New Nektar – 09.01.2020, Yard Club, Köln – Konzertbericht

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In den Ankündigungen für das Konzert war sichtlich von Nektar die Rede. Wenn man aber das letzte Album „Megalomania“ von 2018 sieht, fällt ins Auge, dass die Band sich nun mit New Nektar benennt. Dies mag auch sinnvoll erscheinen, da 2016 mit Roye Albrighton das letzte verbliebene Gründungsmitglied verstorben war.

Von der damaligen Besetzung, die sich in der fortlaufenden Historie immer wieder änderte, ist jetzt nur noch Keyboarder Klaus Henatsch im Boot, der eine schlagfertige Truppe formiert hat, die nicht nur das Erbe der in den 70er Jahren gegründeten Progrockband verwaltet, sondern sich auch mit neuen Songmaterial weiterentwickelt hat, was sich dann auch im Laufe des Konzertes zeigte.

Mit der akademischen Viertelstunde Verspätung begann die Band, in einem, für einen Donnerstag-Abend gut gefüllten Yardclub, vor einem auch altersmäßig bunt gemischten Publikum, mit dem psychedelischen „Tab In The Ocean“ vom gleichnamigen, 1972 erschienen Album, wo sich zunächst Henatsch an den Keyboards in den Vordergrund spielte, bevor der Rest der Band mit einstieg. Der Anfang des Konzertes war mit Songs wie „King Of The Twilight“ oder „Desolation Valley“ ohnehin der Frühphase von Nektar gewidmet, in der die Band auch in Amerika ihre erfolgreichste Zeit hatte.

Kennzeichnend waren die psychedelische Untermalung durch das Keyboard, eine zuweilen treibende Rhythmusarbeit durch Heike Nolden, bestens gelaunt und dauergrinsend, am Bass und Norbert „Panza“ Lehmann an den Drums, sowie zum Teil furiose Gitarrenpassagen von Alex Hoffmeister, der gesanglich von Helen Landzettel und Sandra Kawka im Background unterstützt wurde. Durch die Heterogenität der Stücke mit Rhythmuswechseln, in denen sich ruhige wie auch harte Parts abwechselten, fühlte man sich mehrfach an die frühen Genesis erinnert.

In der Mitte des Konzertes folgte mit „Dr Kool“ ein Lied, wo die Bearbeitung des Jugendwahns durch Botox kritisch hinterfragt wurde. Nektar zeichnete sich ohnehin von den Texten her schon zu Anfangszeiten, immer als sehr kritisch zu gesellschaftlichen Problemen.

Darauf folgte dann für mich mit dem rockigen „Megalomania“ eines der Highlights der Show, dem mit „Selling The World“, dem einzigen Track, bei dem Keyboarder Klaus Henatsch den Leadgesang übernahm und „Where Do We Go To“, noch weitere Stücke des 2018er Albums „Megalomania“. Hier offerierte die Band, dass es sich nicht um das Verwalten alter Songs geht, sondern dass New Nektar sich mit dem Wechsel des Personals weiterzuentwickeln gedenkt.

Zum Ende des Gig legte das Sextett mit „Remember The Future Part 2“ noch einmal ein Kracher hin, wobei man es verstand, das Einstiegsriff und das Schlagzeug zu „Child In Time“ zu nutzen, um dieses dann immer wieder durch wilde, an Jimmy Hendrix erinnernde Gitarrensoli zu durchbrechen.

Nach einer langen Version „Man In The Moon“ von 1980 verabschiedete sich das Kollektiv dann vom Publikum. Wissenswert ist, dass zu den Zeiten, als der Song geschrieben wurde, ein gewisser Carmine Rojas, der danach unter anderem bei David Bowie, Rod Stewart, Joe Bonamassa und Ryan McGarvey den Tieftöner bediente, Bestandteil der Band war.

Durch frenetischen Zugabeforderungen animiert, betrat die Band dann noch einmal für den Zugabeteil die Bühne und schloss das Konzert passend mit „Good Day“ ab.

New Nektar bewies an diesem Abend in etwa 2,5 Stunden, dass alle Bandmitglieder vor Spielfreude strotzen und dass sie mit dem gelungenen Songwriting einen Bogen gespannt haben, der die alteingesessenen Sympathisanten nicht vergisst, aber auch neue Fans hinzugewinnen möchte. Man darf neugierig sein, wie es mit der Band weitergeht, die spätestens 2016 nach dem Tod von Roye Albrighton, dem auch ein Song gewidmet war, vor dem Ende stand, aber durch die Beharrlichkeit von Klaus Henatsch, der mit Alex Hofmeister einen passenden Ersatz fand, wiederbelebt wurde.

Dass die Geschichte weitergeschrieben wird, scheint sicher zu sein, da man zu jedem Zeitpunkt merkte, wie die Bandmitglieder aus der positiven Resonanz der Besucher Energie zogen, welche sich dann in ihrer Spielfreude entlud.

Ein besonderer Dank geht neben New Nektar für den schönen Abend, an Markus Neu vom Yardclub, sowie Mike Mouser von On Stage Promotions, für die, wie immer problemlose Akkreditierung.

Line Up:
Alex Hoffmeister: Guitar, lead Vocals
Heike Nolden: bass, violin, vocals
Norbert „Panza“ Lehmann: drums, vocals
Klaus Henatsch: Keys, vocals
Helen Landzettel: Vocals
Sandra Kawka: Vocals

Text und Bilder: Gernot Mangold

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Yard Club Köln

Ana Popovic – 08.12.2019, Club Volta, Köln – Konzertbericht

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Im Vergleich zu bisherigen Konzerten die ich bisher von ihr besucht habe, hat Ana Popovic im gut gefüllten Club Volta, ihre Begleitband aus dem letzten Jahr, um eine Bläsersektion erweitert.

Nach der im Musikgeschäft üblichen akademischen Viertel-Stunde betrat die Band zunächst ohne Ana Popovic die Bühne und legte jammend los. Popovic stieß dann unter den Applaus der Besucher nach einigen Minuten hinzu und stieg in diesen Shuffle mit ein.

Neben alten Songs präsentierte Popovic auch einige Stücke des aktuellen Albums „Like On The Top“, in dem es vielfach um die Rolle der Frau u. a. in der Musikszene geht, was sich auch in den Ansagen widerspiegelte. Sie meinte, dass es deutlich mehr Geschlechtsgenossinnen wagen sollten, gegen die insbesondere im Blues scheinbare, männliche Übermacht, die Gitarre in die Hand zu nehmen.

Vom Stil her hat Popovic sich selbst ein klein wenig vom klassischen Blues entfernt, was aber nicht als Kritikpunkt zu verstehen ist. Schon während der Touren in den letzten Jahren implementierte sie jazzige, funkige und soulige Elemente, wie auch un diesem Abend, im Kölner Volta Club.

Die Bläser verliehen dabei dem Sound einen gewissen Bigband Charakter und Ana lieferte sich einige Duelle mit ihnen, die mit berechtigten Szenenapplaus bedacht wurden.

Burns am Bass gab einen teilweise stampfenden aber auch funkigen Unterton in den Rhythmus und begeisterte mit einigen Soli und als Begleiter von Kelley bei dessen starken Solopart an den Drums. Michele Papadia bediente wie gewohnt seine Keys, wobei er bei manchen Passagen scheinbar auf die Tasten einzuschlagen schien. Last but not least war da natürlich noch die eigentliche Protagonistin des Abends.

Angesteckt von der guten Stimmung im Volta Club zeigte die gebürtige Serbin, ihre Fähigkeiten als Entertainerin, aber auch als starke Gitarristin. Ihrem Treiben sah vom Merchandisingstand nicht ohne, in diesem Fall berechtigten Stolz, ihr Vater Milton Popovic, im Takt der Musik mitgehend, zu.

Nach etwa 90 Minuten legte das Sextett ein furioses Medley hin, in dem alle Musiker ihre Parts hatten und Popovic dann mit großem Applaus die Bühne verließ, während der Rest der Band noch über Minuten weiter jammte. Der Soundmischer war, ebenso wie das Publikum, so begeistert von diesem Track, dass er in der Annahme, jetzt könne nichts mehr kommen, schon kurz nach dem Finale, das Konzert mit Musik vom Band beendete und auch das Saallicht erhellte.

In einem Gespräch später mit Keyboarder Michele Papadia sagte dieser, dass eigentlich noch ein Song geplant war, wo dann auch Ana wieder gekommen wäre. Sei es drum, auch ohne diese ‚verpasste‘ Zugabe war es ein starker Auftritt, der auch entsprechend vom Publikum gewürdigt wurde, in dem auch einige jüngere Musikfans vertreten waren, was leider im Bluesgenre meistens viel zu wenig der Fall ist.

Nach der Show stand Popovic und ihr Vater, der den Besuchern auch aus einem gemeinsamen Album mit der Tochter bekannt war, noch für Smalltalk und das Erfüllen von Autogrammwünschen geduldig und bestens gelaunt zur Verfügung.

Ein Dank auch an Manuel Banha von 2GetherConcert für die sehr kurzfristige problemlose Akkreditierung für diesen Abend.

Line-up:
Ana Popovic (lead vocals, electric guitar)
Cory Burns (bass, vocals)
Jerry Kelley (drums)
Michele Papadia (keys, vocals)
Claudio Giovagnoli (saxophone)
Davide Ghidoni (trumpet)

Text und Bilder: Gernot Mangold

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Club Volta
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Peter Pankas jane – 03.11.2019, Yard Club, Köln – Konzertbericht

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Die Krautrocklegende Peter Pankas jane spielte im vergleichsweise gut gefüllten Yard Club, was umso bemerkenswerter war, da in der Kantine nebenan Fischer Z vor ausverkauften Haus spielte.

In den mittlerweile fast 50 Jahren, der einstigen Urtruppe, kam es zu vielen Umbesetzungen aus verschiedensten Gründen. Nach dem Tod von Peter Panka 2007 und Charly Maucher in diesem Sommer ist in der jetzigen Formation kein Gründungsmitglied mehr im Line-up, die auf dessen Wunsch aber mit seinem Namen weitermachten.

Mit Klaus Walz und Achim Poret sind aber zwei Urgesteine dabei, die die Bandgeschichte mit prägten und vorher Teil der Band Epitaph waren. Mit Holger Coolyard am Bass und Gesang, Corvin Bahn an den Keyboards und Vocals sowie Niklas Turmann gibt es eine Blutauffrischung, welche der Band sichtlich gut tut und bei den „Alten Herren“ noch einmal neue Energien frei zu setzen scheint.

Schon mit Beginn des ersten Songs „Just More Words“ wurde die Richtung festgelegt. Bahn bearbeitete seine Keyboards und Orgel sowie den Moog Synthesizer schon im Intro, womit ein psychedelischer Ritt über etwa zwei Stunden begann. Walz und Turmann wechselten sich mit Gitarrensoli ab. Poret an den Drums und Coolyard am Bass legten eine satte Rhythmusgrundlage. Im ersten Song übernahm Coolyard die Leadvocals und vom ersten Moment sprang der Funke von der Band aufs Publikum über, was wiederum deren Spielfreude explodieren ließ.

Beim Klassiker „Fire, Water, Earth And Air“ übernahm dann Turmann zunächst das Frontmikro, der auch stimmlich sehr dem Original gleichkam. Wie fast bei jedem Stück lieferten Walz und Turmann z. T. exstatische Soli ab, die für Standing Ovations bei den Fans sorgten. Bei den folgenden „Tomorrow“ und „Grown“ änderte sich an der Grundausrichtung nichts.

Bahn umhüllte die Tracks teilweise mit klaren Keyboardklängen, aber auch mit wabernden Synthesizer-Klängen mit einem psychedelischen Mantel und Walz und Turmann tobten sich mit zum Teil harten Soli aus. Immer wieder konnten Parallelen zu den alten Pink Floyd erkannt werden, Cooyard hatte vielleicht nicht umsonst ein Shirt der Briten an und beim Gitarrenspiel von Turmann hatte man zuweilen das Gefühl, ein David Gilmour würde auf der Bühne stehen.

Bei „Daytime“ kam es zu einem emotionalen Moment, als Walz vom Tod Mauchers berichtete und den Song eben diesem widmete, da dieser ihn so gerne spielte. Einer ausgiebigen Version von „Windows/Spain“ folgte einer der absoluten Höhepunkte des Konzertes. Beim Instrumental „Auroville“ ließ Turmann zunächst seine Gitarre regelrecht sprechen, um mit der Band ein Stück auf die Bühne zu bringen, welches auch in jeden Floyd-Gig gepasst hätte.

„Fly Away“ konnte sprichwörtlich auch für einige Fans genommen werden, die scheinbar in sich gekehrt in den Weiten der Musik davon flogen.
Das zur Jahreszeit passende „Out In The Rain“ und das peppige „Waiting For The Sunshine“ läuteten das Ende des Konzertes ein. Eine Hammer-Version von „Hangman“, mit monströsen Intro und scheinbar nicht endenden Gitarrensoli zwischendurch, beendeten den Hauptteil des Konzertes.

Die Fünf ließen sich jedoch nicht lange bitten und folgten den Zugabeforderungen gerne, um mit „Here We Are“ und „So So Long“ zwei Raußschmeißer nachzulegen, die den Abend gelungen abrundeten. In die Bandvorstellung integrierte Walz auch noch Danksagungen an die Soundtechnik und an Markus Neu von der Kantine/Yardclub, denen ich mich an dieser Stelle auch nur anschließen möchte.

Guter Sound, tolles Licht und eine bestens aufgelegte Band sorgten für zwei unterhaltsame Stunden, die manchen Besucher noch einmal in seine Jugendzeit zurückgeführte. Wer auf psychedelische progressive (Krautrock) Musik steht, wird bei Peter Pankas Jane bestens bedient.

Line Up:
Klaus Walz – Gitarre, Vocals
Corvin Bahn – Keyboards, Vocals
Niklas Turmann – Gitarre, Vocals
Achim Poret – Drums
Holger Coolyard – Bass, Vocals

Text und Bilder: Gernot Mangold

Peter Pankas jane
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Yard Club Köln

The Sisters Of Mercy – Support: A. A. Williams – 14.10.2019, E-Werk, Köln – Konzertbericht

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Ein Konzertreview zu einem Sisters of Mercy Konzert mag auf den ersten Blick widersinnig erscheinen. In Sounds Of South habe ich die Möglichkeit, einige Reviews einzubringen, die nicht dem eigentlichen Genre des Magazins entsprechen, was die Toleranz des Magazins zeigt (die wird hier allerdings tatsächlich an ihre absoluten Grenzen geführt, Herr Mangold! – Anm. der Red.).

Am Rande eines Konzertes von John Illsley sagte uns dieser mal in einem Gespräch, dass er eine Unterteilung in Sparten oft skeptisch sieht. Wichtig ist, dass Musik gut gemacht ist und gefällt.

Dies sind Gründe, dass der düstere Sound der Sisters of Mercy hier auftaucht. Ein anderer ist der, dass mit Wayne Proctor ein guter alter Bekannter an den Drums vom Support A. A. Williams saß, den ich noch vor wenigen Wochen Schlagzeug bei Ash Wilson vortraf. Hier schon einmal ein Dank an Wayne, der über das Tourmanagement einen Fotopass für mich besorgte.

Schon weit vor 19:00 Uhr hatte sich bei schönsten Spätsommerwetter eine lange Schlange von Fans vor dem E-Werk gebildet, in der sich vom Punk bis zum Normalo alles wiederfand. So war es nicht verwunderlich, dass das ausverkaufte E-Werk schon rappelvoll war, als die Vorband A.A. Williams pünktlich um 20.00 Uhr ihren etwa 40-minütigen Auftritt begann.

Im Trio mit Williams, die zwischen elektrischen und akustischen Gitarren sowie den Keyboards wechselte, Wayne Proctor an den Drums und Tom Williams am Bass, wurden die Besucher in eine melancholisch träumerische Welt entführt. Dies wurde auch von der Lichtinszenierung unterstützt, wo vornehmlich rote Lichter, nebelumwabbert die Hintergrundkulisse bildeten, die nur vom Frontallicht auf die Sängerin durchbrochen wurde.

Passend zum Eingangssong „Cold“ erschien das grell angestrahlte Gesicht von Williams eiskalt. Nachgelegt wurden das melancholische „Love & Pain“ und „Terrible Friends“, deren Titel durch die zum Teil sphärisch wirkende Musik verstärkt wurden. Insgesamt waren die Songs sehr getragen mit einer langsamen Grundmelodie. Proctor an den Drums und Tom Williams am Bass hatten somit nur wenig Gelegenheit, etwas Fahrt aufnehmen zu können. Nach dem letzten Song „Control“ wurde die Band freundschaftlich vom Publikum verabschiedet und hatte mit Sicherheit den einen oder anderen Fan hinzugewonnen.

Line-up A. A. Williams:
A.A. Williams – Vocals, Guitars, Keyboard
Wayne Proctor – Drums
Tom Williams – Bass

Zügige Umbaumaßnahmen auf der Bühne sorgten dann dafür, dass um 21:15 Uhr Sisters of Mercy pünktlich um 21:15 ihre Show starteten. Vorweggenommen kann gesagt werden, dass es von der Setlist keine Überraschungen gab, was daran liegt, dass die großen Erfolge und Hits der Band schon lange zurückliegen und in den letzten Jahren sich in Richtung Songwriting wenig getan hat.

Positiv überraschend war für mich die Performance der Band, ich erinnere mich an einen Auftritt vor einigen Jahren, der mir insbesondere vom Sound her in unangenehmer Erinnerung geblieben war. Diese wurden an diesem Abend aber weggeweht. Es war zu erkennen, dass die Musiker mit Spaß bei der Sache waren.

Die ‚alten‘ Männer“ der Band, Sänger Andrew Eldritch und Doctor Avalanche am Synthesizer (Drum und Basslinien) wurden von den beiden Gitarristen Ben Christo und Dylan Smith bestens, auch im Backgroundgesang unterstützt, sodass der für die Sisters bekannte homogene volle Sound auch zum Tragen kann. Schön war dabei auch, dass den beiden Gitarristen immer wieder die Möglichkeit gegeben wurde, sich mit ihrer harten Gangart in den Vordergrund zu spielen.

Schon mit dem Opener „More“ wurde die mit 2000 Besuchern gefüllte Halle in Stimmung gebracht und spätestens mit „Detonation Boulevard“, das schon als vierter Song kam, war einer der Höhepunkte erreicht und die Band ließ einen Klassiker auf den anderen folgen. Eventuell ist Eldritch, das einzig verbliebene Gründungsmitglied, auch gut beraten, keine neuen Songs aufzunehmen, da dieser Spirit der achtziger und neunziger Jahre vermutlich nicht mehr erreichbar ist und eher zu einer neuen Stilrichtung führt, die nicht zum eigentlichen Spirit der Band gehört. Manchmal ist es auch gut das Erbe zu verwalten und nicht zu vermehren.

Es ist schwer, einzelne Tracks hervorzuheben oder zu vernachlässigen, da die aus dem Fundus gespielten Stücke allesamt gut performt wurden und manche dem Alter oder dem Lebensstil geschuldete stimmliche Schwäche Eldritchs entsprechend von der Band im Background aufgefangen wurde. Was auf jedem Fall gelang, war den Mythos und das Feeling der Songs in die Halle zu transportieren, wofür das E-Werk mit seiner monumentalen Bauweise auch den entsprechenden Rahmen bildete. Besonders gut kamen beim Publikum Lieder wie „Marian“, „Dominion/Mother Russia“, „Flood II“ und „Vision Thing“ an“, die einige zum Mittanzen und Mitsingen animierten.

Höhepunkt des Konzertes waren natürlich die letzten Zugaben, „Temple Of Love“ und „This Corosion“, die nicht umsonst an das Ende der Show gesetzt wurden. Stimmungsmäßig und auch von der Dynamik her, wäre danach jedes Stück im Prinzip verloren gewesen.

Es ist den Sisters of Mercy, aber auch A.A. Williams als Support gelungen, das Publikum auf eine Zeitreise in die achtziger und neunziger Jahre mitzunehmen und aufzuzeigen, was in der Bandbreite von Punk, Gothic und Hard/Heavy-Rock, alles möglich ist. Wenn man die Besucher während des Konzertes beobachtet hat, ist dies den Bands auch ganz gut gelungen und einige Jünger der Sisters werden mit Sicherheit schon dem nächsten Auftritt der Mannen um den mittlerweile sechzigjährigen Eldritch entgegenfiebern.

In einem Bericht einer Kölner Zeitung wurde allerdings ein Szenario beschrieben, weshalb sich die Band nach diesem Auftritt nicht zu wundern braucht, wenn beim nächsten Mal die Besucher ausblieben. Man begründete dies mit wenig nachvollziehbaren Argumenten. Die Lautstärke wäre zu hoch gewesen. Zugegeben es war kein Kammerkonzert und es war lauter als im Kölner Tanzbrunnen, aber der Tinnitus, den man nach manchen Konzerten hat, blieb mir hier erspart.

Ach ja und der böse Nebel auf der Bühne. Ich erinnere mich an einen Fotografen, der vor Jahren über diesen auf der Bühne schimpfte, weil man keine schönen Bilder machen kann. Dass Licht und Nebel in Verbindung, Stimmungseffekte abgeben, gerade bei dieser Art von Musik, wurde leider vergessen.

Dass der Bühnenaufbau nur aus zwei Computern bestand, ist auch frech zu behaupten. Die ‚Computer‘ waren die Synthesizer, welche die Band schon lange und bewusst einsetzt. Und die bösen Gitarristen, die einfach nur breitbeinig dastehen. Nein sie haben sich auch bewegt und mir zwischendurch sogar Richtung Kamera zugeblinzelt.

Und auch im Gesicht von Eldritch konnte ich kein Desinteresse ablesen und ich stand für vier Songs z. T. nur etwa 1-2 Meter von ihm entfernt. Wenn ich Konzerte erleben will, wo ich ein Bühnenszenario habe, welches an Reizüberflutung grenzt, sollte man zu Konzerten gehypter Pop- und Schlagersternchen gehen, dort wird man diesbezüglich bestens bedient.

Ein Dank an Wayne Proctor und FKP Scorpio Promotion für die unproblematische Akkreditierung, hervorzuheben ist auch die Soundtechnik, die einen differenzierten und auch von der Lautstärke wohltemperierten Sound in die Halle brachte und an den Lichttechniker, der mit seiner Gestaltung die Dramaturgie der Musik visuell entsprechend unterstützte.

Auffallend war auch das freundliche und fixe Team hinter den Tresen und die wirklich sehr zurückhaltende und stets freundlich gestimmte Security, die auch einen positiven Einfluss an dem friedlichen stimmungsvollen Ablauf der Veranstaltung hatte.

Line-up Sisters Of Mercy:
Andrew Eldritch – Vocals
Doctor Avalanche – Synt (Bass und Drumspuren)
Ben Christo – Gitarre, backing vocals
Dylan Smith – Gitarre, backing vocals

Text und Bilder: Gernot Mangold

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FK Scorpio
E-Werk

Old Dominion – Support: Jordan Davis – 07.10.2019, Live Music Hall, Köln – Konzertbericht

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Country-Pop-Time in Köln! Im Rahmen der SOUND OF NASHVILLE-Reihe präsentierte Semmel Concerts Entertainment mit der ACM Group Of The Year, Old Dominion und dem Support Jordan Davis, eine auf diesem Gebiet außergewöhnlich starke Konstellation.

Gut 600 begeisterte Fans hatten den Weg in die Live Music Hall angetreten und sollten ihre Entscheidung nicht bereuen. Schon der aus Shreveport, Louisiana, stammende Opener Jordan Davis sorgte in seiner halben Stunde Spielzeit für eine ausgelassene Stimmung und konnte mit seinen beiden Mitstreitern voll überzeugen.

Er präsentierte Stücke aus seinem Debüt-Album “Home State“ wie u. a. Tough To Tie Down“, „Take It From Me“, „Slow Dance in A Parking Lot“ , Leaving New Orleans” und natürlich seine Erfolgssingle “Singles You Up” (zum Abschluss), plauderte und sang aus seinem Privatleben („I Met My Wife In A Bar“), gab Ausblick auf neue Sachen („Need Tonight“) und mimte so gar den Southern Rocker beim Black Crowes-Klassiker „Hard To Handle“.

Was mir persönlich sehr gut gefiel war, dass der rauschebärtige Protagonist, entgegen zu seinem recht ‚glatt gebügelten‘ Album, viel ‚organischer‘, ja man kann schon sagen, in guter Singer/Songwriter-Manier rüberkam. Nicht zuletzt auch ein Verdienst des feinfühlig unterstützenden E-Gitarristen Dylan Williams und seines Drummers Bryce Rodgers. Das Trio um Jordan Davis wurde verdienter Maßen mit viel Applaus in die Katakomben der Halle verabschiedet.

Line-up Jordan Davis:
Jordan Davis (vocals, acoustic guitar)
Bryce Rodgers (drums)
Dylan Williams (electric guitar, vocals)

Nach gut halbstündiger Umbaupause ließen die ‚Backstreet Boys‘ des New Country, Old Dominion, dann ein Feuerwerk an eingängigen und stark performten Pop-(Rock)-Songs ab, wobei sich der Countryanteil, wenn man ehrlich ist, eher im sehr marginalen Bereich bewegte.

Die blendend aussehenden Burschen (für jeden Mädel-Geschmack war etwas dabei) zogen demnach natürlich einen immensen weiblichen Anhang in die Halle, als wir bei unseren etatmäßig besuchten Southern Rock- und Blues Rock-Gigs gewohnt sind (da trifft man in der Regel überwiegend ältere Männer….).

Bereits schon mit dem melodisch griffigen Eröffnungstrio, bestehend aus „Snapback“ (mit integrierten Ohohoh-Gesängen), „Hotel Key“ und „Be With Me“ hatten sie die Audienz auf ihre Seite gezogen. Ihre sympathische Präsenz, aber auch das spielerische Können (viele Wechsel an den Instrumenten), als auch die sicher sitzenden Harmoniegesänge der Beteiligten, trugen ihr Übriges zum Gelingen der Show bei (übrigens auch ein ganz ausgezeichneter Sound).

Über Tracks wie u. a. „Said Nobody“, One Man Band“, „Nowhere Fast“ (dezenter Tracy Chapman-Touch), “Break Up With Him” und meinem Lieblingslied des Abends, das grandiose “Midnight Mess Around“ (herrliche Soli von Tursi) ging es in eine Semi-Akustik-Session, in der die drei ‚Anführer‘ Matthew Ramsey, Trevor Rosen und Brad Tursi (erinnerte mich ein wenig an Jason Isbell) über ihren persönlichen musikalischen Werdegang in Nashville referierten (nachdem sich  alle getrennt von einender auf den Weg dorthin gemacht hatten).

Der führte zunächst über das Songwriting für uns allseits bekannte Interpreten wie Craig Morgan, The Band Perry, Tyler Farr, Dierks Bentley, Blake Shelton oder Michael Ray, bis man, jeder für sich,  mit letztendlichen No. 1-Hits wie „Wake Up Loving You“, Better Dig Two“, „A Guy Walks Into A Bar“, „Say You Do“, „Sangria“, „Make You Miss Me“, „Light It Up“, „One That Got Away“,  die ersten Früchte eingefahren hatte. Diese Stücke wurden dann jeweils kurz angespielt.

Danach öffneten sich peu-a-peu die Türen und auch der gemeinsame Erfolg als Old Dominion stellte sich, daraus resultierend zwei tolle Alben (das dritte kommt Ende Oktober heraus), bekannter Weise, schnell ein.

Nach diesem Intermezzo ging es nahtlos mit all den bekannten Songs wie „No Such Thing As A Broken Heart“, „Beer Can In A Truck Bed“, „Some People Do“ „Written In The Sand“, das launige „New York At Night“, “Can’t Get You” (mit Hendrix-mäßigem Intro-Infernale des überragenden Lead-Gitarristen Brad Tursi, der auch in jeder Rockband locker agieren könnte) , “Save It For A Rainy Day” bis zum finalen Track des Hauptteils „My Heart Is A Bar” (schönes Slidespiel von Tursi , wechselnde Leadgesänge) weiter, bei denen das textsichere Publikum auch reichhaltig Mitsinggelegenheit geboten bekam.

Am Ende ließ sich das Quintett nicht lange bitten und legte nochmal zwei Zugaben (u. a. mit dem in Springsteen-Manier gebrachten flockigen „Make It Sweet“) nach. Am Ende hatte wohl auch der letzte Besucher in der Live Music Hall in Köln begriffen, warum in Nashvilles Country-Pop-Sparte jetzt und in Zukunft kein Weg an Old Dominion vorbei führen wird. Die Jungs haben den Songwriting-Bogen raus, ihr musikalisches Können und Präsenz sind (zurecht) massenkompatibel (ich prophezeie beim nächsten Besuch in der Domstadt deutlich mehr Zuschauer).

Vielen Dank an Semmel Concerts Entertainment für die perfekte Unterstützung und Betreuung an diesem gelungenen Abend.

Line-up Old Dominion:
Matthew Ramsey (lead vocals, electric and acoustic guitar)
Trevor Rosen (guitar, keyboards, acoustic guitar, vocals)
Whit Sellers (drums)
Geoff Sprung (bass, keyboards, vocals)
Brad Tursi (electric guitar, vocals, lead vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

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Semmel Concerts Entertainment GmbH
Live Music Hall Köln

The Steel Woods – Support: Willer – 12.09.2019, Blue Shell, Köln – Konzertbericht

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Wow, The Steel Woods spielen bei ihrer Köln-Premiere im Blue Shell direkt vor ausverkauftem Haus. Sollte unsere Pioneersarbeit – wir hatten ja schon ihr famoses „Straw In The Wind“-Album reviewt, als die Band hier vermutlich noch so gut wie niemand kannte – etwa gefruchtet haben?

Gut, der im Bühnenbereich, wie immer, einer in typisches Rotlicht, gehüllten Dunkelkammer gleichende (zeigte selbst den Mangoldschen Hochleistungskamera-Objektiven die technischen Grenzen auf), ansonsten sehr schöne Kölner Club, ist jetzt nicht der aller größte, aber immerhin!

Zunächst durfte aber ein deutscher Singer/Songwriter namens Willer die Leute einstimmen. Der splittete seine knappe halbe Stunde in jeweils drei deutsch und drei englisch gesungene Lieder. Die erste Hälfte mit Eigenkreationen wie u. a. „Verzicht“ und „Der Moment“ erinnerte mich an den Kollegen Stoppok, nur ohne dessen humoreske Fähigkeiten.

Seine beiden englischen Neukompositionen flossen verhalten dahin, mit dem Bob Seger-Cover „Turn The Page“ gelang dem Alleinunterhalter dang guten Gesangs zumindest ein passender Übergangstrack zum Hauptact.

Fazit: Der Wille bei Willer war da, die Leistung war ok, ich persönlich brauche solche Solodarbietungen, innerhalb einer Arbeitswoche und gerade vor einem Southern Rock-Konzert, eher nicht. Er wäre vermutlich bei einem parallel am gleichen Abend stattgefundenen Roads & Shoes-Gig, besser aufgehoben gewesen.

Nach ganz schneller Umbaupause ließen The Steel Woods um ihren urig aussehenden Leader Wes Bayliss (könnte glatt als ein Nachkömmling von Hank Williams jr. durchgehen) schon mit dem hervorragenden Opener „Rock That Says My Name“ keinen Zweifel aufkommen, dass ein großartiger (New) Southern Rock-Abend in der Luft lag.

AQ2A9360 - KopieDas Quartett  bot naturgemäß ein wirklich toll zusammengestelltes Programm aus ihren beiden bisherigen, absolut empfehlenswerten Alben „Straw In The Wind“ (u. a. mit „Wild & Blue“, „Whatever It Means To You“, „Straw In The Wind“, Axe“) und „Old News“ („All Of These Years“, „Without You“, das grandios shuffelnde „Blind Lover“, „Compared To A Soul“) und natürlich einigen, auch auf diesen Werken integrierten, saustark interpretierten Cover-Nummern.

Die erste im Bunde war „Uncle Lloyd“ von Darrel Scott, saucool die swampige J.J. Cale-/Skynyrd-Adaption „I Got The Same Old Blues (herrlicher Gesang von Bayliss), atemberaubend die dynamische „Whipping Post“-Version, mega-emotional „Southern Accent“ (das erfreulich von Jung und Alt durchsetzte Publikum berührt mit textfestem Mitgesang den Fronter sichtlich, hymnisches Solo von Jason Cope), zu guter Letzt die Powerfassung des Black Sabbath-Klassikers „Hole In The Sky“ mit Wahnsinnsdrumming von Tooke und fetten Soli von Cope. Hammer!!!

Wäre nach den letzten Akkorden des wunderbaren „Let The Rain Come Down“ als Rausschmeißer, nicht sofort die Musik vom Band des Blue Shell erklungen – da bin ich mir sicher – hätten Wes Bayliss (auch mit zwei schönen Harp-Einlagen bei Wild & Blue“ und „I Got The Same Old Blues“), Jason Cope (mit vielen quirligen E-Gitarren-Soli), Drummer Jay Tooke (mit so einigen kraftvollen Drumpoltereien, gute Harmoniegesänge) und Johnny Stanton (immer mit sattem Groove, sporadische Harmonies) noch eine ordentliche Zusatzschicht einlegen müssen.

Besser kann man sich eigentlich nicht bei einem Debüt präsentieren. The Steel Woods haben in jedem Fall das Zeug mit Blackberry Smoke, der Allman Betts Band,  The Cadillac Three und nicht zu vergessen Robert Jon & The Wreck, dem Southern Rock hier auch, weit entfernt von jedem Mainstream,  kommerziell einen ordentlichen Schub zu geben. Die Band hat mit ihrem leicht epischen Touch, vermarktungstechnisch ein hohes Potential, sodass ich mal die Prognose wage, dass bei ihrem nächsten Besuch in der Domstadt, das wesentlich größere Luxor schon herhalten muss.

Nach dem Gig liefen wir den Burschen am Tourbus quasi in die Arme und konnten mit ihnen noch ein paar Worte wechseln. Für unser obligatorisches VIP-Bild posierten sie dann auch anstandslos (der irgendwo herumschwirrende Johnny Stanton wurde dabei kurzerhand durch ein bärtiges Double ersetzt). Wir freuen uns schon jetzt auf ein Wiedersehen. Ein Abend der Extraklasse mit The Steel Woods, der in meinen Konzert-Jahreshighlights sicherlich eine Rolle spielen wird! Southern Rock lives!

Line-up Willer:
Willer (lead vocals, acoustic guitar)

Line-up Wade Bowen:
Wes Bayliss (lead vocals, electric guitar, harp)
Jason ‚Rowdy‘ Cope (guitars)
Johnny Stanton (bass, vocals)
Jay Tooke (drums, vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

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Oktober Promotion
Blue Shell Köln

Wade Bowen – Support: Jamie Freeman – 06.08.2019, Blue Shell, Köln – Konzertbericht

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Was hatte ich letztes Jahr dem Köln-Auftritt von Wade Bowen, einem meiner ganz großen Lieblingskünstler im Red Dirt-, Country Rock-Geschehen, entgegen gefiebert, der ja bekannter Weise, wie auch seine anderen Gigs hier bei uns, wegen seiner Erkrankung, dann leider abgesagt werden musste. Immerhin hielt der sympathische Texaner Wort, dass die Konzerte in jedem Fall nachgeholt werden.

Und tatsächlich, am gestrigen Abend war es endlich soweit, on top erhielten wir sogar die Gelegenheit ihn im urig kleinen, aber sehr gemütlichen Backstage-Raum des Blue Shells interviewen zu können (siehe demnächst hier in unserem Magazin). Der Besuch war für ein Debüt in der kulturell lebhaften Domstadt für einen Dienstag Abend mit um die 80 Zuschauer, ordentlich besucht. Im Country (Rock)-Genre ist in Deutschland immer noch viel Pionierarbeit zu leisten, aber es kommt dank der Labels und einiger engagierter Promotion-Agenturen langsam in Fahrt.

Zunächst präsentierte sich aber der britische Singer/Songwriter Jamie Freeman mit hintergründigen Texten (u. a. thematisierte er den aus den Medien bekannten Hochhausbrand in London mit „The Fire“, als auch seine, nicht von Rosen gebettete Kindheit „Rum And Coke“), als Alleinunterhalter mit seiner Akustikgitarre und legte den Fokus stark auf sein im Mai herausgekommenes Album „Dreams About Falling“.

Vom eröffnenden „Standing On A Star“ bis zum finalen „All In The Name“ dürfte er mit seiner authentischen Show so einige neue Freunde unter den Anwesenden erschlossen haben. Er wurde jedenfalls nach seinen Liedern, als auch am Ende, mit viel Beifall verabschiedet. Eine kurzweilige Angelegenheit.

Um 21:30 Uhr war dann der lang herbei gesehnte Moment gekommen, als sich Wade Bowen mit seinem Begleitmusiker Nick Gardner auf den bereit gestellten Barhockern, auf der wie so oft, in monotonem Rotlicht bestrahlten Flach-Bühne niederließen (Bilder deshalb leider nur in s/w). Trotz des Openers „Trouble“ waren die beiden Musiker keinesfalls auf Ärger gebürstet, sondern es sollte sich ein sehr schöner interaktiver und vor allem unterhaltsamer Gig entwickeln.

Die Chemie zwischen Publikum und Protagonisten stimmte von Anfang an, was nicht nur Bowens herrlichem Reibeisengesang geschuldet war, sondern in erster Linie seiner kommunikativen, oft von einer gewissen Selbstironie geprägten Art vor den Tracks. Da wurde viel gewitzelt und auch seitens des Publikums (es waren auch einige Amis drunter) gestichelt, zum Beispiel als das Thema Randy Rogers bei „‚Til It Does“ (vom „Hold My Beer – Vol. 1„-Werk) angeschnitten wurde.

Unter die Haut ging es, als Wade mit belegter Zunge vor „Death, Dyin‘ And Deviled Eggs“ ein paar Worte über sein ‚Seuchenjahr‘ 2018 mit der oben angesprochenen Krankheit (als er Angst hatte, seine Stimme zu verlieren) und dem Tod seines Neffen Chase erzählte.

Wurde sich am Anfang mit Tracks wie u. a. „Couldn’t Make You Love Me“ (Wade mit Harp-Einsatz), One Step Closer“, „West Texas Rain“ an die auf dem Boden liegende Setlist gehalten, wurde dann im zweiten Teil auf Zuschauerwünsche eingegangen und spontan agiert. Richtig rockig wurde es eigentlich nur bei „Fell In Love On Whiskey“, bei dem dann auch Nick Gardner an der Harp rumplusterte und auch mal mit dem Glas-Bottleneck in Slide-Manier über den Gitarrenhals schwurbelte.

Nick begeisterte vor allem mit mit seinen vielen kleinen filigranen Zwischen-Soli, erwies sich aber auch bei wenigen Stücken („Til It Does“) als kongenialer Harmoniesänger zu Wade. Ein Highlight – wie auch auf dem aktuellen Album „Solid Ground“ – war natürlich, das mit dezentem „Hotel California“-Flair in Tex-Mex-Style performte „Day Of The Dead“. Herrlich!

Mit dem von Bowen-Mentor Ray Wylie Hubbard mit erhobenen Zeigefinger abgenommenen, hochzeitskompatiblen Stück „Who I Am“ aus Wades kompositorischer Frühphase, dem Ohrwurm „Saturday Night“, und dem, mit herrlicher Hook bedachten „Sunshine On A Dreamer“, war die Akustik-Deutschland-Premiere des Texaners auch schon wie im Fluge zu Ende.

Der tosende Applaus sorgte zumindest noch mit „If We Ever Make It Home“ für einen einmaligen Nachschlag und das Versprechen, im nächsten Jahr mit kompletter Band zurück zu kehren. Somit schön zu wissen, dass auch 2020 das Bowen-Fieber wieder gesichert ist…

Line-up Jamie Freeman:
Jamie Freeman (lead vocals, acoustic guitar)

Line-up Wade Bowen:
Wade Bowen (lead vocals, acoustic guitar, harp)
Nick Gardner (acoustic guitar, slide-guitar, harp, vocals)

Bilder: Jörg Schneider
Text: Daniel Daus

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The Allman Betts Band – Support: OTIS – 23.07.2019, Yard Club, Köln – Konzertbericht

ABB_Haupt

Die Freude und zugleich Erwartungshaltung, war bei mir nach dem tollen Album „Down To The River“ im Hinblick auf das Konzert der Allman Betts Band in Köln, immens hoch gewesen.

Nicht nur der ungünstige Termin in den Ferien (dann jetzt auch noch die dazukommende Hitze) hatten bei mir schon im Vorfeld allerdings schon die Vermutung ausgelöst, dass trotz des Major-Vertrages, den die Burschen mittlerweile inne haben, das Buchen der Kantine, was die zu erwartenden Zuschauerzahlen betrifft, etwas ambitioniert gewesen ist.

Und so kam es dann auch, der Gig wurde, wie im letzten Jahr, auch wieder in den, in der Kantine verankerten Yard Club verlegt. Der war allerdings dann am Ende etwas besser gefüllt als 2018. Leider hatten sich dann doch viele Unentschlossene wohl für einen Gang in einen Biergarten oder den heimischen Balkon entschieden.

Diejenigen, die sich der zu erwartenden Hitzeschlacht stellten, sollten Ihre Entscheidung, gute Livemusik zu unterstützen, allerdings mehr als belohnt bekommen. Zunächst durften aber vier junge Amerikaner aus Kentucky mit Bandname OTIS zeigen, was sie drauf haben.

Im Vordergrund stand dabei ihr letztes Album „Eyes Of The Sun“, aus dem sie dann Tracks wie „Shake You“, „Washed My Hands“, „Home“, „Change“ oder „Blind Hawg“ präsentierten. Für den Nichtkenner wie mich, war ihr dezent Southern-umwobener Hard Rock (manchmal leicht an Molly Hatchet erinnernd), engagiert gespielt, mit dem Wiedererkennungswert, beziehungsweise Eingängigkeit der Lieder, haperte es jedoch ein wenig. Leider war auch der zweite Gitarrist Steve Jewell vorne soundmäßig recht schlecht auszumachen, sodass man von einem durchwachsenden Ergebnis sprechen kann.

Bedingt durch die Keyboards-, Drums-,- und Percussionaufbauten, sowie vier, sich an der Front befindliche Gitarristen, war die Bühne des Yard Clubs bei der Allman Betts Band natürlich bestens ausgelastet. Schon zu Beginn floss der Schweiß bei den Protagonisten und der Audienz in Strömen.

Standesgemäß stieg das, mit zwei Neubesetzungen im Line-up (Berry Oakley jr. und John Ginty) namentlich neu in Szene gesetzte Septett mit dem rockigen „All Night“ (Gesang Devon mit türkis-weiß farbender Flying V-E-Gitarre) in den Gig ein, dem, wie auf der CD, das von Duane Betts besungene „Shinin‘ folgte, der dann gleich seines Vaters‘ Evergreen „Blue Sky“ nachlegte, bei dem besonders, der wieder bestens aufgelegte Johnny Stachela (superb sein Slide-Spiel) in der langen Solo-Passage glänzte.

Devon huldigte die Leistungen seines Vaters Gregg dafür mit „Ain’t Wastin‘ Time No More“ auf dem Fuße. Eine „Autumn Breeze“ hätte man sich schon zu diesem frühen Zeitpunkt im Sauna-Yard Club sehnlichst herbeigewünscht, der herrlich jammige Song kam aber eher einem Aufguss gleich.

Der dritte ‚Allman Band-Sprössling‘, Berry Oakley jr., sehr sympathisch und relaxt im Spiel wirkend, hatte dann beim bluesigen John Lee Hooker-Cover „Dimples“ seinen Fronteinsatz. Spätestens ab dem fantastisch performten „Purple Rain“ hatte Devon Allman dann seine endgültige Betriebstemperatur erreicht, die allerdings zum Ende in die eines brodelnden Vulkans mündete. Aber dazu später.

Herrlich natürlich der ABB-Klassiker „Jessica“ (ohne Devon), bei dem sowohl Betts und Stachela mit ihren filigranen Gitarrenkünsten aufwarteten, aber auch der viel beschäftigte Ginty (u. a. auch Dixie Chicks, Santana) in der Piano-Passage und John Lum, als auch R. Scott Bryan eine fulminante Rhythmusdynamik entfachten.

In seiner Pause schien schien der Allman-Sohnemann von einer Tarantel Besuch bekommen zu haben. Nachdem er den Schluss von „Jessica“ noch relativ entspannt am Bühnenrand verfolgt hatte, war er in der emotionalen Schlussphase mit Stücken wie „Good Ol‘ Days“ (vom neuen Album), dem Petty Song „You Got Lucky” sowie dem furiosen Instrumental aus seinen Honeytribe-Zeiten „Mahalo“ (hier mit brillanter E-Gitarrenarbeit), nicht mehr zu bremsen. Er ging quasi in allen Belangen, ab wie ein Zäpfchen.

Als dann der herrliche Titeltrack des aktuellen Werkes „Down To The River“ wunderbar vom Publikum im Refrain mitgesungen wurde, schien er sich aber wieder halbwegs beruhigt zu haben.

Als es dann allerdings bei den Zugaben „Southern Accents“ und dem für ihn hochemotionalen „Long Gone“ (in dem die verstorbenen Southern Rock-Helden gewürdigt werden) fortwährende Probleme mit der Halterung seines Mikroständers gab und die Roadies verzweifelt daran rumfuchtelten, on top noch eine Saite seiner Akustikgitarre riss, rastete der charsimatische Fronter förmlich aus (ok, ein bisschen Show war vermutlich auch dabei) und schmiss den Ständer fuchsteufelswild zu Boden. Die Roadies taten mir in Erwartung der fälligen Predigt etwas leid.

Am Ende war aber angesichts des tosenden Applaus (übrigens auch viele Standing Ovations während der Show) des Publikums und der grandiosen musikalischen Leistung, alles wieder in Butter und das ABB-Kollektiv verabschiedete sich vom begeisterten Yard Club-Publikum mit mehrfachen Verbeugungen.

Fazit: Das Konzert, stellte gegenüber denen des Vorjahres in Dortmund und an gleicher Stelle, die ja nun wahrlich schon richtig gut waren, dank der tollen Stücke des neuen Albums, der elektrisierenden Atmosphäre, nicht zuletzt durch die leidenschaftliche Performance von Devon Allman, nochmals eine Steigerung dar, die eigentlich ein volle Kantine verdient gehabt hätte. Aber bis soweit ist, wird, so mutmaße ich mal, doch noch einiges an Wasser den Rhein runter laufen.

Recht hat Devon, mit der Bitte, jeweils 10 Bekannten eines jeden Anwesenden, auszurichten  dass sie etwas verpasst hätten  (in freier Übersetzung, in Wirklichkeit sagte er allerdings so was wie „tell them that they are fucked up“…). Und in der Tat, wer nicht da war, hat im wahrsten Sinne des Wortes einen der heißesten Gigs des Jahres sausen lassen.

Line-up: OTIS
Boone Froggett (lead vocals, electric guitar, slide guitar)
Steve Jewell (electric guitar, slide guitar, vocals)
John Seeley (bass, vocals)
Andrew Gilpin (drums)

Line-up: The Allman Betts Band
Devon Allman (lead vocals, electric guitar, acoustic guitar, vocals)
Duane Betts (lead vocals, electric guitar, acoustic guitar, vocals)
Johnny Stachela (electric guitar, slide guitar)
Berry Oakley jr. (bass, lead vocals, vocals)
John Lum (drums)
John Ginty (keys, vocals)
R. Scott Bryan (percussion, vocals)

Bilder: Jörg Schneider
Text: Daniel Daus

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Yard Club Köln
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UFO – 20.06.2019, Kantine, Köln – Konzertbericht

UFO_haupt

Im Rahmen der ‚Last Orders‘-Tour kamen UFO an einem frühsommerlichen Abend auch in die Kantine im Kölner Norden. Diese Tour zum 50-jährigen Bandjubiläum, bildet, wie der Name es schon suggeriert, vermutlich den Abschluss einer der erfolgreichsten englischen Hard Rock-Vertreter der ersten Stunden. Somit kam aus diesem Grund eine gewisse Wehmut auf, aber auch, weil Paul Raymond, langjähriger Keyboarder und Gitarrist der Band, kurz nach den ersten Auftritten überraschend verstorben war und zunächst nicht klar war, ob fortgesetzt werden würde.

In einem Statement vor einigen Wochen wurde dann aber mitgeteilt, dass es im Sinne Raymonds, einem absolut sympatischen Musiker und Menschen, weitergeht. An den Keyboards und der Gitarre sprang Neil Carter ein, der schon 1980 -1983 bei UFO spielte.

Kurz nach 20:00 Uhr dunkelte sich die Halle ab und es erklangen die Töne des Alex Harvey-Klassikers „Faith Healer“, um dann das Tourlogo hell anzustrahlen: Ein im Zentrum stilisierter Kronkorken samt Logo, dem Tourtitel und der Zeitspanne des Bestehens. Daneben strahlte ein Spot auf eine Glocke, die auf einem der Verstärker platziert war und diese letzte ‚Bestellung‘ der Fans eingeläutet wurde.

Nachdem das Quintett die Bühne betreten hatte und Moog kurz die Fans begrüßt hatte, ging es direkt hardrockend mit „Mother Mary“ los. Andy Parker an den Drums und Rob de Luca erzeugten einen hämmernden Rhythmus in die Kantine, in der der Sound laut, aber differenziert ausgesteuert war. Moore legte furiose Soli hin und zeigte sich, wie die anderen Mitglieder, bestens gelaunt und spielfreudig.

Unterstützt wurde er zunächst von Neil Carter, der zumeist als Rhythmusgitarrist fungierte, später aber auch starke Keyboardpassagen beisteuerte. Über den mittlerweile 73-jährigen Phil Mogg kann man nur staunen. Drahtig und charismatisch zeigte der Fronter, dass man auch in seinem Alter noch die Töne entsprechend treffen kann und man ihn, obwohl er sich demnächst zurückziehen wird, noch lange nicht zum alten Eisen zählen darf.

Nach dem Klassiker „Mother Mary“, der auch Bestandteil des legendären „Strangers In The Night“-Livealbums war, kamen mit „We Belong To The Night“ vom 82er Album „Mechanix“ und dem relativ neuen „Run Boys Run“ von „A Conspiracy Of Stars“, zwei klassische Nummern, die für die entsprechende Stimmung in der recht gut gefüllten, aber nicht ausverkauften Kantine sorgten.

Vor dem nächsten Track stellte ein Crew-Mitglied eine Akustikgitarre an einem Ständer auf die linke Seite der Bühne, auf der sich zuvor Moore an seiner elektrischen Gitarre ausgetobt hatte. Es folgte einer der vielen Höhepunkte des Konzertes. Bei lila Licht begann Vinnie das akustische Intro von „Venus“ von „Walk On Water“ aus dem Jahr 1995, später einsetzend mit gefühlvollen Gesangspassagen, um die Ruhe des Songs immer wieder dann mit seiner E-Gitarre infernalisch zu durchbrechen.

Mit „Lights Out“ aus dem Jahr 1977, folgte ein absoluter Kracher, den viele auch wahrscheinlich als Rausschmeißer erwartet hätten. Hämmernde Bassläufe von Rob de Luca und ein Gewitter vom sehr agilen Any Parker legten eine Basis, als gäbe es kein Morgen mehr. Wenn man es so will, gingen nach dem Konzert in der Kölner Kantine, die UFO-Lichter vermutlich auch für immer aus.

Moore und Carter bespielten auf dieser Grundlage im Highspeed ihre Gitarren und zeigten, warum UFO in der damaligen Zeit einer der besten Acts ihrer Sparte waren und auch bis heute geblieben sind. Über die gesanglichen Stärken Moogs, der seine Fähigkeiten bis ins Jetzt transportiert hat, ist eingangs schon alles gesagt worden.

Zwischen den Stücken gab er den gut gelaunten Entertainer und nahm sich auch selbst mal auf die Schippe. Ich erinnere mich, als er vor einem Song etwas verwirrt tat, welcher Song denn folgen sollte und bemerkte, dass er ja zum Glück nur nach unten sauf die Tracklist am Boden schauen müsste. Vielleicht auch eine Anspielung auf sein Alter und dass es besser sei aufzuhören, bevor es peinlich wird.

Mit „Baby Blue“ von „You Are Here“ aus 2004 wurde es wieder ruhiger. Akustische Klänge von Moore, Keyboardwolken Carters, gefühlvoller Gesang und eine zurückhaltende Rhythmussektion zeichneten diesen Song in weiten Teilen aus, wobei er von Gitarrenpassagen mit balladeskem Solo von Moore durchbrochen wurde.

Danach nahm das Konzert aber direkt wieder Fahrt auf. „Only You Can Rock Me“ aus dem Jahr 1978 von „Obsession“, später auch in „Strangers In The Night“ live eingespielt, brachte die Halle zum Kochen.

Mit „Burn Your House Down“ begab sich die Briten auf einen Zeitsprung ins Jahr 2012. Wenn man den Titel des Songs sprichwörtlich nimmt, war die Band schon zu diesem Zeitpunkt auf dem besten Wege die Hütte abzubrennen. Danach ging es bis zum Ende des Gigs in die ganz früheren Phasen der Bandgeschichte.

Mit dem eher langsamen, aber trotzdem rockenden „Cherry“ wurde „Love To Love“ eingeläutet. Ich hatte hier den Eindruck, dass Carter mit seinen Blicken die Decke der Halle durchbrechen wollte, um Richtung Raymonds im Himmel zu schauen, da dieser bei diesem Song früher seine eindrucksvollsten Passagen hatte.

Diese zum Teil träumerisch vorgetragene Ballade entwickelte sich im Laufe des Liedes in eine Härte, die ich zuvor bisher so nicht wahrgenommen hatte. Absolute Spitzenklasse, mit welcher Dynamik die Band ihre Instrumente dabei bearbeitete. um immer wieder beim eigentlichen Grundrhythmus des Songs wieder anzukommen. „Makin‘ Moves“ brachte die Besucher im Highspeed in Bewegung, und wenn es nur das Bewegen des Kopfes war.

Mit dem Klassiker „Too Hot To Handle“, wurde das Ende des Konzertes eingeläutet. Die Band ließ es sich aber nicht nehmen, dem Publikum, das den Auftritt bisher frenetisch gefeiert hatte, noch eine ‚Last Order‘ zu gewähren, die mit einem galaktisch gespielten „Rock Bottom“ begann, wo sich scheinbar nicht endend, ein Gitarrensolo an das nächste reihte und auch Moog seine gut geölte Stimme noch nicht verloren hatte.

Moore bespielte seine Gitarre zum Teil über und hinter dem Kopf, Carter und de Luca trafen sich immer wieder auf der Bühne, um direkt gegenüberstehend, kurze Soli einzuwerfen oder auch zu posen. Auch Parker steuerte kurze Intermezzi bei, während Moog, der zu weiten Teilen ‚arbeitslos’war, mit seinem Mikrfonständer über die Bühne wirbelte. Topfit der ‚Alte Mann‘ des Hard Rocks!

Kein UFO Konzert, ohne dass der Arzt kommt. Schon beim ersten Ton auf der rot ausgeleuchteten Bühne, feierte das Publikum ein stark und hart vorgetragenes „Doctor Doctor“, dem zum Abschluss noch „Shoot Shoot“ folgte. Moore hatte sich zu diesem Song einen Cowboyhut auf seine wallende Mähne gesetzt und es folgte ein kräftig gespielter Rausschmeißer, in dem er zum Teil Soli spielte, die im Ansatz an klassische Sachen des Southern-Szene, Richtung Allman Brothers, erinnerten.

Nach etwa 100 Minuten war dann der letzte Song gereicht und die Halle begann sich zu leeren. Man konnte in zufriedene Gesichter blicken, die noch einmal bei einem der letzten Auftritte einer der größten Hard Rock-Bands ‚ever‘, zugegen gewesen sind. Wer die Chance hat, eines der noch folgenden Konzerte zu besuchen, sollte sich diese nicht entgehen lassen, in der eine alte Band zeigt, dass man auch mit zig Jahren auf dem Buckel, immer noch dynamisch und mit einer fast jugendlichen Spielfreude, ein Publikum begeistern kann.

Hervorzuheben ist auch der gut abgemischte Sound und ein Lichttechniker, dem es gelungen ist, passend zu Dramaturgie des Konzertes, das Bühnenbild entsprechend zu illuminieren.

Ein Dank auch an Marcus Neu von der Kantine, der mit dem Veranstalter alles regelte, sodass wir über dieses Konzert in Wort und Bild berichten konnten. In eigener Sache auch ein Dank an die Band, die nach der Show noch ein Bild von vor zwei Jahren, aufgenommen im Dortmunder Piano, zeichnete und dem Tourmanager, mit dem ich mich anschließend noch über die Entstehung des Bildes unterhielt. In dem Sinne: Bis Ende Juli in Dortmund, wo ich vermutlich den ‚Last Orders‘ von UFO nochmals nachkommen werde.

Line-up:
Phil Mogg (lead vocals)
Vinnie Moore (electric and acoustic guitars)
Rob de Luca (bass, vocals)
Andy Parker (drums)
Neil Carter (keys, guitar, vocals)

Text und Bilder: Gernot Mangold

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Jackie Venson – 18.06.2019, Yard Club, Köln – Konzertbericht

Venson_haupt

Ich muss konstatieren, dass ich ziemlich unvoreingenommen, böse Zungen könnten auch sagen ‚unvorbereitet‘, mit dem Kollegen Mangold zum Jackie Venson-Gig in den Yard Club nach Köln gefahren bin. Nachdem sie vor geraumer Zeit bei den Austin Music Awards zur besten Gitarristin der Stadt ausgezeichnet wurde, und Austin ist in musikalischer Hinsicht nun wahrlich nicht Kleinkleckersdorf, war ich eigentlich von einer E-Gitarren-lastigen, klassischen texanischen Blues Performance ausgegangen. Um ein wenig Gefühl für die Titel ihre Lieder zu bekommen, hatte ich lediglich mal ihre jüngeren Setlisten durchstöbert.

Angekommen in der Domstadt, war schon vom Bühnenaufbau zu erkennen, dass es nur eine Zwei-Personen-Performance geben würde, allerdings war am Rande des Mikros der Protagonistin ein Sampler-Gerät positioniert (ähnliches kannten wir bereits z. B. von den Lindsay Ell-Vorstellungen), von dem Jackie dann im Verlauf des Gigs auch reichhaltig Gebrauch machte.

Was die Zuschauerzahlen an einem Dienstag in der etwas abseits des pulsierenden Kölner Lebens gelegenen Location betrifft, wurden meine bösen Vorahnungen bestätigt, es hatten sich gerade mal 30 Leute eingefunden. Nichtsdestotrotz lieferte die junge sympathische Texanerin mit ihrem blinden Drummer Rodney Hyder, eine unterhaltsame Show, bei der besonders ihre spielerischen Qualitäten an der E-Gitarre (unzählige quirlige Soli) nachhaltig untermauert wurden.

Aufgrund der vielen Synthie-Sequenzen, die sie mit dem Sampler einspielte, dem Sade-ähnlichen und auch ziemlich hall-lastigen Gesang, Phil Collins-mäßiger Drum-Intermezzi, fühlte man sich in Verbindung mit claptonesken Saiteneinlagen in die Achtziger Jahre zurückversetzt. Alben wie „August“ oder „Behind The Sun“ von Mr. Slowhand, aber auch Santana mit Sachen der Marke „Zebob“, „Shango“, & Co. aus Zeiten meines gerade beginnenden Erwachsenenalters, kamen aus den längst verborgen gedachten Sparten des Langzeitgedächtnis wieder zum Vorschein.

Auch die nicht unwesentlich eingestreuten Reggae- und R&B-Elemente, bildeten mit Vensons fulminanter E-Gitarrenarbeit eine interessante, teilweise groovige und funkige Symbiose, und ließen so manche rhythmisch-motorische Fähigkeiten, der, wie wir, überwiegend in die Jahre gekommenen Besucher, wieder aufblühen.

Jackie stieg mit Tracks wie u. a. „Mysterious“ aus diesen Stilrichtungen in den Gig ein und beendete im Zugabenteil mit Stücken wie „Lost In Time“ oder „Back To Earth“ ihr Köln-Debüt auf ähnlicher Linie.

Klar, dass vieles aus ihrem im April veröffentlichten Werk „Joy“ angeboten wurde, das, soweit es meine Notizen richtig vermerkt haben, fast komplett, bis auf ganz wenige Ausnahmen, vollständig abgearbeitet wurde (u. a. mit „Never Say Die“, „Next Life“, „Joy“, „Afterglow“).

Richtig klassisch-bluesig (rockig) wurde es eigentlich nur in einer über zwei Tracks währenden Phase mittels „Try To Believe“ und „Rollin‘ On“.

Am Ende wurde die junge Texanerin allerdings mit viel Beifall zum Merchandising-Stand entlassen, wo sie noch so einige CDs aus ihrem bisherigen Fundes veräußern konnte. Mir persönlich kam das Ganze, bei aller Sympathie und tollem Gitarrenwirken, insgesamt doch etwas zu ’synthetisch‘ rüber, ich würde die wild-gelockte Musikern zukünftig lieber gerne mal im klassischen Line-up, ergänzt um einen echten Bassisten und gegebenenfalls einen richtigen Keyboarder (ohne den technischen Firlefanz) sehen.

Line-up:
Jackie Venson (lead vocals, electric guitar, sampling)
Rodney Hyder (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Jackie Venson
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