Josh Smith – 13.09.2018, Schwarzer Adler, Rheinberg – Konzertbericht

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Die meisten Interpreten touren nach Veröffentlichung einer neuen Platte, um diese zu promoten. Auch bei Josh Smith war dies bei seinem Auftritt im Schwarzen Adler der Fall. Die neue Scheibe, „Burn To Grow“, die nun mittlerweile elfte Platte des 39-jährigen, aus Connecticut stammenden Musikers, ist seit Mitte August erhältlich.

Leider war der Publikumszuspruch an diesem Donnerstag Abend nicht so, wie der Ausnahmegitarrist Smith es mit seiner Band verdient gehabt hätte. Die Anwesenden sollten aber nicht enttäuscht werden, denn Smith erfüllte die hohen Erwartungen der Fans, welche er mit seinem starken Konzert im Vorjahr angeheizt hatte, in jeder Hinsicht.

Er präsentierte in einer bunten Mischung aus Songs, nachdem er instrumental eingestiegen war, dann auch sechs Songs aus dem neuen Silberling. Schon zu Beginn des Konzertes gab Smith seinen beiden Begleitern in einer Extended Version von „Pusher“ die Möglichkeit, mit Soloeinlagen ihr spielerisches Können unter Beweis zu stellen.

Steve Jenkins wirbelte über seinen fünfsaitigen Bass und spielte Soli fast wie auf einer E-Gitarre. Vincent Fossett jr., ein Energiebündel mit Rastalocken und Led Zeppelin-Shirt, zeigte, dass er alle Spielarten an den Drums, je nach Bedarf, von dynamisch bis zu dezent ruhig, locker beherrscht. Überhaupt muss gesagt werden, dass die beiden Mitmusiker mit ihrer starken Rhythmusarbeit das Beet so bereiteten, dass Smith sich darauf austoben konnte, um seine Gitarren mal slidend, mal pickend oder brachial mit Plektron zu bearbeiten.

Ich meine zu Beginn eines der Songs einen Drumeinstieg a là Led Zep gehört zu haben. Dass es sich bei Smith aber auch um einen Teamplayer handelt, zeigte sich dadurch, dass er seinen beiden Kollegen im Verlauf des Konzertes immer wieder die Möglichkeit zu Soloeinlagen gab. Nach einigen schon bekannten Songs, betonte er, dass es ihm immer eine Freude sei, neue Stücke zu spielen und präsentierte zunächst „Half Blues“, den Opener der neuen Scheibe.

Das folgende bluesig-soulige „Burn To Grow“ der Titelsong der neuen Platte kann auch als Synonym für das Konzert gesehen werden, dass Smith in seine Musik hineingeboren ist, um sich weiterzuentwickeln und neben dem Blues auch gelungene Einflüsse aus Soul Rock und  einer Art hardrockenden Country zu integrieren. So hatte ein Medley im zweiten Set des insgesamt etwa zweistündigen Konzertes als Basis eine fast cowpunkige Version des Shadows Klassikers „Apache“.

Ein besonderer Höhepunkt war auch das stilistisch an Joe Cocker erinnernde „Through The Night“. Die gute Stimmung in beiden Sets wurde auch durch die sympatische Art von Smith in seinen Ansprachen zu den Songs gefördert, wo er manchmal fast schon mit den Zuhörern spielte und auch seine Zufriedenheit mit deren Reaktionen preis gab. In Phasen, wo Ruhe im Publikum für Songs notwendig war, hätte man bei dem bluesbegeisterten Publikum die sprichwörtliche Nadel fallen hören, um nach gekonnten Soloeinlagen der Künstler diese wieder frenetisch zu feiern.

So vergingen zwei Stunden Blues Rock von feinstem wie im Fluge und man sah im Publikum nur zufriedene Gesichter. Anschließend wurde der Merchandising-Stand, wie schon in der Pause gut frequentiert und Smith nahm sich die Zeit für Smalltalks und das Erfüllen von Autogrammwünschen. So sieht gelebte Fannähe aus!

Der Gig kann als würdiger Opener nach der Sommerpause im Schwarzen Adler gesehen werden und dem Blues-Fan kann geraten werden, eines der noch folgenden Konzerte dieser Tour zu besuchen. Vermutlich wird er sich danach auch  das starke neue Album zulegen.

Ein Dank neben den Musikern für einen begeisternden Abend auch an Ernst Barten für die Akkreditierung und das wie immer freundliche Adlerteam.

Dem geneigten Genre-Liebhaber  in der Reichweite des Schwarzen Adlers sei geraten, im dortigen Programm nachzuschauen und sich noch den einen oder anderen Termin zu reservieren, denn Smith war nur der Beginn einer ganzen Serie hochkarätiger Musiker, die demnächst im Vierbaumer Bluestempel auftreten werden!

Line-up:
Josh Smith (lead vocals, electric guitar)
Vincent Fossett Jr. (drums)
Steve Jenkins (bass)

Text und Bilder: Gernot Mangold

Josh Smith
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Schwarzer Adler

Josh Smith – Burn To Grow – CD-Review

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Review: Jörg Schneider

Nachdem mittlerweile zwei Jahre lang kein neues Material von Josh Smith zu hören war, kommt jetzt nun sein drittes Album „Burn To Grow“ in die Läden. Musikalische Unterstützung hat sich Josh Smith für sein neues Werk bei so namhaften Musikern wie z. B. Carey Frank (Tedeschi Trucks Band), Pete Thomas (Elvis Costello), Lemar Carter (Usher) und Monét Owens (Ed Sheeran, Celine Dion) geholt.

Herausgekommen ist eine Scheibe, die Ihre Wurzeln im Blues hat, aber vielfältig mit Jazz-, Soul- und Funkelementen angereichert ist. So gibt es wunderbar arrangierte und treibende, aber auch melodiös dahinfließende bigbandartige Bläsersätze. Das Ganze wird getragen und begleitet von Josh Smiths markanter Stimme einerseits und seinen exzellenten Gitarrenkünsten andererseits. Aber das i-Tüpfelchen liefert Monét Owens mit ihrer klaren Sopranstimme als Background Sängerin.

Auf dem fröhlich-souligen „Your Love“ liefert sie dann auch noch die Leadvocals. Für mich persönlich das beste Stück des Albums, eine beschwingte Nummer bei der man sofort mittanzen möchte oder zumindest aber die Beine nicht stillhalten kann. Allein schon aufgrund ihrer hellen Sopranstimme unterscheidet sich dieser Song deutlich von den übrigen Titeln der CD und bietet zur „Plattenhalbzeit“ eine willkommene stimmliche Abwechslung.

Im Opener „Half Blues“ ergänzen die wunderbaren Gitarrenriffs vor allem in der zweiten Hälfte des Stücks die dezenten Bläsersätze, während das zweite Stück des Albums „Through The Night“ wiederum durch den bezaubernden Hintergrundgesang von Monét Owens besticht, der wunderbar zu dem gefällig-melodiösem Grundcharakter des Tracks passt.

In Kontrast dazu steht das anschließende „Watching You Go“ mit seinen harten Riffs, die sich mit wilden Gitarreneinlagen abwechseln, um schließlich in harmonische Gesänge von Smith und Owens überzugehen. Auch „That For You Too“ wartet mit einer grandios arrangierten Bläsersektion auf. „Look No Further“ ist etwas nachdenklicher als die bisherigen Stücke, was durch den leicht wabernden refrainartigen Gitarren-Klangteppich im Hintergrund noch verstärkt wird.

Mit „Let Me Take Care Of You“ geht’s dann rockig weiter, ein richtig geradliniger Stampfer. Der einzige Slowblues des Albums ist das traditionell gestrickte „What We Need“ und in „You Never Knew“ erinnern teilweise nicht nur die Bläser dezent an den Sound von Blood, Sweat and Tears.

Auch die Stimme von Josh Smith lässt hier, wie auch im folgenden Track „She Survives“ an David Clayton Thomas denken, ein schönes, ruhig dahinplätscherndes leicht psychedelisch angehauchtes Stück mit dezenten, etwast verstörend wirkenden Gitarrenriffs. Schließlich stampft der Titelsong „Burn To Grow“ dann dem Ende der CD entgegen und reißt den Hörer durch seinen vergleichsweise brachialen Bass und die harten Gitarrenriffs endgültig aus seinen Träumereien.

Auf der vorliegenden Scheibe stellt Josh Smith also wieder einmal seine musikalischen Qualitäten eindrucksvoll unter Beweis. Exzellente Gitarrenkünste gehen hier Hand in Hand mit ausgeklügelt arrangierten Bläsersätzen und der umwerfenden Stimme von Monét Owens. Und genau hier setzt auch der einzige Kritikpunkt an: das Album ist so perfekt angelegt und abgemischt, dass es eigentlich schon fast zu glatt und flüssig klingt. Aber das ist, wie alles im Leben eine Frage der persönlichen Präferenzen.

Line up:
Josh Smith – guitar, vocals
Travis Carlton – bass on tracks 1, 5, 6, 7, 8, 9, 11
Lemar Carter – drums on tracks 1, 5, 6, 7, 8, 9, 11
Pete Thomas – drums on tracks 2, 3, 4, 10
Davey Faragher – bass on tracks 2, 3, 4, 10
Carey Frank – organ
Monét Owens – lead vocals on track 5, all background vocals
Jamelle Adisa – Tramper, Flugelhorn
Chris Johnson – trombone
J. P. Floyd – trombone
Matthew DeMerritt – tenor saxophone
Dan Boisey – tenor/ baritone saxophone

m2 music . musikverlag dirk osterhaus
Stil: Blues/Soul/Jazz

Tracks:
01. Half Blues
02. Through The Night
03. Watching You Go
04. That For You Too
05. Your Love (Is Making Me Whole)
06. Look No Further
07. Let Me Take Care Of You
08. What We Need
09. You Never Knew
10. She Survives
11. Burn To Grow

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Josh Smith – 25.11.2017, Schwarzer Adler, Rheinberg – Konzertbericht

Smith-Haupt

Mein lieber Smithie, ähm Scholli, was war das für ein Abend im Schwarzen Adler! Der in Los Angeles ansässige Josh Smith hatte zum ersten Mal seine Visitenkarte in Rheinbergs Blues-Kultstätte abgegeben und überwiegend staunende Gesichter zurückgelassen. Was für ein Feuerwerk an Saitenartistik , man hatte teilweise das Gefühl, hier wurde die spielerische Quadratur des E-Gitarrenspiel-Kreises durchbrochen.

Smith wurde von den nicht minder grandios agierenden Nicholas ‚Nick‘ Ornelas  am Bass (bearbeitete sein elektrischen Tieftöner in seinen drei Soli-Parts teilweise wie einen Contrabass) und dem variablen, sich immer wieder in einen Rausch trommelnden Felix Pollard (einmal sogar mit cooler Armbanduhr-Einlage) begleitet, also quasi im klassischen Blues Rock-Trio-Gebilde.

Zum Lockern der Finger stieg die Band mit  „Fullfillment“, einem fast Fusion-artigen Instrumental aus seinem „Inception“-Werk (ein reines Instrumental Album) ein, von dem mit „Penance“ (mit Gary Moore-/Peter Green-Reminiszenzen)  und dem überragenden Genre-übergreifenden „Triple J Hoedown“ (Country/Fusion/ Blues- und Southern Rock), so richtig schön freaky performt, folgen sollten. Ein neben mir verweilender, gestandener Rheinberger Rock-Gitarrist rieb sich teilweise die Augen angesichts dessen, was er da geboten bekam. Sein Kommentar zu Smiths grandiosem Treiben: „Der beherrscht wirklich alles!“

Dass Josh auch ein starker Sänger ist, bewies er im, wie im Adler üblich, aus zwei Teilen bestehenden, jeweils über eine Stunde währenden Gig, bei Tracks wie „How Long“ (Opener seines immer noch aktuellen Lonplayers „Over Your Head“ von 2015 mit zwei langen E-Gitarrenpassagen), dem funkigen „Pusher“ (E-Solo teilweise Southern), „The Way You Do“ (mit beeindruckendem ‚Leisespiel‘-Bridge), „Lettting You Go“ (texanisch angehaucht),  dem psychedelischen „When I Get Mine“, sowie dem rockigen „Smoke & Mirrors“ (alle im 1. Set).

Auch im zweiten Part ging es mit Stücken wie „Charlie’s Ray“ (Instrumental zu Ehren von Ray Charles aus dem neuen Jazz-‚Seiten‘ Album „Still“ , „First Hand Look“ (progressive Note, E-Solo z. T. southern), „That Ain’t Me“ (erinnerte mich an Storyville-Sachen), der grandiosen Ballade „In The Middle“ (Solo zum Teil in Greg Koch-Manier) und dem launigen Abschluss „Where’s My Baby“ (Mitsing-Einbindung des Publikums) weiterhin sehr abwechslungsreich zur Sache.

Bei der fälligen Zugabe huldigte das Trio Jimi Hendrix‘ posthum veröffentlichtes „Angel“, wieder mit einem weiten Spektrum filigraner Saitenkunst. Smith benutze übrigens handgefertigte Gitarren aus der Leverkusener Schmiede Real Guitars.

Ein unglaublich starker Gig im Adler, bei dem das Team um Luise Theile, Norbert Henn und Ernst Barten knappe 100 Zuschauer zugegen hatte (für ein Debüt trotzdem ganz ordentlich). Beim nächsten Auftritt des Wahl-Kaliforniers an der Baerler Straße müsste die Hütte eigentlich voll werden.  Nicht auszudenken, was aus diesem Gitarren-Wizard Josh Smith werden würde, wenn er solch eine perfekte Vermarktungsmaschinerie wie Joe Bonamassa im Rücken hätte…

Line-up:
Josh Smith (lead vocals, electric guitar)
Nicholas ‚Nick‘ Ornelas (bass)
Felix Pollard (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

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