Beth Hart – 01.07.2019, RuhrCongress, Bochum – Konzertbericht

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Nachdem der Opening-Act, Kenny Wayne Sheperd mit seinen Mannen, in der mit über 2.000 Zuschauern gefüllten RuhrCongress Halle zu Bochum, eine famose Blues Rock-Show abgeliefert hatte, galt es für die gerade von einer Erkältung genesene Kalifornierin Beth Hart samt ihrer Mitstreiter Jon Nichols, Bob Marinelli und Bill Ransom, als Headliner (in der USA war es ja genau anders herum), in unseren Sphären, dieser hohen Bürde gerecht zu werden.

Die in Los Angeles ansässige Protagonistin, auch bestens bekannt für ihre Zusammenarbeit mit Joe Bonamassa, lief quasi zur Hintertür in die Halle ein und bahnte sich mit „Love Gangster“ somit ihren Weg fast bis zum Ende des Songs, von der hintersten Reihe, mitten durchs Publikum, nach vorne zur Bühne.

Da auch hier nur bei insgesamt drei Tracks zu fotografieren erlaubt war und Gernot samt Fotokollegen ganz seitlich rechts unten in der Halle positioniert waren, und mit „Saved“ und „Baddest Blues“ (Beth erstmals am Piano) zwei nicht allzu lang währende Nummern folgten, war der Fotografier-Spaß von nur recht kurzer Natur bemessen (von daher gibt es diesmal auch nicht ganz so opulente Galerien zu begutachten, Gernot hat aber einen tollen Job gemacht, siehe unten).

Eines ist bei der sich gerne barfüßig bewegenden und kommunikationsfreudig gebenden Künstlerin sicher: auf bei Konzerten vorangegangenen Setlisten, ist kein Verlass. Ähnlich wie bei der Tedeschi Trucks Band, wählt sie meist spontan nach ihrem Gusto, aus dem reichhaltigen Fundus ihrer eigenen Lieder und verehrten Covernummern und mischt diese auch munter durch.

So ging es diesmal weiter von „Don’t Explain“ (schönes Nichols E-Solo), über das karibisch angehauchte „Let’s Get Together“, dem rhythmisch rockigeren „Fat Man“, zur über drei Tracks währenden Akustik-Session. Die wurde mit den beiden Bonamassa-Kooperationen „A Sunday Kind Of Love“ und „If I Tell I Love You“ sowie dem schlafwandlerischen „Lullaby Of The Leaves“, nebeneinander, zu viert sitzend am vorderen Bühnenrand, performt.

Für das atmosphärische „Setting Me Free“ (hymnisches Gitarrensolo von Nichols) und das launige „As Good As It Gets“ kehrte Beth an ihr Piano zurück, bei letztgenanntem mit Schifferklaviereinlagen.

Dass sie es auch an der Akustikklampfe drauf hat, bewies ihre stimmlich von Hauchen und Fauchen umgarnte Solovorstellung bei „Isolation“. Der emotionale Schlussverlauf des Hauptteils mit den, ihrem Ehemann (der sie von ihren Trink-, Drogen- und persönlichen Problemen wieder in die ‚Spur‘ gebracht hat) und ihrem Vater bedachten Songs wie „As Long As I Have A Song“ und „Tell Her You Belong To Me“, löste natürlich Zugaberufe und Beifallsgetrampel aus, es wurde Nachschub einfordert.

Der fiel dann mit dem Trio „Sinner’s Prayer“ (Nichols slidend), „Love Is A Lie“ und der emotionalen Ballade „No Place Like Home“ (Beth alleine am Molltöne verbreitenden Piano im Stile einer Melissa Etheridge),  nochmals ordentlich aus, sodass eine Gesamtspielzeit von 90 Minuten erreicht wurde.

Insgesamt Beth Hart, wie man sie kennt, mit einer gesangsgewaltigen, emotionalen, überwiegend stark auf die charismatische Protagonistin fixierten Show. Leichter Punktsieger an diesem Abend war für mich persönlich allerdings Kenny Wayne Sheperd.

Danke an Jenny Dore von 3Dog Entertainment für die gewohnt unkomplizierte Akkreditierung.

Line-up:
Beth Hart (lead vocals, piano, acoustic guitar)
John Nichols (electric and acoustic guitar, vocals)
Bob Marinelli (bass)
Bill Ransom (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Beth Hart
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3Dog Entertainment
Mascot/Provogue Label Group
RuhrCongress Bochum

Joe Bonamassa – 14.05.2019, Mitsubishi Electric HALLE, Düsseldorf – Konzertbericht

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Nachdem wir Joe Bonamassa im letzten Jahr bereits in größerem Rahmen in Köln erleben konnten, galt es diesmal, den umtriebigen Blues-Musiker mit seiner hervorragenden Band (einzige personelle Veränderung war Mahalia Barnes statt Juanita Tippins im Background) in der Düsseldorfer Mitsubishi Electric HALLE zu begutachten.

Die einstmalige Philipshalle, mit der natürlich so einige Erinnerungen bis zurück in die Jugend (u. a. Wishbone Ash, ZZ Top, Heart, Lynyrd Skynyrd) verbunden sind, war an diesem Abend überaus gut besucht (es waren nur ganz wenige Lücken auszumachen). Von daher hatte sich die Diskussion im Bekanntenkreis zuvor, ob die Eintrittspreise (von 80–150 Euro) gerechtfertigt sind, insofern relativiert, dass es genug Leute gibt, die dem Resultat von Angebot und Nachfrage in diesem Fall, aufgeschlossen gegenüber stehen.

Und ich muss auch ehrlicher Weise sagen, wenn man die ganze zu stemmende Logistik im Hintergrund, samt dem involvierten Personal (inklusive Band), die dahinter steht und nicht zuletzt auch die famose Leistung, die auf der Bühne erbracht wird, berücksichtigt, bewegt sich das Ganze auch durchaus in einem nachvollziehbaren Rahmen. Da ist solch eine Summe sicherlich viel besser investiert, als zum Beispiel jeden Samstag in irgendwelche nichtssagende Fußballsöldner oder sonstige Schaumschläger aller Art.

Nicht zu vergessen, dass sich Joe dieses ‚Standing‘ von der Pike auf (mit akribischer Arbeit, ungeheurem Fleiß und kluger Marketingstrategie) über viele Jahre redlich erarbeitet hat und nicht per Zufall oder durch wahnsinniges Glück dort steht, wo er heute angelangt ist. Jeder seiner ebenso talentierten heutigen aufstrebenden Kollegen im Genre, würde sich solch einer Entwicklung sicherlich auch nicht versperren.

Pünktlich wie die Maurer betraten die Musiker zu einem filmmusikreifen Einspieler um 20:00 Uhr die Bühne, um mit dem Muddy Waters-Cover „Tiger in Your Tank“ in den Spielrhythmus hinein zu finden. Joe ließ auf seiner bordeaux-rot-farbenden Gibson ES ein erstes, seiner danach auf diversen weiteren Modellen (Stratocaster, Les Paul, Firebird, Telecaster), unzählig folgenden quirligen und filigranen Soli ab (auch manchmal in Southern Rock-typischer Slide-Manier) .

Danach standen Stücke seines aktuellen Albums „Redemption“ („King Bee Shakedown“, „Evil Mama“, „Just ‘Cos You Can Don’t Mean You Should”, “Self-Inflicted Wounds” – ) und des Vorgängers “Blues Of Desperation” (“This Train”, “Blues of Desperation”, “No Good Place For The Lonely”) auf dem Plan, die jeweils in zusammenhängenden Blöcken hintereinander ausgesprochen stark performt wurden.

In dieser Phase konnten sich sowohl die beiden eifrig plusternden Bläser Thornburg und Cerra als auch die beiden Backgroundsängerinnen mit kleineren Einlagen profilieren. Grandios und hammermäßig hier vor allem die ruhigeren atmosphärischen Tracks “Self-Inflicted Wounds” und “No Good Place For The Lonely” mit teilweise atemberaubendem Solieren des Protagonisten. Ging schon in Richtung absoluter Weltklasse.

In der ‚zweiten‘ Hälfte, eingeleitet mit meinem Favorit des Abends, dem Tim Curry-Lied „Sloe Gin“, ging es dann Schlag auf Schlag. Joe und seine erfahrenen Mitstreiter spielten sich regelrecht in einen Rausch, was auch vom immer besser mitgehenden und spürbar begeisterten Publikum (in bestuhlten Arenen ist da ja immer so eine Sache), deutlich gewürdigt wurde. Die Stimmung wie auch der Sound waren übrigens insgesamt deutlich besser als letztes Mal in Köln.

„Well Well” (mit engagiertem Wynans an Orgel und HT-Piano), die im Bakersfield-Stil dahinswingende „Boogie Woogie Woman“, der im reduzierten Quartett (ohne Bläser und BGVs) gebrachte B.B. King-Slowblues „Nobody Loves Me But My Mother“ (was für Spielfeuer der vier Schwergewichte Fig, Bonamassa, Rhodes und Wynans), das stampfende „Little Girl“ sowie das wieder in einer wahren Spielorgie endende “Last Kiss“, als letzter Track des Hauptteils, hatten die Leute längst von ihren Stühlen gerissen.

Smokin‘ Joe ließ sich von der Begeisterung regelrecht anstecken und gab zunächst solo bei „Woke Up Dreaming” eine Lehrstunde zum Thema “Was kann ich alles aus seiner Akustikgitarre herausholen?”. Unglaublich, was er da alles an Tönen und Rhythmen (inklusiv Flamenco-artiger Passagen) im steten Wechsel seinem Arbeitsgerät abverlangte.

Das Finale „Mountain Time”, wieder im kompletten Bandgefüge (alle brachten sich nochmals klasse ein – man merkte, dass hier auch die Harmonie im Kollektiv einfach zu stimmen scheint) bewies, dass Joe Bonamassa zu den absoluten Gipfelstürmern der Musikszene zählt.

Eines seiner kommenden anvisierten Bonamassa-Ziele wird wohl darin bestehen, dem geschätzten Kollegen Wynans (der sich mit ihm blendend ergänzte) irgendwann in die Rock & Roll Hall Of Fame nachzufolgen. Er ist, so meine ich, auf bestem Weg dorthin. Ein Hammer-Konzert in Düsseldorf, dass jeden ausgegebenen Euro wert war! Genre-Genuss pur. Joe Bonamassa rules the Blues!

Vielen Dank an Mark Dehler von Netinfect Promotion, der uns erneut dieses tolle Ereignis ermöglicht hat!

Line-up:
Joe Bonamassa (lead vocals, electric, slide and acoustic guitar)
Michael Rhodes (bass)
Reese Wynans (keys)
Anton Fig (drums)
Mahalia Barnes (vocals, percussion)
Jade MacRae (vocals, percussion)
Lee Thornburg (trumpet, vocals)
Paulie Cerra (saxofone, vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

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Mitsubishi Electric HALLE, Düsseldorf

Rot-Weiss Essen und Sounds Of South kooperieren – Top-News

Mit der Bekanntgabe von Sascha Peljhan, Gründer des bekannten Essener Modelabels Naketano, als strategischer Partner, scheint eine Lawine losgetreten worden zu sein. Jetzt ist auch eine weitere Katze aus dem Sack! Der nächste große Investor bei Rot-Weiss Essen wird ‚Sounds Of South‘ (mit der ‚Essen Rocks Inc.‘ im Rücken) heißen!

Nachdem der Fußball-Traditionsverein seit Jahren, ohne Aussicht auf ein Weiterkommen in der vierten Liga, auf der Stelle tritt, musste endlich ein bahnbrechender Schritt in die Zukunft getätigt werden.

Für die viele Jahre zaudernde und zögernde, eigentlich sehr potente Essener Wirtschaft, mit ihren vielen zahlungskräftigen Unternehmen wie die RWE AG, die ThyssenKrupp AG, ALDI Nord, der HOCHTIEF AG, Deichmann  oder der Schenker AG, scheint der Revierclub momentan einfach immer noch zuviel verbrannte Erde hinterlassen zu haben.

Bei einem zufälligen Treffen von den beiden Rheinbergern Marcus Uhlig, amtierender Geschäftsführer von RWE und Daniel Daus, Chef des Rockmusikmagazins Sounds Of South, beim Konzert von VDELLI im Schwarzen Adler, gab es einen der denkwürdigen Momente, bei dem vermutlich endgültig die Weichen für eine rosige Zukunft des Vereins gestellt wurden.

Marcus Uhlig: „Daniel Daus und ich kennen uns seit zig Jahren vom Rheinberger Amplonius-Gymnasium und der Rheinberger Tischtennishalle. Daniel oder ‚Dangerous Dan‘, wie er in RWE-Kreisen genannt wird, und ich waren schon damals zu Schulzeiten in unseren Jahrgangsstufen die gefürchteten Top-Fans des Clubs. Klar, dass wir im Adler sofort über die alten Glanzzeiten mit Willi ‚Ente‘ Lippens, Horst Hrubesch, Frank Mill, Manni Burgsmüller, Jürgen ‚Cobra‘ Wegmann & Co. an der Festung Hafenstraße ins Schwärmen gerieten.“

Daniel Daus: „Nachdem Marcus mir berichtete, wie schwer es in Essen ist, trotz des Peljhan-Asses im Ärmel, solvente Sponsoren zu finden, begann ein spontanes Brainstorming. Ich offerierte ihm einfach mal, meine Kontakte aus früheren Tischtennis-Bundesliga-Zeiten und in der Rockmusik spielen zu lassen, zumal ich wusste, dass die beiden fußball-verrückten Rod Stewart, Elton John und, man höre und staune,  Joe Bonamassa, schon lange ein Auge auf einen deutschen, investitionswürdigen Club geworfen haben.“ Auch Timo Boll und Daus‘ damaliger TT-Weggefährte Jörg Roßkopf sind passionierte RWE-Liebhaber.

Adler-Chef Ernst Barten, der aufmerksam unsere Konversation mitverfolgte, stellte sofort den Kontakt zu ‚Smokin‘ Joe‘ her. Bonamassa, der den Rheinberger Kult-Blues-Club heute noch als sein musikalisches Wohnzimmer bezeichnet, war nach einem Treffen absolut Feuer und Flamme. Sein begeisterter Kommentar nach unserem Gespräch: „Dan, Sounds Of South and Rot-Weiss Essen, that’s it!“

Im Nu hatte der Blues Rock-Superstar mit den bereits erwähnten Stewart, John, den Rolling Stones-Masterminds Mick Jagger und Keith Richards („Red White Essen, best damn shit ever!“), Gary Rossington, Reese Wynans, Scott Borchetta (Big Machine Records), Angus Young, Garth Brooks und einigen weiteren Stars der Szene, eine Sponsorengemeinschaft unter dem Namen ‚Essen Rocks Inc.‘ ins Leben gerufen, die gegenüber dem vergleichsweise geringen Engagement von Peljhan, einen dreistelligen Millionenbetrag in den Traditionsclub aus dem Essener Norden investieren wird.

Während Peljhan die Vermarktung im Stadionbereich und der wirtschaftlichen Beratung obliegt, sind Sounds Of South und die Essen Rocks Inc. vornehmlich auf die sportliche Wahrnehmung und den damit geplanten Erfolg fokussiert.

april_03Das Konsortium bestand somit auf zwei Dinge: Sounds Of South muss in den nächsten fünf Jahren auf dem von Peljhan entworfenen Trikot als Werbeträger vertreten sein und José Mourinho soll neuer Trainer werden. Der exzentrische Portugiese zeigte sich für das überraschende Angebot offen. „Wenn ich eine neue Mannschaft um Kevin Grund (siehe schon im neuen Trikot) und Benjamin Baier als neue Führungspersönlichkeiten bauen kann, bin ich dabei!“ So sein O-Ton.

Klar, dass seitdem bei Marcus Uhlig das Telefon nicht mehr still steht. Selbst der Agent des bei Juve nicht glücklichen Cristiano Ronaldo hat sich bei ihm gemeldet. „Finanziell sind wir uns weitestgehend einig. Im Moment, hakt es noch an der Stammplatzgarantie, für die Mourinho seinem extrovertierten Landsmann bei RWE partout keinen Blanko-Scheck ausstellen möchte.“

Eine weitere unkonventionelle Maßnahme des Neu-Trainers: Ex-Tischtennis-Bundesliga-Spieler Daniel Daus wird neben seiner SoS-Tätigkeit für den bisher glücklosen Jürgen Lucas (geht zurück in den Jugendbereich) zukünftig als Sportlicher Leiter auf der Tribüne Platz nehmen. Der amtierende Coach ‚Kalle‘ Neitzel hat eine lukrative Offerte als Co-Trainer auf dem Tisch liegen. Das ebenfalls lang gehandelte RWE-Mitglied Andreas Rettig wird sich im engen Austausch mit Pele (wie bekannt, auch RWE-Mitglied) um den Bereich Auslands-Scouting mit dem Fokus auf Südamerika kümmern.

Daus‘ derzeitiger Arbeitgeber, die Essener A. Sutter Fair Business GmbH, hat den 56-jährigen ab dem 01.06.2019 schweren Herzens bis auf Weiters für seine neuen Aufgaben freigestellt. Geschäftsführer und Bonamassa-Fan Martin Sutter: „Wir werden aber im Rahmen unserer eigenen Innovationsstrategien, voraussichtlich zusammen mit der Messe Essen – allerdings erst nur mit einem kleineren siebenstelligen Betrag – ebenfalls auf den Zug aufspringen.“

Der lange für seine Verschwiegenheit kritisierte Marcus Uhlig: „Nach der nun mehr kläglich gescheiterten Hoch-3-Aktion, gilt es es jetzt, die Synergieeffekte zwischen Essener Wirtschaft, Sport und (Rock) Musik, optimal zu nutzen. So haben sich die beteiligten Musiker verpflichtet, einmal pro Saison, ein Heimspiel mit einem einstündigen Unplugged-Konzert anzuheizen. Die erste Partie der neuen Spielzeit 19/20 wird somit der Initiator Joe Bonamassa eröffnen, danach sind die Stones und AC/DC dran!“

Aufgrund des zu erwartenden Andrangs wird das im Modulbaukasten-System angelegte Stadion Essen schon ab Mitte April sukzessive auf eine Kapazität von 40.000 Zuschauern erweitert. Die bisher offenen, zugigen Ecken werden damit geschlossen.

Verzweifelter und desillusionierter Kommentar des SoS-Kollegen und Meisterknipsers Gernot Mangold , seines Zeichens leidenschaftlicher FC Köln-Anhänger: „Da kann man ja gleich einpacken…“

Wie dem auch sei. Die Namen Rödinhausen, Rheda-Wiedenbrück, Straelen, Kaan-Marienborn oder Herkenrath gehören demnächst der Vergangenheit an. Rot-Weiss Essen, Peljhan, Sounds Of South und die Essen Rocks Inc. haben den Blick fest in Richtung Champions-League-Titel gerichtet.

Daniel Daus: „Mit dem Gewinn des DFB-Pokals im nächsten Jahr als erster Meilenstein, soll der Weg dorthin allerdings schon erheblich verkürzt werden. Unter mir wird bei den Spielern ein striktes Leistungsprinzip eingeführt. Wer Siege bringt, wird exorbitant gut verdienen, wer kein Gras frisst, wird rigoros aussortiert. Das sind wir dem jahrzehntelang gebeutelten treuen RWE-Publikum schuldig und dafür stehe ich mit meinem Namen!“

In den bisherigen deutschen Fußballhochburgen München, Dortmund, Leipzig, Berlin, Gelsenkirchen und beim Deutschen Fußball Bund in Frankfurt wird schon fieberhaft gegrübelt, wie man der drohenden Übermacht von der Ruhr, weitere Steine in den Weg legen kann.

Sie können sich aber drehen und wenden, wie sie wollen: Eines ist sicher – die Musik im deutschen Profi-Fußball spielt demnächst bei RWE!

Reese Wynans and Friends – Sweet Release – CD-Review

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Review: Stephan Skolarski

Reese Wynans braucht man eingefleischten Fans der Blues- und Southern-Rock-Szene eigentlich nicht mehr vorzustellen! In den letzten Jahren vor allem als „rechte Hand“ von Joe Bonamassa bekannt, ist eine Albumveröffentlichung von Reese unter eigenem Namen längst überfällig gewesen. Der Keyboarder wird als Studio- und Begleitmusiker bereits seit fast 50 Jahren hoch geschätzt. Er agierte nie ganz vorne im Rampenlicht, konnte aber seine Qualitäten und Erfahrungen als Musiker jahrzehntelang vielfältig einbringen, sodass er 2015 sogar in die Rock and Roll Hall of Fame berufen wurde.

Um seine Bedeutung für den Blues hervorzuheben, hier ein kurzer Abriss seiner musikalischen Biografie: Schon Ende der 1960er spielte der heute 71-jährige US-Amerikaner in einer Vorgängergruppe der Allman-Brothers-Band mit Dickey Betts und Berry Oakley. Die prägendste und produktivste Phase seiner Musikkarriere bestand in der 5-jährigen Zusammenarbeit mit Gitarren-Phänomen Stevie Ray Vaughan. In den letzten 20 Jahren hat er seinen Weg konsequent weiterverfolgt und an den schwarz-weißen Tasten viele Blues- und Southern-Größen (z.B. John Mayall, Buddy Guy, Joe Ely) unterstützt. Einige von ihnen haben sich für Reese auf diesem Longplayer die Ehre gegeben.

Das Album ist vor allem eine Retrospektive seiner Karriere geworden mit vielen Erinnerungsstücken, so zum Beispiel das erste Cover „Crossfire“, das neben „Say What!“, „Riviera Paradise“ und „Hard To Be“ zum Quartett der Stevie Ray Vaughan-Songs gehört. Auf diesen Stücken haut Reese so energiegeladen in die Tasten, wie zu seiner Double Trouble Zeit. Soul-Legende Sam Moore beweist auf „Crossfire“, dass seine Stimme noch die gleiche charmante Ausstrahlung wie früher verbreitet.

Wer glaubt, es reicht, Joe Bonamassa als Produzenten an seiner Seite zu haben, der auch noch auf fünf Titeln seine Gitarre „sprechen“ lässt („Sweet Release“, „Hard To Be“, „Riviera Paradise“, „Take The Time“ und „So Much Trouble“), hat die Rechnung ohne Kenny Wayne Shepherd gemacht. Die Gitarren-Ikone begleitet Reese Wynans u.a. fulminant auf der Arc Angels-Nummer „Shape I’m In“. Für das Titelstück (im Original von Boz Scaggs) hat sich Wynans einen ganzen Chor zusammengestellt und gleich acht verschiedene Lead Vocals untergebracht, die prominent von Warren Haynes angeführt werden und eine entspannte Southern-Rock-Ballade erschaffen.

Den Abschluss des Longplayers – der die Bezeichnung wirklich verdient hat, mit seinen 13 Titeln und insgesamt 70 Minuten Spielzeit – bildet das Beatles-Cover „Blackbird“, auf dem Reese Wynans die ganze „Stage“ für sich hat und ein meisterhaftes, instrumentales Grand-Piano-Lehrstück improvisiert.

Bedenken, „Sweet Release“ könnte ein ‚Alterswerk‘ sein, werden sich von Beginn an schnell in Luft auflösen. Die LP ist eine große Blues-Jam-Party und verbreitet die befreiende Atmosphäre, den Spaß und die Frische eines junggebliebenen Blues-Rock-Altmeisters.

Provogue – Mascot Label Group – (2019)
Stil: Blues Rock

Tracklist:
01. Crossfire
02. Say What!
03. That Driving Beat
04. Your Killing My Love
05. Sweet Release
06. Shape I’m In
07. Hard To Be
08. Riviera Paradise
09. Take The Time
10. So Much Trouble
11. I’ve Got A Right To Be Blue
12. Soul Island
13. Blackbird

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Beth Hart – Live At The Royal Albert Hall – CD/DVD-Review

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Review: Michael Segets

2018 ist ein Jahr der hochkarätigen Live-Veröffentlichungen. Unter anderem John Mellencamp, Little Steven, Jason Isbell legten vor und auch Beth Hart meldete sich mit „Front And Center“ bereits aus New York. Pünktlich zum Advent setzt Hart diese Serie fort und bringt ihren Auftritt in der Royal Albert Hall in London vom vierten Mai diesen Jahres auf Bild- und Tonträgern heraus.

Beth Hart muss hier nicht eigens vorgestellt werden. Die Blues-Musikerin dient oft genug als Referenz für andere Künstlerinnen des Genres. Nicht zuletzt durch ihre Zusammenarbeit mit Joe Bonamassa ist sie einem breiten Publikum bekannt. Für diejenigen, die sich noch nicht mit ihrem Repertoire auseinandergesetzt haben, bietet „Live At The Royal Albert Hall“ einen sorgsam ausgewählten Querschnitt ihres bisherigen, gut zwanzigjährigen, musikalischen Schaffens. Das Programm reicht von Titeln ihrer letzten Studio-Aufnahme „Fire On The Floor“ (2016) bis zurück zu ihrem Debüt-Werk „Immortal“ (1996).

Beth Hart wählt einen ungewöhnlichen Einstieg für ihr Konzert. Ganz auf ihre Stimme vertrauend schreitet sie „As Long As I Have A Song” a capella singend durch den Zuschauerraum in Richtung Bühne. Dort erwarten sie Jon Nichols an der Gitarre, Bob Marinelli am Bass und Bill Ransom am Schlagzeug, der den kraftvoll Startschuss für das rockige „For My Friends” gibt. Bereits hier brilliert Nichols mit einem ausgedehnten Solo an der E-Gitarre.

Temporeich geht es mit dem Blues Rocker „Lifts You Up“ weiter, bevor die Band mit „Close To My Fire” einen Gang runter schaltet. Nicols betätigt ausgiebig das Tremolo seiner Gitarre, sodass Country-typische Vibrationen den Song begleiten. Einen noch deutlicheren Country-Einschlag hat das hervorragende „Bang Bang Boom Boom“.

Beth Hart, die mittlerweile am Piano Platz genommen hat, lässt die beiden locker-rockenden und gute Laune verströmenden „Good As It Gets“ und „Spirit Of God“ folgen. Nach dem jazzigen „Baddest Blues“ erlebt das Konzert mit „Sister Heroine“ einen seiner Höhepunkte. Den berührenden, vom Klavierspiel sowie dem hier fast zerbrechlich wirkenden Gesang von Hart getragenen und wohl kurzfristig auf die Setlist gekommenen Song widmet sie ihrer verstorbenen Schwester. Beeindruckend fügt sich ein Gitarrensolo von Nichols in die Liedstruktur ein, die eine unglaubliche Dramatik entwickelt.

Anschließend legt Beth Hart das dynamische, eher experimentelle „Baby Shot Me Down“ nach. Ihre gewaltige Stimme spielt sie dann beim rockenden „Waterfall“ aus, bei dem härtere Gitarrenriffs den Ton angeben.

Die Mitte des Konzerts markiert „Your Heart Is As Black As Night”. Den Blues performt Hart in ihrem kleinen Schwarzen stilecht auf einem Hocker sitzend. Die bis hierher genannten zwölf Songs finden sich auf der ersten CD. Sie spiegeln die enorme Bandbreite von Harts Musik und die Vielzahl unterschiedlicher Stimmungen wider, die sie mit ihr erzeugen kann.

Balladen bilden den Schwerpunkt im zweiten Teil des Konzerts. Zuvor legt sich Hart aber bei dem Boogie „Saved” tempomäßig nochmal richtig ins Zeug und gibt Nichols Raum erneut sein Können an der Gitarre zu zeigen.

Nichols und Hart greifen bei „The Ugliest House On The Block” zu akustischen Gitarren. Bei „Spiders In My Bed” wechselt Hart zum akustischen Bass. Mit den beiden Songs verarbeitet Hart persönliche – mal eher amüsante, mal eher bittere – Erinnerungen in bester Singer/Songwriter-Tradition.

Danach singt Beth Hart vier Stücke allein am Klavier. Die sehr intensive Ballade „Take It Easy On Me” wird durch Überblendungen und langsame Kamerafahrten äußerst stimmungsvoll unterstützt. Filmtechnisch stellt der Titel sicherlich einen Höhepunkt der DVD dar. Es folgen „Leave The Light On”, „Mama This One’s For You” und „My California”. Emotional ist Beth Hart voll bei der Sache, zumal sie die einzelnen Titel Menschen widmet, die ihr viel bedeuten – so ihrer Mutter, die im Saal anwesend ist.

Das ansonsten sehr abwechslungsreiche Konzert verliert durch die verhältnismäßig lange Solo-Performance von Hart vielleicht etwas an Schwung, sorgt aber in dieser Phase durch den leidenschaftlichen Einsatz der Musikerin für Gänsehaut-Momente.

Nachdem die Band für die Zugabe wieder auf die Bühne zurückgekehrt ist, heizt sie bei „Trouble“ dem Publikum mächtig ein. Gegen Ende des Konzerts konzentriert sich Hart schließlich auf ihre musikalische Domäne: den Blues. Auf das spannungsgeladene „Love Is A Lie“ und das sanftere „Picture In A Frame“ folgt „Caught Out In The Rain“ als krönender Abschluss des zweistündigen Sets.

Auf der DVD finden sich als Extras ein dreiminütiges „Behind The Scenes“, das Impressionen der Konzertvorbereitung und alternative Perspektiven während des Auftritts einfängt, und ein fast halbstündiges „Interview“, bei dem Hart über Stationen ihrer musikalischen Karriere spricht. Auch während des Konzerts leitet sie viele Stücke mit persönlichen Bemerkungen ein.

Mit der Varianz der Stücke hinsichtlich aufgegriffenen Stileinflüssen, Tempo, Instrumentalisierung und Atmosphäre unterstreicht Beth Hart ihre Stellung als Ausnahmekünstlerin. Ich hätte mir mein Lieblingsstück von ihr „Thru The Window Of My Mind“ gewünscht, von dem meines Wissens noch keine Live-Version auf einem offiziellen Silberling existiert. Aber das ist keine Kritik an den vorliegenden Bild- und Tonträgern, an denen es weder technisch noch musikalisch ernstlich etwas auszusetzen gibt.

„Live At The Royal Alber Hall“ verkürzt das Warten auf Weihnachten oder sollte zumindest bei Blues-Fans unter dem Tannenbaum liegen.

Provogue/Mascot Label Group/Rough Trade (2018)
Stil: Blues/Blues Rock and more

Tracks:
01. As Long As I Have A Song
02. For My Friends
03. Lifts You Up
04. Close To My Fire
05. Bang Bang Boom Boom
06. Good As It Gets
07. Spirit Of God
08. Baddest Blues
09. Sister Heroine
10. Baby Shot Me Down
11. Waterfalls
12. Your Heart Is As Black As Night
13. Saved
14. The Ugliest House On The Block
15. Spiders In My Bed
16. Take It Easy On Me
17. Leave The Light On
18. Mama This One’s For You
19. My California
20. Trouble
21. Love Is A Lie
22. Picture In A Frame
23. Caught Out In The Rain

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VDELLI – 14.10.2018, Schwarzer Adler, Rheinberg – Konzertbericht

VDELLI_haupt

Kurz nachdem Joe Bonamassa in einem Interview mit dem Magazin Eclipsed den Schwarzen Adler zu seinem persönlichen Lieblingsclub geadelt hatte, war es auch für uns mal wieder Zeit, dem heimischen Blues-Tempel an der Baerler Straße in Vierbaum eine Visite abzustatten. Der australische Blues Rocker Michael Vdelli hatte sich mit Band für Sonntag-Abend zum Wochenausklang angesagt.

Der Termin und wohl auch der Herbstferienanfang schien so einige Leute von einem Besuch abgehalten zu haben, für die, die gekommen waren, sollte es ein lohnenswerter Gig werden. Michael Vdelli und seine beiden deutschen Mitstreiter Michi Weber sowie Björn Hofmann zeigten sich in absolut bester Spiellaune und wurden von den Anwesenden fast so lautstark gefeiert, als wenn die ‚Hütte‘ voll gewesen wäre.

Das Trio präsentierte eine gelungene Mischung aus dem VDELLI-Eigen-Fundus (u. a. „Soon As I Got  Paid“, „Nuff Your Stuff“, „Going Too Hard, „It Could Be Good“) als auch so manche Cover-Version einschlägiger Interpreten wie Tony Joe White / Tina Turner („Steamy Window“ – tolle eigenwillige Umsetzung), Tom Waits („Walking Spanish“), Soundgarden / Johnny Cash („Rusty Cage“), Willie Dixon („Wang Dang Doodle“), Bob Dylan / Jimi Hendrix („All Along The Watchtower“), Muddy Waters („Baby Please Don’t Go“), The Temptations („Papa Was A Rolling Stone“), Elmore James / ZZ Top („Dust My Broom“ mit schönem Slide – 1. Zugabe) oder Robert Johnson („Sweet Home Chicago“ – letzte Zugabe), natürlich in den von ihm etwas härter interpretierten Fassungen.

Björn Hofmann am Schlagzeug, Sohn der Legende (Ecki) Eckart Hofmann, und Michi Weber, der zunächst lange Zeit am Contrabass agierte (wechselte erst im letzten Drittel ab „Green Light Girl“ zum E-Bass) spielten ein schönes Fundament (dazu hatten beide noch ein paar Harmonie-Parts) für den engagiert singenden (Richtung Devon Allman/Mike Zito) und auch in den Ansagen sehr kommunikativen Protagonisten, der natürlich seiner, schon schwer malträtierten Gibson Les Paul Deluxe, wieder unzählige quirlige Soli abverlangte.

Dass Michael als aus Perth stammender australischer Rocker natürlich auch ein wenig AC/DC im Blut hat, zeigte sich unterschwellig in den starken Eigenkompositionen „My Baby Does Better“ und dem, mit furiosem Slide-Finale bestückten „You Aint Bringing Me Down“ als zweite Zugabe.

Nach dem kurzweiligen spielfreudigen Konzert schleppten die Drei schnell ihre Mitbringsel (CDs, T-Shirts, etc.) zum, auf die Schnelle, improvisierten Merchandising-Table und posierten auch noch gut gelaunt mit unserem Logo für die VIP-Galerie. Um es am Ende in Bonamassa-Sprache auszudrücken: Vielen Dank an das Team des weltbesten Blues Clubs für einen sehr gelungenen Abend und die, wie immer, gastfreundliche Aufnahme!

Line-up:
Michael Vdelli (lead vocals, guitars)
Michi Weber (bass, vocals)
Björn Hofmann (drums, vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Bericht: Daniel Daus

VDELLI
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Schwarzer Adler

Joe Bonamassa – Redemption – CD-Review

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Kaum ein Blues-Musiker hat sich in den letzten Jahren so umfangreich und vielfältig durch die Blues-Sparten gespielt wie Joe Bonamassa. Dabei rausgekommen sind Alben, die unterschiedlichste Blues Richtungen abdecken: Vom Chicago-Blues getränkten Live-Album zu Ehren von Howlin Wolf und Muddy Waters (2015) über die Huldigung seiner englischen Idole auf dem „British Blues Explosion„-Werk (2018), bis zu Kollaborationen mit Beth Hart (2013/2018) und eigenen Song-Kreationen, wie auf „Blues of Desperation“ (2016).

Auf bewährte Begleiter aus den vorangegangenen Produktionen greift Bonamassa bei „Redemption“ gerne zurück, wie z.B. seinen erfahrenen Produzenten Kevin Shirley oder seine langjährigen Bühnen- und Studiomitstreiter Reese Wynans (Keyboards), Michael Rhodes (Bass) und Anton Fig (Schlagzeug), gibt jedoch auch den beiden Leadgitarristen Kenny Greenberg und Dug Lancio ihren verdienten Platz.

Anton Figs schneller Schlagzeug-Wirbel auf „Evil Mama“ lässt John Bonhams Intro zum Klassiker „Rock And Roll“ von Led Zeppelin unwillkürlich zurück ins Gedächtnis kommen und geht dann über in einen Hard Rock-Rhythmus a là Black Stone Cherry – bis die Bläserformation einsetzt und dem Song einen dicken Soul-Anstrich verleiht. Bonamassa beendet den Track gekonnt mit einem seiner fesselnden Gitarrensoli. „King Bee Shakedown“ ist ein Boogie-Stück im Big Band-Stil, voll leidenschaftlichem Rhythm and Blues, mit einer Prise Rockabilly. Die tragische Songgeschichte „Molly O‘“ wird in einen saftigen Hard Rock Blues übergeleitet, der es in sich hat.

„I’ve Got Some Mind Over What Matters“ ist klassischer Chicago Blues und erinnert an „She Caught The Katy“ von Taj Mahal. Eine kleine Songperle liefert Bonamassa mit dem Slow-Blues „Self-Inflicted Wounds“ ab, bei dem er sich auch an tiefgründigem Songwriting versucht und persönliche Erlebnisse eindrucksvoll verarbeitet. Dem Titeltrack und mehr traditionell-geprägtem Delta-Blues-Stück „Redemption“, verleihen die starken Background-Vocals und Joes kerniges Solo zusätzlich einen auffälligen Charakter.

Auf dem Longplayer „Redemption“ wagt Joe Bonamassa zwar erneut den Schritt, 12 eigene Kompositionen einzuspielen, hat hierfür aber eine ganze Truppe erfahrener Songwriter aus Nashville an seiner Seite, die dem Eindruck entgegentreten sollen, hier wird nur auf Altbekanntes zurückgegriffen. Die geschickt ausgefeilten Arrangements wurden in fünf verschiedenen Studios aufgenommen und lassen ausreichend Platz für fette Bläser und Background-Gesang, für einen Big-Band-Sound mit typisch intuitiven Bonamassa Gitarrenparts.

J.B.’s 13. Studioalbum, – die Zahl 13 kann metaphorisch auch für einen Wandel oder einen Umbruch angenommen werden-, markiert ein Verlangen nach Rückkehr oder einen Wusch nach ‚Akzeptanz‘, wie es der Meister in einem kurzen Statement zur Konzeption der Scheibe darstellt.

Den neuen Longplayer als Meilenstein in Bonamassas umfangreicher Werkschau zu bezeichnen, gibt nur unvollständig die vielseitige und textlich tiefgreifende Qualität dieses atmosphärisch wunderbaren Albums wieder. Für Bonamassa Fans ist alles dabei, was das Blues-Herz begehrt. He’s deep in the blues again – und dies auf unübertroffen hohem Niveau.

Mascot Label Group (2018)
Stil: Blues Rock

01. Evil Mama
02. King Bee Shakedown
03. Molly O‘
04. Deep In The Blues Again
05. Self-Inflicted Wounds
06. Pick Up The Pieces
07. The Ghost Of Macon Jones
08. Just ‚Cos You Can Don’t Mean You Should
09. Redemption
10. I’ve Got Some Mind Over What Matters
11. Stronger Now In Broken Places
12. Love Is A Gamble

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Joe Bonamassa – DVD-Gewinnspiel

Bonamassa_BBEL

Das Gewinnspiel ist beendet.

Die richtige Antwort hieß ‚Smokin‘ Joe‘!

Über eine tolle DVD von Joe Bonamassa darf sich

Detlef Kiefer aus Lauterbach

freuen, dem der Gewinn in den nächsten Tagen zugeht!

Sounds Of South wünscht viel Spaß damit!

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Netinfect Promotion hat uns dankenswerter Weise die aktuelle DVD „British Blues Explosion Live“ des Gitarrenmeisters für ein Gewinnspiel zur Verfügung gestellt.

Folgende explosive Frage muss dazu richtig beantwortet werden:

Wie lautet der Spitzname von Joe Bonamassa?

a) Jokin‘ Joe
b) Smokin‘ Joe
c) Bluesin‘ Joe

Bitte sende eine E-Mail mit der richtigen Lösung bis zum 23.06.2018 an dan@sounds-of-south.de.

Wir losen unter allen richtigen Einsendern eine/n Gewinner/in aus, der/die dann umgehend benachrichtigt und mit der DVD beliefert wird.

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Joe Bonamassa – British Blues Explosion Live – CD-/DVD-Review

Bonamassa_BBEL

Joe Bonamassa goes British! Nachdem er 2015 auf einem seiner letzten Live-Alben (Live At Red Rocks) noch den US-amerikanischen Blues-Größen Muddy Waters und Howlin Wolf Tribut gezollt hat, nimmt er sich jetzt seinen britischen Helden an. Ergebnis ist eine tiefe Verneigung des „Meisterschülers“ vor seinen „Lehrmeistern“, in erster Linie vor den Gitarrenlegenden Jeff Beck, Eric Clapton und Jimmy Page, die von Bonamassa ausgiebig und meisterlich gewürdigt werden.

Das abwechslungsreiche Konzert-Album wurde 2016 in Greenwich, London, aufgezeichnet und kann nach den visionären Gitarristen im Wesentlichen in drei Abschnitte geteilt werden. Kenntnisreich ausgegrabene englische Bluesklassiker und -Raritäten, mit dem Schwerpunkt in den 1960er und 70er Jahren, spielt Bonamassa hier leidenschaftlich und exzellent, begleitet von einer überragenden Band, die komplettiert wird durch Keyboarder und Rock and Roll Hall of Famer Reese Wynans (u.a. Stevie Ray Vaughan), Michael Rhodes am Bass, Schlagzeuger Anton Fig (u.a. Bob Dylan, B.B. King) und Rhythmusgitarrist Russ Irwin (u.a. Aerosmith, Sting).

Und diese erstklassigen Begleitmusiker muss man einfach auch um sich haben, damit die überragende Qualität der gecoverten Bluesstücke vor dem kritischen, englischen „Expertenpublikum“ mitreißend zur Geltung kommt.

Ohne die nachhaltige Ausstrahlung, Persönlichkeit und Ausdauer seiner britischen Vorbilder, hätte der europäische Blues ab den 1960er Jahren wohl niemals die Brücke zur Rockmusik geschlagen. Besonders die technische Experimentierfreudigkeit der drei Gitarristen (u.a. Fuzz, Feedback) begeisterte Bonamassa. Das Doppelalbum bildet dabei die perfekte Live-Hommage an seine Helden und der Facettenreichtum, den der US-Amerikaner hier in Form eines explosiven Bluesfeuerwerks vorführt, gleicht einer Achterbahnfahrt durch die Gründerepoche der englischen Blues-Rock-Historie.

Aus dem Schaffenswerk von Jeff Beck hat er das legendäre Blues-Rock-Klassik Instrumental „Beck’s Bolero“ (1968), „Rice Pudding“ (1969) und „Plynth (Water Down The Drain)“ (1969) ausgewählt und orientiert sich damit an Becks früher Phase mit der Jeff Beck Group und den Studioalben „Truth“ (1968) und „Beck-Ola“ (1969).

Die Clapton-Sammlung hat Bonamassa breit gefächert durchforstet und „Mainline Florida“ und „Motherless Children“ vom 1974er Album „461 Ocean Boulevard“, „Double Crossing Time“ und „Little Girl“ aus Claptons Bluesbreakers-Zeit (1965/1966), „SWLABR“ aus seiner Cream Phase (1967) und „Pretending“ von „Journeyman“ (1989) herausgepickt.

Dem Led Zeppelin-Gitarristen Jimmy Page huldigt Bonamassa auf „Boogie With Stu“ (1974), „Tea For One (1976)“, „I Can’t Quit You Baby“ (1969) und mit den berauschenden Schluss-Akkorden von „How Many More Times“ (1969).

Die Songs geben Joe Bonamassa sehr viel Platz für kreativen Gestaltungsspielraum und eigene Interpretationen. Klanglich zelebriert der Gitarrenvirtuose alles was man von ihm bereits gewohnt ist: schnelle Tempowechsel, verschiedene Spielarten, lange Soloparts und genug Freiheiten für seine Begleitmusiker.

In Zeiten eines Blues-Revivals mit vielen jungen, aufstrebenden Musikern in Europa und den USA (u.a. Ben Poole, Ryan McGarvey, Laurence Jones) und ausverkauften Blues-Festivals veröffentlicht Bonamassa mit „British Blues Explosion“ sein persönliches, triumphales Statement. Am Ende des Live-Mitschnitts steht fest, es geht nicht nur um die Performance, sondern auch um die großartige Auswahl der Songs, mit denen er den britischen Blues wieder aufleben lässt und einem jüngeren Publikum zeitgemäß zugänglich macht.

Die DVD-Version von Joe Bonamassas „British Blues Explosion“ ist aufwendig gestaltet und fängt die Live-Atmosphäre vor malerischer und altehrwürdiger Kulisse des Old Royal Naval College in Greenwich, London, bildgewaltig ein. Das opulente Werk beginnt im Gegensatz zur CD mit einem informativen Intro über die British Blues Explosion in Gestalt von Jeff Beck, Eric Clapton und Jimmy Page in den 1960er Jahren; erzählt von Paul Jones, dem Sänger der „Blues Band“.

Die Songliste ist identisch mit der CD-Ausgabe, eine Extra DVD mit interessanten Live-Mitschnitten Bonamassas aus dem Liverpooler Cavern Club und dem Beatles Cover „Taxman“ ist beigefügt. Hervorzuheben ist die exakt abgestimmte Kameraführung mit häufigen Einblendungen von Bonamassas Gitarrenspielkunst und der ausgelassenen Spielfreude seiner Bandmitglieder.

Der US-Amerikaner trägt wie auf jedem seiner Konzerte einen feinen Anzug und eine dunkle Sonnenbrille. Leider gibt die Aufnahme der Konzert-Location inmitten architektonischer Prachtbauten auch die etwas sterile, altersbedingte Publikumsatmosphäre wieder, die opernhafte Züge nicht verheimlichen kann; dies sollte unter vornehmer englischer Zurückhaltung abgehakt werden.

Worauf Joe Bonamassa schon seit vielen Jahren enormen Wert legt, ist auch die visuelle Veröffentlichung seiner Konzert-CDs. Darüber hinaus achtet er regelmäßig auf interessante Locations für seine Konzertaufnahmen. Das naturprächtige Schauspiel auf der Bühne at Red Rocks, nahe Denver, das Greek Theatre in Los Angeles oder die Carnegie Hall in New York, zeigen seine Wertschätzung für schöne Locations und die persönliche Begeisterung für seine Gitarrenhelden, sieht man seinem Bühnenauftritt in Greenwich bei jedem Song an.

Joe Bonamassas „Explosion-Event“ und seine Rückbesinnung auf die Größen der englischen Blues-Rock-Zeit stehen damit ganz vorne in der Reihe vergleichbarer Produktionen, wie z.B. „The Blues“, der Dokumentation von Martin Scorsese oder auch den „Crossroads Guitar Festivals“ von Eric Clapton.

Mascot Label Group (2018)
Stil: Blues Rock

CD:

Disc 1:
01. Beck’s Bolero / Rice Pudding
02. Mainline Florida
03. Boogie With Stu
04. Let Me Love You Baby
05. Plyth (Water Down The Drain)
06. Spanish Boots
07. Double Crossing Time
08. Motherless

Disc 2:
01. SWLABR
02. Tea For One / I Can’t Quit You Baby
03. Little Girl
04. Pretending
05. Black Winter / Django
06. How Many More Times

DVD:

Disc 1:
01. British Blues Explosion (Intro)
02. Beck’s Bolero / Rice Pudding
03. Mainline Florida
04. Boogie With Stu
05. Let Me Love You Baby
06. Plyth (Water Down The Drain)
07. Spanish Boots
08. Double Crossing Time
09. Motherless
10. SWLABR
11. Tea For One / I Can’t Quit You Baby
12. Little Girl
13. Pretending
14. Black Winter / Django
15. How Many More Times
16. Credits

Disc 2:
01. Joe Bonamassa – Live At The Cavern Club
02. Taxman – Tribute To The Beatles
03. Fan Footage Of Joe Receiving A “Brick In The Wall” At The Cavern Club
04. Photo Gallery – British Blues Explosion Live UK Tour

Joe Bonamassa
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H(e)art And King – We Ain’t The Two – CD-Review

vierter_entwurf

Grund zur Freude bei der Southern Rock-Fraktion! Mit H(e)art And King gibt es ein neues, allerdings schon länger hinter ‚verschlossenen Türen‘ währendes, hochinteressantes Projekt, das man in solch einer Konstellation vermutlich nie erwartet hätte. Hinter dem Namen verbergen sich nämlich keine geringeren Künstler als Beth Hart und der ehemalige Lynyrd Skynyrd-Gitarrist Ed King.

Die umtriebige Beth Hart, die nicht nur als Solo-Interpretin, sondern ja auch erst vor kurzem wieder durch ihre  bereits etablierte Zusammenarbeit mit Joe Bonamassa auf „Black Coffee“ Aufsehen erregte, hat, laut eigener Aussage mittlerweile alles besungen, was stilistisch möglich ist, lediglich mit der Southern Rock-Sparte, hatte sie bisher nie richtige Berührungspunkte gehabt.

Da erinnerte sie sich an ihre Bekanntschaft mit Ed King, mit dem sie vor Jahren mal auf einen der berühmt-berüchtigten sonntäglichen Barbecue-Parties von Billy Powell, bei der sie mit Joe als Gast geladen war, ins Gespräch gekommen war. „Mein Gott ging es zu später Stunde da hoch her, Musiker müssen in der Regel Montags Morgens ja nicht früh raus“, erinnert sie sich. „Ich weiß noch wie Billies betrunkener Schwager, Lady Gaga, die ebenfalls in ihrem berühmten Fleischkostüm zugegen war, auf den Grill schmeißen wollte, was ihre Bodyguards aber in letzter Sekunde noch zu verhindern wussten. Dank dieses Abends kam mir übrigens auch später die Idee zu „Sunday Night Special“.

Ich besuchte dann vor einiger Zeit Ed ganz unverbindlich in Nashville, Tennessee bei seiner Frau und seinen Hunden und fragte, ob er nicht mal Lust auf ein gemeinsames Projekt hätte.“ King, mittlerweile bekanntlich von einer Herztransplantation gut erholt, zeigte sich sowohl überrascht, als auch absolut begeistert.

„Ed sagte mir, dass er sich eh in einem ständigen Songwriting-Prozess befinde, seit man ihm die Wiederaufnahme ins Skynyrd-Line-up 2006 verweigert hatte, und einige seiner seither geschriebenen Tracks auch ganz gut passen könnten. Aufgrund unserer beider Namen schoss dem passionierten Skatspieler sofort ‚King Of Hearts‘ heraus, wir konnten uns aber mit dem Rechteinhaber Bruce Gaitsch leider nicht einigen, da er sein ehemaliges Westcoast-Band-Projekt in diesem Jahr auch wiederbeleben möchte. So kam es am Ende dann schlicht zu ‚H(e)art And King‘.

Wir trafen uns immer wieder sporadisch in Nashville zu gemeinsamen Songwriting-Sessions und loteten anhand unserer reichhaltigen Kontakte aus, was in Sachen eines gemeinsamen Albums machbar ist“, so Beth gegenüber Sounds Of South.

„Nach und nach nahm die Sache immer konkretere Formen an, letztendlich hatten wir zwölf fantastische Songs im Köcher. Ed hatte Al Kooper als Produzent begeistern können, über Joe und Tom Hambridge, hatten wir Zugang zu den berühmten Blackbird Studios und mit Musikern wie Shannon Forrest, Tom Bukovac, Kenny Greenberg, Dan Dugmore, Ilya Toshinsky, Reese Wynans, Michael Rhodes, Bekka Bramlett und Mahalia Barnes ein unglaubliches Team für die Einspielung zur Seite stehen. Vielen Dank dafür nochmals an Tom.“

Auch wir können bestätigen, dass sich diese Kooperation voll und ganz gelohnt hat. Toller Southern Rock Kingscher, Stratocaster-lastiger Prägung, garniert mit Beth Harts unglaublicher Röhre – das hat schon was. Auch Ed King weiß übrigens am Mikro zu überzeugen, klasse sein Duett mit Beth bei „All I Couldn’t Do Was To Sing About It“.

Selbst textlich wissen Stücke wie „The Shuttle And The Moon“ (Kritik an der Kommerzialisierung der Raumfahrt) oder “I Never Streamed“ (Hinterfragung des heutigen medialen Konsumverhaltens) den Hörer zum Nachdenken anzuregen. Bei „Mississippi Gal“ bedient Ed wie einst zu Anfangszeiten bei Skynyrd den Bass, Joe Bonamassa ist als Gast an der E-Gitarre zugegen und Ilya Toshinsy bezaubert mit grandiosen Banjo- und Mandolinenklängen. Eines der vielen Highlights! Als einziges Coverstück hat Eds mitgeschriebenes berühmtes Paradelied „Sweet Home Alabama“, im Gott-weiß-wievielten Aufguss, immerhin seinen Reiz, dass es erstmalig durch eine Frau gesungen wird.

Unser Sounds Of South-Fazit lautet: Insgesamt ist das Debüt von H(e)art And King, alias Beth Hart und Ed King, ein starkes und äußerst gelungenes Werk zweier arrivierter Künstler, die ihr musikalisches Herz immer noch auf dem rechten Fleck tragen. Tolle Southern Rock-Platte mit allen Finessen, Nachschlag gerne erwünscht!

Erwähnenswert zudem, dass uns in Zusammenarbeit mit Netkonfekt Promotion zehn signierte Exemplare zur Verfügung gestellt wurden, die wir gerne an unsere Leser weiterreichen möchten. Voraussetzung ist unsere Facebook-Seite im linken Block ‚geliket‘ und eine Begründung im Kommentarfeld unter dem Artikel verfasst zu haben, warum du als Auserwählter für die Scheibe prädestiniert bist. Die zehn originellsten Anmerkungen werden dann umgehend mit der Scheibe belohnt.

Maskot Records/EnVogue (2018)
Stil: Southern Rock

01. We Ain’t The Two
02. Innocent And Peppermint
03. Railroad Music
04. I Don’t Need You
05. The Shuttle And The Moon
06. Sweet Home Alabama
07. I Never Streamed
08. Swamp Song
09. Rock’n’Roll And Whiskey
10. Mississippi Gal
11. All I Couldn’t Do Was To Sing About It
12. Sunday Night Special

Beth Hart
Beth Hart bei Facebook
Ed King bei Facebook
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