The Liza Colby Sound – 13.04.2019, Kulturrampe, Krefeld – Konzertbericht

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Seine Impressionen aus dem niederländischen Weert verband Jörg mit dem heißen Tipp, The Liza Colby Sound live zu erleben. Dieser Empfehlung sind Gernot und ich gerne gefolgt, zumal der Abschluss ihrer ersten Europa-Tournee die Band in unsere heimatliche Kulturrampe führte. Circa hundert weitere Besucher wollten sich die vorerst letzte Gelegenheit, Liza Colby und ihre Begleiter auf der Bühne zu sehen, nicht entgehen lassen. Der Rahmen für ein angemessenes Finale der Tour war also gegeben.

Markus „Pille“ Peerlings ließ es sich natürlich nicht nehmen, das Energiebündel aus New York persönlich anzukündigen. Zuvor erinnerte er in eigener Sache an den neu gegründeten Förderverein der Kulturrampe, der hilft das tolle Konzertangebot der Location zu ermöglichen.

Um 21:15 Uhr legte The Liza Colby Sound mit neuen Stücken los, die keinen Zweifel an dem weiteren Verlauf des Abends aufkommen ließen. Kräftig treibender Rock stand auf dem Programm, der Assoziationen zu den frühen Jefferson Airplane oder Led Zeppelin weckte. Liza Colby wird gelegentlich mit Tina Turner verglichen. Die Ähnlichkeiten beschränken sich jedoch eher auf Äußerlichkeiten, wie die Löwenmähne und die energische Art, sich in High Heels über die Bühne zu bewegen.

Vor allem die glänzenden Einlagen von Jay Shepard an der Gitarre nutzte die Sängerin mehrmals, um sich lasziv auf der Bühne zu rekeln. Temperamentvoll und ausdrucksstark – zumeist mit einem Tamburine bewaffnet – zeigte Liza Colby durchgängige Präsenz und zog in ihrer spärlichen Bekleidung die Blicke auf sich. Die Musik hätte es dabei gar nicht nötig, dass durch gewagte Bühnenoutfits von ihr abgelenkt wird.

Der Beginn des Konzerts stand ganz im Zeichen des neuen Tonträgers „Object To Impossible Destination“, der fast komplett vorgestellt wurde. Das Album erscheint offiziell erst im Juli, aber die Band hatte bereits einige Pressungen im Gepäck. Auf die ineinander gespielten „Cool Hand“ und „Creep On“ folgten „Try Me“ und „Young Girl“. Nach einer knappen halben Stunde, bei der kaum Zeit zum Luftholen blieb, richtete die Bandleaderin einige Worte an das Publikum.

Im Mittelteil griff die Band auf Stücke ihrer EP „Draw“ und ihrer Live-EP zurück. Dabei wurden auch einzelne langsamere Titel eingestreut, wobei die Songs meist komplexe Spannungsbögen aufbauten und schließlich doch einen deutlichen Rockeinschlag der härteren Art bekamen. So war „Codine“ einer der hervorragenden Titel des Konzerts.

Bei „White Light“ gestaltete Alec Morton am Bass das Intro. Charles P. Roth gab seine Künste am Schlagzeug in einem mehrminütigen Solo zum Besten. Er bearbeitete ausgiebig alle zu Verfügung stehenden Felle und Becken, was ihm tosenden Applaus einbrachte, zumal er das Publikum zur gesanglichen Begleitung seines Intermezzos einlud. Die Rhythmusgruppe begleitete durchweg souverän die Performance von Colby und bildete den Hintergrund für die vielen Soli von Jay Shepard. Der zeigte an seiner Gitarre, dass er sowohl filigrane Töne als auch deftige Rückkopplungen in seinem Repertoire hat.

Von Videos bekannt fügten sich „Cryin“ und das starke „Thunder Rolling“ nahtlos in die Vorstellung ein. Der neue Titel „Shake You“ stellte für mich einen der Höhepunkte des Auftritts dar. Bei ihm stieg Liza Colby von der Bühne runter und mischte die Menge hautnah auf.

Zum Ende des Konzerts stellte die Sängerin zunehmend Kontakt zum Publikum her, indem sie zum Mitklatschen animierte oder einen Wechselgesang mit ihm anstimmte. Mit „Eye On You“, das wohl die erste Single des neuen Albums wird, ging das Hauptset zu Ende. Nach der Zugabe „Oh Baby“ verabschiedete sich die Band nach 85 energiegeladenen Minuten.

Nach dem Auftritt nahmen sich die sympathischen Bandmitglieder viel Zeit für die alten und neuen Fans. Da ich die in den Startlöchern stehende CD noch nicht kannte, half mir Jay Shepard bei der Zuordnung der Titel zur Setlist. Dort erfuhr ich auch, dass die Band im Oktober wohl wieder den Sprung über den Atlantik machen wird. Wer jetzt The Liza Colby Sound verpasst hat, erhält im Herbst eine neue Chance. Also: Augen und Ohren offenhalten!

Line-Up:
Liza Colby (vocals, tambourine)
Jay Shepard (guitar, vocals)
Alec Morton (bass)
Charles P. Roth (drums, vocals)

Text: Michael Segets
Bilder: Gernot Mangold

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Kulturrampe Krefeld

The Liza Colby Sound – 31.03.2019, De Bosuil, Weert – Konzertbericht

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Die Amerikanerin Liza Colby tourt dieses Jahr zum erstem Mal mit ihrer Band durch Europa und macht auch am 13.04.2019 in unserer Kulturrampe in Krefeld einen Konzertstop. Vorab hatte ich aber schon jetzt Gelegenheit The Liza Colby Sound live im niederländischen Musiekzentrum „De Bosuil“ in Weert zu erleben.

Die nur leicht bekleidete Liza Colby brachte knallharte Rockmusik mit quietschenden Gitarrenriffs, viel Anleihen aus dem Soul und teils leichten psychedelischen Einflüssen, aber auch mit ruhigen Passagen, die ihre tatsächlich guten Sangeskünste hervortreten ließen, zum Besten.

Dazu stöckelte die biegsame Liza à la Tina Turner wie ein Wirbelwind und mit äußerst extrovertierten erotischen Tanzbewegungen über die Bühne. Eine gehörige Portion Sexappeal scheint ja auch ihr Markenzeichen zu sein, schaut man sich mal ihre Videoclips auf youtube an. Auch in der Musikbranche gilt eben: Sex Sells!

Wer jetzt Appetit bekommen hat, darf sich wie gesagt u. a. auf den Gig im April in der Kulturrampe freuen mit einem ausführlicheren Bericht hier an gleicher Stelle im SoS.

Und zum Schluss noch einen ganz herzlichen Dank an das nette Team von De Bosuil für die reibungslose Akkreditierung im Nachhinein.

Line-Up:
Liza Colby – lead vocals
Jay Shepard – guitar
Charles P. Roth – drums
Alec Morton – bass

Text und Bilder: Jörg Schneider

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Musiekcentrum De Bosuil Weert
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Samantha Martin & Delta Sugar, 22.02.2019, Kulturrampe, Krefeld – Konzertbericht

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Nach knapp zwei Monaten Liebesentzug war es am 22.02.2019 endlich wieder soweit: Kulturrampen-Time! Dafür schien das Wiedersehen um so leidenschaftlicher zu werden, denn mit Samantha Martin & Delta Sugar hatte sich ein überaus heißer Blues-Soul-Rock-Act in großer Septett-Formation aus dem kanadischen Ontario im kleinen Krefelder Club angesagt.

Auch KR-Macher Markus Pille Peerlings musste dringend seine Akkus wieder aufladen und war aus einer länger-wöchigen Reha-Phase nun wieder für große musikalische Events und Taten einsatzbereit. Er feierte ebenfalls seine diesjährige Konzert-Premiere in seinem zweiten ‚Wohnzimmer‘.

21:15 Uhr schlängelte sich die Band um ihr anführendes Energiebündel Samantha Martin durch die proppenvolle Location, um mit Tracks wie dem satt groovenden Opener „Rocky“, dem CCR-angehauchten „All Night Long“ oder dem herrlichen Schwofer „Gonna Find It“ schwül-heiße New Orleans-Frenchquarter-Atmosphäre im Auditorium zu verbreiten.

Die kleine aber durchaus charismatische Fronterin überzeugte mit gewaltiger Energie und Emotionalität in ihrer Stimme und ansteckender Bühnenpräsenz, die von den beiden dunkelhäutigen Sängerinnen Sherie Marshall und Mwansa Mwansa (was für eine Erscheinung!), noch weitere vokale Vehemenz in Sachen Harmonien und Backgrounds erhielt.

Aber auch die beiden überragend agierenden Curtis Chaffey (mit akribisch genauem E-Gitarrenspiel) und Andrew Moljgun mit seinen Keyboard-Klimpereien sowie einigen furiosen Saxofoneinlagen, als auch die satt groovende Rhythmusfraktion, bestehend aus Ian MacEwan am Bass und ‚Babyface‘ Stephen Adu am Schlagzeug, hatten erheblichen Anteil daran, dass es in der Rampe wie in einem Hexenkessel brodelte.

Das Publikum tanzte, wippte und tobte schon im ersten Set, das mit dem swampigen Stomper „Don’t Shoot“, dem Stones-Cover „Happy“ sowie dem progressiv-umwobenen „My Crown“, weitere intensive Highlights bot.

Klar, dass der Umsatz an kühlen Gersten-Getränken nicht nur in der folgenden Pause florierte. „Feel Good“, der Opener des zweiten Abschnittes, stand quasi metaphorisch für den Rest der Show.  Die Stimmung und Begeisterung in der Rampe steigerte sich von Minute zu Minute, man blickte allseits in beglückte und euphorisierte Gesichter.

Mein persönlicher Favorit  des Abends, das countryeske Lucinda Williams-Stück „Fruits Of My Labor“ (sinnbildlich auch vielleicht auch als Belohnung für Pille Peerlings grandiose Arbeit zu sehen) sowie das furiose Cover-Trio mit „Hard To Handle , „Proud Mary“ (mit Duett-Einbindung unseres Facebook-Freundes ‚Mod Idul‘), und „The Letter“ in jeweils grandiosen Versionen brachten zum Abschluss die Grundmauern der Rampe regelrecht ins Wanken.

Jedem Besucher war am Ende klar, dass Manny Montanas Teenage Head Music mit Samantha Martin & Delta Sugar wieder mal ein absolutes Ass aus dem Ärmel gezogen hatte. Ein unvergesslicher Abend in Krefelds-Parade-Rock Club und zugleich schon ein früher Konzerthöhepunkt 2019!

Line-up:
Samantha Martin (lead vocals, acoustic guitar)
Curtis Chaffey (electric guitar)
Ian MacEwan (bass)
Stephen Adu (drums)
Andrew Moljgun (keys, saxophone)
Sherie Marshall (bgv)
Mwansa Mwansa (bgv, percussion)

Bilder: Jörg Schneider
Text: Daniel Daus

Samantha Martin & Delta Sugar
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Red Beard, 20.12.2018, Kulturrampe, Krefeld – Konzertbericht

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Das Musikjahr 2018 neigt sich dem Ende entgegen und was kann es Schöneres geben, als die Konzertsaison nochmals mit einem verheißungsvollen Teenage Head Music-Southern Rock-‚Jung-Act‘ in unserer geliebten Kulturrampe abzuschließen.

Zunächst möchte ich kurz ein paar salbende Worte über diese beiden langjährigen Kooperationspartner verlieren. Das Label Teenage Head Music um ihren Mastermind Manny Montana hat auch 2018 wieder einen unermesslichen Beitrag geleistet, den Southern Rock in Europa präsent zu halten. Besonders lobenswert aus meiner Sicht, dass man sich nicht auf den Lorbeeren funktionierender arrivierter Bands ausruht, sondern immer bestrebt ist, neuen jungen, nicht minder talentierten Combos, eine Plattform zu bieten.

Gar nicht oft genug kann man den Einsatz von Markus ‚Pille‘ Peerlings hervorheben, dem es auch dieses Jahr wieder mit unermesslichem Einsatz, trotz der begrenzten Möglichkeiten seiner Krefelder Kult-Location, gelungen ist, ein Wahnsinnsprogramm auf die Beine zu stellen, und der auch für 2019 schon wieder die Weichen für tolle Musik gestellt hat. Danke lieber Pille, wo wäre bodenständige Rockmusik heute ohne Typen wie dich und solche Clubs?

Kommen wir aber nun zu Red Beard, eine mir bis dato nur namentlich bekannte Band von den Kanaren (mit denen ich in meinem bisherigen Leben nur urlaubstechnisch in Berührung gekommen bin). Die hatten mit ihrem, vom geschätzten Kollegen Michael Segets reviewten Album „Dakota„, einen aktuellen Longplayer am Start.

Nachdem Bandchef Jaime Jiménez Fleitas und der quirlige Lead-Gitarrist Fabio La Perna ihre Arbeitsgeräte bei einem kurzen Intro im Twin-Modus ‚vorgeglüht‘ hatten, wurde mit „Something Real“ durch ein ein kurzweiliges Gemisch aus Southern- und Country Rock-Ingredienzien losgestampft.

Soweit ich meine handschriftlichen Notizen überschauen kann, wurde in dem gut 20 Stücke umfassenden Programm (inklusiv der beiden launigen Zugaben „I’m Trying To Do My Best“ und „Hold On“) bis auf zwei Cover-Nummern („Can’t You See“ und „Midnight Rider“), auf den Fundus ihrer bestens anhörbaren Eigenkreationen gesetzt.

Auffälig war, das bei vielen Stücken eingestreute Stones-Gitarrenriff-Fundament als Rhythmus-Untermalung, das dann mit den typischen Zutaten à la Skynyrd, Marshall Tucker, Georgia Satellites oder auch Blackberry Smoke (bei Country-lastigeren Sachen wie zum Beispiel „I Can’t Slow Down“) kombiniert wurde.

Das neue Album „Dakota“ wurde dabei lobenswerter Weise komplett vorgestellt. Klasse hier u. a. der Opener des Werkes „A Place To Settle Down“ mit seinen „Sweet Home Alabama“-Reminiszenzen oder der schunklige Footstomper „Begging For More“. Wenn es dem regelrecht bescheiden wirkenden Fronter Jaime Jiménez Fleitas vielleicht gelingt, noch etwas kommunikativer (vielleicht mal mit ein paar Ansagen oder Anekdoten vor den Songs) und mitreißender auf das Publikum zuzugehen, kann hier in Zukunft ein äußerst verheißungsvoller Southern Rock-Live-Act gedeihen.

Insgesamt aber ein musikalisch überzeugendes Debüt von Red Beard in der Krefelder Kulturrampe, das von etwa 50 Zuschauern zurecht mit viel Applaus und teilweise fast ekstatischem ‚Updancen‘ anerkannt wurde. Die Spanier reihen sich damit würdig in Liste von Bands der jungen New Southern Rock-Generation wie Robert Jon & The Wreck, Voltage, The Trongone Band, Them Dirty Roses, The Vegabonds & Co. ein, deren Entwicklung mit Spannung weiterverfolgt werden darf. Ein sehr gelungenes Jahresfinale in der Rampe!

Line-up:
Jaime Jiménez Fleitas (lead vocals, electric guitar)
Fabio La Perna (electric guitar, vocals)
Francisco Marrero Fajardo (bass)
Josiño Perez (drums)

Bilder: Jörg Schneider
Text: Daniel Daus

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The Trongone Band, 08.12.2018, Kulturrampe, Krefeld – Konzertbericht

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Eigentlich war es ja erneut ein Wetter, um auf der Couch liegen zu bleiben. Da mit den Jungs von The Trongone Band aber ein äußerst verheißungsvoller New Southern Rock-Act erstmalig in unserer geliebten Kulturrampe in Krefeld vorstellig wurde, schwangen Gernot und ich natürlich unseren Hintern hoch. Da zählt das Engagement von Leuten wie KR-Chef Pille Peerlings und der Support von solch tollen Clubs einfach deutlich mehr, als manchmal die eigenen Befindlichkeiten.

Der durfte sich dann auch bei einem Erstauftritt von einer hier recht unbekannten Band über eine ziemlich gut gefüllte Location freuen (wenn ich mich recht erinnere, haben heutige Rampenfeger wie Hogjaw oder Robert Jon & The Wreck damals bei ihren Debüts vor deutlich weniger Zuschauern begonnen).

Ja, The Trongone Band. Ich glaube, dass es auch ein wenig mit mein Verdienst ist, dass diese Burschen in Europa zu sehen sind. Nach einem Geheim-Tipp meines Bekannten Harald Birkner hatte ich ihr Management um die Überlieferung ihres Erstlings „Keys To The House“ gebeten. Ich sehe mich heute noch bei der Verfassung meines überschwänglichen Reviews in unserem holländischen Urlaubsort Kamperland auf der Terrasse sitzen. Somit war ich vermutlich der erste, der etwas über das Virginia-Quartett in Deutschland publiziert hatte.

Nach der Fertigstellung folgte auf dem Fuße die Anfrage, ob ich Kontakte für Auftritte in Europa wüsste oder herstellen könnte. Da war es natürlich keine Sache, unsere Freunde und Experten auf diesem Gebiet, Teenage Head Music, ins Spiel zu bringen. Und siehe da, heute stehen sie unter der THM-Fahne auf den einschlägigen, dieser Musik gegenüber offenen Bühnen unseres Kontinents.

Da der Vierer um die beiden Trongone-Brüder Andrew und Johnny, sowie ihre Mitstreiter Ben ‚Wolfe‘ White und Chip Hale bis jetzt nur besagten Silberling und eine mit recht identischen Liedern bestückte Live-Scheibe im Portfolio zu bieten haben, war bereits mit dem Opener „Nothing To Lose“ klar, dass hier auch der Fokus liegen würde.

Gitarrist und Fronter Andrew Trongone und Keyboarder Ben ‚Wolfe‘ White hatten die Lead Vocals inne, die im ersten Abschnitt bei mir direkt vor der Bühne, wie auch der Gesamt-Sound (ziemlich Schlagzeug-lastig), teilweise etwas dumpf rüber kamen. Das besserte sich dann im  weiteren Verlauf aber zusehends.  Beide überzeugten vor allem bei ihren vielen Solo-Einlagen an ihren Instrumenten Telecaster, beziehungsweise Hammond-Orgel und E-Piano.

Chip Hale ließ seinen Tieftöner sehr filigran pumpen und hatte einen tollen einfühlsamen Groove, während sein Rhythmus-Partner Johnny Trongone viel Power erzeugte.

Als sich bei Andrew Trongone eine Gitarren-Saite in der Endphase bei „Straight To Hell“ in die Hölle verabschiedet hatte, trotzte dieser relativ beherrscht und abgeklärt der für ihn unangenehmen Situation und drehte dann mit Fünfen erst so richtig auf. Respekt dafür.

Erwähnenswert sind sicherlich auch die toll gespielten Cover-Versionen, wovon das grandios performte Dire Straits-Stück „Money For Nothing“ herausragte, aber auch der Little Feat-/Lowell George-Schwofer „Willin'“ und der fulminant gejammte „New Speedway Boogie“ (Grateful Dead) im Zugabenteil begeisterten.

Gefreut habe ich mich übrigens über die Anwesenheit meiner zur Zeit arg gebeutelten und wie so oft trinkfreudigen Rot-Weiß Essen-Freunde Happo & Co., die mit sachkundigen Kommentaren wie „Zugabe“ (schon nach dem vierten Lied „Anne Marie“), „ach, das spielen die auch?“ (nach undefinierbaren Anfangs-Akkorden eines Stückes) oder „ich muss Montag arbeiten“ (angesichts des sich immer weiter verlängernden Endabschnittes des Gigs),  ihrer ungezügelten Ruhrpottschnauze mal wieder freien Lauf ließen.

Im Anschluss an den Gig entpuppten sich die Trongone Band-Burschen vorne im Bluebird-Cafe als sehr nette, aufgeschlossene als auch sympathische Typen und kehrten für unser VIP-Logo-Bild nochmals auf die Bühne der Rampe zurück. Nach ihren nächsten Auftritten in den Niederlanden, Frankreich und Spanien können sie Weihnachten mit stolzer Brust von ihrer ersten Europa-Tournee in die Staaten zurückkehren. Wiedersehen ganz  klar erwünscht!

Line-up:
Andrew Trongone (lead vocals, electric guitar)
Ben White (keys, lead vocals)
Chip Hale (bass, vocals)
Johnny Trongone (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

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Red Beard – Dakota – CD-Review

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Review: Michael Segets

Jaime Jiménez Fleitas, alias Red Beard, überrascht auf „Dakota” mit satten Southern Rock-Klängen. Waren die Vorgänger „Nobody’s Gonna Bring Me Down Vol. 1 & 2“ und „All Or‘ Nothing“ vom Country geprägt, schlägt Red Beard nun deutlich rockigere Töne an.

Der Auftakt „A Place to Settle Down“ erinnert stark an Lynyrd Skynrd und gibt die musikalische Marschroute der CD vor. Bei „Hit ‚Em Low, Hit ‚Em Harder“ legt Red Beard tempomäßig eine Schippe drauf. Keys sorgen für einen vollen Sound und unterlegen die hohen Gitarrenläufe. Mit „Don’t Need to Knock on Wood“ und dem druckvollen „Hold On“ folgen weitere zwei erdige Rocksongs, wobei vor allem der letztgenannte Assoziationen zu Sweetkiss Momma hervorruft.

In alle Stücken streut Red Beard kurze Gitarrensoli ein, die unterschiedlich gestaltet sind und sich hervorragend in die jeweiligen Titel einfügen. Er trifft mit den straight gespielten Soli für meinen Geschmack genau das richtige Maß, zumal ich kein Freund von ausufernden Instrumentalpassagen bin.

In der Mitte des Albums schaltet Red Beard einen Gang runter. Die balladesken, mit kräftigem Rhythmus versehenen „Crank It Up“ und „I’m Your Man“ umweht ein angenehmer Southern-Wind.

Trotz der rockigeren Ausrichtung von „Dakota“ stellt das neue Werk keinen Bruch zu den bisherigen Veröffentlichungen von Red Beard dar. Die Orientierung am Country scheint bei „Begging for More“ und noch stärker bei „Nowhere Road“ durch.

Eine etwas dunklere Atmosphäre erzeugt das trotzige „Nobody’s Gonna Bring Me Down“. Zu ihr trägt auch die streckenweise technisch verzerrte Stimme von Jaime Jiménez Fleitas bei. Mit dem starken Titel, ebenso wie mit dem locker rockenden, durch weiblichen Backgroundgesang und Bar-Piano unterstützen „The Devil Showed Up With A Better Deal“, setzt Red Beard am Ende des kurzweiligen Tonträgers nochmal ein Ausrufezeichen.

Die kanarischen Inseln, von denen Jaime Jiménez stammt, fehlten bislang auf meiner Southern Rock-Landkarte. Mit „Dakota“ hat sich das geändert. Red Beard erfindet den Southern Rock vielleicht nicht neu, aber er bereichert ihn durch sein ausgewogenes und durchweg gelungenes Album. Gerade der unverkrampfte Blick auf das Genre und die Tendenz, einen Schwerpunkt auf Rockelemente zu legen, machen die CD besonders hörenswert.

Red Beard startete seine Europatour in Spanien und kommt über Frankreich nach Deutschland. Dort sind im Dezember elf Konzerte geplant. Teenage Head Music promotet die Tour (An dieser Stelle sei Manny gedankt, der die Besprechung ermöglichte.) und daher kommt er auch an einen unserer beliebtesten Veranstaltungsorte. Am 20.12. steht Red Beard in der Krefelder Kulturrampe auf der Bühne.

THW Records/Peermusic (2018)
Stil: Southern Rock

Tracks:
01. A Place to Settle Down
02. Hit ‚Em Low, Hit ‚Em Harder
03. Don’t Need to Knock on Wood
04. Hold On
05. Crank It Up
06. I’m Your Man
07. Begging for More
08. Nowhere Road
09. Nobody’s Gonna Bring Me Down
10. The Devil Showed Up With A Better Deal

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Robert Jon & The Wreck, 25.10.2018, Kulturrampe, Krefeld – Konzertbericht

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Festwoche in Sounds Of South! Mit Hogjaw, Robert Jon & The Wreck und Blackberry Smoke gibt es gleich drei für unser Magazin höchst-relevante lupenreine Southern Rock-Acts innerhalb von fünf Tagen zu beleuchten, zwei davon in unserer geliebten Kulturrampe. Da geht dem Southern Rock-Fan natürlich das Herz auf.

Den Anfang machten, wie bereits berichtet, vor ausverkaufter Hütte, die hart rockenden Hogjaw-Schießgesellen, mit partieller Überraschungsunterstützung von Robert Jon und seinen Wrecks. Die waren dann als nächste an der Reihe.

Ich mache keinen Hehl daraus, dass die Kalifornier sich zu einer meiner Lieblingsbands gemausert haben und meiner Ansicht nach den etablierten (sich meist nur noch selbst covernden) Altgrößen der Zunft längst den Rang abgelaufen haben.

Diesmal war der besondere Reiz, wie der Verlust ihrer beiden Langzeitmitglieder Christopher Butcher und Dave Pelosi durch die beiden Neulinge Warren Murrel und Henry James kompensiert werden konnte.

Letztgenannter, der mit seinem Wuschelkopf und seinen hippiesken Klamotten als auch seinem quirligen Saitenspiel wie ein plötzlich aufgetauchter Nachkömmling von Allen Collins daherkommt, hatte ja schon beim Hogjaw-Gig seine Fingerfertigkeit mehr als nur angedeutet. Auch Leader Jon Burrison hatte uns nachher gegenüber von einer immensen Weiterentwicklung ’seines‘ Kollektivs durch ihn vorgeschwärmt – zurecht, wie wir es dann an diesem Abend bewiesen bekommen sollten.

Schon direkt der teuflisch brodelnde Opener „The Devil Is Your Best Friend“ deutete auf eine Riesen-Southern-Show hin. Auch das folgende, hammerstarke „Blame It On The Whiskey“ ließ die heutigen Skynyrd & Co. in Vergessenheit geraten. Der heimliche Star des Abends Henry James offerierte schon zu Beginn dabei seine Slide-Qualitäten.

Hier direkt ein Wort zum längst nicht mehr so introvertiert wie früher wirkenden Bandleader. Der ist mittlerweile richtig kommunikativ und lässt seine ihn umgebenden Burschen nach Herzenslust gewähren und ihre Künste in den Vordergrund stellen, während er durch seine charismatische Persönlichkeit (natürlich auch seinen Gesang und das E-Rhythmus-Gitarrenspiel) trotzdem eindeutig die Führungspräsenz suggerierte. Nebenbei gesagt, ist er auch ein ganz netter, bodenständiger und auch dankbar erscheinender Mensch.

Spätestens beim, vom angefixten Publikum, lautstark mitgesungenen Refrain von „Rollin'“ (herrliches HT-Geklimper von Steve Maggiora, Mörder-Slide von James), glich die Rampe einem Hexenkessel. Ja, ich kam mir fast vor wie im alten gefürchteten Georg-Melches-Stadion, ähm, ok Pille, in der Grotenburg, bei den einstigen Klassikern des Uerdinger Clubs gegen Rot-Weiss Essen…

Das knapp 20-minütige „Whipping Post“ in Set 1 bot dem zweiten Newcomer Warren Murrel mit Bass-Intro und -Solo, sowie dem schlaksigen, wieder grandios trommelnden Drummer Andrew Espantman, dem Tastenkönner Steve Maggiora, sowie Saitenhexer Henry James, eine schöne Spielwiese zur Demonstration ihres versierten Könnens.

Fronter Robert hatte viel zu gucken, als die Jungs mit „I Got My Eyes On You“ in den zweiten Teil des Gigs einstiegen, denn die Rampe war auch nach der Pause  rappelvoll. Fasziniert vom Treiben der Kalifornier wurde mitgegroovt, -getanzt und -gesungen (selbst beim gar nicht mal so einfachen Refrain vom Ohrwurm „Old Friend“ zeigten sich die Rampenbesucher absolut textsicher).

Die wunderbare Ballade „Mary Ann“ (ganz klasse von Robert gesungen) sowie das mit Allman Brothers- und Marshall Tucker Band-Ingredienzien gespickte furiose „Cold Night“ (Henry James einfach nur grandios in den Soli) ragten weiterhin in Part 2 heraus.

Die Audienz ließ das Quintett erst gar nicht von der Bühne und bekam dann als quasi (inoffizielle) erste Zugabe mit „Witchcraft“ eine weitere Instrumentalschlacht geboten. Als die wirklich alles gebende Band dann mit dem hervorragenden „Glory Bound“ noch einen ‚oben‘ drauf gesetzt hatte, war das Spektakel endgültig vorbei und alle versammelten sich noch im Blue Bird Cafe der Rampe zu den üblichen Après-Aktivitäten.

Die Teenage Head Music-Repräsentaten Manny Montana und Jochen von Arnim, Rampen-Chief Pille Peerlings, wir vom SoS und alle sonstigen begeisterten Beteiligten hatten wohl einen der besten Gigs aller Zeiten in dieser Location erlebt. Für mich persönlich waren Robert Jon & The Wreck das Highlight bisher in 2018!

Line-up:
Robert Jon Burrison (lead vocals, electric guitar)
Henry James (electric guitar, vocals)
Warren Murrel (bass)
Andrew Espantman (drums, vocals)
Steve Maggiora (keys, vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Robert Jon & The Wreck
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Hogjaw, 23.10.2018, Kulturrampe, Krefeld – Konzertbericht

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Was für ein Abend in der Krefelder Kulturrampe und dazu noch mit einer faustdicken Überraschung, die sich unsere Freunde von Teenage Head Music da ausgedacht hatten. Später mehr dazu.

Das Arizona-Quartett Hogjaw hatte auf ihrer Europa-Tournee für ihr letztes Konzert noch einmal in unserem beliebten niederrheinischen Lieblings-Club Halt gemacht, der einzige Stopp in unserem Land übrigens.

Klein vor wenigen Zuschauern angefangen, hat sich die Band um ihren Leader Jonboat Jones im Laufe der letzten Jahre zu einer echten Institution in der Rampe entwickelt. Klar, dass der Gig in ‚Nullkommanix‘ ausverkauft war.

Das eingespielte Team stellte nach Pilles Ansage sofort mit dem Opener „Rollin‘ Thunder“ und dem fetten Stampfer „Where Have You Gone“ klar, wer die neue Führungsrolle im Southern Hard Rock-Bereich beansprucht: Molly Hatchet war gestern, hier kommt Hogjaw!

Schade im ersten Set war nur, dass bei „North Carolina Way“, das mir bei ihrem letzten Auftritt schon klasse gefallen hatte, Jimmy Roses Stimme, bei seinem einzigen Einsatz am Frontmikro, erst im letzten Drittel des Liedes vernünftig zu hören war.

Highlight hier das finale „County Line” mit furiosem Instrumentalfinish, eigentlich schon als vermeintlicher Höhepunkt von mir zu dieser Phase vermutet. Aber es sollte anders kommen.

Der zweite Teil knüpfte mit „Never Surrender“ nahtlos an die erste knackige Hälfte an. Klasse hier dann das Titelstück des aktuellen Albums „Way Down Yonder“ mit Charlie Daniels-typischer Sprechpassage und Publikums-Mitsing-Interaktion, sowie natürlich das, im wahrsten Sinne des Wortes, ‚feurige‘ „Gitsum“, das, mit seinem dazu gedrehten Video (unbedingt mal im Netz anschauen und bitte nicht ganz bierernst nehmen…), Freunden des Waffengebrauchs vermutlich bereits vielfach Freudentränen in die Augen getrieben und dem eher weniger zu Humor neigenden Pazifisten sicherlich das Blut in den Adern gefrieren lassen hat.

Kommen wir zur Überraschung des Abends. Die Jungs von Robert Jon & The Wreck, genauso wie Hogjaw aus dem Teenage Head-Portfolio, die sich zur Zeit auch auf Tour befinden, hatten einen Tag Pause und waren ebenfalls in der Rampe zugegen.

Was dann ab da auf der Bühne bei „I Will Remain“, „This Whiskey“ und dem Freddie King-Klassiker „Going Down“ abging, als Keyboarder Steve Maggiora, Neu-Gitarrist Henry James und letztendlich Fronter Robert Jon Burrison peu à peu dazu gestoßen waren, entpuppte sich als Mega-Southern Rock-Kino der Extra-Klasse. Vor allem die, mit drei Leadgitarristen, quasi in Armee-Stärke zelebrierten Instrumentalpassagen, ließen einem, schier endlos erscheinende, wohlige Schauer über den Rücken laufen.

Das sind dann wohl die speziellen Glücksmomente, mit denen Leute wie THM-CEO Manny Montana, KR-Chef Pille Peerlings und auch wir von Sounds Of South für unseren umtriebigen Einsatz im Sinne der Southern Rock-Sache belohnt werden. Nicht zu vergessen, die treuen und begeisterungsfähigen Besucher, die solche einzigartigen und mit Herzblut geführten Clubs wie die Rampe am Laufen halten. Sensationell!

Die zwei stürmisch geforderten Zugaben mit u. a. „Road Of Fools“ – wieder im reinen Hogjaw-Line-up – waren da natürlich eine nette Geste in Richtung Band, aber eigentlich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr unbedingt notwendig.

Ein unvergesslicher Abend in der Kulturrampe. Die neuen Könige des Southern Hard Rocks heißen eindeutig – ohne Wenn und Aber – Hogjaw!!!

Line-up:
Jonboat Jones (lead vocals, electric guitar)
Jimmy Rose (electric guitar, vocals, lead vocals)
Elvis DD (bass)
J. ‚Kwall‘ Kowalski (drums, vocals, lead vocals)

Special guests:
Robert Jon Burrison (lead vocals)
Steve Maggiora (keys)
Henry James (electric guitar)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

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Dirt River Radio – 21.09.2018, Krefeld, Kulturrampe – Konzertbericht

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Die australische Band Dirt River Radio spielte nach ihrem furiosen 2016er-Auftritt in diesem Jahr wieder in der sehr gut gefüllten Kulturrampe. Im Gepäck hatten sie den gerade erschienen Longplayer „Just For Kicks“. Nicht dabei allerdings Sänger und Gitarrist Danger Alexander und Sängerin Sarah Fagan, was im Vorfeld aber schon bekannt war.

Es kann vorab aber schon gesagt werden, dass der Rest der Band das Fehlen der beiden Protagonisten sehr gut kompensierte. Da die Gesangsparts auf alle Vier verteilt wurden, gab es  in dieser Hinsicht sehr viel Abwechslungsreichtum zu vermelden. Die zweite Gitarre wurde natürlich etwas vermisst und hätte den Sound etwas komplexer machen können.

Mit der akademischen Viertelstunde Verspätung stellte Pille Peerlings die Band kurz vor und um 21.15 begann der erste Set mit „Chase The Sun“ vom 2010er Werk „Beer Bottle Poetry“, das zusammen mit den aktuellen Album „Just For Kicks“ die meisten Songs stellte. Das Quartett nahm mit dieser rasanten Country-Rock’n’Roll-Nummer direkt das Publikum mit.

Heath Brady moderierte nun fast jeden Song mit einer kleinen Anekdote an, wobei sich aber auch die anderen Bandmitglieder immer wieder humorvoll einbrachten. Zur Belustigung des Publikums machte Sarah Fagan öfters mal mit einem Augenblinzeln eine Bemerkung in seine Richtung, dass er nur Geschichten erzählt.

Mit „Kill Everyone In The Room“ folgte dann direkt der Opener des aktuellen Albums, wobei der Titel auch als Metapher für das Konzert gesehen werden konnte, zumindest, wenn was die Dynamik der Songs angeht.

Im folgenden reichten sich Country-umwehte Midtempotracks wie „Broken English Girs“ oder „Blackhearted“ mit southernlastigen Songs wie „Devil On The Road“ und Stücken wie „I’ll Be The One“, bei dem durchaus zu erkennen war, dass CCR zu den Bands gehört, welche die Musik von Dirt River Radio beeinflussen, die Klinke in die Hand. Mit dem rockenden „Dangerous“, auch vom neuen Silberling, wurde dann der erste knapp 50 minütige Set unter dem Applaus der Anwesenden beendet.

Nach etwa 20 Minuten Pause begann dann das zweite Set mit dem ruhigen country-southern-mäßigen „Black Eyed Mondays“ vom 17er-Album „Sun City White“. Brady trug nun seine Mähne für ein paar Songs offen und hätte so auch in die Hippie-Woodstock-Ära gepasst. Mit „Kiss Of The Year“ gab es eine brandneue Nummer.

Nachdem Brady sich über die fragwürdige Qualität amerikanischen Biers ausgelassen hatte, folgte selbstredend die  Ballade „American Beer“, einer der stärksten Songs des Konzertes, wobei es schwer fällt, einen explizit hervorzuheben, da es keinen, nennen wir es einmal so, unnötigen Lückenfüller gab.

Nach „The River“ erzählte Brady von einem Erlebnis im Himalaya und Freundschaften, die auch zu Ende gehen können, um dies in der Countryballade „All My Friends“ dann entsprechend charismatisch zu vertonen. Nachdem er im Anschluss seine Neutralität in Sachen Fußball zur Sprache gebracht hatte, präsentierten die Vier das starke „Public Bar“.

Kurz danach kam dann bei einer zunächst sehr slow beginnenden Version von „Proud Mary“ der große Auftritt von Kellie Fernando, die stimmgewaltig das dann immer rasanter werdende Stück intonierte.

Mit „Coooksucking Blues“, einem Hard Rock-Song, in dem Elemente von AC/DC und Led Zeppelin zu erkennen waren, beendeten Dirt River Radio in furioser Manier das Konzert, um nach kurzer Zeit für zwei Zugaben die Bühne wieder zu betreten (welche sie aber eigentlich gar nicht richtig verlassen hatten).

Eine dieser war das schmalzige, mit viel Humor gebotenen Cover „Unchained Melody“ von den Righteous Brothers. Nach knapp zwei Stunden war dann der Gig, aber nicht der Arbeitstag der Band endgültig vorbei, denn die vier Australier nahmen sich noch ausgiebig Zeit,  mit den Fans in der Kneipe der Kulturrampe Smalltalk zu halten.

Ein Dank geht wie immer an das freundliche Team der Rampe, aber auch an Manny Montana von Teenage Head Music, der diese Band wieder nach Krefeld gebracht hat und es sich nicht nehmen ließ einer seiner Lieblingslocations einen Besuch abzustatten.

Wer eine authentische Band mit Rock-, Country- und Southern-Einflüssen erleben will, wird bei einem Dirt River Radio-Konzert mit Sicherheit auf seine Kosten kommen.

Line-up:
Heath Brady – Vocals, Guitar
Matt Bray – Drums, Vocals
Anthony Casey – Bass, Vocals
Kellie Fernando – Vocals, Percussion

Text und Bilder: Gernot Mangold

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Teenage Head Music
Kulturrampe Krefeld

The Broadcast – 31.08.2018, Krefeld, Kulturrampe – Konzertbericht

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Nach nicht ganz zwei Jahren kehrten The Broadcast aus der Teenage Head Music-Familie wieder in unsere geliebte Kulturrampe zurück. Obwohl die Band um ihre Masterminds Caitlin Krisko und Aaron Austin keinen ‚frischen‘ Tonträger mit am Start hatte, gab es jedoch einiges an interessanten Neuigkeiten im Rahmen dieses Gigs zu vermerken.

Zunächst durfte sich Rampen-Chef über ein so gut wie volles Haus freuen, was sich aber nach ordentlichem Vorverkauf und der starken Leistung beim letzten Mal, vermutlich auch schon abgezeichnet hatte.

Um 21:15 betrat das neu formierte Quintett die trapez-förmig verlaufende Bühne der Rampe zu ihrem letzten Deutschland-Auftritt der noch laufenden Europa-Tournee. Im Vergleich zum Konzert davor gab es mit William Seymour (bass, vocals), Michael W. Davis (drums) und Mike Runyon (keys) gleich drei Umbesetzungen zu vermelden, wobei besonders Letztgenannter mit seinen diversen Keyboard-Ingredienzien einen starken Anteil am viel progressiveren und jammigeren, aber auch in Teilen immer wieder dezent southern-rockig ausgerichteten Stil der Band beitrug.

Klar natürlich, dass das mich ein wenig an eine junge Wynonna erinnernde, charismatische Energiebündel Caitlin Krisko mit ihrer famosen Röhre und der spielfreudige Gitarrist Aaron Austin, hier immer noch eindeutig den Ton angeben, aber auch der herrlich trocken agierende, sympathische Drummer Michael W. Davis und sein agiler Rhythmus-Kollege William Seymour sorgten für viel frischen, angenehmen Wind im Bandgefüge.

Das in zwei Sets angelegte Konzert verflog im ersten Part mit Tracks wie „Eyes Of A Woman“, ihrem Paradelied „Battle Cry“, dem Instrumental „Tires“ und einer saustarken Allman Brothers-Adaption, „Try It One More Time“, wie im Fluge. Zur Überbrückung einer gerissenen Seite an Aaron Austins Stratocaster wurde mit „Today I Sing The Blues“ die kürzlich verstorbene ‚Queen of Soul‘, Aretha Franklin, gewürdigt.

Im zweiten Teil legte das immens dynamische Quintett nochmals an Intensität und Ausstaffierung ihrer Stücke wie u. a.  „Fighting The Feeling“, „Half Asleep“, „Loving You“, Led Blood“ bis zum finalen „Whipping Post“ zu. Apropos Allmans. Nach zwei Besuchen des Devon Allman Projects mit den damit verbundenen Jam-Schlachten kurz zuvor und starker beruflicher Belastung in Kombination mit recht wenig Schlaf, ging mir persönlich, der präferenzmäßig eigentlich eher auf 3-5 minütige Songs gepolt ist, ein wenig die Puste aus.

Nichtsdestotrotz, die versammelte Audienz, inklusive des wieder fleißig knipsenden SoS-Kollegen Gernot Mangold, äußerte ihre Begeisterung zurecht in frenetischen Zugabebekundungen, die mit dem knackigen, Black Crowes-umwehten Rocker „Don’t Waste It“ und der fulminanten Coverversion von „With A Little Help From My Friends“ erfüllt wurden.

Wie in der Rampe üblich, gab es anschließend im Bluebird Cafe der Location noch die fälligen Smalltalks, Verkäufe und Autogramme am Merchandising-Stand. The Broadcast ziehen jetzt weiter in Richtung Belgien, Spanien (schwerpunktmäßig) und Frankreich. Die Leute in Europa können sich glücklich schätzen, eine Band mit soviel anstehendem Potential, noch auf dieser recht persönlichen Ebene begleiten zu dürfen. Alles Gute liebe Broadcasts für den Rest der Tour und alles, was noch folgen wird…!

Line-up:
Caitlin Krisko (lead vocals, percussion)
Aaron Austin (guitar, vocals)
William Seymour (bass, vocals)
Michael W. Davis (drums)
Mike Runyon (keys)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

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