Joanne Shaw Taylor – Nobody‘s Fool – CD-Review

Review: Jörg Schneider

Seit Joanne Shaw Taylor vor zwanzig Jahren im zarten Alter von ‚Sweet Sixteen‘ von Dave Stewart entdeckt wurde, hat es die Britin geschafft, sich zu einer der besten Gitarristinnen im Rockbusiness zu entwickeln. Nach ihrem 2021‘er „The Blues Album“ und dem im gleichen Jahr erschienenen Livealbum „Blues From The Heart“ steht nun ihr neuestes Werk in den Startlöchern.

Auch „Nobody‘s Fool“ wurde, genau wie die Vorgängerscheibe, von Joe Bonamassa und Josh Smith produziert und erscheint am 28. Oktober auf Bonamassas Plattenlabel KTBA Records. Diesmal wieder als ein reines Studioalbum, das mit elf exquisiten Tracks glänzt. Fast alle Songs hat sie selbst komponiert. Nur „Missionary Man“ (Dave Stewart, The Eurythmics) stammt nicht aus ihrer Feder und bei ein paar anderen Songs haben u. a. Josh Smith und Joe Bonamassa zumindest mitgewirkt.

Überraschenderweise hebt sich aber Joannes neue Scheibe in musikalischer Hinsicht deutlich von ihren Alben zuvor ab. Klar, immer noch ist ihre soulige, teils leicht heisere, Altstimme für den Sound mitbestimmend und auch ihre kraftvollen Gitarrenriffs und Hooklines sind so, wie man sie kennt. Trotzdem kommen viele der elf Albumtracks recht poppig und durchaus mit Radioqualitäten versehen rüber. Der Titelsong „Nobody‘s Fool“ liefert gleich ein Beispiel dafür. Da ist ihre einzigartige Stimme, verpackt in einen leicht fluffigen Popsong, bei man sogar ganz zarte Americanaelemente herauszuhören glaubt.

In eine ähnliche mainstreamige Richtung geht auch das gut tanzbare „Won‘t Be Fooled Again“ mit Joe Bonamassa als Gastgitarrist. Zuvor liefert Joanne allerdings noch einen Tune ab („Bad Blood“), dessen dumpfes Intro glatt für einen Krimi geschrieben worden sein könnte, der schließlich aber auch ins Poppige abdrifted, um mit der wiederkehrenden Eingangssequenz einen musikalischen Kontrast zu bilden. Ganz anders „Just No Getting Over You“. Der Song erhält durch eine Bläsersektion einen leicht soulig-funkigen Touch.

Dass Joanne Shaw Taylor auch besinnlich kann, zeigt sie mit gleich zwei Liedern. Da sind zum Einen der einfühlsam vorgetragene Slowblues „Fade Away“ mit Klavierbegleitung und Tina Guo am Cello und zum Anderen gegen Ende der Scheibe „The Leaving Kind“ an dessen Entstehung Joe Bonamassa mitgewirkt hat. Mit „Then There‘s You“ gibt‘s dann auch ’ne richtig hart treibende Blues Rock-Nummer auf die Ohren, die aber umgehend von „Runaway“, einer poppig-fröhlichen Melodie im Singer-Songwriter-Stil, abgelöst wird.

Wo sonst als bei „Missionary Man“ kann Dave Stewart endlich als Gastgitarrist einsteigen. Und dennoch unterscheidet sich der Track erheblich vom Eurythmics-Original. Bei der Neuinterpretation verzichtet Joanne allerdings auf das Harp- unterstützte Intro und gesanglich ist ihre Stimme auch nicht so hart wie die von Annie Lennox. Gastgitarristin Carmen Vandenberg (Bones UK) darf sich in „Figure It Out“ die Ehre geben, einem Track, der mit gefühlten mehr als 100 beats per Minute hektisch nach vorn schießt. Der bereits erwähnte Slowblues „The Leaving Kind“ holt den Hörer letztendlich wieder runter, bevor das Album mit dem fröhlichen und lebensfrohen „New Love“ versöhnlich endet.

Nun lässt sich vortrefflich darüber streiten, ob sich Joanne Shaw Taylor mit ihrem neuen Album musikalisch weiterentwickelt hat oder ob sie sich lediglich auf einen kommerzielleren Pfad begeben möchte. Musikalisches Neuland ist das Album auf jeden Fall. Bitte nicht falsch verstehen, die Scheibe ist einerseits auf ihre Art wirklich gut, aber eben ganz anders als Joannes Vorgängeralben und dürfte daher den Geschmack von Hardcore-Bluesfans nicht so ganz treffen.

Für alle anderen, die gern mal über den Bluestellerrand blicken möchten, ist der Kauf des Silberlings sicherlich eine Überlegung wert. Und auch für diejenigen, die eher einen etwas poppigeren Sound bevorzugen, ohne dabei auf Blueselemente verzichten zu wollen, ist „Nobody‘s Fool“ bestimmt eine gute Anschaffung.

KTBA Records (2022)
Stil: Blues Rock, Pop

Tracks:
01. Nobody‘s Fool
02. Bad Blood
03. Won‘t Be Fooled Again (feat. Joe Bonamassa)
04. Just No Getting Over You (Dream Cruise)
05. Fade Away (feat. Tina Guo)
06. Then There‘s You
07. Runaway
08. Missionary Man (feat. Dave Stewart)
09. Figure It Out (feat. Carmen Vandenberg)
10. The Leaving Kind
11. New Love

Joanne Shaw Taylor
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Another Dimension

Jade MacRae – 04.09.2022 – Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

Nachdem Jade MacRae nur einige Tage zuvor zusammen mit Mahalia Barnes im Krefelder Schlachtgarten aufgetreten war, die nun, für Auftritte mit ihrem Vater Jimmy Barnes, zusammen mit ihrem Mann die Band verlassen hatte, gab es jetzt zum ersten Mal, einen Soloauftritt von ihr mit Band auf der Bühne zu bestaunen. Leider war das Dortmunder Piano nur spärlich besucht, was für den Veranstalter natürlich aus finanzieller Sicht auf Dauer nur schwer zu stemmen ist.

Nun aber zu den positiven Aspekten des Abends. Die mit vielen Vorschusslorbeeren angekündigte, in Neuseeland gebürtige Australierin, konnte diese, von der ersten Minute des Konzertes an, bestätigen. Gestützt durch ihre Band, drückte sie den Songs durch ihre beeindruckende Stimme, ihren Stempel auf. Dabei spielte es keine Rolle, ob es eher in Richtung Soul, Blues, Funk oder Rock ging.

Neben ihrer Stimme gelang es ihr aber auch, durch ihre offene und positive Art, das Dortmunder Publikum direkt zu auf ihre Seite zu ziehen und zu begeistern, das nicht an Applaus, auch für ihre musikalischen Begleiter, sparte. Schön und interessant war, wenn sie etwas zur Entstehung oder den Beweggründen der sehr persönlichen Songs sagte. Bei Ansagen für Songs, die ihrem Vater oder ihrem zweiten Ehemann gewidmet waren, versprühte sie auch ihren charmanten Humor.

Ben Forrester offenbarte mit so manchem Solo, welch ausgezeichneter Gitarrist er ist. In der groovigen ersten Zugabe „Meltdown“ mit Honkytonk-Einschlag brachte er noch einen gewisses Southerenflair herein. Aber auch Aaron Ottignon gab den Tracks an den Keyboards mit einigen Soli seine eigene Note.

Wichtige Grundlage, für den bestens abgemischten und abgestimmten vollen Sound, waren die eher im Hintergrund agierenden Hamish Stuart an den Drums und Bassist Mike Haselwood, die sich aber in einem Solo zumindest sporadisch profilieren konnten.

Zum Ende des Konzertes dankte Jade noch einmal den Anwesenden für die gute Stimmung und auch dem Piano, dass sie in dieser schönen Location auftreten durfte und gerne wiederkommt. Dass sie dabei die Zuschauer bat, dass dann jeder bitte zumindest einen Freund mitbringt, wird mit Sicherheit auch dem Piano gefallen.

Direkt nach dem Ende nahmen sich insbesondere Jade MacRae und Ben Forrester alle Zeit am Merchandisingstand, um diesen beeindruckenden Konzertabend rund ausklingen zu lassen.

Line-up:
Jade MacRae (lead vocals, bgv, percussion)
Ben Forrester (electric guitar)
Aron Ottignon (keys, bgv)
Mike Haselwood (bass, bgv)
Hamish Stuart (drums)

Text und Bilder: Gernot Mangold

Jade MacRae
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EBF Music
Musiktheater Piano Dortmund
3dog-Entertainment

Joe Bonamassa – 03.05.2022, Mitsubishi Electric HALLE, Düsseldorf – Konzertbericht

Es ist jetzt das dritte Mal, dass wir Joe Bonamassa in größerem Konzertrahmen beleuchten, zuletzt war es vor drei Jahren an gleicher Stelle wie an diesem Abend in der Düsseldorfer Mitsubishi Electric HALLE. Mark Dehler von Netinfect Promotion hatte wie gewohnt klasse Arbeit im Rahmen der reibungslosen Akkreditierung geleistet, wir hatten tolle Plätze, quasi zentral und dicht an der Bühne. Herzlichen Dank hierfür! Gut 2.500 Zuschauer wollten Smokin‘ Joes aktuellem Programm an diesem Dienstag beiwohnen.

Pünktlich nach dem Einspieler von John Sebastians 70er-Nostalgiehithit ‘Welcome Back’ betrat der Protagonist in gewohnt weißem Hemd unter schickem Anzug mit seinem Weltklasse-Ensemble die Bühne, um direkt mit „Evil Mama“ und „Dust Bowl“ sich, seine Band und die anwesenden Leute, mit den ersten Soli auf Betriebstemperatur zu bringen. Wie gewohnt ging es in fließendem Wechsel an diversen E-Gitarren wie Gibson SG und ES, Les Paul (u. a. beim zum niederknienden Gary Moore-Cover „Midnight Blues“) , Fender Stratocaster und Telecaster zu Sache. 

Mit letztgenannter Gitarre performte er „The Heart That Never Waits“, das einzige Stück, das vom aktuellen Album „Time Clocks“ in die Setliste fand. Etwas schade, finde ich, man hätte gerne mehr aus diesem superben Werk gehört.  

Mehr als nur ein saitentechnischer Wasserträger war übrigens der uns auch gute bekannte Josh Smith, der dann gegen Ende immer mehr aufblühte und auch mit einigen Twins, Slides und Soli brillieren durfte.  Wie zum Beispiel beim, nach der Bandvorstellung stattfindenden, southern-rockigen „A Conversation With Alice“ oder dem launigen, in Bakersfield-Manier abgehenden „Lonely Boy“, bei dem die famose Nashville-Rhythmussektion mit Weltklasse-Drummer Greg Morrow (ich weiß garnicht, wieviele New Country-Scheiben ich schon reviewt habe, wo er partizipiert hat) und Steve Mackey (mit Spaß in den Backen), die beiden Gitarristen vor sich hintrieben.

Zu Urgestein Reese Wynans braucht man nicht viel zu erzählen, der klimperte wieder in allen Variationen (Orgel, E-Piano, Syhthie, HT-Piano) routiniert auf seinen beiden, über Eck stehenden Tasteninstrumenten. Nicht zu vergessen die beiden klasse aussehenden Backgroundsängerinnen Danielle De Andrea und Jade MacRae, die wieder ihre Aahs, Uuhs und Harmoniegesänge zum Besten gaben und auch in Sachen Synchron-Bewegungen, eine gute Figur abgaben.

Beim Finalstück des Haupteils „The Ballad of John Henry“ entlockte ‚Magier Joe‘ zunächst mit seinen Händen und dann mit bogenförmigen Bewegungen mit seiner Telecaster einem kleinen Kästchen berührungslos vibrierende Töne. Diese Effekte mit einem sogenannten Theremin sind allerdings nicht ganz neu und wurden schon von Jimmy Page auf dem Led Zeppelin-Uralt-Hit „Whole Lotta Love“ eingesetzt. Trotzdem natürlich ein schönes Motiv für unseren Knipser Gernot Mangold.

Die erste Zugabe gehörte dann Joe ganz allein. Da ließ er bei „Woke Up Dreaming“ ein wahres Gewitter auf der Akustischen ab, dass man Angst um seine Fingerkuppen haben musste. Das Finale eines insgesamt zwei Stunden währenden, superstarken Konzerts gab es dann mit dem von Joe und Will Jennings kreierten „Mountain Time“, das nochmals sehr atmosphärisches Southern Rock-Esprit à la Marshall Tucker Band versprühte und somit den überragenden Abschluss bildete.

Bereits ziemlich früh hatte es übrigens diesmal die Leute von den Stühlen gerissen und es wurde im Stehen mit gefiebert, geklatscht und dem Star temperamentvoll die Ehre erwiesen. Bonamassa, das muss man so klar sagen, hat den etablierten Platzhirschen des Blues-Genres längst den Rang abgelaufen. Insgesamt somit wieder eine große Show von Joe & Co. im Rahmen seiner Europa-Frühlings-Tournee, die danach in London (in der ehrwürdigen Royal Albert Hall) und Paris noch weitergeführt wird.

Line-up:
Joe Bonamassa (lead vocals, electric and acoustic guitar)
Steve Mackey (bass)
Reese Wynans (keys)
Greg Morrow (drums)
Danielle De Andrea (vocals)
Jade MacRae (vocals, percussion)
Josh Smith (electric guitar)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Joe Bonamassa
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Netinfect Promotion
Mitsubishi Electric HALLE, Düsseldorf

Joe Bonamassa – Time Clocks – CD-Review und Gewinnspiel

Bei Joe Bonamassa schien die Zeit schon immer ein wenig schneller voranzuschreiten als bei anderen Kollegen seiner Zunft. Seit Start unseres Magazins passiert jedes Jahr, gefühlt alle paar Monate, irgendetwas neues, sei es in Sachen Studio- oder Live-Alben, DVDs, Konzerte oder Kooperationen mit anderen oder Produktionen für andere Interpreten.

Mit „Time Clocks“ war es jetzt wieder an der Zeit für ein neues Studioalbum, immerhin steht 2022, natürlich auch bei uns, eine neue Tour (Deutschland-Termine siehe am Ende des Reviews) an.

Was als erstes auffällt, wenn man den neuen Tonträger in der Hand hält, ist das fantastische mystisch anmutende Artwork des berühmten Grafikers Hugh Syme (Rush, Aerosmith, Megadeath). Ein tolles Dreifach-Klappdigipak mit eingelegtem 24-seitigen Booklet, das neben einem kurzen Einführungsstatement von Joe, natürlich alle Songtexte, relevante Infos zu Musikern, Producern, Aufnahmestudio, etc. sowie tolle metaphorische Bilder im Stile der einstigen Hipgnosis-Klassiker enthält.

Desweiteren nimmt man zur Kenntnis, dass sich der Protagonist dem die letzten Jahre prägenden Nashville-Umfeld etwas zu entziehen scheint. Für das neue Werk ist er wieder in sein heimatliches Umfeld in New York zurückgekehrt, statt Michael Rhodes und Reese Wynans sind jetzt Steve Mackey und Lachy Doley neben Anton Fig und den etatmäßigen Backgroundsängerinnen Mahalia Barnes, Juanita Tippins und Prinnie Stevens die Begleiter. Produziert hat natürlich Bonamassa-Langzeit-Spezi Kevin Shirley.

Trotzdem kann man schon an den involvierten Co-Writern wie u. a. Charlie Starr (Blackberry Smoke), James House oder Tom Hambridge erkennen, dass ein gewisses südstaatliches Faible in Joe weitergepflegt zu werden scheint, was viele Tracks mit Allman Brothers-/Warren Haynes– und auch Skynyrd-mäßigen E-Gitarrenparts und Stimmungen in den Refrains und Bridges untermauern („Notches“, „The Heart That Never Waits“, „Questions And Answers“ und „Hanging On A Loser“), nicht zu vergessen die gospeligen Vocals des omnipräsenten australischen Background-Trios. 

Obwohl die meisten Stücke ausgiebig ausstaffiert sind, bringt Bonamassa sich diesmal E-Gitarrentechnisch eher akzentuiert ein und legt deutlich mehr Wert auf die Qualität seiner Solo-, Fill und Rhythmus-Arbeit (wenn man das bei ihm überhaupt so artikulieren darf). Lediglich beim finalen, mit vielen Stimmungswechseln durchzogenen „Known Unknowns“ lässt er dann doch noch ein längeres claptoneskes Gewitter ab.

Viele folkig-orientalische Tupfer (u. a. Flöte, selbst ein Didgeridoo ist bei den ersten beiden Tracks eingebunden) tragen zu einer  Stimmungsvielfalt bei, manchmal wie beim hymnischen Titelsong „Time Clocks“ geht es phasenweise bombastisch wie zu einstigen Meat Loaf-Zeiten zu. Ein Lied wie „Curtain Call“ würde man eher von Metallica erwarten als von Smokin‘ Joe himself. Auch die keltische Co-Writer-Handschrift und Hard Rock-Note von Ex-Whitesnake-Mitglied Bernie Marsden bei „The Loyal Kind“ ist unverkennbar.

Meine persönlichen Favoriten sind der atmosphärische Slowblues „Mind’s Eye“ samt mitreißend-hymnischem Refrain und der shuffelnde, durch Mark und Bein gehende Southern Blues Rocker „Hanging On A Loser“, bei dem sich Bonamassa (famoses ABB-Slide, tolles konventionelles E-Spiel) und der überragende Lachy Doley (klirrendes Organ und HT-Piano) sich immer wieder die Bälle gegenseitig zu werfen. Atemberaubender Groove!

Joe Bonamassa zeigt sich auch mit „Time Clocks“ weiterhin als ‚Hansdampf in allen Gassen‘. Diesmal überzeugt vor allem die progressive Art, seinen Blues Rock weiterzuentwickeln. Sein Gitarrenspiel ist gewohnt exzellent, auch sein Gesang, der mir zu Beginn seiner Karriere überhaupt nicht gefiel, ist mittlerweile in der Lage, sich jedem Stimmungsbild anzupassen.  Das Songmaterial findet trotz seiner diversen Elemente, Verschachtelungen und Eingaben am Ende immer harmonisch zusammen. 

Ich komme am Ende, auch wenn bei Joe Bonamassa die Uhren ja schon immer rasant tickten, nicht herum, auch in Kombination mit dem tollen Cover-Artwork, bei „Time Clocks“ von einem absolut zeitlosen Meisterwerk zu sprechen. Smokin‘ Joe at his best!

Deutschland-Live Termine:

26.04.22 Hannover
27.04.22 Saarbrücken
29.04.22 Frankfurt a.M.
01.05.22 Berlin
03.05.22 Düsseldorf

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In Zusammenarbeit mit der Mascot Label Group und Netinfect Promotion verlosen wir eine „Time Clocks“-CD.

Folgende Frage muss dazu richtig beantwortet werden:

In welcher Stadt wurde das Album „Time Clocks“ eingespielt?

a) New York
b) New Orleans
c) New Hampton

Bitte sende eine E-Mail mit der richtigen Lösung bis zum 29.10.2021 an dan@sounds-of-south.de.

Wir losen unter allen richtigen Einsendern eine(n) Gewinner/in aus, der/die dann umgehend benachrichtigt und mit der CD beliefert wird.

Das Gewinnspiel ist beendet.

Die richtige Antwort hieß ‚New York‘!

Über eine tolle CD von Joe Bonamassa darf sich

Andreas Brüseke aus Lünen

freuen, dem der Gewinn in den nächsten Tagen zugeht!

Sounds Of South wünscht viel Spaß damit!

Provogue Records/Mascot Label Group (2021)
Stil: Blues Rock & More

01. Pilgrimage
02. Notches
03. The Heart That Never Waits
04. Time Clocks
05. Questions And Answers
06. Mind’s Eye
07. Curtain Call
08. The Loyal Kind
09. Hanging On A Loser
10. Known Unknowns

Joe Bonamassa
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Netinfect Promotion

Joanne Shaw Taylor – The Blues Album – CD-Review

Review: Stephan Skolarski

In Sachen Blues-Rock aus Großbritannien ist die Musikerin Joanne Shaw Taylor mittlerweile eine Ausnahmeerscheinung. Die 1986 geborene Singer-Songwriterin veröffentlicht mit „The Blues Album“ nun ihren achten Longplayer seit 2009 und gilt als die erfolgreichste britische Gitarristin des Genres. 2002 von Dave Stewart (Eurythmics) entdeckt, sind Stevie Ray Vaughan, Albert Collins und Jimi Hendrix Taylors musikalische Vorbilder, die erahnen lassen, welche persönliche Dynamik mit vier British Blues Awards belohnt wurde.

Auch Starblueser Joe Bonamassa hat endlich seine offene Bewunderung für die elegante Spielweise der Blues-Lady in einen großartigen Support umgesetzt. Als Mentor und Produzent (hier zusammen mit Josh Smith) steht sein Name direkt auf dem Front-Cover. Aufgenommen in den Oceanway Studios, Nashville, erscheint die Platte auf Bonamassas eigenem Independent Label KTBA Records, eine Auszeichnung der besonderen Art.

Die Scheibe bietet überwiegend zehn seltene Cover-Songs und ein Rock-Jam-Instrumental und interpretiert Blues-Klassiker u.a. von Albert King, Little Richard, Magic Sam und Little Milton, in graziler, aber auch energiegeladener Leichtigkeit. Den Anfang macht der Peter Green Fleetwood Mac Song „Stop Messin‘ Round“, verfeinert durch Reese Wynans Piano-Work, gefolgt vom funkigen Soul-Blues „If That Ain’t A Reason“ (Little Milton).

Die feine Otis-Rush-Nr. „Keep On Lovin ‚Me“ brilliert als powervolles Glanzstück der Scheibe, sicher ein Juwel in seiner vorliegenden Version. Bonamassas Hilfe bei der Auswahl der oft weniger bekannten Songs, wie „If You Gotta Make A Fool of Somebody“ (Ray Clark 1961) oder „Don’t Go Away Mad“ (Little Village), zeigt die herausragende Kenntnis im Umgang mit Songperlen. „Don’t Go Away Mad“ überrascht in einer Duett-Interpretation des eher schnellen Rock-Songs und weckt damit die Aufmerksamkeit für gute, alte Titel im neuen Gewand.

„Wir wollten eine stark Vocal-zentrierte Blues-Platte aufnehmen, die Joannes riesiges Talent vorsichtig in ein anderes Licht rückt“, so Bonamassa. „Joanne ist eine großartige Sängerin“ und er meint damit nicht nur Titel wie „Can’t You See What You’re Doing To Me“ (Albert King), mit leidenschaftlicher E-Gitarre und beeindruckenden Vocals eingespielt. Dies gilt ebenso für „Let Me Down Easy“ (Little Milton), das eine stimmgewaltige Joanne Shaw Taylor – gesanglich nicht weit entfernt von Janis Joplin – und eine ebenso elegante Saitenfertigkeit beinhaltet.

Die Aufforderung zum Tanz kommt beim Shuffle „Two Time My Lovin’“ ebenso wenig zu kurz und wird beim herrlichen Abschlusstrack „Three Time Loser“ mit Honky Tonk Piano nochmals wiederholt. Die Musiker um Joe Bonamassa glänzen in der gesamten Bandbreite der Songpalette und bieten in gewohnter Perfektion eine hervorragende Kooperation mit Joanne Shaw Taylor, die im Übrigen wie selbstverständlich zu den in gewisser Weise neu aufgelegten alten Bluessongs ihre eigene 1966er Esquire Junior Gitarre spielt.

Mit „The Blues Album“ ist es Joanne Shaw Taylor erneut gelungen, eine mitreißende und interessante Platte vorzulegen. Getragen von der Spielfreude, u.a. basierend auf der intuitiven Zusammenarbeit mit Blues-Hero Joe Bonamassa, ist ein herausragender Blues-Sampler entstanden. Joanne Shaw Taylor etabliert sich damit einmal mehr als UK’s Number One Blues-Rock-Lady.

KTBA Records (2021)
Stil: Blues Rock

Tracks:
01. Stop Messin‘ Round
02. If That Ain’t A Reason
03. Keep On Lovin‘ Me
04. If You Gotta Make A Fool Of Somebody
05. Don’t Go Away Mad feat. Joe Bonamassa
06. Scraps Vignette
07. Can’t You See What You’re Doing To Me
08. Let Me Down Easy
09. Two Time My Lovin‘
10. I Don’t Know What You’ve Got feat. Mike Farris
11. Three Time Loser

Joanne Shaw Taylor
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Another Dimension

Paulie Cerra Band – 23.07.2021, Schlachtgarten, Krefeld – Konzertbericht

Cer-haupt

An einem schönen Sommerabend stand Paulie Cerra mit seiner Band auf der Bühne des Krefelder Schlachtgartens. Nachdem der Vorverkauf bis eine Woche vor dem Konzert eher träge verlief, entschlossen sich doch einige Fans der gepflegten Bluesmusik kurzfristig zu erscheinen, sodass der Schlachtgarten dann letztlich mit etwa 110 Besuchern recht gut besucht war.

Nach einer kurzen Bandankündigung durch Pille Peerlings bahnte sich das Quartett unter dem Applaus der Fans den Weg mitten zwischen den Tischreihen, was ein bisschen an einen Einzug von Gladiatoren erinnerte.

Hier handelte es sich aber eher um einen Einmarsch von Spitzenköchen der Bluesmusik, die in den folgenden etwa 140 Minuten Spielzeit etwas ganz besonderes präsentierten. Blues gespickt mit einer Prise Soul und einigen Spitzen von Funk. Da aber auch das Auge den Geschmack indirekt beeinflusst, zauberte der Lichttechniker des Schlachtgartens ein Bühnenlicht, was für so eine kleine Location schon beeindruckend ist. Damit sorgte er dafür, dass das bereitete musikalische Menü von der Bühne auch visuell bei den Gästen bestens ankam.

Cerra, vielen auch bekannt als Saxophonist von Joe Bonamassa (da haben wir ihn auch schon in Köln und Düsseldorf erlebt), zeigte seine spielerischen Qualitäten auch an den Keyboards und glänzte mit einer beeindruckenden Stimmbreite. Neben seinem spielerischen Können war er ein toller als Entertainer zwischen den Songs, wobei er auch stets darauf bedacht war, seine Band ins rechte Licht zu stellen.

An erster Stelle stand dabei Billy Haynes, der Bassist, der Tina Turner in den Anfangsjahren ihrer Solokarriere begleitete. Dass Haynes den Bass sitzend spielte tat der Qualität keinen Abbruch und die spielerische Leichtigkeit und die positive Stimmung, die er auf die Bühne brachte, waren schon beeindruckend. Neben dem Bass unterstützte er Cerra auch noch in einigen Songs als Backgroundsänger.

Aber auch Drummer Alvino Bennett wurde mehrfach hervorgehoben. Er flog zuweilen mit einer Leichtigkeit über die Drums, konnte aber auch, wenn es gewollt war, energisch hervorpreschen.

Last but not least Ben Forrester an der Gitarre. Der jüngste aus der Band, mit Cowboyhut und Feder, zeigte an seiner Gibson Les Paul, warum ihn Cerra für die Tour mit ins Boot genommen hatte. Ob fingerpickend, slidend oder in bester Blues-, zuweilen auch in Southern-Manier, zelebrierte der Könner seine E-Gitarren-Soli regelrecht.

Das Arrangement des ganzen Konzertes mit Songs, zumeist aus der Feder Cerras stammend, wobei das letzte Album „Hell & High Water“ größtenteils durchgespielt wurde, sorgte auch im Publikum für eine Stimmung, wie ich sie bei einem Konzert im Schlachtgarten bisher noch nicht erlebt habe. Von verträumt, bis hin zu enthusiastisch mitgehend waren alle Parameter vertreten. Besonders die letzten Songs wurden vom Publikum stehend mit Szenenapplaus begeistert abgefeiert.

Nachdem die Band nach dem letzten Song gebührend verabschiedet wurde und sich wieder den Gang durchs Publikum gebahnt hatte, kam Cerra nochmals auf die Bühne, um sich solo am Piano noch einmal zu verabschieden.

Nachdem dann Ceras endgültig die Bühne verlassen hatte, zog Kolja Amend vom Schlachtgarten noch einmal ein kurzes Resümee, in dem er seine Gefühle zu dem Konzert zum Ausdruck brachte. Ein Satz sagt dabei alles: „Ich habe immer noch eine Gänsehaut“.

Wer Paulie Cerra mit seiner Band auf der Tour noch erleben will, muss sich sputen, da sie sich zum Ende neigt. Es lohnt sich absolut, solch musikalische Hochkaräter, auch wenn sie bei Topstars ’nur‘ in der ‚zweiten Reihe‘ spielen, als eigenständigen Topact zu erleben.

Line-up:
Paulie Cerra – lead vocals, keys, saxophone
Ben Forrester – guitar
Billy Haynes – bass
Alvino Bennett – drums

Text und Bilder: Gernot Mangold

Paulie Cerra
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Schlachtgarten Krefeld
Kulturrampe Krefeld

Joe Bonamassa – Now Serving: Royal Tea Live From The Ryman – CD-Review

cover Joe Bonamassa 300

Review: Stephan Skolarski

Auf der Suche nach attraktiven Konzert-Kultstätten, die seiner Extraklasse einen angemessenen Rahmen verleihen, ist Joe Bonamassa im vergangenen Herbst im Ryman Auditorium in Nashville, Tennessee, für eine besondere Show auf die Bühne gegangen. Die Aufzeichnung von „Now Serving“ wurde die 18. Live-Aufnahme einer Bonamassa-Performance in 17 Jahren – zählt man „Live at Rockpalast“ (2007) im DVD-Format hierbei mit.

In dieser Liste nobler Veranstaltungsorte waren die Radio City Music Hall in New York, das Sydney Opera House, die Vienna Opera, oder alle führenden Venues in London (u.a. die Royal Albert und die Carnegie Hall) vertreten, ebenso das seit Jahrzehnten für Open Air Live Events beliebte Red Rocks Amphitheater in Denver, Colorado, das schon die Beatles 1964 eroberten.

Es fehlte eigentlich noch ein Bonamassa Live-Album aus dem 1892 erbauten und somit altehrwürdigen Konzerthaus Ryman in Music City. Die Situation war auch für den erfahrenen Blues-Rock-Hero außergewöhnlich. Er hatte dort bereits 8-mal gespielt, wohnt in Nashville fast um die Ecke, jedoch war das Konzert am 20.09.2020 (coronabedingt) ausschließlich als Live-Stream für die Fans weltweit geplant. Der stets bis in alle Einzelheiten, auch von Joe selbst vorbereitete Gig, wurde von einer eigens für diese Veranstaltung ausgewählten Formation performt.

Mit dabei waren die langjährigen Gefährten Reese Wynans (Keys) und Michael Rhodes (Bass), die Background Sängerinnen Jade MacRae und Danielle DeAndrea, sowie Drummer Greg Morrow. Zusätzlich gastierten der Blues-Harp Spieler Jimmy Hall von der Southern Rock Band Wet Willie und Bob Segers „Tour-Gitarrist“ Rob McNelley, an der 2. Sologitarre.

Die „One-Night-Only-Show“ erreichte Fans in 44 Ländern und war durch ihre Ausstattung mit rund 1700 „Cardboard“ Fan-Fotos auf den Sitzen jedoch ausgesprochen steril, obwohl die technisch kreierten Live-Ovationen in den Songpausen den Eindruck einer Publikumsshow vermitteln können. 12 Live Tracks, überwiegend ein ‚Best of‘ von JBs 24. Billboard Nr. 1 Scheibe „Royal Tea“, sowie drei Cover-Versionen aus dem „A New Day Now“ Debut Album, verbinden die Ursprünge des Blues-Rock-Titans mit seinen neuesten eigenen Songs.

So wirkt die Perfektion eines Bonamassas auch bei „Now Serving“ unglaublich präzise und leidenschaftlich – tadellos und unermüdlich in der Präsentation. Die individuelle und professionelle musikalische Darstellung jedes Mitwirkenden (einschließlich der Backing Singer) unterstreicht die einzigartige Produktion deren musikalisches Wechselspiel nicht nur in der Gitarren-Einheit zwischen Rob McNelley (übrigens Guitar Player of the Year 2014) und Joe Bonamassa an die ehemals starken Zeiten von Wishbone Ash und Allman Brothers wiederholt erinnert.

Da in der Setlist entsprechend nur Glanzstücke angeboten werden, ist eine Auswahl pure Geschmackssache und könnte auf die Sahnehäubchen von „A Conversation With Alice“ (mit schönen Tempowechseln im Heavy Rock), „I Didn’t Think She Would Do It“ (einer schnellen Blues-Nr.), und dem wunderbar Harmonica-angetriebenen Blues-Rock „Lonely Boy“ eingegrenzt werden, wenn da nicht auch z. B. die ewigen Ohrwürmer, wie Rory Gallaghers „Cradle Rock“ oder Ian Andersons „A New Day Yesterday“ im Programm wären.

Es ist Bonamassas musikalischer Überzeugungskraft zu verdanken, dass „Live At The Ryman“ ebenfalls die Spendenbereitschaft der Fans in Zeiten pandemiebedingter Tourausfälle aktivieren konnte. Seine Non-Profit Stiftung „Keeping The Blues Alive Foundation“ konnte zur Unterstützung von Künstlern erhebliche zusätzliche Einnahmen verzeichnen.

Die ungewöhnliche Live-Aufnahme „Now Serving“ vermittelt das Gefühl, ein besonderes Ereignis mit einem der besten Gitarristen nacherleben zu können. Das Album ist daher für eingefleischte Bonamassa Anhänger bzw. interessierte Blues Rock-Enthusiasten ein unbedingtes Must-Have. Das Ryman Auditorium fügt sich damit perfekt in die Liste von Bonamassas legendären Konzert-Mitschnitten ein.

Mascot Label Group (2021)
Stil: Blues

Tracks:
01. When One Door Opens
02. Royal Tea
03. High Class Girl
04. Lookout Man!
05. Why Does It Take So Long To Say Goodbye
06. A Conversation With Alice
07. I Didn’t Think She Would Do It
08. Beyond The Silence
09. Lonely Boy
10. Cradle Rock
11. Walk In My Shadow
12. A New Day Yesterday / Starship Trooper – Wurm

Joe Bonamassa
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Another Dimension

Joanna Connor – 4801 South Indiana Avenue – CD-Review

cover Joanna Connor - 4801 South Indiana Avenue

Review: Jörg Schneider

Die aus Chicago stammende Slide-Gitarren-Virtuosin Joanna Connor wird inzwischen als eine der stärksten und einflussreichsten ihrer Zunft gefeiert. Am 26. Februar erscheint nun ihr vierzehntes Album, benannt nach der Adresse des kultigen Chicagoer Bluesclubs „Theresa’s Lounge“ an der 4801 South Indiana Avenue. Es ist eine Hommage an den Chicago-Blues.

Da Joanna Connor im Laufe der Jahre bereits mit vielen namhaften Musikern der Bluesszene zusammengespielt hat, darunter Größen wie James Cotton, Buddy Guy und Jimmy Page, um nur einige zu nennen, war es eigentlich unvermeidlich, dass auch Joe Bonamassa auf ihr intensives und leidenschaftliches Gitarrenspiel aufmerksam wurde.

Er bot ihr an, ein Album auf seinem Independent-Blues-Label „Keeping The Blues Alive“ (KTBA) zu produzieren. Herausgekommen ist ein Werk mit zehn authentischen und einzigartigen Blues-Nummern, an dessen Entstehung musikalisch auch Joe Bonamassa selbst, Josh Smith und andere hochrangige Bluesmusiker beteiligt waren.

Joanna selbst sagt, dass das Album das elektrisierende Gefühl transportieren soll, welches man beim Betreten eines Bluesclubs hat, in dem gerade schweißtreibende, heiße Rhythmen gespielt werden.

Und genauso startet die Scheibe. Der Opener „Destination“, ursprünglich von der eher unbekannten Band The Assassins mit Jim Thackeray stammend, ist eine pulsierende, ungebändigte Rock’n Roll-Nummer mit fetzigem Piano, unterstützt von Bonamassa und Smith.

Schwungvoll geht es dann auch mit dem Reese Wynans-Klassiker „Come Back Home“ weiter: bluesig-stampfend und mit wild schrammelnden Slide-Guitar-Einlagen. Mit dem folgenden Stück „Bad News“ wird dann nach dem Glockenintro (entfernt an AC/DCs „Hells Bells“ erinnernd) etwas Tempo herausgenommen. Luther Allisons Slowblues klingt mit Joanna Connors druckvoller Stimme herrlich verzweifelt, ja der Seelenschmerz ist fast körperlich zu spüren.

„I Feel So Good“ ist dann wieder ein äußerst flotter Boogie, der so richtig die Beine zappeln lässt, zum Ende aber harmonisch und ruhig auszuklingen scheint, bevor es noch einmal für ein paar Takte mit Schmackes in die vollen geht und Albert Kings „For The Love Of A Man“ präsentiert sich als schöner Schwofer mit funkigen Bläsersätzen, aber auch quietschenden Gitarrenriffs. Den Song „I Feel So Good“ kann man übrigens auch schon hier mal als Video genießen.

Eine weitere Blues-Facette ertönt zur CD-Halbzeit: „Trouble Trouble“, ein klassischer Chicagoblues-Tune mit typischem Pianogeklimper und Bläserklängen. Eine Hommage an Hound Dog Taylor ist der folgende Track „Please Help“. Der Song ist schnell, laut und in Hound Dog Taylors typischem Bottleneck-Stil arrangiert, ein kerniger Electric-Blues-Sound. Rhythmisch hypnotisierend und gut tanzbar ist auch „Cut You Loose“, während „Part Time Love“ wieder zum Klammerbluestanzen mit Bläseruntermalung einlädt.

Das zehnte und letzte Stück des Albums „It’s My Time“ passt dann allerdings nicht so ganz zum bis dahin gepflegten Stil der Scheibe. Es stammt aus der Feder von Josh Smith und besticht diesmal durch für ein Bluesstück doch eher unüblichen Sprechgesang, wartet dafür aber im Mittelteil mit einem wunderschönen Slide-Gitarren-Duett zwischen Joanna und Josh auf.

Mit diesem Album beweist Joanna Connor, dass sie ihrem Ruf als grandiose Gitarristin mehr als gerecht wird. Die Scheibe versprüht pure Energie und macht einfach nur Spaß. Ein absolutes Muss für jeden, der es etwas wilder mag. Das Album kann als CD oder auch als digitale Download-Variante bestellt werden.

KTBA Records
Stil: Blues Rock

Tracks:
01. Destination
02. Come Back Home
03. Bad News
04. I Feeling So Good
05. For The Love Of A Man
06. Trouble Trouble
07. Please Help
08. Cut You Loose
09. Part Time Love
10. It‘s My Time

Joanna Connor
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Another Dimension

Joe Bonamassa – Royal Tea – CD-Review

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Review: Jörg Schneider

Joe Bonamassa ist und bleibt ein unermüdliches Arbeitstier mit einem Bekanntheitsgrad wie ihn auch Eric Clapton genießt. Bonamassa und seine Musik zu beschreiben, hieße daher sicherlich Eulen nach Athen tragen. In die fast schon unübersehbare Anzahl an veröffentlichten Alben der letzten zwanzig Jahre reiht sich nun auch sein neuestes Werk „Royal Tea“ ein, für dessen Einspielung Bonamassa den ehemaligen UFO– und Whitesnake-Gitarristen Bernie Marsden sowie Peter Brown (er hat früher für Cream Texte geschrieben) gewinnen konnte.

Als weitere Musiker sind Michael Rhodes am Bass, Reese Wynans an den Keyboards, Anton Fig an den Drums und Jules Holland am Piano dabei. Aufgenommen wurde die CD in den berühmten Londoner Abbey Road Studios, in denen neben den Beatles u. a. auch schon Pink Floyd und Oasis zu Gast waren. Produziert hat den Lonplayer letztendlich wieder Kevin Shirley, der bereits Bands und Musiker wie Aerosmith, Iron Maiden, Beth Hart und Joe Satriani unter seinen Fittichen hatte.

Alle Songs stehen natürlich in der Tradition des englischen Blues Rock. So auch der Opener „When One Door Opens“, der zwar mit einem klassischen Orchestral-Intro beginnt, sich dennoch über ein lyrisches Mittelteil zu einem richtig harten Kracher entwickelt, um anschließend wieder zu einem ruhigen und melodiösen Ende zu finden.

Der folgende Titeltrack „Royal Tea“ stampft hart, aber gemächlich, garniert mit ein paar netten Background Vocals. Ein lupenreiner Slowblues hingegen ist „Why Does It Take So Long To Say Goodbye“, ein Song in dem Bonamassa die Trennung von seiner Lebensgefährtin verarbeitet. Und auch in „A Conversation With Alice“ klingen persönliche Momente des Protagonisten an: er beschäftigt sich hier mit Gesprächen, die er einmal anlässlich einer Krise mit einer Therapeutin geführt hatte. Und das mit offenbar heilsamer Wirkung, denn der Song startet mit einem flotten Gitarrenriff und strahlt auch im weiteren Verlauf eine Stück weit Lebensfreude aus.

Tieftönerliebhaber kommen mit „Lookout Man“ auf ihre Kosten, hier hat Michael Rhodes ausgiebig Gelegenheit, den Song mit einer fetten Basslinie zu untermalen und das Eingangsmotiv von „High Class Girl“ mit Reese Wynans an den Keyboards erinnert ein wenig an den frühen 60’ger Jahre Hit „Green Onions“ von Booker T & The MG’s und zieht sich wiederkehrend durch den gesamten Song.

„I Didn’t Think She Would Do It“ ist ein echter Blues Rock-Kracher mit allem was dazu gehört, ein treibender Rhythmus gepaart mit kraftvollem Gesang und flirrenden, wilden Gitarrensoli vom Meister himself. Dem Titel alle Ehre machend beginnt „Beyond The Silence“ schwermütig-düster und vermittelt das Gefühl eines heraufziehenden Gewitters mit zwischendurch immer wieder aufblitzenden Keyboardblitzen.

Völlig aus dem musikalischen Rahmen der Scheibe fallen die letzten beiden Stücke des Albums. „Lonely Boy“ ist purer Rock’n Roll mit fetzendem Pianogeklimper und satter Gebläseunterstützung. Im Gegensatz dazu steht dann „Savannah“. Melodiös und countrybeeinflusst bildet der Track den wunderschönen Abschluss ein vielseitigen Albums mit facettenreichen Songs.

Unter dem Strich steht „Royal Tea“ ganz in der Tradition des britischen Blues Rock und ist sicher nicht nur für Bonamassa Fans interessant, sondern für jegliche Anhänger rockiger, handgemachter Gitarrenklänge. „Royal Tea” erscheint am 23. Oktober 2020 in verschiedenen Ausführungen. Wahlweise als CD im limitierten Tincase, als Doppel-LP in farbigem Vinyl oder in der „Luxusversion“ als 48 seitiges Artbook mit CD und Doppel-LP. Wie auch immer, die Anschaffung lohnt und wird viel Freude bereiten.

Mascot Label Group (2020)
Stil: Blues-Rock

Tracklist:
01. When One Door Opens
02. Royal Tea
03. Why Does It Take So Long To Say Goodbye
04. Lookout Man
05. High Class Girl
06. A Conversation With Alice
07. I Didn’t Think She Would Do It
08. Beyond The Silence
09. Lonely Boy
10. Savannah

Joe Bonamassa
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Joe Bonamassa – A New Day Now – CD-Review

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Review: Stephan Skolarski

Die Wiederveröffentlichung älterer Longplayer, ist für manche Musiker eine willkommene Gelegenheit, neue Fans zu gewinnen oder vorhandene mit Sondereditionen zu überraschen. Diese sogenannten Re-Issues werden dabei zusätzlich dabei remastert und remixt, sowie mit Bonus-Tracks ausgestattet.

Eine Neuaufnahme der kompletten Vocals zum Original-Band-Sound dürfte dabei jedoch die Seltenheit sein. Als Ausnahme-Künstler hat Joe Bonamassa diese „Re-Sung“-Version seines Debut-Albums „A New Day Yesterday“ nun zum 20-jährigen Jubiläum unter dem Titel „A New Day Now“ herausgebracht und sein „Jugendwerk“ damit entscheidend überarbeitet. Neben seiner individuellen Klasse als Blues Rock-Gitarrist hatte Bonamassa damals das Glück, den Produzenten-Altmeister, Tom Dowd, an seiner Seite zu haben.

Grammy-Gewinner Dowd, der Generationen von Musikern, wie z.B. The Allman Brothers, Derek And The Dominos, Lynyrd Skynyrd als Sound-Spezialist im Studio und auf Tour begleitet hat, schuf zusammen mit Bonamassa einen Riff-orientierten Longplayer, der damals Platz 9 der US-Billboard Top Blues Charts erreichte.

Das Solo-Debüt beginnt, energetisch voll aufgeladen, mit Rory Gallaghers „Cradle Rock“, eine Art ehrenvolle Widmung des Gallagher-Fans Bonamassa und führt mit den Klassikern „Walk In My Shadow“ (von der Band Free) und dem folgenden Jethro Tull-Song „A New Day Yesterday“ die Hitliste der fulminanten Cover-Versionen und grandiosen Gitarren-Highlights ausdrucksstark weiter.

Bonamassa, der bereits mit 13 Jahren im Vorprogramm von B.B. King seine überragenden Fähigkeiten an seinem Lieblingsinstrument stilvoll performte, betont mit den ausgewählten Stücken den Einfluss der britischen Blues-Rock-Szene auf seine Musik. Erst das 4. Stück „I Knew Where I Belong“ ist eine Eigenkomposition, das seine raue Blues-Power in leichter Hendrix-Manier überragend stilisiert.

Die Single-Auskopplung „Miss You, Hate You“ ist im besten Bonamassa Songwriting und Guitar-Playing ein melodisches Blues-Meisterwerk. Ebenso in die Reihe der ungewöhnlichen Cover-Songs gehört die schnelle Al Kooper-Nummer „Nuthin‘ I Wouldn’t Do“, sowie die unwiderstehlich großartige Version des Warren Haynes Titels „If Heartaches Were Nickels“, der über 6 Minuten phänomenal kein Zweifel daran lässt, welches junge Blues-Rock-Talent hier aufspielt.

Sechs Cover-Songs, hierzu gehört auch der eindrucksvolle Albert King-Klassiker „Don’t Burn Down That Bridge“, und sechs eigenen Stücken teilen „A New Day Yesterday“ in eine abwechslungsreiche Blues-Rock-Platte, die auch bei „Trouble Waiting“ und „Colour And Shape“ mit variantenreichen Kompositionen des damals erst 22-jährigen Bonamassa begeistern konnte.

Bei der Jubiläumsedition „A New Day Now“ hat Produzent Kevin Shirley nun auf die neu eingesungenen Vocal-Tracks der inzwischen gereiften und emotional sicheren Stimme des 43-jährigen Guitar-Heroes zurückgegriffen und zusätzlich 3 Bonus-Stücke auf das Album gepackt. Hierzu zählt neben Bonamassas eigenen Werken wie „Hey Mona“ und „Line Of Denial“, die eine ausgelassene aber präzise Blues-Rock-Spielweise betonen, auch die unbefangene, „mind-blowing“ Version des Bob Dylan Klassikers „I Want You“. Diese bisher unveröffentlichten Aufnahmen stammen aus der Zeit, als Mentor Steven van Zandt, die Demo-Bänder des jungen Bonamassa produzierte.

Im SoS-Review (2015) über die 72-minütige Konzert-Ausgabe „A New Day Yesterday“, die kurz nach dem Studio-Original 2004 auf den Markt gebracht wurde, wurde schon die „filigrane Gitarrenkunst“ Bonamassas umfangreich gewürdigt. Die jetzige New-Edition des Debut-Albums bestätigt erneut die geniale Gitarrenarbeit, des vor kurzem zum besten Blues-Gitarristen der Welt gewählten US-Amerikaners. Joe Bonamassas kreative Projektidee überbrückt damit einen Corona-Sommer ohne Konzerte und verkürzt die Wartezeit bis zum neuen Studio-Album, das noch im Herbst diesen Jahres erscheinen soll.

Mascot Label Group (2020)
Stil: Blues-Rock

Tracklist:
01. Cradle Rock
02. Walk In My Shadows
03. A New Day Yesterday
04. I Know Where I Belong
05. Miss You, Hate You
06. Nuthin‘ I Wouldn’t Do (For A Woman Like You)
07. Colour And Shape
08. Headaches To Heartbreaks (remixing)
09. Trouble Waiting
10. If Heartaches Were Nickels (remixing)
11. Current Situation
12. Don’t Burn Down That Bridge
Bonus Tracks:
13. Hey Mona
14. I Want You
15. Line Of Denial

Joe Bonamassa
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