Jimmie Allen – Tulip Drive – CD-Review

Jimmie Allen ist nicht nur ein in der Country- und Pop-Szene gut vernetzter Musiker, sondern auch auch ein sehr familiärer Mensch. Erkennen kann man das an den bisherigen Titeln seiner zuvor veröffentlichten Alben.  Sein Debüt „Mercury Lane“ hebt den Namen der Straße hervor, in der er aufgewachsen ist. Der Nachfolger „Bettie James“ zollt seinen Großeltern Tribut (Bettie hieß seine Großmutter, James hieß sein Großvater), die für ihn eine immens wichtige Rolle im Leben gespielt zu haben scheinen.

Denn auch das aktuelle Album „Tulip Drive“, hat mit diesen zu tun, dort lebten diese nämlich bis zu ihrem Tode. Und zu guter Letzt beinhaltet das neue Werk auch noch mit der aktuellen Single „Down Home“ eine emotionale Aufarbeitung seiner Beziehung zu seinem verstorbenen Vater vor und nach dessen Tod. Seine TV-Premiere feierte die in den Medien hochgelobte Single in der „The Late Late Show“ bei US-Talkmaster James Corden.

Satte 17 Stücke umfasst der neue Longplayer, alle von Allen mit diversen aus dem Pop- und Nashville-Umfeld bekannten Co-Writern  wie u. a. Ashley Gorley, Zach Crowell,  Jesse Frasure, Brandon Day, Matt Jenkins, Jon Nite, Ross Copperman, geschrieben, und einer ebenso so großen Armada von Leuten wie Jason Evigan, Gian Stone, Ash Bowers , Vinny Venditto, Vic “BillboardKiller” Martin, Jesse Frasure, Keith Hetrick, Ilya Toshinskiy und Eric Torres zum Teil mit ihm selbst produziert.

Die Countrynote wird nur noch durch fein gespielte E-Gitarren (mit diversen schönen Kurz-Soli) und ein paar Alibi-Steel-Eingaben hochgehalten, der Hauptfokus ist mittlerweile klar in Richtung Pop mutiert. Das kann man auch klar an den Gastpräsenzen bei den Duetten ablesen, die sich ausschließlich aus dieser Sparte mit Interpreten CeeLo Green & T Pain, Katie Ohh, Aadyn und last but not least Superstar und Latino-Diva Jennifer Lopez beim, von beiden inbrünstig gesungenen „​On My Way““ rekrutieren.

Alle Songs bestechen durch eine gewisse sommerliche Leichtigkeit und eine angenehm ins Ohr fließende Melodik, so dass eine durchgehende Radiotauglichkeit attestiert werden kann. Fans von Acts wie u. a. Thomas Rhett, Old Dominion oder Brett Young & Co. sind hier an der richtigen Adresse.

Aus dem Rahmen fällt dabei „Pesos“, das die typische südamerikanische Lebensfreude im Samba-Manier (mit Mariachi-Trompeten im Hintergrund) perfekt widerspiegelt. Alle anderen Tracks von Jimmie Allens neuer CD laden geradezu zum relaxten Cruisen in einem Cabriolet bei seichten Temperaturen ein, und dabei muss man sich keinesfalls nur auf den „Tulip Drive“ beschränken…

Stoney Creek Records / BBR Music Group / BMG (2022)
Stil: New Country (Pop)

Tracklist:
01. Be Alright
02. What I’m Talkin Bout
03. Kissin You
04. ​Down Home
05. Settle On Back
06. Pesos (feat. CeeLo Green & T Pain)
07. Love In The Living Room
08. ​On My Way (feat. Jennifer Lopez)
09.Broken Hearted (feat. Katie Ohh)
10. Habits & Hearts
11. Right Now
12. Wouldn’t Feel Like Summer
13. Undo
14. Get You a Girl
15. Keep Em Coming
16. Every Time I Say Amen
17. You Won’t Be Alone (feat. Aadyn)

Jimmie Allen
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Networking Media

Alannah McCready – Back To Me – EP-Review

Review: Stephan Skolarski

Die sportliche Karriere auf hohem nationalen Liga-Niveau hatte die US-Hockey-Spielerin Alannah McCready noch nicht lange beendet, als 2015 bereits ihr erstes Album “Love Hangover” veröffentlicht wurde. Die von ihrer Mutter ‚geerbte‘ Liebe zur Country-Music sowie Disziplin und Ehrgeiz, versetzten die talentierte Sportlerin schnell in die Lage, auch im Songwriter-Bereich ihr Debüt und das Folgewerk “Ricochet Heart” (2018) auf den Weg zu bringen. Die ausgekoppelte Single “Last Girl Standing” war bereits ein stattlicher Achtungserfolg.

Ihre athletische Mentalität bewahrte Alannah McCready auch in der langen Corona-Zeit davor, ihren Status als Musikerin aufzugeben. Ihr neues EP-Projekt, das überwiegend im Co-Writing mit Will Gittens entstanden ist, symbolisiert McCreadys Stilrichtung des modernen Country-Sounds. Die Lead-Single “Something Like That” teilt ihre eingängige Pop-Country-Silhouette gerne mit Anteilen von Folk und Soul, sowie ungefilterten Lyrics über Beziehungserfahrungen. Dem schönen Auftaktsong folgt die innige Folk-Country-Ballade “On My Own”; mit akustischer Begleitung und Streichereinlagen werden gefühlvolle Grundgedanken der anspruchsvollen Produktion harmonisch musikalisch untermalt.

Ein etwas unerwarteter Break bildet der raue Hard-Rock Track “Back To Me”, eine Girl-Power-Hymne, deren natürliche und vielseitige Vocals auch Art-Verwandten Sängerinnen, wie z. B. Trisha Yearwood und Martina McBride Respekt abverlangen dürfte. Das im Gegensatz hierzu im Contemporary-Country eingespielte Stück “Take It Slow” wirkt ausgesprochen gefühlsbetont und vorsichtig, jedoch als easy-listening Song zeitgemäß frisch. Abgerundet wird die EP von “Can I Call”: Alannah McCready und Will Gittens im angenehmen tender-hearted Duett-Rhythmus, ein intensiver Power-Love-Song mit Hit-Potenzial!

Die EP “Back To Me” von Alannah McCready verbindet die Ausstrahlung der noch jungen Country-Sängerin mit ihrem wide-range Music-Style und einer ausdrucksstarken Songauswahl. Die inzwischen auch im Songwriting gewachsene Sängerin blickt einer vielversprechenden musikalischen Perspektive entgegen.

Eigenproduktion (2022)
Stil: New Country

Tracks:
01. Something Like That
02. On My Own
03. Back To Me
04. Take It Slow
05. Can I Call ft. Will Gittens

Alannah McCready
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AristoPR

Miranda Lambert – Palomino – CD-Review

Trotz all ihrer Erfolge und Auszeichnungen habe ich, Asche auf mein Haupt, Miranda Lambert erst seit ihrem Album „Wildcard“ so richtig auf dem Schirm. Das gefiel mir außerordentlich gut und so war ich froh, dass Sony uns jetzt die Möglichkeit gewährte, ihren achten Longplayer „Palomino“ zu begutachten.

Wenn man mit allen bisherigen Werken auf Platz 1 in den Billboard Country Album Charts gelandet ist, impliziert das mittlerweile immer eine hohe Bürde im Rahmen eines Nachfolgers, zumal Lambert ihren kompositorischen Beitrag in der Regel selbst leistet. Auch diesmal sind es wieder satte 15 Songs geworden.

Den Löwenanteil hier hat sie dabei mit Luke Dick und Natalie Hemby auf ihrer Farm in Tennessee kreiert, drei Stücke („In His Arms“, „Geraldene„, „Waxahachie„), die sie mit den uns gut bekannten Jon Randall und Jack Ingram zuletzt als Demoversionen („The Marfa Tapes“) veröffentlicht hatte, sind jetzt als toll umgesetzte Vollversionen dabei, wovon besonders das an „Jolene“ erinnernde „Geraldene“ mit seiner southern-rockigen Art zu gefallen weiß.

Eingespielt mit exzellenten Leuten wie u. a. Fred Eltringham (The Black Crowes), dem Bassisten/Keyboarder Ian Fitchuk (Sam Hunt), Rob McNelley (Joe Bonamassa, Beth Hart, Buddy Guy), Kenny Greenberg (diesmal steel guitar!), Sarah Buxton (bgv) sowie den McCrary Sisters (bgv), wurden Dinge rund um das Reisen, das sich Bewegen von A nach B und was damit so alles verbunden sein kann, thematisch aufgearbeitet. Also quasi ein Konzeptalbum.

Essenziert wird dies mit der einzigen Fremdkomposition, dem Mick Jagger-Stück „Wandering Spirit“, das hier als lässiger countryesker Rockabilly-Feger (herrliche Backs der McCrary Sisters) zelebriert wird. Für weitere launige Momente sorgt die Kultband The B-52’s mit ihren Hamoniegesängen bei der vergnügten Charakterstudio „Music City Queen“ (lustig hier auch das schräge HT-Klimper-Solo zu Ehren von Jerry Lee Lewis, der auch im Text erwähnt wird).

Was diesmal besonders gefällt, ist die Mischung aus melancholischen und sinnierenden Momenten, die in countryfolkigen Tracks wie „In His Arms“, „Tourist“ (herrlicher Ohrwurm), „That’s What Makes The Jukebox Play“, „If I Was a Cowboy“, „Pursuit Of Happiness“ oder „Carousel“ in Storytelling-Manier zum Ausdruck gebracht wird und diesen stimmungsvollen New Country-Stücken (immer mit einem Schuss Humor und wohl dosiertem modernen Touch), wie den zuvor genannten Liedern oder aber auch zum Beispiel im starken Opener „Actin‘ Up„. 

Alles gipfelt am Ende dann natürlich im Zusammenspiel mit Mirandas famosen Gesang (phasenweise wie eine Stevie Nicks), der jede Stimmungslage nahe zu in Perfektion wiedergibt. Am Ende stellt ich nur noch die Frage, ob der Texanerin mit „Palomino“ ihr achtes Nr. 1-Album in Folge gelingt und Morgan Wallens Dauerbrenner „Dangerous“ mal wieder vom Thron gestoßen werden kann. Verdient hätte sie es mit dieser Bravour-Leistung in jedem Fall!

Columbia / Sony Nashville (2022)
Stil: New Country

01. Actin‘ Up
02. Scenes
03. In His Arms
04. Geraldene
05. Tourist
06. Music City Queen feat. The B-52’s
07. Strange
08. Wandering Spirit
09. I’ll Be Lovin’ You
10. That’s What Makes The Jukebox Play
11. Country Money
12. If I Was a Cowboy
13. Waxahachie
14. Pursuit Of Happiness
15. Carousel

Miranda Lambert
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Sony Music

Jason Aldean – Georgia – CD-Review

Was ich als Einleitung Ende letzten Jahres zu Jasons „Macon„-Album geschrieben hatte, gilt auch noch knapp ein halbes Jahr später zu Teil 2 seiner beiden Neuveröffentlichungen, „Georgia“. Kollege Morgan Wallen hat sich seit seinem Geniestreich zu Anfang des letzten Jahres auf der Pole-Position der Billboard Country-Alben Charts fest eingenistet. Bis auf ein paar kleine ‚Aufmucker‘ zwischendurch hat er die namhafte Konkurrenz seither bis zum heuten Tage nahezu düpiert.

Zumindest Jason Aldean scheint diesen Zustand nicht kampflos zu akzeptieren und legt mit „Georgia“ jetzt den zweiten Part seines ‚Heimat‘-Projekts vor. Die zehn neuen Songs wirken dabei deutlich massenkompatibler, hier wird gefühlt viel mehr mit Loops und Voice-Effekten gearbeitet, die eher bei jüngeren Generationen ankommen. Viele Tracks haben das Potential, wieder einen Nr.1-Hit in den Single-Charts abzuwerfen.

Trotzdem bleiben auch seine großen Stärken, das perfekte Interagieren zwischen emotional gesungenen Strophen, Bridges, Powerrefrains, sanften Akustikgitarren und hymnisch krachenden E-Gitarrensoli omnipräsent. Ich zähle wieder gleich sieben Songs (u. a. „Trouble With A Heartbreak„, „The State I’m In“, „God Made Airplanes“, „Rock And Roll Cowboy“), die man problemlos in eine Setlist für große Hallen- und Stadion-Konzerte integrieren kann. In der Beziehung macht ihm keiner seiner Wettbewerber so schnell etwas vor, auch ein Morgan Wallen vermutlich nicht.

Untermauert wird dies zudem mit den wieder fünf angehängten Live-Stücken aus dem Fundus seiner 26 bisherigen Nr.1-Hits, die diese immense Stimmung bei seinen Auftritten selbst beim Hören im heimischen Wohnzimmer praktisch hautnah widerspiegeln. Am Ende hält auch „Georgia“ das hohe Niveau seiner bisherigen Veröffentlichungen und ist sowohl für Jason Aldean-Liebhaber und New Country-Fans natürlich ein absolutes Muss! Im direkten Vergleich hat allerdings „Macon“ die Nase vorn.

Bmg Rights Management (Warner) (2022)
Stil: New Country

01. Whiskey Me Away
02. Trouble With A Heartbreak
03. The State I’m In
04. Midnight And Missin‘ You
05. Ain’t Enough Cowboy
06. God Made Airplanes
07. My Weakness
08. Holy Water
09. Rock And Roll Cowboy
10. Your Mama
11. Take A Little Ride (Live from Las Vegas, NV)
12. Burnin‘ It Down (Live from St. Louis, MO)
13. Any Ol‘ Barstool (Live from Knoxville, TN)
14. Rearview Town (Live from St. Louis, MO)
15. Blame It On You (Live from Manchester, TN)

Jason Aldean
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Networking Media

Hurricane Ruth – Live At 3rd And Lindsley – CD-Review & Gewinnspiel

Eigentlich bin ich kein Freund von Live-CDs. Irgendwie fangen sie in den seltensten Fällen die wahre Stimmung eines Konzerts ein, das visuelle Erlebnis fehlt dann doch in der Regel, vor allem, wenn man wie meine Person halt schon unzähligen Konzerten beigewohnt hat. Im heimischen Wohnzimmer  präferiere ich dann doch eher Studiowerke oder in heuten Zeiten zumindest das DVD-, bzw. BluRay-Erlebnis.

Im Fall von Hurricane Ruth, die im bürgerlichen Leben Ruth LaMaster heißt, verhält sich dies bei der Aufnahme ihres Gigs im 3rd and Lindsay in Nashville, Tennesse, jedoch etwas anders. Sie hat mit Leuten wie den beiden Top-Gitarristen Scott Holt und Nick Nguyen, Bassist Galvin Johnson, Keyboarder Lewis Stephens und last but not least Nashville- Omnisassa Tom Hambridge, der am Schlagzeug saß, diverse Tracks mitgeschrieben hatte und sich auch noch für die Produktion verantwortlich zeigt, so exzellente Leute an ihrer Seite, die auch live mit der Präzision eines Studiosessionmusikers zu Werke gingen.

Warum die gute Ruth als Hurrikan bezichtigt wird, weiß man von Beginn an – sie macht Dampf, gibt sich stimmlich voll aus, interagiert und bringt demnach ordentlich Zug in die Bude. Kolleginnen wie Janis Joplin, Tina Turner, Dale Krantz oder Kim Carnes der älteren Generation, Sass Jordan oder Beth Hart in der Gilde der neueren Vertreterinnen, lassen als Vokalbeispiele grüßen.

Die Musik bewegt sich im eher klassischen Bereich des Blues (Rocks) mit all seinen Spielarten, Tempi und Stimmungen, wartet aber allein schon wegen der brillanten Gitarristen auch mit sehr viel südstaatlichem Flair auf. Die Highlight-Viertelstunde bricht an, als Jimmy Hall bei „All The Years Go Passing By“ und „Make Love To Me“ mit Gastgesang und seinen unverwüstlichen Harpeinlagen, seine gefeierte Gastpräsenz erweist.

Und wenn Ruth und ihre Klasseleute am Ende zu Ehren ihrer Mutter bei „Dance Dance Norma Jean“ einen schwungvollen Texas-Boogie der Marke „La Grange“ intonieren, weiß man, dass man bei diesem starken Konzert gerne vor Ort dabei gewesen wäre. Tolle Liveplatte!

Sounds Of South verlost ein Exemplar dieser tollen Live-CD an eine(n) unserer treuen Leser/innen.

Folgende Frage muss dazu richtig beantwortet werden: Wie lautet der bürgerliche Name von Hurricane Ruth?

a) Ruth McFaster
b) Ruth DiSaster
c) Ruth LaMaster

Schicke wie immer eine E-Mail mit der richtigen Lösung an dan@sounds-of-south.de. Einsendeschluss ist der 20. März 2022.

Das Gewinnspiel ist beendet.

Die richtige Antwort hieß ‚Ruth LaMaster‘!

Über eine tolle CD von Hurricane Ruth darf sich

Lina Sternberg aus Mühlenbeck

freuen, der der Gewinn in den nächsten Tagen zugeht!

Sounds Of South wünscht viel Spaß damit!

Eigenproduktion (2022)
Stil: Blues (Rock)

Tracklist:
01. Roll Little Sister
02. Hard Rockin‘ Woman
03. What You Never Had
04. Dirty Blues
05. Faith In Me
06. Slow Burn
07. Cry Like A Rainy Day
08. Barrelhouse Joe’s
09. All The Years Go Passing By
10. Make Love To Me
11. I’ve Got To Use My Imagination
12. Like Wildfire
13. Far From The Cradle
14. Dance Dance Norma Jean

Hurricane Ruth
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Nashvillains – Tumbling Down – CD-Review

Großartiges Debüt der Nashvillains! Hinter Nashvillains verbirgt sich ein Trio von gestandenen Musikern und Songwritern, die bereits für Filme, Fernsehshows, aber natürlich auch Künstler wie u. a. The Chicks, Keith Urban, Cassadee Pope, James Taylor oder Lauren Alaina, in kreativer Form tätig gewesen sind.

Und zwar sind es die Herren Troy Johnson, Scott Lindsey und Brett Boyett, die gleich zu Beginn mit einem für Nashville-Verhältnisse nicht alltäglichen Konzeptalbum namens „Tumbling Down“ einsteigen, auf dem sie natürlich alle Tracks gemeinsam, geschrieben und eingespielt haben. Brett Boyett hat das Werk produziert.

Hier wird nämlich nicht, wie es oft bei einem Debüt der Fall ist, auf auf massenkompatiblen Stoff gesetzt, beziehungsweise auf die Charts geschielt, sondern relativ schwer verdauliche, aber trotzdem sehr melodische Kost mit vielen Facetten serviert. Das Album erzählt eine sich von Song zu Song aufbauende Geschichte von einem Mann, der in seinem Leben die falschen Entscheidungen getroffen hat und mit den daraus resultierenden Konsequenzen umgehen muss.

Die drei Protagonisten fassen ihr Ergebnis kurz und knapp und doch so treffend zusammen: „In three simple words, the album is beautiful, dramatic, and classic, and we hope everyone loves it as much as we do.”

Sänger Troy Johnson hat für diesen schwermütigen Soundtrack, der auf eine hohe saitentechnische Präsenz fokussiert ist (mit viel Akustik-, E-Gitarren, Mandoline, Banjo, Dobro zu dumpfen Bass- und Drumklängen) eine grandios passende Charakterstimme. Zwischendurch sorgen grummelnde Celli-Streicheinlagen immer wieder mal für atmosphärische Dichte.

Einen guten Einblick geben die beiden Videos zum Titelstück „Tumbling Down“ und der Ballade „There To Catch Me„.

Die swampigen Southern Rocker „Devil Don’t Sleep“ und „Chickasaw Bayou“ im Stile der Steel Woods zählen dabei zu den weiteren Highlights dieses stimmigen und emotional mitnehmenden Longplayers.  Klasse gemacht! Klingt insgesamt ein wenig so, als wenn Metallica eine Country-Scheibe aufnehmen würden.

Insgesamt ein angenehm dunkler Farbtupfer im ansonsten doch so oft grell leuchtenden Farbspektrum der Nashville-Musikszene und somit ein echt düsterer Geheimtipp!

Fate Entertainment (2022)
Stil: New Country

Tracklist:
01. Devil Don’t Sleep
02. Standing In The Fire
03. Tumbling Down
04. Baby Keeps Killing Me
05. Bonita
06. There To Catch Me
07. Love Is Pain
08. Chickasaw Bayou
09. Don’t Let Me Hang

Nashvillains
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Aristo Media Group

Dustin Lynch – Blue In The Sky – CD-Review

Zehn Jahre sind schon wieder vergangen, seit ich das Debütalbum von Dustin Lynch in höchsten Tönen gelobt hatte. Das erreichte auch prompt Platz 1 in den Country-Billboard-Alben-Charts und die darin enthaltene Single „Cowboys And Angels“ zwar nur Platz 2, aber immerhin Platinstatus. Ein echter Traumstart für einen jungen Künstler also.

Seitdem ist viel Wasser den Tennessee River heruntergeflossen. Sämtliche drei Nachfolgerwerke konnten die Spitze zwar nicht wieder erklimmen, landeten aber alle unter den Top-5, große Touren mit Star-Acts wie Luke Bryan, Florida Georgia Line und Brad Paisley in ausverkauften Stadien und Hallen folgten, seit September 2018 ist Dustin Lynch Mitglied der Grand Ole Opry.

Auf seinem 5. Werk „Blue In The Sky“ unter dem nach wie vor ihn unter Vertrag habenden Broken Bow Records-Label (u. a. Jason Aldean, Lainey Wilson, Craig Morgan), diesmal produziert von Zach Crowell, gibt es wieder flockige, klasse ins Ohr gehende New Countrysongs, teilweise von Dustin mit den üblichen Nashville-Songwritergrößen komponiert.

Was mir besonders neben den allesamt tollen Melodien gefällt ist, dass die Arbeit mit Saiteninstrumenten, sprich Akustik-, klasse E-Gitarren und Dobro  (dazu noch punktuell Banjo, Steel und Fiddle), im Vordergrund steht, und sehr gut mit Lynchs angenehmer Stimme harmoniert. Drei Kollaborationen mit Leuten wie Chris Lane, Riley Green und MacKenzie Porter sorgen für belebende stimmliche Abwechslung, dazu kommen schöne Feiersongs mit einfachen Mitsing-Refrains („Party Mode“, „Stars Like Confetti“, „Break It On A Beach“, „Tequila On A Boat“ – erinnert an Old Dominions „I Was On A Boat That Day“) und „Huntin’ Land“.

Auch der in den Staaten immer wichtige patriotische Bezug ist natürlich reichhaltig vorhanden, wie man es an Titeln wie „Tennessee Trouble“, „Back Road TN“ und „Pasadena“ schon erahnen kann. Und wenn man am Ende dem mit weinender Steel und Fiddle versehenen, pathosgetränkten „Not Every Cowboy“ mitfühlend seine auditorische Ehre erweist, sind knappe 40 unterhaltsame Minuten wie im Fluge vergangen.

Ich glaube, dass ich nicht das Blaue vom Himmel lüge, wenn ich behaupte, dass auch „Blue In The Sky“ von Dustin Lynch wieder ein Topranking belegen wird. Der Protagonist hat vielleicht ein nicht ganz so ein großes Ausrufezeichen wie Morgan Wallen zu Anfang des letzten Jahres gesetzt, aber immerhin eine erste hohe Benchmark aufgelegt. Für mich das bisher beste New Countryalbum in 2022.

Broken Bow Records (2022)
Stil: New Country

01. Party Mode
02. Thinking ‚Bout You (feat. MacKenzie Porter)
03. Stars Like Confetti
04. Somethin’ That Makes You Smile
05. Break It On A Beach
06. Tequila On A Boat (feat. Chris Lane)
07. Tennessee Trouble
08. Summer Never Ended
09. Back Road TN
10. Huntin’ Land (feat. Riley Green)
11. Pasadena
12. Not Every Cowboy

Dustin Lynch
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Lime Tree Music

Scotty McCreery – Same Truck – CD-Review

Es gibt Menschen, die irgendwie nicht zu altern scheinen. Der jetzt bald auf die Dreißig zugehende, ehemalige American Idol-Gewinner Scotty McCreery, sieht immer noch aus wie ein Lausbub und bringt auch diesen gewissen typischen Charme mit sich, wie wir es Ende 2019 bei seinem unterhaltsamen Konzert in Köln live erleben durften.

Der Bursche aus North Carolina ist deshalb nicht von ungefähr ein Liebling der Fans. Recht konträr dazu wirkt seine charismatische Bass-Stimme, bei der man immer meint, hier einen ganz alten Hasen aus den Anfangszeiten des New Country vor sich zu haben. Dieser ungewöhnliche Mix macht wahrscheinlich auch einen erheblichen Teil seiner Anziehungskraft aus.

McCreery besitzt aber auch ein echtes Songwriting-Talent, was sein aktuelles Album „Same Truck“ wieder einmal nachhaltig offeriert. Zehn der zwölf durchgehend radiotauglichen Stücke hat er mit Könnern der Zunft auf diesem Gebiet wie u. a. Ashley Gorley, Zach Crowell, Monty Criswell, Rhett Akins, Lee Thomas Miller kreiert, dazu kommen zwei blendend zu ihm passende Fremdkompositionen wie die perfekt gesungene Hommage „Damn Strait“ an sein großes Vorbild ‚King George‚, der Scotty bei seinem allerersten live erlebten Konzert zu einer Gesangskarriere inspirierte.

Das Album bietet perfekten Stoff, wie man ihn von den beliebten Neo-Traditionalisten a là Strait, Brooks, Black & Co. des Genres schon von Beginn an immer gerne gehört hat, natürlich auch ganz dezent an die heutige Zeit angepasst, in dem ein paar punktuelle, aber kaum merkbare Programming-Effekte  (verantwortlich Mitproduzent Aaron Eshuis und Justin Niebank) mit  eingeflochten wurden. Federführend produziert hat Frank Rogers (Trace Adkins, Brad Paisley, Josh Turner, Darius Rucker, Phil Vassar, Darryl Worley), der auch den einen oder anderen Track mitgeschrieben hat.

So gibt es vom an die Solidarität appellierenden Opener „Same Truck“ bis zum finalen, mit einem herrlich hymnischen Heartland-E-Gitarrensolo abschließenden, an Gott gerichteten „How Ya Doin’ Up There„, wunderbar gekonnt eingespielte Musik, für die sich das Who-is-Who der Nashville Studiomusiker-Gilde mit Leuten wie u. a. Ilya Toshinsky (Acoustic Guitar, Banjo, Bouzouki, Mandolin, Dulcimer), der wieder klasse Akzente setzt, den starken E-Gitarristen Derek Wells und JT Corenflos, den Rhythmusgebern Shannon Forrest und Jimmy Lee Sloas, Tastenkoryphäen wie David Dorn und Gordon Mote sowie Steel-Ikone Mike Johnson, der für viel Countryflair sorgt, verantwortlich zeigt. 

Diese Leute wissen halt ‚im Schlaf‘, wie man zu so einer markanten Stimme und den entsprechenden Songs spielen muss. Am Ende erhält man mit „Same Truck“ ein durchgehend melodisches und eingängiges Rundum-Paket auf höchstem Niveau, das man zu jeder Gelegenheit hören kann und das sich vielleicht als bisher bestes Album von Scotty McCreery herauskristallisiert. 

Triple Tigers (Membran) (2021)
Stil: New Country

01. Same Truck
02. You Time
03. It Matters To Her
04. Damn Strait
05. It’ll Grow On Ya
06. The Water
07. Why You Gotta Be Like That
08. Home
09. Carolina To Me
10. Small Town Girl
11. That Kind Of Fire
12. How Ya Doin’ Up There

Scotty McCreery
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Lime Tree Music

Jason Aldean – Macon- CD-Review

Irgendwie habe ich den Eindruck, als wenn Morgan Wallen zu Beginn des Jahres mit seinem 30 Stücke-Hammerwerk „Dangerous„, das seither ja auch so gut wie die Dauer-Pole-Position in den Billboard Country-Album-Charts belegt, seine Konkurrenz und auch deren Labels, gewaltig unter Druck gesetzt hat.

Kaum einer der ‚Rivalen‘ traut sich quasi noch mit einem ’normalen‘ Longplayer um die Ecke, auch Jason Aldean wird gleich zwei Alben in relativ kurzen Abständen veröffentlichen. Zunächst „Macon jetzt am 12. November, dann im Laufe der folgenden Monate wird Aldean dann immer mehr Songs von „Georgia“ liefern, bis am 22. April 2022 der volle Release von 30 Songs vollendet ist — zwanzig neue Songs und dazu mindestens ein Live-Hit von jedem seiner bisherigen Alben. Veröffentlicht wird das „Macon“-„Georgia“-Konvolut auch auf einem 3-LP-Vinylset. 

Doch zunächst startet jetzt „Macon“ ins Rennen. Und wer es noch nicht mitbekommen hat, mit einer sehr schönen Geste des New Country-Superstars an unser Magazin Sounds Of South, die man unter diesem Link hier nachverfolgen kann. 

Wie und warum es zu den Titeln der Werke kam, beschreibt der Protagonist so: „Wo du aufgewachsen bist, hat einen unglaublich wichtigen Einfluss darauf, zu wem du wirst. Das war bei mir ganz genauso … besonders in musikalischer Hinsicht“, erklärt Aldean. „Meine kleine Heimatstadt Macon war extrem wichtig für meinen musikalischen Background. Ich bin in einer Umgebung aufgewachsen, die eine Art Kreuzung zwischen Country, Southern Rock, Blues und R&B war — und deswegen war es ganz logisch, diese verschiedenen Sounds in meiner eigenen Musik zu verschmelzen“.

Keine Frage, der neue Silberling spiegelt dies exakt wider und zwar auf eine extrem Stadion-taugliche Art und Weise. Bei jedem der zehn Tracks sieht man vorm geistigen Auge, wie sie mit ihren eingängigen, zum Teil hymnischen Refrains, die Massen in den proppenvollen Arenen (sofern dies Corona-bedingt wieder möglich sein wird) in Euphorie versetzen werden.

Verstärkt wird diese Suggestion dazu noch von den fünf angehängten Live-Tracks, performt in verschiedenen Metropolen der Staaten, in denen diese typische Stimmung nochmals bestens transportiert wird. Der Kracher „My Kinda Party“, einer meiner Southern Country-Alltime-Favs, haut einen mit seiner E-Gitarrenwucht regelrecht um.

Bei den zehn Studiostücken gibt es viele Reminiszenzen an die gute alte Rockzeit wie zum Beispiel beim flockigen „Over You Again“ mit der kurzen „The Boys Of Summer“-Anspielung zu Beginn, dem starken Bryan Adams-Cover „Heaven“ (braucht sich hinter dem Original nicht zu verstecken) oder dem mit ein wenig „Purple Rain“-Flair (E-Gitarren-Intro) umwehten, herrlichen Schwofer „Watching You Love Me“ als Finalstück (der Studiotracks).

Großes musikalisches Blockbuster-Starkino vermittelt das wunderbare Duett mit Carrie Underwood bei „If I Didn’t Love You„. Jetzt müssten die Hollywood-Regisseure eigentlich nur noch einen passenden Film (a là Titanic & Co. ) darum herum produzieren….

Begeisternd, vor allem im Studioteil, auch die beiden E-Gitarristen Luther Allison (aus Aldeans Tour-Band) und Adam Shoenveld, die in der wie gewohnt transparenten Produktion von Michael Knox, immer wieder krachende Kurz-Soli einstreuen und einigen modernen Loop-Spielereien sofort den Kampf ansagen.

Mit „Macon“ gelingt Jason Aldean erneut der Spagat zwischen mainstreamigen Melodien, eingängigen Refrains und und rockigen Klängen in einer Perfektion, wie ich sie selten erlebt habe. Jedes Stück hat absolutes Hitpotential und wird in den Arenen bei den kommenden Tourneen seinen Teil zum Spektakel beitragen. Jason Aldean also, wie man ihn kennt, man darf sich auf den Nachschlag mit „Georgia“, der sich sicherlich auf gleichem Niveau bewegen wird, schon jetzt freuen.

Bmg Rights Management (Warner) (2021)
Stil: New Country

01. After You
02. Over You Again
03. That’s What Tequila Does
04. Small Town Small
05. If I Didn’t Love You
06. Story For Another Glass
07. Heaven
08. This Bar Don’t Work Anymore
09. The Sad Songs
10. Watching You Love Me
11. Amarillo Sky (Live from Nashville, TN)
12. Johnny Cash (Live from Los Angeles, CA)
13. She’s Country (Live from Las Vegas, NV)
14. Big Green Tractor (Live from Dallas, TX)
15. My Kinda Party (Live from St. Louis, MO)

Jason Aldean
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Stacy Mitchhart – Printers Alley – CD-Review

Review: Stephan Skolarski

Die Bourbon Street Blues and Boogie Bar, 220 Printers Alley, Nashville, Tennessee, gilt als eine der angesagtesten Blues-Club Adressen in Music City USA, mit erheblicher Anziehungskraft auf Musikinteressierte aus aller Welt. In den 26 Jahren ihres Bestehens hat vor allem ein Musiker den Ruf der „Blues-Bühne“ entscheidend mitgeprägt: Stacy Mitchhart.

Seinen Longplayer „Live at Bourbon Street Blues and Boogie Bar, 05.03.1997“ hatte der inzwischen 62-jährige zu Beginn seiner Karriere dort aufgenommen. Nun widmet er der Blues-Institution am Cumberland River mit „Printers Alley“ erneut ein besonderes Album. Das aktuelle Studio-Werk umfasst mit 15 Stücken einen Rückblick auf Mitchharts Blues-Geschichte, die eigentlich in Cincinnati, Ohio, und mit Vorbildern, wie Freddie King, Carlos Santana und B.B. King begonnen hatte.

„Printers Alley“ reflektiert diesen Weg gleich zu Beginn: auf „The Only Thing Missing“ und „She Knows What To Do“, zeigt die Stacy Mitchhart Band ihre blues-rockige Seite; und die ist nur ein kleiner Teil der großartigen musikalischen Vielfalt dieser Bluesformation. Songschreiber, Lead-Gitarrist, Sänger und Bandleader Stacy Mitchhart hat sämtliche Songs produziert und beschreibt im Booklet ausführlich zu jedem Titel Hintergründe und Infos.

Vom Soul-Blues der 60-er Jahre („Homewrecker“ und „Something So Wrong“) zum klassischen Soul-Titel „You Turn Me On“ – The Temptations „grüßen“ The Miracles! – bis zu jazzigen Varianten („I Might Be Your Husband“ und „Why Did She Have To Leave“) im swingenden Sade-Style bietet das Album mehr als einen Querschnitt durch die bluesigen Bühnenjahre der Band. Hierbei sollte der Big Band Sound der Titel „Shake“ und „What I Feel“ auf keinen Fall außer Acht gelassen werden.

Als einer der Top-Five Live Acts in Nashville’s Club Szene spielt die Stacy Mitchhart Band bis zu 200 Gigs im Jahr – auch als House-Band der Bourbon Street Blues and Boogie Bar. „Blues Doctor“ Mitchhart wurde 2003 mit dem Albert King-Most Promising Guitarist Award ausgezeichnet und beweist diese vielversprechende Ehrung nicht nur beim akustischen „Doghouse Blues“ im Jug Band Stil und herausragenden Slide-Fähigkeiten bei „Live My Life“, sondern meistert sehr eindrucksvoll den langen Guitar-Part im „Worried Mind Blues“. Mitchhart, in eigener Sichtweise „a Yankee in Nashville playing the blues“, schließt den Longplayer mit einer Cover-Version des „Basin Street Blues (1928) – den Louis Armstrong unnachahmlich berühmt machte – als eine Verneigung vor dem Sound aus New Orleans und bedankt sich damit auf seine Art für die vielen Einflüsse der Jazz-Metropole.

„Printers Alley“ von Stacy Mitchhart ist eine beeindruckende Produktion eines Blues-Begeisterten „Alleskönners“, der seine Heimat in Music-City gefunden hat und auch, trotz 16 Longplayern, leider hierzulande kaum Beachtung gefunden hat. Mitchharts Werkschau auf seine Blues-Historie und zwei Dekaden in „Printers Alley“ vermittelt in 70 Minuten eine gelungene Retrospektive, ein „bluesiges“ Synonym für eine musikalische Lebensleistung.

Eigenproduktion (2021)
Stil: Blues

Tracks:
01. Only Thing Missing
02. She Knows What To Do
03. Homewrecker
04. Something So Wrong
05. Shake
06. Feels Like I’ve Been Here Before
07. Brand New, Same Old Blues
08. Doghouse Blues
09. What I Feel
10. I Might Be Your Husband
11. You Turn Me On
12. Why Did She Have To Leave
13. Live My Life
14. Worried Mind Blues
15. Basin Street Blues

Stacy Mitchhart
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