hatte noch genügend Zeit mit Marcus Neu, den er schon mehrere Jahre kennt und mir über das vorausgegangene Konzert zu fachsimpeln. Es ist immer wieder schön, solch gut gelaunte bodenständige Musiker zu erleben, die sich auch nach dem Konzert noch auf die Fans einlassen.

Lobenswert war auch der gut ausgesteuerte differenzierte Sound, sowie das sehr sympathische Personal des Yuca Clubs. Das Einzige was etwas fehlte, war ein bisschen mehr Licht, sodass man das quirlige Gitarrenspiel und die Fingerfertigkeit der Musiker visuell noch besser hätte beobachten können. Dies ist nicht falsch zu verstehen und Jammern auf hohen Niveau, es war ein klasse Konzertabend und der würdige Abschluss eines schönen Pfingstwochenendes.

Ewan Currie – Guitar and lead vocals
Ryan Gullen – Bass and backing vocals
Sam Corbett – Drums and backing vocals
Shamus Currie – backing Vocals and keys
Jim Bowskill – Guitar and backing vocals

Text und Bilder: Gernot Mangold

The Sheepdogs
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Yuca Club Köln

Rockin‘ The Blues Festival, 25.05.2019, Carlswerk Victoria, Köln – Festivalbericht

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Unter dem Motto ‚Rockin‘ The Blues‘ hatte das beliebte Mascot/Provogue-Label ins Carlswerk Victoria zu Köln geladen und mit dem aufstrebenden Newcomer (zumindest noch bei uns) Kris Barras, einem seiner wichtigsten Flaggschiffe neben Joe Bonamassa und Beth Hart, Blues Rock-Ikone Walter Trout, und Ewig-Talent Jonny Lang, ein differenziertes Line-up auf die Beine gestellt.

_DSC0005Zunächst wurde jedoch kurz vor Beginn der Gewinner der handsignierten Stratocaster gekürt, die man im Rahmen des Vorverkaufs ergattern konnte. Der Inhaber der Eintrittskarte mit der Nummer 15 hatte das Glück gepachtet und bekam das Teil persönlich auf der Bühne überreicht, sicherlich ein tolles Erlebnis für ihn.

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Pünktlich um 19:30 Uhr groovten sich der reichhaltig tätowierte rauschebärtige Brite und seine Begleitcombo mit „Propane“, meinem Lieblingsstück der Band, schön bluesig in den insgesamt 30 Minuten umfassenden Gig hinein. Der Ex-Mixed-Material-Arts-Profi bewies bei seinem Solo schon direkt, dass er es nicht nur in den Fäusten hat, sondern auch sehr feinfühlig und quirlig mit den Fingern agieren kann.

Barras, den wir ja schon sowohl CD-technisch, als auch im Rahmen seiner Mitwirkung in der Super Sonic Blues Machine live, wie auch per Interview, kennengelernt hatten, spielte mit Tracks wie u. a. „Stitch Me Up“, dem Led Zep-Cover „Rock And Roll“, „Watching Over Me“ (seinem verstorbenen Vater und Musiklehrer gewidmet) oder „Hail Mary“, einen tollen Anheizer-Part.

Auch seine Mitstreiter Elliott Blacker am Bass (machte auf ‚dicke Hose‘ und setzte immer wieder seinen Muckiebuden-gestählten Körper in Szene, Josiah J. Manning an den Keys und Will Beavis am Schlagzeug, hatten ihren Verdienst am Gelingen der Barras-Präsentation. Kriss machte tolle Werbung in eigener Sache und auch für seine anstehende Headliner-Tour bei uns im September, von der wir sicherlich berichten werden. Das Publikum war begeistert.

Line-up:
Kris Barras (lead vocals, electric guitar)
Elliott Blacker (bass, vocals)
Josiah J. Manning (keys)
Will Beavis (drums)

Trout-Text

Ein wenig überraschend kam dann schon der Auftritt von Blues Rock-Legende Walter Trout, den man eigentlich als Hauptact am Schluss vermutet hatte. Trout, seit seiner Lebertransplantation, die natürlich auch vor „Almost Gone“ thematisiert wurde (er war ja acht Monate lang ans Krankenbett gefesselt, musste Laufen, Sprechen und Gitarrespielen wieder ‚von der Pike auf‘ lernen) wieder musikalisch als auch körperlich in bester Verfassung, ließ das Stimmungsbarometer nach kurzem Instrumentalintro mit „I Can Tell“ sofort in die Höhe schießen.

Er und seine urigen Mitspieler (besonders Keyboarder Teddy ‚Zigzag‘ Andreadis und der, wie eine Mischung aus John Lydon und Gene Simmons daher kommende, am Ende regelrechte Wasserfontänen ausschwitzende Johnny Griparic – ein echtes Gesamtkunstwerk dieser Mann) wurden dann von einer Welle der Sympathie und Begeisterung durch den gut einstündigen Gig getragen.

Der wohl emotionalste Moment des Festivals fand somit auch statt, als Walter nach „Me My Guitar And The Blues“ in Tränen ausbrach. Als er wieder Fassung errungen hatte, kommentierte er den Jimmy Dawkins-Song seines neuen Albums „Survivor Blues“ mit „Every time I play this song it fucks me up“. Einer der Gänsehautmomente des Abends.

„Ride ‚Til I’m Satisfied“, „Sadie“, das wüst abgehende „Playin‘ Hideaway“, „Red Sun“ (Walter appeliert an die Humanität), der launige „Bullfrog Blues“ (klasse HT-Piano von Andreadis), hießen die Stationen des Trout-Programms, wobei der Protagonist seine neue Lebensfreude, hüpfend, tänzelnd, Grimassen schneidend und sogar posend, samt seiner unzähligen E-Gitarren-Soli, zum Ausdruck brachte. Tolle mitnehmende und auch hochemotionale Show!

Line-up:
Walter Trout (lead vocals, electric guitar)
Johnny Griparic (bass, vocals)
Michael Leasure (drums)
Teddy ‚Zigzag‘ Andreadis (keys, harp, vocals)
Andrew Elt (vocals, electric guitar)

Der einstig zum Wunderkind stilisierte Jonny Lang, mittlerweile von einigen Höhen und Tiefen heimgesucht, hatte als Anschluss an Trout und als Hauptprotagonist des Dreier-Festivals, einen schweren Stand.

Dieser Bürde konnten er und seine Jungs (herrlich hier sein korpulenter auch Drummer Barry Alexander, mit seinen Armen dicker als meine Oberschenkel und den orangefarbenen Drumsticks) trotz eines engagierten Auftritts, sowohl was seine Gitarrenkünste als auch seine tolle Gesangsperformance angeht, leider nicht ganz gerecht werden.

Das Problem war das oft knallharte, eher weniger auf Stimmung gepolte, sondern auf technische Brillanz, abzielende Songmaterial und auch seine ‚hibbelige‘ Bühnenpräsenz (ständige Verrenkungen), die auf Dauer sehr viel Konzentration und Zuhördisziplin erforderten.

Highlights seines Parts waren der Slowblues „A Quitter Never Wins“, die soulige Ballade „Bring Me Back Home“ und sein Akustik-Solo-Stelldichein mit „Breakin‘ Me“, übergehend in „Lie To Me“, das dann am Ende wieder mit kompletter Band elektrisch und pathetisch ausgeklingt wurde.

Ich weiß zwar, dass es Meckern auf hohem Niveau ist, aber der an sich gute Auftritt, wäre direkt am Anfang besser platziert gewesen.

Line-up:
Jonny Lang (lead vocals, electric guitar, acoustic guitar)
Zane Carney (electric guitar, vocals)
Tyrus Sass (keyboards)
James Anton (bass)
Barry Alexander (drums)

Dem aber letztendlich nicht genug. Barras, Trout, und auch Griparic stießen bei Blues-Standard-Covernummern von BB King („Darlin‘ You Know I Love You“) und Freddie King („Going Down“) als Zugaben, in einer Jam-Session, zum Lang-Line-up dazu und ließen nochmals ein Feuerwerk an Gitarren-Soli ab, wobei Trout zum Teil in Dirigenten-Manier (zwischen Barras und Lang) seinem Status als dienstälteste Musikinstanz, in unterhaltsamer Manier nachkam. Da war dann nochmal richtig Ramba-Zamba auf der Bühne.

Ein insgesamt launiger und kurzweiliger, sehr gut besuchter und straff durchorganisierter Blues Rock-Abend mit drei sehr engagiert auftretenden Künstlern, der im nächsten Jahr, sehr gerne in diesem Rahmen weitergeführt werden darf. Danke an Mark Dehler von Netinfect Promotion und die Mascot/Provogue Label Group für die erstklassige Zusammenarbeit.

Bilder: Jörg Schneider
Bericht: Daniel Daus

Jonny Lang
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Walter Trout
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The Kris Barras Band
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Mascot/Provogue Label Group
Netinfect Promotion
Carlswerk Victoria

Thunder – Support: Massive Wagons – 03.04.2019, Kantine, Köln – Konzertbericht

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Thunder nach etwas über einem Jahr wieder in der Kantine! Köln erweist sich allerdings zunehmend als schwieriges Terrain für die britischen Hardrocker. Nachdem der Besuch schon beim letzten Mal, nicht allzu prall ausgefallen war, fanden sich am Mittwoch Abend vielleicht etwas über 200 Zuschauer zum Auftritt im Rahmen ihrer „Stand Up“-Tour ein.

Morley, Bowes & Co. zeigten sich davon allerdings ziemlich unbeeindruckt und bedankten sich bei den ‚Standhaften‘ mit einem spielfreudigen Konzert – ja man kann schon konstatieren – Thunder hatten richtig Bock!

Zunächst heizte allerdings die aus dem nordenglischen Carnforth stammende, 2009 gegründete Power Hard Rock-Combo, Massive Wagons, mächtig ein. Das Quintett um den agilen Sänger Barry Mills, 2013 Gewinner des ‚Highway To Hell-Competitions‘, das schon einige Alben herausgebracht hat und demnächst auch die Abschiedstour in Großbritannien von Lynyrd Skynyrd zusammen mit Status Quo supporten wird, präsentierte in einer guten Dreiviertelstunde u. a. Songs wie „Back To The Stack“, „Billy Balloon Head, „Tokyo“ oder „China Plates“ aus ihrem aktuellen Longplayer „Full Nelson“, der immerhin Platz 16 der UK-Album-Charts als Achtungserfolg erreicht hat.

Als sich die fünf massiven ‚Wagonführer‘ (besonders der stattliche Bassist Adam Bouskill…) mit dem kräftigen Rock ’n Roller „Fee Fi Fo Fum“ unter viel Applaus von der Audienz verabschiedet hatten, war ihre Mission als energiegeladener Appetitanreger des Hauptacts Thunder punktgenau erfüllt worden (die Bilder zum Massive Wagons-Auftritt siehe hier in einer separaten Galerie).

Nach der Umbaupause gab es mit dem AC/DC-„Thunderstruck“-Einspieler einen britisch humorvollen Beginn. „Thunder, Thunder“ ertönte es aus den Boxen und aus den Kehlen der anwesenden Zuschauer im Einklang, als die fünf erfahrenen Hard Rock-Recken auf der Bühne eintrafen, um dann mit „Loser“ sofort die Chemie zum Publikum auszuloten. Der bestens gelaunte und bombig aufgelegte Sänger Danny Bowes forderte direkt, wie auch im weiteren Verlauf, kontinuierlich Stimmung ein und bekam diese auch freudig zurückgespiegelt.

Viel trug an diesem Abend auch die gute gewählte Setlist dazu bei, die u. a. einen schönen Mix aus ihren, zum Teil balladenhaft-umwehten Paradesongs wie „Low Life In High Places“, „Don’t Wait For Me“ oder „Love Walked In“ und Power- und Mitgröltracks wie „Higher Ground“, „Backstret Symphony“ oder „I Love You More Than Rock ‘n‘ Roll“ aufbot.

Luke Morley war neben seinen beiden Akustikgitarren-Intermezzi, diesmal neben seiner hellen Stratocaster und der schwarzen Les Paul, schwerpunktmäßig mit einer bordeaux-rot-weißen Flying-V-E-Gitarre unterwegs, und lieferte zahlreiche einfühlsame, als auch quirlige Soli ab.

Ben Matthews, der leider nicht so gut zu hören war, erwies sich mit E-Gitarren-, Keyboardeinsätzen, Harmoniegesängen und als Kuhglocken-Perkussionist bei „I Love You More Than Rock ‚n‘ Roll“, als vielseitigster Akteur, während Chris Childs (auch mit Harmony vocals) und der wieder hinter seiner Schießbude verbarrikadierte kauzige Harry James (natürlich mit dunkler Sonnenbrille), ihren meist treibenden Rhythmus entfachten.

Fronter Danny Bowes war erneut die gewohnte Rampensau, Kompliment was der fast 60-Jährige immer noch an Energie aus sich und seiner Stimme herauskitzelt.

Da war es am Ende natürlich nicht verwunderlich, dass die Band ohne Verlängerung aus der Domstadt entlassen wurde. Die sympathischen Briten ließen sich nicht lumpen und es, ihrem Namen gebührend, mit dem flotten „Serpentine“ und dem herrlichen „Dirty Love“ (am Ende wieder mit launiger Publikumseinbindung), trotz der spärlichen Kulisse, abschließend nochmals ordentlich krachen.

Ein toller Gig von Thunder, besser und unterhaltsamer kann man einen Mittwoch Abend (musikalisch) eigentlich nicht verbringen!

Line-up Thunder:
Danny Bowes (lead vocals)
Luke Morley (electric and acoustic guitars, vocals)
Ben Matthews (keyboards, electric guitar, percussion, vocals)
Chris Childs (bass, vocals)
Harry James (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Thunder
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Kantine Köln

Massive Wagons – 03.04.2019, Kantine, Köln – Konzertbilder

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Zunächst heizte allerdings die aus dem nordenglischen Carnforth stammende, 2009 gegründete Power Hard Rock-Combo, Massive Wagons, mächtig ein. Das Quintett um den agilen Sänger Barry Mills, 2013 Gewinner des ‚Highway To Hell-Competitions‘, das schon einige Alben herausgebracht hat und demnächst auch die Abschiedstour in Großbritannien von Lynyrd Skynyrd zusammen mit Status Quo supporten wird, präsentierte in einer guten Dreiviertelstunde u. a. Songs wie „Back To The Stack“, „Billy Balloon Head, „Tokyo“ oder „China Plates“ aus ihrem aktuellen Longplayer „Full Nelson“, der immerhin Platz 16 der UK-Album-Charts als Achtungserfolg erreicht hat.

Als sich die fünf massiven ‚Wagonführer‘ (besonders der stattliche Bassist Adam Bouskill…) mit dem kräftigen Rock ’n Roller „Fee Fi Fo Fum“ unter viel Applaus von der Audienz verabschiedet hatten, war ihre Mission als energiegeladener Appetitanreger des Hauptacts Thunder punktgenau erfüllt worden.

Line-up Massive Wagons:
Barry Mills (lead vocals, percussion)
Adam Thistlethwaite (electric guitar, vocals)
Stevie Holl (electric guitar, vocals)
Adam Bouskill (bass, vocals)
Alex Thistlethwaite (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

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Kantine Köln

Vanja Sky – 12.03.2019, Yard Club, Köln – Konzertbericht

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Nachdem Vanja Sky, im Rahmen von Rufs Blues Caravan, bereits letztes Jahr an der Seite von Mike Zito und Bernard Allison durch Deutschland tingelte und dort auch schon überzeugte, besuchte Sie erstmals den Kölner Yard Club im Rahmen Ihrer ersten Solotour.

Die junge Kroatin, die erst seit wenigen Jahren Gitarre spielt, hatte ihr Debutalbum „Bad Penny“ im Gepäck, von dem sie auch fast jeden Song spielte und ergänzte erwartungsgemäß ihre Show mit mehreren Coversongs. Wie meist im Yard Club, der leider mit etwa 40-50 Fans nur mäßig besucht war, begann das Konzert recht pünktlich gegen 20:15 Uhr.

Vanja in einem weißen Kleid mit roten Blumen gekleidet, brachte auch durch ihre erfrischende und natürliche Art eine regelrechte Wohlfühlstimmung in den Club und interagierte immer wieder mit dem Publikum.

Mit dem Opener „Hard Working Woman“ legte Sie direkt einen feinen Bluessong aus der eigenen Feder hin. Unterstützt wurde Sie dabei von Ihrer Band, Eduard Jimmy Matesic an der zweiten Lead Guitar, der mit einigen starken Soli glänzte, Hanser Schüler an den Drums und Roger Inniss, Rufs Tausendsassa am Bass.

Dem Cream-Klassiker „Strange Brew“, den Sie gekonnt aufs Parkett legte, ließ sie mit „Do You Wanna?“, „Inside Pain“ und „Give Me Back My Soul“ drei Songs vom eigenen Album folgen, ehe Sie sich an Stevie Ray Vaughns „Pride & Joy“ wagte und mit dem selbst geschrieben „Crossroads Of Life“ einen der Höhepunkte des Konzerts folgen ließ.

Psychedelisch beginnend, steigerte sich das Stück mit hohen Wiederekennungswert in eine starke Bluesnummer, die mit dem entsprechenden Applaus belohnt wurde. Dem frühen Fleetwood Mac Klassiker „Oh Well“ gab Sie mit Ihrer Stimme eine ganz eigene Note.

Schön war dabei, wie die Band harmonierte, Vanja sich immer wieder zu Matesic begab, um sich in Soli zu duellieren oder, Seite an Seite mit Inniss stehend, performte. Beiden, wie auch dem Drummer Hanser Schüler war anzumerken, mit welchem Spaß sie bei der Sache waren und sie die positive Stimmung aus dem Publikum aufnahmen.

Danach legte Sky die elektrische Gitarre für einen Song auf Seite und spielte eine gefühlvolle Version des Traditionals „House Of The Rising Sun“, das durch die Animals bekannt wurde. Dies tat sie in einer solch intensiven Art, dass ihre Begleiter mit geschlossenen Augen, scheinbar träumend, in den Song einsetzten.

Hanser bewies hier, dass er neben dem druckvollen Schlagzeugspiel auch mit viel Ruhe und Gefühl sein Instrument spielen kann, um so nicht die traumhafte Atmosphäre zu zertrümmern und nur leichte Akzente zu setzen.

Dem bluesigen „All Night“ folgten das rockige „Don‘t Forget To RnR“ und das Black Crowes-Cover „Twice As Hard“, in dem alle Musiker tolle Soli einbrachten. Besonders hervorzuheben ist hier das mehrminütige Agieren von Roger Inniss an seinem 6-Saiter, bei dem er eindrucksvoll offenbarte, was aus diesem Instrument mit dem nötigen spielerischen Können heraus zu holen ist.

Mit dem leicht balladesken „Married Man“ gab Sky dann Einblicke in Ihr Seelenleben. Schön war zu sehen, wie das Publikum diesen speziellen Moment wahr nahm und scheinbar anmutig lauschte, so auch Inniss, der erst später mit seinem Bass einsetzte.

Gegen Ende des Konzertes legte Sie mit „Bad Penny“, dem ganz stark interpretierten, „Going To My Hometown“, bei dem Matesic sie an der Mandoline begleitete und „Shadow Play“, drei Songs ihres Idols Rory Gallagher hin.

Es mündete darin, dass Sie selbst, auf der Bühne liegend, ihre Gitarre bespielte und Matesic ihr anschließend ganz im Stile eines Gentlemans, wieder aufhalf.

Nach einer eigenwilligen, gesanglich starken Version von „Whole Lotta Love“ gab es als letzten Song noch eine hart rockende Version des Troggs Klassikers „Wild Thing“ und die Band verabschiedete sich vom gut mitgehenden Audienz.,

Der anhaltenden Applaus dafür sorgte, dass mit einem stark vorgetragenen, groovenden „Hit Me With The Blues“ einer der stärksten Songs, die fällige Zugabe bildete. Nach etwa 90 Minuten war der gelungene Auftritt der Nachwuchskünstlerin beendet.

Sicher gibt es noch die eine oder andere Ecke glatt zu schleifen, aber in punkto Publikumsnähe, positiver Ausstrahlung, braucht sie sich vor wenigen in der Szene zu verstecken.

Es wird spannend, wie sich die junge Kroatin weiter entwickeln wird. Mit der Unterstützung der heutigen Musiker, ist zu erwarten, dass man in der Zukunft noch einige Positives von ihr hören wird, und sie auch bei den weiteren Konzerten der Tour, ihre Fans begeistern wird.

Ein Dank auch an Marcus Neu, der immer wieder jungen Künstlern im Yard Club die Chance gibt, sich zu beweisen. Schön wäre es, wenn dies auch besuchsmäßig mehr gewürdigt werden würde, dass dies in Zukunft entsprechend fortgesetzt werden kann.

Line Up:
Vanja Sky – Vocals, Gitarre
Eduard Jimmy Matesic – Gitarre, Mandoline
Roger Inniss – Bass
Hanser Schüler – Drums

Text und Bilder: Gernot Mangold

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