Dennis Jones – About Time – CD-Review

Review: Jörg Schneider

Seit 2003 hat Dennis Jones, der schon für Johnny Winter, Buddy Guy, George Thorogood und Tinsley Ellis als Opener aufgetreten ist, insgesamt sieben erfolgreiche CDs und eine DVD auf seinem eigenen Label Blue Rock Records veröffentlicht. Und nun hat er sein neuestes Werk „About Time“ am Start, seit dem 28. Juni steht es in den Regalen.

Musikalisch ist Dennis Jones fest im Blues Rock der 70ger Jahre verankert, was man den zehn Songs dieses Longplayers auch deutlich anhört. All seine Mitstreiter auf „About Time“ sind namhafte Größen aus der Blues- und Rock Szene. So sind z. B. Paulie Cerra am Saxophon (Joe Bonsmassa, Keb‘ Mo‘) und Robert McDonald am Bass (u. a. Johnny Guitar Watson) mit dabei.

Dennis Jones liefert wilde Gitarrensoli sowie sägende und jaulende Gitarrenriffs, teilweise gepaart mit starken Saxophoneinlagen von Paulie Cerra und dezenten Background Vocals von der Sängerin Nio Wilson und dem Bassisten Robert McDonald. Jones‘ kräftiger aber auch gefühlvoller Gesang ist dabei immer präsent und besticht durch seine manchmal aufblitzende stimmliche Nähe zu Jimi Hendrix. Bis auf „Mother Earth“ (im Original von Memphis Slim) hat Jones alle Songs des Albums selbst geschrieben.

Dies ist auch neben dem leicht balladesken „More Time“ das einzige, etwas ruhigere Stück auf der Scheibe. Die übrigen Songs gehen ziemlich straight vorwärts und bewegen sich nur selten im gemäßigten Midtempo Bereich. „Too High To Fly“ ist ein schönes Beispiel dafür. Ein Chicagoblues mit Hintergrundchor und Keyboardunterstützung. Etwas heraus ragt ebenfalls auch „Just Like You“. Die Nummer kommt als flotter Shuffle mit Boogie-Attitude daher.

Für Freunde der härteren Gangart mit Hang zu Hendrix und Co. ist Dennis Jones‘ neue Scheibe „About Time“ sicherlich ein Must-Have. Alle anderen Musikfreunde sind möglicherweise von den derart vielen und geballt auftretenden wilden Gitarrenriffs bereits nach einmaligem Hören genervt. Leute mit einer Affinität zu wildem Hard Rock werden allerdings die CD als Glücksfall sehen und sie begeistert in ihre Sammlung einreihen.

Blue Rock Records (2024)
Stil: Blues Rock

Tracks:
01. Condition Blue
02. Don‘t Stop
03. You‘re Killing Me
04. Mother Earth
05. Too High To Fly
06. Just Like You
07. Always The Same
08. Hell
09. More Time
10. Six Feet Off The Ground

Dennis Jones
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Tito & Tarantula, 22.06.2024, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertnachlese

Tito und Tarantula sorgen für ein rappelvolles Musiktheater Piano. Bei gedämpftem Licht und wabberndem Nebel betritt die Band zu Musik, die auch zu jedem Italo-Western gepasst hätte, die Bühne und schnell entsteht ein Flair, der einen gefühlsmäßig in die Titty Twister Bar versetzt, in der Tito Larriva ihren Auftritt in „From Dusk ‚Til Dawn“ hatten.

Ein bestens gelaunter Tito erzählt humorvoll zwischen den Songs manche Geschichten zu deren Entstehung und hat von Beginn an einen besonderen Draht zu den Fans, sodass in den zwei Stunden eine ganz spezielle Stimmung herrscht, wo man fast das Gefühl bekommt, man würde in sich im mexikanischen Grenzgebiet in der entsprechenden Bar wiederfinden.

Neben Tito, der sich natürlich im Mittelpunkt der Show befindet, und mit seinem unverwechselbaren Gesangsstil ein zuweilen morbides Flair in das Piano haucht oder schreit, sorgt auch dessen Tochter Lolita, lasziv ihren Bass spielend, für besondere Momente. Die Tänzerin mit der Schlange aus dem Film war ja nicht dabei und wurde so gewissermaßen durch sie ersetzt. Aber auch Marcus Praed mit einigen Gitarrensoli und Rafael Gayol samt seinem dynamischen Drumstil, hatten einen großen Anteil an einem gelungenen Konzertabend.

Im Hintergrund tanzen die beiden Backgroundsängerinnen Egaux Sells und Carie Fussell oft, wie man es in einer entsprechenden Bar erwartet, aber sie haben auch instrumentelle Anteile an der Gitarre und den Keyboards.
Mit einem „Are You Ready“ leitet Tito den Höhepunkt des Abends ein und die Band spielt eine starke Version des größten Erfolgs „After Dark“.

Damit aber nicht genug. Nach einigen Minuten bittet er Fans auf die Bühne, unter anderem hilft er selbst, einen Rollstuhlfahrer auf diese zu heben, sodass nicht nur der Saal, sondern auch die Bühne proppevoll ist und die Fans dort tanzten. Aber auch das Mikro wurde zum Mitsingen herumgereicht. Passend zum Hintergrund des Songs lässt ein Fan dabei seine Vampirzähne blitzen.

Aber keine Sorge, der Song nahm kein Ende wie in dem Film, wo Tito.& Tarantula ihren großen Auftritt hatten. Alle Fans können sich nach dem Song gesund wider unters Publikum mischen. Mit zwei weiteren Zugaben, darunter das bluesige „Angry Cockroaches“ beenden Tito & Tarantula nicht nur ein starkes Konzert in Dortmund sondern auch die Europatour. Aus den Abschiedsworten Titos lässt sich schließen, dass man diesmal nicht wieder fünf Jahre auf einen Auftritt im Piano warten muss.

Line-up:
Tito Larriva (lead vocals, electric guitar)
Marcus Praed (Guitar, backing vocals)
Lolita Carroll Larriva (bass, vocals)
Rafael Gayol (drums)
Egaux Sells (backing vocals, guitar)
Carrie Fussell (backing vocals, keyboards, guitar)

Bericht und Bilder: Gernot Mangold

Tito & Tarantula
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Musiktheater Piano
3Dog Entertainment

L.A. Edwards – Pie Town – CD-Review

Review: Stephan Skolarski

Innerhalb von 13 Monaten ein weiteres Full-Length-Album vorzulegen, ist für eine “Newcomer”-Band zweifelsohne eine stramme Leistung. L.A. Edwards, die sich inzwischen in Seattle niedergelassen haben, vollbringen dieses Kunststück mit “Pie Town”. Nach dem hochgelobten “Out Of The Heart Of Darkness”, mit dem Netflix-Yellowstone (Season 5) Soundtrack “Let It Out”, sind die neuen 12 Studiosongs abwechslungsreiche Beispiele einer selbstbewussten, stilistischen Orientierung.

Die Scheibe beginnt mit dem Super-Anspieltipp “Don’t Know Better”, einer Guitar/Synthesizer Heartland-Hymne, die alte, 80er Jahre Sounds von Bob Seger und Bruce Springsteen reaktiviert. Ein Song, der mit diesem voluminösen Sound für größere Hallen geschrieben ist.

Gleichzeitig überwiegen jedoch harmonisch-melodische Nummern (z.B. “Just Forget It” und “Can You See Me”) mit melancholischen Arrangements (beispielhaft auch “Good Luck”), die ihre Ausstrahlung nicht zuletzt der charismatischen Stimme von Luke Andrew (L.A.) Edwards verdanken. Frontman Luke, gleichzeitig Sänger, Songschreiber und Produzent konzipierte zusammen mit “Soundmagier” Tom Lord-Alge (u.v.a. z. B. Stevie Winwood, Crash Test Dummies) einen “ausgedehnten, harmonischen Folk-Rock”, wie Edwards die musikalische Richtung beschreibt.

“I Won’t” und “For You” sind hierfür exemplarische Kompositionen, die sich in Anlehnung an Einflüsse von The War on Drugs oder The National gerne orientieren. Luke Edwards bestimmt die Richtung der Band: “Pie Town” ist der nächste Schritt auf dem ‘Heartland Trail’ für uns…!” Auf diesem Weg darf auch ein fast verborgener und erstmal unscheinbarer Top-Song der Scheibe, wie “El Camino” mit feiner Guitar Kreativität nicht fehlen, und natürlich ein Abschlusstrack, wie “Comin’ Around”, der zum Abschied nochmals zum vorbeikommen einlädt.

Aus den unterschiedlichen Wurzeln ihrer musikalischen Vorbilder haben L.A. Edwards mit “Pie Town” ein klangstarkes Americana-Album geschaffen, eine Country, Folk, Roots und Heartland Rock Mixtur, ausgestattet mit Eagles Harmonien, die eine optimistische Stimmungslage und positive Atmosphäre verbreitet. L.A. Edwards kommen im Juli mit ihren neuen Tracks für vier Termine erstmals als Headliner zu uns auf Tournee. Auf jeden Fall eine dringende Empfehlung für alle, um die Band noch in kleineren Locations zu erleben.

Bicgin Music Group/MARS Label Group (2024)
Stil: Americana, Heartland Rock

Tracks:
01. Don’t Know Better
02. Little Sunshine
03. El Camino
04. Just Forget It
05. Can You See Me?
06. I Won’t
07. For You
08. Waterfall
09. Angel Wait
10. Gone 4U
11. Good Luck
12. Comin‘ Around

L.A Edwards
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Networking Media

T. G. Copperfield – Steppenwolf – CD-Review

Review: Michael Segets

Nach Jack McBannons kürzlich erschienenen Album „Tennessee“ kommt nun ein weiterer Longplayer in die Regale, der belegt, dass die Amerikaner kein alleiniges Abo in Sachen Americana und Roots Rock beanspruchen können. Mit „Steppenwolf“ wildert der Regensburger Tilo Georg Copperfield ebenfalls in diesen Regionen. Copperfield beeindruckt mit seinem Output: „Steppenwolf“ ist seine elfte Veröffentlichung seit 2017. Zuletzt brachte er in Kooperation mit dem Gitarristen Ben Forrester (Allen-Forrester Band, Stone Water) „Out In The Desert“ (2023) heraus.

Copperfield setzt auf Unmittelbarkeit statt auf technische Mittel und lange Überarbeitungsprozesse, um das ursprüngliche Gefühl der Songs zu erhalten. Die acht Tracks der neuen Scheibe wurden Ende Januar an zwei Tagen live in der Mühle der Freundschaft, Bad Iburg, unter der Federführung von Marcus Praed (Tito & Tarantula) eingespielt. Laut Liner Notes plante Copperfield zunächst ein auf Gitarre und Gesang reduziertes Songwriter-Werk, holte dann aber doch seine bewährten Mitstreiter Michael Hofmann (Drums, Percussion, bgv), Claus Bächer (Keys) und Alexander Schott (Bass) mit ins Boot.

Der Titel des Albums geht auf den gleichnamigen Roman von Hermann Hesse zurück. Auch andere Songs spielen auf literarische Werke an. Bekannt sein dürften „The Lord Of The Flies“ von William Golding und „The Call Of The Wild“ von Jack London. Dazu gibt es dann noch biblische Bezüge („Jonah & The Whale“). In den Texten werden zumeist innere Spannungen aufgegriffen, die sich aus der Opposition zwischen dem Drang nach einem ungebunden Leben und dem Wunsch nach Geborgenheit in der Gemeinschaft ergeben. Von dieser Thematik hebt sich „Burn In Hell“ ab, bei dem Copperfield – inhaltlich in der Tradition von Dylans „Masters Of War“ – mit Kriegstreibern abrechnet. Der Antikriegssong ist der rockigste Track auf der CD.

Der Opener „From The Cradle To The Grave“ und „The Lord Of The Flies” folgen den musikalischen Spuren von Tom Petty und dessen Schaffensphase in den 2000ern rund um „Highway Companion“. Hervorzuheben ist darüber hinaus „Jonah & The Whale“. Der locker gespielte, von den Keys getragene Song geht ins Ohr. Später tritt Bächer nochmal deutlich in Erscheinung, wenn er „The Night Is Coming Down“ mit den Klängen seines Tasteninstruments unterfüttert. Unter die Songs, die sich irgendwo im Americana bewegen, schmuggelt sich mit „Highway Café“ eine Country-Nummer der klassischen Machart dazwischen.

„Steppenwolf“ klingt nicht so erdig, wie man nach der Entstehungsgeschichte vermuten könnte. T. G. Copperfield verfolgt eine moderne Spielart des Americana, knüpft dabei gelungen an Traditionen an und lässt gelegentlich seine Affinität zum Roots Rock sowie zum Country aufblitzen.

Die CD erscheint in einem hochwertigen Digi-Pack mit stimmig gestalteten Beiheft, in dem die Songtexte sowie Liner Notes abgedruckt sind. Das Album ist sicherlich auch bei seiner diesjährigen Tour durch den Süden Deutschlands erhältlich. Er gibt Shows als Akustik Trio und mit The Electric Band. Am zwölften November ist er solo als Support von Robert Jon & The Wreck in Obertraubing zu erleben.

Timezone Records – Timezone (2024)
Stil: Americana

Tracks:
01. From The Cradle To The Grave
02. Burn In Hell
03. The Lord Of The Flies
04. My Dirty Mind
05. Jonah & The Whale
06. Highway Café
07. The Night Is Coming Down
08. The Call Of The Wild

T. G. Copperfield
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Timezone Records

Bobby Alu – Keep It Tropical – CD-Review

Meine langjährige verkäuferische Erfahrung im echten Berufsleben offenbarte schon vielfach eine etwas komplizierte Zusammenarbeit mit Kunden aus Österreich, besonders wenn beim Ansprechpartner ein gewisser Titel namens ‚Mag.‘ vorangestellt ist.

Manchmal sind uns die Ösis im Denken auch weit voraus: Die Rente oder das öffentliches Verkehrsnetz dienen u. a.  als Beispiele, auch wenn solche Themen für kleinere Länder natürlich einfacher zu bewältigen sind. Bei der aktuellen EM gönne ich Ihnen als Rot-Weiss Essen-Anhänger und leidenschaftlicher DFB-Hasser sogar am Ende ein deutlich besseres Abschneiden.

Im vorliegenden Fall handelt es sich allerdings nur um eine Zusammenarbeit im Rahmen dieses Magazins, also einer Sache, der jetzt nicht eine große Bedeutung hinterliegt. Die hier federführende Promotion-Agentur aus Wien bemüht sich seit geraumer Zeit hartnäckig um eine Zusammenarbeit, auch wenn sich bis dato einfach keine Parameter ergeben haben, einen gemeinsamen Nenner zu finden. Der angebotene Stoff passte einfach nie mit der Musik, die wir auf unsere Fahnen geschrieben haben, überein. Und das hatte ich Ihnen auch schon mehrfach so kommuniziert.

Aber als guter Verkäufer weiß ich natürlich, dass eine gewisse Hartnäckigkeit, auch immer ein potentieller Weg zum Erfolg ist. Und so hatte ich die Tage, mit den ersten wirklich hohen Temperaturen am Stück, eine CD eines Bobby Alu mit dem Titel „Keep It Tropical“ von besagter Agentur im Briefkasten, die, wenn man es streng nehmen würde, auch nie den Weg in dieses Medium hätte führen dürfen.

Aber da ich gerade ein Zeitfenster zur Verfügung hatte, das Cover-Artwork schon Langnese-Eissorten wie ‚Split‘ oder ‚Capri‘ suggerierte und auch die Musik sowas von sommerlich relaxt klingt und derartig gute Laune verbreitet, mache ich nun mal eine Ausnahme. Liebes Rola Music-Team, ich kapituliere, ihr habt gewonnen!

Der Protagonist Bobby Alu stammt aus Byron Bay, New South Wales (aha, doch noch ein Bezugspunkt…!) in Australien und hat schon als Perkussionist und Support, Acts wie Xavier Rudd, das John Butler Trio und Trevor Hall, bei deren Touren in Nordamerika und Europa unterstützt.

Von 2010 an kreiert und verbreitet er seine eigene Musik. Das neue Werk ist seit Mai erhältlich und ist wirklich ein gelungenes Mittel, um einfach den Stress des Lebens beiseite zu legen und die Seele baumeln zu lassen.

Wenn es smoothen Pop gibt, wie beim Lap-Steel-untermalten Opener „Would It Feel Nice“ kommen einem The Bros. Landreth in den Sinn, die Reggae-/Calypso-behafteten Stücke („Pay Now Or Pay Later“, „Keep It Tropical“, „Sunsets (With You)“ und „Ready For Your Love“) rufen unweigerlich (auch als Nicht-Reggae-Experte) Bob Marley-Assoziationen auf den (Sonnen-) Schirm, „Usually An Avalanche“ ähnelt dem Peter Frampton-Klassiker „Baby I Love Your Way“ (aber eher in der Will To Power-Coverversion), „Take Time To Take Time Out“ (für Burn-Out-gefährdete) hat was beruhigendes von JJ Cales „Magnolia“ und der Ohrwurm „Floating“ mit seinem herrlich nachhaltig ins Hirn strömenden Refrain und einem grandios bluesigen E-Gitarren-Solo, ist einfach zum Dahinfließen: müsste eigentlich unter normalen Umständen ein großer Sommer-Nr.1-Hit werden!

Am Ende musizieren Bobby samt seiner beiden Hauptmitstreiter PaulieB und Declan Kelly bei „Far Away“ relaxt mit Ukulele und Akustikgitarren im Unplugged-Veranda-Stil.

Mit „Keep It Tropical“ liefert der Australier Bobby Alu ein tolles Werk, das vor allem bei höheren Temperaturen seine besondere Wirkung entfaltet. Den CD-Player, den Joint, den eisgekühlten Cocktail kann man sich in unseren Sphären problemlos besorgen, den weißen Strand, die Palmen und das türkisfarbene Meereswasser wird man sich beim Hören der Scheibe unweigerlich dazu denken!

Eigenproduktion (2024)
Stil: (Tropical) Pop

Tracks:
01. Would It Feel Nice
02. Pay Now Or Pay Later
03. Keep It Tropical
04. Usually An Avalanche
05. Floating
06. Sunsets (With You)
07. Ready For Your Love
08. Do It
09. Take Time To Take Time Out
10. Far Away

Bobby Alu
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Rola Music

Robert Jon & The Wreck – Red Moon Rising – CD-Review

Über die Erfolgsgeschichte von Robert Jon & The Wreck hatte ich ja bereits anlässlich ihres letzten Auftritts in der Krefelder Kulturrampe ein wenig philosophiert, jetzt liefert das Quintett knapp zehn Monate später schon wieder mit „Red Moon Rising“ den nächsten Studio-Longplayer ab, diesmal sogar mit der für sie recht ungewöhnlich hohen Anzahl von zwölf Tracks.

Und selbstredend, wie kann es anders sein, begleitet von intensivem Touren in Europa, den Staaten und dann wieder in Europa. Ich stelle mir gerade vor, der öffentliche Apparat (bis auf ganz wenige Ausnahmen) in unserem Staate wäre einem so intensiven Arbeitsvolumen ausgesetzt, das ganze Land befände sich vermutlich aufgrund einer Massen-Burnout-Welle in kürzester Zeit verwaltungstechnisch auf dem Niveau von Haiti…

„In Qualität steckt das Wort ‚Qual‘!“ sagte einst Felix Magath, als er seine Schützlinge mit dem Medizinball um die Tartanbahn schickte. Die Promoter/Managements der Band hier in Europa und in den Staaten scheinen trotzdem immer wieder die richtige Balance in Sachen Belastung zu finden, um ihrer weiterhin ungehemmt erscheinenden positiven Kreativität nicht im Wege zustehen.

Beim neuen Album gefallen mir auf den ersten Blick schon das schöne atmosphärische Cover-Artwork, als auch das gelungene Wortspiel, sich vermutlich auf den alten CCR-Klassiker („Bad Moon Rising“) beziehend, auch wenn es laut Band um all den Glauben, die Mythen und Traditionen rund um den Blutmond geht, der Wiedergeburt und Veränderung symbolisiert.

Alles wirkt wieder sehr melodisch, auch bei den flotteren und härteren Sachen („Stone Cold Killer“, „Hold On„). Viele Keys-Varianten von Jake Abernathie, Harmoniegesänge, das auf den Punkt gebrachte E-Solo von Henry James (oft in der Slide-Variante), ab und zu mal Twins mit Leader Robert Jon, der über das gesangliche Zepter seine gewohnte Aura verbreitet, gehören diesmal zum Grundmuster. Dazu kommt der Rhythmus von Andrew Espantman und Warren Murrel auf gewohnt hohem Standard-Niveau.

Die durchgehend guten und abwechslungsreichen Tracks (keine Füller) kommen mir als Verfechter des 4-Minuten-Liedgutes besonders entgegen. Zu meinen Favoriten zählen u. a. das episch anmutende „Ballad Of A Broken Hearted Man„, der groovige Titelsong, der obligatorische Ohrwurm „Down No More“ (dezente Band Of Heathens-Note), die Allman-Brothers-umwehten „Worried Mind“ und „Give Love“ als auch der ‚Ted Nugent meets The Outlaws‚-Track „Rager“.

Produziert hat Kevin Shirley, veröffentlicht wird die Scheibe über Joe Bonamassas Journeyman Records. Man darf sich schon bald auf die Live-Präsentation der neuen Stücke freuen. Der nächste Schritt zu noch mehr Popularität ist gekonnt vollzogen!

Journeyman Records (2024)
Stil: Southern Rock

Tracks:
01. Stone Cold Killer
02. Trouble
03. Ballad Of A Broken Hearted Man
04. Red Moon Rising
05. Dragging Me Down
06. Hold On
07. Down No More
08. Help Yourself
09. Worried Mind
10. Give Love
11. Rager (CD Bonus Track)
12. Hate To See You Go (CD Bonus Track)

Robert Jon & The Wreck
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Another Dimension

Sauce Boss – The Sauce – CD-Review

Review: Jörg Schneider

Manche Musiker kommen schon auf eigenartige Ideen. So auch der aus Florida stammende Bluesgitarrist Bill Wharton. Der fing nämlich in den 80er Jahren an, verschiedene Rezepte mit Paprika auszuprobieren. Die Gerichte fanden in seiner Nachbarschaft großen Anklang und Bill Wharton begann während seiner Konzerte seine Zuhörer mit „Gumbo“, einem Südstaaten-Eintopf mit unterschiedlichsten Zutaten, zu bekochen. Dem Publikum gefiel das und es wurde zu seinem Markenzeichen. Seitdem hat er seinen Spitznamen „Sauce Boss“ weg und besitzt ein Monopol für Blues ‚n‘ Gumbo.

Genauso, wie ein anständiges Gumbo-Gericht feurig-scharf ist und aus verschiedensten Zutaten besteht, genauso ist dieses Album, welches der Chef-Saucier größtenteils im Alleingang und mit viel, viel Slidegitarre bestreitet. Nur auf einer handvoll Songs sind zusammen mit ihm seine Mitstreiter Damon Fowler und Neal Goree an den Gitarren und Brett Crook am Schlagzeug zu hören.

Die Scheibe bietet mit ihren 12 Songs ein abwechslungsreiches Menü flotter und rhythmischer Stücke z. B. „Little Rhythm And Blues“, dem Beatles-Cover „The Word“ oder auch „I Will Play For Gumbo“, wo seine Stimme durchaus leichte Erinnerungen an Taj Mahal hervorruft. Und bei vielen Songs vermag man gar nicht zu glauben, dass Bill Wharton alle Instrumente gleichzeitig als „Ein-Mann-Band“ spielt.

Aber auch ein paar schöne, zum Träumen anregende Balladen, hat der Boss beigesteuert („Don‘t Know How To Tell You“, „Lonely Crowd“ im Dylan Stil und „Left Hand Smile“ mit Americana-Attitude). Sehr hörenswert auch „Down By The Sea“. Der Song ist eine Solonummer mit Hawaii typischen Klängen, gespielt auf einer National Steel-Guitar aus dem Jahr 1933 und verbreitet ein sorgloses Urlaubsfeeling. Genauso leichtfüßig und beschwingt kommt „Stop Breaking Down“ daher.

Nicht auf Hawaii, sondern im tiefen Süden der USA lässt sich der atmosphärisch dichte „Delta 9 Blues“ mit vielen, vielen fließenden Slideklängen verorten. Das kurze Instrumental „Space Ocean“ hingegen setzt einen Kontrapunkt zu den übrigen Stücken. Es bietet einen leicht psychedelisch-sphärischen Sound untermalt von Meeresrauschen. Und mit der stark „geslideten“ Interpretation von „Gloria“, im Original von Van Morrison, steht ein weiterer gelungener Coversong auf der Trackliste.

Es ist schwierig die Scheibe in eine reine Blues-Schublade zu stecken, da Sauce Boss die Grenzen zwischen den Genres verwischt: er steckt alle Zutaten in einen Topf, rührt gut um und heraus kommt seine spezielle Gumbo-Sauce. Das ist nicht negativ gemeint, sondern durchaus positiv zu verstehen, liefert es doch neue musikalische Dimensionen und Hörerlebnisse. Die Scheibe macht einfach nur Spaß und liefert Musik für alle Lebenslagen. Ach ja, das Album ist bereits seit dem 7.Juni im Handel.

Swampside Records (2024)
Stil: Blues

Tracks:
01. Little Rhythm And Blues
02. The Word
03. Delta 9 Blues
04. Space Ocean
05. Down By The Sea
06. Stop Breakin‘ Down
07. Don‘t Know How To Tell You
08. I Will Play For Gumbo
09. Lonely Crowd
10. Gloria
11. Little Rhythm And Blues Reprise
12. Left Handed Smile

Sauce Boss
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the lethargics – Southern Living – Digital-EP-Review

Sicherlich eines der ungewöhnlichsten Reviews, die ich bisher vor der Brust hatte. Darral Mendenhall, der Mastermind von the lethargics schrieb mich per Mail an und erfragte ein Review zur aktuellen, aus vier Stücken bestehenden  EP „Southern Living“. 

Nach erster Recherche erwies sich die Musik sofort als Magazin-kompatibel und ich willigte natürlich ein, zumal diese eher unbekannten Sachen ja meist die reizvollsten sind, sowohl für mich persönlich, als auch. als auch unsere Leserschaft.

Mein erster Gedanke war zunächst, warum man sich eines Bandnamens bedient, der von vorne herein mit negativen Assoziationen behaftet ist. Da ich weder Social-Media-Aktivitäten noch Aussagekräftiges auf der Homepage über die Mitglieder finden konnte (der Bandname the lethargics suggeriert zumindest eine Mehrzahl) bat ich Darrel um weitere Infos.

Der sprach in seinen Antworten eher in Rätseln („I am a broken and broke hillbilly from Knoxville TN with a perhaps unusual brain and clear knowledge that The Horseman has chalked my door…“), sodass ich mich hier vermutlich zum Teil im Rahmen von Spekulationen bewege. Mendenhall lebt also in Knoxville, Tennessee. Um 2021 gab es die ersten Veröffentlichungen. Es gibt keine feste Bandstruktur, Leute kommen und gehen mit Ideen, spielen was vor, am Ende setzt der Protagonist, die Musik, in welcher Form auch immer, in die Realität um.

Es gibt keine Schubladen, auch wenn Stilrichtungen wie Rock, Blues, Punk, Country, Folk und Americana wohl den Nährboden bildeten, allerdings befinden sich unter den benannten Einflussgebern Interpreten wie Bob Dylan, Bruce Springsteen, Mark Knopfler, Joe Ely, The Clash, The Replacements oder die Stones. 

Diese EP ist allerdings zum Titel passend klar im Bereich zwischen Southern Rock und Roots Rock mit typischen Gitarrenelementen zu verorten, die prägnante Note ist hier die eigenwillige kauzig-kratzige Stimme Mendenhalls, die dem Ganzen eine Art ‚Tom Waits goes Southern (Rock)‘-Attitüde verpasst.

Den besten Eindruck erhält man tatsächlich, wenn man sich die über Spotify erhältlichen Songs anspielt oder die Videoclips zu anderen Titeln von Vorgängerwerken auf der Homepage anhört/ansieht, die sich durchaus in einem ähnlichen Rahmen bewegen. Mir gefällt das mit Kuhglockendrums vorangetriebene mit einem Stones-E-Gitarren-Touch versehene „Strange Customs“ mit am besten.

Die einfache Produktion beruht sicherlich nicht auf Mitteln, die man aus dem Staate Tennessee kennt, ist aber sehr authentisch, introvertiert, aber keinesfalls lethargisch und mit Herz am rechten Platz umgesetzt, sodass man Mendenhall auf jeden Fall ein hervorragendes Songwritingtalent bestätigen kann. Er stammt aus dem Süden, hat eine große Portion Southern Rock im Blut und kann auf „Southern Living“ somit ein kompetentes musikalisches Urteil über das Leben dort für sich beanspruchen.

Für Southern Rock-Freunde, die stetig auf der Suche nach neuem Stoff sind, sicherlich durchaus ein Geheimtipp!

Eigenproduktion (2024)
Stil: Southern Rock

Tracks:
01. Wasteland Of The South
02. Willow Jane
03. Strange Customs
04. Goodbye Is Always Implied

the lethargics

Joe Bonamassa – Live At The Hollywood Bowl With Orchestra – BluRay-/CD-Review

Review: Jörg Schneider

Einmal im kultigen Hollywood Bowl aufzutreten, ist nach eigenem Bekennen schon immer der Traum von Joe Bonamassa gewesen. Letztes Jahr im August hat er ihn sich dann erfüllt und ist dort mitsamt Orchester zu Gast gewesen. Das gesamte Konzert wurde nicht nur aufgenommen, sondern auch als Video mitgeschnitten und erscheint nun mit etwas Verschiebung (ursprünglich war der 17. Mai als VÖ geplant) als CD/DVD bzw. CD/BluRay und Doppel-LP (Vinyl, 180-Gramm) sowie in anderen digitalen Formaten.

Mit dem Live-Album liefert Joe Bonamassa eine unvergleichliche Mischung aus Blues, Rock und Klassik ab. Die orchestrale Unterstützung aus 40 Musikern, darunter so namhafte Hollywoodmusiker wie z. B. David Campbell, Trevor Rabin und Jeff Bova, sorgt auf jeden Fall für einen satten, vollen Sound, bei dem alle Instrumente, nicht nur die des Orchesters, klar identifizierbar sind.

Fast alle der insgesamt elf Titel sind mindestens 7 Minuten lang, was genügend Raum für grandiose Orchesterarrangements lässt und die Songs für seine Fangemeinde neu erlebbar macht. So ist z. B. der „24 Hour Blues“ eine absolut elektrisierende Live-Version des Bobby „Blue“ Bland Klassikers, der auch auf Bonamassa’s aktuellem Studioalbum „Blues Deluxe Volume 2“ vertreten ist.

In der Vergangenheit gab es bislang nur, abgesehen von einzelnen Jazz-Rock-Gruppen wie die legendären „Blood, Sweat And Tears“, wohl nur zwei echte Rockbands, die Rock und Klassik kombiniert haben. Und das ist schon verdammt lang her. Da waren Deep Purple mit ihrem Live-Album „Concerto For Group And Orchestra with The Royal Philharmonic Orchestra“ (1969) und die Progressive-Rock-Band The Nice, insbesondere auf ihrem 1968‘er Studioalbum „Ars Longa, Vita Brevis“. Viele solcher Ansätze hat es bis dato also nicht gegeben. Insofern kann „Live At The Hollywood Bowl with Orchestra“ mit Recht als weiterer Meilenstein in der Karriere von, und dieses Wortspiel sei hier erlaubt, Tausendsassa Bonamassa betrachtet werden.

Obwohl das Album musikalisch eine absolute Perle ist, werden eingefahrene Hardcore-Bluespuristen aller Voraussicht nach eher nicht zum Kauf schreiten.

Für Bonamassa-Fans sowie alle, die bereit sind etwas über den Tellerrand des Blues (Rocks) hinauszuschauen, wird es allerdings mit Sicherheit eine kleine Offenbarung sein.

Eine Genuss ist auch der einer auf BluRay-Disc veröffentlichte Konzertmitschnitt. Diesen gibt es zusammen mit einem wertigen, 20-seitigen Booklet und einer CD in einem nett gestalteten Schuber. Die BluRay-Disc startet obendrein mit einem sehr schönen Klassikintro und ist optisch sowie klanglich ein Leckerbissen, der die tolle Live-Atmosphäre in der Hollywood-Bowl und natürlich auch Bonamassas Gesang und seine Gitarre kraftvoll rüberbringt. Daher: volle Punktzahl für eine Kaufempfehlung!

Provogue Records/Mascot Label Group (2024)
Stil: Blues

Tracks:
01. One Door Overture
02. Curtain Call
03. Self Inflicted Wounds
04. No Good Place
05. Ball Peen Hammer
06. The Last Matador
07. Prisoner
08. Heartaches
09. John Henry
10. 24 Hour Blues
11. Sloe Gin

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Black Country Communion – V – CD-Review

Review: Stephan Skolarski

Die ruhelose Umtriebigkeit des US-Blues-Rock Gitarristen und Songschreibers Joe Bonamassa hat nach langen Jahren das Bandprojekt Black Country Communion (BCC) wieder ins Studio geholt. Die Reunion bringt mit dem Album “V” die spannende Vitalität der Supergruppe zurück auf den Plattenteller. Zur Erinnerung: BCC wurde 2010 von Joe Bonamassa (Guitar und Vocals), Glenn Hughes (Vocals und Bass), Jason Bonham (Drums) und Derek Sherinian (Keyboards) gegründet. Seitdem sind vier Studio- und ein Live-Album entstanden, sowie die Kompilation “The Story So Far”.

Der mit 72 Jahren unverändert stimmgewaltige Glenn Hughes ist nach einer Interimszeit bei The Dead Daisies (und zwei Longplayern) wieder in die erste Reihe des Rampenlichts zurückgekehrt. Auch Drummer Jason Bonham hat seinen “Ausflug” zur Band von Sammy Hagar ausklingen lassen und Derek Sherinian war mit seinen Projekten (u. a. Sons of Apollo) ausgelastet. Bonamassa konnte derweil mit seinen Solo- und Side-Aktivitäten vier Top 10 Alben in Europa einfahren. Eine größere Zahl von Tournee- und Gastperformances (z. B. mit Beth Hart, Joanne Shaw Taylor, Orianthi), sowie diversen Beschäftigungen als Produzent, Songwriter etc., waren zu bewältigen. “V” musste daher etwas länger warten.

Gelohnt hat es sich jedoch allemal, denn die Lead-Single “Stay Free” erfüllt bereits durchweg die hohen Erwartungen: funkig, bombastisch, guitar-rockin‘ mit der unverwechselbaren Stimme von Glenn Hughes. Anregungen von Led Zeppelin– und Stevie Wonder-Songs finden ihre Reminiszenzen in neuen, kreativen Synergien. Gleichwohl ist “Stay Free” ein authentischer Powerhouse-Track geworden. Diese 70er Jahre Hard-Rock-Energie wird in “Red Sun”, der zweiten Single-Auskopplung, kongenial übergeleitet. Purer Rock-Spirit aus den besagten Gründerjahren, den Glenn Hughes u. a. mit Deep Purple prägte und nun fast Soundgarden-like in moderner Rockperfektion charakterisiert.

Produziert wurde das Ganze übrigens wieder von Kevin Shirley, einem langjährigen Wegbegleiter der Band. In einem kurzen Beitrag bringt Shirley die Begeisterung auf den Punkt: “Sie haben sehr schnell einen einzigartigen Sound gefunden. Diesmal ist er zielgerichteter, die Riffs sind härter, und es gibt Hooks. Es ist das zusammenhängenste Album, voller Seele und Härte, und ich denke, es wird der Maßstab für Black Country Communion sein!” Herausgekommen sind dabei kantig – groovende Songs, z. B. “Enlighten” oder “You’re Not Alone” oder epische Rockballaden, z. B. “Love And Faith” und “Restless”, die ihren Earcatcher-Status im Vergleich zu berühmten 70er Jahre Vorbildern behaupten können. Heimlicher “Hauptdarsteller” der gesamten Tracklist ist dabei Sänger Glenn Hughes, der auch im letzten Stück “The Open Road” den brillanten Bonamassa-Guitar-Parts seine Great Voice of Rock entgegen hält.

Mit unbändiger Dynamik und kompromissloser Verkörperung einer modernen Fusion aus Classic-UK-Hard Rock und US-Blues Rock Elementen haben Black Country Communion beeindruckende Aufnahmen geschaffen. “V” ist ein weiteres bemerkenswertes und wegweisendes Album, das ihre einzigartige Handschrift trägt.

Mascot Label Group/J&R Adventures (2024)
Stil: Blues Rock

Tracks:
01. Enlighten
02. Stay Free
03. Red Sun
04. Restless
05. Letting Go
06. Skyway
07. You’re Not Alone
08. Love And Faith
09. Too Far Gone
10. The Open Road

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