Sari Schorr – Running Wild – CD-Review

Review: Hans-Joachim Kästle

Da haben wir ja noch einmal Glück gehabt, dass Sari Schorr, die in ihrer Schulzeit klassischen Gesangsunterricht hatte, nicht Opernsängerin geworden ist, wozu man sie ermuntert hat. Zu ihren Vorbildern zählen Blues- und Jazzsängerinnen wie Bessie Smith, Ma Rainey, Ella Fitzgerald, Etta James oder Billy Holiday, die zum Teil schon in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts aktiv waren.

Später wandte sie sich dem Blues zu und war mit Größen wie Joe Louis Walker oder Popa Chubby auf Tour. 2016 erschien ihre erste CD, „A Force Of Nature“ mit dem famosen Innes Sibun an der Gitarre. Auch Walter Trout gab sich die Ehre. Die Songs waren bluesgetränkt mit rockigem Einschlag. Und dann war da noch diese unverwechselbar rauchige, kraftvolle Stimme. Nun liegt Album Nummer fünf vor, nachdem Sari Schorr, geboren in New York, zuvor auch mit Robin Trower zusammengearbeitet hat.

Auf „Running Wild“ ist von Blues nicht mehr viel zu hören mit Ausnahme von „Call It Freedom“. Es geht eindeutig in Richtung Rock, wobei die meisten Songs an den gitarrenlastigen Classic Rock der siebziger Jahre erinnern wie „Cool Hand Rider“, „Elevate“ oder „Better Days“.

Dabei, versteht sich, wird nicht „losgeprügelt“, sondern jeder Song hat seinen eigenen Spannungsbogen aus Rhythmus, Melodie und Feinschliff wie zum Beispiel auch mal ein Piano-Zwischenspiel. Gut zu hören ist das unter anderem beim melodischen „Man On Fire“, bei dem deutlich ein Gang zurückgeschaltet wird.

Sari selbst sagt: „,Running Wild‘ entstand aus Instinkt, Dringlichkeit und der Weigerung, auf Nummer sicher zu gehen. Ich bin immer noch auf der Suche und lerne dazu, aber ich vertraue meinen Instinkten mehr und folge jedem Song bis zu seiner emotionalen Wahrheit. Diese Songs handeln von Trotz, Selbstfindung, Widerstandsfähigkeit und Veränderung.”

Zu spüren ist das gleich im ersten Titel „Mr. In The Middle”, in dem es um eine Beziehung zwischen zwei Menschen geht, die einander nicht ganz loslassen können. „Willkommen in der realen Welt, der Welt, die du nicht im Griff hast“, singt sie.

Mich persönlich erinnert Sari Schorr an die vor Kurzem verstorbene kanadische Rocksängerin Sass Jordan, was ein weiteres Gütesiegel ist.

Provogue Records, Artone Label Group / Bertus (2026)
Stil: Blues Rock

Tracklist:
01. Mr. In The Middle
02. Running Wild
03. Monday Morning
04. Man On Fire
05. Cool Hand Rider
06. Elevate
07. Call It Freedom
08. Better Day
09. Afterglow
10. Finding My Way

Sari Schorr
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V2 Records

Sheryl Crow – Pick You Up – CD-Review

 

Die mittlerweile zig-fache Grammy-Gewinnerin und auch in die Rock And Roll Hall Of Fame aufgenommene Sheryl Crow trat 1994 mit ihrer Hitsingle „All I Wanna Do“ in mein musikalisches Leben, kurze Zeit später habe ich sie live als Support von Joe Cocker in der Dortmunder Westfalenhalle 2 gesehen, für dessen damalige „Have A Little Faith“-Tour sie noch relativ spontan eingebunden worden war.

Seither hat sie sich mit vielen Alben (die meisten davon besitze ich) zu eine der wichtigsten und bekanntesten weiblichen Musikerinnen und Stimmen der zeitgenössischen Rockmusik entwickelt. Trotz zwischenzeitlicher Gerüchte über ein Karriereende, veröffentlicht die heute in Nashville lebende Protagonistin nun mit „Pick You Up“ ein aus sieben neuen Stücken bestehendes Kurzwerk.

Sämtliche Lieder bestechen durch tolle Melodien, ihre Eingängigkeit, klare Instrumentierung und natürlich Crows immer noch äußerst markanterStimme.
Man fühlt sich teilweise in die große Zeit der Westcoastmusik (herrlich unter anderem der Eagles-geprägte Titelsong „Pick You Up mit diesen typischen Harmony Vocals) zurückversetzt, aber auch Reminiszenzen an viele weiblich bestimmte Acts wie Fleetwood Mac, die Bangles, 4 Non Blondes oder auch Heart & Co. werden wieder wach.

Mit „Perfect“ demonstriert sie überaus eindrucksvoll wie man einen potentiellen Radio-Hitsong im 3-Minuten-Ambiente konzipiert. Schöne Gitarrenhook, lockerer Strophengesang, markanter Refrain, Gesangsbridge mit Harmoniegesängen, herrliches E-Solo, lockerer 2. Strophengesang, markanter Refrain, fertig! Ein hochmelodischer Track auf dem Niveau von „All I Wanna Do“. Perfekt!

Center-Song ist jedoch das politisch motivierte „Freedom Bus“. Passend zu diesem Fingerzeig auf die Errungenschaften der Freiheit  ist der als moderner Woody Guthrie gefeierte Jesse Welles als Co-Vokalist mit eingebunden.

Hier singen sie im Refrain:

Whoever said freedom was free?
There ain’t no freedom without history
And folks who died for you and me
So don’t be an asshole, let everyone be

Dem bleibt nichts hinzuzufügen.

Wermutstropfen sind eigentlich nur die für einen Longplayer recht wenigen sieben Stücke. Da ist für mich eigentlich die Zehner-Marke so das Mindestmaß. Am Ende gilt natürlich: lieber sieben tolle Lieder als zehn mittelmäßige.

Sheryl Crow reiht auf „Pick You Up“ sieben hochwertige Songperlen auf, die an Eingängigkeit, musikalischer Qualität und Hittauglichkeit ihres Gleichen suchen. Statt zu einer prunkvoll, glitzernden Halskette reicht es von daher aufgrund der äußerst überschaubaren Spielzeit insgesamt nur zu einem äußerst attraktiven und schmucken Armband.

Old Green Barn (2026)
Stil: Rock / Pop & More

01. Freight Train
02. Perfect
03. Pick You Up
04. Flat Earth
05. I’ve Got Your Number
06. Heaven Help Us
07. Freedom Bus

Sheryl Crow
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Oktober Promotion

Warren Haynes – Dreams & Songs – CD-Review

Review: Stephan Skolarski

Das Symphonic Amadeus Festival in Asheville, North Carolina, war im März 2019 Schauplatz einer außergewöhnlichen Auftaktveranstaltung. Zur Eröffnung spielte das 64-köpfige Orchester zwei Konzerte mit einem der berühmtesten Söhne der Stadt: Warren Haynes, Grammy Award gekrönter Gitarrist, Sänger, Songschreiber, Produzent und Frontman der Band Gov’t Mule, war für die genreübergreifende Kooperation mit ausgewählten Begleitmusikern in das Thomas Wolfe Auditorium gekommen. Entstanden sind damals die Aufnahmen für “Dreams And Songs A Symphonic Journey with the Asheville Symphonic Orchestra”, eine einzigartige musikalische Reise durch die Blues-Rock Jam-Geschichte der vergangenen Jahrzehnte. Kurz vor Ablauf der 60er-Dekade veröffentlichten Deep Purple die Live-Scheibe “Concerto for Group and Orchestra” (1969) und eröffneten mit den bahnbrechenden Aufnahmen eine anhaltende Beziehung zwischen Heavy-Rock und klassischer Musik, die sich in diesem Werk fortsetzt.

Mit einer Reminiszenz an Gregg Allman startet “Dreams” (1969) in den Longplayer, den Haynes (über Jahre Bandmate der Allmans) hier dankbar über 11 Minuten zelebriert. Weitere symphonische Hymnen dieser “Song-Perlenkette” folgen wie aufgereihte Teile eines Medleys: “Bank Of The Deep End” (Gov’t Mule, 2001), “Broken Promised Land” (1993), sowie “Spots of Time” vom legendären “Ashes & Dust”-Album (2015) bringen magischen Blues-Rock mit in die klassischen Interpretationen. Neue Avantgarde-Arrangements verleihen „Thorazine Shuffle“ (Gov’t Mule, 1998) und dem Grateful-Dead-Klassiker „Terrapin Station“ (1977) eine grandiose neue Klangdimension, die durch „Makes No Difference“ (The Band) eindrucksvoll ergänzt wird.

Die sorgfältig zusammengestellte Tracklist zeigt das Potenzial vieler Songs. „Raven Black Night“ (Gov’t Mule, 1998), einst ein Gothic-Country-Titel, wird mit klassisch-sinfonischer Inszenierung und „rockigen“ Keyboard-Parts für das Konzert völlig neu interpretiert. Das folgende „Just Another Rider“ (Gregg Allman, 2011) wirkt etwas zurückhaltend während die retrotraditionelle Fassung von „Black Peter“ (1970) im klassischen Gewand Charme versprüht und als Grateful Dead Oldie großen Anklang beim Publikum findet. Die U2-Ballade „One“ (1991) bleibt in einer zarten, originalnahen Streicherfassung und bereitet dramaturgisch auf die abschließenden Highlights vor.

Die unverwüstliche “Shakedown Street” (1978) schließt den Grateful Dead-Zyklus in funkiger Rockausführung als Rhythmus-Lieferant. Seine weitere tiefe Verbundenheit bringt Warren Haynes auch mit dem letzten Stück nochmal auf die Setlist: “Whipping Post” (über 12 Minuten lang), ein Allman Brothers Klassiker (1969), eine “explodierende” Orchesterbegleitung, die den Blues-Rock Meilenstein zusätzlich veredelt. Kaum in Worte zu fassen sind die anhaltende Strahlkraft der Aufnahmen, ihre psychedelischen Klangfarben und die emotionale Schönheit der Orchestrierungen. Dazu kommt ein Orchester, das den bluesgetränkten Songs mit spannungsgeladenen Arrangements einen völlig neuen Charakter verleiht. Und mittendrin: ein Warren Haynes in überragender Form, kongenial unterstützt von Oteil Burbridge (Bass), John Medeski (Keys), Greg Osby (Saxofon) und Jeff Sipe (Schlagzeug).

Definiert über die Breite der Tracks und die komplexen Orchesterpassagen schaffen Warren Haynes und Co-Produzent Don Was (u.a. Bob Dylan, Rolling Stones) mit “Dreams & Songs A Symphonic Journey with the Asheville Symphony Orchestra” einen musikalischen “Quantensprung”. Die handverlesenen 16 Songs gewinnen durch die Orchestrierung, die neuen Arrangements und das Zusammenspiel von Orchester und Band eine außergewöhnliche musikalische Tiefe. Laut Presse-Info soll die Konzerterfahrung im März 2027 mit dem Nashville Symphony Orchester fortgesetzt werden.

Provogue/Artone (2026)
Stil: Blues-

 Blues Rock, Jam Rock

Tracks:
01. Dreams and Songs (Part One)
02. Dreams
03. Banks Of The Deep End
04. Spots Of Time
05. Broken Promised Land
06. Thorazine Shuffle
07. Makes No Difference
08. Terrapin Station
09. Raven Black Night
10. Just Another Rider
11. Black Peter
12. Instrumental Illness
13. One
14. Shakedown Street
15. Whipping Post
16. Dreams and Songs (Reprise)

Warren Haynes
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V2 Records

Sean Webster Band – 20.08.2026, Backyard Club, Recklinghausen – Konzertbericht

Premiere für das SoS, beziehungsweise auch mich, im Backyard Club in Recklinghausen. Klemens Kübber, in Blues-/Blues Rock-Kreisen eine jahrzehntelange geschätzte Koryphäe in Sachen, Wissen, als auch Organisator und Vermittler zwischen Künstlern, Locations und auch Medienleuten, hatte mich überzeugt, noch den Weg, von der Arbeit in Essen aus, in die westfälische Metropole anzutreten.

Nach vielen vielen Jahren Engagement im urigen topos in Leverkusen und dem damit verbundenen Jazz Lev. e.V., ist er nach 46 Jahren im Rheinland zurück in seine Heimatstadt Recklinghausen gekehrt und hat mit dem Backyard Club (sehr gut an die Autobahn A2 angebunden, leicht zu finden, reichhaltiges Parkplatzangebot in der direkten Umgebung), ausgelegt auf circa 80 Besucher,  ein weiteres kleines Schmuckstück in sein ‚Portfolio‘ dazu geholt.

Der Club passt ideal für Acts, die sich vielleicht vor einer längeren Tour nochmal unter Echtbedingungen einspielen möchten, mal zwischendurch Termine im Kalender in der Woche frei haben, sich noch im Geheimtippmodus befinden, oder auch, oft zu Unrecht, noch nicht der ganz große Zuschauermagnet in hiesigen Gefilden sind. In dieser Hinsicht hat Klemens schon unzählige Male sein feines ‚Näschen‘ bewiesen und Klasse-Acts an Land gezogen.

Die Sean Webster Band, eine der für mich besten zeitgenössischen europäischen Blues Rock Bands, die ich zuvor bis dato schon zweimal live erlebt hatte (u. a. mal auf einem Rheindampfer) bot sich an diesem lauen Abend für eine Stippvisite förmlich an, Sie ist momentan im Begriff, ihr aktuelles starkes Album „Light A Day“ ans Publikum heranzuführen.

Demnach stieg das Quartett, bestehend aus Leader Sean Webster  und seinem niederländischen Begleittrio Floris Poesse, Axel Zwinselman und dem jungen Rob van de Linde (Webster lebt ja auch in Holland) mit dem Opener vom aktuellen Werk „Since I Met You“ folgerichtig in den Gig ein. Der Song beinhaltete eigentlich schon alles, was Sean und seine Gefolgschaft ausmacht; Klasse Melodie, eine energiegeladene Rhythmussektion, Zwinselmans gefühlvolle Keys als Unterfütterung und Websters ‚Mörder‘-Gesangsorgan (Joe Cocker lässt grüßen) in Kombination mit seinem filigranen Les Paul-E-Gitarrenspiel, seine charismatische als auch sympathische Präsenz inbegriffen.

Es wurde letztendlich knapp zwei Stunden in zwei Sets gespielt. Während im ersten Set mehr der Fokus auf  dem neuen Album lag (u. a. mit weiteren Tracks wie „Forever Young“, „Carried Away“ oder „Always Gone“) stand Set 2 mehr im Zeichen die Stimmung  peu à peu zu maximieren, was auch unter anderem mit dem ‚Klassiker „Here Me Now“ (mit Leisespielphase im E-Gitarren-Bridge) und dem überragenden Abschluss „Light A Day“, dem Titelstück vom aktuellen Longplayer, mit einer tollen lautstarken Gesangsinteraktion zwischen Webster und Audienz, bestens gelang.

Die fälligen Zugaben konnten nach dieser stimmungsvollen Publikumsgesangsleistung nicht abgeschlagen werden und so gab es zunächst das melancholische „Your Eyes On Me“ (Webster und Zwinselman allein ohne die Rhythmusleute) und am Ende das feurige „The Heart That Never Waits“, inklusive eines launigen ‚Frage-Antwort‘-Duell zwischen Websters E-Gitarre und Zwinselmans Keys. Kurz nach 22 Uhr verabschiede die begeisterten Anwesenden die Protagonisten des Abends.

Und selbst der ebenfalls schier begeisterte Hausarzt von Klemens, der auch zufällig das erste Mal den Club besuchte, musste eigestehen, dass kaltes Bier trinken, in Kombi mit guter Live-Rockmusik in schöner Umgebung und netten Leuten, vermutlich mehr hilft, als so manche Dauermedikationen als vermeintliche Hoffnungsträger fürs Körper- und Seelenheil…

Line-up
Sean Webster – Lead vocals, electric guitar
Rob van de Linde – Drums, vocals
Axel Zwinselman – Keys
Floris Poesse – Bass

Text und Bilder: Daniel Daus

Sean Webster Band
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m2-music
Backyard Club Recklinghausen

The Jayhawks – Sanctuary Park – CD-Review

Review: Michael Segets

Sechs Jahre sind seit dem letzten Lebenszeichen der Jayhawks vergangen. Zwischenzeitlich verfolgte Frontmann Gary Louris seine Solo-Karriere. Während auf „XOXO“ (2020) auch andere Bandmitglieder Songs beisteuerten, hat Louris in Sachen Songwriting auf „Sanctuary Park“ das Heft wieder in die Hand genommen. Alle Songs stammen von ihm.

Das Quartett aus den beiden Gründungsmitgliedern Gary Louris (Gitarre) und Marc Perlman (Bass) sowie den später hinzugestoßenen Karen Grotberg (Keys) und Tim O’Reagan (Drums) macht im Vergleich zu dem durchwachsenen „XOXO“ wieder Boden gut. Die Pop-Einflüsse lassen sich zwar auch auf dem aktuellen Album nicht verleugnen, aber sie sind nicht dominant. Herauszuhören sind sie auf dem Opener und zugleich ersten Single „Keeping Our Heads Above Water“ und dem folgenden „Kingston Girl“.

The Jayhawks bedienen sich verstärkt bei anderen Musikrichtungen. „Mr. Lincoln” versprüht den Flair der Sixties und geht in Richtung Westcoast. Eine lockere Country-Nummer („Leap Of Faith“) wird eingestreut, bei der Todd Lumley (Akkordeon) und Produzent Bob Ezrin (Ukulele) als Gastmusiker mitwirken. Mit „Always And A Day“ rockt die Band mal straight forward. Zum Abschluss gibt es mit dem akustisch gehaltenen „Rowing The Boat“ ein sehr schönes Folk-Stück.

Mehrstimmiger Gesang kennzeichnen seit jeher die Jayhawks. Gelungen ist er als a cappella beim Einstieg von „Hands Upon The Wheel“, auf dem später Mike Johnson mit seiner Steel Pedal einsteigt. An manchen Stellen erscheint – beispielsweise bei dem ansonsten runden Track „Familiar Strangers“ – das gemeinsame Dubidu zu aufdringlich. Auch sonst treten gelegentlich Passagen in den Songs auf, die mich nicht ansprechen wie etwa die Bridge bei „American Midnight“. An anderen Beiträgen gibt es nichts auszusetzen gibt. Das Titelstück „Sanctuary Park“, auf dem Louris seine Gitarre mal in Szene setzt, oder das sommerliche „It’ll Be Alright Tonight“, nochmal mit Unterstützung von Johnson, zählen zu ihnen.

Mit „Sanctuary Park“ reichen The Jayhawks an ihre Klassiker nicht heran. Im Vergleich zu dem vorangegangenen Album, ist dem neuen Werk allerdings eine Steigerung zu attestieren. Insgesamt überzeugt die neue CD nicht durchgängig, sondern bietet sich wieder an, um in Auszügen genossen zu werden.

Sham/Thirty Tigers – Open (2026)
Stil: Rock and more

Tracks:
01. Keeping Our Heads Above Water
02. Kingston Girl
03. Mr. Lincoln
04. Hands Upon The Wheel
05. Leap Of Faith
06. American Midnight
07. Always And A Day
08. Sanctuary Park
09. Familiar Strangers
10. It‘ll Be Alright Tonight
11. Rowing The Boat

The Jayhawks
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Thirty Tigers
Oktober Promotion

Danielle Nicole – Fireflies – CD-Review

 

Ich muss ein weiteres Mal zu meiner eigenen Schande gestehen, dass ich Danielle Nicole in meinem ‚musikalischen Leben‘ erst einmal zur Kenntnis genommen habe, und das nicht im Rahmen ihrer Solo-Karriere, sondern mittels einer Scheibe von der Band Trampled Under Foot, die sie mit ihren Brüdern Kris und Nick Schnebelen ziemlich erfolgreich betrieb.

Das Album entstand in einer emotional sehr bewegenden Phase ihres Lebens nach dem Tod von Kris in 2022 durch eine Krebserkrankung. Obwohl es ihr aufgrund ihrer Trauer zunächst schwerfiel, die Songs fertigzustellen, fand sie durch die Zusammenarbeit mit dem Gitarristen Brandon Miller und dem legendären Keyboarder Jim Pugh neue Inspiration. Für die Aufnahmen zum Album verwendeten die Musik Kris‘ Schlagzeug, was das Album um eine weitere emotionale Ebene erweitert.

Das fantastische Werk – um es vorwegzunehmen – ist eine Lehrstunde, wie man verschiedene Musikstile, wie Blues, Rock, Southern Rock, Soul und R&B zu einer in sich stimmigen Einheit verschmelzen lassen kann.

Gerade Danielles Gesang, nachdem ich in den letzten Wochen so manches in der Hinsicht bei anderen Alben habe erleiden müssen, ist ein wahre Wonne, da passt einfach alles zum Stil der Songs, selbst in feinsten Nuancen. Das ist, was eine Weltklasse-Sängerin dann am Ende auch ausmacht.

Brandon Miller brilliert mit seinem großartigen E-Gitarrenspiel, er könnte eigentlich auch in jeder Southern Rock-Band problemlos auftrumpfen. Auch Luther Dickinson macht bei seinem Gastspiel bei „Take Me Back“ einen Klasse-Job. Jim Pugh ist dann immer mit dem richtigen Tastenspiel zur Stelle. Selbst bei den großartigen Background Vocals von Melodye Perry und Maxayne Moriguchi (u. a. beim herrlichen Opener „Radical Love“) wird nichts dem Zufall überlassen.

Neben den erwähnten Tracks sind für mich persönlich, die beiden soulig dahinschunkelnden „Soulside“ und „Tug Of War“ weitere Highlights in einem durchgehend starken Album. Das frech ‚hingerotzte‘ „Gaslight“ macht genausoviel Laune wie das später im Stile einer Sade hingesäuselte „Chameleon“. Der Titel steht auch förmlich auch für die Wandlungsfähigkeit ihrer fantastischen Stimme.

Danielle Nicole wird mit ihrem neuen Album „Fireflies“ nicht nur viele Würmchen zum Glühen bringen, sondern hat jetzt auch noch einen neuen glühenden Verehrer ihrer Musik…!

Eigenproduktion (2026)
Stil: Blues/Rock/Soul/R&B

Tracklist:
01. Radical Love
02. Take Me Back
03. Memories
04. Soulside
05. Gaslight
06. Piper
07. The Same Love That Made Me Laugh
08. Chameleon
09. Tug Of War
10. Dreams
11. Fireflies

Danielle Nicole
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Heather Anne Lomax – Who Do You Think You Are – CD-Doppel-Review


Review: Michael Segets

Plateauschuhe, Glitzerbesatz und wilde Haarmähne – Heather Anne Lomax präsentiert sich auf dem Cover von „Who Do You Think You Are?” stylish und selbstbewusst. Das Bild weckt schon Erwartungen für die Richtung, die die Scheibe einschlägt: eine Power-Frau, die mit kräftiger Stimme in rockigen Gefilden zuhause ist. So ist es dann auch, wobei die Stücke mehrmals zum Bluesrock tendieren.

„Superstar“ stammt von Michael Doman. Die übrigen zehn Tracks schrieb die in Kansas City geborene und nun in Los Angles lebende Lomax. Der Longplayer wurde ihrem Gitarristen Zachary Ross produziert. Für die Aufnahmen gewann Lomax eine Reihe von gestandenen Musikern, die in wechselnder Zusammensetzung die Stücke live im Studio einspielten.

Bei den härter rockenden Tracks wie „Step Aside“ oder „Right On Through“ sorgen die Keys für einen breiten Klangteppich. In die Tasten greifen dort Ty Bailie (Katy Perry, Tanja Tucker) beziehungsweise Carey Frank (Bruce Springsteen, Tedeschi Trucks Band). „Ridgefield Dreams“ sowie „Hello Daybreak“ werden durch Flötentöne, für die Fuzzbee Morse (Bono, Peter Gabriel) verantwortlich zeichnet, angereichert. Den häufigsten Wechsel in der Bandbesetzung gibt es an den Drums. Auch hier kann Lomax auf die Erfahrung der Schlagzeuger zurückgreifen, die allesamt für namhafte Musikerinnen und Musikern tätig waren.

Die Songs haben gute Ansätze, auch wenn sie nicht unmittelbar ins Ohr gehen. Hauptsächlich stören mich einzelne Stellen in den Stücken, bei denen Lomax ihre Stimme eher lautmalerisch einsetzt, statt durch ihren Gesang Inhalte zu transportieren. Dies führt dazu, dass der Funke bei dem Album insgesamt nicht so recht überspringt.

Die Lyrics drehen sich meist um Beziehungen, sie geben aber auch Einblicke in das Seelenleben („Step Aside“) oder schlagen einzelne sozialkritische Töne an („Pluto Return“). Mit ihrer Vergangenheit setzt sich Lomax auf „Ridgefield Dreams“ auseinander. Bei ihrer Geburt adoptiert begab sie sich schließlich als erwachsene Frau auf die Suche nach ihren biologischen Wurzeln und veröffentlicht nun ihre Musik unter ihrem ursprünglichen Namen. Lomax stand schon mit einigen Kolleginnen und Kollegen auf der Bühne, die auch bei SoS gelistet sind wie John Hiatt, Joan Osborne oder The Marshall Tucker Band.

„Who Do You Think You Are?“ ist ein Album, das zwischen Rock und Bluesrock changiert. Heather Anne Lomax macht ihr Ding. Die einzelnen Songs weisen aber oftmals Passagen auf, die mich nicht abholen. Die hochkarätige Bandbesetzung macht technisch alles richtig, aber auf der Gefühlsebene spricht mich das Werk nicht an. Aber wer bin ich schon.

Review: Stephan Skolarski

Ihr Debüt-Album brachte die ursprünglich aus Kansas City stammende Heather Anne Lomax 2014 unter dem Künstlernamen Michael-Ann in Eigenregie heraus und wurde für die mutige und gelungene Mischung aus Bluegrass, Americana und traditionellen Country-Stücken nicht nur in L.A. ausgezeichnet. Auch in Europa lobte z.B. das irische Lonesome Highway Magazin die Intensität der Scheibe. Auf “All This Time” (2020) spielte sie, inspiriert durch Elvis Presleys Memphis Sessions, den klassischen Country Rock’n’Roll aus der Vergessenheit zurück auf die Review-Seiten und erntete viel Lob für das feine Songwriting (u.a. “Comfort Me”) – kein weiterer Beweis war erforderlich, dass sie großartige Titel schreiben kann!

Oder doch? Denn natürlich hat sie es wieder getan und mit dem neuen Werk “Who Do You Think You Are” demonstriert. Wie aus einem musikalischen Lehrbuch der frühen 70er Jahre fließen die Stücke aus Rock, Blues, Soul, Country und Gospel unaufhaltsam in die Track-List, ein Zeitgeist-Feuerwerk einer lange zurückliegenden Epoche der Aufbruchstimmung. Lomax ist dabei mehr als in ihrem Element, als Songschreiberin, Multi-Instrumentalistin und vor allem als Sängerin.

Sanfte Joan Baez und emotionale Linda Ronstadt Passagen wechseln mit explosiven Janis Joplin und tief intensiven Grace Slick (Jefferson Airplane) Intonierungen, wobei die Vergleiche der Gesangsstile ausschließlich das vocale Talent der US-Songschreiberin verdeutlichen soll. Lomax huldigt ihren Vorbildern bereits zu Beginn des Albums mit den drei Songs „Come Along“, „Step Aside“ und „Can’t Refuse“. Insgesamt 11 Tracks, live im Studio eingespielt, bilden die Konzeption einer Zeitreise, die u.a. über weitere kraftvolle und ungeschliffene Zwischenstationen (z.B. “Finally Leavin’” und “Pluto Return”) zum experimentell psychedelisch angehauchten Schlusstitel begleiten. „Hello Daybreak” könnte ein Cover von Kate Bush sein, aus der Feder von Heather Anne Lomax, ein Synonym für den Tag, der die Hoffnung zukunftsweisend symbolisiert.

Als junge Songschreiberin einer neuen Musikgeneration hat Heather Anne Lomax ihr aktuelles Album mit dem philosophischen Titel “Who Do You Think You Are” veröffentlicht. Die Scheibe offenbart sofort ihre musikalische Lebendigkeit und reflektiert eine aufstrebende Blütezeit der amerikanischen Roots-Music. Entstanden ist ein herausfordernder Longplayer, der zahlreiche Impulse jener Epoche aufgreift, neu interpretiert und in die Gegenwart überführt.

The Blackbird Record Label (2026)
Stil: Rock, Blues, Soul

Tracks:
01. Come Along
02. Step Aside
03. Can’t Refuse
04. Ridgefield Dreams
05. Places Unknown
06. Right On Through
07. Finally Leavin’
08. Superstar
09. Blood Red
10. Pluto Return
11. Hello Daybreak

Heather Anne Lomax
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Devious Planet

Cross Canadian Ragweed – Live and Loud at Boone Pickens Stadium – LP-Preview

Cross Canadian Ragweed zählten viele Jahre zu einer der führenden Acts der Red Dirt-Szene, besonders zu deren absoluten Hochzeiten Anfang der 2000er Jahre. Und es sind tatsächlich schon wieder 15 Jahre her, seit man sich trennte und Leader Cody Canada mit seinen The Departed-Musikern (u. a. mit Seth James ein neues Projekt in Angriff nahm. Diese Band durfte ich mal vor ganz vielen Jahren im kleinen Kölner Blue Shell Club mit vielleicht gerade mal 100 Gleichgesinnten sehen.

Bei der Reunion-Show von Cross Canadian Ragweed sprechen wir jetzt allerdings von ganz anderen Dimensionen. Die fand letztes Jahr im altwürdigen Boone Pickens Stadium in Stillwater, Oklahoma, mit vielen illustren Gästen statt. Und da fanden  gleich vier hintereinander ausverkaufte Gigs mit insgesamt ca. 180.000 Zuschauern statt.

Dazu gibt es jetzt den entsprechende Live-Mitschnitt, der nur auf Vinyl veröffentlicht wird. Brandy Reed von der betreuenden RPR Media-Agentur, zu der ich schon seit vielen Jahren Kontakt habe, war so nett und hat mit vier Songs vorab in digitaler Form als Preview zukommen lassen. Sobald das physische Teil bei uns eingetroffen sein sollte, wird es dann ein komplettes Review geben.

Die vier ausgewählten Stücke machen auf jeden Fall schon richtig Spaß und lassen besonders auch live erahnen, warum sich die 1994 gegründete Band so großer Beliebtheit erfreute. Zum aktuellen Line-up zählen Cody Canada (lead and occasional backing vocals, lead guitar, harmonica), Randy Ragsdale (drums, percussion), Grady Cross (rhythm guitar, backing vocals), Jeremy Plato (bass, backing and occasional lead vocals) sowie Graycie York, als Tour-Backgound-Sängerin.

Das rockige „Anywhere But Here“ und der Ohrwurm „17“ (unter gesanglicher Mitwirkung von Jason Boland und dem Publikum) stammen beide vom dritten, nach sich selbst-benanntem Album aus dem Jahre 2002. Besonders bei „17“ weiß man am Ende, wie ein ausverkauftes Stadion zum Brodeln gebracht wird.

„42 Miles“ ist von „377 Highway“ aus dem Jahr 2001, hier singt New Country-Star Dierks Bently mit Cody Canada im Duett. Last but not least  lässt man es mit dem Stampfer „The Deal“ vom vierten Studioalbum „Mission California aus dem Jahr 2007 (mit schöner Wah-Wah-E-Gitarre und dem typisch energiegeladenen, pumpenden Bass von Plato) ordentlich krachen.

Selten habe ich mich als großer Fan der Red Dirt-Musik so gefreut wie über das Comeback von Cross Canadian Ragweed. In wenigen Wochen wird es auch noch das neue Studiowerk von Wade Bowen, einem weiteren Star der Szene, geben, Vielleicht gibt es ja wieder so etwas, wie eine kleine Renaissance. Obwohl ich eher ein Verfechter von Musik auf CD bin, kann ich es kaum abwarten, die LP in den Händen zu halten. Wie oben erwähnt, folgen dann noch die restlichen Eindrücke.

Eigenproduktion (2026)
Stil: Red Dirt Rock

01. Anywhere But Here
02. 42 Miles
03. The Deal
04. 17

Cross Canadian Ragweed
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RPR Media

Grace Potter – Trespasser – CD-Review

Review: Michael Segets

Grace Potter ist durch ihre Single-Erfolge „You And Tequila“ sowie „Wild Child“, die sie zusammen mit Kenny Chesney feierte, in Country-Kreisen bekannt. Darüber hinaus erregte sie als Grace Potter And The Nocturnals Aufmerksamkeit. „Trespasser“ ist ein Rockalbum, auf dem nur bei einzelnen Titel wie „War On The Mountain“ Country-Einflüsse durchscheinen. Das episch angelegte Stück gehört allerdings ebenso wie das kräftig losrockende „Ride Or Die“ zu den Highlights des Albums.

Aber auch sonst hat Potter auf dem neuen Longplayer einiges zu bieten. So ist der Opener „Main Street U.S.A.“ in seiner Gradlinigkeit ein guter Roots Rocker im mittleren Tempobereich. Die beiden bereits im Vorfeld veröffentlichten Singles „Love Me Not“ und „Run Baby Run“ verbindet ein leicht poppiger Einschlag. „Run Baby Run“ punktet dabei mit einem eingängigen Refrain. Bei „Love Me Not“ legt Potter etwas Soul in ihre Stimme. Potter ist stimmlich sowieso stark. Auf „The Voice“ spielt sie diese aus und wird hier zusätzlich durch einen Background unterfüttert.

Bei einigen Titeln ist die Rhythmusarbeit besonders auffällig, wie etwa beim schon erwähnten „Love Me Not“ oder bei „Lost Café“. In das letztgenannte Stück baut Potter einen seltsamen Part ein, der andere Kritiker möglicherweise begeistern wird, bei mir aber dazu führt, dass ich mich mit ihm nicht anfreunden kann. Ähnlich ergeht es mir mit dem Titeltrack, der sich als eine Art dystopischer Blues charakterisieren lässt. Durch mehrmaliges Hören gewinnt hingegen „Gasoline“ mit seiner Retro-Atmosphäre. Auf dem Song beweist Potter nochmal ihr Format als Sängerin, die sowohl die vorwärtsgehenden als auch die sanften Töne beherrscht. Ruhiger, aber intensiver Gesang prägt schließlich die Ballade „Belong“, die durch Orgel und Chor gospelige Züge trägt.

Der Longplayer wurde mit verschiedenen Bandbesetzungen aufgenommen. Benmont Tench (Tom Petty And The Hearbreakes) oder Tim Deaux (Kings Of Leon) stehen auf der Liste der Mitwirkenden. Potters Lebensgefährte Eric Valentine (Queens Of The Stone Age, Weezer, Slash) produzierte das Album.

Zwischen dem rasanten Einstieg und dem gemessenen Abschluss des Werks nimmt Grace Potter die Zuhörenden auf eine Art Roadtrip mit, bei dem im Mittelteil nicht jede Zwischenstation überzeugt. Dennoch lohnt es sich, bei „Trespasser“ einzusteigen, da durchaus Attraktionen am Wegesrand der Reise liegen, die man mitnehmen sollte. Selbst ist Potter in diesem Jahr noch mit Chris Stapleton und der Zac Brown Band unterwegs.

Mother Road Records – Thirty Tigers/Open(2026)
Stil: Rock

Tracks:
01. Main Street U.S.A.
02. Ride Or Die
03. Love Me Not
04. Gasoline
05. Run Baby Run
06. Lost Café
07. Trespasser
08. The Voice
09. War On The Mountain
10. Belong

Grace Potter
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Thirty Tigers
Oktober Promotion

Wayward Saints – Survivor – EP-Review

Southern-rockige Klänge aus Kanada sind bis dato im SoS eher rar gesät. Das Aushängeschild mit nennenswertem Bekanntheitsgrad sind bisher eindeutig The Sheepdogs, dann kommen vielleicht noch The Commonors, aber dann fängt schon das große Überlegen an.

Jetzt gesellt sich mit den Wayward-Saints, bestehend aus Lindsay Coleman (Lead vocals), Darren Flower and Justin Bennett (beide Electric guitar), Bil Bertram (bass) und Dylan Beneteau (drums) ein vielversprechendes Quintett dazu.

Das hat 2025 mit der EP „Survivor“ eine erste starke Duftmarke gesetzt. Die Band benennt ihre Einflüsse mit Acts wie Humble Pie, The Allman Brothers, Faces, and The Rolling Stones, gemixt mit einer Dosis des guten alten Stadion Rocks.

„Mit „In The Wild“ geht es nach atmosphärischem Intro auch gleich wild los, ein zünftiger Hard Rock-Song mit southern-trächtigem E-Gitarren-Solo. In eine ähnliche Richtung geht es bei „Got To Give In“ weiter. Center-Track und demnach auch genau richtig in der Mitte platziert ist das packende „Flags Of Red„, wo Lead-Sängerin Lindsay Coleman erstmals ihre variable, charismatische Stimme so richtig in die Waagschale werfen kann.

„Pay No Mind“ ist wieder von der zünftigeren Southern Hard Rock-Sorte (klasse hier der freche Wechselgesang von Coleman mit dem Harmoniegesang der Kollegen im Refrain), den tollen Abschluss bildet das Titelstück „Survivor“, das durch die Einbindung von Violinen- und Piano-klängen (gespielt durch die Gastmusiker Katie Kaufman und Greg Brisco) eine countryeske Note a là Marshall Tucker Band erhält.

Die Saints arbeiten zur Zeit an ihrem Debüt-Longplayer bei dem der JUNO Award-nominierte Produzent Ross Hayes Citrullo und der Grammy-nominierte Mastering Engineer Joao Carvalho, die auch auf dieser EP schon eifrig mitmischten, wieder mit von der Partie sein werden.

„Survivor“ von den Wayward Saints ist tatsächlich Stoff für Liebhaber der o. a. Interpreten, wobei mir weitere Bezugsgrößen wie Lynyrd, Skynyrd, Molly Hatchet, AC/DC, Led Zeppelin, The Quireboys, The Georgia Thunderbolts oder Dirty Honey ebenfalls noch in den Sinn kommen. Man darf auf die weitere Entwicklung gespannt sein.

Eigenproduktion (2025)
Stil: Southern Rock / Hard Rock / Classic Rock

Tracklist:
01. In The Wild
02. Got To Give In
03. Flags Of Red
04. Pay No Mind
05. Survivor

Wayward Saints
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