Billy Price – Dog Eat Dog – CD-Review

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Review: Michael Segets

Billy Price startete in den siebziger Jahren seine Karriere an der Seite des Blues-Gitarristen Roy Buchanan, in den Achtzigern war er mit der Keystone Rhythm Band unterwegs. Anschließend veröffentlichte er unter seinem Künstlernamen in regelmäßigen Abständen CDs. Der große Durchbruch blieb dem fast siebzigjährigen allerdings lange Zeit verwehrt.

Erst 2016 erhielt er Anerkennung in Form von Preisen, so unter anderem einen Blues-Music-Award für seinen Longplayer „This Time For Real“, den er zusammen mit Otis Clay veröffentliche. Auch das nachfolgende „Reckoning“ (2018) erhielt eine Nominierung als bestes Soul Blues Album.

Mit „Dog Eat Dog“ legt Billy Price nun nach. Auch auf seinem neuen Werk bewegt er sich zwischen Soul und Blues. Er bleibt dabei seinem Sound treu, der vor allem durch Saxophon und Trompete geprägt wird.

Stärkstes Stück ist das soulige „Walk Back In“, aber auch das von Bobby Byrd stammende und mit viel Swing versehene „We’re In Love“ überzeugt. Die meisten Titel sind im Midtempo angesiedelt, wie das ausgekoppelte „Working On Your Chain Gang“ oder „Lose My Number“.

In Richtung R&B gehen „Same Old Heartache“ und „More Than I Needed“. Nicht zuletzt durch das Keyboard von Jim Pugh erhalten „Toxicity” sowie das langsamere „Remnants“ einen Funk-Einschlag. Ein Anflug von Raeggae mischt sich bei „All Night Long Cafe‘“ hinzu. Mike Zito veredelt den Track mit einem Gitarrensolo.

Billy Price ist also kein musikalischer Purist, sondern schöpft aus unterschiedlichen musikalischen Stilen und baut diese so in sein Album ein, dass kein Bruch entsteht. Für die meisten Sound-Of-South-Leser sind aber wahrscheinlich die Blues-orientierten Songs interessanter. Bei dem getragenen, von Otis Rush geschriebenen „My Love Will Never Die“ kommt eine genregerechte Gitarre – gespielt vom Produzenten Kid Andersen – zum Einsatz.

Etwas flotter ist „You Gotta Leave“. Hier hat Price ebenso wie bei „Dog Eat Dog“, auf dem er von Alabama Mike am Mikro unterstützt wird, den Blues in der Stimme. Das Titelstück stammt aus der Feder von Rick Estrin, der sich mit der Mundharmonika an der Neueinspielung beteiligt.

Locker und routiniert präsentiert Billy Price auf dem Album seinen Soul mit einer Prise Blues. Konstant liefert er eingängige und facettenreiche Eigenkompositionen und Cover, von denen allerdings keine so herausragend sind, dass sie sich längerfristig in den Gehörgängen festsetzen würden. Ob diese Beständigkeit ausreicht, um mit „Dog Eat Dog“ an die Erfolge seiner vorherigen Scheiben anzuknüpfen, bleibt daher abzuwarten.

Gulf Coast Records (2019)
Stil: Soul/Blues

Tracks:
01. Working On Your Chain Gang
02. Lose My Number
03. We’re In Love
04. Dog Eat Dog
05. My Love Will Never Die
06. All Night Long Cafe‘
07. Walk Back In
08. Toxicity
09. Remnants
10. Same Old Heartaches
11. More Than I Needed
12. You Gotta Leave

Billy Price
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Gulf Coast Records

Bruce Katz – Solo Ride – CD-Review

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Review: Stephan Skolarski

Nachdem er uns im vergangenen Jahr zusammen mit seiner Band bereits mit der bunten „Get Your Groove!“-LP begeistern konnte und hier in Sounds-of-South ausführlich besprochen wurde, veröffentlicht Bruce Katz nun sein erstes Solo-Piano-Album. Mit dem passenden Namen „Solo Ride“ betitelt, handelt es sich bei der neuen Scheibe um ein fulminantes Instrumental-Werk.

Mit Unterstützung seines erfahrenen Produzenten Ben Elliot bringt der legendäre Keyboarder und Session-Musiker ein außergewöhnliches Album auf den Markt, das eine breite Palette seines besonderen Könnens am Grand-Piano wiedergibt. 11 Eigenkompositionen und ein Cover von Tampa Red werden von Katz meisterlich performt und bieten dem Hörer vom klassischen Boogie-Woogie („Down At The Barrelhouse“) über Jazz-Arrangements („The Way To Your Heart“) bis hin zu Blues Variationen ein reichhaltiges Programm.

Für seine herausragenden, musikalischen Leistungen wurde Katz bisher 5-mal für den Blues Music Award nominiert und 2019 gewann er für sein Album „Journeys To The Heart Of The Blues“ einen Acoustic-Award. Er war zudem 14 Jahre lang Professor für Piano am Berklee College of Music in Boston und unterrichtete nicht nur den historischen Blues, Jazz und Funk, sondern auch verschiedene Stil-Arten der Soul-Musik.

Im Gleichklang mit großen Wegbereitern, wie Champion Jack Dupree, Otis Spann, Memphis Slim, Ray Charles oder Zeitgenossen, wie z.B. Randy Newman, basiert der Longplayer wesentlich auf Blues, New Orleans, R&B, Gospel, frühen Jazz und Rock-Einflüssen, die Katz in den Eigenkompositionen ausdrucksstark verarbeitet.

Auf das jazzige „Praise House“, in Dave Brubeck-Manier, folgt mit „Dream Of Yesterday“ ein ruhiges, melancholisches Stück, das sich als Soundtrack für eine gefühlsbetonte Filmszene perfekt eignen würde.

Die Improvisation „Midnight Plans“ vereint verschiedene Stil-Richtungen in einer komplexen Komposition. Der rasante Boogie-Woogie „Going Places“ vermittelt die gewohnte Spielweise, die man auch schon von seiner „Get Your Groove!“-LP kennt.

Der Honky-Tonk-Blues „Watermelon Thump“ verkörpert die typische Bar-Atmosphäre, die Billy Joel in seinem Klassiker „Piano Man“ erzählt. Auch der Final-Track „Redemption“ ist eine nachdenkliche, instrumentale Geschichte, die zum Abschluss der CD nochmals die spielerische Klasse von Bruce Katz zeigt.

„Solo Ride“ ist ein Nischen-Werk für absolute Liebhaber der instrumentalen Blues- und Jazz-Musik. Bruce Katz präsentiert seine Kunst am Grand-Piano mit leidenschaftlicher Vehemenz und beweist erneut seine beachtliche Virtuosität und enthusiastische Schaffenskraft.

American Showplace Music (2019)
Stil: Blues/Soul/Funk/Jazz

01. Down At The Barrelhouse
02. Crescent Crawl
03. It Hurts Me Too
04. Praise House
05. Red Sneakers
06. Dream Of Yesterday
07. Midnight Plans
08. Easy Living
09. Going Places
10. The Way To Your Heart
11. Watermelon Thump
12. Redemption

Bruce Katz Band
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Bobby Rush – Sitting On Top Of The Blues – CD-Review

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Review: Jörg Schneider

Mit „Sitting On Top Of The Blues“ legt Bobby Rush nach „Porcupine Meat“, welches ihm 2016 einen Grammy einbrachte, sein mittlerweile 26. Studioalbum vor. Einmal mehr beweist er, dass Musiker auch im hohen Alter, Bobby Rush ist genau wie die Blues-Legende John Mayall, immerhin fast 86 Jahre alt, noch für gute Bluesmucke gut sind.

Allerdings ist Bobby Rushs Musikstil, im Gegensatz zu John Mayall, stark von Funk und Soul Einflüssen durchtränkt, weshalb er selbst seine Art von Blues auch als „Folk-Funk“ bezeichnet. Und dies kommt auf seinem neuesten Werk auch sehr prägnant zum Ausdruck.

Die Scheibe bietet starke Grooves mit bluesigen Harp-Einagen (von Bobby Rush selbst gespielt), z. B. zu Hören auf „Sweet Lizzy“ im Boogie-Woogie Stil oder dem Deltablues „Recipe For Love“, dem nach Ansicht des Verfassers sicherlich besten Track der Scheibe. Hinzu kommen noch schöne soulige Bläsersätzen („Hey Hey Bobby Rush“), so dass man sich bei vielen Songs direkt in den Soul-Mood der 70’ger Jahre zurückversetzt fühlt.

Insbesondere trifft dies auch auf den Slowblues „Slow Motion“ zu, der stimmlich und vom Arrangement her eine Reminiszenz an den großen Soulsänger Barry White darstellt. Hingegen ist der „Bobby Rush Shuffle“ ein flotter, rein instrumentaler, Boogie-Woogie Titel.

Beim Abspielen von „Sitting On The Top Of The Blues“ ist man als Zuhörer immer wieder positiv überrascht mit welcher Energie und Spielfreude Bobby Rush zu Werke geht. Seine Songs sind allesamt sauber arrangiert und abgemischt, keine Spur von Altersmüdigkeit oder betulicher Nachdenklichkeit!

„Ich denke, dass ich viel Beifall bekomme, weil ich hart arbeite. Und wenn mir Leute erzählen, dass sie nichts mehr können, so ist das nicht das was man einem Bobby Rush sagt. Auch wenn ich jetzt an meinem Lebensabend stehe, so bin ich doch immer noch da. Und ich denke genau das sagt die Musik selbst über mich.“

Und genau diese Einstellung gibt die neue CD von Bobby Rush musikalisch hervorragend wieder.

Deep Rush Records (2019)
Stil: Blues, Funk, Soul

Tracklist:
01. Hey Hey Bobby Rush
02. Good Stuff
03. Get Out Of Here (Dog named Bo)
04. You Got The Goods On You
05. Sweet Lizzy
06. Bobby Rush Shuffle
07. Recipe For Love
08. Pooky Poo
09. Slow Motion
10. Shake Til’ You Get Enough
11. Bowlegged Woman

Bobby Rush
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Oktober Promotion

Delbert McClinton and Self-Made Men + Dana – Tall, Dark & Handsome – CD-Review

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Review: Stephan Skolarski

Wer von der amerikanischen Rolling Stone als „Godfather of Americana“ und „Roots music visionary“ bezeichnet wird, dessen Albumveröffentlichung kann nur ein weiteres Highlight für eine ganze Musiksparte sein. Delbert McClinton, der vor allem im Americana, also im Grenzbereich zwischen Country, Blues und Folk unterwegs ist, scheint auch nach fast 60 Jahren Musikbusiness immer noch nicht müde.

Der mittlerweile 78-jährige Texaner hat für seinen insgesamt 26. Longplayer seit 1972 wieder die Begleitband The Self-Made Man + Dana zusammengetrommelt und erfreut mit 14 neuen Songs, die weit über sein Americana-Spektrum hinausgehen.

Als Sänger, Gitarrist, Harmonica-Spieler und Pianist gehört Delbert McClinton wohl offenbar zum ‚ausdauernden‘ musikalischen Urgestein, das seine vielseitige, über die langen Jahre gewachsene Erfahrung, mit dem Album „Tall, Dark and Handsome“ erneut unter Beweis stellt.

McClinton, der seine Laufbahn als Musiker für farbige Blues-Größen (u.a. Sonny Boy Williamson, Howlin‘ Wolf, Lightnin‘ Hopkins etc.) in den fünfziger Jahren begann, spielte 1962 das prägende Harmonica-Solo auf Bruce Channels Allzeit-Hit „Hey Baby“ und ist seit dem ein reichlich umtriebiger Songwriter und Bandleader geblieben.

Immerhin drei GRAMMY Awards für Contemporary Blues und eine Reihe von noblen Chart-Platzierungen sowie anerkennende Cover Versionen durch bekannte Kollegen, wie den Blues Brothers, Emmylou Harris, Etta James, Buddy Guy, Garth Brooks und Waylon Jennings u. a. belegen sein weitreichendes Repertoire.

Der vorliegende Longplayer und Nachfolger von „Prick of the Litter“ (2016) spielt sich dementsprechend durch viele Richtungen des Blues, Swing, Jazz und Country und eröffnet mit dem riesigen Big-Band-Blues-Shuffle „Mr. Smith“ und einer meisterlichen Dana Robbins am Saxophon. Der folgende, schnelle Südstaaten-Rock „If I Hock My Guitar“ erinnert in einer zwei Minuten Kurzfassung an die „Little Feat“-Tradition die vom überraschenden Akustik-Swing „No Chicken On The Bone“ mit schneller Geigen-Begleitung im Django-Reinhardt-Stil abgelöst wird.

McClinton, der sein Album als “kind of a salute to Texas blues, the music I grew up on” beschreibt, hat alle 14 Stücke selbst geschrieben bzw. im Co-Writing verfasst und damit eine opulente Mischung seines „Texas-Roots-Sound“ geschaffen, den seine Band bravourös und variantenreich interpretiert.

Vom Klarinetten-Solo im Midtempo Country „Let‘s Get Down Like We Used To“ bis zum jazzigen Story-Teller-Blues „Ruby & Jules“ reicht dabei die eigenwillige Song-Auswahl. Dass Delbert McClinton seine Gesangs-Parts handwerklich von Grund auf gelernt hat, wird nicht nur im langsamen Soul-Blues „Any Other Way“ deutlich, sondern verleiht dem jazzigen Sound von „Lulu“ weitläufig einen gewissen Tom Waits-Charakter.

Die typischen Blues-Shuffle-Songs, wie „A Fool Like Me“ und „Can’t Get Up “ – letzteres mit herrlichem Hammond-Solo, fehlen ebenso wenig als musikalische McClinton- Klassiker, wie die zwei Abschluss-Tracks im fast psychedelischen Gewand.

Delbert McClinton ist es mit dem Album „Tall, Dark & Handsome“ im hohen Alter nochmals gelungen, lautstark durchzustarten und ein lebenserfahrenes Werk abzuliefern, das seine vielleicht bisher in Europa unterschätzte Songwriter und Bandleader Qualität offenkundig wiedergibt.

Hot Shot Records/ Thirty Tigers (2019)
Stil: Blues, Country, Americana

Tracks:
01. Mr. Smith
02. If I Hock My Guitar
03. No Chicken On The Bone
04. Let’s Get Down Like We Used
05. Gone To Mexico
06. Lulu
07. Loud Mouth
08. Down In The Mouth
09. Ruby & Jules
10. Any Other Way
11. A Fool Like Me
12. Can’t Get Up
13. Temporarily Insane
14. A Poem

Delbert McClinton
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Thirty Tigers
Oktober Promotion

Jeff Dale And The South Woodlawners – Blues Power – CD-Review

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Die Amis scheinen wirklich einen Narren an unserem Magazin gefressen zu haben, besonders aus der dortigen Blues-Szene. Diese Woche lagen gleich fünf Exemplare unterschiedlicher Akteure in meinem Briefkasten.

Einer davon ist Jeff Dale, der sich, ich spaße mal, vermutlich, weil er aus dem südlichen Teil Chicagos abstammt, in irgendeiner Form, mit unserem Magazin verbunden fühlt. In seiner Stadt ist er nach vierzig Jahren Leben und Spielen für den Blues eine Institution, hierzulande, behaupte ich mal, werden nur eingefleischte Bluesfans mit seinem Namen was anfangen können.

Nach zwei Alben in den 80er Jahren ist Dale mit den South Woodlawners seit 2009 zugange und hat mittlerweile sechs Platten eingespielt. Produziert hat er sein neues Werk „Blues Power“ zusammen mit Marvin Etzioni (u. a. The Counting Crows, Stephen Stills, Judy Collins).

Was die involvierten Musiker betrifft, muss ich Blues-Banause größtenteils passen, selbst sogar, Asche auf mein Haupt, bei dem Gründungsmitglied von Chicago, Lee Loughnane, der hier bei „Middle Class Moan“ mitplustert.

Lediglich bei den Stücken 8-10 kamen meine grauen Zellen leicht in Wallung, hier sind die Musiker von Hunter And The Dirty Jacks, deren Debüt ich mal vor drei Jahren reviewt hatte, als Unterstützung für Jeff zugange. Ihre eigene Mucke unterscheidet sich allerdings zum hiesigem Treiben enorm.

Die Musik selbst ist dem für die Stadt typischen bläser- und E-gitarrenlastigen Blues auf sehr traditioneller Basis zuzuordnen und, ohne die Metropole zu kennen, wie geschaffen für verräucherte, alkohol-geschwängerte Clubs, falls es heute sowas überhaupt noch gibt.

Meine Favoriten sind der, in Richtung J.J. Grey groovende Opener „Toxic Stew“, die atmosphärischen, mit Streichern versehenen „One Step From A Broken Man“ (Cello) und „Stone Cold“ (tolle Violine) sowie das in J.J. Cale-Manier introvertiert vor sich hin shuffelnde „Black Crow“.

Das Besondere ist vielleicht Dales ziemlich schräg anmutender Gesang (puh, zumindest für meine Gehörgänge), der dem Ganzen eine kauzige, authentische und recht individuelle Note verpasst. Dieser Umstand verleiht der ganzen Sache in jedem Fall Sympathiepunkte. Ich persönlich tue mich, ehrlich gesagt, mit solchem Stoff recht schwer, hier sind am Ende bei „Blues Power“ eher die Puristen, Traditionalisten und wirklichen Kenner der Szene gefragt.

Pro Show Bidness (2019)
Stil: Blues

01. Toxic Stew
02. Good Luck Woman
03. Blues Power
04. Middle Class Moan
05. One Step From A Broken Man
06. Best Kind Of Trouble
07. Stone Cold
08. Let’s Buzz
09. Undercover Man
10. Black Crow
11. Can I Boogie

Jeff Dale And The South Woodlawners
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Derek Davis – Resonator Blues – CD-Review

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Review: Michael Segets

„Babylon A.D.“ ist nicht nur der Titel eines mittelmäßigen Science-Fiction-Actionfilms mit Vin Diesel, sondern auch der Name einer Hardrock-Band, die sich vor dreißig Jahren formierte, in den neunziger Jahren einige Erfolge landete, sich zwischenzeitlich auflöste und wieder vereinigte.

Derek Davis, Frontmann und Songwriter der Combo, wandelt seit 2012 auf Solopfaden und bringt mit „Resonator Blues” sein drittes Album heraus.
Der Titel der CD umreißt deren Programm. Der spezielle, etwas metallische Klang von Resonatorgitarren – oft mit Bottleneck-Slide gespielt – prägt den Longplayer, bei dem Davis auf eine Mischung von Blues und Rock unterschiedlicher Richtungen setzt.

Ob Dobro, Telecaster, Cigar Box Gitarre oder Bass, Davis zupft nicht nur sämtliche Saiten, sondern klopft auch auf die Tasten der Keys. Für die Mundharmonika-Einlagen holte er sich Charlie Knight. Am Schlagzeug sitzt James Pacheco, ein Kollege von Babylon A.D.

Mit angerauter Stimme treibt Davis die schnelleren Stücke voran oder gibt den langsameren eine intensive Note. Wenn er eine kräftige Vibration in seinen Gesang legt, erinnert dieser stellenweise an Roger Chapman. In jedem Fall ergänzt die Klangfarbe der Stimme die erdigen Gitarren hervorragend.

Davis covert zwei klassische Bluesstücke: „Death Letter“ von Son House sowie „It Hurt’s Me Too“ von Elmore James, die er auf seine Art interpretiert und modernisiert. Die anderen Songs schrieb Davis selbst und greift dabei auf verschiedene stilistische Einflüsse der Roots Music zurück.

„Resonator Blues“ ist ein Bluesrocker, wie er im Buche steht. Am Rock ’n Roll der 50er und 60er Jahre orientieren sich „Sweet Cream Cadillac“ und „Red Hot Lover“. Hervorragend sind „Mississippi Mud“ und „Whiskey and Water“, bei denen Davis dem Southern Rock alle Ehre macht. Charlie Knight glänzt hier, wie auch auf anderen Stücken – beispielsweise bei „Prison Train“ – mit seiner Mundharmonika.

Davis schreibt gute Texte, mit denen er zum Teil eindrucksvolle Geschichten entwirft. So thematisiert er in dem Folk-Song „Penitentiary Bound“ ein trauriges Familienschicksal. Das Stück hebt sich von den anderen der Scheibe dadurch ab, dass es akustisch gehalten ist. Dynamik erhält es allein durch Davis‘ kraftvollen Gesang.

Mit stampfenden und klatschenden Hillbilly-Anflügen erzählt „Jesus Set Me Free“ von zwei Brüdern, die aufseiten der Konföderation im Amerikanischen Bürgerkrieg die Schrecken des Krieges erleben. Der treibende Titel ist mein Favorit der Scheibe.

Derek Davis kommt ursprünglich aus einer anderen musikalischen Ecke, legt mit „Resonator Blues“ aber ein beeindruckendes Roots-Rock-Album vor. Ähnlich wie unlängst Chris Shiflett scheinen die harten Jungs langsam erwachsen zu werden und sich mehr auf die Wurzeln des Rocks zu besinnen, ohne ihren Drive oder die Power zu verlieren.

„Resonator Blues“ ist das richtige Album, um im Cabrio über die Autobahn zu cruisen – da fehlt eigentlich nur noch das richtige Auto.

Southern Blood Records/Two Side Moon (2019)
Stil: Blues, Roots Rock

Tracks:
01. Resonator Blues
02. Sweet Cream Cadillac
03. Mississippi Mud
04. Penitentiary Bound
05. Jesus Set Me Free
06. Red Hot Lover
07. Death Letter
08. Whiskey and Water
09. Unconditional Love
10. It Hurts Me Too
11. Back in My Arms
12. Prison Train

Derek Davis
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Two Side Moon Promotion

Beth Hart – 01.07.2019, RuhrCongress, Bochum – Konzertbericht

Beth-haupt

Nachdem der Opening-Act, Kenny Wayne Sheperd mit seinen Mannen, in der mit über 2.000 Zuschauern gefüllten RuhrCongress Halle zu Bochum, eine famose Blues Rock-Show abgeliefert hatte, galt es für die gerade von einer Erkältung genesene Kalifornierin Beth Hart samt ihrer Mitstreiter Jon Nichols, Bob Marinelli und Bill Ransom, als Headliner (in der USA war es ja genau anders herum), in unseren Sphären, dieser hohen Bürde gerecht zu werden.

Die in Los Angeles ansässige Protagonistin, auch bestens bekannt für ihre Zusammenarbeit mit Joe Bonamassa, lief quasi zur Hintertür in die Halle ein und bahnte sich mit „Love Gangster“ somit ihren Weg fast bis zum Ende des Songs, von der hintersten Reihe, mitten durchs Publikum, nach vorne zur Bühne.

Da auch hier nur bei insgesamt drei Tracks zu fotografieren erlaubt war und Gernot samt Fotokollegen ganz seitlich rechts unten in der Halle positioniert waren, und mit „Saved“ und „Baddest Blues“ (Beth erstmals am Piano) zwei nicht allzu lang währende Nummern folgten, war der Fotografier-Spaß von nur recht kurzer Natur bemessen (von daher gibt es diesmal auch nicht ganz so opulente Galerien zu begutachten, Gernot hat aber einen tollen Job gemacht, siehe unten).

Eines ist bei der sich gerne barfüßig bewegenden und kommunikationsfreudig gebenden Künstlerin sicher: auf bei Konzerten vorangegangenen Setlisten, ist kein Verlass. Ähnlich wie bei der Tedeschi Trucks Band, wählt sie meist spontan nach ihrem Gusto, aus dem reichhaltigen Fundus ihrer eigenen Lieder und verehrten Covernummern und mischt diese auch munter durch.

So ging es diesmal weiter von „Don’t Explain“ (schönes Nichols E-Solo), über das karibisch angehauchte „Let’s Get Together“, dem rhythmisch rockigeren „Fat Man“, zur über drei Tracks währenden Akustik-Session. Die wurde mit den beiden Bonamassa-Kooperationen „A Sunday Kind Of Love“ und „If I Tell I Love You“ sowie dem schlafwandlerischen „Lullaby Of The Leaves“, nebeneinander, zu viert sitzend am vorderen Bühnenrand, performt.

Für das atmosphärische „Setting Me Free“ (hymnisches Gitarrensolo von Nichols) und das launige „As Good As It Gets“ kehrte Beth an ihr Piano zurück, bei letztgenanntem mit Schifferklaviereinlagen.

Dass sie es auch an der Akustikklampfe drauf hat, bewies ihre stimmlich von Hauchen und Fauchen umgarnte Solovorstellung bei „Isolation“. Der emotionale Schlussverlauf des Hauptteils mit den, ihrem Ehemann (der sie von ihren Trink-, Drogen- und persönlichen Problemen wieder in die ‚Spur‘ gebracht hat) und ihrem Vater bedachten Songs wie „As Long As I Have A Song“ und „Tell Her You Belong To Me“, löste natürlich Zugaberufe und Beifallsgetrampel aus, es wurde Nachschub einfordert.

Der fiel dann mit dem Trio „Sinner’s Prayer“ (Nichols slidend), „Love Is A Lie“ und der emotionalen Ballade „No Place Like Home“ (Beth alleine am Molltöne verbreitenden Piano im Stile einer Melissa Etheridge),  nochmals ordentlich aus, sodass eine Gesamtspielzeit von 90 Minuten erreicht wurde.

Insgesamt Beth Hart, wie man sie kennt, mit einer gesangsgewaltigen, emotionalen, überwiegend stark auf die charismatische Protagonistin fixierten Show. Leichter Punktsieger an diesem Abend war für mich persönlich allerdings Kenny Wayne Sheperd.

Danke an Jenny Dore von 3Dog Entertainment für die gewohnt unkomplizierte Akkreditierung.

Line-up:
Beth Hart (lead vocals, piano, acoustic guitar)
John Nichols (electric and acoustic guitar, vocals)
Bob Marinelli (bass)
Bill Ransom (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Beth Hart
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Shooter Promotions
3Dog Entertainment
Mascot/Provogue Label Group
RuhrCongress Bochum

Tom Euler – Blues Got My Back – CD-Review

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Erfreulich, dass unser Magazin selbst in US-Staaten wie Virginia einen bleibenden Eindruck hinterlassen zu haben scheint. Diesmal wurde uns die neue CD des ‚2018 Winner of the Male Artist of the Year in Jazz/Blues/Soul‘ beim Josie Music Award, Tom Euler, „Blues Got My Back“ zur Begutachtung zugesendet.

Der Protagonist, schnell als ‚the young guy with the old soul‘, für seine Art des Blues-Performens betituliert, hat neben einer EP zuvor „Fool Me Once“, seinen Bekanntheitsgrad durch den Support von Acts wie u. a. Delbert McClinton, Patty LaBelle, Tas Cru oder Thompson Square steigern können.

Auf seinem neuen Silberling „Blues Got My Back“ ist er, wie es sich für einen Solo-Akteur gehört, auch omnipräsent. Er hat die 10 Stücke selbst getextet und komponiert, sowie auch das Gesamtwerk produziert. Selbst ein Bild für das Coverartwork hat er beigesteuert.

Musikalisch unterstützt wird er auf diesem Werk im kleinen Kreis seiner Band mit Lucy Kilpatrick (piano, keyboards, backing vocals), Michael Behlmaar (drums, backing vocals) und Jose’ Roberts (bass, backing vocals). Tom selbst wirkt am Frontmikro und spielt vornehmlich E- und sporadisch Akustikgitarre (am besten zu hören beim abschließenden „Thoughts Of You“).

Das Album, startend mit dem druckvollen Titelsong, bietet Blues Rock immer mit einem gewissen unterschwellen Retro-Charme und dezenten Southern-Flair, wobei mich Euler nicht nur rein äußerlich, sondern auch mit seiner, sich in Tenor-Sphären bewegenden Stimme, an Aynsley Lister erinnert.

Mit unserem Magazin sind die dezent ABB-verwobenen Tracks wie „Bridge You Ain’t Burnt“ oder „Tough Guy“, der Black Crowes-umwehte Rock ’n Roll-Schunkler „Rock N‘ Roll These Days“ (nomen est omen – klasse HT-Piano von Kilpatrick) und das Instrumental „Tricky Business“ (erinnert an Skynyrds „I Know A Little“) sowie das southern-shufflige „More To Life“, als besonders kompatibel einzustufen, der Rest bewegt sich eher in den klassischen Spielarten des Blues (Rocks).

Eulers Stärken liegen natürlich, sonst bräuchte er in diesem Genre wohl auch gar nicht erst vorzusprechen, in seinem dynamischen E-Gitarrenspiel. Auch Lucy Kilpatrick setzt mit diversen Tasteneinlagen einige markante Akzente, während die Leistung der Rhythmusfraktion als solide und ‚mannschaftsdienlich‘ eingestuft werden kann.

Ob Euler sich im großen Haifischbecken der Blues-Szene behaupten kann, wird erst die weitere Zeit zeigen, ein Anfang ist mit „Blues Got My Way“ gemacht. Da wird aber sicherlich noch jede Menge ‚Klinkenputzen‘ auf ihn zukommen. Southern Rock-Freunde können unbesorgt mal reinschnuppern und sich ihr eigenes Urteil bilden.

Eigenproduktion (2019)
Stil: Blues Rock

01. Blues Got My Back
02. Bridge You Ain’t Burnt
03. Played Your Part
04. Rock N‘ Roll These Days
05. Broken Soul
06. Forgive Me
07. Tricky Business
08. Tough Guy
09. More To Life
10. Thoughts of You

Tom Euler
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Kyla Brox – Pain & Glory – CD-Review

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Review: Stephan Skolarski

In die elterliche Blues-Band hineinzuwachsen und das Talent und die Leidenschaft für die Kunst der richtigen Töne zu entwickeln, ist sicherlich nur ganz wenigen Kindern von klein auf als Werdegang in die musikalische Wiege gelegt worden.

Dass die englische Blues-Sängerin Kyla Brox diese Erfahrungen schon bis ins Teenageralter sammeln konnte und mit „Pain & Glory“ bereits das neunte Album eingespielt hat, ist daher fast eine natürliche Folge der hervorragenden Ausbildung dieser frühen Begabungen.

Gleichzeitig konnte die über Jahrzehnte erprobte Entfaltung gesanglicher- und Songwriter-Fähigkeiten nicht verborgen bleiben und wurde leider erst 2018 in England und 2019 in Europa mit dem Blues Challenge Award belohnt. Auszeichnungen, die nicht nur Insidern den längst überfälligen Aufstieg von Kyla Brox offenbarten.

Und genauso klingt das aktuelle Album: Eine Herausforderung von 15 Eigenkompositionen und einem besonderen Songcover, die 60 Minuten feine und abwechslungsreiche Blues Unterhaltung bietet, – immer stilsicher in den Bereichen Soul, R&B, Blues Rock, Gospel und Pop.

Einen ersten Beweis hierfür liefert der Einsteiger-Track „For The Many“ ab, als volles Programm im Big Band Blues. Beim folgenden Titelsong „Pain & Glory“, einem langsamen Soul-Blues mit satten Bläser-Sätzen wird die Erkenntnis mehr als bestätigt, dass Kylas Stimme im Vordergrund der Arrangements die eigentliche Power und Eleganz auf allen Stücken ausmacht; so auch beim gefühlvoll swingenden R&B-Sound auf „Sensitive Soul“ und dem geradezu groovenden „Bluesman’s Child“, in mitreißender Song-Dynamik unverkennbar und im Text autobiographisch.

Die Wechselwirkung der sehr unterschiedlichen Songideen ist bemerkenswert und reicht vom funkigen Soul-Stück „Let You Go“ im Stile einer jungen Aretha Franklin, hin zu „Devils Bridge“, einem kurzen, ca. 2-Minuten-Track à la Sade. Über den typischen Blues-Rock mit erfrischendem Harmonika-Solo in „Bloodshot Sky“, bis zum traditionellen R&B-Shuffle inklusive altbewährtem Saxophon folgt die weitere Auswahl.

Eine schöne Piano-Ballade „Choose Life“ fehlt ebenso wenig, wie der Swing-Blues in „Top Of The World“ als effektvolle Variante. Und überall ist Kyla Brox in ihrem Element mit begeisterungsfähiger Stimmgewalt und temperamentvoller Blues-Power, wie im ausdrücklich zu nennenden Top-Stück „Don’t Let Me Fall“, das zwischen Soul und Pop angesiedelt ist und durch Paul Farrs E-Gitarre in ein rockendes Erlebnis gesteigert wird.

Dass die Ausstattung des Paperbacks ein schönes Poster, Texte enthält und selbstverständlich alle Bandmitglieder genannt werden ist eine willkommene Zugabe der insgesamt „runden“ Produktion.

Kyla Brox hat mit ihrem neuen Longplayer „Pain & Glory“ eine facettenreiche Blues-Platte abgeliefert, die durch ihre Liebe zur Musik offenkundig glänzt. Wer sich sogar traut, Leonard Cohen zu covern und ein 7-Minuten-Kunstwerk vom Song „Hallelujah“ anzubieten, zeigt überzeugendes Selbstvertrauen und eine vielseitige Persönlichkeit.

Pigskin Records (2019)
Stil: Blues

Tracklist:
01. For The Many
02. Pain & Glory
03. Sensitive Soul
04. Bluesman’s Child
05. Bloodshot Sky
06. Choose Life
07. Devil’s Bridge
08. In The Morning
09. Compromise
10. Let You Go
11. Away From Yesterday
12. Lover’s Lake
13. Don’t Let Me Fall
14. Manchester Milan
15. Top Of The World
16. Hallelujah

Kyla Brox
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Brooke Lynn Promotion

Keb‘ Mo‘ – Oklahoma – CD-Review

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Eines muss man dem Blues-/Blues Rock-Genre ja lassen. Es ist nach wie vor, was gute Veröffentlichungen angeht, eine musikalische Bank. Da ich trotzdem nicht der ausgewiesene Experte bin, muss ich zu meiner eigenen Schande mal wieder gestehen, dass ein bereits gestandener, mehrfach Grammy-dekorierter Musiker wie Keb‘ Mo’, bisher an mir vorübergegangen ist.

Schön, dass sich jetzt die Gelegenheit ergab, sein neustes Werk „Oklahoma“, mal unter die Lupe zu nehmen. Keb‘ Mo‘, oder bürgerlich Kevin Roosevelt Moore, ist schon seit den 1970er Jahren aktiv, u. a. spielte er für Papa John Creach und die Monk Higgins Band.

1980 floppte sein erstes Album, sodass er sich erst 1994 wieder unter dem jetzigen Namen an potentielle Käuferschichten seiner Kreationen wagte. Aber seit dieser Zeit läuft es. Mo‘ ist bei den Grammy-Awards Dauergast und konnte mit seinen Werken „Just Like You“, „Slow Down“, „Keep It Simple“ und „TajMo“ (zusammen mit Taj Mahal) den Titel für das beste zeitgenössische Bluesalbum einheimsen.

Auch „Oklahoma“, wo er sich beim gleichnamigen Titelsong mit den Besonderheiten des Wirbelsturm-geplagten Staates und seinen Menschen, in künstlerischer Form auseinandersetzt, dürfte gute Chancen besitzen, für diverse Auszeichnungen vorgesehen zu werden.

Mir gefällt vor allem die musikalische Bandbreite die Keb‘ in sein Songspektrum, das sich natürlich überwiegend auf einem Bluesfundament aufbaut, einfließen lässt, und auch countrytypischen Instrumenten wie Fiddle und Lap Steel („Oklahoma“), oder Mandoline („Don’t Throw It Away“) und Dobro (beim deltabluesigen „Ridin‘ On A Train), nicht den Zugang verwehrt.

Ganz stark ist direkt der coole swampige Opener „I Remember You“, der ein wenig an den guten Tony Joe White reminiszieren lässt, nicht zu vergessen, das  J.J. Cale-typische E-Solo, das sofort einen weiteren Bezug zum Albumtitel hervorruft.

Zu erwähnen sind neben Mo‘s charismatischem Gesang, auch die illustren Gäste wie Robert Randolph (Lap Steel auf „Oklahoma“), Taj Mahal (Harp bei „Don’t Throw It Away“ und „I Should’ve“), Rosanne Cash beim souligen „Put A Woman In Charge“ (Co-vocals), Christian-/Latin-Pop Star Jaci Velasquez (Co-vocals bei „This Is My Home“) und seine Ehefrau Robbie Brooks Moore, die am Ende vokal auf der Cello-unterlegten,  für heiratswillige Musikerpärchen, bestens geeigneten Hochzeitshyme, „Beautiful Music“, mitschmachtet.

Produziert hat den sehr schön klar und transparent klingenden Longplayer Colin Linden (Blacky And The Rodeos). Keb‘ Mo’s neuer Silberling „Oklahoma“ überzeugt auf allen Ebenen. Ob auch wieder Grammy-geschmückt oder nicht, gibt es für mich nur ein Kurz-Fazit: Just Beautiful Music!

Concord Records (Universal Music) (2019)
Stil: Blues & More

Tracks:
01. I Remember You
02. Oklahoma
03. Put A Woman In Charge
04. This Is My Home
05. Don’t Throw It Away
06. The Way I
07. Ridin‘ On A Train
08. I Should’ve
09. Cold Outside
10. Beautiful Music

Keb‘ Mo‘
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