Walter Trout – We’re All In This Together – CD-Review

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Review: Jörg Schneider

Seit über 50 Jahren steht der mittlerweile 66-jährige Walter Trout nun auf den Brettern, die die Welt bedeuten und spielte in dieser Zeit u. a. in den Bands von John Lee Hooker, John Mayall und bei Canned Heat. Als Virtuose auf der Bluesgitarre hat er seine Fans unter älteren wie jüngeren Blues-Afficinados. Nach seiner schweren Lebererkrankung mit anschließender Lebertransplantation in 2014 verarbeitete er seine beinahe tödlich verlaufende Erkrankung auf den beiden eher etwas düsteren Alben „The Blues Came Calling“ (2014) und „The Battle Scares“ (2015). Nun legt er nach seinem 2016’er Album „Live In Amsterdam“ mit „We’re All In This Together“ wieder eine Scheibe vor, die förmlich vor Spiel- und Lebensfreude strotzt.

Und wieder hat er für dieses Album, genau wie für sein 2006’er Projekt „Full Circle“ zahlreiche namhafte Gastmusiker unterschiedlicher Bluesspielarten um sich geschart. Die Liste liest sich wie das „Who is Who“ der Bluesmusik: dabei sind Veteranen wie John Mayall, Charlie Musselwhite und Edgar Winter aber auch „jüngere“ Talente wie z. B. Mike Zito, Joe Bonamassa und Trouts Sohn Jon und viele, viele mehr.

Für jeden seiner 14 Gastmusiker hat Walter Trout einen Song sozusagen passend auf den Leib geschrieben. Dank moderner Technik wurden die Titel allerdings nicht gemeinsam im Studio eingespielt, sondern jeweils separat aufgenommen und im Nachhinein mit Trouts Band bestehend aus Sammy Avila, Johnny Griparic und Mike Leasure im Studio zusammengefügt. Lediglich Joe Bonamassa lies es sich nicht nehmen für die Aufnahmen bei Walter Trout im Studio höchstpersönlich aufzukreuzen.

Opener ist der flotte, rhythmisch stampfende Blues-Shuffle „Gonna Hurt Like Hell“ mit dem noch relativ jungen US-Blues-Talent Kenny Wayne Sheperd, einem Song über im weitesten Sinn Genuss und Reue, über weite Strecken getragen von einem schönem Gitarrenwechselspiel zwischen Trout und Shepherd. Der für seine ungewöhnliche Slide-Grifftechnik bekannte Sonny Landreth, dessen musikalische Wurzeln im Jazz und Rhythm and Blues des Mississippi Deltas liegen, ist Gastmusiker auf dem nächsten Song des Albums: „Ain’t Going Back“ kommt herrlich groovend und gute Laune verbreitend daher.

Zu Charlie Musselwhite muss man an sich nicht viel sagen. Er ist ein Meister auf der Bluesharmonika und zeigt dies auch im folgenden Stück „The Other Side Of The Pillow“, einem etwas schwermütigen Stück, bei dem sein Mundharmonikaspiel die Verzweiflung, die aus Trouts Stimme und seiner Gitarre schreit, perfekt unterstreicht.

„She Listens To The Blackbird Sing“ mit Mike Zito (Mitbegründer der „Royal Southern Brotherhood“) an der Gitarre ist wiederum recht melodiös und vom Stil her irgendwo zwischen den späten Allman Brothers und Lynyrd Skynyrd angesiedelt. Für das folgende, im Stil des viel zu früh verstorbenen Freddie King gehaltene Gitarreninstrumentals „Mr. Davis“ hat Walter Trout niemand geringeres als als den Jazz-Blues-Fusion-Gitarristen Robben Ford, mit dem er auch zusammen bei „The Supersonic Blues Machine“ spielt, verpflichtet.

Auch der im nächsten Song „The Sky Is Crying“ kraftvoll performende Warren Haynes ist ein musikalisches Schwergewicht, ist er doch langjähriges Mitglied der „Allman Brothers Band“. Ganz anders das nächste Stück „Somebody Goin’ Down“, im Gegensatz zu den bisherigen Songs des Albums ist es ein im funkiges, aber auch recht heavy angelegtes, von Eric Gales interpretiertes, Stück. Eher melodiös und mit schönen Bläsersätzen arrangiert bietet „She Steals My Heart Away“ dem Texaner Edgar Winter den nötigen Rahmen seine Saxofonkünste unter Beweis zu stellen.

„Crash And Burn“ wiederum ist ein typischer Chigaco-Blues mit Joe Louis Walker an der Stromgitarre. Mundharmonika getragen und ebenfalls aus der Ecke des Chicago-Blues stammend, ist der folgende Track „Too Much To Carry“ mit dem mehrfach für den ‚Blues Music Award’ nominierten John Németh. „Do You Still See Me At All“ ist eine feine, melodiös komponierte, von Vater Walter Trout und Sohn Jon gespielte Bluesperle.

Härter, aber durchaus tanzbar, geht‘s dann wieder mit Randy Bachman (ehemals „Guess Who“ und „Bachmann-Turner-Overdrive“) auf „Got Nothin‘ Left“ zur Sache. Mein persönliches Highlight, wenn man von Highlight auf diesem Album überhaupt sprechen kann, alle Songs sind auf ihre Art grandios, ist das ruhige, unplugged dargebotene Delta-Blues Stück „Blues For Jimmy T.“ mit John Mayall an der Mundharmonika. Einfach klasse. Bei dem letzten Titel des Albums, der gleichzeitig auch der Titelsong ist und stilistisch an „Electric Mud“ von Muddy Waters erinnert, hat Joe Bonamassa tatkräftig in die Saiten gegriffen.

Fazit: „We’re All In This Together“ ist ein abwechslungsreiches Blues-Album, welches in keiner Sammlung fehlen sollte. Zu etwas besonderem wird es natürlich auch dadurch, dass Walter Trout hier zu seiner alten Energie und Lebensfreude zurückgefunden hat. Wie sagte er doch in einem Interview u. a. zu diesem Album: „Ich will mich wieder in dieses spannende Leben stürzen, es bei den Eiern packen und nicht wieder loslassen.“ Und genau das kommt auf dieser Scheibe rüber. Well done, Walter!

Line-Up:
Walter Trout – Vocals, Guitar
Sammy Avila – Keyboards
Johnny Griparic – Bass
Mike Leasure – Drums

Provogue – Mascot Label Group – (2017)
Stil: Blues Rock

01. Gonna Hurt Like Hell (feat. Kenny Wayne Shepherd)
02. Ain’t Goin‘ Back (feat. Sonny Landreth)
03. The Other Side Of The Pillow (feat. Charlie Musselwhite)
04. She Listens To The Blackbird Sing (feat. Mike Zito)
05. Mr. Davis (feat. Robben Ford)
06. The Sky Is Crying (feat. Warren Haynes)
07. Somebody Goin‘ Down (feat. Eric Gales)
08. She Steals My Heart Away (feat. Edgar Winter)
09. Crash And Burn (feat. Joe Louis Walker)
10. Too Much To Carry (feat. John Nemeth)
11. Do You Still See Me At All (feat. Jon Trout)
12. Got Nothin‘ Left (feat. Randy Bachman)
13. Blues For Jimmy T. (feat. John Mayall)
14. We’re All In This Together (feat. Joe Bonamassa)

Walter Trout
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Elles Bailey – Wildfire – CD-Review

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Review: Michael Segets

Die aus Bristol stammende Elles Bailey zeigt auf ihrem Debütalbum eine große musikalische Bandbreite, die vom Blues über Country bis zum Rock reicht. In den letzten beiden Jahren veröffentlichte sie bereits zwei EPs: „Who Am I To Me“ und „The Elberton Sessions“, auf denen sechs Stücke vertreten sind, die zumeist in leicht veränderten Versionen, den Weg auf das Album gefunden haben. Dass sie nun ihren ersten Longplayer „Wildfire“ vorlegt, ist wohl glücklichen Umständen geschuldet. Eigentlich wollte Elles auf einer Familienreise durch den Süden der USA lediglich einen Demo-Song in den Blackbird Studios, Nashville, aufnehmen.

Schnell gewann sie den Produzenten Brad Nowell und eine beeindruckende Zahl an Musikern für sich, mit denen sie den Grundstein für die zwölf Songs der CD legte. Brent Mason und Chris Leuzinger (Garth Brooks) spielen Gitarre, Bobby Wood Klavier. Am Bass fand sich Mike Brignardello (Lynyrd Skynyrd, Amy Grant), am Schlagzeug Wes Little (Stevie Wonder, Melissa Etheridge) ein. Zurück in England sorgten Jonny Henderson (Robyn Ford, Matt Schofield) an der Hammond Orgel und Joe Wilkins mit seiner Gitarre für den letzten Schliff. Wenn man die kräftige und an den richtigen Stellen rauchige Stimme von Elles Bailey hört, versteht man sofort, warum es ihr nicht schwerfiel, Mitstreiter für ihr Projekt zu begeistern.

Der Titeltrack „Wildfire“ baut mit einem Gitarren-Intro langsam Spannung auf. Wenn Ellis wuchtige Stimme zusammen mit der Rhythmus-Section einsetzt, steigert sich die Intensität, um dann nach einem kreischenden Gitarrensolo richtig loszulegen. Das als Single ausgekoppelte „Same Flame“ überzeugt mit dem kraftvoll gesungenen und eingängigem Refrain als gradlinig gespielte Rocknummer.

Nach dem rockigen Einstieg wird das Album etwas ruhiger. Das spannungsgeladene „What If I“ thematisiert getroffene Entscheidungen und das, was hätte sein können, wenn man anders gehandelt hätte. „Barrel Of Your Gun“ lässt sich als Blues bezeichnen, der durch den Slide im Gitarrenspiel einen Country-Einschlag bekommt. Dieser wird bei „Perfect Storm“ noch deutlicher. Hier zeigt sich, dass Nashville ihre zweite Heimat sein könnte.
In der Mitte des Albums wird mit „Let Me Hear You Scream“ zum richtigen Zeitpunkt nochmal ein kraftvoller Akzent gesetzt. Das Songwriting und die Performance erinnern an die frühe Melissa Etheridge.

Aus dem schrillen und poppigen „Shake It Off“ von Taylor Swift macht Elles Bailey eine entspannte Blues-Nummer. Die Eigenständigkeit der Interpretation lässt das Original kaum mehr erkennen, was durchaus für deren Qualität spricht. Dass Elles Bailey auch locker drauflos rocken kann, beweist sie beim anschließenden „Shakles Of Love“. Der Midtempo-Blues „Believed In You“ lebt von ihrer außerordentlichen Stimme und einem kurzem, aber gelungenen Gitarrensolo. Der stampfende Rhythmus von „Howlin´ Wolf“ nimmt einen direkt mit und der Refrain lädt zum Mitheulen ein.

Die beiden gefühlvollen Balladen „Girl Who Owned The Blues“ und das akustisch gehaltene „Time’s A Healer“ bilden den Abschluss des Albums. Auf ihrem Longplayer „Wildfire“ verdeutlicht Elles Bailey, dass sie nicht nur stimmlich, sondern auch hinsichtlich ihres Songwriting einiges zu bieten hat. Sie bewegt sich souverän zwischen Blues, Rock und Country, wobei vor allem die Nummern einprägsam sind, in den sie den kratzigen und raueren Tönen freien Lauf lässt. Das Album macht neugierig auf ihre Tour, die sie im kommenden Frühjahr auch nach Deutschland führt.

Outlaw Music – (2017)
Stil: Blues/Rock/Country

01. Wildfire
02. Same Flame
03. What If I
04. Barrel Of Your Gun
05. Perfect Storm
06. Let Me Hear You Scream
07. Shake It Off
08. Shakles Of Love
09. Believed In You
10. Howlin‘ Wolf
11. Girl Who Owned The Blues
12. Time’s A Healer (Bonus track)

Elles Bailey
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Blues ’n Jazz Meeting (5tes) – 05.08.2017, Walzwerk, Dinslaken – Festivalbericht

Für das bereits 5. Open Air Blues ’n Jazz Meeting – für Gernot und mich Premiere –  hatten die Organisatoren um Klaus Diessner mit zwei deutschen Acts, den Duisburgern The BlueBones und dem niedersächsischen Emsemble, der Tommy Schneller Band, sowie dem britischen Blues Rocker Ben Poole und seinen Mannen, wieder einen schmucken und musikalisch bunten Blumenstrauß, im sehr einladend wirkenden, historisch industriell anmutenden Ambiente der Lokalität am Walzwerk in Dinslaken, zusammengestellt.

Mit etwas Verspätung, die den sintflutartigen Regenfällen am Nachmittag geschuldet war, begann das uns, bis dato, nicht bekannte Quartett The Blue Bones, mit ihrem immerhin 21 Stücke umfassenden Programm. Die vier, allesamt mit überschaubarer Haarpracht ausgestatteten Protagonisten, hatten sich dafür in feine Anzüge gekleidet.

Ihre Setliste war überwiegend geprägt von knackig abgehendem, zum Teil Harp-bestückten Rhythm ’n Blues in der Tradition von Dr. Feelgood, was natürlich u. a. auch in den Adaptionen ihrer  Klassiker „As Long As The Price Is Right“ und „Milk And Alkohol“ zum Ausdruck kam. In manchen, recht punkig ausgelegten Tracks, meinte Kollege Gernot manchmal auch die Stooges ein wenig durchschimmern zu hören.

Zu meinen Favoriten zählten Songs wie das ZZ-Top-umwehte „Boogie Baby“ und „Tell Me No Lies“, bei dem Gitarrist Kai Kaschura sich mit schönem E-Solo ins Publikum begab. Mit dem Gassenhauer „See You Later Alligator“ verabschiedete die Truppe.

Ach ja, auch wenn es natürlich als Joke gemeint war:  Sänger Torsten Peters hatte mitbekommen, dass ich mir, wie gewohnt, in Ewald Lienen-Manier fleißig Notizen auf meinem Block zum Gig geschrieben hatte und dann hinter mir einen Beamten der allseits geliebten GEMA-Behörde vermutet. Wer einen der wichtigsten deutschen, hart arbeitenden freiberuflichen Musik-Journalisten (kleiner Scherz meinerseits) derartig öffentlich diskreditiert, begibt sich natürlich, gerade, was das folgende Review betrifft, auf ganz ganz dünnes Eis…

Nichtsdestotrotz, die Burschen machten trotz einiger Längen und ein wenig fehlender Variabilität, einen überaus passablen Job als Anheizer des Festivals.

Line-up:
Torsten Peters (lead vocals, harp)
Kai Kaschura (electric guitar)
Dominik Hayck (bass)
Ralf Persin (drums)

Als mittlerer Act startete der eigentliche Anlass unseres Besuchs, der britische Blues Rock-Wunderknabe, Ben Poole, der uns ja mit seinem Gig im heimischen Schwarzen Adler im Februar schon in Verzückung hatte geraten gelassen.

Mit geändertem Line-up – diesmal mit King King-Drummer Wayne Proctor und Beau Bernard (The Upper Room) als Rhythmus-Fraktion – servierte er den mittlerweile knapp 400 Anwesenden, eine weitere Lehrstunde  in Sachen heutig gebotenem, modernen Blues Rock. Was für ein Feuerwerk an Spielfreude und Dynamik!

Die Trackliste bestand aus ähnlichen Ingredienzien wie in Rheinberg, allerdings in nummerisch verifizierter Form. Grandios Pooles Version des Freddie King-Stückes, bekannt aber eher durch die Derek And The Dominos, „Have You Ever Loved A Woman“, das von Ben zunächst solo eingeleitet wurde und nachher mit Einsetzen der Band in einem wahren Spielrausch endete.

Toll auch „Longing For A Woman“, das mit herrlichem Southern Rock-Flair im Stile einer Marshall Tucker Band zu Glanzzeiten, rüberkam. Fantastisch auch der Gary Moore gewidmete Slow Blues „Time Might Never Come“ und das vom  ersten Album stammende, wahnsinnig atmosphärische „Hanging In A Balance“, bei dem Ben ebenfalls ein ganz intensives Bad in der Menge genoss und dabei so ziemlich bis in den hintersten Winkel der Location wanderte und seinem Road Manager so manche Sorgenfalte bescherte.

Die Kicks des Konzerts waren neben Pooles ‚Mörder‘-Soli sicher auch die furiosen E-Piano- und Orgel-Einlagen des wieder brillant aufspielenden Keyboarders Joe Mac, zum Teil auch in Duellen mit Ben. Proctor und Bernard hauchten der Musik vielleicht etwas mehr Gefühl und Seele ein, als es im Adler der Fall war.

Die Briten aus Brighton brachten mit der vehement eingeforderten und launigen Zugabe „Let’s Go Upstairs“ das Publikum zum Schluss in absolute Tanzstimmung. Die Jungs schienen sich für den letztjährig unverschuldet verpassten Auftritt, besonders ins Zeug gelegt zu haben. Erneut eine fantastische Darbietung, ganz großes Blues Rock Kino!

Line-up:
Ben Poole (lead vocals, electric guitar)
Joe Mac (keys, vocals)
Beau Bernard (bass, vocals)
Wayne Proctor (drums)

Für Tommy Schneller und seine Begleit-Combo war mit dem Poole-Auftritt die Messlatte als Headliner des Festivals in fast unerreichbare Höhen gelegt. Und ich muss auch zugeben, dass ich so meine Bedenken hatte, ob der Spannungsbogen weiter aufrecht gehalten werden konnte, zumal sich das Besucherfeld dann auch schon ein wenig gelichtet hatte.

Der Schwenk in nun soulige, bzw. dezent angejazzte Rockmusik, war zunächst auch etwas gewöhnungsbedürftig. Aber Schneller hatte seine feste Fangemeinde zugegen und spätestens mit der sehr charmant gebrachten Ballade „For The Ladies“, in der Tommy bei diversen, im Publikum anwesende Damen mit kleinen wunderbaren Saxofon-Solo-Ständchen punktete, hatte er auch meine Sympathien gewonnen. Sehr stimmungsvoll!

Im weiteren Verlauf wurde natürlich gegroovt und gesoult, was das Zeug hielt, der gute Gitarrist Jens Filser mit seinem filigranen Spiel hatte dabei gegen eine regelrechte ‚Bläser-Wand‘ anzukämpfen. Mein Favorit des Gigs waren die Southern-umwehten „Backbeat“ (Titelstück von Schnellers, hier auch ausgewogen präsentierten Studioalbums – mit klasse Slide-Spiel von Filser) und das einem Club in Brunswick, Georgia, angedachte „Tipsy’s“.

Mit „Laut Hör Ich Dich Denken“ und „Lass Die Seele Fliegen“ (mit Publikums-Mitsing- Interaktion) als Zugabe, gab es auch zwei deutsch gesungene Kreationen. Insgesamt ein sehr gelungener und kommunikativ mitnehmender Auftritt der Tommy Schneller Band, die sich hinter Acts amerikanischer Kollegen wie Josh Hoyer oder JJ Grey wahrlich nicht zu verstecken braucht und somit den Abschluss eines weitgehend sehr ansprechenden Festivals mit toller Kulisse bildete.

Line-up:
Tommy Schneller (lead vocals, saxophone)
Robert Hunecke (bass)
Raphael Becker Foss (drums)
Jens Filser (electric guitar, vocals)
Helge Adam (keys, vocals)
Dieter Kuhlmann (trombone, vocals)
Gary Winters (trumpet, vocals)

P.S. Vielen Dank an Florence Miller und Klaus Diessner für die kurzfristig arrangierte Akkreditierung. Das 6te Event steht, falls erwünscht,  ganz sicher auch im nächsten Jahr auf unserer To-Do-Liste!

Bilder: Gernot Mangold
Bericht: Daniel Daus

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Matt Schofield – 27.07.2017, Blue Notez, Dortmund – Konzertbericht

Matt-Haupt

Da wir uns im Moment, zumindest was die von präferierte Live-Musik angeht, so ein wenig in einem kleinen Sommerloch befinden, passte es natürlich ganz hervorragend, dass es dem Blue Notez Club, der ja auch für sein ausgewogenes und anspruchsvolles Programm bekannt ist, gelungen war, den exzellenten britischen, Awards-dekorierten Gitarristen Matt Schofield wieder nach Dortmund zu locken.

Zudem habe ich mich gefreut, mal wieder mit unserem Fotografen Peter Schepers, der ja quasi im Blue Notez ‚zu Hause‘ ist, einen gemeinschaftlichen Konzertbericht zu erstellen. Matt und seine Mitstreiter Drummer Jamie Little, Bassist Carl Stanbridge sowie Tastenmann Dan Moore eröffneten um 20.15 Uhr ihren am Ende etwas über 100 Minuten dauernden Gig (inklusive einer Zugabe) mit dem groovigen Opener „What I Want Hear“, der Dank Moores Orgelspiel auch ein wenig Allman-Flair aufwies.

Matt, der übrigens vor fünf Jahren schon einmal an gleicher Stelle aufgetreten war, ließ die Organisatoren sich über eine prall gefüllte Location freuen. Ich habe bei meinen bisherigen Besuchen im Blue Notez auch noch nicht so viele Besucher schon zu Einlass-Beginn vor der Pforte stehen sehen. Die Band legte mit „Live Wire“ direkt ein starkes Stück nach, auch hier schwebte dezente Südstaaten-Luft mit, den Song könnte man sich durchaus auch im Warren Haynes-Umfeld vorstellen.

Als eines seiner persönlichen Lieblingsstücke in einem Greatest Hits-Programm, ohne wirklich je einen Greatest Hit gehabt zu haben, bezeichnete der Protagonist den Slowblues (sehr schön sperrig gespielt) „See Me Through“. Schofield zeigte natürlich nicht nur hier mit seinen vielen brillanten Soli, warum er etliche Male zum besten britischen Gitarristen ausgezeichnet wurde.

Aber auch ein harmonisch agierendes Kollektiv scheint ihm ungeheuer wichtig zu sein. So durften sich seine Mitspieler, die er auch immer wieder zwischendurch vorstellte, bei „Siftin‘ Thru Ashes“ zum ersten Mal mit integrierten Solo-Parts ihr Können präsentieren. Das im Stile der großen Blues-Meister wie Albert Collins & Co recht retro gebrachte „I Don’t Know What I’d Do“ und das knackige, claptoneske „Ship Wrecked“ waren die nächsten Stationen.

Was ein guter Sänger im Blues Genre wert ist, zeigte sich dann beim Gastauftritt von Jay Stollman, der dem Quartett bei zwei Tracks (u. a. „Don’t Take Advantage Of Me“) am Frontmikro assistierte. Toll sein energiegeladener und emotionaler Gesang (aus meiner Sicht eigentlich sogar fast mehr für’s Hard Rock-Genre prädestiniert), der mich ein wenig an Chris Ousey erinnerte. Stollman erwies sich als echter Zusatz-Farbtupfer.

„Where Do I Have To Stand“ war dann das absolute Highlight des Gigs. Matt brillierte in zwei intensiven filigranen E-Gitarren-Solo-Passagen auf seiner stark beanspruchten Stratocaster, wobei ich Klänge von David Gilmour bis hin sogar zu Ted Nugent zu entdecken glaubte. Toll, was der Mann alles auf seinem Arbeitsgerät abzuliefern weiß.

Zum Ende gab es noch ein Instrumental mit erneutem Solieren aller Beteiligten, wobei hier Jamie Littles percussion-artiges Agieren mit den Händen zu Beginn des Drum-Solos ordentlich Eindruck machte und eine retro-bluesige Zugabe, mit der Matt Schofield und seine Mannen die restlos begeisterte Audienz auf den Heimweg verabschiedete. Natürlich nicht, bevor am Merchandising-Stand, dann noch alle Autogramme und Fotografie–Wünsche erfüllt wurden. Insgesamt ein sehr starker Abend im Blue Notez, in der Matt tolle Werbung für den Blues Rock und nicht zuletzt auch in eigener Sache ablieferte. Klasse!

Line-up:
Matt Schofield (lead vocals, electric guitar)
Dan Moore (keys)
Carl Stanbridge (bass, vocals)
Jamie Little (drums)
Jay Stollman (guest lead vocals)

Bilder: Peter Schepers
Bericht: Daniel Daus

Matt Schofield
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Blue Notez Dortmund

Layla Zoe – Songs From The Road – CD-/DVD-Review

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Review: Jörg Schneider

Bereits 2013 hatte ich das Vergnügen die als kanadische Janis Joplin bezeichnete Layla Zoe das erste Mal im Schwarzen Adler in Rheinberg live zu sehen. Was für ein Erlebnis, diesem Energiebündel auf der Bühne beizuwohnen! Danach hatte ich mir unbedingt vorgenommen, auch die nächsten Konzerte nicht zu verpassen. Aber, wie das Leben so spielt, immer kamen irgendwelche anderen Dinge dazwischen. Um so mehr hab dich mich deshalb gefreut, als Daniel mich fragte, ob ich nicht eine Rezension zu ihrem neuen Album „Songs From The Road“ schreiben wolle.

Natürlich hab ich sofort zugesagt, nicht zuletzt auch, weil das Werk im Doppelpack daher kommt. Neben der Live-CD mit einer 10 Stücke umfassenden 2017’er Aufnahme aus dem Hirsch Club in Nürnberg gehört nämlich eine entsprechende DVD mit dazu, der erste offizielle Live-Mitschnitt überhaupt.

Das Konzert bietet eine bunte Folge von Songs aus ihren letzten Veröffentlichungen. Opener ist das rockige und etwas basslastige „Backstage Queen“ gefolgt von „Run Away“, und dem wehmütigen „A Good Man“, einem im Gegensatz zu den ersten beiden Stücken eher getrageneren Blues-Song. Das sich anschließende „Sweet Angel“ ist eine schöne, melodiöse, aber auch nachdenkliche Ballade an Laylas 2010 verstorbene beste Freundin Marsha. Alle vier Titel stammen von ihrer 2016’er CD „Breaking Free“.

Mit „Pull Yourself Together“ vom 2011’er Album „Sleep Little Girl“ geht’s dann wieder richtig rockig mit furiosen Gittarreneinlagen von Jan Laacks weiter. „Work Horse“ (nur auf der DVD) wiederum ist ein grooviges und souliges 10-Minuten-Stück mit feinen und beeindruckenden, aneinander gereihten Soli aller Bandmitglieder. Auf beiden Silberlingen gibt es dann wieder eine Adaption der gefühlvollen Jimi Hendrix Ballade „Why Do We Hurt The Ones We Love“ zu hören bzw. zu sehen.

Aber der mit Abstand beste Track des Konzertes ist nach Ansicht des Rezensenten sicherlich das kraftvolle 13-minütige R & B-Stück „Never Met A Man Like You“ von „The Lily“, bei dem Jan Laacks wieder einmal seine Klasse als Gitarrist mit einem überwiegend langsamen, aber grandiosen Solo unter Beweis stellt, umgarnt von einer gefühlvoll singenden und das Publikum mit einbeziehenden Layla Zoe. Großartig!

Mit dem Slowblues „Highway Of Tears“ gibt die Protagonistin dann noch ein gesellschaftskritisches Statement ab. Nach eigener Aussage ist es ein Lied über die Verbrechen ihres Landes an den getöteten und verschleppten kanadischen Ureinwohnerinnen, worüber zu sprechen ihr allerdings schwer fällt. Den Abschluss der CD bildet dann das bekannte Jimi Hendrix-Stück „The Wind Cries Mary“, während die DVD mit dem Janis Joplin-Klassiker „Me And Bobby McGee“ endet, diesmal allerdings von Layla Zoe mit ihrer grandiosen Stimme A capella vorgetragen, das ist Gänsehaut-Feeling pur!

„Songs From The Road“ ist insgesamt eine überzeugende Live-Schau. Da sind zum Einen Layla Zoes eindringliche, teils Whisky-geschwängerte, raue, aber gefühlvolle Alt-Stimme und ihre ungeheure Bühnenpräsenz, die sich zwar auf der CD schon erahnen läßt, so richtig aber erst auf der DVD greifbar wird. Und zum Anderen ist da natürlich auch ihre musikalisch hervorragende Band, allen voran der brillante Gitarrist Jan Laacks, der zusammen mit Layla Zoe ein wunderbar eingespieltes Team bildet.

Line-up:
Layla Zoe (lead vocals)
Jan Laacks (electric guitar, vocals)
Christoph Hübner (bass, vocals)
Claus Schulte (drums)

Ruf Records (2017)
Stil: Blues Rock

DVD:
01. Backstage Queen
02. Run Away
03. A Good Man
04. Sweet Angel
05. Pull Yourself Together
06. Work Horse
07. Why Do We Hurt The Ones We Love
08. Why You So Afraid
09. Never Met A Man Like You
10. Highway Of Tears
11. Me And Bobby McGee

CD:
01. Backstage Queen
02. Run Away
03. A Good Man
04. Sweet Angel
05. Pull Yourself Together
06. Why Do We Hurt The Ones We Love
07. Why You So Afraid
08. Never Met A Man Like You
09. Highway Of Tears
10. The Wind Cries Mary

Layla Zoe
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Ruf Records

Kenny Wayne Sheperd Band – Lay It On Down – CD-Review

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Review: Michael Segets

Kenny Wayne Shepherd kündigte im Vorfeld der Veröffentlichung seines achten Studioalbums an, neue Wege beschreiten zu wollen. Der mehrfach ausgezeichnete Blues Rock-Gitarrist widmet sich daher weniger dem Blues, sondern mehr dem Rock. Die ersten Gitarrenriffs von „Baby Got Gone“ lösen dieses Versprechen bereits ein. Der Opener erinnert in einigen Momenten an die Eagles und das Gitarrenspiel von Joe Walsh.

„Diamonds & Gold“ und „Nothing But The Night“ sind zwei eingängige Midtempo-Nummern mit unaufgeregten Gitarrensoli. In beiden fügen sich mehrstimmige Gesangparts gelungen in die Kompositionen ein.

Mit „Lay It On Down“ präsentiert Kenny Wayne Shepherd eine gefühlvolle Ballade, die in einer akustischen Version den Abschluss der Scheibe bildet, wobei die im Wesentlichen um das Schlagzeug reduzierte Interpretation für mich noch etwas die Nase vorn hat. Das countryfizierte „Hard Lesson Learned“ ist ein weiteres langsames Stück. Die wimmernde Gitarre unterstützt die getragene Atmosphäre ohne allzu sehr in den Schmalz abzugleiten. „Louisiana Rain“ hält diese Grenze nicht so eindeutig.

Auf der Scheibe finden sich noch vier rockige Titel. „She´s $$$“ zeigt, dass Kenny Wayne Shepherd seine Wurzeln im Blues Rock hat. „Down For Love“ stellt neben dem Anfangs- und dem Titelstück ein Highlight des Albums dar. Hier weist der Sound Ecken und Kanten auf und wirkt nicht ganz so geschliffen wie bei den meisten anderen Songs. Mit diesem und dem „How Low Can You Go“ verdeutlicht die Band, dass sie auch Southern Rock im Repertoire hat. „Ride Of Your Life“ setzt erneut einen kraftvollen Akzent, bei dem Kenny Wayne Shepherd ein weiteres Mal beweist, dass er sein Instrument beherrscht.

Die virtuosen Gitarrensoli von Kenny Wayne Shepherd sind insgesamt zwar ausgedehnt, aber nicht ausufernd. Die Songlänge bewegt sich daher in der Regel zwischen drei und fünf Minuten. Unterstützt wird Shepherd auf seiner CD von seinem langjährigen Leadsänger Noah Hunt, Keyboarder Jim McGorman, Bassist Kevin McCormick und Drummer Chris Layton, der seine Sporen bereits bei Stevie Ray Vaughn & Double Trouble verdiente. Produziert hat Marshal Altman (u. a. Amy Grant, Marc Broussard, Frankie Ballard).

In der Gesamtschau legt die Band ein durchgängig gut hörbares Album mit rockigem Grundton vor. Obwohl die einzelnen Songs durchaus gelungen und gekonnt gespielt sind, fehlt ihnen im Moment teilweise noch so etwas wie ein spezifischer Charakter. Vielleicht gewinnt das Album aber noch bei weiteren Durchläufen. Die Chance hat es verdient, da bei einzelnen Stücken durchaus ein Funke überspringt.

Provogue (Mascot Label Group) (2017)
Stil: Blues Rock

01. Baby Got Gone
02. Diamonds & Gold
03. Nothing But The Night
04. Lay It On Down
05. She’s $$$
06. Hard Lesson Learned
07. Down For Love
08. How Low Can You Go
09. Louisiana Rain
10. Ride Of Your Life
11. Lay It On Down (acoustic)

Kenny Wayne Sheperd
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Nick Moss Band – 13.07.2017, Krefeld, Kulturrampe – Konzertbericht

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Mit Nick Moss hatte sich ein echtes Schwergewicht der heute noch praktizierenden Vertreter des Chicago Blues in der Krefelder Kulturrampe angesagt.

Rampen-Chef Pille Peerlings sinnierte bei der Einleitung, bzw. Ansage, wie man wohl das Durchschnittsalter des Blues-Publikums in Zukunft senken könnte, und bot vermutlich den meist akademisch behafteten Anhängern und Philosophen des Genres, abendfüllenden Diskussionsstoff bezüglich dieser schier unlösbar erscheinenden Fragestellung. Denn in der Tat dominierte wieder mal die Ü-50 Generation im Saale. Schöner  Spruch eines Zuschauers daraufhin übrigens: „Pille du bist hier der Jüngste im Raum!“

Dem im wahrsten Sinne des Wortes mit wuchtigen Körpermaßen ausgestatteten Protagonisten, diesmal komplett auf einer Telecaster agierend, und seinen Mitstreitern Dennis Gruenling, Taylor Streiff, Nick Fane und Patrick Seals (Moss betitelte den backenbärtigen Drummer bei der Vorstellung der Band als Baby-Duane Allman) wohnten um die 100 Besucher an diesem Donnerstag Abend bei (also fast voll) und boten diesem äußerst stimmungsvollen Gig einen würdigen Rahmen.

Ja, ich muss tatsächlich schon überlegen, wann ich überhaupt mal, solch eine rasende Meute in der kleinen Kult-Location erlebt habe (auch wieder dabei, eine schon früher bei diversen Gigs zur Kenntnis genommene, ekstatisch vor der Bühne tanzende blonde Dame, die erneut voll in der Mossschen Musik aufging).

Das Instrumental zu Konzertbeginn um 20:45 Uhr diente zunächst mal der Abmischung des richtigen Sounds. Moss war mit der Einstellung seiner Gitarrentöne überhaupt nicht zufrieden und gestikulierte in Richtung Mischpult. Nach kurzen Instruktionen nach Ende des Openers war dann alles takko und die Band spielte sich mit „Someday“ quasi in den Gig ‚hinein‘.

Der Song hatte eigentlich auch schon wegweisende Wirkung auf die folgenden Tracks, meist durch Ricks Gesang, klimpernde Piano-, Harp- und quirlige intensive E-Gitarrensoli auf einem retrobehafteten swingendem Blues-Rhythmus-Teppich, in Szene gesetzt.

Vieles erinnerte mich, was meinen kleinen Horizont dieser recht Harp-lastigen Musikspielart angeht (ich hoffe, die Experten verzeihen mir hier ggfs. eine eventuelle zu einfache oder gar falsche Analyse), an Acts wie Muddy Waters, Paul Butterfield, Nick Gravenites oder ganz dezent auch an die J. Geils Band.

Mit dem herrlich schrill aussehenden Dennis Gruenling (Sonnenbrille, Schlangenleder-Sakko, schwarz lackierte Fingernägel, samt einer Unzahl von Ringen an den Greifern) wurde dieses Instrument natürlich per se dann zum echten Gesamtfarbtupfer. Der durfte dann auch bei zwei Stücken mal seine Gesangskünste als Fronter zum Besten geben.

Songs wie „Get Your Hand Out Of My Pockets“, das leicht Bakersfield-umwehte „Rockin‘ The Blues“, der überragende Schwofer „Woman You Must Be Crazy“ (mit ein wenig „Statesboro Blues“-Flair) und „Pretty Girls Everywhere“ (erste Zugabe) blieben bei mir im Gehör hängen. Zum krönenden Abschluss erzeugten dann Nick (am Schlagzeug sitzend, seichten Beckenrhythmus mit dem Fuß vorgebend, singend und E-Gitarre spielend) und Dennis an der Harp, im Duo bei der  zweiten (vehement) eingeforderten Zugabe, noch ein wenig Delta-Blues-Atmosphäre.

Somit lautet das knappe Fazit des launigen und umjubelten Abends in Abwandlung eines bekannten Sprichworts: Mit Nick Moss echt was los in der Krefelder Kulturrampe! Wer übrigens das Quintett in unseren Sphären nochmal sehen möchte, sollte dazu am morgigen Samstag (15.07.) die Gelegenheit im Kölner Yard Club nutzen.

Line-up:
Nick Moss (lead vocals, electric guitar)
Dennis Gruenling (harp, lead vocals)
Taylor Streiff (keys)
Nick Fane (bass)
Patrick Seals (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Nick Moss Band
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Kulturrampe Krefeld

Joe Bonamassa – Live At Carnegie Hall – An Acoustic Evening – CD-/DVD-Review

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Es scheint so ein bisschen, als ob Joe Bonamassa hier in Sounds Of South in der Sparte ‚DVD des Jahres‘ den Spitzenplatz im Dauerabonnement belegen möchte. Auch in diesem Jahr bringt er mit seinem opulenten Doppel-CD-/Doppel-DVD-Werk „Live At Carnegie Hall – An Acoustic Evening“ ein absolut fantastisches Paket auf den Markt, an dem man als Musikgenießer nicht vorbei kommt.

Wie schon bei seinen Auftritten im beeindruckenden Greek Theatre in Los Angeles, ist man auch hier vom visuellen als auch klangtechnischen Erlebnis im historischen Manhattener Konzerthaus zutiefst beeindruckt, das wie gewohnt vom Team Kevin Shirley und Roy Wiseman nahezu mit Perfektion in Szene gesetzt wurde.

Der gute Smokin‘ Joe präsentiert diesmal ein schönen Reigen ausgewählter Stücke im akustischen Gewand. Auf der mit viel Liebe zum Detail angerichteten Bühne, begleiten ihn mit Leuten wie Keyboard-Legende Reese Wynans am Pianoflügel, Drummer Anton Fig und den Backgroundsängerinnen Juanita Tippins (mit wunderschönem ozeanischen Blumengeflecht im Haar), Mahalia Barnes (dezent Geisha-mäßig), bereits bekannte Gesichter.

Frisches und alternatives Blut wurde mit dem erfahrenen Perkussionisten Hossam Ramzy (Peter Gabriel), dem im Stile eines indischen Maharadschas bekleideten Sänger Gary Pinto, dem Multi-Instrumentalisten von den Hooters, Eric Bazilian (Dobro, Banjo, Flöte, Mandolinen, Saxofon) und dem nicht nur orientalischen Blickfang am Cello und der Erhu, Tina Guo aus Shanghai (mittlerweile aber in Los Angeles ansässig), ins Bandgefüge integriert.

Mit dem energiegeladenen Opener „This Train“, dem grandios atmosphärisch und folkig dargebotenen „Drive“, dem souligen „The Valley Runs Low“ und später „Livin‘ Easy“ (Bazilian mit starker Saxofon-Einlage) beinhaltet der Gig gleich vier Nummern seines letzten Studioalbum „Blues For Desperation“, die auch im akustischen Gewand überaus zu gefallen wissen. Natürlich wird auch der Backkatalog des Protagonisten reichhaltig verarbeitet.

Großartig sind das stampfende „Dust Bowl“, das wunderbare „Driving Towards The Daylight“ (Bazilian mit Banjo-, Wynans mit Pianofills, herrliche Harmoniegesänge), das countryeske „Black Lung Heartache“ mit einem wild slidenden Bonamassa oder auch das rhythmische „Get Back My Tomorrow“ (Publikum klatscht mit, Pinto mit Gesangseinlagen).

Ein Höhepunkt von vielen ist sicher auch das bluesig-gospelige „How Can A Poor Man Stand Such Times And Live?“, bei dem auch Tippins und Barnes ihre Solo-Parts bekommen und eines seiner Paradestücke „Song Of Yesterday“ in einer über neun-minütigen, packenden Fassung.

Center-Stück dieses Live-Werkes ist jedoch „Woke Up Dreaming“, das in den Bonus-Features nochmals in einer weiteren Version vom 2. Spielabend präsent ist. Das Stück brachte Joe, laut dem Bonus-Interview auf der zweiten DVD, bei dem auch alle anderen Musiker reichhaltig zu Worte kommen, an den Rande seiner technischen Fingerfertigkeiten. Und in der Tat liefert er sich hier mit der wüst am Cello schreddernden Tina Guo ein atemberaubendes Spielduell.

Die Klassiker „Hummingbird“ (Leon Russell, Joe Cocker, B.B. King) und „The Rose“ (Bette Middler) beenden ein zutiefst beeindruckendes Konzert. Komplettiert wird dieses tolle Doppel-CD-/DVD-Package durch eine starke Bildergalerie von Christie Goodman.

Nach „Live At The Greek Theatre“ liefert Joe Bonamassa mit „Live At Carnegie Hall – An Acoustic Evening“ einen weiteren audio-visuellen Hochgenuss ab, der in allen Belangen überzeugt und mitnimmt. Da heißt es einfach nur gemütlich ab aufs Sofa und sich von diesen großartigen Musikern akustisch-bluesig und auch ein wenig orientalisch in herrlichem Ambiente berauschen zu lassen!

Mascot Label Group (2017)
Stil: Acoustic Blues Rock & More

DVD1:
01. Cold Streets (Intro)
02. This Train
03. Drive
04. The Valley Runs Low
05. Dust Bowl
06. Driving Towards The Daylight
07. Black Lung Heartache
08. Blue And Evil
09. Livin‘ Easy
10. Get Back My Tomorrow
11. Mountain Time
12. How Can A Poor Man Stand Such Times And Live?
13. Song Of Yesterday
14. Woke Up Dreaming
15. Hummingbird
16. The Rose
17. Cold Streets (Credits)

DVD2:
01. Behind The Scenes
02. Woke Up Dreaming (Second Night)
03. Photo Gallery

Joe Bonamassa
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Blues Alive Festival, 13.05.2017, Bürgerhaus Stollwerck, Köln – Festivalbericht

Auch wenn unser Fokus ja bekanntlich in anderen Genres angesiedelt ist, mache ich keinen Hehl daraus, dass ich, besonders live, gut gemachten und gespielten Blues Rock, ebenfalls ganz gerne höre. Die Premiere des Blues Alive Festivals im Kölner Bürgerhaus Stollwerck bot sich mit dem hochwertigen Line-up, bestehend aus Layla Zoe (die ich allerdings in letzter Zeit schon fast inflationär gesehen habe) sowie den Herren Danny Bryant und Blues Rock-Legende Walter Trout, besonders an, zumal ich die beiden letztgenannten Musiker bisher noch nicht auf der Bühne erlebt habe.

Der ganz schön korpulente Danny Bryant betrat pünktlich um 20:00 Uhr mit seinen beiden Mitmusikern Alex Phillips und Dave Raeburn die für ihn vorbereitete Bühne. Er stieg mit einem Instrumental in den Gig ein und sorgte für exakt 45 Minuten mit seinen diversen verzerrten und knarzenden E-Gitarren für einen unterhaltsamen Auftakt des Abends.

Haften geblieben sind dabei das atmosphärische „Slow Suicide“, das mit einer Les Paul performte (tolles Solo), dezent southern-umgarnte „Take Me Higher“ sowie die furios gecoverte Version von „All Along The Watchtower“ als Schlusspunkt.

Line-up:
Danny Bryant (lead vocals, electric guitar)
Alex Phillips (bass)
Dave Raeburn (drums)

Layla Zoe glich, von der Besetzung und Setlist her, ihrem Auftritt vor geraumer Zeit im Schwarzen Adler, im Rahmen der Double Trouble-Geschichte, zusammen mit Jane Lee Hooker. Die rothaarige kanadische Blues-Röhre beeindruckte wie gewohnt mit toller Charakter-Stimme und ihrer, aufs Publikum eingehenden und emotionalen Art (kommunizierte viel, tanzte mit den Leuten, strich einem Fotografen mit der  Hand durch den wohl gepflegten Drei-Tage-Bart).

Höhepunkte hier waren die emotional berührenden Songs „Sweet Angel“ (gewidmet ihrer, an einem  Aneurysma verstorbenen Freundin Marsha) und „Highway Of Tears“ (über getötete, vermisste und verschleppte kanadische Ureinwohnerinnen), sowie das starke „Workinghorse“ (mit Talkbox-Einlage des furios aufspielenden und scheinbar immer besser werdenden Gitarristen Jan Laacks). Eine kurzweilige, ebenfalls wie im Fluge vergangene  Stunde, mit ansprechendem Diven-Blues Rock dieser Zeit.

Line-up:
Layla Zoe (lead vocals)
Jan Laacks (electric guitar, vocals)
Christoph Hübner (bass, vocals)
Claus Schulte (drums)

Walter Trout, dem die verbundenen Qualen und Erlebnisse  im Zuge seiner Lebertransplantation 2014 deutlich im Gesicht eingemeißelt waren, brachte zunächst seine Finger mit einem quirligen Intro zum Opener „Help Me“ auf Betriebstemperatur. In der Folgezeit wurde er bei seinem etwas über zwei Stunden währenden, hochdynamischen Auftritt, seinem Status als Headliner des Abends, voll und ganz gerecht.

Angesichts des Erlebten (60 Kilo abgenommen, 8 Monate ans Bett gefesselt, musste Laufen und Sprechen wieder lernen, geschweige, sich das Gitarrenspiel wieder beizubringen), glich es schon einem Geschenk (für alle Beteiligten), ihn hier wieder mitreißend singen zu hören, als auch seine unzähligen filigranen E-Gitarren-Soli bestaunen zu können.

Selbstredend, dass während seines Gigs, das aus seiner Sicht düstere, depresssive und z. T. morbide Werk „Battle Scars“ mit Tracks wie u. a. „Almost Gone“, „Haunted By The Night“, „Playin‘ Hideawy“ und „Please Take Me Home“ (seiner Frau gewidmet, die ihm durch diese schwere Zeit geholfen hat), in dem all diese wenig erfreulichen Umstände reflektiert werden, im Blickpunkt des Geschehens stand.

Laune machte neben der Standard-Formation mit Sammy Avila (ließ seine Hammond ordentlich gurgeln), dem tierisch Gas gebenden Drummer Michael Leasure und dem Benjamin, Adam Ditt am Bass (wirkte, vermutlich aufgrund der Schwergewichte um sich herum, etwas schüchtern, zupfte aber sehr solide) vor allem auch die Einbindung der Gäste wie Sohnemann Jon, der auch bewies, dass er die musikalischen Gene des Vaters intus hat (wirbelte ebenfalls schon gehörig auf seiner hellblau-weißen Strat, dazu mit gutem Kurz-Lead Vocals-Einsatz), Sänger Andrew Elt (überwiegend Harmoniegesänge, einmal kurz als Fronter) und dem beim furiosen „The Blues Came Callin'“-Jam dazu stoßenden und erneut glanzvoll aufgelegten Danny Bryant.

Das grandios dargebotene „Going Down“ mit munterem ‚Bäumchen- Wechsel-Dich‘-Intermezzo am Frontmikro (stark hier auch Sammy Avila) zum Abschluss des Hauptteils, plus zwei Zugaben (eine Ballade, ein launiger Boogie) sorgten für ein maximales Maß an finaler Freude im sehr gut besuchten Stollwerck. Verdienter Applaus für Stehauf-Männchen Walter Trout und seine starke Begleittruppe!

Line-up:
Walter Trout (lead vocals, electric guitar)
Adam Ditt (bass)
Michael Leasure (drums, vocals)
Jon Trout (electric guitar, vocals)
Sammy Avila (keys, vocals)
Andrew Elt (vocals, acoustic guitar)
Danny Bryant (electric guitar – jam)

Fazit: Dieses Blues Alive Festival im Kölner Bürgerhaus Stollwerck war ein toller und kurzweiliger Abend. Hervorragend durchorganisiert von der ersten bis zur letzten Minute mit drei vorzüglichen Bands, die sich allesamt in ihren ansprechenden Leistungen nichts schenkten. Schön dabei zu erleben, dass Walter Trout nach überstandener Lebertransplantation in seinem ‚2. Leben‘, musikalisch wie mental, wieder voll auf dem Damm zu sein scheint. Insgesamt eine Veranstaltung auf absolut hohem Niveau, die gerne in dieser Form im nächsten Jahr eine Fortsetzung finden darf.

P.S. Vielen Dank an Fotokünstler Albrecht Schmidt, der für den am Knie verletzten Jörg Schneider spontan eingesprungen ist und somit Premiere in diesem Magazin feiert.

Bilder: Albrecht Schmidt
Bericht: Daniel Daus

Danny Bryant
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Rock-Times Production
Ruf Records
Bürgerhaus Stollwerck Köln

Dudley Taft – 22.04.2017, Blue Notez, Dortmund – Konzertbilder

DT-akt (2)

Der Ur-Groß-Neffe des 27. Amerikanischen Präsidenten spielte, an seinem zweiten Abend der Europatour, mit seinen Mitstreitern (Kasey Williams am Bass und Darin Watkins am Schlagzeug) ein zweigeteiltes Set, das keine Wünsche offen ließ. Neben einem Querschnitt aus seinen letzten drei Alben präsentierte er solche Klassiker wie: „Leland Mississippi Blues“ (Johnny Winter), „When The Levee Breaks“ (Led Zeppelin), If Heartaches Were Nickels“ (Warren Haynes, Joe Bonamassa), „Backdoor Man“ (Willie Dixon) und „Oh Well“ (Fleetwood Mac). Die Musik, eine Mischung aus Rock-, Blues-, Blues Rock- sowie Grunge-Einflüssen, von einigen als Seattle Blues bezeichnet, kam jedenfalls beim Publikum richtig gut an.
CD Tipp: „Live in Europe“

Bilder: Peter Schepers

Dudley Taft
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Blue Notez Dortmund