Sweet Bourbon – Night Turned Into Day – CD-Review

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Die Niederländer sind ja für ihre Passion in Sachen Blues/Blues Rock hinlänglich bekannt. Jetzt hat mich der Gitarrist der im Raume Nijmegen angesiedelten Band Sweet Bourbon, Chris Janssen, via Facebook kontaktiert und gebeten, eine Expertise bezüglich ihres Zweitwerks „Night Turned Into Day“ abzugeben.

Wenige Tage später lag das vom Coverartwork her professionell und optisch ansprechend gestaltete Teil (Digipack mit Steckbooklet samt aller Texte, Bilder und Infos) plus einem Logo-verziertem Aufkleber und Bierdeckel im Briefkasten.

Was mir direkt gefiel ist, dass das Quintett, bestehend aus  Roeland van Laer (bass), René van Onna (lead vocals, acoustic guitar), Chris Janssen (guitars), Willem Van der Schoff (keys) und Martijn Cuypers (drums), den Fokus auf ergänzende weibliche Background vocals legt und die Damen Sonja Wolters, Suzan Wattimena und Laura Van der Vange, geführt unter dem Namen Bourbonettes, quasi bei allen Stücken fest mit eingebunden hat.

Dank einer gewissen Affinität auch zum Southern Rock bezeichnet die Band selbst ihren Stil als ‚a new Blues sound‘. Und in der Tat lassen sich vor allem aufgrund des teils allmanesken Orgelspiels des hier insgesamt überragend agierenden Allround-Keyboarders (Organ, piano, e-piano) Willem Van der Schoff (u. a. „2nd Wallstreet“, „Texas Woman“, „Blinded“), mancher E-Gitarreneinlagen von Janssen (Slide bei „I Don’t Care“) und vieler typischer Backings der Bourbonettes, Bezüge zu der von uns bevorzugten Musikthematik herstellen.

Als meine Favoriten kristallisierten sich das eingängig groovende „Cool Down“ (richtiger Weise auch als erste Single ausgekoppelt), die atmosphärischen „Blue Wonder“ und „Got To Say Goodbye“ (slow bluesig, aber auch im 70er Rock verankert) sowie das kurze, aber trotzdem jammige Instrumental „Enfants Terrible“ heraus, bei der das Ensemble zum Abschluss nochmal einen knackigen Groove entfacht.

Insgesamt ist „Night Turned Into Day“ von Sweet Bourbon eine mit viel Herzblut und klarer Intention versehene CD geworden, die sehr viel Licht und nur wenig Dunkelheit offenbart. Meine Wenigkeit als Nashville-erprobter Hörer hätte vielleicht noch die Einbindung eines richtig guten Produzenten, der vermutlich klangtechnisch noch marginale Verbesserungen erzielt und aus René van Onnas Gesang etwas mehr Emotionalität herausgekitzelt hätte, zur Diskussion gestellt. Ansonsten reift hier aber ein richtig gutes musikalisches Destillat heran.

Bourbon Records (2017)
Stil: Blues Rock

01. 2nd Wallstreet
02. Texas Woman
03. Cool Down
04. Blue Wonder
05. Kicked Me Out
06. I Don’t Care
07. This Year’s Destination
08. Got To Say Goodbye
09. Blinded
10. Swan
11. Enfants Terrible

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Rhino Bucket, 05.01.2018, Kulturrampe, Krefeld – Konzertbericht

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Kaum sind die ersten Tage von 2018 ins Land gezogen, startet auch die Konzertsaison am ersten Wochenende des Jahres direkt mit einem Paukenschlag. Die sich mittlerweile unter der Teenage Head Music-Familie befindlichen kalifornischen Kult Hard Rocker Rhino Bucket, bestritten den Deutschland-Auftakt ihrer Europa-Tournee, in Krefelds Konzert-Puppenstübchen, der Kulturrampe.

Klar, dass auch wir uns das Ereignis nicht entgehen lassen wollten. Gastgeber Markus ‚Pille‘ Peerlings und sein Team hatten angesichts des Ansturms auf die Karten, die Fläche von sämtlichem sonstigen Mobilar (Stehtische) freigeräumt, die Rampe war picke-packe voll. Neu waren zwei aufgehangene Bildschirme, sodass man sowohl in den hinteren Rängen, als auch vorne im Foyer, jeder Zeit ein Blick auf das Geschehen der Bühne werfen konnte.

Das Quartett um die beiden Gründungsmitglieder Georg Dolivo und Reeve Downes, sowie den später, aber auch schon vor längerer Zeit, dazu gestoßenen Brian ‚Damage‘ Forsythe (Kix) und Dave DuCey (Warrior) stiegen pünktlich um 21:00 Uhr mit dem standesgemäßen Opener „One Night Stand“ in den Gig ein.

In den nächsten gut 90 Minuten war dann kompromisslos Vollgas der klassischen Hard Rock-Schule angesagt. Allein schon der Bon Scott-ähnlichen Stimmlage des Fronters Georg Dolivo wegen und dem rhythmisch-riffigen E-Gitarrensound fast aller Tracks, war die Nähe zum australischen Aushängeschild der Sparte natürlich unverkennbar.

Rhino Bucket repräsentierte die amerikanische Variante vor allem durch das E-Gitarrenspiel von Brian Forsythe, der mit einer doch eher im Country Rock verwurzelten Fender Telecaster, sein quirliges Spiel mit vielen integrierten filigranen Soli, zum Besten gab. Dieser war zudem noch mit einem Sweatshirt der berühmten Fame-Studios in Muscle Shoals, Alabama, bekleidet, eine der Wiegen, des von uns normaler Weise bevorzugten Southern Rocks.

Der Vierer spielte im Großen und Ganzen das gleiche Programm wie Abends zuvor im belgischen Verviers mit Stücken wie dem dezent ZZ Top-umwehten „Beat To Death Like a Dog“, „Who’s Got Mine“, „She Rides“, „She’s A Screamer“ bis zum launigen Schlussspurt mit u. a.  „I Was Told“.

Im Prinzip ein schöner Querschnitt durch ihre sieben bisherigen Studio-Alben. Eine dezente Tempo-/Lautstärken-Drosselung gab es – wenn überhaupt –  nur bei „Word“. Dolivo scherzte bei der Ansage, dass es jetzt vielleicht ‚die‘ Gelegenheit wäre, ein wichtiges Telefongespräch zu führen. Das aktuelle Album „The Last Real Rock N’Roll“ wurde durch Songs wie „Hello Citizens“, „Forgivness“ und „So Long“ gestreift.

Nach dem Gig gab es noch das mittlerweile obligatorische Bild der Band mit unserem Logo in den Katakomben der Rampe für unsere VIP-Galerie und das übliche Treiben am dicht belagerten Merchandise-Stand, an dem die vier Kultrocker gut gelaunt und lebensnah für Small-Talk, Unterschriften und Bilder, ihren Fans zur Verfügung standen.

Insgesamt ein toller, stimmungsvoller Konzertauftakt des Jahres 2018 mit Rhino Bucket in Krefelds kultiger proppevoller Kulturrampe. Direkt die richtige Band, zum richtigen Zeitpunkt, am richtigen Ort – das müsste doch ein wahrlich gutes Omen für die laufende Saison sein!

Line-up:
Georg Dolivo (lead vocals, electric guitar)
Brian Forsythe (electric guitar, vocals)
Reeve Downes (bass, vocals)
Dave DuCey (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Rhino Bucket
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Teenage Head Music
Kulturrampe Krefeld

Voltage – Around The Bend – CD-Review

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Dass ich einen Faible für unsere niederländischen Nachbarn besitze, habe ich ja hier schon öfter deklariert. Seit unser Labi Django vor knapp 14 Jahren das Licht der Welt erblickt hat, machen wir im Süden des Landes regelmäßig Urlaub, genießen die herrliche Luft, das Meer, die gepflegte Infrastruktur und verbringen quasi wirklich relaxte, erholsame, ‚proletenfreie‘ Tage (gut, es war immer außerhalb der Ferienzeit…).

Dazu besaßen sie mit Willi Lippens (Rot-Weiss Essen) den wohl besten Fußballer aller Zeiten auf diesem Planeten, aber auch in Sachen Musik, bzw. Konzertkultur liegen sie mittlerweile ganz gut im Rennen. Die Passion der Holländer für  Blues/ Blues Rock ist mittlerweile fast so genau so bekannt, wie ihr Enthusiasmus für Wohnwagen und die Farbe Orange. Aber Southern Rock von dort???

Selbst ein gestandener Experte in diesem Genre wie meine Wenigkeit, war echt von den Socken, als ich das Zweitwerk „Around The Bend“ der Band Voltage, aus Brabant stammend, in den Player legte. Aufgrund des Namens hatte ich irgendetwas Hard Rock-mäßiges in Richtung AC/DC erwartet (kleine Reminiszenzen tauchen auch sporadisch in den E-Gitarren-Hooks auf), musste mich aber spätestens mit dem Molly Hatchet-trächtigen Opener „Pistol Pete“ eines Besseren belehren lassen, zumal die verblüffende Ähnlichkeit von Bandleader Dave Vermeulen mit der Stimme  von Charlie Starr, unweigerlich starke Bezüge zu Blackberry Smoke suggeriert.

Im weiteren Verlauf präsentieren die Herren Vermeulen, Gijs Heijnen, Bob Donkers und Bart Candel ein unterhaltsames, schroffes Southern Rock-Konglomerat, mit allen bewährten instrumentellen Zutaten der  Sparte, die man von Acts wie Skynyrd, Blackfoot, ZZ Top, Allman Brothers, Rambler und den beiden bereits genannten Molly Hatchet und Blackberry Smoke gewohnt ist. Die Stones, AC/DC oder Status Quo werden ab und zu auch einbezogen.

Allesamt Eigenkreationen, die sich natürlich zum Teil an Songs dieser Bands orientieren (z. B. „Up The Road“ an „Midnight Rider“ oder „Good Times“ an „Good One Coming On“). Sehr schön knackig anzuhören, da man auch die raue, aber recht klare Produktion als gelungen bezeichnen kann. Die Zusammenstellung der Songs ist dank wechselnder Tempi und vieler atmosphärischer Schwenker ebenfalls als kurzweilig zu belobigen.

Clever: Mit „Dirty Harry’s Juke Joint“ ist dazu ein klassischer Blues Rocker (mit Harp-Einlagen) präsent, um evtl. auch einen Großteil der einheimischen Hörer mitzunehmen. Und am Ende gibt es mit „Joelle“ noch einen melodischen Track (im Erzählstil von Vermeulen gesungen), samt Southern-typischen Instrumental-Finale, mit Hymnencharakter als Highight. Somit alles richtig gemacht!

„Around The Bend“ von Voltage ist absolut kein musikalischer Käse, sondern kann, im Gegenteil, unbedenklich jedem Southern Rock-Liebhaber ans Herz gelegt werden. Auch wenn diese Eigenproduktion bereits im September herausgekommen ist, war sie für mich persönlich zum Ende des Jahres noch mal eine faustdicke Überraschung. Godverdomme, echt klasse diese Südstaaten-Holländer!

Eigenproduktion (2017)
Stil: Southern Rock

01. Pistol Pete
02. Heart Of Stone
03. Up The Road
04. Good Times
05. Up from the Downside
06. For Better Ways
07. Bye Bye Baby
08. Dirty Harry’s Juke Joint
09. Blue Highway
10. Matchbox
11. Joelle

Voltage
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The Quireboys – White Trash Blues – CD-Review

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Review: Gernot Mangold

The Quireboys spielen Blues? Ihre größten Erfolge hatten die Quireboys in den frühen 90er Jahren, wo inbesondere das Debutalbum „A Bit Of What You Fancy“ hervorzuheben ist, das in den UK-Album-Charts bis auf Platz 2 gelang. Springen die Quireboys nun auch auf den Zug auf, den zur jetzigen Zeit viele Musiker vollziehen, die oft auch zum Karriereende noch einmal einen kommerziellen Erfolg oder aus Spaß einen Cover-Blues Sampler herausbringen?

Zunächst war ich sehr skeptisch, wenn man die Ursprünge der Quireboys sieht, die eher in Richtung Glam- oder Hardrock einzustufen sind. Schon beim ersten Titel „Cross Eyed Cat“, einem Muddy Waters-Klassiker zum Einstieg, werden die Bedenken schon beiseite geschoben. Die Quireboys geben dem Song ein neues Gewand und verbinden damit ihren eigenen rockigen Stil mit dem Blues, wo Spikes Gesang wie die Faust aufs Auge passt und Keith Weir mit Keyboardeinlagen glänzen kann.

Auch bei den weiteren Stücken wie „Boom Boom“ von John Lee Hooker zeigen die Quireboys, dass sie den Blues können. Insgesamt sind die Songs etwas härter gespielt als die Originale, was aber schon in der Natur der Band liegt und ihnen ein eigenes Flair verleiht. Wer will schon alte Bluesklassiker Ton in Ton von anderen Musikern hören? Weder der Bluesfan und die alteingesessenen Quireboys-Fans mit Sicherheit auch nicht.

So gelingt eine Symbiose, die sowohl eher den Hardrock zugewandten Fans, wie auch den Blues-Liebhabern gerecht wird. Besonders hervorzuheben sind „Going Down“ von Freddie King, eine Mischung aus Hard- und Bluesrock, wo Spike vom Gesang schon fast dem Stile eines Dan McCafferty von Nazareth nahekommt und durch das treibende Gitarrenspiel der zwei Gitarristen Guy Griffin und Paul Guerin Fahrt aufgenommen wird. „Leaving Trunk“ von Johnny Jenkins und „Little Queemie“ von Chuck Berry, kommen dem bekannten Sound der Quireboys am nächsten.

Fazit: ein starkes Album, in dem die Quireboys beweisen, dass sie auch den Blues in verschiedenen Stilen können, ohne ihre eigentlichen Wurzeln zu verlieren, wobei dieser ja eh als Wurzel fast aller Rockstile gesehen werden kann. Auch die anfangs genannte Skepsis, dass es sich um einen Versuch im Rahmen der Aufmerksamkeitsgewinnung handeln könnte, ist zu verneinen. Die sechs Musiker haben, zumindest im Studio noch die Dynamik und Spielfreude, welche sie schon vor knapp 30 Jahren auch live auszeichnete.

Positiv hervorzuheben ist, dass nicht versucht wurde, einen Abklatsch alter Bluesklassiker abzuliefern, sondern dass allen Songs ein charmanter Quireboys-typischer Touch gegeben wurde. Von daher Kaufempfehlung und Augen auf, wann die Quireboys das nächste Mal live in der Nähe auftreten. Es könnte interessant sein, dabei zu sein, wie es der Band gelingt die Bluesklassiker und eigene Songs einem Publikum zu präsentieren, in dem sowohl (Hard-) Rock wie auch Bluesrockfans auf ihre Kosten kommen könnten.

Line-up:
Spike (vocals)
Guy Griffin (guitar)
Paul Guerin (guitar)
Keith Weir (keyboards)
Nick Mailing (bass)
Dave McCluskey (drums)

Off Yer Rocka Recordings (2017)
Stil: Blues Rock

01. Cross Eyed Cat
02. Boom Boom
03. I Wish You Would
04. Take Out Some Insurance
05. Going Down
06. Help Me
07. Shame Shame Shame
08. Im Your Hoochie Coochie Man
09. Leaving Trunk
10. I’m A King Bee
11. Walking The Dog

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T.G. Copperfield – The Worried Man – CD-Review

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Ein Musiker, für den der Begriff ‚Entschleunigung‘ im Wortschatz nicht vorhanden zu sein scheint – gut, diese Gattung von Menschen pflegt eine solche Tätigkeit ja in der Regel zwischen 4:00 Uhr morgens und 18:00 Uhr am späten Nachmittag… – ist unser lieb gewonnener Tilo George Copperfield.

Der fleißige Regensburger, zunächst eher durch seine Mitgliedschaft in Bands wie Hoaß und 3 Dayz Whiskey einem relativen Insider-Kreis bekannt, hat sich seit Beginn des Jahres ’selbstständig‘ gemacht und unter dem Namen „T.G. Copperfield“ sein erstes Solo-Album herausgebracht. Seitdem zieht er umtriebig unter eigener Firmierung in Sachen Auftritte durch die Lande.

Dem aber wohl nicht genug. Keine 11 Monate schickt der bajuwarische Bruce Springsteen i. Gr. (an den erinnert er mich rein äußerlich so ein wenig) nun bereits den Nachfolger „The Worried Man“ ins Rennen.

Im Prinzip führt der aus 12 Stücken (inklusive des kurzen Depeche Mode-Hidden Tracks „Enjoy The Silence“ bestehende Longplayer, den eingeschlagenen Weg des Erstlings konsequent fort. Ein buntes Konglomerat aus Reminiszenzen an die gute alte Rockmusik (u. a. CCR – das bluesige „Down In The Mud“, Motörhead – „Go To Hell“, Doors – „Worn Out Shoes“, Marillion – „Who Will Stop The Rain“, Pink Floyd – „The Wooried Man“) mit all ihren verschiedenen Facetten, gefasst in, von Tilo eigens kreierte Kompositionen.

Markant wieder seine gute variable Saitenarbeit. Geändert hat sich das ihn umgebende Team. Diesmal hat sich Tilo schwerpunktmäßig auf seine Live-Begleiter Michael Hoffmann und Michael Karl verlassen, Co-produzierend und auch musikalisch (keys, bgv) involviert war Robert ‚Hubi‘ Hoffmann.

Als Farbtupfer erweisen sich die Einbindung einer Bläser-Section bei „Black Cat Voodoo Spell“, das Ennio Morricone-umwobene Country-Instrumental „Black Horse“, sowie die vokale Assistenz der uns ebenfalls bestens bekannten Amerikanerin Monique Staffile (alias HER), die „Shame Shame Shame“ ihren rotzigen Gesangsstempel aufdrückt.

Apropos Gesang: Eigentlich mein einziger subjektiver Kritikpunkt (gilt auch für das Erstwerk, don’t worry Tilo): TGs Gesang ist mir persönlich insgesamt etwas zu brav, zu ‚deutsch‘ klingend, stimmlich nicht impulsiv genug. Daran müsste, wie auch immer, meiner Ansicht nach, vielleicht in Zukunft noch etwas gefeilt werden.

Das Coverartwork mit eingelegtem Textbooklet ist gewohnt professionell und ansehnlich gelungen, ansonsten alles im grünen Bereich. Weiterhin viel Erfolg für deinen Traum, Tilo!

Timezone Records (2017)
Stil: Rock & More

01. Evil Eye
02. Something Wrong
03. Down In The Mud
04. Love Somebody
05. Who Will Stop The Rain
06. Black Cat Voodoo Spell
07. Go To Hell
08. Shame Shame Shame
09. Who’s That
10. Worn Out Shoes
11. Black Horse
12. The Worried Man

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Timezone Records

The Electric Alley, 08.12.2017, Kulturrampe, Krefeld – Konzertbericht

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The Electric Alley bildeten gestern Abend für Gernot und mich, den Abschluss (sofern wir uns nicht noch für irgendetwas Ungeplantes spontan entscheiden sollten) eines intensiven Konzertjahres 2017, in dem wir alleine aus unserer lieb gewonnenen Kulturrampe satte 19 mal berichtet haben.

Nachdem ich am Montag bei Chantel McGregor aufgrund der ungeheuren Fülle an Aufgaben und dementsprechenden Belastungen in meinem richtigen Job, mal gepasst hatte, war die Präsenz beim Deutschland-Debüt, des sich im Portfolio von Teenage Head Music befindlichen Quartetts aus dem spanischen Cadiz, natürlich Pflicht, zumal es noch mal die Gelegenheit gab, sich von den vielen bekannten, ebenso Musikverrückten wie u. a. Manny Montana samt Ehefrau, KR-Ikone Mario Scholten (hatte angesichts des herrlichen Wetters großzügig den Vorzug im gemütlichen Outdoor-Bereich an der Kasse bekommen), Techniker Malte, SoS-Mitarbeiter Michael Segets und natürlich ‚Mr. Kulturrampe‘ Pille aus dem alten, noch bestehenden Jahr zu verabschieden (und bereits die ersten Pläne für 2018 zu schmieden).

Um die 60 Zuschauer sorgten für einen Erstaufritt der jetzt gerade nicht mega-mäßig bekannten Iberer für einen ordentlichen Rahmen, die auch für mich Neuland waren, da Gernot den Review zu ihrem immer noch aktuellen Album „Get Electrified!“ von 2015  geschrieben hatte.

Der unterhaltsame engagierte Gig, der sich stilistisch überwiegend im Bereich des melodischen Hard Rocks einordnen lässt, untermauerte im Prinzip Gernots verfasste Thesen, die Band samt ihres eigenständig kreierten Materials, in die Nähe der bekannten Interpreten des Genres wie Alice Cooper, Aerosmith, Bon Jovi oder Guns’n Roses zu rücken. Aus meiner Sicht könnte man durchaus auch noch Acts wie AC/DC, Black Crowes, House Of Lords, Little Caesar, etc. in den erweiterten Dunstkreis aufnehmen.

Und so spielten sich die vier Musiker, angeführt von Sänger und Gitarrist Jaime Moreno (dessen in Düsseldorf lebende Schwester zum Gig angereist war) mit viel Dampf (eröffnet wurde mit dem fetzigen „Up In Flames“) durch ausgewählte Tracks ihrer beiden Alben „Backward States Of Society“ und „Get Electrified!“. Lead Gitarrist Nando Perfumo glänzte mit vielen quirligen Soli auf seiner schwarzen Les Paul, der athletische Sergio Reyes Gamaza am Bass (einmal mit toller Gesangskurzeinlage) und Drummer Rafa Gonzales bildeten eine überaus kraftvolle Rhythmusfraktion.

Der Bezug zu unserem Magazin wurde durch das, mit einem integrierten „Can’t You See“-Intermezzo verzierte, southern rockige „Live While You’re Alive“ gewahrt, das aus meiner Sicht neben Stücken wie „Go Go Go“ (vielleicht der Song mit dem höchsten Wiedererkennugswert), den atmosphärischen Midtempotracks „Free My Soul“ (sehr emotional gesungen) und „Eagles Fly Solo“ (teils soulig, teils hymnisch), auch zu den Highlights des Hauptteils zählte.

Die stürmischen „Alley, Alley“-Rufe der begeisterten anwesenden Rampen-Besucher wurden mit zwei Zugaben, u. a. mit dem Titelstück des 2015er-Werkes „Get Electrified!“ angemessen zufriedengestellt. Insgesamt ein knackiger Abend mit The Electric Alley, der zum vorgezogenen Wochenausklang mal so richtig die Ohren durchgepustet hat.

Unser Dank nochmals an alle Beteiligten, die dazu beigetragen haben, dass in solchen, mit viel Herzblut bedachten Locations wie der Kulturrampe, noch unzählige weitere niveauvolle musikalische Auflagen dieser Art folgen mögen. Man sieht sich im neuen Jahr bei Rhino Bucket!

Line Up:
Nando Perfumo – Lead Guitar, Background Vocals
Jaime Moreno – Lead Vocals, Electric Guitar
Sergio Reyes Gamaza – Bass, Background Vocals
Rafa Gonzales – Drums

Bilder: Gernot Mangold
Bericht: Daniel Daus

The Electric Alley
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Teenage Head Music
Kulturrampe Krefeld

Zuma Birds – Contact Light – CD-Review

Libreto CD Jewel Box

Review: Stephan Skolarski

Das Albumcover von „Contact Light“, dem Debut des spanischen Rock-Trios Zuma Birds, gibt bereits einen kleinen Hinweis, in welche Richtung die „Reise“ musikalisch geht. Abgebildet ist eine hügelige, weitläufige, auf den Horizont fixierte Landschaft, die trotz einiger Bäume eher ausgetrocknet wirkt. Diese Landschaft kann mit wenig Phantasie durchaus den Südstaaten der USA zugeordnet werden. Die musikalischen Assoziationen reichen in diesem Zusammenhang von Southern, über Desert, bis hin zu Stoner Rock und die Erwartungen, die sich aus dieser unwillkürlichen, gedanklichen Verknüpfung ergeben, werden, um das schon einmal vorweg zu nehmen, vollends erfüllt.

Die jungen Madrilenen sind ein klassisches Rock-Trio, bestehend aus dem Gitarristen Shakin‘ David, Toti Garcia am Bass und dem Schlagzeuger Rui Barbosa und beschreiben ihren Musikstil selbst als „Cosmic American Music“. Das erste was einem beim Blick auf die Tracklist auffällt, sind die ungewöhnlich langen Songs. Ob sie sich dabei an ihren Vorbildern Neil Young & Crazy Horse orientiert haben, für die zweistellige Minutenwerte keine Grenze darstellen? Instrumentell lassen sie sich auf jeden Fall vom kanadischen Songwriter und bekennenden „Experimentalisten“ leiten!

„Easy Rider“, das erste Stück des Longplayers, erinnert natürlich sofort an den gleichnamigen Kultfilm mit Steppenwolfs Evergreen „Born To Be Wild“. Endlose, staubige Highways zeichnen sich dabei vor dem inneren Auge ab. Und genau diese Vorstellungen untermalt der Opener in schöner Desert Rock Manier, mit typischen Tempowechsel und Boogie Outro. Auf dem Country-Folk-Rock angehauchten „Deadhead Suzie“ hört man sofort die Byrds heraus, mit ausgefallenem Slide-Gitarrensolo. Als musikalische „Lehrmeister“ erwähnen Zuma Birds neben der Southern Rock-Ikone The Allman Brothers Band auch die Jam Band Greatful Dead, denen auf „Deadhead Suzie“ lyrisch gehuldigt wird: „You dreamt of incense smell, flowers in your hair and dancing barefoot to The Grateful Dead.“

Der sehr einfallsreich gestaltete Grower „A Town With No Name“ schaukelt sich über die 8-Minuten Marke und fesselt mit dem überragenden Gitarrenspiel von Leadsänger Shakin‘ Davids. „Let Me Follow You Down“ überzeugt als eingängiger Roadtrip Song, mit dem Anbagger-Refrain: „Hey, let me follow you down/You’re the cutest chick I’ve seen around“. Der Song „King Of The Mountain“ weist ein tolles Klangspektrum auf, erst folkig und psychedelisch und geht dann im Schlussteil in schnelle Psychedelic-Rock Elemente über. Das sechste Stück „Drifter“ beeindruckt mit dem schwer arbeitenden Drummer Rui Barbosa, voluminösen Sound, und lässt ein gewisses Space-Rock Feeling aufkommen.

Auf dem straighten Rocker „The Midnight Train“, der radiotauglichste Song des Albums, lässt man sich im Mittelteil kurz vom Heartland Rock Hit „Rebels“ von Tom Petty & the Heartbreakers inspirieren; die LP von Petty heißt übrigens „Southern Accents“! Das letzte Lied „She’s Got Stars In Her Eyes“ knackt sogar fast die 12-Minuten Marke und bildet einen grandiosen Abschluss. Die instrumentellen Parts sind erneut psychedelisch geprägt, mit einem langen Gitarrensolo, das an David Gilmours Gitarrenkünste erinnert.

Textlich findet sich immer wieder ein Bezug auf ihren geographisch-musikalischen Einfluss, wie z.B. bei „Deadhead Suzie“: „But every night in bed you’d hear Jerry [Garcia] sing and fantasize about a better place“ oder „The Midnight Train“: „Movin’ through mountains, rivers and valleys, a cosmic tapestry at the touch of a hand“.

Zuma Birds präsentieren sich auf ihrem Debutalbum „Contact Light“ erfrischend experimentierfreudig und überzeugen mit langen, sehr schön ausgefüllten Instrumentalpassagen. Sie greifen dabei Altes und teilweise Bekanntes auf, übertragen es gekonnt mit eigenen kreativen Akzenten in moderne, originäre Sounds mit Wiedererkennungswert. Zuma Birds sind DIE große Southern/Stoner//Psychedelic Rock-Entdeckung 2017. Man darf mit großer Zuversicht ihre weitere Entwicklung abwarten.

Delia Records/Nooirax Productions (2017)
Stil: Cosmic American Music

01. Easy Rider
02. Deadhead Suzie 03. A Town With No Name
04. Let Me Follow You Down
05. King Of The Mountain
06. Drifter
07. The Midnight Train
08. She’s Got Stars In Her Eyes

Zuma Birds
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Chantel McGregor, 04.12.2017, Kulturrampe, Krefeld – Konzertbericht

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Montags in der Kulturrampe lagen bisher die Prioritäten auf Blues Rock. Pünktlich um 20:30 Uhr betrat Chantel McGregor die Bühne in der mit etwa 80 Besuchern für einen Montag gut besuchten Kulturrampe. Da die 31jährige Britin, mehrfach von den British Blues Awards als beste Jungmusikerin, beste weibliche Stimme und Gitarrist des Jahres, preisgekrönt wurde, war ein eher blueslastiger Abend zu erwarten. Die ersten beiden Songs, „Not Here With Me“ und „Anaesthetise“ spielte sie alleine auf einer akustischen Gitarre eher in einem folkigen Stil, zum Teil einer Heather Nova auch stimmlich ähnelnd.

Zu „Inconsolable“ gesellten sich dann die beiden Mitstreiter Adam Speare am Bass und Ollie Goss an den Drums zu ihr, hielten sich aber zunächst sehr im Hintergrund. Die Zuschauer stellten sich auf einen eher ruhigen Abend ein und hörten entspannt den Protagonisten zu. Diese Ruhe wurde aber jäh unterbrochen, als Chantel während des Songs die akustische Gitarre gegen ihre elektrische Musicman tauschte und diesen mit einem ersten sehr melodischen Solo beendete.

Von nun an wurde es rockig und McGregor zeigte ihren Wandel hin zum Hardrock, der auch das aktuelle Album „Loose Control“ in weiten Teilen prägt. Mit „Southern Belle“ setzte sie einige Southern Rock-Akzente und nahm das Publikum, auch durch ihre sympathische, manchmal schelmische Bühnenpräsenz mit auf eine progressive hardrockende Reise. Es folgten noch „Like No Other“, „Caught Out“ und „Your Fever“ und knapp 50 Minuten vergingen wie im Flug, als der erste Set endete.

Nach einer etwa 20-minütigen Pause, in der sich die zum Teil mittanzenden Zuschauern mit Erfrischungsgetränken stärken konnten, ging es weiter. Die Pause tat auch McGregor gut, die, von meisten Zuschauer nicht bemerkt, mit einer Erkältung zu kämpfen hatte. Bei dem mit Vollgas gespielten „Burn Your Anger“ war eine stilistische  Nähe zu einer rockigen Melissa Etheridgezu erkennen. Mit „I’m Not Good For You“ wurde erstmals das Montagsmotto ‚Blues‘ aufgenommen und die Band legte einen schönen Song dieser Sorte hin, um mit „Fabulous“ wieder rockiger Klänge einzuschlagen.

Mit dem bisher unveröffentlichten „April“, einem Instrmental, folgte einer der Höhepunkte das Abends. Psychedelisch, inklusiv eines fast durchgehenden Solos in verschiedenen Geschwindigkeiten, wurden manche Zuhörer sichtbar in einen ekstatischen Zustand versetzt. Die folgenden „Killing Time“ und „Walk On Land“ kamen wieder sehr rockig rüber und wurden,wie jeder Song, mit Humor angekündigt, wo Chantel auch über sich selbst lachen konnte. So versprach sie, falls genügend Zugaben gefordert würden, sie diesen auch nachkommen würde.

Die erste dieser Sorte, „Take The Power“, zeigte, dem Titel gemäß, welche Power in der jungen McGregor steckt und nach etwa gespielten 90 Minuten, verließ die Band die Bühne unter dem tosenden Applaus, der noch Minuten anhielt. Eine sichtlich gerührte McGregor spielte als Rausschmeißer mit „Avin A Giraffe“ eine mitreißende Bluesnummer und ließ nun endgültig sichtlich zufriedene Besucher zurück, um wenige Minuten später am Merchandise-Stand, gut gelaunt wieder präsent zu sein.
Fazit: McGregor nutzte den letzten Auftritt der Tournee, um ihren neuen Longplayer „Loose Control“ in Krefeld vorzustellen, wobei die meisten Songs sich in den zwei Sets wiederfanden und noch rockiger und rauher daherkamen, als auf der Platte.

Sie zeigte ihre vielfältigen spielerischen Fähigkeiten und setzte mit gezielten Gitarrensolis immer wieder Akzente. Bemerkenswert war auch der Beginn des Konzertes, mit zweieinhalb ruhigen folkigen Nummern einzusteigen und dann gemäß des Albumtitels die „Kontrolle“ in zum Teil psychedelischen Sequenzen zu verlieren. Das Konzert hat auch schon Vorfreude, für das, fürs nächste Jahr angekündigte neue Album ausgelöst.

Die Besucher dieses Gigs werden mit Sicherheit beim nächsten Mal auch wieder dabei sein. Positiv anzumerken ist, dass die Rampe trotz Wochenbeginns gut gefüllt war, was wieder einmal ein Zeichen dafür war, dass gute Livemusik immer sein Publikum findet. Gefreut hat es mich auch für Pille und sein Team, dass das Risiko der Montagsreihe, sich langsam auszuzahlen scheint und von den Rockfans aus Krefeld und Umgebung angenommen wird.

Line-up:
Chantel McGregor (lead vocals, electric guitar)
Adam Speare (bass)
Ollie Goss (drums)

Bericht und Bilder: Gernot Mangold

Chantel McGregor
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Kulturrampe Krefeld

Kid Rock – CD-Gewinnspiel

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Das Gewinnspiel ist beendet.

Die richtige Antwort hieß natürlich ‚Robert James Ritchie‘!

Über die brandaktuelle Kid Rock-CD „Sweet Southern Sugar“ darf sich

Detlef Kiefer aus Lauterbach,

freuen, dem der Gewinn in den nächsten Tagen zugeht!

Sounds Of South wünscht viel Spaß damit!

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In Zusammenarbeit mit CMM Promotion verlosen wir ein Exemplar der neuen CD „Sweet Southern Sugar“ von Kid Rock. Tolles Teil, mitmachen lohnt sich.

Folgende kindische Frage muss dazu richtig beantwortet werden:

Wie lautet der bürgerliche Name von Kid Rock?

a) James Lionel Richie
b) Ritchie James Dio
c) Robert James Ritchie

Bitte sende eine E-Mail mit der richtigen Lösung bis zum 04.12.2017 an dan@sounds-of-south.de.

Wir losen unter allen richtigen Einsendern eine/n Gewinner/in aus, der/die dann umgehend benachrichtigt und mit der CD beliefert wird.

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cmm – consulting for music and media

The Weight – Same – CD-Review

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Review: Michael Segets

In Sachen Rockmusik sind unsere südlichen Nachbarn momentan im Aufwind. Nahezu zeitgleich zu der neuen Scheibe der Basement Saints aus der Schweiz bringt das österreichische Quartett The Weight ihre Debüt-CD heraus. Ganz im Geist der 70er Jahre – die Wiener nennen Grand Funk Railroad, Deep Purple und Led Zeppelin als ihre Vorbilder – legt The Weight ein Rockalbum der härteren Gangart vor, bei dem den Hörern auch einige Verschnaufpausen zugestanden werden.

Der Longplayer beginnt mit „Hard Way“, dessen Titel zugleich Programm ist. Die härten Gitarrenriffs von Michael Böbel in der Kombination mit dem Shouter Tobias Jussel weisen den Weg, den The Wight auf ihrer CD einschlagen. Reminiszenzen zur Musikgeschichte verarbeitet die Band in dem witzigen Video zu „Trouble“. Bekannte Plattencover werden dort in lockerer Weise durch die Jungs verändert. Der Song selbst fügt sich stilistisch nahtlos zwischen den Vorgänger und das folgende „Inside“ an. Den letztgenannten Track kennzeichnet das eingestreute Piano. Im Zwischenteil fließen leicht psychedelische Klänge ein, die auch bei späteren Songs immer wieder mal auftauchen.

Während die ersten Stücke mit jeweils unter drei Minuten Spielzeit stramm durch gespielt werden, weist „Rich Man’s Pride“ ein ausgefeiltes Songwriting auf. Eine fast hypnotische Passage mit dennoch pochendem Grundrhythmus, für den sich Andreas Vetter am Schlagzeug und Patrick Moosbrugger am Bass verantwortlich zeichnen, zieht den Hörer in den Bann. Nach dem temporeichen Einstieg schalten The Weight mit „A Good Thing” einen Gang zurück, um dann bei „Money Ain’t For Keeping” wieder loszulegen. Bei dem Rocker sorgt neben dem kräftigen Schlagzeug die Orgel von Tobias Jussel für die nötige Power.

Eine Band, die sich dem Rock der siebziger Jahre verschrieben hat, muss natürlich auch zeigen, was sie im Instrumentalbereich so drauf hat. Dies löst das Quartett auf „Hammer, Cross & Nail” ein. Das achteinhalb Minuten Stück spart nicht an Einsatz von Orgel und Gitarre. Interessant sind dabei besonders die Tempowechsel und das Spiel mit der Lautstärke. Durch die Variation von sanften und aufbrausenden Passagen kommt keine Langeweile auf.

„Jam“ ist dem vorangegangenen Song ähnlich, auch hier dominiert zunächst die Orgel, bis Böbel dann mit einen ausgedehnten Gitarrensolo einsteigt. Da ich musikalisch einfach gestrickt bin, kann ich langen Instrumentalphasen oftmals nicht besonders viel abgewinnen. Die Songs bleiben aber melodisch, sodass sie auch für mich noch im Toleranzbereich liegen.

Frei von psychedelischen Zwischentönen zeigt sich „Get Some”. Der straight gespielte Rocker mit ausgeprägtem Background-Gesang knüpft an den Einstieg des Albums an. Das abschließende „Plenty Of Nothing” beginnt locker rockig, nimmt zwischenzeitlich das Tempo raus, um Intensität und Geschwindigkeit in Richtung Ende nochmal zu steigern.

Wer auf den Rock der siebziger Jahre steht, hat an der Neubearbeitung der Ingredienzien dieser Musikrichtung durch The Weight sicherlich seine Freude. Kurze komprimierte Rocksongs stehen dabei neben Stücken mit längeren Instrumentalanteilen und psychedelischen Anflügen.

Kurzentschlossene haben noch die Möglichkeit, sich auf den Konzerten im Kölner Yard Club (01.12.2017) oder im Dortmunder Blue Notez Club (02.12.2017) im Rahmen der „Heavy Rhythm & Roll Tour“ ein Bild von den Live-Qualitäten der Band zu machen.

Heavy Rhythm & Roll Records/Rough Trade (2017)
Stil: Rock

01. Hard Way
02. Trouble
03. Inside
04. Rich Man’s Pride
05. A Good Thing
06. Money Ain’t For Keeping
07. Hammer, Cross & Nail
08. Jam
09. Get Some
10. Plenty Of Nothing

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