HER – Black And White – CD-Review

Her_300

Nach ihrem launigen Konzert im Kölner Yard Club vor gut zwei Wochen überreichte uns Monique Staffile auch ihr neues Studiowerk „Black And White“ zum Reviewen.

Die CD kommt diesmal Coverart-technisch in einem recht spartanisch gehaltenen, passend zur Thematik, gewählten schwarz-weiß bedruckten Papp-Schuber, wobei sich auf der Rückseite, nebst zweier Gesichtsausschnitte von Monique an den Rändern, alle relevanten Infos zum Album befinden (Titel, Musiker, etc.).

Während ihres Gigs hatte sie bereits Stücke wie „A Plan“, „You Don’t Want Me Anymore“, „Black And White“ und das emotionale, einigen bereits Verstorbenen in Moniques Bekanntenkreis gewidmete „Right Now“ – auf diesem Longplayer der melodischste und emotionalste Track – bereits vorgestellt. Hier im Studio klingt alles natürlich deutlich besser und klarer ausgesteuert als auf der Bühne.

Zu meinem persönlichen Leidwesen, gibt es auch diesmal keinen Schwenk zurück zu ihrer mehr Countryrock-umwehten Her & Kings County-Zeit. Sie und ihr musikalischer Gefährte Caleb ‚KBC‘ Sherman, der wieder vom Songwriting, instrumentellen Wirken bis zur Produktion eingebunden ist, haben sich weiterhin in einen aufmüpfigen New Wave-umwitterten Poprock kalibriert, sei es britischer, aber auch durchaus deutsch anmutender Natur, wobei mir hier Acts wie Nina Hagen oder Ideal in den Sinn kommen.

Aufgrund Moniques gut zu dieser Stilart passenden Rotzgöhren-Stimme kann dies auch durchaus nachvollzogen werden. Auf meinem Notizzettel habe ich neben dem treibenden „You Don’t Want Me Anymore“ und „Right Now“, noch das in Siebziger Rockmanier stampfende „Hide“ (klimpriges Piano), das atmosphärisch schleichende „Oh My God“ sowie das Hagen-mäßig schrille Synthie-trächtige „Make Believe“ als Anspieltipps vermerkt.

Fazit: Die aus Brooklyn stammende und in Nashville lebende Monique Staffile, alias HER, hat ihren Stil gefunden und geht diesen Weg konsequent weiter. Ihre neue CD „Black And White“ bietet klare Kante, kaum Schattierungen dazwischen und somit ganz viel New York und so gut wie gar kein Tennessee mehr.

Eher weniger meine Welt, vor allem nicht im heimischen Wohnzimmer, aber was bleibt, ist natürlich weiterhin der große Sympathiebonus, denn Monique trägt das Herz am rechten Fleck.

Eigenproduktion (2019)
Stil: New Wave / Rock / Pop

01. Break Me
02. A Plan
03. You Don’t Want Me Anymore
04. Black And White
05. Hide
06. Oh My God
07. Strike A Fire
08. Right Now
09. Make Believe
10. Love Story

Her
Her bei Facebook

Florida Georgia Line – Can’t Say I Ain’t Country – CD-Review

GFL_300

Mit dem Titel ihres 4. Studio-Albums „Can’t Say I Ain’t Country“, setzen Florida Georgia Line ihren größten Kritikern ein geschicktes Statement entgegen, das man aufgrund seines weit auslegbaren Interpretationsspielraums, wohl kaum entkräften kann.

Diese werfen dem erfolgsverwöhnten Duo, bestehend aus Brian Kelley und Tyler Hubbard, durch ihre nicht unerhebliche Einflechtung von Pop-, Rock-, R&B- und Hip Hop-Elementen, eine zu starke Verwässerung des Genres, quasi eine Art Etikettenschwindel vor.

Auch auf diesem Werk gibt es , wen wundert es angesichts des immensen Erfolges, natürlich keine 180 Grad-Kehrtwende in Richtung lupenreiner Countrymusik. Im Prinzip bleibt auch hier alles beim Alten.

Durch die Einbindung von eher im Hip Hop gebräuchlichen Skits, bei denen ein gewisser Brother Jervel in bestem Slang, auf die Anrufbeantworter der beiden, weitestgehend sinnfreie, aber aus seiner Sicht eminent wichtige Neuigkeiten quasselt, wird dem Ganzen sogar eher noch einer oben drauf gesetzt.

Trotzdem hat die Scheibe mit einigen schönen Countryrockern wie dem Titelstück „Can’t Say I Ain’t Country“, „Speed Of Love“ oder der tollen Kooperation mit Jason Aldean bei „You Can’t Hide Red“ sowie dem herrlich grassig-folkig instrumentierten „Simple“ auch in dieser Hinsicht wieder einiges zu bieten.

Ansonsten wird selbstredend wieder alles unternommen, um eine möglichst große Käuferschicht zu bedienen, sprich, sowohl in den Country- wie auch den allgemeinen Billboard-Charts abzuräumen.

Bis auf das Tanzclub-ausgelegte „Swerve“ , wo es mir dann doch wirklich zu ‚bunt‘ getrieben wird, gibt es teils eingängige melodische Tracks („Talk You Out“, „Women“, „People Are Different“, „Told You“ als auch launigen und mitsingbaren Stoff („Y’all Boys“, „Colorado“), der für große Massen, sei es als Käuferschichten oder als Publikum bei ihren Live-Auftritten, geradezu prädestiniert ist.

Wenn man aber genauer hinhört, sind es die vielen kleinen Feinheiten der Nashville-Studiomusiker, die mit ihren Akustik- und Barition-E-Gitarreneinlagen und der dezenten Einbindung von Steel, Mandoline, Banjo oder Dobro auch bei diesen Liedern zu punkten wissen. Die Protagonisten wissen hingegen mit ihren angenehmen Stimmen und vielen Harmoniegesängen zu überzeugen.

Wer im New Country-Genre weitestgehend flexibel unterwegs ist und mit melodiöser, charttauglich ausgerichteter Musik keine Probleme hat, der kann bei „Can’t Say I Ain’t Country“ von Florida Georgia Line wieder unbedenklich zugreifen. Und wer jetzt trotz meiner Ausführungen immer noch behauptet, das wäre absolut kein Country, der werfe selbst den ersten (musikalischen) Stein…

Big Machine Label Group (2018)
Stil: New Country

01. Tyler Got Him A Tesla (Skit) [feat. Brother Jervel]
02. Can’t Say I Ain’t Country
03. Simple
04. Talk You Out Of It
05. All Gas No Brakes (Skit) [feat. Brother Jervel]
06. Speed Of Love
07. Women [feat. Jason Derulo]
08. People Are Different
09. Told You
10. Sack’a Puppies (Skit) [feat. Brother Jervel]
11. Y’all Boys [feat. HARDY]
12. Small Town
13. Sittin‘ Pretty
14. Catfish Nuggets (Skit) [feat. Brother Jervel]
15. Can’t Hide Red [feat. Jason Aldean]
16. Colorado
17. Like You Never Had It
18. Swerve
19. Blessings

Florida Georgia Line
Florida Georgia Line bei Facebook
Universal Music
Oktober Promotion

HER – 30.01.2019, Yard Club, Köln – Konzertbericht

HER_haupt

Eine Musikerin, die wir seit Anbeginn unseres Wirkens hier in Sounds Of South aufgrund ihrer charmanten, lebenslustigen und einvernehmenden Art – ok, nicht zu vergessen, dass sie auch noch klasse aussieht – in unser Herz geschlossen haben, ist zweifelsohne Monique Staffile.

Zunächst unter Her & Kings County firmierend, mittlerweile als HER ganz auf sich fokussiert, haben wir schon einige CD-Reviews, Konzertberichte und auch ein Interview über sie in unserem Portfolio.

Sie hatte sich passend zum Titel ihres neuen Albums „Black And White“ in ein züchtig anmutendes, schwarz-weißes Zofen-Oberteil geschmissen, was aber in Verbindung mit kurzem Rock, schwarzen Stiefeln, knallroter, zum Lippenstift passender Kappe, ein ziemliches heißes Gesamtbild ergab und den großflockig runterkommenden Schnee im Umkreis der Kantine an den Rande des Schmelzmodus brachte.

20:15 Uhr legte zunächst die, mit dem schlaksigen, aber sehr agilen Drummer Johannes Greer (mit badekappenartiger Haartracht) und Bassist Jonathan Stoye, neu formierte Rhythmusfraktion, plus Langzeitweggefährte Caleb Sherman, ein Instrumental als Intro hin, das mit dem Erscheinen von Monique auf der Bühne in ein fast Meat Loaf-mäßiges „A Plan“ vom neuen Werk überging.

Im weiteren Verlauf gab es dann natürlich mit Tracks wie u. a. „You Don’t Want Me Anymore“, „Taking Up Space“, „You“, „Black And White“, „Heartbreak“ und dem emotional besungenen, verstorbenen Bekannten Moniques gewidmeten „Right Now“, überwiegend ordentlich stampfenden, krawalligen und meist auch schön rhythmischen Rock, der durch die energiegeladene Frontperformance und das Posen der Protagonistin, eine ungeheure positive Dynamik frei werden ließ.

Als mein Favorit des Abends entpuppte sich das Titelstück eines früheren Albums, „Gold“, das dank Shermans E-Gitarrenspiel, eine dezente Southern Rock-Note erhielt.

Über „Seriously“ (mit teilweise kindlicher Kate Bush-Piepsstimme), das am Ende aufbrausende „Crush“, das an die Beastie Boys erinnernde „On Regrets“, „Money“ (mit Interaktion), „Seperately“ (schönes laszives Posing von Monique am Mikro), ging es dann zum Abschlussstück des Haupteils, „Revolution“, das mit Amerika-Fahne, bei der die Sterne im blauen Teil durch ein Peace-Symbol ersetzt waren, effektvoll als Trump-Kritik (Sherman erzählte uns später, dass in den Staaten selbst George Bush mittlerweile als das wesentlich geringere Übel angesehen wird) in Szene gesetzt wurde.

Als Zugaben gab es ein Medley aus wild zusammengeworfenen Rock-/Pop-Country-Klassikern wie „Money For Nothing“, „Beat It“, „Cherry Bombs“, „Fight For Your Right“ und „Country Roads“ sowie ein launiges „Tonight“ aus dem eigenen Fundus zum endgültigen Finale.

Nach dem Gig erkannte Monique uns sofort, bedankte sich für die Unterstützung und quatschte ein bisschen mit uns (später auch Caleb). Für unser obligatorisches Logobild posierte sie dann natürlich auch noch und überreichte mir ihre neue CD zum Besprechen (Review folgt demnächst). Während Gernot und ich uns in Richtung Rheinberg durch die winterliche Nacht aufmachten, stehen für HER & Co. als nächste Stationen, weitere Gigs in Deutschland, den Niederlanden und der Schweiz auf dem Programm. Hingehen und Spaß haben!

Line-up HER:
Monique Staffile (lead vocals, percussion)
Caleb Sherman (electric guitar, vocals)
Johannes Greer (drums)
Jonathan Stoye (bass)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Her
Her bei Facebook
Yard Club Köln

Charles Esten – Support: Roads & Shoes – 25.01.2019, Carlswerk Victoria, Köln – Konzertbericht

Esten_haupt

Nashville-Serienstar spielt vor ausverkauftem Haus

Zweite Stippvisite von Charles Esten bei uns in Deutschland. Nachdem der Protagonist der US-Fernsehserie „Nashville“ letztes Jahr im, mit maximal 400 Leuten ausgelasteten Gloria sein Auftrittsdebüt gefeiert hatte, ging es jetzt im neu geschaffenen Carlswerk Victoria direkt auch mit ausverkaufter Hütte in die Vollen. Satte 1.600 Countryfans wollten sich den Gig des Multitalents nicht entgehen lassen.

Wie schon zu Beginn seiner Europa-Tournee in England, ließ er sich hier von heimischen Acts supporten. Eine honorige Geste, diesen auch die Möglichkeit zu offerieren, vor großem Publikum spielen dürfen.

In Amsterdam und an diesem Abend in der Domstadt traf es diesmal, die beiden, gerade mal einen ‚Steinwurf‘ vom Carlswerk entfernt, in Köln-Mülheim groß gewordenen Musikerinnen Linda Laukamp und Johanna Eicker, die als Duo mit dem Namen Roads & Shoes ihr künstlerisches Schicksal, in die eigenen Hände genommen haben.

Die beiden haben jetzt ganz aktuell ihr Debütalbum „Left Unsaid“ (erhältlich u. a. als CD und Vinyl) auf dem Markt und durften dieses für eine halbe Stunde mit Stücken wie u. a. „Every Moment“, „The Ones That I Still Miss“, „Left Unsaid und „What The Future Holds“ protegieren. Auch für ein brandneues Video zum Stück „First Time In Forever“ wurde Werbung betrieben.

Die beiden überzeugten sowohl durch ihre gesangliche Harmonie, als auch ihr multiinstrumentales Können, was sich stilistisch letztendlich in ein einer Art leicht irisch-keltisch angehauchtem, zum Teil kammermusikartigen Countryfolk-Pop zentralisierte. Eine kurzweilige sympathische Vorstellung der beiden Mädels, die mit rauschendem Applaus gewürdigt wurde.

Eine knappe halbe Stunde später betrat dann der Hauptakteur des Abends, Charles Esten, unter tosendem Applaus, die Bühne. Der ursprünglich aus Pittsburgh stammende amerikanische Film- und Serienstar, hier vornehmlich natürlich durch die Serie „Nashville“ bekannt, der mit 54, in einem Jahr veröffentlichten, selbst-oder co-kreierten Singles, einen außergewöhnlichen Guinness-Eintrag für sich verbucht, konnte demnach natürlich aus einem riesigen Fundus an Songs schöpfen.

Zunächst mit der akustischen Gitarre umhangen, wählte er zum Einstieg ein Quartett, bestehend aus den Tracks „Whiskey Lips“, „This Town Is Ours“, „This“ und „Same Damn Road“, wobei sofort seine Frauen-betörende Reibeisen-Stimme, aber auch seine Fingerfertigkeit auf der Klampfe, zum Tragen kamen.

Für „Halfway Home“ ging es an den Flügel, dem mit dem Springsteen-Klassiker „Thunder Road“, mit zusätzlich integrierter Mundharmonika, ein weiteres Schmuckstück folgte.

Zu dem eigentlich von Charles, Stella & Maisy performten „Believing“ machte es natürlich Sinn, die beiden jungen Roads & Shoes-Damen, Linda Laukamp und Johanna Eicker, wieder auf die Bühne zu holen. Die durften dann ein weiteres Mal zusammen mit Esten in diversen Konstellationen, bei Tracks wie „Undermine“, „Hell To Pay“ (mit schönem Charlie Daniels Band-Flair), „This Town“ und „Friend Of Mine“, ihre vielseitigen Qualitäten preisgeben und erledigten auch hier ihre Parts einwandfrei.

Das mit Charlie Worsham und Dennis Matkosky komponierte „Looking For The Night“ war dann der Startschuss für eine furiose zweite Hälfte, eine ‚One Man-Show par excellence‘, die von Klatschen, Mitsingen, Handy-Schwenken und frenetischem Applaudieren der Audienz begleitet wurde. Eine tolle Stimmung in der einstigen Industriehalle, in der auch ein wunderbar transparenter Sound vorzufinden war. Es befand sich übrigens ein schöner Querschnitt aus Jung und Alt bei diesem Gig.

Mit meinem Lieblingsstück des Abends, dem flockig-melodischen „Good At Goodbye“ und Sachen wie u. a. dem Prince-Evergreen „Purple Rain“, dem launigen, auf Wunsch eingeflochtenen „Pour Four More Por Favor“, sowie dem abrockenden „Buckle Up“  reihte sich ein Highlight an das nächste, um mit „Heart Can’t Say Goodbye“ den Hauptteil abzuschließen.

Angetan von der grandiosen Stimmung, ließ Charles sich nicht lange bitten und kam dann nochmals für satte vier Zugaben zurück. „I Love You Beer“ wurde mit Ex-Trinken eines 0,33l Bechers am Schluss des Songs glaubwürdig untermauert. „He Ain’t Me“ rockte heftig, zum eigentlich als Finale gedachten „Life Is Good“  wurde ‚gentleman-like‘, die Roads & Shoes-Mädels wieder eingebunden. Gänsehautfeelig pur, auch durch das wunderbare Mitsingen des textsicheren Kölner Publikums.

Als die Stimmung nicht abebben wollte, gab es dann zum endgültigen Schluss, passend mit „One More Song“, einen weiteren swampigen Countryrocksong. Mit einem „God Bless Cologne“ verabschiedete sich Esten in die Katakomben des Carlswerks Victoria.

Insgesamt eine tolle Werbung für die Countrymusik in unserem Lande, allerdings auch mit einem Wermutstropfen. Während alle in der Halle glückselig mit ihren Handys durchgängig nach Herzenslust fotografieren und filmen durften, wurde unserem dezent und wie immer unauffällig im Sinne der Künstler agierenden Fotografen Gernot Mangold (ohne Blitz natürlich und einer von insgesamt nur vieren mit Fotopass), nach nur vier, recht monoton beleuchteten kurzen Stücken (Esten immer nur allein mit Akustikgitarre), seine Hightech-Kamera-Ausrüstung abgenommen.

Angesichts der vielen tollen, sich später im weiteren Verlauf, ergebenden und dann farblich auch toll in Szene gesetzten Motive (Piano, Mundharmonika,  die Phase mit Road & Shoes, Publikums-Impresssionen), ein einziger Affront gegenüber langjährigen professionellen Unterstützern und nicht unwichtigen Multiplikatoren der Szene, auch als diese noch gar keine war.

Man sollte bei den Entscheidern angesichts der heutigen Verhältnisse überlegen, ob diese Allüren in der Praxis noch zeitgemäß und zielführend im Sinne der Sache sind. Ich bin mir absolut sicher, dass Charles Esten, der sich, trotz seines Standings, absolut unaffektiert präsentierte, das ähnlich sehen würde. Diesen Hinweis sollte sein Management samt seinem persönlichen Handy-Video auf der Bühne dann bitte auch mit nach Nashville nehmen…

Line-up:
Charles Esten (lead vocals, acoustic guitar, piano, harmonica, percussion)
Special guests: Roads & Shoes

Line-up Roads & Shoes:
Linda Laukamp (lead vocals, cello, ukulele, piano, vocals)
Johanna Eicker (acoustic guitar, vocals, violin, piano, lead vocals, percussion)

Text: Daniel Daus
Bilder: Gernot Mangold

Charles Esten
Charles Esten bei Facebook
Roads & Shoes
Roads & Shoes bei Facebook
Wizard Promotions
Carlswerk Victoria

The Steel Woods- Old News – CD-Review

Steel Woods_300

Ich hatte The Steel Woods ja schon bereits 2017 bei ihrem Debüt „Straw In The Wind“ über den grünen Klee hinaus gelobt. Jetzt lag die Messlatte in Sachen Nachfolger dem nach extrem hoch. Um es vorwegzunehmen: Das Nashville-Quartett um ihre beiden Kreativköpfe Wes Bayliss und Jason Cope samt der Rhythmusfraktion Johnny Stanton und Jay Tooke, gehen auch auf „Old News“ unbeirrt ihren eingeschlagenen Weg weiter und liefern das nächste tolle Werk ab.

15 Tracks mit fast 70 Minuten Spielzeit bieten dabei ein ausgedehntes Musikvergnügen. Man darf sich über neun starke Neukreationen und sechs wirklich klasse, als auch spannend umgesetzte Covernummern freuen, die sich schwerpunktmäßig im hinteren Bereich auf Songs verstorbener Größen wie Townes Van Zandt, Merle Haggard, Gregg Allman, Tom Petty sowie Wayne Mills konzentrieren.

Nicht zu vergessen ihr scheinbarer Faible für Black Sabbath, denen sie, wie schon auf dem Erstling, wieder die Ehre erweisen. Hier mit der Umwandlung von dem damaligen, fast schon kammermusikartigen „Changes“ in eine lässig groovende Southern Soul-Version. Genial gemacht!

Die CD beginnt aber direkt mit einem Paukenschlag. Das furios rockende und stampfende „All Of These Years“ hätte wunderbar auf Skynyrds damalige „Gimme Back My Bullets“-Platte zwischen Tracks wie „Double Trouble“, „Trust“ und „Searching“ gepasst. Ein fulminanter Auftakt.

Mit „Without You“, dem bereits erwähnten „Changes“ und „Wherever You Are“ geht es dann zunächst in ruhigere Gefilde, wobei immer ein gewisses Grummeln in der Magengrube erzeugt wird, besonders zum Beispiel durch den Streichereinsatz bei letztgenanntem Lied.

Womit wir bei den dezent, aber sehr effektiv eingesetzten Gastmusikern wären. Die wieder herrlich episches Flair verursachenden Strings wurden von Jake Clayton bedient, die starke Backgroundsängerin Joanne Cotton ist am besten beim shuffligen Rocker „Blind Lover“ rauszuhören. Für leiernde, weinende und wimmernde Steeleinlagen zeichnet sich Eddie Long bei den countryeskeren Liedern wie „Anna Lee“, One Of These Days“ und „Are The Good Times Really Over (I Wish A Buck Was Still Silver)“ verantwortlich.

Ganz großes Southern-Kino bieten das politisch nachdenkliche Titelstück „Old News“, das episch anmutende, aber auch voller Pathos und Inbrunst von Bayliss gesungene „The Rock That Says My Name“ (Rambler-Flair) und die drei grandios gecoverten „The Catfish Song“ (Townes Van Zandt – mit fulminanter Harp- und E-Gitarrenpassage), „Whipping Post“ (Gregg Allman – wahnsinnige Drum- und E-Gitarren-Dynamik, unterschwengliche Doors-Note) und die wunderbare Tom Petty-Huldigung mit „Southern Accents“ als krönendem Abschluss.

Das Southern Rock-Jahr hat noch keine 20 Tage absolviert und schon haben The Vegabonds mit ihrem knackigen „V“-Werk und The Steel Woods mit „Old News“ für die ersten fetten positiven Schlagzeilen gesorgt. Weiter so, Jungs!

Woods Music/Thirty Tigers (2019)
Stil: Southern Rock

01 All Of These Years
02 Without You
03 Changes
04 Wherever You Are
05 Blind Lover
06 Compared To A Soul
07 Old News
08 Anna Lee
09 Red River (The Fall Of Jimmy Sutherland)
10 The Catfish Song
11 Rock That Says My Name
12 One Of These Days
13 Are The Good Times Really Over (I Wish a Buck Was Still Silver)
14 Whipping Post
15 Southern Accents

The Steel Woods
The Steel Woods bei Facebook
Oktober Promotion
Prescription PR
Thirty Tigers

The Cadillac Three – Interview

Gut zwei Jahre nachdem wir mit den Jungs von The Cadillac Three schon einmal gesprochen hatten, sind wir von Oktober Promotion um ein weiteres Interview gebeten worden, dem wir natürlich gerne nachgekommen sind. Das hatten Jaren Johnston, Kelby Ray und Neil Mason vor ihrem Konzert in einem Büroraum oberhalb des Luxors diesmal preiszugeben:

Sounds Of South: Schön euch wieder zusehen. Ihr seid jetzt schon mehrfach im Luxor in Köln aufgetreten. Was zieht euch immer wieder hierhin, was gefällt euch an diesem Club?
The Cadillac Three: (Jaren) Wir lieben den ‚Duftstoff‘ dieser schwitzigen Rock Clubs. Wir kommen aus den Staaten hierher und spielen vor diesen wirklich Southern Rock-verrückten Deutschen. Das gibt uns ein heimisches Gefühl. So macht es hier dann einfach eben großen Spaß!

Sounds Of South: Im Sommer habt ihr auf einigen Festivals gespielt. Wo ist für euch der Unterschied zu Konzerten in Clubs wie dem Luxor?
The Cadillac Three: (Kelby) Es ist eigentlich nur die Größe, nehmen wir mal als Vergleich das Ramblin‘ Man-Festival. (Jaren) Die Energie bei beiden ist aber meist dieselbe. Es war dort wohl mit die größte Zuschauermenge, vor der wir mit einigen anderen Bands gespielt haben, aber ich persönlich mag  diese Gigs hier mehr, weil sie in einer viel intimeren Atmosphäre stattfinden. Du schwitzt hier gemeinsam mit der Menge. Insgesamt sind  beide Sachen sehr schön, haben aber natürlich auch ihre kleinen Unterschiede.

Sounds Of South: Bei den Konzerten, die wir von euch bisher gesehen haben, habt ihr eure Songs eher hart gespielt. Gibt es einen Unterschied zu euren Performances in Amerika und Europa, speziell in Deutschland?
The Cadillac Three: (Kelby) Nicht wirklich, wir spielen eigentlich immer auf gleiche Art, egal, wo wir gerade sind. Die Musik überträgt sich einfach von alleine auf die verschiedenen Menschen auf diesem Erdball. (Jaren) Es ist schon eine wilde Sache. In den Staaten spielen wir zum Beispiel mit großen Countrystars, auch da machen wir einfach unser Ding.  Eigentlich ist es immer der gleiche verrückte Kram, aber es gefällt überall und das ist das Gute daran. Es hilft uns in unserer Entwicklung und auf unterschiedliche Situationen zu reagieren. Auch wenn wir fast immer die gleiche Setliste spielen, es überträgt sich auf sehr viele Audienzen. Die Country-Kundschaft liebt die harte Seite unserer Musik, die Rock-Gemeinde mag, dass wir hart sind, aber auch einiges bieten, was ihre Bands nicht liefern.

Sounds Of South: Ich gehe davon aus, dass die kreativen Synapsen bei euch nicht still stehen. Wie steht es bei euch mit neuem Songmaterial?
The Cadillac Three: (Kelby) Wir haben neue Lieder! (Jaren) Wir arbeiten  an einer neuen Scheibe. (Neil) Wir spielen zur Zeit schon welche im Set. Wir sind dabei die Sache abzuschließen, sie wird irgendwann nächstes Jahr herauskommen. Wir arbeiten eigentlich immer an neuer Musik, auch wenn wir ein Album gerade abgeschlossen haben. Wir schreiben die ganze Zeit neue Songs, so sind sie dann halt wieder auf dem darauf folgenden Album.

Sounds Of South: Eure Besetzung ist in dieser Form etwas Besonderes. Gab es irgendwann einmal das Bestreben einen Bassspieler einzusetzen?
The Cadillac Three: (Kelby) Nein! Auf gar keinen Fall! (Jaren) Ein Typ in Berlin fragte mich letzte Nacht nach dem Gig das gleiche. (Kelby) Er war wahrscheinlich Bass-Spieler… (Jaren) Wir haben mit Kelby ja quasi einen Bass-Spieler. Er bedient auf seiner Pedal Steel beide Felder, wir sind da untereinander genügsam. Wir hatten zu Beginn mal an einem Punkt darüber nachgedacht, einen anderen Rahmen zu setzen, sind dann aber zum Entschluss gekommen, dass es einfach nicht mehr dasselbe wäre. Du kannst niemand anderen in diesen speziellen Mix hineinbringen. Wir sind schon so lange miteinander verbunden. Kelby macht solch einen fast schon wissenschaftlich coolen und so differenzierten Job, den andere Leute einfach nicht bieten. Es ist ein außerordentliches Element sowohl für die Band als auch für die Besucher. (Kelby) Es ist schon einzigartig.

Sounds Of South: Du hattest ja mit der Produktion von Steven Tylers Album einen echten Clou gelandet. Mit welchen prominenten oder auch nicht bekannten Musikern würdest du nochmal gerne kooperieren?
The Cadillac Three: (Jaren)  Die Steven Tyler-Geschichte war eine spaßige Sache aber auch absolutes Neuland für mich. Für uns alle wäre es toll, mal mit Dave Grohl (Scream, Nirvana, Queens Of The Stone Age, Them Crooked Vultures, Foo Fighters) zu arbeiten. Ich war schon immer ein absoluter Fan von ihm. (Kelby) Wir würden natürlich auch gerne Tom Petty sagen, aber der ist ja leider nicht mehr unter uns, somit ist es wohl am Ende Dave Grohl.

Sounds Of South: Was waren für euch die herausragenden Alben/Bands 2019?
The Cadillac Three: (Jaren) Wir alle lieben die Brent Cobb-Scheibe, er hat einen Super-Job gemacht. Wir finden eine Menge Bands gut, jetzt gerade auch welche aus Großbritannien, mit denen wir Freundschaft geschlossen haben. Da wären zum Beispiel die Rival Sons. Die Jungs sind klasse. Puh, irgendwie fragt mich das jeder… Bevor wir nach Europa gekommen sind, haben wir eigentlich durchgängig ZZ Top gehört und über ihre Musik diskutiert. Wir mögen auch vieles von Kurt Vile, der hat einige großartige Platten gemacht.

Sounds Of South: Wer hat (außer euch) am ehesten das Potential, den Southern Rock populär zu halten, die ehemaligen ‚Alphatiere‘ (Skynyrd, Molly Hatchet) sind ja mittlerweile doch beträchtlich in die Jahre gekommen.
The Cadillac Three: (Kelby) Niemand außer uns! (Jaren) Wir müssen da vorsichtig mit der Antwort sein, das hat uns schon mal Ärger eingebracht. Blackberry Smoke machen einen hervorragenden Job, ich liebe die Jungs. Black Stone Cherry natürlich, die auch  hier waren. Es passieren gerade viel Dinge, ihr habt diese Band aus Kalifornien (Robert Jon & The Wreck) eingangs vor dem Interview erwähnt. Wir haben einige Southern Rock Bands in Großbritannien erlebt. Ich glaube wir sind mit die besten Botschafter der Dinge, die diese Bands einst begonnen haben. Wir machen eine recht spezielle Sache, ähnlich wie ZZ Top, aber natürlich stilistisch ganz anders. So mitten drin in der direkten Nähe zu den Allman Brothers sehe ich Blackberry Smoke. Aber es gibt auch einige coole Bands aus Nashville, wie The Steel Woods zum Beispiel, die auch ihr ganz eigenes Ding durchziehen. Lukas Nelson (Sohn von Willie Nelson) hat auch eine tolle Scheibe herausgebracht.

Sounds Of South: Welchen Stellenwert haben Online-Magazine wie unser Sounds Of South für euch?
The Cadillac Three: (Jaren) Ich bekomme jeden Morgen Google-Updates, was online bezüglich meines Namens oder des von The Cadillac Three passiert. (Neil) Wir kennen eigentlich recht viele. (Jaren) Sie sind für unsere Weiterentwicklung sehr hilfreich.

Sounds Of South: Wie sehen eure Planungen für das Jahr 2019 im Groben und Ganzen aus? Werdet ihr wieder in Deutschland präsent sein?
The Cadillac Three: (Kelby) Wir werden wieder ziemlich viel touren, da ja das neue Album ansteht. (Jaren) Wir werden eine große Tour zusammen mit der Charlie Daniels Band und Travis Tritt spielen. (Kelby) Auch einige Gigs zusammen mit Marshall Tucker. (Neil) Wir werden die Country Fuzz Tour als Headliner anführen, im Sommer und Herbst auch wieder hierhin zurückkehren.

Sounds Of South: Wie hat sich dein Leben durch Sohnemann Jude verändert? Habt ihr schon den ersten Song zusammen geschrieben…?:-)
The Cadillac Three: (Jaren lachend) Wir jammen schon ein wenig, er spielt schon ganz gut Drums. Dabei ist er gerade mal zwanzig Monate alt. Wir nehmen ihn in den Staaten schon des öfteren mit zu den Konzerten, wann immer es geht. Hierhin ist es aber noch zu weit. Er ist schon richtig besessen, er erfährt alles ziemlich authentisch. Mein Vater, der Vater meiner Frau als auch meine Frau sind alle Drummer, so hat er es wohl schon im Blut. Klar, dass er auch uns alle ein wenig verändert hat, wir fühlen uns älter und reifer. Für mich persönlich hat der Tag, wo es früher acht Stunden Beschäftigung waren, jetzt 16 Stunden, dieser übliche Schlafloskram, du weißt schon. Aber es ist schon unterhaltsam, ihn von der Bühne mit seinen Kopfhörern beobachten, wie er unsere Shows verfolgt.

Danke für das Interview, wir wünschen euch eine gute Heimreise, frohe Weihnachten und ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2019.

———————————————————————————–

Das Interview in Englisch:

Sounds Of South: It’s great to see you again. As far as I know you guys have performed a couple of times in the Luxor Cologne. What do you like most about it?
The Cadillac Three: (Jaren) We love the gamone of these sweaty Rock clubs. We came up playin‘ the States and it’s a feeling at home but you’re playing for these crazy Germans that are really in the Southern Rock.  It’s a sweaty Rock’n’roll club, so it’s a lot of fun.

Sounds Of South: In summer you played a few festivals. What is the difference for you to gigs like these in the Luxor?
The Cadillac Three: (Kelby) It’s just the seize, really, for example when we played Ramblin‘ Man. (Jaren) The energy of both is mostly the same, it was probalby the biggest crowd we’d ever played for with a couple of bands, but I like these things more, it’s so intimate, you are sweating on each other with the crowd,  they are both amazing, but they have their kinda differences both.

Sounds Of South: The Cadillac Three concert songs we have seen so far here were really hard played. Are there any differences about your performances between America, Europe and especially in terms of Germany?
The Cadillac Three: (Kelby) Not really, we play the same no matter where we are, the music translates to all the different types of people all over the world. (Jaren) It’s pretty wild, cause we are playing in the States with big country artists and we came out playing the same thing tonight. It’s sweaty, drunken and buffoon, the same stupid shit every night, it works everywhere, but that’s what’s been so good. It helps our band grow every night and cross through the different situations. We do play the same set every night, but it’s catering to a lot of audiences. The Country genre loves our heavier side of that, the rock genre loves us, because we are heavy, but having a lot of different things other bands don’t have in genre.

Sounds Of South: I presume that your creative synapsis do not stand still. What about any new song materials?
The Cadillac Three: (Kelby) We have new songs! (Jaren) We are working on a new record. (Neil) We are playing a few in the live sets. It is done, we are finishing it now, so it will be out some time next year. We are always working on new music, even when we are finishing an album like we did right now, we writing new stuff all the time, so it could be easily to be on the next album.

Sounds Of South: Your line-up is something special. Have you ever thought to involve a bass player?
The Cadillac Three: (Kelby) No! (Jaren) A guy in Berlin asked me that question last night, too.  (Kelby) He probably was a bass player… (Jaren) We do have a bass player! Kelby is covering both grounds, we are frugal with each other. We thought about it some point when we were starting, bringing another frame, but it just wouldn’t be the same. You can’t through someone else in this mix, cause we are so close, the fact that Kelby is doing such a scientific cool different thing that other people aren’t doing. It is a really exciting element for our band and the spectators, too. (Kelby) It’s a unique thing.

Sounds Of South: You used to be indeed very successful with the production of Steven Tyler’s album. With which prominent or less prominent musicians would you love to work with in future?
The Cadillac Three: (Jaren) The Steven thing was a lof fun, but it was a bucket list moment. For all of us it would be a great fun to work with Dave Grohl (Scream, Nirvana, Queens Of The Stone Age, Them Crooked Vultures, Foo Fighters).  I’ve always been a huge Dave Grohl fan. (Kelby) We use to say Tom Petty but he passed away,  so it’s tough – so it would be probably Dave Grohl.

Sounds Of South:What albums /bands were the most outstanding ones in 2018.
The Cadillac Three: (Jaren) We all loved the Brent Cobb record, he did a great job on that.  We like a bunch of bands, especially from the UK we became friends with, for example the Rival Sons. We love those guys. Ooh everyone asks me that shit… We constantly heard ZZ Top before we went to Europe and talked about their music. We love a lot of Kurt Vile. I think he is making some great records.

Sounds Of South: Who (except you guys) will rather have the biggest potential to keep Southern Rock alive/popular? The former alpha animals like Skynyrd or Molly Hatchet e. g. became meanwhile pretty old…
The Cadillac Three: (Kelby) Just us, nobody else! (Jaren) We must be careful probably to answer this, because we got some trouble one time. Blackberry Smoke is doing a great job, I love those guys. Black Stone Cherry obviously, they are still doin‘ really great over here. There’s a lot of cool things happening, you mentioned a band from California earlier (before the interview), we saw some Southern Rock bands over here in the UK. I think we are the best torch carriers. We are doing something very unique, it’s our aproach to what those guys did, it’s close to ZZ Top, but something different. Right on the middle the next the Allman Brothers is Blackberry Smoke, no question, you know. But there are lot of cool bands from Nashville like The Steel Woods, they are doing their own take on what these guys pay. Lukas Nelson made a killer record, too.

Sounds Of South: Which rank has an online magazine like ours in your mind?
The Cadillac Three: (Jaren) I get google updates on my phone concerning my name or The Cadillac Three every morning. (Neil) We know a lot of them. (Jaren) They are very helpful for us kinda building what we are doing.

Sounds Of South:What are the plans in 2019 so far? Are you guys going to take on tour next year again?
The Cadillac Three: (Kelby) A lot of touring you know, like we have new songs recorded and the new album’s coming out at some point. (Jaren) We do a tour with The Charlie Daniels Band and Travis Tritt. (Kelby) Some shows with Marshall Tucker. (Neil) we headline Country Fuzz Tour, we’ll be back here summer and fall.

Sounds Of South: How has changed your life since the birth of your son Jude? Have you already written a song together…?:-)
The Cadillac Three: (Jaren laughs) We jammed quite a bit, he’s playin‘ drums pretty well. He’s 20 month old, we got to bring him on the road pretty lot in The United States whenever we can, but we haven’t done the journey over here with him yet. He’s obsessed in music, he gets it very honestly, you know. My dad, my wife’s dad and my wife are drummers, he’s easy up with it. It changed all of us a little bit, it make us all feel older and more mature. But the main thing that has changed in me is he gets up early and your day  – where it used to be 8 hours before – is now 16 hours long – the doing without sleeping shit…, you know. But it is very amazing being on stage and seeing him with the head phones on watching our shows.

Sounds Of South: Thanks for the interview, good luck for your trip home, merry Christmas, keep healthy and a successful 2019!

Bilder: Gernot Mangold
Interview/Text: Daniel Daus

The Cadillac Three
The Cadillac Three bei Facebook
Oktober Promotion

Brett Young – Ticket To L.A. – CD-Review

BYoung_300

Zweites Album von Brett Young. Nachdem das Debüt mit Platz 2 ja schon an der Pole-Position der Billboard Country Charts gekratzt hatte, gab es eigentlich beim Nachfolger keinen Grund, irgendetwas am funktionierenden Erfolgsrezept zu ändern.

Dass Brett schöne Lieder komponieren kann, hatte der Erstling bereits eindrucksvoll gezeigt. Auch hier war er wieder kompositorisch in zehn von insgesamt dreizehn Tracks involviert. Zur Seite standen dazu noch prominente Co-Songwriter wie Ross Copperman, Ashley Gorley, John Nite, Shane McAnally, Hillary Lindsay und selbst Musiker wie Charles Kelly von Lady Antebellum, Gavin DeGraw (auch mit Keyboard-Beteiligung und Vocals beim großartigen „Chapter“ präsent) oder Sean McConnell ließen es sich nicht nehmen, Ideen mit einzubringen.

Selbst in Sachen Produktion und Mix mit Dann Huff und Justin Niebank wurde alles richtig gemacht. Ich denke, gerade Erstgenanntem ist es zu verdanken, dass die vielen schönen Gitarrenparts (Huff, Ilya Toshinsky, Derek Wells) in Form von Slide und kurzer präziser Soli und auch der Steel-Einsatz von Könner Paul Franklin, ein Abdriften in allzu poppigere Gefilde wie bei so manchen Kollegen maßgeblich verhindern.

Trotzdem gehen die allesamt höchst-eingängigen Stücke, samt der wunderbaren Wohlfühlstimme des Protagonisten, natürlich runter wie gut gekühlter, süffiger Weißwein. Eine Scheibe bei der man sowohl herrlich abschalten kann, als auch jede Sommerparty geschmackvoll im Hintergrund beschallen kann.

Mir persönlich gefallen neben dem Slide-unterlegten Titelsong besonders  Sachen wie „Let It Be Mine,  das „New Kid In Town“-umwehte „Where You Want Me“ oder „The Ship And The Bottle“, die allesamt ein gediegenes Eagles-Flair verbreiten.

Auch der schnippige, dezent retro-mäßig umgarnte Schwofer „Reason To Stay“ mit seinem sich hyper-melodisch ins Ohr bohrenden Refrain und den klar gespielten Akustik- und E-Gitarren ist einfach zum Dahinfließen. Bei der Auswahl der richtigen Single möchte man hier wirklich kein Entscheidungsträger sein.

Fazit: Mit „Ticket To L.A.“ hat Brett Young endgültig den Fahrschein in Richtung Nashville-Top-Interpret gelöst. Die spannende Frage hier lautet letztendlich nur, ob es diesmal für Platz 1 reichen wird. Sounds Of South drückt die Daumen. Ein absolutes Juwel des Mainstream New Country!

Big Machine Label Group (2018)
Stil: New Country

01. Ticket To L.A.
02. Here Tonight
03. Catch
04. 1,2,3 Mississippi
05. Let It Be Mine
06. Where You Want Me
07. Used To Missin‘ You
08. Change Your Name
09. Chapters (feat. Gavin McGraw)
10. The Ship And The Bottle
11. Reason To Stay
12. Runnin‘ Away From Home
13. Don’t Wanna Write This Song

Brett Young
Brett Young bei Facebook
Universal Music

The Cadillac Three – 02.12.2018, Luxor, Köln – Konzertbericht

Cad_haupt

Nachdem ich bei meinem obligatorischen sonntäglichen Nachmittagslauf mit den diversesten niederrheinischen Regenarten durchnässt worden war, ging es nach der heißen Dusche schon kurze Zeit später mit Kollege Gernot in musikalischer Mission wieder in Richtung Köln.

Die Jungs von The Cadillac Three hatten sich zum dritten Mal hintereinander im Luxor angesagt. Einem Interviewwunsch seitens unseres Kooperationspartners Oktober Promotion in Verbindung mit dem gewohnten Konzertbericht, sind wir natürlich gerne nachgekommen. Das Gespräch mit den drei Musikern wird zu einem etwas späteren Zeitpunkt dann zu lesen sein.

Bedingt durch das Interview mit Johnston & Co. hatten wir nur noch eineinhalb Stücke der Kölner Support-Combo Giirl mitbekommen. Mit dem Kommentar „White Stripes on Acid“ eines in der ersten Reihe stehenden Pärchens, dass wir schon mal bei Country-/Southern Rock-Gigs in der Domstadt sporadisch antreffen, als Kategorisierung des Gehörten, lasse ich unsere Leserschaft dann mal sich ihren Teil dazu denken.

Um 21:00 Uhr legten dann Neil Mason, Kelby Ray und Fronter Jaren Johnston (wieder mit vielen Gitarrenwechseln) mit ihrem obligatorischen Programm und den allseits bekannten, dezent patriotisch untermalten Tracks wie u. a. „Peace Love & Dixie“, „Bury Me In My Boots“, Tennessee Mojo“, „Back It Up“, „American Slang“ oder „I’m Southern“ ihrer drei bisher erschienenen CDs los.

Überwiegend knallhart stampfender Riff-Southern Rock, gepaart mit diesen eingängigen Refrains und durchzogen mit einigen wenigen, etwas ruhiger anmutenderen Songs wie “Drunk Like You“, „Hank & Jesus“ oder „Take Me To The Bottom“, ließ ihre, mit vielen jüngeren Leuten durchwachsene, klatsch- und mitsingfreudige Klientel im satt gefüllten Luxor gewohnt frohlocken.

Mit dem brandneuen Lied „Whiskey & Smoke“ in typischer TCT-Manier, gab es einen ersten Ausblick auf das für 2019 geplante neue Album. Das den Kollegen von Blackberry Smoke, Whiskey Myers und Black Stone Cherry gewidmete und furios gespielte „Whiskey Soaked Redemption“ (inklusiv einer Solopassage von Kelby Ray an seinem Pedal Steel-Gerät), der Ohrwurm „White Lightning“ und das nochmals ihre Herkunft huldigende Abschlussstück als Rausschmeißer „The South“, ließen im Prinzip erneut keine Wünsche offen.

Das Nashville/Tennessee-Trio bewies an diesem Abend wieder, dass Southern Rock nicht nur was für alte Säcke ist, sondern gepaart mit junger und draufgängerischer Art, durchaus auch heute mit Erfolg in nachfolgende Generationen transportiert  werden kann. Somit darf man sich schon jetzt auf eine Rückkehr von The Cadillac Three in 2019 mit neuem Werk im Gepäck freuen. New Southern Rock is alive! Und die drei Burschen haben ohne Zweifel ihren hohen Anteil daran.

Line-up:
Jaren Johnston (lead vocals, guitars)
Neil Mason (drums, vocals)
Kelby Ray (lap steel, vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

The Cadillac Three
The Cadillac Three bei Facebook
Oktober Promotion
Luxor Köln

Eric Church – Desperate Man – CD-Review

Church_300

6. Studioalbum von Eric Church. Nachdem das Vorgänger-Werk „Mr. Misunderstood“ nur knapp an der Pole-Position der Billboard Country-Charts vorbeigeschrammt ist, hat es jetzt mit „Desperate Man“ wieder geklappt. Churchs drittes Nr.1-Album und somit jedes zweite in seiner Karriere. Eine verdammt gute Quote!

An den Reglerknöpfen und auch instrumentell involviert war wieder Erfolgsproduzent Jay Joyce, eingespielt wurden die Tracks mit den Leuten seiner Tourband wie Craig Wright, Lee Hendricks, Jeff Cease, Jeff Hyde, Driver Williams und der starken Backgroundsängerin Joanna Cotten.

Die beiden Opener „The Snake“ (zunächst gewöhnungsbedürftig, aber ganz stark eingesungen, vor allem, wenn Joanna Cotten dazustößt) und das funkige Danceclub-mäßige, aber sehr unterkühlt wirkende (dank Joyces klirrenden Keyboard-Einlagen) „Hangin‘ Around“ lassen zunächst dezent wieder auf was Experimentelles vermuten, aber spätestens mit der herrlichen Ballade „Heart Like A Wheel“ in der Art vieler toller Stücke der letzten Werke wie „Talladega“, „Wrecking Balll“, „Mixed Drinks About Feelings & You“, „Three Year Old“ etc. pendelt sich das Ganze wieder in melodischen Countrysphären mit typischer Church-Note ein.

Besonders erwähnenswert ist die exquisite verpielte E-Gitarrenarbeit der involvierten Musiker, z. B. das monströse Solo auf „Monsters“, die kratzig-surrende Begleitung bei „Higher Wire“ oder das herrliche proggige Pink Floyd-umwehte Intro bei „Solid“.

Das launige Titelstück „Desperate Man“ überrascht mit angedeuteten stonesken „Sympathy For The Devil“-Reminiszenzen, um dann mit „Jukebox And A Bar“ und „Drowning Man“ in Ohrwurm-Manier den Ausklang der CD zu bestreiten.

Eric Church kann die Kirche im Dorf lassen und braucht angesichts seines neuen Werkes „Deperate Man“ gewiss nicht zum Desperado mutieren. Eher ein echtes countrymusikalisches Machtwort vom ‚Chief‘ (toll auch sein variabler Gesang), wie es auch die sofortige Platzierung wiederspiegelt. Zweifelsohne eine gelungene Fortführung seines stilistischen Werdegangs mit vielen relaxten schönen Songs. Tolles Album!

EMI Records Nashville (Universal Music) (2018)
Stil: New Country & More

01. The Snake
02. Hangin’ Around
03. Heart Like A Wheel
04. Some Of It
05. Monsters
06. Hippie Radio
07. Higher Wire
08. Desperate Man
09. Solid
10. Jukebox And A Bar
11. Drowning Man

Eric Church
Eric Church bei Facebook
Oktober Promotion

Neilson Hubbard – Cumberland Island – CD-Review

Hubbard_300

Review: Michael Segets

Nach langer Pause legt Neilson Hubbard sein fünftes Solo-Album „Cumberland Island” vor. Für die Aufnahme seines neuen Longplayers holte er eine Riege von bekannten Session-Musikern aus Nashville, seinem derzeitigen Wohnort, zusammen: Will Kimbrough an den Gitarren, Joshua Britt an der Mandoline, Eamon McLoughlin an der Violine und Dean Marold am Bass. Neben dem Gesang steuert Hubbard Schlagzeug und Percussion bei.

Die Vorgeschichte zur Entstehung der CD erläutert der Musiker in den Liner-Notes. Frisch verheiratet reiste Hubbard mit seiner Frau auf die zu Georgia gehörende Atlantikinsel Cumberland Island. Die wild-romantischen Impressionen, die das Meer, die Ruinen und die dort lebenden Wildpferde bei ihm erzeugten, fängt Hubbard in seinen Songs ein. Das Album schlägt leise Töne an und lädt zum Träumen ein. Die Liebeslieder transportieren eine sanfte, leicht wehmütige Stimmung.

„Cumberland Island“, „Save You“, „Can’t Look Away“ und „How Much Longer Can We Bend“ sind atmosphärisch dichte Balladen. Durch die volle Instrumentierung erhalten sie einen leicht poppigen Einschlag. Instrumental zurückgenommen und geerdet ist das sehr schöne „My Heart Belongs To You“. „Don’t Make Me Walk Through This World On My Own”, „Let It Bleed“ und „For My Love” werden durch das Piano von Danny Mitchel und den gefühlvollen Gesang von Neilson Hubbard getragen.

Von den Balladen ist das mit dezenter Geige begleitete „Oh Black River“ am deutlichsten dem Americana zuzuordnen. Der Titel zählt ebenso wie das etwas flottere „If The Sun Comes Up Tomorrow” zu meinen Favoriten. Highlight des Albums ist aber „That Was Then” – ein hervorragender Titel ohne überflüssige Schnörkel. Locker rockig mit gelungener Gitarrenbegleitung geht der Refrain unmittelbar ins Ohr.

Der schnellste Song der CD täuscht allerdings etwas über deren Grundanlage hinweg.  „Cumberland Island“ produzierte Hubbard zusammen mit Ben Glover, mit dem er zudem einige der Stücke schrieb. Der Singer/Songwriter aus Jackson, Mississippi, hat sich auch als Produzent von Werken anderer Künstler bereits einen Namen gemacht. Hubbard arbeitete unter anderem mit Glen Philips, Matthew Ryan, Matthew Perryman Jones und David Knopfler.

Die ruhigen Tracks erinnern an das Debüt von Chris Keys. Bei ihnen schwingt Fernweh und die Sehnsucht nach Heimat und Geborgenheit mit. Hubbards persönliches Werk eignet sich daher vortrefflich, um Spätsommerabende – vielleicht an einem Feuerkorb und mit einer Flasche Wein – ausklingen zu lassen.

Proper Records/H’ART (2018)
Stil: Americana

Tracks:
01. Cumberland Island
02. Save You
03. My Heart Belongs To You
04. Can’t Look Away
05. Don’t Make Me Walk Through This World On My Own
06. If The Sun Comes Up Tomorrow
07. That Was Then
08. How Much Longer Can We Bend
09. Let It Bleed
10. Oh Black River
11. For My Love

Neilson Hubbard
Neilson Hubbard bei Facebook
H’ART Musik-Vertrieb GmbH