Joe Bonamassa – DVD-Gewinnspiel

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Netinfect Promotion hat uns dankenswerter Weise die aktuelle DVD „British Blues Explosion Live“ des Gitarrenmeisters für ein Gewinnspiel zur Verfügung gestellt.

Folgende explosive Frage muss dazu richtig beantwortet werden:

Wie lautet der Spitzname von Joe Bonamassa?

a) Jokin‘ Joe
b) Smokin‘ Joe
c) Bluesin‘ Joe

Bitte sende eine E-Mail mit der richtigen Lösung bis zum 23.06.2018 an dan@sounds-of-south.de.

Wir losen unter allen richtigen Einsendern eine/n Gewinner/in aus, der/die dann umgehend benachrichtigt und mit der DVD beliefert wird.

Joe Bonamassa
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Netinfect Promotion

El Colosso – 15.06.2018, Krefeld, Kulturrampe – Konzertbericht

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Premiere für El Colosso in der Kulturrampe. Der Vierer aus Melbourne präsentierte dabei seine erste LP. Ja, man kann wirklich von einer Langspielplatte sprechen, da die Besucher nach dem Konzert die Möglichkeit hatten, eine limitierte Auflage in rotem Vinyl zu erwerben. Trotz der für einen Erstauftritt eher erschwerenden Faktoren wie die Fußball-WM und Biergartenwetter, fanden sich genügend Rockbegeisterte, um die Rampe relativ gut zu füllen.

Relativ pünktlich gegen 20:15 Uhr, nach der obligatorischen Ansage vom Rampenmacher Pille Peerlings, begann ein furioser Ritt von El Colosso, der die Anwesenden durchweg begeisterte, was sich besonders an den Ovationen zwischen den Songs erkennbar war.

Die Jungs aus Down Under, welche vielfach dem Stoner Rock zugeordnet werden, eröffneten mit den Gig mit „Leather Head“, vom bisher einzigen Album „Pathways“. Schon hier traten die Einflüsse der Band zu Tage, von denen an dieser Stelle nur Led Zeppelin, Black Sabbath, Monster Magnet, Thin Lizzy oder Queens of the Stoneage genannt seien.

Im Vordergrund, nicht nur räumlich, standen Sänger Matt Cooper, der teils schreiend aber auch harmonisch singend, oft auf gesangliche Stilelemente des Heavy Metals zurückgriff und Gitarrist Benny James, ein Hüne von Mann, dessen Mikrofonständer so hoch war, dass Pille für seine Ansage eine leere Bierkiste als Hilfsmittel benötigte, um überhaupt ans Mikro zu gelangen.

James konnte in jedem Song mit mindestens einem zum Teil ausladenden Solo sein Können als Hard Rock-Gitarrist beweisen und lieferte dem Publikum auch die visuell dazugehörigen Posen. Craig Fryers am Bass, der sich meist im Hintergrund aufhielt, lieferte sich mit Peter Hayden, einem ‚Tier‘ an den Drums, der sichtbar bestens gelaunt, meist mit einem verschmitzten Lächeln energievoll sein Arbeitsgerät ‚beackerte‘, die rhythmische Basis für die Songs.

Besonders hevorzuheben waren das mit schweren Bässen tragend daherkommende „Limbo“, das stilistisch in die Ära der alten Black Sabbath-Klassiker mit einer Prise Monster Magnet einzuordnen ist, eine ausladende Version von „Moving Mountains, mit psychedelischen Gitarrensoli und die erste Zugabe „Doom Boogie“, ein krachender Heavy-Song.

Neben allen Tracks des aktuellen Albums bekamen die Besucher auch „Strung Out“ und „Cannon Ball“ von der ersten EP geboten. „Cannon Ball“, das letzte Lied des Abends, bildete mit harten Bassläufen, kraftvollen Drums, Hard/Heavy- Gitarensoli und einem sich voll verausgabenden Sänger Matt Cooper, noch einen Höhepunkt, der zeigte, dass El Colosso ein wirklich guter Liveact in der Szene ist.

Angenehm war nach dem Konzert der Umgang mit den Fans, wo sich alle vier Musiker direkt in der Kneipe der Rampe einfanden und Platten signierten, wobei sie sich die Mühe machten, die Namen der Fans herauszubekommen um so eine persönliche Widmung zu hinterlassen. Auch für einen längeren oder kürzeren Smalltalk nahmen sich die Vier aus Down Under genügend Zeit.

Als Fazit kann gesagt werden, dass es sich um einen gelungenen Abend für Fans der härteren Musik gehandelt hat und dass es Teenage Head Music mal wieder gelungen ist, eine starke, hier eher noch unbekannte Band nach Europa zu bringen. Ein Dank auch an Pille und sein Team, für die wie gewohnt gute Arbeit, die für einen tollen Konzertabend wie diesen unabdingbar ist.

Hervorzuheben ist auch, dass kleine Clubs, wie die Rampe, immer wieder das Risiko eingehen, hier noch nicht bekannten Musikern die Chance zu ermöglichen, sich hier zu präsentieren. Ohne solche Locations würde es viele heute berühmte Bands nicht geben. Deshalb an dieser Stelle noch einmal der Appell, insbesondere Clubs dieser Art zu besuchen, die für handgemachte Livemusik stehen!

Line-up:
Matt Cooper (lead vocals)
Benny James (electric guitar, vocals)
Craig Fryers (bass, vocals)
Peter Hayden (drums, vocals)

Text und Bilder: Gernot Mangold

El Colosso
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Teenage Head Music
Kulturrampe Krefeld

Dana Fuchs – 10.06.2018, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

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Mit einer guten Viertelstunde Verspätung betrat das Line-up der wild-gelockten Dana Fuchs  gestern Abend zum Wochenausklang die Bühne des Musiktheaters Piano, um schwerpunktmäßig in einem überzeugendem Konzert, ihr gerade erschienenes Album „Love Lives On“ der versammelten Blues Rock-Gemeinde zu präsentieren.

Nach Orgel-Intro von Nicola Venturine und einem ersten E-Gitarren-Solo ihres kauzigen Mitspielers Jon Diamond, kam dann auch die Protagonistin die Stufen heraufgeschwungen, um mit „Ready To Rise“ einen furios rockenden Opener abzuliefern. Zum folgenden, mit ein wenig Janis Joplin-Flair umwobenen „Callin‘ Angels“ stieg dann auch ihre klasse plusternde Bläserfraktion mit ein.

Mit „Nobodys Fault But Mine“, dem einzigen Coverstück des Gigs, inklusiv langem Saxofon-Solo, verbeugte sich der temperamtvolle weibliche Irrwisch ehrfurchtsvoll vor Otis Redding. Klasse auch der soulige Schunkler „Sittin‘ On“ mit starker Orgel-Passage von Venturine. Vor „Faithful Sinner“ berichtete die aus einer kinderreichen Familie stammende New Yorkerin von ihrem schwierigen Verhältnis zu ihrem Vater, der dann eine entsprechend emotionale Gesangsperformance mit ihrer rauen Röhre folgte.

Das Memphis-soulig rockende „Sad Solution“ stand danach im Zeichen des starken Gitarristen Jon Diamond, der zwei starke Soli auf seiner Telecaster abfeuerte. Ein Beweis für die vielseitige Show war dann auch „Sedative“ mit seinem Tex-Mex-Flair. Herrlich hier Diamonds Bariton-Spiel und Mariachi-artigen Bläser-Fils.

„My Way Back“ erledigten Jon (an der Akustikgitarre) und Dana im Duo, wobei auch ihr Engagement für eine Organisation namens The JED Foundation zur Sprache kam, die sich um selbstmordgefährdete Menschen kümmert. Nicht ohne Grund, sie selbst hatte zwei Fälle in ihrer Familie zu beklagen. Zum zunächst reduziert beginnenden „Battle Lines“ schnappte sich Dana dann die Akustikklampfe, eine schöne 70ies-Ballade im Joplin-/The Band-Stil, die im Verlauf vom gesamten Line-up zu Ende gespielt wurde.

Ganz stark danach kam „Nothin‘ On My Mind“, bei dem Nicola Venturine seine Honkytonk-Klimperqualitäten am Piano offerierte. Das southern rockige „Backstreet Baby“ mit wüst slidendem Diamond war natürlich besonders nach unserem Gusto. Hätten Skynyrd nicht besser bringen können.

Mit „Long Long Game“ setzte das Septett zum Ende des Hauptteils allerdings noch einen oben drauf. Hier konnte die Rhythmusfraktion glänzen. Walter Latupereissa spielte sein grandioses Bass-Solo, als wenn er eine E-Gitarre in der Hand hätte und auch Piero Perellis Drum-Künste waren nicht von schlechten Eltern. Das Stück endete dann schließlich mit einem furiosen Diamond-Solo, samt voluminöser Bandsoundunterlegung (Bläser), als die Fuchs schon die Bühne verlassen hatte.

Als erste Zugabe gab es das melodische Titelstück des neuen Werkes „Love Lives On“, um zum endgültigen Finale eines schweißtreibenden Sonntag-Abends mit „Same Sunlight“ nochmals, fast wie bei „Long Long Game“, bei ausgelassener Stimmung des Publikums, das ganz große Soul Blues Rock-Besteck rauszuholen. Insgesamt eine famose Vorstellung mit einer alles gebenden Fronterin Dana Fuchs und ihrem tollen Begleit-Ensemble im Musiktheater Piano!

Line-up u. a.:
Dana Fuchs (lead vocals, percussion, acoustic guitar)
Jon Diamond (electric guitar, acoustic guitar, vocals)
Nicola Venturine (keys)
Walter Latupereissa (bass, vocals)
Piero Perelli (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Dana Fuchs
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Musiktheater Piano
3Dog Entertainment

The Gäs – 09.06.2018, Krefeld, Kulturrampe – Konzertbericht

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Guten Hard Rock alter Schule gab’s am Samstag Abend in der Krefelder Kulturrampe. Das Kölner Quintett „The Gas“ gaben dort zum ersten Mal ihr Stelldichein und hatten als Support die junge Band Another State Of Mind mitgebracht. Gegen 21 Uhr betraten die jugendlichen Burschen aus Krefeld die Bühne und versuchten mit ihrem Punk/Death Metal-Gemisch, dem Publikum in der leider nicht annähernd ausverkauften Kulturrampe einzuheizen.

So richtig sprang der Funke sprang dann aber erst nach einer kurzen Umbauphase über, als die Truppe aus der Domstadt mit ihrem ersten Song loslegte. Im Laufe des Abends spielten sie dann sämtliche Songs aus ihrem aktuellen und ersten Album „Savage“. Ihr druckvoller Hardrock und kommunikative Performance begeisterte die Zuhörer von Anfang an, bis The Gäs sich dann gegen 23 Uhr mit einer Zugabe vom Publikum verabschiedete.

The Gäs sind der charismatische und extrovertierte Sänger Pedro Cardoso, der sich fast bis zur Dehydration verausgabende Jakob Timmermann an der E-Gitarre (ein Vollblutmusiker, der übrigens auch in der AC/DC-Tribute Band Ballbreakers den Angus Young gibt), der punkige Michael Krol und Mike Schneider beide ebenfalls an der E-Gitarre und Bass, sowie Sina Doering am Schlagzeug (sie ist in der letzten Zeit durch verschiedene Musikprojekte auf Youtube bekannt geworden, so z. B. Led Zeppelins genial gecovertes „Black Dog“.

Nach dem Konzert habe ich Sina auf den doch etwas ungewöhnlichen Namen der Band angesprochen. Er ist weder kölschen Ursprunges, noch hat er einen anderen tieferen Sinn, ein reines Phantasieprodukt also, ohne weitere Bedeutung.

Bedeutunglos ist die energiegeladene Musik der Truppe jedenfalls nicht und für Liebhaber des schnörkellosen Hardrock ist die sympathische Band eine klare Empfehlung. Gerne sehen wir sie in der Kulturrampe wieder.

Dank an Pille Peerlings für die wie gewohnt problemlose Fotoerlaubnis in der Kulturrampe.

Line-up:
Pedro Cardoso (lead vocals)
Jakob Timmermann (electric guitar)
Michael Krol (electric guitar, bass)
Mike Schneider (bass, electric guitar)
Sina Doering (drums, percussion)

Text und Bilder: Jörg Schneider

The Gäs
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Kulturrampe Krefeld
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Chris Thompson – 07.06.2018, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

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Wann hat man mal die Chance, einem der besten britischen Rockmusiksänger, quasi ganz entspannt von Auge zu Auge bei einem Konzert, fast direkt gegenüber zu stehen? Es sind diese herrlichen, mit viel Liebe geführten Clubs, wie u. a. das von uns immer wieder gerne besuchte Musiktheater Piano, die solche Erlebnisse möglich machen.

Kein geringerer als Chris Thompson hatte mit seiner starken norwegischen All Star-Begleitcombo, bestehend aus Mads Eriksen, Frank Hovland (Programm 81/82), Gunnar Bjelland, und Zsolt Meszaros (On The Rise) in Dortmund bei schwül-warmen Temperaturen, Halt gemacht und für ein gut besuchtes Haus gesorgt.

Es gibt neben den für mich existenziellen Southern Rock-Alben natürlich auch einige britische LPs wie u. a. die Debüts von den Dire Straits und David Gilmour, Eric Claptons „Backless“, Peter Greens „In The Skies“ oder  Bad Companies „Desolation Angels“, die Ende der Siebziger Jahre meine, in jungen Jahren, gerade noch in den Kinderschuhen befindliche Plattensammlung, mit Leben zu füllen begannen.

Mit dabei ebenso das vermutlich kommerziell erfolgreichste Werk der Manfred Mann’s Earthband, „Watch“, mit den Hits „Martha’s Madman“, „Mighty Quinn“ und „Davy’s On The Road Again“, die nicht zuletzt wegen der markanten Stimme des Fronters Chris Thompson ihre unvergessliche Note erhielten.

Ab 1983 hatte dieser, parallel zu einigen Ausstiegen und Wiedereintritten in die beliebte Band des Südafrikaners, mit dem Aufbau seiner Solo-Karriere begonnen und seither auch regelmäßig Tonträger veröffentlicht.

An diesem Abend im Piano präsentierte er in einem zweieinviertel-stündlichen, begeisterndem Gig ein buntes Gemisch aus der MMEB-Phase, eigenen Kompositionen und einigen weiteren markanten Coverstücken bekannter Interpreten, die das sattelfeste Publikum in prächtige Stimmung versetzte.

Der Bandleader ist stimmlich immer noch in bester Verfassung und bot auch an der Gitarre dem, in bester quirliger Melodic Rock-Manier zaubernden Wizard Mads Eriksen Paroli (auch mit schönen Twin-Parts, Eriksen mit vielen starken, teils hymnischen Soli). Dazu brillierte er beim blues-rockigen „Whole Lot To Give“ an der Mundharmonika.

Keyboarder Gunnar Bjelland sorgte mit Piano-, Orgel- und Synthie-Klangteppichen für das progressive Moment in dem insgesamt gekonnten Potpourri aus AOR, Classic-, Melodic-, Mainstream-, Blues- und Country Rock-Ingredienzien (letzterer ganz dezent bei „Woe Is Me“). Meszaros und Hovland (auch mit ein paar Harmoniegesängen) sorgten für ein energiegeladenes und souveränes Rhythmussegment.

Die absoluten Stimmungshöhepunkte bildeten natürlich wie üblich die allseits bekannten Klassiker wie „Spirits In The Night“, „Don’t Kill It Carol“, „Blinded By The Light“, „For You“, sowie die bereits oben erwähnten „Martha’s Madman“ und „Mighty Quinn“ (furios performt), allerdings meist in sehr schön vom Original modifizierten und ausstaffierten Versionen. Mein persönliches Lieblingsstück des Abends war jedoch das E-Gitarrenlastige und sehr knarzig rockende „One Man Mission“.

Als Lohn für das euphorische Mitsingen der Audienz in den Interaktionsteilen (Thompson war sichtlich angetan und betonte, dass er unter solchen Umständen immer noch gern ein bisschen mehr arbeiten würde), gab das völlig durchgeschwitzte Quintett noch  The Voice“ (ja eher bekannt durch John Farnham, aber von Thompson mitgeschrieben, als erste Zugabe) und Davy’s On The Road Again“ (2. Zugabe) zum Besten.

Fazit: Mal wieder ein nostalgischer, als auch musikalisch hochwertiger Abend im Musiktheater Piano zu Lütgendortmund. Für Gernot und mich, die weder Chris Thompson noch die Manfred Mann’s Earthband bis dato live erlebt haben, erneut ein wichtiges Mosaiksteinchen mehr in unserer Konzertbesuchsvita. Danke an Jenny Dore und Thomas Falke für die gewohnt nette Aufnahme.

Line-up:
Chris Thompson (lead vocals, guitars, harp)
Mads Eriksen (electric guitar, vocals)
Frank Hovland (bass, vocals)
Gunnar Bjelland (keys)
Zsolt Meszaros (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Chris Thompson
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Musiktheater Piano
3Dog Entertainment

Eric Clapton – Life In 12 Bars – CD-Review

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Review: Gernot Mangold

Bei der neuen Doppel-CD von Eric Clapton handelt es sich um kein neues Material, aber auch nicht um eine der, von verschiedensten Interpreten immer wieder auf den Markt geworfenen „Greatest Hits“-Alben, bei denen Künstler mit langen Karrieren, gerne noch mal Kasse machen.

„Life In 12 Bars“ beinhaltet mit Sicherheit auch einige Songs, welche man auf so einer Sampler-Hits Platte erwarten würde, ist aber der Soundtrack zu einem Dokumentarfilm über Eric Clapton und beinhaltet neben seinen eigenen Kompositionen, auch solche der Bands, in denen er wichtiger Bestandteil war, und Stücke anderer Künstler, die Einfluss auf seine Karriere hatten. Aus diesem Grund wird auf die Qualität der Lieder, die musikalisch außer Frage steht und als sehr hochwertig beschrieben werden kann, nicht tiefergründig eingegangen, sondern eher ihren Einfluss auf Claptons Karriere.

So ist es logisch, dass die ersten Tracks von Bluesgrößen wie Big Bill Boozny („Backwater Blues“) und Muddy Waters „(My Life Is Ruined“ und „Got My Mojo Working“) aus den 60er Jahren sind, die für den jungen Clapton wegweisend waren. Dabei kann der erstgenannte Song Waters‘ auch ein wenig als Synonym für die Karriere und das Leben Claptons gesehen werden, das durch Schicksalschläge, welche zum Teil auch zu übermäßigen Drogenkonsum führten, mehrfach kurz vor dem Abgrund stand. Wie die Geschichte zeigt, gelang es Clapton aber immer wieder sich aus dem Sumpf zu ziehen und bis heute mit Erfolg die großen Bühnen der Welt zu füllen.

Die folgenden Songs stammen von den beiden ersten Bands, mit denen Clapton der Einstieg in die internationale Bluesrock Welt gelang. Seine Arbeit bei den Yardbirds und bei John Mayall & The Bluesbreakers brachten Clapton einen Status, der ihm eine Zusammenarbeit mit Jack Bruce und Ginger Baker ermöglichte. Die Zeit mit Cream beherrscht mit 7 Songs den Großteil von CD 1.

Mit diesem Trio war eine der damaligen Supergroupsgeboren, welche prägend für eine ganze Generation von jungen Bluesmusikern war. Besonders hervorzuheben sind dabei „I Feel Free“, „Sunshine Of Your Love“, „White Room“ und eine 17 Minuten-lange Liveversion von „Spoonful“. An dieser Stelle sei schon gesagt, dass ein großer Teil der Klassiker in bisher unveröffentlichten Versionen auf dem Album sind, sodass es einige Überraschungsmomente bei den ansonsten überaus bekannten Songs gibt.

Zwischen die Cream-Sachen haben sich noch mit „Good To Me As I Am To You“ von Aretha Franklin, und „While My Guitar Gently Weeps“ der Beatles eingereiht, bei denen Clapton die E-Gitarre bediente, und seine  Präsenz in dieser Zeit in der Rockmusik demonstrierte. Der letzte Song auf CD 1, „Presence Of The Lord“ von Blind Faith, einer kurzen Zusammenarbeit mit Steve Winwood und Ginger Baker, schließt auch ein wichtiges Kapitel im Leben Claptons, nachdem die Supergruppe Cream zerbrochen war. Dies lag mit Sicherheit auch an dem damaligen Hype, der für Clapton eher unerträglich war.

„Comin‘ Home“ von Delaney & Bonnie & Friends mit Eric Clapton eröffnet den zweiten Silberling, gefolgt von zwei Songs vom 70er Album Eric Clapton. Schön, das von J,J. Cale geschriebene „After Midnight“ und „Let It Rain“ in bisher unveröffentlichten Versionen.

Dieser kurzen Episode, folgte eine sehr kurze, aber prägende Phase in Claptons Karriere, welche von der Zahl her hier  (wie bei Cream sieben Lieder) vermutlich ebenfalls als bedeutungsvoll einzustufen ist. 1970 rief er Derek and The Dominos ins Leben, um sich  von den Cream-Fesseln von Cream zu lösen. Schon nach kurzer Zeit stieß Duanne Allman, ursprünglich nur als Gastmusiker mit dabei, mit zum Line-up, was letztendlich nur etwa 2 Jahre später auf tragische Weise zum Ende der Band führte.

Kurz nach einem tödlichen Motorradunfall Allmans löste Clapton die Band auf und verfiel in eine Phase des ausschweifenden Drogenkonsums, in der für mehrere Jahre keine neuen Songs auf den Markt kamen. Während der Derek and The Dominos-Epoche steuerte Clapton auch die Gitarre zum George Harrison-Klassiker „My Sweet Lord“ bei, mit dem er befreundet war und der natürlich auf diesem biografisch angelegten Album nicht fehlen darf.  „Layla“ mit seiner eindrucksvollen Melodie, die später auch zu Werbezwecken genutzt wurde, war später ein Garant zum Einstieg in Claptons kommerzielle Karriere.

Die letzten vier Tracks sind sind dann aus seiner Solo-Zeit, mit dem schönen Marley Cover „I Shot The Sheriff“ und zum Abschluss dem melancholischen, sehr ruhigen „Tears In Heaven“, in dem Clapton einen seiner schwersten persönlichen Schicksalsschläge, den tragischen Unfalltod seines Sohnes, verarbeitete, um sich sich wieder in ein für ihn normales Leben zurückzufinden.

Mit dem Hintergrund von Claptons Biografie ist „Life in 12 Bars“ eine gelungene Zusammenstellung ihn prägender Songs. Unter diesem Aspekt ist diese Doppel-CD ein mit Sicherheit gelungener Appetizer zur folgenden DVD, bei der die visuelle Verknüpfung von Songs und Geschichte spannend sein wird. Der Zusatz zum Albumtitel „Genius Amplified“ gibt dabei noch einmal die Ausnahmestellung Claptons in der Bluesmusik wieder.

Universal (2018)
Stil:  Blues Rock

CD1:
01. Backwater Blues
02. My Life Is Ruined
03. I’ve Got My Mojo Working (Live At Newport Jazz Festival/1960)
04. I Wish You Would
05. For Your Love
06. Steppin‘ Out
07. All Your Love (Mono)
08. I Feel Free (Mono/Remastered)
09. Strange Brew
10. Sunshine Of Your Love
11. Good To Me As I Am To You
12. Crossroads (Live)
13. While My Guitar Gently Weeps (Remastered 2009)
14. Badge
15. White Room (Live)
16. Spoonful (Live At The LA Forum)
17. Presence Of The Lord

CD2:
01. Comin‘ Home (Live At Fairfield Halls) [feat. Eric Clapton]
02. After Midnight (Eric Clapton Mix)
03. Let It Rain (Eric Clapton Mix)
04. High
05. My Sweet Lord
06. Thorn Tree In The Garden (40th Anniversary Version/2010 Remastered)
07. Nobody Knows You When You’re Down And Out (40th Anniversary Version/2010 Remastered)
08. Bell Bottom Blues (40th Anniversary Version/2010 Remastered)
09. Layla (40th Anniversary Version/2010 Remastered)
10. Little Wing (Live At Fillmore East)
11. Got To Get Better In A Little While (Remixed/40th Anniversary Version/2010 Remastered)
12. I Shot The Sheriff (Full Length Version)
13. Little Queenie (Live At Long Beach Arena)
14. Mainline Florida
15. Tears In Heaven (From Rush Original Motion Picture Soundtrack)

Eric Clapton
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Netinfect Promotion
medienAgentur
Universal Music

Anderson East – 03.06.2018, Köln, Stadtgarten – Konzertbericht

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Der ursprünglich aus Athens, Alabama, stammende, heute in Nashville ansässige Musiker Anderson East machte mit seinem Ensemble im Rahmen seiner 2018er World Tour jetzt nochmal bei uns einen Stop für zwei Konzerte, unter anderem im Stadtgarten Köln, der an diesem Abend, trotz der sommerlichen Hitze, mit über 300 Zuschauern sehr gut gefüllt war.

Zunächst lieferte ein Künstler namens Sir Pryce auf einem Nord Stage 2 EX-Piano für eine gute halbe Stunde eine One Man Show als Support ab. Der äußerlich, mit buntem Belize-Hemd und teil-gefärbter Irokesen-Frisur, ziemlich exotisch anmutende Solo-Performer, bewies mit Stücken wie „All New“, „Follow Your Light“, „Through My Head“ oder „Pulse“, durchaus ein Gespür für gutes und melodisches Pop- und R&B-Songwriting, wenn mir auch am Ende das Ganze, insgesamt etwas zu sehr synthetisch und monoton rüber kam.

Um 21:00 Uhr stellte Anderson nach einem Einspieler mit seinen Begleitern Scotty und Jonny Murray, Darren Dodd, Philip Towns, Nate Hefron sowie Ben Clark, mit dem kräftigen „Somebody Pick Up My Pieces“ als Opener, sofort die Weichen auf eine begeisternde, schweißtreibende Show, mit überwiegend zünftigem Soul Rock und tollen Balladen samt wohl dosierter Pop-, R&B- und Country-Ingredienzien, die beim Publikum (überwiegend weiblich dominiert), als auch bei uns, bestens ankam.

Der 29-jährige hat eine tolle Stimme, spielt richtig gut Gitarre und kann eine Audienz mitreißen, auch wenn es altersbedingt in charismatischer Hinsicht, vielleicht noch etwas Spielraum nach oben gibt. Er wirkt halt noch sehr jungenhaft. Vom Niveau her, braucht er aber schon jetzt keine Vergleiche mit ähnlichen Acts wie JJ Grey & Mofro oder Thorbjorn Risager und seinen Black Tornados zu scheuen.

Verlassen kann er sich dabei vor allem auf ebenso starke Akteure in seinem ‚Rücken‘. Da wären mit Nate Hefron und Ben Clark eine herrlich, im Dienste der Songs, plusternde Bläserfraktion. Dann mit Darren Dodd ein routinierter und unaufgeregter Drummer, mit Philip Towns ein rasta-gelockter, spielfreudiger Keyboarder und dem, fast wie siamesische Zwillinge, dicht nebeneinander agierenden Murray-Brüderpaar an Bass und E-Gitarre (Scotty auch mit ein paar schönen Steel-ähnlichen Slideeinlagen), Musiker, bei denen ein Rädchen perfekt ins andere passt.

So flog die Setliste, bei der überwiegend natürlich sein aktuelles Major-Album „Encore“ die Hauptrolle spielte (übrigens von Dave Cobb produziert), mit Stücken wie „Satisfy Me“, „Sorry You’re Sick“, „Surrender“, „If You Keep Leaving Me“, „King For A Day“ und dem wunderbar atmosphärischen „Devil In Me“, regelrecht an einem vorbei. Erst ab dem für den Sampler „Southern Family“ kreierten, und am Ende frenetisch gefeierten „Learning“ wurden einige Tracks deutlich länger ausstaffiert.

Den Höhepunkt und zugleich Abschluss des Hautteils markierte die fantastische Southern Soul-Ballade „This Shall Too Last“ mit einem furiosen Instrumentalteil am Ende, in dem die Beteiligten noch mal alle Register zogen. Besonders die E-Gitarrenparts vom kauzigen, zwirbelbärtigen Scotty Murray an der Les Paul (in aller bester Southern Rock-Manier) und von Anderson (an der Stratocaster im Stile von Mark Knopfler), am Ende sogar kurz Twin-mäßig,  hauten mich regelrecht vom Hocker. Einer der besten Songs, die ich live bis jetzt in der ersten Jahreshälfte präsentiert bekommen habe!

Für die Zugaben ließ sich das Septett, angesichts der Begeisterung, nicht lange bitten, und machte mit dem Mariah Carey-Cover „Always Be My Baby“ und der weiteren tollen Ballade „House Is A Building“ (wieder mit furiosem, stimmungsreichen Finale) den ‚Sack‘ endgültig zu. Nach dem Konzert stand der sichtlich ausgepumpte Protagonist dann noch für Selfies und Autogramme geduldig zur Verfügung. Seine Frage, ob unser Bericht denn positiv ausfallen würde, konnte da eigentlich schon zu diesem Zeitpunkt, wie man es jetzt auch nachlesen kann, nur mit einem glasklaren „Yes, of course!“ beantwortet werden!

Line-up:
Anderson East (lead vocals, electric and acoustic guitar)
Scotty Murray (electric guitar)
Philip Towns (keys)
Jonny Murray (bass)
Darren Dodd (drums)
Nate Hefron (saxophone)
Ben Clark (trumpet)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Anderson East
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Konzertbüro Schoneberg
Stadtgarten Köln

Tas Cru – Memphis Song – CD-Review

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Review: Stephan Skolarski

Memphis, Tennessee! Die Stadt am Ostufer des Mississippi gilt für viele als das „Mekka“ des Blues. Nicht zuletzt auch für Tas Cru, der Memphis und der dortigen Blues-Community mit seinem neuen Studioalbum „Memphis Song“ gleich eine ganze LP widmet.

Tas Cru, der eigentlich Richard Bates heißt, hat sein Leben dem Blues verschrieben und die Leidenschaft für das Genre hört man in jedem seiner Songs. Seine bisherigen sieben Studioalben verkörpern ganz unterschiedliche, teils launische Charakterzüge und Themen. Da gibt es „Even Bugs Sing The Blues“ (2015) mit Blues Liedern für Kinder oder das amüsante Hundeliebhaber-Blues-Werk „Doggone Blues“ (2016), wohingegen sein Erfolgsalbum „You Keep The Money“ (2014) eher die ‚gewöhnlichen‘ Blues-Fans anspricht.

Der schnelle Opener „Heal My Soul“ überzeugt durch einen kraftvollen, eingängigen Refrain und zum Ende hin mit einem soliden ‚Room To Move“‘-Mundharmonika-Part. Auf dem ansteckenden Titeltrack „Memphis Song“ wird Cru durch Victor Wainwright am durchdringenden Piano und dem jungen Bluesgitarristen Pat Harrington an der schrillen Slide-Gitarre tatkräftig unterstützt und bringt seine tiefe Verbundenheit mit der Musik-Metropole zum Ausdruck: “I hear you callinʹ, you been too long gone. Come on home and sing your Memphis song“.

Das eigenwillige Funky-Blues-Duett auf „Give A Little Up“ ist in seiner spärlichen Instrumenten-Begleitung der kleine „Star“ des Albums. Funk-Soul-Mundharmonika Sound gibt es auf „One Eyed Jack“ und die Ballade „Queen Of Hearts“ verdeutlicht Crusʹ Talent für ruhige, tiefgreifende Stücke. Der Shuffle-Blues „Feel So Good“ steht für die rockigen Seiten des Longplayers und das starke „Can’t Get Over Blues“ beendet das Werkm phänomenal in typischer Grateful Dead-Jam-Manier.

Die eigentliche, musikalische Karriere des Mitte 60-jährigen Bates startete erst vor einigen Jahren, aber Nominierungen für den Blues Music Award und Auszeichnungen der Blues Foundation beweisen die Strahlkraft, die er sich mittlerweile in der Blues-Szene erarbeitet hat. Cru möchte sein Wissen und seine Fertigkeiten an die nächste Generation weitergeben und verfolgt mit dem ‚Blues Education Programm‘ das Ziel, Kindern und Jugendlichen die Blues Musik intensiv näher zu bringen.

An den wuchtigen Mainstream Blues, der aktuell maßgeblich durch Joe Bonamassa vorgegeben wird, kommt das Album nur ansatzweise heran. Tas Cru bewegt sich hier lieber vor allem auf klassischen, traditionellen, teilweise auch britisch-dominierten Blues-Pfaden.

Die große Stärke von „Memphis Song“ ist dabei die ausgereifte Produktion, die komplett in Eigenregie abgelaufen ist. Tas Cru hat eine aufregende Platte vorgelegt, die zum Teil junge Unbekümmertheit mit erfahrener Gelassenheit vermengt und den Memphis-Blues-Spirit souverän in die Welt trägt.

Subcat Records (2018)
Stil: Blues Rock

01. Heal My Soul
02. Memphis Song
03. Fool For The Blues
04. Give A Little Up
05. Daddy Didn’t Give You Much
06. Have A Drink
07. That Look
08. One Eyed Jack
09. Queen Of Hearts
10. Don’t Lie To That Woman
11. Feel So Good
12. Can’t Get Over Blues

Tas Cru
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Jeff Jensen – Wisdom & Decay – CD-Review

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Review: Stephan Skolarski

Das Line-up zu Jeff Jensens neuem Longplayer „Wisdom &Decay“ liest sich fast wie ein kleines „Orchester“. Für die Einspielung hat der US-Bluesrocker zehn Begleitmusiker zusammengetrommelt. Ergänzend kommen auf einigen Tracks noch ein Streicher- sowie ein Gesangsquartett hinzu.

Aufgenommen in vier verschiedenen Studios, u.a. im ruhmreichen ‚Kulttempel‘ von Sam Phillips in Memphis, TN, hat Jensen die Rolle des Produzenten übernommen und hervorragende Arbeit geleistet. Das erhabene Studio an der 639 Madison Avenue in Memphis hat Jensen offenbar nachhaltig inspiriert, da dort viele erfolgreiche Künstler gearbeitet haben (u.a. Elvis Presley, Roy Orbison, Bob Dylan, Johnny Cash, John Prine).

Unter den zehn Songs der LP finden sich neben sieben eigenkomponierten Stücken daher auch drei Coverversionen, die als Neuinterpretationen frisch und modern wirken. Das Little Milton-Stück „I’m Living Off The Love You Give“, als Opener, ein warmer Soul-Blues des alten Stax-Veteranen, verspricht bereits zum Auftakt einen interessanten Querschnitt durch klassische Blues-Gefilde.

Besonders das aus dem Repertoire des experimentierfreudigen US- Singer/Songwriters Tom Waits stammende „Downtown“, vom „Raindogs“-Album (1985),  hat Jensen überzeugend interpretiert. Die dritte Coverversion ist ebenfalls von einem nicht unbedingt dem Blues verbundenen Künstler.

„Tonight I’ll Be Staying Here With You“ von Bob Dylans berühmten „Nashville Skyline“-Album (1969), das er teilweise zusammen mit Johnny Cash eingesungen hat, bewegte sich ursprünglich im Folk-Country-Genre, doch Jensen macht aus diesem Song eine funkig sprühende Bluesnummer.

„2000 Days“ verbreitet im Vergleich zum angenehm Soul fundierten „Good Woman Back Home“ eine relaxte Jazz-Atmosphäre. Jensens Songwriting-Talent wird mit dem, im traditionellen Gospel Blues-Sound performten „Luck Is Gonna Change“ nochmals unter Beweis gestellt. Auf den abschließenden Instrumentalstücken „Something In The Water“, das ein wenig an einen Soundtrack im Stile von Mark Knopflers „Local Hero“ erinnert und „The Water Jam“ läuft die Band erneut zur Höchstform auf und wird von einem Streicherquartett unterstützt.

Jensen ist es mit seinem Album eindrucksvoll gelungen, Tracks aus dem weiten Spektrum des Blues gekonnt zu arrangieren und eigenwillige Aufnahmen abzuliefern. Als Produzent und exzentrischer Interpret, hat er damit ein engagiertes Werk vorgelegt, das ihn in der Reihe der Individualisten unter den modernen Bluesmusikern vorwärts bringen wird.

Jeff Jensen gelingt auf diesem Longplayer der schwierige Spagat, eine große Band passend und zielgenau einzusetzen, ohne die Tracks zu überfrachten. Das ist selbstbewusster und innovativer Blues Rock mit spielerischen Variationen und teilweise auch untypischen Instrumentalisierungen (u.a. Streichern oder Bläsern). „Wisdom & Decay“ ist somit ein bemerkenswertes Werk!

Swingsuit Records (2018)
Stil: Blues (Rock)

01. I’m Living Off The Love You Give
02. 2000 Days
03. Pretend Forevers
04. Good Woman Back Home
05. Downtown
06. Luck Is Gonna Change
07. What We Used To Be
08. Tonight I’ll Be Staying Here With You
09. Something In The Water
10. The Water Jam/Something In The Water Revised

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Little Caesar, 23.05.2018, Kulturrampe, Krefeld – Konzertbericht

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Nach den Delta Saints sorgte Little Caesar innerhalb von zehn Tagen wieder für eine frühzeitig ausverkaufte Kulturrampe. Die Band aus Los Angeles hat sich auf den letzten Touren durch Europa eine solide Fanbasis quer durch alle Altersgruppen erspielt. So freute sich Frontmann Ron Young, dass sehr viele Besucher an dem Abend mit Band-T-Shirt angereist waren.

Der jüngste Fan, der wohl gerade erst als Teenager durchgeht, wurde vom Bandleader standesgemäß mit der Ghetto-Faust begrüßt. Daneben konnten im Publikum sowohl mehrere jüngere Frauen als auch ältere Stammgäste der Rampe ausgemacht werden.

Aufgrund ihrer Auftritte in den vergangenen Jahren sind die Konzerte in Krefeld für Little Caesar fast schon Heimspiele. Mario Scholten kündigte die Band um 20.45 Uhr an und die legte dann richtig los. „Vegas“, „Rock-N-Roll State Of Mine“, „Hard Times“, „Sick And Tired” und „21 Again” wurden ohne Unterbrechung hintereinander weg gespielt. Die Rock-Kracher heizten unmittelbar die Stimmung auf und brachten die Leute in Wallung.

Nach dem rasanten Einstieg richtete Ron Young zur Einstimmung auf „In Your Arms“ einige Worte an den randvollen Saal. Die schöne Ballade wurde von einigen textsicheren Fans komplett mitgesungen. Das starke „Dirty Water“ folgte mit einem gehörigen Blues-Touch, den Youngs technisch verzerrte Stimme zum Einstieg in den Song verstärkte.

Danach ging es mit den von Chuck Berry und Johnny Thunders inspirierten Rock-N-Roll-Stücken „Stand Up“ und „Real Rock Drive“ druckvoll weiter. Dazwischen streute die Band ihren Klassiker „Down And Dirty“ ein. Young animierte die Besucher bei den Songs zum Klatschen und nicht wenige ließen ihre Haare kräftig fliegen oder legten sich mit der Luftgitarre ins Zeug.

Young zelebriert seine Bühnenauftritte und will gemeinsam mit dem Publikum einzigartige Momente erleben. Mit der Aufforderung, den Augenblick zu genießen, leitete der Bandleader die Ballade „Time Enough For That“ von der neuen Scheibe „Eight“ ein. Darauf folgte das obligatorische „Chain Of Fools“ mit mehrstimmigem Gesang. Mark Tremalgia steuerte hier ein ausgiebiges Gitarrensolo bei und wurde dafür frenetisch gefeiert.

Mit Country-Anleihen rockte anschließend „Mama Tried“ – mein Favorit des neuen Albums. Nach einem kurzen Exkurs über durchlebte Exzesse lieferten sich Loren Molinare und Mark Tremalgia ein mitreißendes Gitarrenduell bei „Rum And Coke“. Nach 75 Minuten endete mit „Drive It Home“ das Hauptset.

Der Applaus holte die Band für eine Viertelstunde zurück auf die Bühne. „Cajun Panther“, „Nobody Said“ und das Medley „Every Picture Tells A Story – Happy“ bildeten die Zugabe. Bei dem letztgenannten Titel übernahm Bassist Pharoah Barrett zeitweise die Lead Vocals. Der Hüne mit knallig rot gefärbtem Bart sorgte zusammen mit Tom Morris am Schlagzeugt für den Rhythmus. Mark Tremalgia glänzte bei einigen Gitarrensolos. Loren Molinare sorgte mit seinen Posen für Bewegung auf der Bühne.

Während Ron Young bei seinem letzten Besuch in Krefeld 2016 gesundheitlich angeschlagen war, präsentierte er sich nun wieder stimmlich in Topform und trug wie gewohnt Sonnenbrille und Schlägerkappe. Vielleicht erzählte Young während des Konzerts insgesamt weniger als bei den zuvor besuchten, aber er interagierte gewohnt charismatisch und mit seiner ihm eigenen Begeisterung packte er die Zuschauer auch diesmal.

Mit sieben Titeln ihres Debüt-Albums aus dem Jahr 1990 setzte Little Caesar auf bewährtes. Von dem aktuellen Longplayer wählte die Band die fünf richtigen Stücke aus. Lediglich „Good Times“ habe ich auf der Setlist vermisst. Live gespielt gefiel mir „Time Enough For That“ noch besser als auf der CD. Vielleicht lag das auch daran, dass die Ballade eine der Verschnaufpausen während des temporeichen und ziemlich lauten Auftritts darstellte.

Der gradlinige, ehrliche und erdige Rock-N-Roll von Little Caesar garantiert kurzweilige Konzerte. Teenage Head Music hat mit der Truppe eine klasse Band im Programm, die man mal auf der Bühne gesehen haben sollte.

Line-up:
Ron Young (lead vocals)
Mark Tremalgia (electric guitar, vocals)
Pharao Barrett (bass, vocals)
Tom Morris Williams (drums)
Loren Moulinare (electric guitar, vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Michael Segets

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