Sons Of Liberty – …Shinola – EP-Review

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Die Sons Of Liberty wurden von den beiden Southern Rock-liebenden Musikern Fred Hale und Andy ‘Moose’ Muse 2014 gegründet. Da sich im Königreich dieses Genre in Sachen Popularität immer noch in den Kinderschuhen bewegt, beschlossen die beiden, sich hier an der nötigen Missionarsarbeit zu versuchen, in Sachen New Country hat es bei den Briten ja auch irgendwann ganz erheblich gefunkt. Also, warum nicht ebenfalls im Southern Rock? Vielleicht hat man ja sogar eine potentielle Marktlücke entdeckt.

Die beiden Gitarristen fanden dann in Rob Cooksley (vocals, harmonica & whistle) sowie der Rhythmusfraktion Mark Thomas (bass, bgv) und Steve Byrne (drums & percussion) das endgültige Line-up, um die Inselhörer mit einem kräftigen musikalischen „Hell Yeah“ und dem typischen E-Gitarren-lastigen Sound des amerikanischen Südens zunächst als Coverband zu begrüßen.

Bisheriges Highlight des Quintetts war der Support von Skinny Molly, auch für dieses Jahr steht bereits einiges auf dem Tour-Programm. Part ihrer Auftritte wird mit Sicherheit jetzt aber die erste, in Eigenregie kreierte EP „…Shinola“ (in Anlehnung eines legendären Spruches „You don’t know shit from Shinola“, so in etwa wie „du kannst Scheiße nicht von Schuhcreme unterscheiden“, mit der die ehemalige polnische Lederwarenreinigungsfirma Shinola einst in den Staaten unverhofften Ruhm erlangte). Also im übertragenen Sinne wohl so ausgedrückt: Sons Of Liberty bürgen für musikalische Qualität.

Die ersten vier Stücke des Werkes halten sich dann auch an bewährte Zutaten aus dem etwas Hard Rock-lastigeren Bereich der Sparte. Cooksleys mitunter etwas hölzern wirkender Gesang liegt irgendwo in Bereichen von Gary Jeffries und Phil McCormack (zu dessen besseren Zeiten…) und passt somit ganz gut.

Demnach geht hier auch vieles in Richtung Molly Hatchet, Blackfoot, Copperhead, Preacher Stone, Skinny Molly und Co. Typische Musik, die man live gerne in Verbindung mit viel Biergenuss hört. Mein Lieblingstrack des Albums ist das, mit schönen Twin-Gitarren (inklusiv tollem Solo), pumpendem Bass und einem simplen Mitsingrefrain bestückte „Looking For a Good Time“.

Das Abschlusslied „The Brave“ suggeriert schon vom Titel her ein gewisses Driften in heroische Heartland Rock-Sphären, was sich im Verlauf dann auch bestätigt. Der am Ende sehr schön Tempo zulegende Song dürfte live ebenfalls zur Anhebung des Stimmungsbarometers erheblich beitragen. Insgesamt somit eine kurzweilige, launige und durchaus authentisch wirkende Sache, diese Debüt-EP.

Fazit: Auch die Briten können also Southern Rock. „…Shinola“ von den Sons Of Liberty ist ein erstes kleines Ausrufezeichen. Um die Landesgenossen in eine ähnliche Euphorie für dieses Genre wie den derzeitigen Nashville-Stoff zu versetzen, liegt aber aber noch ein ganz weiter Weg vor dem Bristol/South Wales-Fünfer. Deswegen ein  zünftiges und ermunterndes „Hell Yeah“ zurück von uns und viel Erfolg an die Söhne der Freiheit!

Eigenproduktion (2018)
Stil: Southern Rock

01. Brotherhood
02. Fools Gold (Hell Yeah)
03. Free Man
04. Looking For A Good Time
05. Brave

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Voltage, 29.04.2018, De Bosuil, Weert – Konzertbericht

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Auf keine Band war ich in diesem Jahr gespannter als die niederländischen Southern Rocker Voltage, die 2017 mit „Around The Bend“, für meinen Geschmack, eines der CD-Highlights herausgebracht hatten. Jetzt hatten Gernot und ich die Gelegenheit, das Quartett im für uns bis dato unbekannten De Bosuil in Weert zu begutachten.

Der uns weitestgehend über Landstraßen durch die niederrheinischen Wald- und Wiesen-Landschaften, bäuerlichen Gehöften und an holländischen Kanälen vorbeiführende Weg, brachte uns dann, dank einer kleinen Ehrenrunde, in eines dieser typischen mittelgroßen niederländischen Städte, samt gelungener Mischung aus alter Bausubstanz und modernen Neubauten, bis wir den, an einem großen Sportanlagen-Areal gelegenen Auftrittsort gefunden hatten.

Wie immer bei unseren Nachbarn, war alles bestens organisiert, freundliches und hilfsbereites Personal zugegen, sowie eine, mittels ein- und ausbaubarer Schiebewände, in der Größe variabel gestaltbare, im stylischen Fabrikhallen-Ambiente, gehaltene Konzert-Location. Auch der Beginn mit 16:00 Uhr nachmittags war arbeitnehmer-freundlich gewählt.

Als Vorband präsentierten die drei jungen Burschen David Henry (lead vocals, electric guitar), Dustin Boerrigter (drums) und Stijn Hazewinkel (bass, vocals), alias Grim Tim, einen ziemlich wüsten und laut gespielten Mix aus psychedelisch, fusion-, retro- und blues rock-lastigen Ingredienzien, mich zum Teil an Bands wie Led Zeppelin oder Iron Butterfly erinnernd.

Um 17:30 Uhr betraten dann zu einem „Midnight Rider“-Einspieler Bandleader Dave Vermeulen (mit markantem Hut und buschigem Bart), und seine ebenfalls Vollbart-tragenden Mitstreiter, Bart Candel (wen wundert’s bei dem Vornamen?), Gijs Heijnen und Kai Liebrand die, mit einem großen Banner ihres aktuellen CD-Front-Coverbildes „Around The Bend“ behangene Bühne und gaben mit den zünftigen „Heart Of Stone“ und „Up From The Downside“ von besagtem Tonträger, direkt ordentlich Gas.

Vermeulens Affinität zu den legendären Status Quo wurde mit der Eigenkreation „The Weather“ und später mit dem SQ-Klassiker „Roll Over Lay Down“ gehuldigt. Seine frappierende Stimm-Ähnlichkeit zu Charlie Starr von Blackberry Smoke und auch der Spielstil des Quartetts lässt natürlich unweigerlich Assoziationen zum sich mittlerweile im Southern Rock als Marktführer emporgearbeiteten Ensemble aus Atlanta, Georgia.

Bestes Beispiel das folgende Duo samt „Pistol Pete“ und dem BS-Cover „Six Ways To Sunday“ (von „The Wipphoorwill“). Überhaupt versteht es die Band prächtig, in altgedientes Southern Rock-Flair, neue Kreationen einfließen zu lassen. Bei „Up The Road“ (Dave mittlerweile mit einer Akustik-Gitarre) und dem atmosphärischen „Motherfucker Jones“ trat der Spirit der Allman Brothers und der Marshall Tucker Band unverkennbar zu Tage.

Der ebenfalls spielstarke Zweitgitarrist Gijs Heijnen beeindruckte auf „Good Times“ mit einem schönen Solo auf seiner Gibson Les Paul, als auch mit starkem Slide beim äußerst gelungenen Petty-Cover „Learning To Fly“. „Dirty Harry’s Juke Joint“ hatte durch Heijnens Spiel auf einer Koffer-/Schachtel-artig anmutenden, umfunktionierten E-Gitarre und einem Harp-Solo des vielseitigen Dave Vermeulen, ein Alleinstellungsmerkmal.

Nach Freddie Kings Blues-Stampfer „Going Down“, dem bereits erwähnten „Roll Over Lay Down“, wurde es mit „Blue Highway“ (Dave nochmals an der Akustikgitarre) und „For Better Ways“ nochmals atmosphärisch, um dann mit den fulminanten „Rooster“ (inkl. Vorstellung der Band, samt Soli der Beteiligten) und dem fetzigen „Matchbox“ den Hauptteil abzuschließen.

Der üppige Zugabenteil bestehend u. a. aus dem herrlichen „Joelle“ (inkl. toller Southern Rock-typischer Instrumental-Passage samt Twins), der Rock And Roll-Nummer „Bye Bye Baby“ und dem zwischen ZZ Top und Status Quo pendelnden Stampf-Rocker „Travelling Man“, dem Titelstück ihres Debüts, begeisterte die gut 120 anwesenden Zuschauer restlos.

Nach dem spannungsreichen Konzert gaben sich die Voltage-Jungs am Merchandising-Stand sympathisch, gesprächsfreudig und waren auch noch für das gewohnte Bild mit unserem Logo für die VIP-Galerie zu haben.

Nach dieser starken Leistung sprechen wir guten Gewissens eine eindringliche Empfehlung an unsere gängigen Clubbesitzer aus, die energiegeladene Band aus der Region Brabant, die sich wahrlich nicht hinter Acts wie Robert Jon & The Wreck, Hogjaw, The Vegabonds & Co. zu verstecken braucht, mit einer guten Werbung im Vorfeld, auch mal in hiesigen deutschen Gefilden anzutesten. Macht ihr ganz sicher nix verkehrt!

Von den Niederländern, da bin ich mir relativ sicher, wird in Zukunft noch einiges ein Kreativität zu erwarten sein. Solche erfrischenden Acts tun dem Genre richtig gut. Danke an das freundliche De Bosuil-Team und auch an Voltage-Managerin Linda Groenen für die perfekte Organisation bezüglich unserer Akkreditierung.

Line-up:
Dave Vermeulen (lead vocals, electric and acoustic guitar, percussion, harp)
Kai Liebrand (bass, vocals)
Bart Candel (drums)
Gijs Heijnen (electric guitar, vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Bericht: Daniel Daus

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Modern Earl – Ameriphonica – CD-Review

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Eine Band, die auf meinem persönlichen Southern Rock-Radar irgendwann, wie aus dem Nichts, aufgetaucht ist, und sich mittlerweile eindeutig in mein Herz gespielt hat, ist zweifelsohne, das ursprünglich Nashville-basierte Quartett von Modern Earl.

Die Männer um ihren Leader Christopher ‚Earl‘ Hudson halten sich aber das En-Gros des Jahres, zwecks Live-Tourens, in unserem Lande auf und spielen sämtliche hiesige Himmelsrichtungen rauf und runter, was peu-a-peu, eine gesunde, immer weiter wachsende Fanbase mit sich zu bringen scheint. Wir erinnern uns zum Beispiel gerne an ihr tolles, gutbesuchtes Open Air-Konzert an der Mülheimer Freilichtbühne.

Zwischenzeitlich hat die Band Freiräume gefunden, um neues Songmaterial zu entwickeln, das jetzt mit dem Titel „Ameriphonica“ unter den Produktions-Fittichen von Larry Chaney (Edwin McCain, Steve Earle, Johnny Van Zant) und Mastering-Spezialist Billy Stull, sicherlich seine zahlreichen Abnehmer finden wird.

Unter dem Motto ‚Qualität statt Quantität‘ liegen jetzt acht brandneue, von Christopher Hudson kreierte Tracks vor. Na ja, eigentlich eher 7 ¼, das gerade mal 44 Sekunden währende instrumentale „Gold Digger Prelude“ dient mehr als Intro für den starken atmosphärischen Southern-Stampfer „The State Of Me (mit schön verschachtelter E-Gitarrenpassage, inklusiv Twin-Spiel).

Das in bester Molly Hatchet-Manier (zu „Flirtin‘ With Disaster“-Zeiten) eröffnende, wüst beslidete „Gone To The Country“ (Hudson singt hier fast wie Danny Joe Brown) wurde von 1,7 Millionen Followern im Classic RockMagazine UK zum ‚Top track of the week‘ votiert. Klasse hier auch das dezent eingestreute Banjo von Ethan Schaffner.

Der in humorvolle Sozialkritik verpackte und deswegen eher launige „Red White And Blues“ wurde mit einem ungewöhnlichen funkigen Zwischen-E-Gitarrenriff ausgestattet. Pathos und Melancholie bestimmen die schöne melodische Southern Soul-Ballade „Caroline“, wieder mit Twin-Parts, Solo und hübschen E-Fills.

Genre-Fans dürften am irgendwo zwischen Blackberry Smoke und frühzeitlichen 38 Special angesiedelten I Wish I Knew“ ihre Freude finden. Die von uns vor kurzem live beleuchtete Texanerin Elizabeth Lee, ist die stimmlich tragende Person bei „Medicate Me“. Hudson stößt hier hauptgesanglich nur kurz dazu und beschränkt sich eher auf die Harmonien. Erwähnenswert sind sicherlich auch Larry Chaneys, wie auch hier, sporadische Orgel-Einlagen, die einzelnen Tracks mehr Tiefe vermitteln.

Als Rausschmeißer wurde richtiger Weise das süffig polternde, tanzbare Mitgröllied „Hooray For The Honky Tonks“ gewählt, das als eines der Stimmungs-Highlight für die kommenden Live-Shows prädestiniert sein dürfte. Eine echte Hymne für passionierte Kneipengänger, ‚Pretty Girls‘ und ‚Cutie Pies‘.

Somit entpuppt sich „Ameriphonica“ (ein achtseitiges Faltblättchen mit allen Texten ist übrigens im DigiPak eingesteckt) als insgesamt kurzweilige Southern Rock-Scheibe klassischster Art, deren Inhalt genug Anreiz bieten sollte, die umtriebig tourenden Herren Hudson, Schaffner, Ben Hunt und Dan Telander wieder mit einem oder mehreren Konzertbesuchen zu belohnen. Deshalb ein lautstarkes ‚Cheers‘ und ‚Hoorey‘ auf Modern Earls neues Album!

Eigenproduktion (2018)
Stil: Southern Rock

01. Gone To The Country
02. Gold Digger Prelude
03. The State Of Me
04. Red White And Blues
05. Caroline
06. I Wish I Knew Now
07. Medicate Me (feat. Elizabeth Lee)
08. Hooray For The Honkey Tonks

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Jetbone – 20.04.2018, Blue Notez, Dortmund – Konzertbericht

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Als Jetbone um 20:30 Uhr die Bühne im Blue Notez betreten, fühlt man sich nicht nur modisch in die 1960/70er Jahre versetzt. Weite Schlaghosen, Hüte, lange Haare und aufgeknöpfte Hemden sind das Markenzeichen ihres originellen Hippie-Styles. Frontmann Gustav Sjödin begrüßt das Publikum in Dortmund mit einem fröhlichen „Welcome to this magical evening“ und mit dieser anspruchsvollen Ankündigung sollte er in den nächsten 80 Minuten voll und ganz Recht behalten. Das Konzert ist zugleich eine inoffizielle Release-Party zu ihrem dritten Studioalbum „Come Out And Play“ (VÖ. 20.04.). Dass sie jetzt beim skandinavischen Ableger des Major-Labels BMG unter Vertrag sind, sieht man schon am selbstgestalteten Tourbus, mit dem die jungen Schweden aus Sundsvall angereist sind und auf dem in großen Lettern der Bandname hervorsticht.

Das Stones-rockige ʹ60s Triple aus „Chickadee“, „Don’t Hold Me Back“ und „Are You Ready?“, alles Songs vom neuen Album, lässt die kühlen Temperaturen im Konzertkeller schnell ansteigen. Gitarrist Sebastian Engberg hat sogar schon ein paar lässige Keith Richards-Moves verinnerlicht. Der angekündigte Road-Song „It’s So Hard“ verbreitet sofort ein relaxtes Eagles-California Feeling, im leider etwas spärlich besuchten Blue Notez Club. Die Southern-Rock-Hymne „Woman“, vom Vorgängeralbum „Magical Ride“ (2015), ist deutlich an Lynyrd Skynyrd angelehnt und legt einen ähnlich explosiven und fulminanten Schlussspurt hin, wie „Free Bird“. Das folgende „Let’s Get It On“ erweitert Jetbones musikalische Bandbreite um einen Blues-Rock Song, der nicht nur textlich an T.Rexʹ „Get It On“ anknüpft.

Einen Genrewechsel vollziehen sie mit dem auf über zehn starken Minuten ausgedehnten Medley Lovelight/Mixed, der sich zuerst zu einem rockigen Jam-Track, mit Bass-, Gitarren- und Keyboard-Solo aufbaut und dann in eine wilde Soul-Nummer, mit Tanzeinlage des Bassisten und Leadsängers, im Stile der Blues Brothers, abdriftet. Hard-Rock, der selbst Robert Plant zu exzentrischen Jubelschreien bringen würde, wird auf „Lady“ („a song about an evil woman“) zelebriert.

Nach dieser wilden Konzertstunde gab es zunächst einmal entschleunigende, Klassik angehauchte, Keyboard Klänge, die alleine von Rasmus Fors vorgetragen wurden. Aber dieses Solo war nur das Intro zur großartigen Rock-Ballade „Road In The Sky“, zu der die Band dann wieder vollzählig auf der Bühne performte. „Fifth Time Loser“, ebenfalls von Magical Ride und der Titelsong vom neuen Album „Come Out And Play“ spiegeln erneut Stones Klassiker (u.a. „Rocks Off“) wieder und besonders COAT ist Stadion-Stones-Sound at its best!

Nach dieser hitzigen Show waren lautstarke Ovationen natürlich vorprogrammiert und ohne Zugaben wären die Jungs auch nicht mehr aus dem Club gelassen worden. Das nachfolgende, selbstgeschriebene Rhythm & Blues Stück „Everybody Needs Somebody To Love“, zeigte noch einmal das gesamte, künstlerisch-qualitative Repertoire der Band und mit „Shine On“ ging ein kurzer, aber dafür begeisternder Konzertabend zu Ende. Die Songs des neuen Albums verbreiten eine ansteckende Live-Atmosphäre und könnten ihre Wirkung auch in größeren Locations entfalten. Hier war jede Menge Spiellaune der Band mit dabei und eine grandiose Bühnenperformance.

Wer auf junge, zielstrebige, authentische und professionelle mit Leidenschaft verkörperte Rockmusik steht, sollte Jetbone auf keinen Fall verpassen. Noch hat man die Gelegenheit, sie auf den „kleinen“ Konzertbühnen zu erleben. Auf „Are You Ready?“ singen sie „Talkinʹ bout a revolution“. Reden sollte man ÜBER Jetbone!!! Als Rock-Revolution vielleicht noch nicht, aber mindestens als Live-Rock-Sensation des Konzertjahres 2018. Alter Schwede! Das war ein Konzert der Extraklasse.

Line-up:
Gustav “Gurten” Sjödin (lead vocals, bass)
Alin Riabouchkin (guitar, vocals)
Sebastian Engberg (guitar, vocals)
Rasmus Fors (keys)
Albin Linder (drums)

Bilder: Peter Schepers
Bericht: Stephan Skolarski

Jetbone
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Blue Notez Dortmund

Black Stone Cherry – Family Tree – CD-Review

BSC

Review: Stephan Skolarski

Black Stone Cherry sind ohne Zweifel einer der aktuell dominierenden Acts im wieder heiß umkämpften Southern-Rock-Revier. Im Vergleich zu aufstrebenden Southern Groups, wie den Whiskey Myers oder Blackberry Smoke, die beide auch die Nähe zum Country-Rock nicht scheuen, verlassen sich die vier Musiker aus Edmonton, Kentucky auf alte Hard-Rock Tugenden und bisweilen sogar Heavy-Metal-Riffs oder raue Bass-Linien, wie z.B. auf dem Opener „Bad Habit“, der sogar Motörhead-Fans begeistern dürfte.

Das neue Album heißt nicht zufällig „Family Tree“, sondern zielt bewusst auf musikalische Einflüsse ab, die sie auf ihrer mittlerweile fast 18 Jahre andauernden Karriere begleiten. Als eine Huldigung an Cream, Led Zeppelin, Muddy Waters oder The Faces ist das 6. Studioalbum zu verstehen. Einer der befreundeten Musiker und Vorbilder, welchen sie auf „Dancin‘ In the Rain“ mit ins Boot geholt haben, ist Warren Haynes, der bei der Allman Brothers Band-Reunion dabei war und als Gründungsmitglied von Govʹt Mule einen wesentlichen Anteil am wiederaufkeimenden Southern-Rock Hype hat.

Die Gruppe um Chris Robertson (Gesang, Gitarre), Ben Wells (Gesang, Gitarre), John Lawhon (Bass, Gesang) und John Fred Young (Schlagzeug) macht diesmal auch vor untypischen Instrumentalisierungen nicht Halt, wie Bongo-Trommeln auf „Carry Me On Down The Road“ oder Soul-Gesang bei „James Brown“. Die Songs „Burninʹ“ oder „New Kinda Feelinʹ“ hingegen werden auch ZZ Top-Jüngern gefallen.

Melodischer klingt es auf „My Last Breath“, das von Bläsern und Gospelgesang begleitet wird, oder dem Soft Rock-Refrain von „I Need A Woman“. „Southern Fried Friday Night“ ist originalgetreuer Southern-American-Hard-Rock, hartes Gitarren-Riff inklusive, den Black Stone Cherry seit dem ersten Album konsequent vorspielen.

Nach dem Longplayer „Folklore und Superstition“ (2008), der teilweise fast schon von melodischem Hard Rock im Stile Nickelbacks überstrapaziert war („Peace Is Free, „Blind Man“), beschreitet die Band auf dem neuen Silberling einen gelungenen Blues Rock-Weg („Get Me Over You“, „Ain’t Nobody“), den sie mit der EP „Back To Blues“ 2017 begonnen hatte.

Nachhaltig einschlagende Songs vermisst man zwar ein wenig, aber die Beteuerung von Sänger Chris Robertson „Wir vier sind eine Familie“, stimmt positiv für die Zukunft. Charakteristische Southern Rock-Lyrik, wie Drogen oder Bibel-Verweise werden auf knapp 53 Minuten dann auch noch eingefügt: „All this smoke and whiskey Iʹve been drowning in“ oder „Give me a soul to preach to“, als elementare Bestätigung der eigenen Herkunft (Bible Belt).

Wie auf jedem der bisherigen Studioalben enthält auch „Family Tree“ wieder 13 Tracks, als Symbol ihrer Glückszahl. Das Album fügt sich nahtlos ins bisherige, erfolgreiche Schaffenswerk der Band ein und beweist: Southern Rock erlebt ein aufblühendes Revival und steht den durchschlagenden Erfolgen von Lynyrd Skynyrd, ZZ Top oder der Allman Brothers Band, in den 1970er Jahren, in nichts nach.

Mascot Records (2018)
Stil: (Southern) Hard Rock

01. Bad Habit
02. Burnin‘
03. New Kinda Feelin‘
04. Carry Me On Down The Road
05. My Last Breath
06. Southern Fried Friday Night
07. Dancin‘ In The Rain feat Warren Haynes
08. Ain’t Nobody
09. James Brown
10. You Got The Blues
11. I Need A Woman
12. Get Me Over You
13. Family Tree

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Blackberry Smoke – Find A Light – CD-Review

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Sie sind mittlerweile die unangefochtene  Lichtgestalt des Southern Rocks. Keine der übrig gebliebenen arrivierten Vertreter des Genres wie Skynyrd, Molly Hatchet oder (am ehesten vielleicht noch) die Outlaws & Co.  können dem Quintett um ihren Leader Charlie Starr, was kompositorische Kraft und Variabilität angeht, noch annähernd das Wasser reichen.

Ich habe Blackberry Smoke quasi seit ihren ersten Stehversuchen in unserem Lande durchgehend begleitet (damals noch vor 50 Zuschauern spielend) und freue mich über ihre tolle Entwicklung. Nach ihrem starken Vorgänger „Like An Arrow“ heißt es jetzt „Find A Light“. Und das dreizehn Tracks umfassende Album (Charlie bei allen Liedern kompositorisch involviert) setzt diesmal noch einen drauf.

Der leichtgewichtige, aber auch nicht unbedingt spindeldürre Bandleader schickt seine Jungs mit „Flesh And Bone“, einem psychedelisch stampfenden Rocker ins Rennen, um mit dem von einer melodischen Hook getragenen „Run Away From It All“, den Anwärter für die Radiostationen nachzulegen. Toll auch das mit Tempowechseln herrlich verschachtelte rotzige „Crooked Kind“.

Bei „Medicate My Mind“ (im Gregg Allman-Stil) und „I’ve Got This Song“ (mit Fiddle-Ergänzung) werden erste Countrybezüge sichtbar (später folgen noch das balladeske „Seems So Far“, das mit Harmoniegesängen von Amanda Shires verzierte „Let Me Down Easy“, sowie das mit den Wood Brothers performte, dazu leicht folkige Schlussstück „Mother Mountain“).

Von Will Hoge hätte auch das launig ins Ohr gehende, rootsige „Best Seat In The House“ stammen können. Robert Randolph assistiert mit flinken Fingern dem Quintett bei der quirlig poltrigen Uptemponummer „I’ll Keep Ramblin'“. Auch das aus Skynyrd-, Black Crowes- und typischem Blackberry Smoke-Stil verschmelzende, NASCAR-taugliche „Nobody Gives A Damn“ knallt gewaltig. Klasse hier die HT-Fills von Brandon Still.

Kommen wir zum vermeintlichen Höhepunkt des Albums. Der ist aus meiner Sicht ganz klar das Pathos-getränkte „Till The Wheels Fall Off“ mit teilweise hymnischen Zügen a la „Free Bird“, „Lonesome Guitar“, „The Journey“ und Co. Doch wo bleibt hier am Ende das im Genre obligatorische E-Gitarrenfinish? Leider Fehlanzeige, nach dem Abschluss-Refrain ist abrupt finito. Hier hätte man zweifellos eine der großen Southern Rock-Hymnen des 21. Jahrhunderts für sich verbuchen können. Chance verpasst, vielleicht der einzige kleine Makel.

Trotzdem ist „Find A Light“ natürlich eine ganz brillante, vor allem sehr abwechslungsreiche Scheibe geworden. Ronnie Van Zant wäre vermutlich um sein Erbe stolz gewesen. Schön zu wissen, dass Blackberry Smoke im kommenden Oktober wieder in Europa (natürlich auch in Deutschland) auflaufen werden, wobei wir dann aus geografischen Gründen vermutlich den Termin im niederländischen Weert wahrnehmen werden.

Earache Records/ADA-Warner Music (2018)
Stil:  Southern Rock

01. Flesh And Bone
02. Run Away From It All
03. The Crooked Kind
04. Medicate My Mind
05. I’ve Got This Song
06. Best Seat In The House
07. I’ll Keep Ramblin‘ (feat. Robert Randolph)
08. Seems So Far
09. Lord Strikes My Dead
10. Let Me Down Easy (feat. Amanda Shires)
11. Nobody Gives A Damn
12. Till The Wheels Fall Off
13. Mother Mountain (feat. The Wood Brothers)

Blackberry Smoke
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Oktober Promotion

H(e)art And King – We Ain’t The Two – CD-Review

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Grund zur Freude bei der Southern Rock-Fraktion! Mit H(e)art And King gibt es ein neues, allerdings schon länger hinter ‚verschlossenen Türen‘ währendes, hochinteressantes Projekt, das man in solch einer Konstellation vermutlich nie erwartet hätte. Hinter dem Namen verbergen sich nämlich keine geringeren Künstler als Beth Hart und der ehemalige Lynyrd Skynyrd-Gitarrist Ed King.

Die umtriebige Beth Hart, die nicht nur als Solo-Interpretin, sondern ja auch erst vor kurzem wieder durch ihre  bereits etablierte Zusammenarbeit mit Joe Bonamassa auf „Black Coffee“ Aufsehen erregte, hat, laut eigener Aussage mittlerweile alles besungen, was stilistisch möglich ist, lediglich mit der Southern Rock-Sparte, hatte sie bisher nie richtige Berührungspunkte gehabt.

Da erinnerte sie sich an ihre Bekanntschaft mit Ed King, mit dem sie vor Jahren mal auf einen der berühmt-berüchtigten sonntäglichen Barbecue-Parties von Billy Powell, bei der sie mit Joe als Gast geladen war, ins Gespräch gekommen war. „Mein Gott ging es zu später Stunde da hoch her, Musiker müssen in der Regel Montags Morgens ja nicht früh raus“, erinnert sie sich. „Ich weiß noch wie Billies betrunkener Schwager, Lady Gaga, die ebenfalls in ihrem berühmten Fleischkostüm zugegen war, auf den Grill schmeißen wollte, was ihre Bodyguards aber in letzter Sekunde noch zu verhindern wussten. Dank dieses Abends kam mir übrigens auch später die Idee zu „Sunday Night Special“.

Ich besuchte dann vor einiger Zeit Ed ganz unverbindlich in Nashville, Tennessee bei seiner Frau und seinen Hunden und fragte, ob er nicht mal Lust auf ein gemeinsames Projekt hätte.“ King, mittlerweile bekanntlich von einer Herztransplantation gut erholt, zeigte sich sowohl überrascht, als auch absolut begeistert.

„Ed sagte mir, dass er sich eh in einem ständigen Songwriting-Prozess befinde, seit man ihm die Wiederaufnahme ins Skynyrd-Line-up 2006 verweigert hatte, und einige seiner seither geschriebenen Tracks auch ganz gut passen könnten. Aufgrund unserer beider Namen schoss dem passionierten Skatspieler sofort ‚King Of Hearts‘ heraus, wir konnten uns aber mit dem Rechteinhaber Bruce Gaitsch leider nicht einigen, da er sein ehemaliges Westcoast-Band-Projekt in diesem Jahr auch wiederbeleben möchte. So kam es am Ende dann schlicht zu ‚H(e)art And King‘.

Wir trafen uns immer wieder sporadisch in Nashville zu gemeinsamen Songwriting-Sessions und loteten anhand unserer reichhaltigen Kontakte aus, was in Sachen eines gemeinsamen Albums machbar ist“, so Beth gegenüber Sounds Of South.

„Nach und nach nahm die Sache immer konkretere Formen an, letztendlich hatten wir zwölf fantastische Songs im Köcher. Ed hatte Al Kooper als Produzent begeistern können, über Joe und Tom Hambridge, hatten wir Zugang zu den berühmten Blackbird Studios und mit Musikern wie Shannon Forrest, Tom Bukovac, Kenny Greenberg, Dan Dugmore, Ilya Toshinsky, Reese Wynans, Michael Rhodes, Bekka Bramlett und Mahalia Barnes ein unglaubliches Team für die Einspielung zur Seite stehen. Vielen Dank dafür nochmals an Tom.“

Auch wir können bestätigen, dass sich diese Kooperation voll und ganz gelohnt hat. Toller Southern Rock Kingscher, Stratocaster-lastiger Prägung, garniert mit Beth Harts unglaublicher Röhre – das hat schon was. Auch Ed King weiß übrigens am Mikro zu überzeugen, klasse sein Duett mit Beth bei „All I Couldn’t Do Was To Sing About It“.

Selbst textlich wissen Stücke wie „The Shuttle And The Moon“ (Kritik an der Kommerzialisierung der Raumfahrt) oder “I Never Streamed“ (Hinterfragung des heutigen medialen Konsumverhaltens) den Hörer zum Nachdenken anzuregen. Bei „Mississippi Gal“ bedient Ed wie einst zu Anfangszeiten bei Skynyrd den Bass, Joe Bonamassa ist als Gast an der E-Gitarre zugegen und Ilya Toshinsy bezaubert mit grandiosen Banjo- und Mandolinenklängen. Eines der vielen Highlights! Als einziges Coverstück hat Eds mitgeschriebenes berühmtes Paradelied „Sweet Home Alabama“, im Gott-weiß-wievielten Aufguss, immerhin seinen Reiz, dass es erstmalig durch eine Frau gesungen wird.

Unser Sounds Of South-Fazit lautet: Insgesamt ist das Debüt von H(e)art And King, alias Beth Hart und Ed King, ein starkes und äußerst gelungenes Werk zweier arrivierter Künstler, die ihr musikalisches Herz immer noch auf dem rechten Fleck tragen. Tolle Southern Rock-Platte mit allen Finessen, Nachschlag gerne erwünscht!

Erwähnenswert zudem, dass uns in Zusammenarbeit mit Netkonfekt Promotion zehn signierte Exemplare zur Verfügung gestellt wurden, die wir gerne an unsere Leser weiterreichen möchten. Voraussetzung ist unsere Facebook-Seite im linken Block ‚geliket‘ und eine Begründung im Kommentarfeld unter dem Artikel verfasst zu haben, warum du als Auserwählter für die Scheibe prädestiniert bist. Die zehn originellsten Anmerkungen werden dann umgehend mit der Scheibe belohnt.

Maskot Records/EnVogue (2018)
Stil: Southern Rock

01. We Ain’t The Two
02. Innocent And Peppermint
03. Railroad Music
04. I Don’t Need You
05. The Shuttle And The Moon
06. Sweet Home Alabama
07. I Never Streamed
08. Swamp Song
09. Rock’n’Roll And Whiskey
10. Mississippi Gal
11. All I Couldn’t Do Was To Sing About It
12. Sunday Night Special

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Them Dirty Roses – 29.03.2018, Kulturrampe, Krefeld – Konzertbericht

Immer noch ganz beeindruckt vom immens starken Joe Bonamassa-Gig in der großen Lanxess-Arena zu Köln am Vorabend, galt es jetzt den Hebel wieder in Richtung Clubkonzerte umzulegen, die jungen Spunde Them Dirty Roses aus Nashville, Tennesssee, unter der Fahne von Teenage Head Music, hatten ihren Debütauftritt in unserer geliebten schnuckeligen Kulturrampe in Krefeld.

Für die sympathischen Jungs, aber auch besonders ganz für den engagierten Rampen-Chef Pille Peerlings hatte es mich gefreut, dass er, bei seiner Ansage der Band um 21:00 Uhr, eine ausverkaufte Hütte proklamieren durfte, was bei Erstauftritten solcher Insider-Acts eher ungewöhnlich ist. Ein verdienter Lohn für eine tolle kontinuierliche Arbeit, Pille!

Die Burschen robbten sich dann im Verlauf des, wie gewohnt, zweiteilig strukturierten Sets, durch ein sattes, 24 Stücke umfassendes Programm (inkl. zweier Zugaben). Da ich nur die vom Kollegen Jörg Schneider (der diesmal auch in Sachen Bildern federführend war) reviewte Deluxe-Version-Scheibe mit den beiden EPs „Same“ und „Trouble“ des Quartetts kannte, besaßen nach dem kraftvollen Opener „You Can’t“, natürlich Tracks wie „What Your Daddy Doesn’t Know“, „Whiskey In My Cup“, „A Bad Hand“ (vieles erinnerte mich dabei an Whiskey Myers) und das bereits inflationär gehörte „Whipping Post“ den höchsten Wiedererkennungswert.

Pechvogel des Abends war der quirlig spielende Leadgitarrist Andrew Davis, von dessen Gibson Les Paul sich eine Saite gelöst hatte, die er aber dank früherer Tätigkeit in einem Gitarrenladen, wie er berichtete, blitzschnell wieder ausgebessert hatte. Im zweiten Teil riss ihm auch noch seine um den Hals-dekorierte Holzperlen-Kette und die vielen kleinen Kügelchen kullerten zu Boden und verstreuten sich um seinen Aktionsradius. Hier hätte dann selbst eine frühere Arbeit in einer Boutique für Schmuck-Accessoires wohl kaum auf die Schnelle Abhilfe gebracht. Naja, Rosenkranz-Beten kann er sich auf jeden Fall erst mal knicken…

Der deutlich stärkere zweite Teil (sowohl vom Sound, Licht und auch Gehalt der Lieder) mit den beiden launigen Reißern „Songs About You“ und „Molly“ direkt zum Auftakt und tollen Stücken wie u. a.  „Head On“, dem gelungenen Mountain-Cover „Mississipi Queen“, dem Cadillac Three-umwehten „Grew Up In The Country“, dem mit Skynyrd– und Black-Crowes-Ingredienzien durchzogenen „Trouble“ sowie „Cocaine And Whiskey“, brachten die Rampe zum Kochen.

Auch Led Zeppelins „Rock And Roll“ und das zum Tanzen anregende „Shake It“, wieder aus dem eigenen Fundus, im Zugabenteil, erbrachte dem Quartett tosenden Applaus. Das anwesende Publikum wollte die völlig durchschwitzten Burschen erst gar nicht von der Bühne lassen, aber angesichts des stressigen Tour-Programms, wurde es aber am Ende doch respektvoll hingenommen.

Der dynamische junge Nashville-Vierer hatte wirklich alles gegeben und durfte sich nachher am Merchandising-Stand über regen Smalltalk mit den Zuschauern und intensives Interesse an seinen Tonträgern und T-Shirts freuen. Ein toller Einstand für Them Dirty Roses in der Krefelder Kulturrampe, da steckt schon jetzt viel Potential drin!

Line-up:
James Ford (lead vocals, electric guitar)
Andrew Davis (electric guitar, vocals)
Ben Crain (bass, vocals)
Frank Ford (drums, vocals)

Bilder: Jörg Schneider
Text: Daniel Daus

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Teenage Head Music
Kulturrampe Krefeld
Jörg Schneider Webseite

Laura Cox Band – 23.03.2018, Yard Club, Köln – Konzertbericht

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Riesen-Zuschauerschlange vor dem Kulturbetrieb-Areal an der Neusser Landstraße! An diesem Abend gab es mit der Pop Rockband X Ambassadors und der Laura Cox Cox Band gleich zwei parallel angesetzte Veranstaltungen, in der, sowohl die ‚Die Kantine‘ und als auch den ‚Yard Club‘ beherbergenden Location.

Während der überwiegende Teil, einhergehend mit viel jungem ‚Gemüse‘, für die WDR 2-kompatible Combo aus New York angereist war, hatten sich für die, durch ihre Youtbe-Videos im Internet bekannt gewordene Französin und ihre Band, knappe 100 Leute, meist in unserer Altersklasse, im schnuckeligen Yard Club eingefunden.

Als die hübsche Fronterin (angenehmer Weise mal untättowiert, lediglich mit rotem Lippenstift als Kontrast zu ihrem hellen Hautteint, stilvolle äußerliche Akzente setzend) nach kurzem Instrumentalintro ihrer Mitstreiter, in schlichtem Jeans-Outfit die Bühne betrat, wurden mit dem fulminanten Opener „Hard Shot Blues“ direkt die Weichen für einen zünftig und hart abrockenden Abend gestellt.

Der Slogan auf dem Bühnen-Banner hinterm Schlagzeug unter ihrem Logo, ‚Southern Hard Blues‘, wurde in den folgenden gut 90 Minuten konsequent in die Tat umgesetzt.

Dabei setzten Laura und ihre Begleiter Mathieu Albiac, Antonin Guérin und der, für einige Gigs, Francois C. Delacoudre ersetzende Maxime Vaugon, auf einen gut gewählten Mix aus Tracks von ihrem aktuellen Debütwerk, bekannten Coverstücken wie „Foxy Lady“ von Hendrix und „Jumping Jack Flash“ von den Stones“ in einer 4.0-Version, sowie einigen brandneuen Sachen wie „Another Game“ (Laura mit Dobro), „River“ oder „Bad Luck Blues“, die auf dem, für Frühjahr 2019, geplanten neuen Album, platziert werden sollen.

Aus meiner Sicht stellten die Stücke, „Barefoot In The Countryside“, auf dem die Protagonistin, neben ihren vielen quirligen E-Gitarren-Soli, auch ihr variables Können auf dem Banjo bewies, das Southern-rockige „Good Old Days“ ( mit kleinem „Free Bird“-Gitarren-Intermezzo) als auch der launige Rausschmeißer „If You Wanna Get Loud (Come To The Show)“ mit integriertem „Whole Lotta Rosie“ als zweite Zugabe, die Höhepunkte in einer, von ungemeiner Spielfreude aller Beteiligten gezeichneten Vorstellung.

Fazit: Ein unterhaltsamer, richtig fett rockender Abend mit einer spürbar noch hungrigen jungen und mit viel Talent gesegneten zierlichen Künstlerin (übrigens auch sehr sympathisch, wie sich am Merchandising-Stand herausstellte) samt ihrer Band, der eine rosige Zukunft bevor stehen könnte. Und so haben Gernot und ich eigentlich auch nur zufriedene Gesichter den Yard Club verlassen sehen, die Ihr Kommen nicht bereut hatten und sicherlich auch beim nächsten Mal wieder dabei sein werden. In diesem Sinne – À bientôt, Laura!

Vielen dank an Yard Club-Chef Marcus Neu für die gewohnt unkomplizierte und nette Aufnahme.

Line-up:
Laura Cox (lead vocals, guitars)
Mathieu Albiac (electric guitar, vocals)
Maxime Vaugon (bass, vocals)
Antonin Guérin (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Laura Cox Band
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Yard Club Köln

The Kris Barras Band – The Divine and Dirty – CD-Review

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Mit Kris Barras vereint mich eine ähnliche Vita. Wir beide haben lange Zeit auf relativ hohem Niveau Sport getrieben, bis wir für uns die Musik als tiefergründigere Beschäftigung entdeckten.

Während meine Wenigkeit fast 30 Jahre einen kleinen weißen Zellouloidball, oftmals gegen die Größen der europäischen und asiatischen Spitzenklasse, über die Platte jagte und sich danach der inhaltlichen und schriftlichen Auseinandersetzung mit dem Thema Rock-Musik widmete, verdiente Kris zunächst seine Brötchen auf eher schmerzhafte Weise als Mixed-Material-Arts-Profi (da traktieren sich, zur Freude einer gaffenden Meute, Leute im Ring, mit Schlägen und Tritten, bis zum Teil der Arzt kommt…), bevor er sich ab 2014 schwerpunktmäßig seinen weiteren Passionen, dem Gitarre spielen, Singen und Komponieren zuwendete.

Nach zunächst einer EP und CD in Eigenregie hat Kris jetzt für sein Album „The Devine And Dirty“ mit der Mascot Label Group einen potenten Partner gefunden und befindet sich jetzt plötzlich in bester Gesellschaft mit Größen wie Walter Trout, Joe Bonamassa, Kenny Wayne Sheperd & Co.

Der mit heroischen ‚Ohohoh‘-Gesängen durchzogene straight rockende Opener „Kick Me Down“ würde perfekt zum Einmarsch in den Kampf-Ring passen, wie man es von größeren medialen Events, wie z. B. beim Boxen, her kennt. Beim, mit Acapella-artigen Gesängen bestückten „Hail Mary„, wie auch u. a.  bei „Lovers Or Losers“ („Dead Or Alive“-Flair“) sowie „Hold On For Tomorrow“, kommen, aufgrund ähnlicher Stimmlage, Assoziationen zu Bon Jovi in den Sinn (allerdings zu deren richtig guten Zeiten).

Freude bereitet immer wieder Kris‘ Hang zu Southern Rock-artigen E-Gitarren-Hooks,-Riffs und -Soli (der Bursche kann wirklich toll in die Saiten greifen), unterstützt von Josiah J. Manning mit seinem überragenden Piano- und Orgelspiel (viel herrliches Geklimper und Gegurgel), in dessen Studio in Plymouth, die Platte auch aufgenommen wurde.  Elliott Blackler (bass) und Will Beavis (drums) als Rhythmusfraktion vervollständigen das agile Quartett. Auch Freunde von weiblichen Backgroundgesängen (wie ich)  kommen auf diesem Werk bei so manchen Tracks voll auf ihre Kosten.

Beste Beispiele sind hier das knarzig mit Slide stampfende „I Don’t Owe Nobody Nothing“ als auch die Black Crowes-umwehten „She’s More Than Enough“ und „Stitch Me Up“ (klasse HT-Piano von Manning). Eines meiner absoluten Lieblingsstücke ist das cool und doch recht explosiv groovende „Propane“ (inkl. schönem E-Gitarren-Solo), das in Richtung britischer Blues Rock-Kollegen wie Ben Poole oder King King eingestuft kann.

Das Melodic Rock-artige, im Survivor-/Toto-Gewand stampfende „Blood On Your Hands“ passt erneut gut zu Barras‘ martialischem Kämpfernaturell, gefolgt vom grandiosen, in progressiver Pink Floyd-Manier gebrachten, grandiosen „Watching Over Me“ (hier ziehen alle Beteiligten nochmal sämtliche Register), bilden den Abschluss eines durchgehend kurzweiligen und abwechslungsreichen starken Longplayers.

Klasse finde ich auch das Coverfoto, wo der rauschebärtige Protagonist zur einen Hälfte skelettiert und zur anderen in seinem drahtig tätowierten realen Erscheinungsbild abgelichtet ist.

In Anbetracht dieses tollen Albums „The Divine and Dirty“ der Kris Barras Band, das sicherlich am Ende mit zu den absoluten Highlights des Jahres zählen wird, kann man den Protagonisten nur zu seinem Entschluss beglückwünschen, den musikalischen Weg eingeschlagen zu haben.

Hier ist viel kreatives und starkes spielerisches Potential vorhanden, das nach intensiver Fortführung nahezu schreit. Und irgendwo sind auf Dauer ein paar verhornte Fingerkuppen und strapazierte Stimmbänder doch sicherlich etwas angenehmer als sich ständig ’ne blutende Nase abzuholen, oder? Ok Kris, der Schlauberger der schreibenden Zunft hält jetzt besser seine Klappe. Ich weiß, noch so’n Spruch – Kieferbruch…!

Mascot Label Group/Provogue (2018)
Stil: (Southern) Rock

01. Kick Me Down
02. Hail Mary
03. I Don’t Owe Nobody Nothing
04. Propane
05. Wrong Place, Wrong Time
06. Lovers Or Losers
07. She’s More Than Enough
08. Stitch Me Up
09. Hold On For Tomorrow
10. Blood On Your Hands
11. Watching Over Me

The Kris Barras Band
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