Greasy Tree, 16.02.2018, Kulturrampe, Krefeld – Konzertbericht

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Meine erste CD-Besprechung für Sounds Of South verfasste ich zu dem Debütalbum von Greasy Tree. Es ist daher Ehrensache auch von ihrem Konzert in meiner heimatlichen Lieblings-Location, der Krefelder Kulturrampe, zu berichten.

Das gut aufgelegte und perfekt eingespielte Trio aus Jonesboro, Arkansas, brachte mit ihrem Blues Rock die volle Rampe mühelos zum Kochen. Die Feierlaune des Publikums war am Freitag nach Karneval ungebrochen. Zudem hat sich Greasy Tree bereits eine treue Fanbasis erspielt. So haben einige auswärtige Besucher in Tour-T-Shirts den Weg zum kalten Niederrhein gefunden.

Mit dem fetzigen „She Wild“ von ihrer CD eröffnete die Band das Konzert. Mutig ist, dass danach direkt zwei unveröffentlichte Eigenkompositionen nachgeschoben wurden. Die beiden rockigen Stücke „Trouble With Trouble“ und das hervorragende „See The Light“ funktionierten aber sehr gut. Bassist Dustin „Red“ Dorton animierte zum Mitklatschen, sprang über die Bühne und ließ seine Mähne fliegen. Der Aktivposten riss das Publikum mit, das spätestens bei „Sweet Sugar“ in Bewegung geriet und das Tanzbein schwang.

Bei „Love That Lady“ übernahm Dorton die Lead Vocals, die ansonsten von Cameron Robert gesungen wurden. Der Song leitete zu einem eher Blues-orientierten Teil des Konzerts mit „Shame (Behind The Botle)“, „Goin‘  Home“ und „Time, Love And Space“ über. Roberts ausgedehnten Gitarrensoli wurden frenetisch von der Menge bejubelt. Die tolle Atmosphäre wurde zudem durch den Rauch auf der Bühne und die flackernde Lichtorgel unterstützt.

Eine besonders gelungene Version von „ Red House“, das von Jimi Hendrix stammt, war das erste Cover des Abends. Zum Abschluss des ersten Sets folgte „Whipping Post“ von den Allman Brothers.

Harte Gitarrenriffs beendeten die Pause. Band und Besucher rockten bei „Bright Lights“ und „Let Love Go“ drauflos, bis es beim Headbanging zum Led-Zeppelin-Medley kein Halten mehr gab. Robert stieg von der Bühne, um ein Bad in der Menge zu nehmen, die diese Aktion fast schon ekstatisch feierte. Die ausgelassene Stimmung hielt sich auch bei „Don’t Worry About Me“ und „Greasy“. Dorton teilte sich hier die Lead Vocals nochmal mit Robert.

Schlagzeuger Creed Slater steuerte harmonischen Background-Gesang zum rockigen „Gravy Train“ bei und sorgte während des gesamten Abends für den nötigen Druck der Songs. Mit „Whiskey“, dem letzten noch fehlenden Titel ihres Albums, endete das zweite Set.

Als Zugabe spielten die jungen Männer „I Put A Spell On You“ von Creedence Clearwater Revival und „Hard To Handle“ von The Black Crowes. Ich war mit der Auswahl und Performance der Cover sehr zufrieden, aber Gernot hätte sich als Pink Floyd-Fan noch „Have A Cigar” gewünscht, das Grasy Tree ebenfalls im Repertoire hat.

Die Eindrücke zu den Live-Qualitäten der Band, die Peter Schepers in Dortmund sammelte, bestätigen sich. Greasy Tree zündete auch in Krefeld ein Blues Rock-Feuerwerk. Die abwechslungsreiche Darbietung und das ausgelassene Publikum sorgten für einen durchweg gelungen Konzertabend.

Die sympathischen Musiker hätten vielleicht noch den ein oder anderen Kommentar zu den Songs einstreuen können, aber das haben die Anwesenden nicht wirklich vermisst. Verschwitzt und zufrieden konnten sie in die frostige Nacht und das bevorstehende Wochenende ziehen.

Line-up:
Cameron Roberts (guitar, vocals)
Dustin ‚Red‘ Dorton (bass, vocals)
Creed Slater (drums, vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Michael Segets

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Teenage Head Music
Kulturrampe Krefeld

Greasy Tree – 03.02.2018, Blue Notez, Dortmund – Konzertbilder

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Greasy Tree am 3.2.2018 im blue notez club. Das Powertrio aus Arkansas unter der Fahne von Teenage Head Music gab am Samstag ein tolles Konzert im Dortmunder Bluesclub.

Cameron Roberts, Red Dorton und Creed Slater betraten pünktlich um 20:15 Uhr die Bühne und legten los. Neben Eigenkompositionen aus ihrem Album „Greasy Tree“ spielten sie auch Songs wie „Red House“ (Jimi Hendrix), „Whipping Post“ (Allman Brothers), ein Medley von Led Zeppelin-Songs und Titel von ZZ Top, die im Zugabenteil das Konzert beendeten.

Dem treuen Stammpublikum im Blue Notez Club gefiel diese Mischung. Ein Gast meinte: „Eine Gitarre ein Bass und ein Schlagzeug, das reicht für gute Mucke.“ Recht hatte er. Das hat Spaß gemacht!

Line-up:
Cameron Roberts (guitar, vocals)
Dustin ‚Red‘ Dorton (bass, vocals)
Creed Slater (drums, vocals)

Bilder und Eindrücke: Peter Schepers

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Teenage Head Music
Blue Notez Dortmund

Blues Caravan – 21.01.2018, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

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Was für ein grandioser Abend im Musiktheater Piano in Dortmund! Labelinhaber Thomas Ruf, hat diesmal im Rahmen eines 22 Konzerte umfassenden Blues Caravans durch Deutschland mit Bernard Allison und Mike Zito, zwei echte Blues-Rock-Schwergewichte auf die Reise geschickt und ihnen mit der Kroatin Vanja Sky noch eine talentierte weibliche Newcomerin in Obhut gegeben, deren neue CD „Bad Penny“ es auch ein wenig bei uns zu promoten galt.

Dem nicht genug. Mit Star-Bassist Roger Inniss, den wir ja neulich schon bei Tasha Taylors Konzert bewundern durften, und dem furiosen Drummer aus der Bernard Allison Band, Mario Dawson, wurde das musikalische Treiben der drei Protagonisten in Sachen Rhythmus-Sektion, mit absoluter Weltklasse unterfüttert.

Auch Bernard Allisons neues Werk „Let It Go“ steht in den Startlöchern, zudem hatte Ruf Records ja noch anlässlich des 20. Todestages seines Vaters Luther im letzten Jahr ein fantastisches, limitiertes LP-Set auf den Markt gebracht, sodass der Geist dieser Blues-Musik-Ikone naturgemäß im Konzert  mitschwebte und auch mit Stücken gehuldigt wurde.

Aber von vorne. Pünktlich um 20:00 Uhr (vorbildlich!), betraten die Musiker samt Label-Chef die Bühne. Blickfang war zunächst natürlich der weibliche Part des Trios, der mit hochhackigen Stiefeletten, einer super-eng anliegenden Leggings und einem Flokati-ähnlichen weißen Überwurf, rein optisch, auch eher anderen Gewerben als dem Blues-Musikertum, hätte zugeordnet werden können. Aber was soll’s, scheiß was auf ‚Haute Couture‘, hier geht’s schließlich um Musik!

Nach Rufs Vorstellung stieg das Quintett mit Luther Allisons „Low Down And Dirty“, dem Stück, mit dem man das Ereignis auch als Trailer beworben hatte, in den Gig ein. Der abwechselnde Gesang der drei Hauptdarsteller und die surrenden E-Gitarren (Bernard mit klasse Slide), samt des damit verbundenen Southern Blues Rock-Flairs, waren natürlich direkt nach unserem Gusto. Stark!

Zu loben ist besonders die kurzweilige Gestaltung des Abends. Im Anschluss hatte jeder der drei Protagonisten Gelegenheit, sich in kleineren Segmenten, in eigener Sache zu präsentieren und zeitweise zu pausieren. Lediglich Inniss und und Dawson mussten richtig schuften, die spielten von Beginn bis Ende durch.

Los ging es mit Vanja Sky, die mit ein paar Stücken aus ihrem neuen Album „Bad Penny“ aufwartete. Ihre gute Stimme, ordentliches Gitarrenhandwerk und Songwriting, geben Hoffnung, in einem, von Damen mittlerweile auch stark frequentierten Genre, demnächst Fuß fassen zu können. Mike Zito kam zur Unterstützung zweimal mit auf die Bühne. Hängen blieb u. a. das Slide-trächtige „Crossroads Of Life“,  die Rory Gallagher-Cover-Nummer „Bad Penny“ und das Rhythm-bluesige, abschließende „Give Me Back My Soul“.

Als nächster war mit Mike Zito, einer meiner persönlichen Lieblings-Blues Rocker, an der Reihe. Mit seiner tollen Stimme, seiner Southern-umwehten Interpretation des Blues Rocks und all seinen ausnahmslos starken Alben, hat er sich schon lange in mein Herz gespielt. Jetzt hatte ich endlich auch mal die Gelegenheit, ihn live zu erleben (übrigens, wie sich nachher am Merchandising- Stand herausstellte, auch ein sehr sympathischer Typ).

„One More Train“, „Keep Coming Back“, das überragende „Gone To Texas“, „Wasted Time“ (mit Stevie Ray Vaughan-Flair) und „Make Blues Not War“, das Titelstück seines aktuellen Albums, und das Southern Rockige „Highway Mama“ hießen die Stationen seiner brillanten ‚Solo‘-Performance. Danach folgte eine viertelstündige Pause.

Der wie ein Rasta-lockiger Mafiosi in Erscheinung tretende Bernard Allison, legte als Spaßmacher im Bunde samt Inniss und Dawson, mit einem fingerfertigen Instrumental los und servierte mit dem Reggae-umgarnten „Love Was Meant To Be“ meinen Favoriten seines Sets nach. Auch seine Version von Hendrix „Voodoo Child“ in einer ‚Extended Version‘ war der Hammer.

Der mit satten vier Stücken gestaltete Zugabenbereich stand dann nochmals mit u. a. „Life Is A Bitch“, bei dem dann alle wieder zugegen waren, im Zeichen von Luther Allison. Am Ende konnten auch Roger Inniss und Mario Dawson mit zwei furiosen Solo-Einlagen auf ihren Arbeitsgeräten glänzen, wobei Letztgenannter auf seinem Schlagzeug (teilweise mit sich überkreuzenden Schlägen) regelrecht wütete.

Nach fast 3 Stunden (inkl. der Pause) ganz großer Blues Rock-Schule ging es anschließend noch am Merchandising-Stand weiter und es durfte sich über reißenden Tonträger-Absatz, den man sich auch redlich verdient hatte, gefreut werden. Sky, Zito und Allison standen am Ende auch noch anstandslos für unser obligatorisches Bild für die VIP-Galerie zur Verfügung.

Fazit: Ein herrlicher Abend mit spielfreudigen und gut gelaunten Akteuren, der keine (Blues Rock)-Wünsche offen ließ. Wer die reichhaltigen Gelegenheiten bei den noch kommenden Konzerten, verstreichen lassen sollte, verpasst wirklich einen musikalischen Genuss. Blues Caravan 2018 – Hingehen Pflicht!

Line-up:
Vanja Sky (lead vocals, electric guitar)
Bernard Allison (lead vocals, electric guitar)
Mike Zito (lead vocals, electric guitar)
Roger Inniss (bass, vocals)
Mario Dawson (drums, vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

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Ruf Records
Musiktheater Piano
3Dog Entertainment

Hot’n’Nasty, 19.01.2018, Kulturrampe, Krefeld – Konzertbericht

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Hot’n’Nasty bewiesen mit ihrem Auftritt in der sehr gut gefüllten Kulturrampe, dass es auch hervorragende deutsche Blues-Rock-Bands gibt. Die in den 90er Jahren im Pott gegründete Band hat in den folgenden Jahren auch durch den Tod des 2014 zu früh verstorbenen Sängers Patrick Pfau mehrere Umbesetzungen erfahren, sodass von den Gründungsmitgliedern nur noch Gitarrist Malte Triebsch auf der Bühne steht, der sowohl in der Rhythmusarbeit, wie auch in den Soli unverkennbar das musikalische Gesicht der Band ist. Auf der Bühne selbst, steht aber der charismatische Sänger Robert Collins im Vordergrund und brilliert mit facettenreichen Gesangsparts und humorvoller Moderation durch die Show, die somit  das Publikum von Beginn an mitnahm.

Die ostdeutsche Rythmusfraktion um Drummer Dominique Ehlert und Jacob Müller, beides studierte Musiker aus Leipzig, tragen erheblich zu einem kompakten und klar definierten Sound bei. Die Bühnenpräsenz der beiden könnte aber kaum unterschiedlicher sein. Müller, bearbeitete seinen Bass meist scheinbar in sich gekehrt, mit geschlossenen Augen (mir fiel übrigens ein schöner Aufkleber am Bass auf, mit dem Müller auch ein politisches Statement zur Unpartei in Deutschland abgab, die wenig mit Integration und Gleichberechtigung verbindet).  Seine Qualitäten zeigte er auch in einem ausladenden Solo bei der Vorstellung der Band.

Ehlert dagegen suchte immer wieder Blickkontakt mit den Zuschauern, zog dabei die eine oder andere Grimasse zog und bearbeitet die Drums von gefühlvoll ruhig, bis zu brachial, dass man mit seinen Augen den Sticks kaum noch folgen konnten. Beide bewiesen, warum sie in anderen Projekten auch als Studiomusiker gern gesehen Gäste sind. Kompliment an dieser Stelle auch wieder an Malte Menzer, der es wieder schaffte, einen sehr guten Sound und stimmungsvolles Licht in die Rampe zu bringen.

Ziemlich pünktlich gegen 21:00 Uhr betraten die vier Musiker die Bühne und begannen mit „Damned To Ride“ vom 2012 Longplayer „Boost“, gefolgt von „Hard Working Band“ vom 2005 veröffentlichten Album „Electified“.  Vor „She Talks“ verkündete Robert Collins, dass mit „Dirt“ ein neues Album am Start ist, welches auch im Mittelpunkt des weit über zwei Stunden dauernden zweigeteilten Acts stand.

Besonders hervorzuheben aus dem ersten Set sind das ein klein wenig an „Little Wing“ (in der Version an Derek And The Dominos erinnernd, Collins‘ Stimme einem Joe Cocker gleichend) und das stampfende „It’s Only Money“ mit, wie in fast jedem Song, einem ausladenden Solo von Triebsch. Spätestens ab diesem Song hatte Hot’n’Nasty die Rampe im Griff und sorgte für zum Teil fast exstatische Tanzeinlagen im Publikum.

Das Ende des Sets bildete mit „Out Of The bBue (Hell To Pay)“ eine klassische starke Bluesnumer mit virtuosen Gitarrenspiel, bei der die Lautstärke bis zu einem Minimum gedrosselt wurde und die Zuschauer in den Bann zog. Hier gab es aber leider auch den einzigen negativen Aspekt des Abend, in dem Pille Peelings, der Betreiber der Rampe kompromisslos Stärke zeigte. Leider wurde diese Passage von lauten Flaschenöffnen und Unterhaltungen einiger weniger Zuschauer gestört, was in meinen Augen respektlos gegenüber den Künstlern und auch den anderen Zuschauern ist, da diese Stille im Spiel Bestandteil der Performance war. Hoffentlich nehmen die Betroffenen es Pille nicht übel, dass er sie bat zu gehen und sie nach Reflektion des Abends beim nächsten Mal wieder, aber diesmal aber nicht störend dabei sind.

Nach einer etwa 20-minütigen Pause ging es dann weiter und die Zuschauer konnten bei Triebsch und Collins neue T-Shirts bewundern. Triebsch nun mit psychedelischen Hendrix-T-Shirt, nachdem er zuvor das ZOJO-Shirt von Led Zeppelin trug, womit er seine musikalischen Wurzeln zeigte.  Collins mit trug ein Einhorn-Shirt. Triebsch berichtete, dass Collins eine Unmenge komischer Shirts habe, die er uns vielleicht noch präsentieren wird, was für Gelächter im Publikum sorgte. Collins roch unter seinen Achseln und konterte humorvoll,  dass es noch nicht nötig sei. Der noch rockigere und jammende zweite Teil der Show nahm jetzt Fahrt auf.

Einer der Höhepunkte war mit Sicherheit die Vorstellung der Band, in der jeder der Musiker über Minuten in ausladenden Soli sein musikalisches Können beweisen konnte, wobei sich  insbesondere die Rythmusfraktion in den Vordergrund spielte. Müller zeigte, dass der Bass auch als Soloinstrument nutzbar ist und Ehlert bewies, dass Hände schneller sind als Augen. Wie sagt man auf Neudeutsch so schön: „Großes Kino“! Collins überras chte bei „Can’t Get Your Love“, dass er auch Stimmlagen einer Donna Summer beherrscht und setzte kurz zu „Feel Yor Love?“ an.

Mit „Going Down“, einem starken Cover von Don Nix ging Part 2 zu Ende, was natürlich enthusiastische Zugabeforderungen zur Folge hatte. Die Vier brachten noch ein Medley alter Klassiker aus Blues, Rock und Hardrock, wobei sie „La Grange“ (Collins mit starkem Harp-Intro), „Whole Lotta Rosie“ und „Radar Love“ gekonnt, aber mit eigenen Nuancen miteinander verknüpften, um wieder bei „La Grange“ endend, das über zwei Stunden dauernde Konzert abzuschließen.

Fazit: Ein starker Auftritt von Hot’n’Nasty in der Kulturrampe, der bewiesen hat, dass die Zukunft des Quartetts mit Sicherheit noch einiges erwarten lässt. Die Band schaffte es fast alle Bandbreiten des Blues in die Show zu integrieren und sorgte somit  in einem langen Auftritt für einen kurzweiligen Abend, der nur zufriedene Besucher zurückließ, wenn man die Stimmung während und nach dem Konzert als Bewertungsfaktor sieht.

Vielen Dank auch noch einmal an Pille und sein Team, für die, wie immer, unproblematische Akkreditierung und den herzlichen Empfang.

Line-up:
Robert Collins (lead vocals, harp)
Malte Triebs (guitars)
Jacob Müller (bass)
Dominique Ehlert (drums)

Text und Bilder: Gernot Mangold

Hot’N’Nasty
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Kulturrampe Krefeld

Gregg Allman – Southern Blood (Deluxe Edition) – CD-Review

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Ich muss ja schon sagen, dass es mich unheimlich gefuchst hat, dass wir Gregg Allmans letztes Werk „Southern Blood“ nicht zum Besprechen erhalten haben. Gerne hätte ich zum aktuellen Zeitpunkt noch ein paar würdigende Worte über ihn verfasst, zumal sich vorher in unserem, noch jungen Online-Medium keine Gelegenheit ergab, mal eine Rezension über ihn zu verfassen. Und was ist schon ein echtes Southern Rock-Magazin ohne ein solch musikalisches Schwergewicht im Künstlerindex?

Nun gut, wenn auch etwas verspätet, ist sein finales Album „Southern Blood“ doch auf Umwegen in meinem CD-Player gelandet. Aber von vorne. Gregg Allman ist natürlich ein Musiker und charismatischer Frontmann, der meinen musikalischen Weg seit frühster Jugend, mehr als nachhaltig begleitet hat. So war beispielsweise die Allman Brothers-LP „Brothers & Sisters“ mein allererster, mit eigenem Geld gekaufter Tonträger. Viele weitere im Dunstkreis der Allmans folgten im Verlaufe der Zeit.

Amüsant war damals seine Kurzehe mit Cher, ich meine mich an ein Zitat von ihr zu erinnern: „Für Gregg Allman sind Frauen nur für zwei Dinge gut: Die Betten zu machen, um sich anschließend wieder reinzulegen…“. Toll fand ich damals ihren gemeinsamen Song „Can You Fool“.

Live habe ich seine charismatische Ausstrahlung zweimal im Rahmen der Allman Brothers Band bewundern können. Einmal in der damals 1980 ausverkauften Kölner Sporthalle und später 1991 noch mal im E-Werk, ebenfalls in der Domstadt.

Aus seinen Solophasen befinden sich auch diverse Tonträger in meinem Besitz. Seine letzte in den Fame Studios in Muscle Shoals aufgenommene Veröffentlichung nun, mit dem plakativen Titel „Southern Blood“, wenn auch überwiegend mit Covernummern bestückt, bildet trotzdem einen würdigen und runden Abschluss seines beachtlichen Lebenswerkes.

Vermutlich war es für alle Involvierten keine einfache Sache, diese Songs im Angesicht des Todes und der damit verbundenen körperlichen Konstitution dieses Ausnahmemusikers, überhaupt zustande zu bringen. Ich gehe von einer unheimlich psychischen Belastung aus, zumal die Lieder teilweise auch textlich zur bedrückenden Situation passen.

Gar nicht wissen möchte man, wie es Gregg persönlich innerlich dabei ging, es heißt, dass er oft nur wenige Stunden im Studio präsent sein konnte und teilweise immer wieder unterbrochen werden musste. Alles in Allem hat Produzent Don Was am Ende ein einfühlsames Ganzes hinbekommen, das in Deluxe-Version noch um zwei Live-Tracks erweitert ist.

Im Großen und Ganzen wurden hier Greggs musikalische Vorlieben in seiner Karriere weitestgehend umrissen. Die bis auf ganz wenige Ausnahmen meist balladesk gehaltenen Songs beinhalten, naturgemäß bluesige Southern Rock- und Country-Einflüsse. Was vielleicht neu anmutet, ist die hier relativ omnipräsente Einbindung einer Bläserfraktion in jedes Stück, als auch die gospeligen Harmoniegesänge (verkörpert durch die McCrary Sisters) und somit ein verstärktes souliges Flair. Auch die Percussion-Unterstützung und viele Steel-Gitarren-Einlagen verbindet man jetzt nicht unbedingt mit seinem Namen.

Gänsehaut bekommt man sofort beim Opener „My Only True Friend“, eine der beiden neuen Kompositionen auf dieser Scheibe, die Gregg mit seinem Gitarristen und musikalischen Direktor Scott Sharrad kreiert hat. Sharrad hat im Text quasi den schon lange verstorbenen Bruder Duane zu Gregg sprechen lassen. Toller Einstieg in das Album!

Ein weiterer bewegender Moment ist für mich ist „I Love The Life I Live“, weil er das southern bluesige Terrain beschreitet, auf dem sich Gregg am pudelwohlsten fühlte und wohl auch sein Lebensmotto wiederspiegelt. Beim Hören spürt man, wie sich der Protagonist hier mit letzten Kräften, nochmals vokal so richtig reinhängt. Am Ende beim von Jackson Browne geschriebenen und unterstützten  „Song For Adam“ (mit (Harmoniegesängen), merkt und fühlt man ebenfalls förmlich am eigenen Leibe, dass hier der Kampf eines großen Künstlers zu Ende ging.

Mit Gregg Allman verliert die Southern Rock-Gemeinde eine weitere und mit eine ihrer letzten wahren Ikonen. Auch wenn er zeitlebens kein Engel war („I’m No Angel“) verabschiedet er sich mit „Southern Blood“ würdevoll in den Southern Rock And Roll Heaven und befindet sich jetzt hoffentlich wieder im illustren Kreise von Duane und seiner Brüder im Geiste wie Butch Trucks, Ronnie Van Zant, Toy Caldwell, Hughie Thomasson und Co. Mach et jut, Midnight Rider!

Concord Records (2017)
Stil: Southern Blues Rock

01. My Only True Friend
02. Once I Was
03. Going Going Gone
04. Black Muddy River
05. Love The Life I Live
06. Willin‘
07. Blind Bats And Swamp Rats
08. Out Of Left Field
09. Love Like Kerosene
10. Song For Adam (feat. Jackson Browne)
11. Love The Life I Live (Live)
12. Love Like Kerosene (Live)

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Kody West – Green – CD-Review

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Da in den nächsten Tagen und vermutlich auch zu Beginn von 2018 erstmal nichts großartig Neues in Sachen CD-Veröffentlichungen anstehen wird, habe ich mal die Gelegenheit genutzt, mir mal ein paar Scheiben aus dem eigenen Fundus zu Gemüte zu führen, um vielleicht noch den einen oder anderen Geheim-Tipp für unsere Leserschaft zu generieren.

Gestoßen bin ich dabei auf den aus dem Raum Dallas/Fort Worth stammenden Texaner Kody West, der nach einer ersten EP („Higher Ground“), jetzt mit seinem Debütalbum „Green“ aufwartet. Wie nicht  anders zu erwarten, bekommen wir es hier mit lupenreinem Red Dirt zu  tun, allein schon die Stimme des Protagonisten weißt eine frappierende Ähnlichkeit mit der von Randy Rogers auf.

In einem sehr schön warmen klaren Sound  haben dieses zehn Stücke umfassende Werk die früheren Mitglieder der Band Six Market Blvd., Ben Hussey and Josh Serrato, produziert. Sämtliche Tracks bewegen sich im melodischen Midtempobereich und überzeugen neben der starken Vokalleistung des Protagonisten vor allem in der feinen Instrumentierung.

Es wird  eigentlich so alles an Instrumenten aufgeboten, die ich gerne höre. Flockige Akustikgitarren und E-Gitarren (mit einigen schönen Hooks und Soli wie beim starken Titelstück, hallende Orgel und in den etwas countrylastigeren Songs wie „In The Morning“, „The Player“, dem Western-trächtigen „Ogygia“ weint mal die Steelgitarre, zirpt eine Mandoline, raunzt eine Dobro oder grummelt eine Bariton-Gitarre. Herrlich auch das melancholische „Loves Me Too“, mit diesen Texas-typischen, weiblichen Harmoniegesängen.

Freunde des melodiebetonten Red Dirts von Acts wie Sam Riggs, Randy Rogers, Wade Bowen, Eli Young Band, Willie Stradlin, Bart Crow & Co. werden  sofort  erkennen, dass man es bei Kody Wests (gerade erstmal 21 Jahre alt!) erstaunlich reifem Debütalbum „Green“ beileibe nicht mit musikalischen Grünschnäbeln zu tun hat.

Eigenproduktion (2017)
Stil: Red Dirt Rock

01. Shine Out
02. For The Last Time
03. In The Morning
04. Green
05. Ledges
06. The Player
07. Love Me Too
08. Ogygia
09. Million Miles
10. Melody

Kody West
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Voltage – Around The Bend – CD-Review

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Dass ich einen Faible für unsere niederländischen Nachbarn besitze, habe ich ja hier schon öfter deklariert. Seit unser Labi Django vor knapp 14 Jahren das Licht der Welt erblickt hat, machen wir im Süden des Landes regelmäßig Urlaub, genießen die herrliche Luft, das Meer, die gepflegte Infrastruktur und verbringen quasi wirklich relaxte, erholsame, ‚proletenfreie‘ Tage (gut, es war immer außerhalb der Ferienzeit…).

Dazu besaßen sie mit Willi Lippens (Rot-Weiss Essen) den wohl besten Fußballer aller Zeiten auf diesem Planeten, aber auch in Sachen Musik, bzw. Konzertkultur liegen sie mittlerweile ganz gut im Rennen. Die Passion der Holländer für  Blues/ Blues Rock ist mittlerweile fast so genau so bekannt, wie ihr Enthusiasmus für Wohnwagen und die Farbe Orange. Aber Southern Rock von dort???

Selbst ein gestandener Experte in diesem Genre wie meine Wenigkeit, war echt von den Socken, als ich das Zweitwerk „Around The Bend“ der Band Voltage, aus Brabant stammend, in den Player legte. Aufgrund des Namens hatte ich irgendetwas Hard Rock-mäßiges in Richtung AC/DC erwartet (kleine Reminiszenzen tauchen auch sporadisch in den E-Gitarren-Hooks auf), musste mich aber spätestens mit dem Molly Hatchet-trächtigen Opener „Pistol Pete“ eines Besseren belehren lassen, zumal die verblüffende Ähnlichkeit von Bandleader Dave Vermeulen mit der Stimme  von Charlie Starr, unweigerlich starke Bezüge zu Blackberry Smoke suggeriert.

Im weiteren Verlauf präsentieren die Herren Vermeulen, Gijs Heijnen, Bob Donkers und Bart Candel ein unterhaltsames, schroffes Southern Rock-Konglomerat, mit allen bewährten instrumentellen Zutaten der  Sparte, die man von Acts wie Skynyrd, Blackfoot, ZZ Top, Allman Brothers, Rambler und den beiden bereits genannten Molly Hatchet und Blackberry Smoke gewohnt ist. Die Stones, AC/DC oder Status Quo werden ab und zu auch einbezogen.

Allesamt Eigenkreationen, die sich natürlich zum Teil an Songs dieser Bands orientieren (z. B. „Up The Road“ an „Midnight Rider“ oder „Good Times“ an „Good One Coming On“). Sehr schön knackig anzuhören, da man auch die raue, aber recht klare Produktion als gelungen bezeichnen kann. Die Zusammenstellung der Songs ist dank wechselnder Tempi und vieler atmosphärischer Schwenker ebenfalls als kurzweilig zu belobigen.

Clever: Mit „Dirty Harry’s Juke Joint“ ist dazu ein klassischer Blues Rocker (mit Harp-Einlagen) präsent, um evtl. auch einen Großteil der einheimischen Hörer mitzunehmen. Und am Ende gibt es mit „Joelle“ noch einen melodischen Track (im Erzählstil von Vermeulen gesungen), samt Southern-typischen Instrumental-Finale, mit Hymnencharakter als Highight. Somit alles richtig gemacht!

„Around The Bend“ von Voltage ist absolut kein musikalischer Käse, sondern kann, im Gegenteil, unbedenklich jedem Southern Rock-Liebhaber ans Herz gelegt werden. Auch wenn diese Eigenproduktion bereits im September herausgekommen ist, war sie für mich persönlich zum Ende des Jahres noch mal eine faustdicke Überraschung. Godverdomme, echt klasse diese Südstaaten-Holländer!

Eigenproduktion (2017)
Stil: Southern Rock

01. Pistol Pete
02. Heart Of Stone
03. Up The Road
04. Good Times
05. Up from the Downside
06. For Better Ways
07. Bye Bye Baby
08. Dirty Harry’s Juke Joint
09. Blue Highway
10. Matchbox
11. Joelle

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The Electric Alley, 08.12.2017, Kulturrampe, Krefeld – Konzertbericht

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The Electric Alley bildeten gestern Abend für Gernot und mich, den Abschluss (sofern wir uns nicht noch für irgendetwas Ungeplantes spontan entscheiden sollten) eines intensiven Konzertjahres 2017, in dem wir alleine aus unserer lieb gewonnenen Kulturrampe satte 19 mal berichtet haben.

Nachdem ich am Montag bei Chantel McGregor aufgrund der ungeheuren Fülle an Aufgaben und dementsprechenden Belastungen in meinem richtigen Job, mal gepasst hatte, war die Präsenz beim Deutschland-Debüt, des sich im Portfolio von Teenage Head Music befindlichen Quartetts aus dem spanischen Cadiz, natürlich Pflicht, zumal es noch mal die Gelegenheit gab, sich von den vielen bekannten, ebenso Musikverrückten wie u. a. Manny Montana samt Ehefrau, KR-Ikone Mario Scholten (hatte angesichts des herrlichen Wetters großzügig den Vorzug im gemütlichen Outdoor-Bereich an der Kasse bekommen), Techniker Malte, SoS-Mitarbeiter Michael Segets und natürlich ‚Mr. Kulturrampe‘ Pille aus dem alten, noch bestehenden Jahr zu verabschieden (und bereits die ersten Pläne für 2018 zu schmieden).

Um die 60 Zuschauer sorgten für einen Erstaufritt der jetzt gerade nicht mega-mäßig bekannten Iberer für einen ordentlichen Rahmen, die auch für mich Neuland waren, da Gernot den Review zu ihrem immer noch aktuellen Album „Get Electrified!“ von 2015  geschrieben hatte.

Der unterhaltsame engagierte Gig, der sich stilistisch überwiegend im Bereich des melodischen Hard Rocks einordnen lässt, untermauerte im Prinzip Gernots verfasste Thesen, die Band samt ihres eigenständig kreierten Materials, in die Nähe der bekannten Interpreten des Genres wie Alice Cooper, Aerosmith, Bon Jovi oder Guns’n Roses zu rücken. Aus meiner Sicht könnte man durchaus auch noch Acts wie AC/DC, Black Crowes, House Of Lords, Little Caesar, etc. in den erweiterten Dunstkreis aufnehmen.

Und so spielten sich die vier Musiker, angeführt von Sänger und Gitarrist Jaime Moreno (dessen in Düsseldorf lebende Schwester zum Gig angereist war) mit viel Dampf (eröffnet wurde mit dem fetzigen „Up In Flames“) durch ausgewählte Tracks ihrer beiden Alben „Backward States Of Society“ und „Get Electrified!“. Lead Gitarrist Nando Perfumo glänzte mit vielen quirligen Soli auf seiner schwarzen Les Paul, der athletische Sergio Reyes Gamaza am Bass (einmal mit toller Gesangskurzeinlage) und Drummer Rafa Gonzales bildeten eine überaus kraftvolle Rhythmusfraktion.

Der Bezug zu unserem Magazin wurde durch das, mit einem integrierten „Can’t You See“-Intermezzo verzierte, southern rockige „Live While You’re Alive“ gewahrt, das aus meiner Sicht neben Stücken wie „Go Go Go“ (vielleicht der Song mit dem höchsten Wiedererkennugswert), den atmosphärischen Midtempotracks „Free My Soul“ (sehr emotional gesungen) und „Eagles Fly Solo“ (teils soulig, teils hymnisch), auch zu den Highlights des Hauptteils zählte.

Die stürmischen „Alley, Alley“-Rufe der begeisterten anwesenden Rampen-Besucher wurden mit zwei Zugaben, u. a. mit dem Titelstück des 2015er-Werkes „Get Electrified!“ angemessen zufriedengestellt. Insgesamt ein knackiger Abend mit The Electric Alley, der zum vorgezogenen Wochenausklang mal so richtig die Ohren durchgepustet hat.

Unser Dank nochmals an alle Beteiligten, die dazu beigetragen haben, dass in solchen, mit viel Herzblut bedachten Locations wie der Kulturrampe, noch unzählige weitere niveauvolle musikalische Auflagen dieser Art folgen mögen. Man sieht sich im neuen Jahr bei Rhino Bucket!

Line Up:
Nando Perfumo – Lead Guitar, Background Vocals
Jaime Moreno – Lead Vocals, Electric Guitar
Sergio Reyes Gamaza – Bass, Background Vocals
Rafa Gonzales – Drums

Bilder: Gernot Mangold
Bericht: Daniel Daus

The Electric Alley
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Scooter Brown Band – American Son – CD-Review

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Review: Michael Segets

Beim Durchstöbern der Bärchen-Records-Homepage bin ich auf die kürzlich erschienene CD „American Son” der Scooter Brown Band gestoßen. Die mir bis dato unbekannte Truppe bietet genau das, was sich auch SoS auf die Fahne geschrieben hat: ehrlichen, handgemachten Southern Rock. Dreizehn hochklassige Songs, bei denen jeder für sich die Zutaten dieser Musikrichtung gekonnt kombiniert, schaffen zusammen einen Longplayer, der zu den bemerkenswertesten des Jahres gehört. Da ist von einem guten Sänger, über energiegeladene Gitarren, klimpernde Tastenmelodien und wuchtige Rhythmen bis hin zum mehrstimmigen weiblichen Backgroundgesang alles dabei, was das für den Süden schlagende Herz zum Pumpen bringt.

Bandleader, Sänger und Gitarrist Scott Brown hat, neben Steven Southerland am Bass und Matt Bledsoe am Schlagzeug, mit Nathan Lockhart einen exzellenten zweiten Gitarristen an seiner Seite. Das Quartett wird durch einige Gastmusiker unterstützt, so durch Casey Woods für ein ergänzendes Schlagzeug und Percussion sowie Carrigan Shields für Orgel und Piano. Produzent Casey Wood fängt den satten und kraftvollen Sound der Musiker sauber ein.

Das Titelstück bildet den rockigen Auftakt mit einer gehörigen Prise Red Dirt. Veredelt wird „American Son“ zusätzlich durch Charlie Daniels‚ kurzen Gesangspart, dessen tiefer Sprechgesang einen gelungen Kontrast zur angenehmen Stimme von Scott Brown bildet. Auf das stampfende „This Time“ mit schönen Gitarrenläufen und einem tollen Slide-Solo folgt das ebenso mitreisende „Won’t Back Down“, bei dem Carrigan Shields am Klavier glänzt.

Das sehr melodische „Never Met A Heart I Wouldn’t Break“ hat nicht nur durch seinen harmonischen Refrain Hitqualitäten. Brown gibt seiner Stimme hier eine besonders warme Färbung. Akzentuierte Klavieruntermalung und feine Gitarrenläufe in Kombination mit dezenten Tempowechseln sorgen dafür, dass der Song direkt ins Ohr geht und in Erinnerung bleibt. Auch „Pistols And Pearls“ besticht durch einen eingängigen Refrain. Die Rootsrock-Nummer beweist, dass bei ausgefeiltem Songwriting auf klangtechnische Spielereien gut verzichtet werden kann.

Bei „Broken Arrow“ treten die vier Background-Sängerinnen besonders in Aktion. Herausragend ist das Duell von Gitarre und Klavier am Ende des Midtempo-Stücks. „Georgia” markiert die Mitte des Albums. Die sieben Minuten Ballade gibt der Band mehr Zeit für ausgedehntere Soli. Diese passen sich harmonisch in den Song ein, ohne aufgesetzt zu wirken. Brown und Lockhart beherrschen ihre Instrumente, was sie auch bei den Soli in den anderen Stücken beweisen. Dabei stellen sie ihre Fertigkeiten immer in den Dienst des jeweiligen Songs und verzichten auf exzessive Selbstdarstellung. Zudem lässt das Twin-Gitarrenspiel der beiden vermuten, dass sie perfekt eingespielt sind und als Einheit funktionieren.

Mit akustischer Gitarre und verzerrter Stimme startet Brown in das druckvolle „Story Of My Life“. Das einsetzende Schlagzeug, die starken Gitarrenriffs und der ausgeprägte Background-Gesang machen die Nummer zu einem weiteren Kracher, der es versteht, Energie und Gefühl zu vereinigen. Dass die Scooter Brown Band weiß, worauf es beim Southern Rock ankommt, zeigt der Titel „Guitars, Guns And Wiskey“, den sie dann auch treffend mit klarem Klavier und etwas Slide musikalisch umsetzen.

Die Band beherrscht ebenfalls die leiseren Töne, was sie auf der gefühlvollen Ballade „Time Is Money“ zum Ausdruck bringt. Auch hier kommt die Slide-Gitarre erneut zum Einsatz. Scott Brown schiebt mit seinen Mitstreitern das locker und straight gespielte „Rise Up“ nach, das die rockige Grundanlage der CD wieder aufnimmt.

Mit „New York City King Size Rosewood Bed“ covert die Scooter Brown Band einen Song ihres Gastsängers Charlie Daniels. Alle anderen Songs hat Scott Brown (mit-)geschrieben. So auch das abschließende „Huntsville“, bei dem er seine Stärke als Sänger nochmal ausspielt. Das Stück beginnt reduziert mit Gesang und Klavier, um dann mit einem fulminanten Gitarrensolo durchzustarten und so einen würdigen Schlusspunkt unter diesen großartigen Longplayer zu setzen.

(Cowboy-)Hut ab vor dem Werk! „American Son“ ist ein Album, mit dem sich die Scooter Brown Band als Southern-Größe definiert, die man zukünftig im Auge behalten sollte. Bärchen Records freut sich auf die Bestellung.

Red River Entertainment/BFD Distribution (2017)
Stil: Southern Rock/Red Dirt Rock

01. American Son
02. This Town
03. Won’t Back Down
04. Never Met A Heart I Wouldn’t Break
05. Pistols And Pearls
06. Broken Arrow
07. Georgia
08. Story Of My Life
09. Guitars, Guns And Wiskey
10. Time Is Money
11. Rise Up
12. New York City King Size Rosewood Bed
13. Huntsville

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Bärchen Records

Kid Rock – CD-Gewinnspiel

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Das Gewinnspiel ist beendet.

Die richtige Antwort hieß natürlich ‚Robert James Ritchie‘!

Über die brandaktuelle Kid Rock-CD „Sweet Southern Sugar“ darf sich

Detlef Kiefer aus Lauterbach,

freuen, dem der Gewinn in den nächsten Tagen zugeht!

Sounds Of South wünscht viel Spaß damit!

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In Zusammenarbeit mit CMM Promotion verlosen wir ein Exemplar der neuen CD „Sweet Southern Sugar“ von Kid Rock. Tolles Teil, mitmachen lohnt sich.

Folgende kindische Frage muss dazu richtig beantwortet werden:

Wie lautet der bürgerliche Name von Kid Rock?

a) James Lionel Richie
b) Ritchie James Dio
c) Robert James Ritchie

Bitte sende eine E-Mail mit der richtigen Lösung bis zum 04.12.2017 an dan@sounds-of-south.de.

Wir losen unter allen richtigen Einsendern eine/n Gewinner/in aus, der/die dann umgehend benachrichtigt und mit der CD beliefert wird.

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