Ben Poole – 17.11.2019, blues, Rhede – Konzertbericht

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„Vor einem Jahr war Ben Poole das erste Mal da. Wer nicht zugegen war, hatte echt was verpasst, ein Mega-Konzert.“ So begrüßte André Knoch die Gäste in seiner Location. Ben Poole hatte fünf Konzerte in fünf Tagen hinter sich und freute sich zum Tourabschluss in Deutschland wieder im blues in Rhede zu sein.

Diesmal war er als Trio gekommen, um seine neue Live Doppel-CD vorzustellen. Die hatte er mit Wayne Proctor (u. a. früher King King) an den Drums und Steve Amadeo (u. a. Aynsley Lister) am Bass eingespielt . In Rhede stand er mit diesen hochkarätigen Musikern auf der Bühne. Mit „Take It No More“ legten sie sofort richtig los. Ben Poole, in großer Spiellaune, legte sich richtig in die Saiten. Vom ersten Stück an gab es lange intensive Gitarrensoli.

Besonders bei „Don’t Cry For Me“ zeigte er viel Emotion beim Gitarrenspiel und bezog auch seinen Basser stark mit ein. „Let’s have some fun tonight“ kündigte er an und unterhielt sein Publikum mit Späßen, ausgefeiltem Spiel und viel Spontanität. Nach einer Stunde und einer kurzen Pause stellte er seinen engen Freund Guy Smeets vor. Wie auch vor einem Jahr spielte der junge Gitarrist mit ihm gemeinsam den rockigen Blues.

Dabei begeisterten beide vor allem mit einem Cover von Eric Claptons „Old Love“. Bei diesem Song, den Ben seinem Tourmanager und Fahrer Mike widmete, verloren sich beide in eindringlichen Soli auf ihren Arbeitsgeräten. Guy Smeets setzte sich dabei auf die Bühnenkannte und spielte ganz leise sein Solo, eine besondere Stimmung. Auch das Freddy King-Stück „Have You Ever Loved A Women“ durfte nicht fehlen.

Einer der Höhepunkte war sicherlich „Too Tired“. Wie im Original von Gary Moore und Albert Collins wechselten sich hier die beiden Gitarristen ab. Ben Poole und Guy Smeeds lieferten sich bei dem knapp 10 minütigen Stück intensive Gitarrenbattles und zeigten dabei beide ihr ganzes Können samt ihrer ungemeinen Spielfreude.

Zusammen mit Wayne Proctor und Steve Amadeo hat Ben eine Traum-Besetzung gefunden, die die reichlich erschienenen Besucher begeisterte und mit viel Applaus bedacht wurde. Nach knapp drei Stunden Spiel und Späßen endete der Abend für die Besucher des blues.

Line-up:
Ben Poole (lead vocals, electric guitar)
Steve Amadeo (bass)
Wayne Proctor (drums)
Special guest:
Guy Smeets (guitars, bgv)

Text und Bilder: Martina Middeke

Ben Poole
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Blues Rhede

Blues Night – Leverkusener Jazztage – 07.11.2018, Leverkusen, Forum – Festivalbericht

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Kaum zu glauben, aber die Leverkusener Jazztage feiern dieses Jahr ihr 40-jähriges Jubiläum. Eine Veranstaltungsreihe, die sich über die Zeit einen großen Nahmen gemacht hat und aus dem Musikkalender auch für den WDR-Rockpalast nicht mehr wegzudenken ist. Großartige Jazzmusiker haben hier in den Jahren ein Gastspiel abgeliefert, aber auch andere Musiksparten wurden in die Jazztage integriert. So stellt auch die Blues Night einen festen Bestandteil dar, die auch wieder vom Rockpalast aufgezeichnet wurde und am 25.11.2019 von 00:45 – 4:15 Uhr ausgestrahlt wird. Das Programm hatte es in sich und es verdient in dieser Form festgehalten zu werden.

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Pünktlich, wie im Programm angekündigt, wurde die erste Band vorgestellt und Eamonn McCormack betrat mit seinen beiden jungen Bandmitgliedern Edgar Karg am Bass und Max Jung-Poppe an den Drums die Bühne des gut gefüllten Forums. Der mittlerweile 57-jährige Gitarrist aus Dublin mag für viele ein unbeschriebenes Blatt sein. Dass es sich aber um einen großartigen Blueskünstler handelt, bewies er schon in der Vergangenheit, als er mit Größen wie Rory Gallagher, Nils Lofgren, aber auch unter dem Pseudonym Samuel-Eddy für ZZ Top und Robert Plant, Konzerte eröffnete.

Seine „Liebe“ zur Musik von Rory Gallagher, war während der ganzen Show erkennbar, was auch an den gemeinsamen irischen Wurzeln liegen mag. In den 30 Minuten, die ihm zur Verfügung standen, lieferte er mit seinen Jungs einen starken Blues Rock-Auftritt, der auch beim Publikum entsprechend ankam. Den Beginn bestritt er mit „From Town To Town“ vom aktuellen Album „Like There’s No Tomorrow“, in dem er seine eigene Reise als Musiker von Dublin bis nach Memphis beschreibt. Die folgenden Lieder, „Down And Out“, „Funkytown“ und „Heal My Faith“, alle mit treibender Rhythmussektion und hart gespielten Soli im Stile Gallaghers, mündeten schließlich in „Falsely Accused“, in dem auch Rory mal als Gastmusiker seinen Anteil hatte, aber alle aus der Feder McCormacks stammten.

Fast logische Konsequenz war, dass zum Abschluss des Auftritts mit „Shadow Play“ ein Song von gecovert wurde, der scheinbar wie ein Schatten über die Bühne geschwebt war. In einem Gespräch mit McCormack und Jung-Puppe nach dem Konzert, schilderten diese noch einmal die besondere Atmosphäre der gut besuchten Show und die daraus resultierende Spielfreude, die ihnen aber auch zu jedem Moment des Konzertes anzumerken war. Nach der Show nahm sich McCormack ausgiebig Zeit, um am gut besuchten Merchandising-Stand den Fans, von denen er an diesem Abend mit Sicherheit einige hinzugewonnen hatte, zur Verfügung zu stehen.

Line-up Eammon McCormack:
Eamonn McCormack (lead vocals, electric guitars)
Eddy Karg (bass)
Max Jung Poppe (drums)

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Nach einer kurzen Umbauphase, an dieser Stelle kann schon einmal die gut geplante Organisation hervorgehoben werden (die Sets begannen fast minutengenau wie geplant), wurde dann die Kris Barras Band angekündigt. Die Briten legten gleich, mit „Ignite (Light It Up)“ und „Counterfeit People“ los wie die Feuerwehr. Der Beginn war somit identisch mit einem Konzert, vor einigen Wochen in Dortmund, was aber auch nicht verwunderlich ist, da der Auftritt praktisch im Rahmen der eigenen Tour stattfand und der junge Brite auch erst sein zweites Album herausgebracht hat. Für den heutigen Abend hatte er danach aber dann einige Songs ausgetauscht.

So brachte er mit „I Got Time“ ein Stück mit einem gehörigen Southern-Flair auf die Bretter. Mit „What You Get“ und „Vegas Son“ folgten noch einmal zwei krachend vorgetragene Tracks des aktuellen Werks, bei denen der am Bass wild posende Elliott Blackler und Billy Hammett an den Drums, wie ein Derwisch spielend, eine Basis legten, die Josiah J. Manning mit zum Teil virtuosen Keyboardspiel füllte. Einer der Höhepunkte eines starken Konzertes folgte dann mit „Watching Over Me“, einer Hommage an seinen Vater, bei der Barras sich in Soli sprichwörtlich die Seele aus dem Leib spielte, um in einem Moment scheinbar in sich gekehrt in Richtung Himmel zu zeigen, von wo aus sein Vater, dem Titel des Liedes nach, ein Auge auf ihn wirft.

Bluesig bis hart rockend ging es dann mit „Not Fading“ weiter, um mit „Devil’s Done Right“, Blues und Boogie im Stile von ZZ Top zu performen.
„Lovers Or Loosers“ leitete Manning mit einem psychedelischen Keyboard-Intro ein, in das Barras dann südstaaten-ähnlich seine Gitarre einspielte um kurz vor dem Finale etwas Dampf aus dem Kessel zu nehmen. Ähnlich, mit starken Slide Einlagen, folgte als erste Zugabe mit „Hail Mary“ ein Song, der auch Südstaatenrockern gut zu Gesicht gestanden hätte.

Das Finale Furioso war dann eine scheinbar nicht endende Version von „Going Down“, mit furiosen Gitarrensoli, Bassläufen, krachenden Drums und zünftigen Keyboardeinlagen. Nach etwa einer Stunde verabschiedete sich dann eine bestens aufgelegte Kris Barras Band von begeisterten Publikum. Es ist erstaunlich, mit welcher Bühnenpräsenz der junge Brite, der erst wenige Jahre im Musikgeschäft ist, einen Draht zum Publikum herstellt und auch jedem seiner Mitstreiter die Räume gibt, sich zu präsentieren, sodass der Name ‚Band‘ in diesem Fall absolut zutreffend ist. Wie McCormack nahm sich auch Barras nach dem Konzert ausgiebig Zeit für die Fans, die zahlreich am Merchandising-Stand warteten.

Line-up Kris Barras Band:
Kris Barras (lead vocals, electric guitar)
Elliott Blackler (bass, vocals)
Josiah J. Manning (keys, vocals)
Billy Hammett (drums)

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Um 21:45 betrat dann der Main-Act, Kenny Wayne Shepherd, diesmal im Vergleich zum Konzert im Sommer mit Beth Hart, mit „Bigband“ die Bühne. Zur bekannten Besetzung mit Noah Hunt (guitar, vocals), Scott Nelson (bass), Joe Krown (keyboards) und Chris Layton (drums) gesellten sich an diesem Abend noch Joe Sublett (saxophone) und Mark Pender (trumpet) hinzu. Diesmal ergänzte Shepherd die Setlist um einige Songs, da ihm als Headliner ein größerer Spielraum gegönnt wurde.

Nach einem dramaturgischen Intro vom Band mit Bandvorstellung ließ Shepherd in dieses tiefe Töne seiner Gitarre klingen, sodass man diese scheinbar am Körper spüren konnte, um dann mit „Woman Like You“ die Show zu eröffnen. Durch die Bläsersektion wurde der Sound noch voluminöser als er ohnehin schon war. Nachdem ein sichtlich gut gelaunter Protagonist das Leverkusener Publikum begrüßt hatte, legte er den von Neil Young geschriebenen Buffalo Springfield-Klassiker „Mr. Soul“ in einer harten bluesrockigen Version nach.

Spätestens ab diesem Zeitpunkt hatte die Band die Fans hinter sich gebracht. Neben dem wie gewohnt starken Gitarrenspiel Shepherds, konnte auch Noah Hunt gesanglich voll überzeugen. Im weiteren Verlauf unterstützte er Shepherd, der dann auch in vielen Songs den Leadgesang übernahm, sowohl an der elektrischen als auch der akustischen Gitarre. Über die spielerische Klasse Laytons an den Drums Worte zu verlieren erübrigt sich. Diese bewies er schon an der Seite von Stevie Ray Vaughan in Band sowie Storyville oder Arc Angels, etc. und bot Shepherd zusammen mit Scott Nelson, der den Bass auf den Punkt brachte, die Grundlage, sich in vielen der Songs an der Gitarre auszutoben, was er beim knüppelhart performten „Long Time Running“ auch entsprechend tat.

Bei „I Want You“ hatte dann Keyboarder Joe Krown seinen ersten ganz großen Auftritt mit einem überzeugenden Honkytonk-Solo. Ganz stark das folgende „Diamonds & Gold“ mit treibenden Rhythmus, einer fast singenden Gitarre Shepherds und starken Rhythmusspiel von Hunt, der sich dazu die Gitarre umgeschnallt hatte. Hervorzuheben auch der wechselweise Gesang der beiden Genannten. Beim Elmore James-Cover „Talk To Me Baby“ wurde es dann richtig bluesig und Joe Sublett am Saxofon und Mark Fender an der Trompete sorgten für regelrechtes Bigband-Feeling, was das Publikum sichtlich begeisterte.

Mit „Heat Of The Sun“ und „Down For Love“ wurde es etwas ruhiger und leichtes Southern-Luft erfüllte das Forum, welches sich bei „Turn To Stone“ fortsetzte und nur durch den Slowblues „Shame, Shame, Shame“ (natürlich mit brachialem Gitarrensolo endend) kurz unterbrochen wurde. Darauf verließ die Band die Bühne, um nach frenetischem Applaus, für insgesamt drei Zugaben noch einmal zurückzukommen.

Das Southern-lastigen „Blue On Black“, wieder mit starken Soloeinlagen Shepherds, sowie das treibende „I’m A King Bee“ (toller Gesang von Noah Hunt) leitete dann ein furioses Finale ein. In einer ausgedehnten Version des Jimi Hendrix-Klassikers „Voodoo Child (Slight Return)“ entfachte Shepherd brachiale Soli, die er bildlich in Richtung Publikum abfeuerte. Seine furiose Bläsersektion, Krown mit Soloeinlagen am Keyboard und die stampfende Rhythmussektion um Layton und Nelson, erstürmten die Halle regelrecht. Das danach nichts mehr kommen konnte, war eigentlich jedem klar.

Line-up Kenny Wayne Shepherd:
Kenny Wayne Shepherd (electric guitar, vocals, lead vocals)
Noah Hunt (lead vocals, electric and acoustic guitar, percussion)
Joe Krown (keys)
Scott Nelson (bass)
Chris Layton (drums)
Joe Sublett (saxophone)
Mark Pender (trumpet)

Fazit: Dem Team um Fabian Stiens ist es gelungen, hochkarätige Künstler für diesen Abend zu gewinnen, die, auch wenn der Blues verschieden interpretiert wurde, gut zusammen passten. So kam es nicht zu Brüchen im Festival. Auffallend war ein sehr präsentes, immer zuvorkommendes Team, was einen fast familiären Charakter entstehen ließ. Einen großen Anteil an der gelungenen Veranstaltung hatten natürlich auch die bestens aufgelegten Künstler und ein Publikum, das sich durchaus anspornend auf die Musiker auswirkte. Ein Lob auch an die Soundtechniker, die einen gut differenzierten Sound in die Halle brachten und die Lichttechniker, die mit abwechslungsreichen Effekten, auch optisch unterstützten.

Ein Dank an Shooter Promotions und Fabian Stiens für die Akkreditierung und die Möglichkeit sich zum Fotografieren recht uneingeschränkt bewegen zu können, dass es gar nicht nötig war, aus dem abgesperrten Bereich vor der Bühne zu agieren, wo man dann eher die Kamaeraleute des Rockpalast gestört hätte, da das Forum mit seiner terassenförmigen Architektur auch so viele Möglichkeiten bietet.

Bilder und Bericht: Gernot Mangold

Eamonn McCormack
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Kenny Wayne Shepherd
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Shooter Promotions
Leverkusener Jazztage

Laurence Jones Band – 30.10.2019, Musiktheater Piano, Dortmund- Konzertbericht

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Die britische Blues Rock-Szene hat sich mittlerweile, zumindest was unsere Konzertberichterstattung betrifft, fest in unserem Magazin etabliert. Jetzt bot sich in unserem geliebten Musiktheater Piano in Dortmund nochmals der Besuch von Laurence Jones mit seiner Band an, der uns bereits schon im April dieses Jahres in Arnheim überzeugt hatte.

Die Zuschauerresonanz blieb für einen Blues Rocker seiner Güteklasse ein wenig hinter den Erwartungen zurück. Ob es am Tag mitten in der Woche oder am gleichzeitig stattfindenden Fußballmatch zwischen Borussia Dortmund und Borussia Mönchengladbach (2:1) lag, dass potentielle Genre-Kundschaft wie auch einige sonstige Stammgäste fernblieben, darüber kann nur gemutmaßt werden, fest steht, die deutlich attraktivere Begegnung fand jedenfalls parallel in Essen statt (Niederrheinpokalspiel SpVg Schonnebeck – Rot-Weiss Essen 0:9)…

Wie dem auch sei, um 20:20 Uhr betrat der Protagonist und sein durch zwei Umbesetzungen verändertes Line-up (jetzt dabei Jack Alexander Timmis am Bass und Abbie Adi als Backroundsängerin) die Bretter des Pianos und legte mit dem neuen „I‘m Waiting“ schon mal die erste rockige Duftmarke hin.

Im weiteren Verlauf gab es mit Stücken wie „Wipe Those Tears Dry“, dem treibenden „Stay“, „Heart Is on Fire“, „Beautiful Place“ „Quite like You“, „Mistreated“ schon eine ordentliche Portion aus seinem aktuellen Album, wobei Laurence natürlich einige filigrane Soli (sehr hoher Wah-Wah-Anteil) auf seiner abgewetzten Stratocaster abließ.

Für „Long Long Lonely Ride“ schulterte er einmalig die akustische Gitarre und es zog kurzzeitig eine ordentliche rockende Countrybluesbrise durchs Piano. Keyboarder Benny Holland blühte schon zu diesem Zeitpunkt auf und klimperte sich an seinen Tastengeräten (Piano und Hammond-Orgel) auch mehrmals in den Vordergrund.

Die neue langbeinige Backgroundsängerin Abbie Adi (toller Anblick in ihrem eleganten schwarzen Outfit) machte das, was man bei diesen Damen kennt und liebt: Sie schwang die Hüften, sang ihre ‚Uuhs‘ und ‚Aahs‘, und schüttelte ab und zu auch mal rhythmisch mit dem Tambourine.

Während der schmächtige Phil Wilson (Bruder von Ash Wilson) mit einigen schöne Poltereinlagen glänzen konnte, erledigte der zweite Neuling, Jack Alexander Timmis, ein soliden Job am Bass, hatte aber auch kaum Gelegenheit, sich großartig zu profilieren.

Mit der ganz starken Ballade „Take Me“, der furiosen Version von „All Along The Watchtower“, bei der Laurence immer wieder zum großen Hendrix-Bild seitlich der Bühne hinblickte, Jones‘ Paradesstück „Thunder In The Sky“ (Wahnsinns-Soli des Briten), besserte sich die Stimmung von Minute zu Minute.

Das Bo Diddley-Cover „Before You Accuse Me“, das stonesk angehauchte “Everything’s Gonna Be Alright” und der flott interpretierte CCR-Klassiker “Fortunate Son” schlossen dann den kurzweiligen Hauptteil ab. Die eingeforderte Zugabe ließ nicht lange auf sich warten. Jones & Co. ließen mit „Live It Up“  die feine Lütgendortmunder Location zum Ende des Abends nochmals aufleben. Ein gelungener finaler ‚Rausschmeißer‘.

Nach dem Gig nahm sich Laurence noch Zeit für unser obligatorisches Bild für die VIP-Galerie und auch für seine Fans. Vielen Dank an Jenny Dore vom Piano, die für sich für die gewohnt herzliche Gastfreundschaft verantwortlich zeigte.

Line-up:
Laurence Jones (lead vocals, electric and acoustic guitar)
Jack Alexander Timmis (bass)
Phil Wilson (drums, backing vocals)
Bennett Holland (keys, backing vocals, vocals)
Abbie Adi (backing vocals, percussion)

Bilder: Gernot Mangold
Bericht: Daniel Daus

Laurence Jones
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Musiktheater Piano

Ben Poole – 25.10.2019, Schwarzer Adler, Rheinberg – Konzertbericht

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Nachdem Ben Poole schon im Frühjahr den Weg in den Schwarzen Adler gefunden hatte, machte er nun mit einer anderen Bandzusammensetzung, mit einer neuen Live-CD im Gepäck, Stop im Rheinberger Bluestempel.

Manchmal gibt es aber auch besondere Momente um das Konzert herum. Dies war beim Soundcheck der Fall, zu dem ich schon anwesend war, wo der 11-jährige Nachwuchsmusiker Jakub Oćić aus Voerde zusammen mit Ben und Band eine furiose Version von „Hey Joe“ hinlegte. Bei dem Präsentierten braucht man sich wirklich keine Sorgen um den Nachwuchs in Sachen Blues und Rockmusik zu machen.

Überhaupt war es wieder schön, sich mit den Bandmitgliedern, zu denen fast schon ein freundschaftliches Verhältnis besteht, sowie mit Andre Wittebroeck vom holländischen Bluesmagazin, vor und nach dem Konzert, zu unterhalten. Mit Drummer Wayne Proctor z. B. über den, wo er in Sachen A. A. Williams letzte Woche als Support für Sisters of Mercy unterwegs war und mir noch ein Foto von der Show für meine Tochter signierte.

Wie im Schwarzen Adler üblich, betrat Ben Poole mit seiner Band pünktlich um 20:15 Uhr die Bühne, im dann ordentlich gefüllten Saal. In einer Ansage erklärte er dem Publikum, wie es zu dem Konzert kam. Im Sommer erfuhr er von mir, dass der Schwarze Adler eventuell geschlossen wird, was ihn dazu veranlasste, direkt über seine Agentin, Florence Miller, noch einmal eine Abschiedsveranstaltung geben zu wollen. Dass es mittlerweile recht gut aussieht, den Schwarzen Adler konzeptionell mit Livemusik weiter bestehen zu lassen, mache ihn sehr glücklich, dass es statt zu einer ‚Abriss‘,- zu einer ‚Jetzt geht es weiter‘-Party kommt.

Diesen Bezug zum Schwarzen Adler zeigte er im Verlaufe des Konzertes noch einmal, als er Ernst Barten auf die Bühne bat, ihn in den Arm nahm, für all das Geleistete dankte, auch die Chance, die ihm damals als blutjungen Musiker gegeben wurde und betonte, dass er dies nie vergessen werde und immer wieder gerne den Adler mit seinem begeisterungsfähigen Publikum besuchen werde.

Ben Poole spielte mit seiner Band fast die gesamte neue Live CD und legte einen furiosen Auftritt hin. Die Besetzung entsprach auch der Liveaufnahme, und die Besucher konnten direkt die Qualität der Besetzung erkennen, mit der Ben Poole auch schon einige Studioalben einspielte.

Mit dem Tausendsassa Wayne Proctor an den Drums, der auch für das Producing der Platte zuständig war und Steve Amadeo am Bass wurde er von absoluten Ausnahmekünstlern begleitet, denen die Spielfreude und der Spaß am Auftritt jederzeit anzumerken war sowie, dass es sich um mehr handelt, als ein Konglomerat von Musikern. Hier standen Freunde zusammen auf der Bühne. Zwischen den Songs wurde gescherzt, Amadeo wurde von Ben mit Humor auf den Arm genommen, indem er seinen Namen abänderte.

Dass es sich so nicht um eine Ein-Mann-Show handelte, ist auch absolut hervorzuheben. Hier ist besonders der letzte Song vor der Zugabe zu nennen. Im knapp 15 minütigen „Anytime You Need Me“ setzte er sich für etwa 5 Minuten an den Rand der Bühne und gab Amadeo Zeit für ein ebenso langes phantastisches Bass-Solo, bei dem er durch Proctor begleitet wurde.

Es ist schwer, bei diesem Konzert, in dem es keine Durchhänger gab, irgendeinen Track hervorzuheben. Was Poole und Band allerdings in der letzten halben Stunde ablieferten, war absolute Extraklasse. Neben dem zuvor genannten Song brachte das Trio als Zugabe „Time Might Never Come“ einen absoluten Kracher, den er auch Gary Moore widmete, neben dem er als Jugendlicher spielen durfte, was mit Sicherheit Einfluss auf seine Karriere hatte. In dieser knapp 15-minütigen hoch emotionalen Nummer legte Ben ein Solo hin, was ich von der Intensität eigentlich nur von David Gilmour erlebt habe, als er „Comfortably Numb“ spielte.

Engländer scheinen das eben zu können. Nach knapp zwei Stunden war dann Feierabend und von allen Seiten war zu hören, dass dies ein besonderer Abend war. Ben und Band standen noch lange zum Klönen und Signieren bereit und für Ben gab es noch einen besonderen Moment. Ein Fan, der selbst als Musiker tätig war, aber nun gesundheitlich wohl nicht mehr musizieren kann, ließ sich eine seiner Gitarren von ihm signieren. Ben bemerkte, dass dies eine tolle Gitarre sei. Und dann kam der besondere Moment. Der Fan sagte plötzlich spontan, dass er die Gitarre behalten möge, bei ihm sei sie in besonderen Händen.

Ein Dank wieder einmal an das Adler-Team, einen auch emotional an diesem Abend besonders gerührten Ernst Barten, die wie immer exzellente Sound- und Lichttechnik, sowie Ben Poole, Wayne Proctor und Steve Amadeo für ein unvergessliches Ereignis und für eine sehr persönliche Widmung auf einer CD. Dieser Konzertbericht kann auch übernommen werden als Review für die Doppel-CD. Diese spiegelt genau die Spielfreude und die Bandbreite des Blues wieder, die an dem Abend gezeigt wurde.

Jedem Blues-Fan sei angeraten eines der Konzerte dieser Herbsttour zu besuchen, in der Ben mit diesem Line-up die Live CD präsentiert, da sie ziemlich genau das eventuell zuvor gehörte Konzert wiedergibt.

Line-up:
Ben Poole (lead vocals, electric guitar)
Steve Amadeo (bass)
Wayne Proctor (drums)

Text und Bilder: Gernot Mangold

Ben Poole
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Schwarzer Adler

JD Simo – 10.10.2019 – Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

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J.D. Simo machte letzten Donnerstag Halt im Dortmunder Musiktheater Piano. Vielleicht hatte auch der Tag mitten in der Woche einen Anteil, dass das Konzert des aus Nashville stammenden Musikers nicht mit der Zuschauerresonanz gewürdigt wurde, die es eigentlich verdient gehabt hätte.

Wer bei Nashville an das Genre Country denkt, war an diesem Abend jedoch falsch gewickelt. Simo legte mit seiner Band ein intensives Feuerwerk hin, das in vielen Passagen an den Blues der Marke Jimi Hendrix erinnerte. Begleitet wurde er dabei von Adam Abrashoff an den Drums, der auch die Gelegenheit hatte, in einem intensiven Solo seine Künste zu beweisen und von Andraleia Buch am Bass, die auch einige jazzige Elemente einfließen ließ, aber in den meisten Songs, mit einem treibenden energischen Bassspiel überzeugen konnte.

Neben älteren Tracks wie „People Say“ oder „I Want Love“ streute er auch einige Sachen des aktuellen Albums „Off At 11“ ein, die vom Publikum sehr gut angenommen wurden. Besonders hoben sich dabei „Temptation“ und „You Need Love“, ein toller Bluessong, z.T an The Cream erinnernd, vor. In beiden Stücken, wie im Prinzip ansonsten auch, glänzte Simo mit ausladenden Soli.

Den Höhepunkt legte Simo an das Ende des Konzertes. Eine ausladende Version des Beatles- (später JoeCocker) Klassikers „With A Little Help From My Friends“, wo die gesamte Band sich scheinbar in einen Rausch spielte und der durch Cocker geprägte Urschrei nicht fehlte, beendete den Hauptteil des Gigs

Die durch begeisterte Zugabeforderungen animierte Band, legte dann den für mich stärksten Song des Abends nach. Das etwa 10-minütige „I´d Rather Die In Vain“ offerierte noch einmal die spielerischen Fähigkeiten der Band und Simo lebte sich in mehreren Soli regelrecht aus.

Etwa 100 Minuten krachender Blues-Sound waren wie im Fluge vergangen, wobei sich die Musiker auch von der geringen Zuschauerzahl nicht negativ beeinflussen ließen sondern mit einer sichtbaren Spielfreude dafür sorgten, dass die Anwesenden dennoch für eine entsprechende Stimmung sorgten.

Ein Dank auch an das Piano, dass Künstlern wie J.D. Simo eine Bühne gegeben wird, ihre Musik live zu präsentieren und der Band für das sympathische Auftreten nach dem Konzert. Es bleibt zu hoffen, dass J.D. Simo und seine Band beim nächsten Mal mehr Zuschauerresonanz erhalten, als an diesem Donnerstag Abend. Bei den Anwesenden haben sie in jedem Fall Werbung in eigener Sache gemacht und hoffentlich dienen diese als Mulkiplikatoren für ein potentielles nächstes Mal.

Line-up:
J.D. Simo – Gitarre und Vocals
Adam Abrashoff – Schlagzeug
Andraleia Buch – Bass

Bericht und Bilder: Gernot Mangold

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Musiktheater Piano
3Dog Entertainment

North Mississippi Allstars – Up And Rolling – CD-Review

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Review: Stephan Skolarski

Zurück zu den musikalischen Wurzeln! Das scheint der Leitgedanke der North Mississippi Allstars auf ihrer neuen CD „Up And Rolling“ zu sein.

Was das Stöbern in alten Fotoalben doch so alles bewirken kann: Die Inspiration für die Aufnahmen kam den Dickinson-Brüdern durch Bilder des texanischen Fotografen Wyatt McSpadden der 1996 die Hill Country Blues-Szene in Mississippi dokumentierte. Die Songs auf dem 10. Studioalbum sind daher in erster Linie eine Würdigung und Anerkennung regional beachteter Künstler wie Otha Turner und Junior Kimbrough.

Die große Bedeutung der Einflüsse dieser Künstler durchströmt die Recordings der Band, die damit auch ihre eigene biographische Note ins Album einbringt. Das leicht desert-rockige aber vom Fife-And-Drum-Stil dominierte „Call That Gone“ ist ein außergewöhnlicher und exzentrischer Einstieg ins neue Album.

Der nicht nur Sound-technisch im Spill The Wine-Style produzierte Titel-Track „Up And Rolling“ ist ein auch textlich in Drogen-Bezügen verankerter Song und erinnert noch mal an die „Botschaft“ dieses Longplayers: „We love to play these hill country blues ‚til you satisfied“.

Der Staple Singers Vintage-Gospel-Track und unwiderstehliche Stomper „What You Gonna Do?“ auf dem sich Mavis Staples höchstpersönlich dazu gesellt, ist eine berauschende Version des Hits vom 1965er Album „Freedom Highway“. Die Dickinson-Brüder haben zudem weitere hochkarätige Gäste für den Longplayer versammelt.

Auf dem T-Bone Walker Track „Mean Old World“ überkommt sogar dem Americana-Rocker Jason Isbell der Blues und auch Duane Betts scheint sich fernab des Southern-Rocks pudelwohl zu fühlen, als sich der Song am Ende zu einem 6-minütigen Boogie-Jam entwickelt.

Aber auch der Roadhouse Blues “Out On The Road” unter Beteiligung von Cedric Burnside (Sohn von Blues-Legende R.L. Brunside), das dunkel gestimmte „Lonesome In My Home“, das funkige “Bump That Mother” sowie die sozial-kritischen Ausflüge auf “Living Free” zeigen die vielseitigen Song-Arrangements dieser in Bestform aufgelegten North Mississippi Allstars.

Kris Kristoffersen-Country und Garth Brooks-Tendenzen gibt es auf dem Gospel getränkten “Take My Hand, Precious Lord”, auf dem ebenfalls Cedric Burnside mitwirkt. Das letzte Stück „Otha‘s Bye Bye Baby“ ist eine nachträgliche Ehrerbietung an Otha Turner, das Luther Dickinson 1996 mit dem Blues-Veteranen aufgenommen hat und damit jetzt einen denkwürdigen Schlusspunkt unter das neue Album setzt.

„Up And Rolling“ von den North Mississippi Allstars ist ein facettenreicher Longplayer, der sich gegen den überbordenden Pop-Arrangement-Trend in der Blues- und Country-Musik wendet und voller herzhafter, biographischer Komponenten und Bezüge der Südstaaten-Band ist.

Luther und Cody Dickinson zeigen mit ihrer neuen Scheibe, dass man mit kreativen Ideen und herausragenden Songwriting-Skills heutzutage immer noch ein klassisches Blues-Country-Album in der Tradition ihrer Heimat produzieren kann.

New West Records (2019)
Stil: Blues-Rock, Roots-Rock, Country

Tracklist:
01. Call That Gone
02. Up And Rolling
03. What You Gonna Do? (feat. Mavis Staples)
04. Drunk Outdoors
05. Peaches
06. Mean Old World (feat. Jason Isbell and Duane Betts)
07. Out On The Road (feat. Cedric Burnside)
08. Lonesome In My Home
09. Bump That Music
10. Living Free
11. Take My Hand, Precious Lord (feat. Cedric Burnside)
12. Otha‘s Bye Bye Baby (feat. Otha Turner)

North Mississippi Allstars
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Oktober Promotion

Ryan McGarvey (und Manni Küsters) – Interview

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Nach dem Konzert ergab sich die Möglichkeit zu einem Interview mit Ryan McGarvey und Manni Küsters, im Backstagebereich des de Bosuil. Bemerkenswert war, mit welcher Gelassenheit und Ruhe, Ryan die Fragen beantwortete und auch Spaß an dem Gespräch hatte.

Sounds Of South: Hallo Ryan, schön dich hier in Weert zu sehen. Hinter dir liegen ereignisreiche Monate. Im Frühjahr sah ich dich auf zwei starken Konzerten im Schwarzen Adler/Rheinberg und im Musiktheater Piano/Dortmund, die beide für dich bekannte Locations waren. Vor etwa 2 Wochen gab es aber – glaube ich zumindest – ein Highlight in deiner Karriere. Schildere bitte deine Eindrücke von der Bluescruise und was du eventuell mit anderen Künstlern erlebt hast.
Ryan McGarvey: Das ist nicht ganz richtig. Schon 2010 war ich als ganz junger Künstler auf einer Bluescruise, damals von Miami ausgehend, dabei. Bei der diesjährigen Tour hatte ich aber einen anderen Status. Dennoch ist es schon beeindruckend neben so Topleuten wie Joe Bonamassa, Peter Frampton oder Kenny Wayne Sheperd über mehrere Tage praktisch, die Bühne zu teilen. Auch war es interessant bisher noch nicht so im Vordergrund stehende vielversprechende Bands zu erleben. Am Eindrucksvollsten für mich war allerdings der Auftritt und die Präsenz eines Peter Frampton. Mit seinen 71 Jahren hat er immer noch die Vitalität wie als junger Musiker auf seinen Platten und auch die Stimme ist wie damals. Es war schon ein tolles Gefühl einen Musiker zu erleben, der mich in meiner Jugend beeindruckt hat. Über die Qualitäten meiner Freunde Joe Bonamassa oder Kenny Wayne Sheperd braucht in diesem Zusammenhang praktisch nicht gesprochen zu werden. Es war großartig.

Sounds Of South: In deiner Band ist Logan Miles Nix an den Drums eine Art Konstante und begleitete dich auf den meisten Touren und Platten. Am Bass habe ich schon verschiedene Spieler gesehen. Erzähle etwas über die Zusammenarbeit und Besonderheiten. Ich denke da z. B. an Carmine Rojas der ja schon mit einigen Topstars gespielt hat. Ich erinnere mich an ein Konzert, wo Carmine aus dem Backstageraum durch die Kneipe ging, um dich für zwei Akustiksongs von hinten aus dem Publikum zu beobachten.
Ryan McGarvey: Zunächst zu Logan. Für mich ist er der perfekte Drummer, die absolute Nummer eins für die Band. Er spielt zu Hause noch in einer Band, die eher was in Richtung Heavy Metal macht. Er hat aber auch schon für andere Musiker Songs mit eingespielt. Am Bass gab es tatsächlich die meisten Veränderungen. Mit meinem alten Kumpel Artha Meadors habe ich glaube ich jetzt genau den passenden Mann für meine Art Musik zu machen gefunden. Die Arbeit mit Carmine hat mich mit Sicherheit sehr geprägt und er hat mir eine Menge Tipps gegeben. Er war ein ganz wichtiger Bestandteil der Band und hat mir auch menschlich sehr weitergeholfen.

Sounds Of South: Hast du je darüber nachgedacht, einen Keyboarder in deine Band einzubauen oder bleibst du konsequent bei deiner Dreierbesetzung?
Ryan McGarvey: Gedanken habe ich mir schon gemacht. Im Studio gab es schon den Einsatz eines Keyboarders. Mir persönlich gefällt es sehr gut, wenn bei bestimmten Songs auch das Keyboard als Instrument eingesetzt wird. Meiner Art. den Blues zu spielen, würde ein Keyboard aber eher Dynamik wegnehmen, weshalb ich eher weiter zu einem Powertrio tendiere. Für die nächste Platte plane ich aber einen mehr rockenden Einschlag. Da überlege ich, ob es nicht gut ist, einen zweiten Gitarristen zu integrieren, der mich unterstützt, dass ich mich auch auf die Gesangspassagen mehr konzentrieren kann.

Sounds Of South: Du hast schon mehrere Male im Schwarzen Adler in Rheinberg gespielt. Ich persönlich war seit der Eröffnung durch Ernst Barten sehr oft in der Kneipe, auf Partys und bei Konzerten. Nun hört Ernst auf und es ist fraglich, ob und wie es mit dem Adler weitergeht. Was gehst du mit solch einer Mitteilung um? Ich habe hier eine Tasse mit einem Konzertfoto und würde mich freuen, wenn du diese als Erinnerung für Ernst unterzeichnest.
Ryan McGarvey: (Nimmt die Tasse, begutachtet sie und meint dass es eine tolle Idee ist und zeichnet sie mit einer persönlichen Widmung) Es ist sehr schade, dass eine solche Kultstätte eventuell nicht mehr existieren wird. Ich persönlich spielte immer sehr gerne dort und mein Freund Joe Bonamassa hatte dort auch einige Male gespielt und sprach voller Begeisterung von einer Art Wohnzimmer für ihn. Ich würde mich freuen, wenn ein Weg gefunden wird, diese Location zu erhalten.

Sounds Of South: Nun aber zu deiner Zukunft. Gestern las ich, dass du beim Crossroads-Konzert von Eric Clapton dabei bist. Was hat das für dich für eine Bedeutung, neben zahlreichen ausgewählten Künstlern dabei zu sein.
Ryan McGarvey: Es ist für mich sogar das zweite Mal. Das erste Mal, gewann ich bei einem Kontest für Nachwuchsmusiker und ich dachte damals, es wäre das absolut Größte und nicht zu toppen. Diesmal macht es mich aber besonders stolz. Ich bin eingeladen, wegen dessen, was ich in meiner bisherigen Karriere geleistet habe. Es ist für mich etwas ganz Besonderes neben Topstars wie z. B. Doyle Bramhall II aufzutreten. Es ist für mich aber auch ein tolles Gefühl zu sehen, dass ich im Musiktheater Piano spiele und wenige Wochen später eben dieser große Musiker auch dort auftritt. Es ist schon phantastisch, wie sich alles in den letzten Jahren entwickelt hat.

Sounds Of South: In Deutschland haben Cover- und Tribute Bands viel Publikum. Wie denkst du über solche Bands oder Projekte?
Ryan McGarvey: (sehr nachdenklich) Gut, es schon machmal schwer nachvollziehbar, die Zuschauerzahlen zu vergleichen. Aber es gibt auch ein Publikum, dass gerne Party macht. Wichtig ist, dass die Musiker ihr Handwerk verstehen und sich dann eventuell mit eigenen Gedanken weiterentwickeln, wie es auch einige große Rockbands getan haben. Und manchmal ist es sogar so, dass das Cover sogar besser ist als das Original.

Sounds Of South:Was sind außer Musik deine Hobbies? Gibt es etwas was dich besonders entspannt?
Ryan McGarvey: (lacht) Musik ist für mich fast alles. Ich lebe für die Musik und mache auch so vieles drum herum wie Artworks. Musik zu machen ist für mich auch Entspannung. Meine Eltern wohnten in den Bergen New Mexikos; Angeln, Pferde und so, waren damals das, worum es sich drehte. Ich kann auch mal 1–2 Tage raus in die Natur, dann reicht es mir aber auch und ich muss zurück zur Musik.

Sounds Of South: Was hältst du von so kleinen Onlinemagazinen wie Sounds Of South, die weitgehend ohne kommerziellen Hintergrund arbeiten?
Ryan McGarvey: Ich persönlich halte die Arbeit für sehr wichtig, da die Leute alles mit Spaß machen und ohne Zwang ehrliche authentische Arbeit ablegen. Wenn ich vergleiche, wie vorbereitet du heute mit mir das Gespräch suchst, bin ich positiv überrascht. Ich erinnere mich an ein Interview mit einer größeren Zeitschrift, welches über Skype ablief und ich mich fragte, was diese Person überhaupt von mir will. Da wird man scheinbar manchmal nur als Nummer gesehen und das wars.

Sounds Of South:Danke Ryan für die Zeit die du dir genommen hast, ich hoffe der „Mystic Dream“ geht für dich weiter. Wir haben uns bestimmt nicht das letzte Mal gesehen und ich freue mich schon auf die nächste Tour und ein neues Album.

Nach dem Interview mit Ryan nahm sich auch Manny Küsters Zeit für ein sehr offenes und nettes Gespräch

Sounds Of South: Manny, was bedeutet dir die Zusammenarbeit mit Ryan?
Manni Küsters: Es hat sich über die Jahre, über das kommerzielle hinweg, eine wirklich freundschaftliche Beziehung entwickelt. Ryan ist ein besonderer Typ, sehr sympathisch, aber auch mit der einen oder anderen Ecke. Aber das gehört zum Mensch sein dazu. Er ist ein absolut begnadeter Gitarrist und wird weiter seinen Weg gehen, bei dem ich ihm gerne helfe. Vor einigen Jahren arbeitete ich auch mit einem gewissen Joe Bonamassa zusammen und habe ihn mit Sicherheit auch dazu angetrieben, was er jetzt erreicht hat.

Sounds Of South: Wie sehen jetzt die nächsten Schritte aus? Größere Locations auch durch die Präsenz auf der Bluescruise oder dem Crossroads Festival?
Manni Küsters: Das ist natürlich eine tolle Sache und erleichtert die Verhandlungen mit Veranstaltern. Ich erinnere mich, als damals zu Beginn der Karriere Ryans jemand auf mich zukam, Festivals in Europa zu suchen und Klubkonzerte zu planen. Damals war ich zunächst als Promoter zuständig und es hat mir einige Türen geöffnet, dass Ryan als Talent beim Crossroads Festival und einer Bluescruise auftrat. Heute sehe ich es ähnlich, dass sich daraus Chancen entwickeln, den nächsten Schritt zu machen. Für das nächste Jahr sind auf jeden Fall schon wieder Konzerte und Festivals in Europa fest eingeplant. Ich denke, dass auch das Musiktheater Piano in Dortmund wieder dabei sein wird.

Sounds Of South: Danke auch an dich Manni, dass du dir im engen Zeitplan die Muße für dieses sehr persönliche Gespräch genommen hast. Es war interessant, Hintergründe zu erfahren und ich freue mich schon auf das nächste Treffen.

Interview und Bilder: Gernot Mangold

Ryan McGarvey
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Rosedale – 27.09.2019, Schwarzer Adler, Rheinberg – Konzertbericht

RD-haupt

Nachdem mich Gernot unnachgiebig bearbeitet hatte, mal einem Live-Erlebnis des französischen Quintetts Rosedale beizuwohnen, ergab sich jetzt mit dem Gig im heimischen Schwarzen Adler, nun endlich die passende Gelegenheit dazu.

Der freute sich wie ein kleines Kind, als er bereits am Nachmittag einen kunstvollen Windfänger in Empfang nehmen konnte, den er beim Drummer der Band, Denis Palatin (der kann also nicht nur kräftig poltern, sondern sehr feinmotorisch mit den Händen arbeiten), bei einem früheren Auftritt, in Auftrag gegeben hatte. Zwei seiner Werke dienten auch links und rechts oben als Bühnendekoration.

Schade, dass sich im Gegensatz zum Auftritt in der Vorwoche von der Laura Cox Band das Verlangen bei einigen Stamm-Besuchern, handgemachten guten Blues Rock neuer junger aufstrebender Acts hautnah zu erleben, scheinbar anderen Interessen zum Opfer gefallen ist. Ein wenig mehr Resonanz hätte dem sich gerade im Umbruch befindlichen Adler-Geschehen (Übernahme durch eine potenzielle neu gegründete Genossenschaft), sicherlich einen weiteren positiven Schub geben können.

So hatten sich vielleicht gerade mal um die 50 Besucher zu Beginn des Wochenendes in Rheinbergs bekannter Musik-Kultstätte eingefunden. Die dürften sich allerdings über ihre gute Entscheidung innerlich selbst auf die imaginäre Schulter geklopft haben. Denn der Fünfer um seine beiden Leitfiguren Amandyn Roses (mich rein äußerlich und auch von ihrem Stimmvolumen an eine junge Wynonna erinnernd, passend zum Namen mit rosen-bedruckten Kleid auftretend) und Charlie Fabert, lieferte eine Gala-Vorstellung in Sachen Spielfreude, als auch gesanglichem und instrumentellem Können ab.

Während das erste Set mit Tracks wie „Racing At The Wheel“, „Smoking Gun“, „Fireplace“, der flotten „Nutbush City Limits“-Adaption, dem proggigen „Soul Posession“, dem Freddie King Instrumental-Standard “ Hideaway“, „The Sun Won’t Rise Today“ und der überragenden Akustik-Performance beim viel gecoverten „I’ll Take Of You“ (grandioser Gesang von Roses, Fabert in Manier eines Akustikgitarren-Wizards) noch einem Abtasten zwischen Band und Auditorium glich (das Adler-Publikum ging aber auch hier schon engagiert mit), war dann in Part 2 mit zunehmender Intensität der Stücke, das berühmte Eis, endgültig gebrochen.

Amadyn Roses kam zum Opener „Long Way To Go“ wie aufgedreht aus dem Backstage-Raum und brachte die von dem begeisterten Akustik-Intermezzo noch faszinierten Adler-Besucher stimmungsmäßig sofort wieder in die Spur.

Über Songs wie u. a. das slow-bluesige „Drifting“, „Dance With The Devil“ (schönes Bass-Intro von Pili Tempo, wieder proggig-angehaucht), einem tollen Boogie (klasse HT-Piano-Spiel von Séraphin Palmeri), begann quasi mit dem, sich in einen wüsten Trommel-Orkan steigernden Drum Solo von Denis Palatin innerhalb von „When The Evil Sets Its Sights On You“, eine furiose Schlussphase.

Der quirlige Lead-Gitarrist Charlie Fabert wechselte zum finalen Track des Hauptteils „The Kind Of Man You Are“ von der überwiegend gespielten Les Paul zu einem Stratocaster-Modell, und was er dann in einer lang währenden Solo-Passage an seinem Arbeitsgerät abließ (episches Spiel mit Leisephase und allen technischen Finessen) war schon als sensationell zu umschreiben. Das Adler-Publikum kam sichtlich nicht aus dem Staunen, angesichts dessen, was der Franzose mit seinen langen dünnen Griffeln an Tönen erzeugte.

Nach den lautstarken Zugaberufen bewiesen Rosedale am Ende, wie man einen alten Blues-Schunkler der Marke „Got My Mojo Workin'“ in eine wuchtige Blues Rock-Dampfwalze ummünzen kann. Hier hatten nochmals alle Beteiligten Bandmitglieder Gelegenheit, auf ihrem Terrain zu glänzen. Danach war dann endgültig Schluss und die beiden sympathischen Fronter nahmen sich noch ausgiebig Zeit, die Leute am Merchandising Stand mit Autogrammen auf den gekauften Tonträgern zu versorgen.

Fazit: Rosedale spielten sich mit einer engagierten Leistung in die Herzen der aufgeschlossenen Adler Blues-Fans. Dieser Gig hätte ganz klar ein volles Haus verdient gehabt. Liebe Leute, traut euch auch öfter mal was neues, damit solche Herzblut-Locations weitergeführt werden können…

Line Up:
Amandyn Roses: Lead vocals
Charlie Fabert: Guitars, vocals
Séraphin Palmeri: Keyboards, vocals
Denis Palatin: Drums, vocals
Pili Tempo: Bass, vocals

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

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Schwarzer Adler Rheinberg
Genossenschaftsinitiative Adler Erhalten

Kris Barras Band – 25.09.2019, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

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Kris Barras wird seit einigen Jahren vom, in Blues Rock-Kreisen namhaften Mascot/Provogue-Label, bei dem ja auch so prominente Interpreten wie Joe Bonamassa, Beth Hart, Walter Trout, etc. unter Vertrag stehen, behutsam aufgebaut.

Als Leadsänger der ebenfalls schillernd besetzten Supersonic Blues Machine (u.a. mit Fabrizio Grossi, Kenny Aronoff, Billy Gibbons), wurde er bei uns der breiteren Masse vorgestellt.

Beim Rockin The Blues Festival ist er als Anheizer für Walter Trout und Jonny Lang eindesetzt worden. In dieser Zeit hat er sich ohne Murren in den Dienst der Sache gestellt und sich mit den beiden starken Alben „The Divine And Dirty“ und dem brandaktuellen „Light It Up“ sukzessive weiterentwickelt.

Nun ist aber die Zeit gekommen, den Briten mit diesem aktuellen Werk, eigenständig durch Europa zu schicken. Für einen Debüt-Gig mitten in der Woche, war das Musiktheater Piano mit ca. 120 Leuten akzeptabel besucht. Dem Barras- Quartett, mit dem wieder breitwandig posierenden Bassisten Elliott Blackler(seinen Tieftöner meist mit Plektron bearbeitend), Keyboarder Josiah J. Manning und neu-Drummer Billy Hammett, wurde ein warmherziger Empfang beschert.

Zu pünktlichem Beginn um 20:00 Uhr legten Barras & Co. mit dem Titelstück „Ignite“ (Light It Up“) und „Counterfeit People“ direkt wie Rock-Feuerwehr los.

„Dass der mit seinen Tattoos archaisch anmutende Fronter Rock ’n‘ Roll im Blut hat, untermauerte dann der nächste Track „Rock ’n‘ Roll Is Running Through My Veins“ glaubwürdig. Aber auch dezente Southern Rock-Gene, wie es sein schönes E-Gitarren-Solo bei „What A Way To Go“ an den Tag legte.

Eines meiner Lieblingsstücke, das danach eigentlich geplant war, „Propnane“, klemmte sich die Band und legte mit der aktuellen Single „What You Get“ und „Vegas Son“ noch zwei Stücke vom neuen Silberling nach.

Der neue Drummer Billy Hammett durfte dann mit Klatsch-Unterstützung des Publikums kurz seine Trommel-Koordinationsfähigkeiten zur Schau stellen. Nach dem mit dezentem Texas-Flair rüberkommenden „I’m Gone“ wurde es dann persönlich.

Bei „Broken Teeth“ reflektierte Kris seine Zeit als Martial-Arts Kampfsportler, wo er sich vermutlich die eine oder andere Schramme zugezogen hatte, und mit „Watching Over Me“ wurde seinem, an Krebs viel zu früh gestorbenen Vater und Mentor im musikalischen Bereich gehuldigt, was besonders im emotional performten Gitarrensolo zum Ausdruck kam.

Nach dem krawalligen „Not Fading“ und dem dem leicht ZZ Top –angehauchten „Devil’s Done Alright“ war mit dem wohl bekanntesten Lied „Hail Mary“ in einer fulminanten Version (Mitwirkung Publikum, fulminantes E-Gitarrensolo, teilweise im Auditorium zwischen den Leuten) auch schon das Ende des Haupteils erreicht.

Am Ende wurde Barras und Band dann statt dem vorgesehenen „Lovers Or Losers“ noch der Freddie King-Klassiker „Going Down“ abgerungen. Starke Szenen hatte hier auch Keyboarder Josiah J. Manning, der mir insgesamt aber zu sehr in den Hintergrund gedrängt wurde.

So war nach knapp 80 Minuten zur arbeitnehmerfreundlichen Zeit von 21:20 Uhr bereits Schluss., da hätte ich persönlich als Debütant im Hinblick auf die gute Stimmung an diesem Abend und in Sachen potentieller Folgeauftritte/Zuschauerakquise im Piano vielleicht noch zwei Stücke nachgelegt…

Line-up:
Kris Barras (lead vocals, electric guitar)
Elliott Blackler (bass, vocals)
Josiah J. Manning (keys, vocals)
Billy Hammett (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

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Musiktheater Piano
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Kris Barras Band – Light It Up – CD-Review

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Review: Stephan Skolarski

Nachdem Dudley Taft letzten Freitag (06.09.) bereits den Startschuss für eine tonangebende Blues-Rock-Woche meinerseits geliefert hat, übernimmt jetzt Kris Barras aus Devon, UK, sprichwörtlich den Staffelstab, um diese ausgelassen abzurunden. Seit einiger Zeit steht der 32-jährige Gitarrist und Sänger bei der großen Mascot Label Group unter Vertrag, bei der auch Genre-Kollegen wie Joe Bonamassa, Beth Hart, Black Stone Cherry und Kenny Wayne Shepherd sind und legt mit „Light It Up“ nun sein drittes Studioalbum vor.

Zu Beginn seiner Musikkarriere hatte er mit Schwierigkeiten zu kämpfen und somit schaffte er den eigentlichen Durchbruch erst vor drei Jahren. Aber dann ging alles ganz schnell: „Lucky 13“ (2016), „The Divine And Dirty“ (2018) heißen die Longplayer, die ihn in den Mittelpunkt der neuen britischen Blues-Szene gebracht haben. Auf der neuen Scheibe lässt er sich vom Erfolg der Vorgänger nicht blenden, sondern startet wild mit dem knackigen Opener „What You Get“ auf dem er zusätzlich von markanten Background-Sängerinnen im Refrain begleitet wird.

Bei „Vegas Son“ kann Barras nach eigener Aussage zu seinem Lieblings-Riff abrocken und auf dem folgenden „Ignite (Light It Up)“ glänzt er durch seine Gitarrenarbeit. Zu den Songs „Ignite (Light It Up)“, „What You Get“ und „Vegas Son“ wurden zusätzlich bildgewaltige Musikvideos aufgenommen, die auf YouTube zu sehen sind. Das Riff von „6AM“ geht unter die Haut und wechselt zu dem langsameren „Rain“ und das Barras angeblich in nur 20 Minuten geschrieben hat. Josiah J Manning, der Keyboard-Player und gleichzeitig auch Produzent des Albums, führt gefühlvoll durch den Song.

„Let The River Run Through You“ beweist die ganze Klasse der Kris Barras Band – begleitet von Barras Finger-picking-Style und der immer wieder als Duett aufgehenden Performance der einsetzenden Background-Sängerin. Die Dynamik verändert sich hingegen schlagartig mit der ausgefeilten und eingängigen Hook-Line von „Bullet“. Ein Stück härter geht es dann sogar noch mit dem hard-rockigen „Wound Up“ und Riff im Deep Purple-Sound.

Der Party-Rock-Song „What A Way To Go“ setzt neue Akzente für ein Blues-Album und auf „Not Fading“ besinnt er sich auf den englischen Electric-Blues-Roots der 1960er Jahre. Das hymnenartige „Pride Is Forever“ beendet das Werk. Aber auch Fans des Hard-Rock werden auf ihre Kosten kommen. Seit 2018 ist Barras auch als Frontmann der Supersonic Blues Machine aktiv und hat im Zuge dieser Formation u. a. auch zusammen mit Billy Gibbons ein Konzert in Essen absolviert (siehe in diesem Rahmen auch unser Interview mit Kris).

Kris Barras ist Teil einer jungen englischen Blues-Generation, an der wir uns in Sound-of-South immer wieder erfreuen. „Light It Up“ ist ein modernes Blues-Rock-Album, das neue Maßstäbe, insbesondere in der europäischen Blues-Szene, setzen wird. Kris Barras tourt mit seiner Band im September auf unserem Kontinent und wird seinen temperamentvollen Blues auch in Deutschland performen.

Mascot Label Group/Provogue (2019)
Stil: (Southern) Rock

01. What You Get
02. Broken Teeth
03. Vegas Son
04. Ignite (Light It Up)
05. 6AM
06. Rain
07. Counterfeit People
08. Let The River Run
09. Bullet
10. Wound Up
11. What A Way To Go
12. Not Fading
13. Pride Is Forever

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