
Wenn sich deutsche Bands oder Interpreten amerikanischem Liedgut verschrieben haben, und mir ihre CDs ohne vorherige Absprache zugesendet haben, sollten sie, nach meinen vielen verfassten Reviews in dieser Hinsicht, wissen, dass sie sich auf sehr, sehr dünnem Eis bewegen.
So geschehen jetzt von einem Act mit dem imposanten Namen The Blind Dog Mayer Group, 2025 Gewinner des 43. Deutschen Rock- und Pop-Preises in der Kategorie ‚Beste deutsche Blues Rock Band‘. Das professionell erscheinende Auftreten mittels einer Agentur dahinter ließen, mich positiv gestimmt an die Sache herangehen, zumal ich tatsächlich in letzter Zeit mit ebenfalls prämierten deutschen Bands wie Stone Water, Blue Deal oder LUKE gute Erfahrungen gemacht hatte.
Mit der EP „The Blind Dog Mayer Group – Live Studio Session – From The Shadow Of The Castle – EP-Review legt das saarländische Quartett, bestehend aus Leader Blind Dog Mayer (lead vocals, harp), Dirk Lenz (guitars, bgv), Michael Jung (bass, bgv) und Marco Schmieden (drums), ein Kurz-Studio-Debüt vor, das sich musikalisch gekonnt in Richtung E-Gitarren- und Harp-orientiertem Rock,- Blues- und Southern Rock in Form von Eigenkreationen bewegt, wie man es damals noch so von Bands wie ZZ Top, Ten Years After, Allman Brothers, Mountain, Foghat, Ted Nugent oder der J. Geils Band u.v.m. in den Ohren hat.
Soweit, so gut. Das Hörergebnis wird allerdings durch den, sich durch das Werk ziehenden deutsch-akzentuierten Leadgesang auf Schulenglisch-Niveau und noch schlimmer, die wirklich schon fast schräg anmutenden Harmoniegesänge, erheblich getrübt. Da kann auch der Zusatz ‚Live Studio Session‘ nicht als Entschuldigung hinhalten.
Ich verstehe ja, dass man als vermeintlicher Macher der Band auch im Vordergrund am Mikro stehen möchte, aber abseits von aller Euphorie, hilft aus meiner Sicht zum Weiterkommen auch immer eine selbstkritische ehrliche Betrachtung auf das gesamte Schaffen. Ein tatsächlich amerikanisch klingender Sänger und gegebenfalls dezente weibliche BGVs (oder gar keine) wären aus meiner Sicht hier zielführender gewesen.
Die vorliegende EP der The Blind Dog Mayer Group lässt auf der instrumentellen Basis keine Wünsche offen (mein Favorit ist das schön basslastig funkende „Call Me Blind Dog“), was den Gesang und die Harmoniegesänge aber betrifft, wäre der blinde Hund aus meiner Sicht gut beraten, auch mal sein Gehör checken zu lassen…
Blues Note Records (2026)
Stil: Blues Rock
Tracks:
01. Anthem Of The Lost Sock
02. Call Me Blind Dog
03. Moonshine Gasoline
04. Harley Rider
05. That’s What I Saw
06. Shiny Culry Red Hair
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