Little Caesar – 09.09.22 – Kulturrampe, Krefeld / 11.09.2022 – Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertnachlese

Wie im letzten Jahr tourt Little Caesar in diesem Herbst wieder durch Europa. Freitags, am 09.09.2022 brachte die kalifornische Hard Rock-Band der Kulturrampe in Krefeld ein volles Haus und nur zwei Tage später sorgte eine ähnliche Zuschauerzahl im weitaus größerem Piano dafür, dass dies zumindest zumindest zu einem Drittel gefüllt war, was für den Veranstalter aus finanzieller Sicht nicht gerade befriedigend ist.

An beiden Abenden spielte die Band ein identisches Programm mit leichten Änderungen zum Vorjahr und erzeugte eine gute Stimmung unter den Rockfans, von denen manche die Chance nutzten, beide Konzerte zu besuchen. Im Mittelpunkt stand der charismatische Fronter Ron Young, der sich stimmlich bestens aufgelegt präsentierte.

Dass die Chemie bei Little Caesar stimmt, zeigte sich auch dadurch, dass alle Musiker genügend Freiraum für sich hatten, um sich in den Vordergrund spielen zu können. Loren Molinare glänzte nicht nur mit einigen rockigen Soli, sondern machte mit einigen Posen auch etwas für das Visuelle.

Mark Tremaglia als Pendant auf der anderen Seite der Bühne schaffte es mit diversen slidenden Soli einen Southernflair in manche Songs zu bringen. Neben Young setzte der hünenhafte Bassist Pharoah Barrett auch einige gesangliche Akzente und sorgte mit dem von den Cruzados bekannten Drummer Rob Klonel für eine fette Rhythmusgrundlage.

Aus einem starken Setup ragten das melodiöse „Midtown“, das fast schon punkrockig präsentierte Merle Haggard- Cover „Mama Tried“, die Hard Rock-Nummern „Rock`n`Roll State Of Mind“ und „Straight Shooter“ heraus. Gekrönt wurden die Auftritte durch die Zugaben „Wrong Side Of The Tracks“, die Ballade „In Your Arms / I Wish It Would Rain“ und „Real Rock Drive“, dem in Krefeld noch „Drive It Home“ folgte.

Nach beiden Gigs ließen es sich die bestens gelaunten Musiker nicht nehmen, am Merchandisingstand für Smalltalk und Fotos ihren Fans zur Verfügung zu stehen.

Line-up:
Ron Young (lead vocals)
Loren Molinare (electric guitar)
Mark Tremaglia (electric guitar)
Pharoah Berrett (bass)
Rob Klonel (drums)

Text und Bilder: Gernot Mangold

Little Caesar
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Kulturrampe Krefeld
Musiktheater Piano
Teenage Head Music

Jade MacRae – 04.09.2022 – Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

Nachdem Jade MacRae nur einige Tage zuvor zusammen mit Mahalia Barnes im Krefelder Schlachtgarten aufgetreten war, die nun, für Auftritte mit ihrem Vater Jimmy Barnes, zusammen mit ihrem Mann die Band verlassen hatte, gab es jetzt zum ersten Mal, einen Soloauftritt von ihr mit Band auf der Bühne zu bestaunen. Leider war das Dortmunder Piano nur spärlich besucht, was für den Veranstalter natürlich aus finanzieller Sicht auf Dauer nur schwer zu stemmen ist.

Nun aber zu den positiven Aspekten des Abends. Die mit vielen Vorschusslorbeeren angekündigte, in Neuseeland gebürtige Australierin, konnte diese, von der ersten Minute des Konzertes an, bestätigen. Gestützt durch ihre Band, drückte sie den Songs durch ihre beeindruckende Stimme, ihren Stempel auf. Dabei spielte es keine Rolle, ob es eher in Richtung Soul, Blues, Funk oder Rock ging.

Neben ihrer Stimme gelang es ihr aber auch, durch ihre offene und positive Art, das Dortmunder Publikum direkt zu auf ihre Seite zu ziehen und zu begeistern, das nicht an Applaus, auch für ihre musikalischen Begleiter, sparte. Schön und interessant war, wenn sie etwas zur Entstehung oder den Beweggründen der sehr persönlichen Songs sagte. Bei Ansagen für Songs, die ihrem Vater oder ihrem zweiten Ehemann gewidmet waren, versprühte sie auch ihren charmanten Humor.

Ben Forrester offenbarte mit so manchem Solo, welch ausgezeichneter Gitarrist er ist. In der groovigen ersten Zugabe „Meltdown“ mit Honkytonk-Einschlag brachte er noch einen gewisses Southerenflair herein. Aber auch Aaron Ottignon gab den Tracks an den Keyboards mit einigen Soli seine eigene Note.

Wichtige Grundlage, für den bestens abgemischten und abgestimmten vollen Sound, waren die eher im Hintergrund agierenden Hamish Stuart an den Drums und Bassist Mike Haselwood, die sich aber in einem Solo zumindest sporadisch profilieren konnten.

Zum Ende des Konzertes dankte Jade noch einmal den Anwesenden für die gute Stimmung und auch dem Piano, dass sie in dieser schönen Location auftreten durfte und gerne wiederkommt. Dass sie dabei die Zuschauer bat, dass dann jeder bitte zumindest einen Freund mitbringt, wird mit Sicherheit auch dem Piano gefallen.

Direkt nach dem Ende nahmen sich insbesondere Jade MacRae und Ben Forrester alle Zeit am Merchandisingstand, um diesen beeindruckenden Konzertabend rund ausklingen zu lassen.

Line-up:
Jade MacRae (lead vocals, bgv, percussion)
Ben Forrester (electric guitar)
Aron Ottignon (keys, bgv)
Mike Haselwood (bass, bgv)
Hamish Stuart (drums)

Text und Bilder: Gernot Mangold

Jade MacRae
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EBF Music
Musiktheater Piano Dortmund
3dog-Entertainment

Robert Jon & The Wreck, 24.06.2022, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

Zum ersten Mal traten Robert Jon & The Wreck im Dortmunder Musiktheater Piano auf. Bei tropischen Temperaturen mit der entsprechenden Luftfeuchtigkeit heizten die fünf Kalifornier den Besuchern gewaltig ein. In dem etwa 100 minütigen Konzert, das einen Querschitt über alle Alben darstellte, zeigten die jungen Musiker, dass sich die Southern Rock-Fans sich keine Sorgen machen müssen, wie es weitergeht, wenn die Dinos der Szene so langsam abtreten.

Stellvertretend für die gelungene Songauswahl sei „Cold Night“ mit einem jammenden Zwischenteil genannt, bei dem Henry James und Robert Jon Burrison zusammen mit Bassisten Warren Murrel nicht nur visuell Gedanken an die Guitararmy aufleben ließen. Dazu drummt sich Andrew Espantman regelrecht die Seele aus dem Leib und Keyboarder Steve Maggioreoffenbart, warum er neben seiner Stammband auch als Keyboarder bei den Rocklegenden von Toto fungiert.

Mit diesem Auftritt, wo sich die Sommertour nach zig Konzerten langsam dem Ende zuneigt, hat die Band bei den etwa 140 Fans mit Sicherheit einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen, der beim nächsten Mal einen weitaus besseren Besuch erwarten lässt, wobei unter den derzeitigen Bedingungen der Besuch bei einer Premiere in Ordnung ist. Wer Robert Jon mit seinen Mannen in der Region noch einmal sehen will, dem sei ein Besuch beim Static Roots Festival in Oberhausen angeraten. Die Kulturrampe in Krefeld ist schon ausverkauft.

Ein Dank mal wieder an Thomas und Jenny vom Piano dafür, dass sie trotz der widrigen Bedingungen die Fahne der Rockmusik weiter hochhalten, auf dass es nach der jetzt kommenden Sommerpause mit anstehenden Renovierungsarbeiten mit dann steigenden Besucherzahlen weitergeht. Karten für die dann anvisierten Konzerte sind schon im Verkauf und zudem gibt es noch einige Veranstaltungen von 3Dog Entertainment in den kommenden Wochen, die sicherlich besuchenswert sind.

Line-up:
Robert Jon Burrison (lead vocals, electric guitar)
Henry James (electric guitar, vocals)
Warren Murrel (bass)
Andrew Espantman (drums, vocals)
Steve Maggiora (keys, vocals)

Text und Bilder: Gernot Mangold

Robert Jon & The Wreck
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Musiktheater Piano, Dortmund
3Dog Entertainment
Teenage Head Music

Kamchatka – Support: Jail Job Eve – 23.06.2022 – Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

Nach mehreren Verschiebungen bedingt durch die Coronapandemie konnte das schwedische Powertrio Kamchatka endlich das aktuelle Album „Hoodoo Lightning“ promoten.

Als Support gaben sie der Osnabrücker Band Jail Job Eve die Möglichkeit, auf sich aufmerksam zu machen. Dies gelang den jungen Musikern, welche mit ihrer kraftvollen Mischung aus Blues-, Hard- und Melodic Rock beeindrucken konnten. Im Vordergrund stand die Fronterin Victoria Semel mit ihrer starken Rock- und Bluesstimme. Da es sich aber um eine Band handelt, hatten auch die anderen Musiker die Möglichkeit ihre spielerischen Qualitäten unter Beweis zu stellen.

Benedikt Schlereth lieferte harte Gitarrenriffs, konnte aber auch gefühlvolle Soli, zuweilen sogar mit einem Southernflair oder slidend beisteuern. Auch Jens Niemann an den Keyboards legte einige feine Soli hin und unterlegte die Songs mit Soundteppichen.

Stark auch die Rhythmussektion um Drummer Josef Röhner, der die richtige Mischung aus powervollen Drumming und gefühlvoller Zurückhaltung bei den ruhigeren Nummern zeigte und Laurenz Gust der mit einem klar differenzierten Bassspiel mit einigen feinen Läufen überzeugen konnte.

Bei Ihren Songs nahmen die Musiker auch zum aktuellen Tagesgeschehen Stellung, wie bei „No Means No“, wo es um Gewaltsituationen geht, oder beim Titel „Lost“, wo es Sängerin Victoria Semmel gelang, das Publikum zum Mitsingen zu animieren und die Botschaft an die Frauen gesendet wird, sich auf die Bühnen der Rockmusik zu trauen und dass sie dort auch anerkannt werden. Im letzten Song „Riot“ zollte man noch Tribut für die russische Rockband Pussy Riot, die wegen ihrer zurecht kritischen Haltung zur Politik in Russland politisch verfolgt wird, was bis zur Inhaftierung der Musikerinnen führte.

Nach etwa 45 Minuten verließ die Band unter dem Applaus der Besucher die Bühne. In der Form ist von den jungen Musikern aus Osnabrück noch einiges in der Zukunft zu erwarten.

Line-up Jail Job Eve:

Victoria Semel – vocals
Benedikt Schlereth – guitar
Jens Niemann – Hammond Orgel
Laurenz Gust – bass
Josef Röhner – drums

Nach einer kurzen Umbaupause war es dann soweit und die drei Musiker von Kamchatka betraten die Bühne und präsentierten einen Querschnitt von Songs von ihren Anfangszeiten bis zum letzten Album „Hoodoo Lightning“.
Krachend  begann das Trio mit „Perfect“ vom 2011er Album „Bury Your Roots“, um dann mit „Seed“ einen bluesgetünchten Song aus ihrem Debutalbum nachzulegen.

Thomas Juneor Andersson zeigte in diesen beiden Stücken seine Vielseitigkeit an der Gitarre, welche von knallharten Rockriffs, bis hin zur Rhythmusarbeit in Richtung ZZ Top ging. Bei den Soli, in denen er Elemente verschiedenster Musikstile miteinander verschmelzen ließ, spielte er sich zuweilen in einen Rausch, um dann aber wieder punktgenau in den jeweiligen Songs wieder anzukommen. Im Gesang wechselte er sich mit Bassist Per Wiberg ab, der insbesondere bei den stark bluesigen Stücken mit seiner etwas rauheren Stimmlage überzeugen konnte.

Dabei legte er fette Bassläufe hin, welche absolut differenziert erkennbar waren. Hier schon ein Lob an Harro Kleffmann, dem es gelang den gewaltigen Sound ins Piano zu zaubern, dass es auch trotz der Lautstärke sehr klar war.
Mit „Auto Mowton/Spacegirl Blues“, auch vom ersten Album, ging es im Hard Rock der 70er Jahre im Stile von Bands wie Mountain weiter, und es kam immer wieder zu jammenden Einlagen.

Hier ist auch Drummer Tobias Strandvik hervorzuheben, der an den Drums zuweilen ein Tempo vorlegte, dass die Drumsticks nur so durch die Luft wirbelten. Vom aktuellen Album präsentierten die Schweden das rockige „Rainbow Ridge“, „Blues Science“ mit Heavy-Elementen in Part I („Thunder Rise“), während der musikalisch sehr heterogene Part II („Hoodoo Lightning“) wieder die gesamte Bandbreite vom Blues bis zum Hard- oder Heavy Rock widerspiegelte.

Mit zwei Songs vom 2015er Album „Long Road Made Of Gold“ beendete die Band das Set krachend mit bluesigen Hard Rock. Stark der klare Gesang bei „Get Your Name On“ mit stakkatoartigem Gitarrenspiel von Andersson und der etwas rauhere Gesang von Wiberg bei „Human Dynamo“.

Nach lautstarken Zugabeforderungen legte die Band mit „TV Blues“ noch eine harte Tex-Bluesnummer nach, um mit dem jammenden „No“ ein klasse Konzert, welches die Fans nicht nur durch die Außentemperaturen zum Schwitzen brachte, zu beenden. Schon wenige Minuten nach dem Konzert fanden sich die drei Musiker am Merchandisingstand ein und nahmen sich reichlich Zeit für Gespräche und zum Signieren von Fanartikeln. So konnten die drei sympathischen Skandinavier neben der starken Musik weitere Pluspunkte bei den Fans verbuchen.

Line-up Kamchatka:
Thomas Juneor Andersson – vocals, guitar
Per Wiberg – bass
Tobias Strandvik – drums

Text und Bilder: Gernot Mangold

Kamchatka
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Jail Job Eve
3Dog Entertainment

Watershed – Support: Florian Lohoff – 16.06.2022 – Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

Es fällt manchmal schwer, die passenden Worte in einem Konzertbericht zu finden, wenn diese, aus welchem Grund auch immer, in fast leeren Clubs stattfinden. Deshalb zunächst einmal das Positive, der Bericht über ein hörenswertes Konzert der südafrikanischen Band Watershed und danach eine Beschreibung der Situation für Clubs, Veranstalter und Bands in der derzeitigen Situation.

Gerade einmal etwa 40 Besucher hatten sich im Dortmunder Musiktheater Piano eingefunden, als Florian Lohoff die Gäste mit einem kurzweiligen Programm unterhielt. Er hatte schon vorher Samples eingespielt, zu denen er dann live die Gitarre einspielte und sang. Aus produktionstechnischen (evtl. auch aus monetären) Gründen, war nur diese Form möglich. Dennoch wurde seine soulig-rockige Musik mit einigen Funkelementen sehr gut aufgenommen.

Gegen 21:00 Uhr begannen dann die vier Südafrikaner, die vor etwa 22 Jahren mit „Indigo Girl“ einen beachtlichen Erfolg in Deutschland hatten. Im Vordergrund stand dabei der Gründer und Songwriter der Band, Craig Warren Hinds, mit seiner markanten Stimme, welche zuweilen an die alten REM oder auch an Coldplay erinnerte.

Die Band spielte dabei ein Repertoire aus Ihrer Anfangszeit, wo natürlich „Indigo Girl“ der am meisten erwartete Song war, bis zum aktuellen Album „Elephant In The Room“. Das Quratett allerdings auf diesen einen Song zu reduzieren, würde den Südafrikanern nicht gerecht werden. So kamen die neuen Stücke, unter anderem der Titelsong „Elephant In The Room“, „Close To You“ oder „African Stars“ bei den Fans bestens an, was sich auch am lautstarken Applaus und teilweise tanzendemn Mitgehen zeigte.

Die eingestreuten Coversongs „I’m On Fire“ von Bruce Springsteen und der Leonard Cohen-Klassiker „Halleluja“ legten die Bandbreite Hinds mit seiner Stimme offen. Dazu kamen seine guten Fähigkeiten als Entertainer, an der Akustikgitarre und auch am Piano. Einige Songs performte er nur dezent begleitet von Gitarristen Gideon Botes, wie auch die erste Zugabe „Flashligt“.

Dabei zauberte er zuweilen träumerische Stimmungen ins Musiktheater Piano. Für mich war aber die Version von „Watch The Rain“, als letzter Song vor den Zugaben, der absolute Höhepunkt. Über mehrere Minuten spielte die Band eine groovende Endlosschleife, in der Bassist Quintin Askes und Drummer Howie Combrink ihre Rhythmusfähigkeiten eindrucksvoll unter Beweis stellen. Der musikalisch eindrucksvolle Abend wurde durch die Fannähe der Band abgerundet, die sich noch weit nach dem Ende des Konzertes mit den Fans am Merchandisingtand unterhielt.

Wer auf der Tour die Möglichkeit haben sollte, ein Konzert der Südafrikaner zu besuchen, sollte sich die Gelegenheit nicht entgehen lassen und Band wie Veranstalter und Club zu unterstützen. Wer auf Musik im Stile von Bands wie REM oder Coldplay steht, wird mit einem Besuch mit Sicherheit nicht daneben liegen. Oft werden kleine Schätze auch in den Clubs gefunden, denen leider im Moment oft die Unterstützung der Musikfans fehlt.

Zum Abschluss möchte ich aber meine Gedanken zur Situation gerade der Clubs beschreiben. In den letzten Wochen besuchte ich recht viele Konzerte, vom Yard Club in Köln, über die Kulturrampe in Krefeld, das Zentrum Altenberg in Oberhausen, das Resonanzwerk in Oberhausen, dem Musiktheater Piano in Dortmund, aber auch größere Venues, wie die Mitsubishi Electric HALLE in Düsseldorf, die Live Music Hall und die Lanxess Arena in Köln, sowie die Arena in Oberhausen und das Grolsch Blues Festival in Schöppingen.

Nur Schöppingen und die Live Music Hall mit Larkin Poe waren ausverkauft und BAP sorgte beim Heimspiel für eine fast volle Lanxess Arena. Joe Bonamassa oder Whitesnke sorgten für halbwegs ordentliche Besucherzahlen, dass vermutlich zumindest kein Verlust gemacht wurde.

Von den anderen Clubs kann das nicht unbedingt gesagt werden, da diese zuweilen von nur 8–60 Gästen präsent waren, dass eine Mischkalkulation, mit der die Konzerte zumindest kostenneutral über die Bühne gehen, nicht greifen konnte. Wo kaum Besucher sind, geht auch kein Geld über den Tresen, was auch ein wichtiger Faktor ist, die Angestellten in den Clubs zu bezahlen.

Wenn die Bereitschaft, Konzerte in den kleinen bis mittleren Locations zu besuchen, sich nicht gravierend ändert, besteht durchaus die Gefahr, dass es manche Clubs bald nicht mehr geben wird. Ist aber auch gar nicht so schlimm. Dann kann man ja die unpersönlichen Konzerte in den großen Arenen besuchen, wo die meisten Besucher die Band am Horizont erahnen können und dafür zum Teil unverschämte Preise zahlen.

Die Basis für die Musik sind die kleinen Clubs, aus denen sich die besten Bands hocharbeiten. Genau diese Möglichkeit wird mit einen Clubsterben genommen werden. Aber auch egal, dann kann man sich manche Bands ja so lange anschauen, bis deren Mitglieder im Rollstuhl auf die Bühne geschoben werden.

Was ging vor einem Jahr für ein Jammer durch die Gemeinde der Musikfreunde. Solidarität mit der Clubszene wurde zumindest mündlich ausgesprochen und dass der Staat unterstützen müsse. Dann kam es in diesem Jahr wieder zu Konzerten unter 3G-Bedingungen und da hörte man von so einigen lauten Stimmen, dass sie unter der Bevormundung nicht mehr zu Konzerten gehen.

Nun ist die Situation, dass praktisch alle einschränkenden Faktoren beendet sind, mit dem Ergebnis, dass die kleinen Clubs und Hallen oft nur zu 10–30 % gefüllt sind und in vielen der genannten Clubs fast kein Konzert mehr kostendeckend stattfinden kann. Ich frage mich mittlerweile, was Clubs und Veranstalter tun können, um wieder für mehr Zuspruch in den Läden zu sorgen.

Es liegt jetzt auch an den Musikfreunden, die Wohlfühloase der eigenen Coach zu verlassen und das Risiko einzugehen, Clubkonzerte zu besuchen. Es gibt genügend Möglichkeiten, das potentielle Risiko einer Infektionserkrankung oder deren Folgen zu reduzieren. Wenn es mit den Besuchen der Clubs so weitergeht, braucht man sich über die Risiken von Infektionen in Clubs keine Gedanken mehr zu machen, da es diese Kulturform dann nur noch rudimentär gibt.

Man kann man sich ja dann gestreamte Konzerte im Wohnzimmer anschauen. Vielleicht gibt es dann auch noch die Möglichkeit, dass die Musiker die Streams digital unterzeichnen. Wenn es so weitergeht, kann der Refrain des Neil Young-Songs „Hey Hey My My Rock´n´Roll Will Never Die“ in die Kategorie der Fakenews eingeordnet werden.

Line-up:
Craig Warren Hinds – vocals, guitar, piano
Gideon Botes – guitar
Quintin Askes – bass
Howie Combrink – drums

Text und Bilder: Gernot Mangold

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Musiktheater Piano
On Stage Promotion
3Dog Entertainment

Eric Steckel – Support Rovar – 22.05.2022 – Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

Das letzte Mal sah ich Eric Steckel am 13.03.2020 im Musiktheater Piano. Es war das letzte Konzert, bevor es einen Tag später endgültig zum Lockdown durch Corona kam, der die Kulturszene für einen langen Zeitraum beeinflusste und unter dessen Folgen jetzt noch die Clubs und Musikszene leiden, was sich auch an vielen Absagen, mangels Kartenvorverkauf, Krankheit oder auch an geringen Zuschauerzahlen zeigt, die kaum genügen, um die Kosten zu decken, den Club aufzuschließen.

Immerhin hatten sich an einem sonnigen Sonntagabend doch so viele Zuschauer im Saal des Piano eingefunden, dass das Bild nicht so trostlos war, wie bei einigen Gigs, die ich in der letzten Zeit besucht hatte. Dennoch blieb genug Luft nach oben übrig.

Schon gegen 19:45 Uhr begannen die drei jungen Musiker von Rovar die Anwesenden mit ihrer Mischung aus Grunge und Hardrock auf Betriebstemperatur zu bringen. In ihrem knapp 40-minütigen Auftritt gelang es dem Trio, Werbung in eigener Sache, für ihre erste EP und das anstehende erste Album zu machen.

Line-up Rovar:
Luca Mewes: guitar, vocals
Paul Ulrich: bass
Bennet Fuchs: drums

Nach einer kurzen Umbaupause betrat dann fast unbemerkt von den Besuchern Eric Steckel mit seiner Band die Bühne, während aus den Lautsprechern noch die Musik von Molly Hatchet erklang. Steckel stöpselte seine Gitarre ein und übertönte dann die Hintergrundmusik mit einem kurzen Soundscheck, der es nicht nur lautstärkemäßig in sich hatte und fast eine Art Intro zum Konzert darstellte.

Danach folgten, knapp zwei Stunden Powerrock mit Vollgas auf der Überholspur. Was mit „Solid Ground“ und dem ZZ Top-Klassiker „Waiting For The Bus“ noch relativ ruhig begann, sollte sich mit zunehmender Konzertdauer zu einem regelrechten Gitarrengewitter entwickeln.

Neben einigen Coversongs standen Tracks des aktuellen Albums „Grandview Drive“ im Mittelpunkt, wobei „Can´t You See“ Southern Rock-Flair ins Piano brachte. Die Gesangspassagen, die durch harte Gitarrenriffs unterbrochen wurden, hätten auch der Marschall Tucker Band gut zu Gesicht gestanden und zum Ende spielte Steckel sich mit einem southern-typischen Solo in einen regelrechten Rausch.

Spätestens hier hatte er das Publikum mit seiner Spielfreude und seiner positiven Ausstrahlung für sich eingenommen. Selten habe ich aber auch gesehen, mit welcher Freude ein Musiker auf die Resonanz der Zuschauer reagierte, dass man das Gefühl haben konnte, sodass sich Zuschauer und Band in einer Wechselbeziehung immer weiter anstachelten. Steckel jagte mit seinen Fingern teilweise über die Gitarrensaiten, dass man dieser Geschwindigkeit kaum folgen konnte, traf dabei aber jede Note auf den Punkt.

In einer jammenden Phase überließ Steckel seinen beiden Kompagnons, welche ansonsten die Grundlage für den Sound legten, die Bühne, und so konnten Jos Kamps mit einem tollen Basssolo, in das er den Rhythmus von „Another One Bites The Dust“ einbaute und Henri van den Berg an den Drums zeigen, dass sie weit mehr sind als nur Begleitmusiker. Jos Kamps übernahm zuweilen sogar die Rolle des Animateurs, in dem er gestenreich, aufgrund der phantastischen Leistungen Steckels an der Gitarre, das Publikum aufforderte, diesen weiter anzufeuern.

Mit einer scheinbar nicht endenden Version von „Tennessee“, mit krachenden Soli Steckels und stampfenden Bassläufen, ging es ins jammende Finale mit „Best With You“ und nach zwei Stunden Powerrock wurde ein toller Konzertabend beendet, der schon jetzt eine Vorfreude auf das nächste Mal gemacht hat, mit einem dann hoffentlich rappelvollen Piano.

Line-up Eric Steckel:
Eric Steckel: guitar, lead vocals
Jos Kamps: bass
Henri van den Berg: drums

Bericht und Bilder: Gernot Mangold

Eric Steckel
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Rovar
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Musiktheater Piano
3Dog Entertainment

Danny Bryant & Bigband – 06.05.2022, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

Knapp zweieihalb Jahre lag das letzte Konzert von Danny Bryant mit seiner Bigband mittlerweile zurück und war bei Bryant in positiver Erinnerung geblieben. Er betonte schon zu Beginn des Konzerts, wie er sich freue, wieder im Piano aufzutreten, da die Termine in Dortmund von der Atmosphäre her für ihn immer etwas Besonderes waren. Schnell entwickelte sich, auch durch die klasse Bandleistung, eine gute Stimmung in dem leider nur knapp zur Hälfte gefüllten Saal.

Bryant spielte in den knapp 120 Minuten Spielzeit eine bunte Mischung alter und neuer Songs vom aktuellen Werk „The Rage To Survive“. Hervorragend war vom neuen Album „Invisible Me“, dem Bryant mit seiner Stimme und gekonnten Soli seinen Stempel aufdrückte und durch die Bläsersektion ein gewaltiger Sound erzeugt wurde.

Die absoluten Höhepunkte der Show hob sich Bryant allerdings bis zum Ende auf. In einer Lang-Version von „Unchained“ hatten alle Musiker ihre Soloanteile, dass auch Paul Mallatratt am Bass und Dave Raeburn an den Drums mit feinen Soli ihr Können direkt beweisen konnten, was dem geneigten Zuhörer allerdings zuvor schon nicht verborgen geblieben war.

In „Painkiller“ konnte die Band dann die gesamte musikalische Bandbreite zeigen. Instrumental standen zunächst Marc Raner, bei der Ballade zunächst mit akustischer Gitarre und Stevie Watts am Piano im Vordergrund. Bryant beschränkte sich hier auf den Gesang und die anderen Musiker hielten sich eher zurück. In der Mitte des Songs kam es dann zu einem Pianosolo, während dessen Raner seine akustische Gitarre gegen die elektrische tauschte. Mit dem ersten Anschlag Raeburns an den Drums ging danach für mehrere Minuten die Post ab.

Raner und Bryant schossen sich die Soli regelrecht um die Ohren und die Bläsersektion setzte immer wieder stakkatoartige Segmente. Nach einer weiteren Zugabe beendete die Band unter dem Applaus der Besucher das Konzert und Bryant begab sich sofort zum Merchandising-Stand und stand geduldig den wartenden Fans zur Verfügung. Ein feiner Bluesabend mit einer spielfreudigen Band im Musiktheater Piano wurde so noch einmal positiv abgerundet.

Für Freunde der gepflegten Blues- und Rockmusik steht in den nächsten Wochen noch einiges im Piano auf dem Plan, dass es sich lohnt, mal auf die Webseite zu schauen und mit den Besuchen, den Veranstalter, wie auch die Bands zu unterstützen, da viele Konzerte in letzter Zeit mehr Besucher verdient gehabt hätten, als sich letztendlich eingefunden haben.

Line-up:
Danny Bryant (lead vocals, electric guitar)
Paul Mallatratt (bass)
Dave Raeburn (drums)
Lukas Bossardt (keys)
Marc Raner (guitars)
Finn Bradley (trumpet)
Alex Maddison (trombone)
Lauren Young (tenor saxophone)
Mark Wilkinson (baritone saxophone)

Text und Bilder: Gernot Mangold

Danny Bryant
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Musiktheater Piano

Gerry McAvoy’s Band Of Friends – 21.04.2022, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbilder

Line-up:
Jim Kirkpatrick (lead vocals, electric guitar)
Paul Rose (electric guitar)
Gerry McAvoy (bass, lead vocals)
Brendan O’Neill (drums)

Bilder: Adam Zegarmistrz Glagla

Band Of Friends
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Musiktheater Piano, Dortmund

Blues Caravan – 20.04.2022, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

Ähnlich wechselhaft wie in diesen Zeiten ging es scheinbar auch beim diesjährigen Blues Caravan 2022 zu. Zunächst war mit Eddie 9V, Ghalia Volt und Katie Henry geplant, dann sollte es Ryan Parry an der Gitarre richten, was dann allerdings von Will Jacobs erledigt wurde. 

An diesem Abend im schönen Dortmunder Piano wurde Ghalia Volt durch den Wirbelwind Whitney Shay ersetzt, die ja schon 2020 ihre Visitenkarte abgegeben hatte. Die nicht nur musikalisch kraftvolle Rhythmusfraktion bestand dann etatmäßig aus Ex-Rozedale-Drummer Denis Palatin und Tomek German. Denis hatte die Bühne mit seinen eigens für den Blues Caravan künstlerisch hergestellten Windfängern optisch aufgewertet. Er kann also nicht nur auf Felle und Becken trommeln.

Pünktlich um 20:00 Uhr sagte Mastermind und Labelinhaber Thomas Ruf seine ‚Schäfchen‘ an und es wurde mit dem obligatorisch kreierten Titelsong zur Reihe „Hop On A Ride“ dynamisch im Voll-Line-up mit wechselnden Leadgesangsparts der einzelnen Protagonisten losgelegt. 

Feststellen konnte man im für einen Mittwoch-Abend ordentlich gefüllten Piano, dass die Musiker (Palatin mal ausgenommen), deutlich jünger waren, als die, wie so oft in der Blues-Szene, in die Jahre gekommene Kundschaft (ich schließe mich da natürlich mit ein…).  Aber schön, dass zumindest auf der Künstlerseite der Nachwuchs nicht abzubrechen scheint.

Nach dem launigen Auftakt durfte dann zunächst Will Jacobs sein Können offenbaren. Er präsentierte sich bei Songs wie u. a. „One Day At A Time“, „Have You Ever Loved A Woman“ (klasse hier sein phasenweise ohne Mikro performter Gesang), „Funky Woman“ oder „Got Your Mojo Working“ als guter Sänger und mit seinem Spiel auf Stratocaster und Gibson Les Paul als quirlger und variabler E-Gitarrist. Er beherrscht die Bandbreite von Blues, Soul, Rock bis dezent hin zum Country souverän. Eine starke Vorstellung von ihm.

Er blieb dann auf der Bühne, um die zierliche Katie Henry zu supporten, die dann ihre Stärken am E-Piano, aber auch an der Telecaster-E-Gitarre in Roots-Manier einbrachte. In Ihrem Programm hatte die sympathische Amerikanerin natürlich überwiegend Tracks wie „Nothing To Lose“, „Empty Cup“, „On My Way“ oder „Bury Me“ aus dem vom Kollegen Schneider zurecht hochgelobten aktuellen Album „On My Way“ am Start. Von der jungen Dame ist noch einiges in Zukunft zu erwarten. Klasse Mädel!

Folgerichtig bestritt dann die temperamentvolle Whitney Shay den Abschlusspart der Solovorstellungen. Die umtriebige rothaarige Kalifornierin verwandelte dann die Bühne des Pianos mit Tracks wie „Love’s Creeping Up On You“ „Getting In My Way“, „Boy, Sit Down“, „A Woman Rules The World“, „Stand Up!“ und „Get Down With It“ in eine Rhythm and Blues- und Soul-Arena. Eine ansteckende Performance voller Energie!

Am Ende schloss sich mit der Rückkehr von Katie Henry dann wieder der Kreis und mit u. a. „Voodoo Woman“ und dem CCR-Klassiker „Fortunate Son“ sowie zweier Zugaben („You Got To Move“) gab es einen schönen Ausklang mit allen Beteiligten.

Während der Pause und nach dem Gig standen die Akteure dann mit Thomas Ruf den Besuchern zur Verfügung und wir konnten auch noch unsere Bilder für die VIP-Galerie schießen. Eine weitere überzeugende Ausgabe des Blues Caravan-Konzepts. Weiter so Thomas Ruf & Co.!

Line-up:
Will Jacobs (lead vocals, electric guitar, vocals)
Katie Henry (lead vocals, electric guitar, Keys, vocals)
Whitney Shay (lead vocals, percussion, vocals)
Tomek Germann (bass)
Denis Palatin (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

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Steve Rothery – 17.04.2022, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

Zum einzigen Konzert in Deutschland trat Steve Rothery mit seiner Band im Dortmunder Musiktheater Piano auf. Nachdem am Nachmittag auf der Webseite des Pianos mitgeteilt wurde, dass es noch einige Restkarten für das Konzert gäbe, waren diese auch schnell verkauft.

Um 21:00 Uhr betrat die Band die Bühne und spielte zunächst mit „Morpheus“, „Old Man Of The Sea“ und „Summer`s End“ drei instrumentale progressive Stücke von Rotherys Soloalbum, die schon für gute Stimmung in der Konzerthalle sorgten.

Zum vierten Song betrat dann Martin Jakubski die Bühne und es folgte eine exquisite Auslese von Marillion-Songs. Dabei standen insbesondere TRACKS aus den ersten Jahren auf dem Programm, in denen der Band der Durchbruch als eine der angesehensten progressiven Rockbands gelang.

Yatim Halimi am Bass und Drummer Leon Parr sorgten für eine Rhythmusgrundlage, auf welche der komplexe Sound aufgebaut war. Im Mittelpunkt standen natürlich Steve Rothery, der mit gewaltigen Soli glänzte und Martin Jakubski, der stimmlich Fish, dem Sänger in den ersten Jahren von Marillion, in nichts nachstand. Unterstützt wurde er dabei vom sehr textsicheren stimmgewaltigen Publikum, das so manche Songzeilen übernahm.

Für den typischen und vollen Sound, für den Marillion auch bekannt ist, sorgten Ricardo Romano an den Keyboards, der neben dem Aufbau von Klangteppichen und starken Soli aus dem Hintergrund immer wieder das Publikum anstachelte, mitzugehen, obwohl das gar nicht nötig war, und der zweite Gitarrist, Dave Foster, dem Steve Rothery auch einige Soli überließ und der sich dabei auch als Meister seines Fachs zeigte.

Es ist schwer, aus den Liedern, die allesamt vom Publikum frenetisch gefeiert wurden, irgendwelche hervorzuheben. Der bombastische Sound von Songs wie „Script For A Jester`s Tear“, „Incubus“ oder „Fugazi“ ließ das altehrwürdige Musiktheater Piano regelrecht in seinen Grundfesten beben. Nach etwa 90 Minuten beendete die Band mit „Afraid Of The Sunlight“ zunächst das Konzert und verschwand im Backstagebereich.

Zugabeforderungen in einer Lautstärke, wie ich Sie im Piano selten erlebt habe, sorgten dafür, dass die Band sich nicht lange bitten ließ und die Bühne wieder betrat. Passend zum Ostersonntag folgte als erste Zugabe „Easter“. Danach schilderte Rothery, dass ein Song vor 37 Jahren für den Durchbruch von Marillion verantwortlich war. Schon bei den ersten Tönen von „Keyleigh“ gingen die Arme im Publikum hoch, es wurde wie bei den anderen Tracks auch rhythmisch mitgeklatscht und Martin Jakubski hatte um die 400 Backgroundsänger.

„Keyleigh“ endet dann in einer Art Medley des „Misplaced Childhood“-Albums, in welche noch „Lavender“, „Blue Angel“ und „Heart of Lothian“ eingeflochten wurden. Auf dieses Highlight setzte die Band dann noch mit „Garden Party“ und mit „Market Square Heroes“, dem ältesten Song aus dem Jahr 1982, zwei Kracher mit furioser Gitarrenarbeit Rotherys drauf und riss damit sprichwörtlich das Piano ab. Nach 30 Minuten Zugaben verabschiedete sich die Band vom begeisterten Publikum und wurde dabei nochmals minutenlang gefeiert.

Ein denkwürdiger Abend, an den die Besucher, als auch die Verantwortlichen des Piano, sowie die Band, sich gerne erinnern werden, hatte so einen entsprechenden und verdienten Abschluss gefunden, der Lust auf Mehr macht.

Line-up:
Steve Rothery (electric guitar)
Martin Jakubski (vocals)
Dave Foster (guitar)
Yatim Halimi (bass)
Leon Parr (drums)
Ricardo Romano (keys)

Text und Bilder: Gernot Mangold

Steve Rothery
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Musiktheater Piano, Lütgendortmund