Carl Carlton & The Songdogs – 17.11.2021, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

Vor etwa 20 Jahren scharrte Carl Carlton, ein gebürtiger Friese, eine Gruppe hochkarätiger Musiker um sich, mit der er seine tief im Blues und R´n´B verwurzelten musikalischen Ideen in Songs umzusetzen gedachte. Vater des Gedankens war kein geringerer als Robert Palmer, mit dem er bis zu dessen Tod etwa 10 Jahre zusammen arbeitete.

So entstanden Carl Carlton & The Songdogs, zu deren Stammbesetzung bis zur ersten Auflösung, temporäre Musiker wie Palmer, Levon Helm und Garth Hudson von The Band, Sonny Landreth, Ronnie Wood, um nur einige zu nennen, beiwohnten. Dass Carlton selbst als Produzent für Eric Burdon, Joe Cocker oder Paul Young arbeitete und Udo Lindenberg, Marius Müller Westernhagen Peter Maffay und Wolfgang Niedecken über Jahre begleitete, sei nur am Rande erwähnt, um eine Vorstellung zu haben, wer an dem Abend im Musiktheater Piano zu Gast war.

Nach einer erfolgreichen Reunion 2019 stand nun die Stammbesetzung von Carl Carlton & The Songdogs im Rahmen der „High In A Sweet“-Release Tour auf der Bühne, zu der im späteren Verlauf noch ein Überraschungsgast hinzustieß.
In den etwa zwei Stunden zeigte die Band, warum sie schon zu Anfangszeiten von den Kritikern hochgelobt worden ist.

Die Setlist umfasste Songs aus den bisherigen Studioalben der Band aber auch eine hochklassig gespielte Coversongs von Musikern, die Carlton bei seiner Musik beeinflusst haben. So nannte er Gregg Allman, bevor er den Allman Brothers-Klassiker „Jessica“ mit einer regelrechten Jamsession im Mittelteil präsentierte, als einen dieser Musiker, welche nun im Himmel in einer Supergroup spielen könnten.

Auch der vor kurzen verstorbenen Stones Legende Charlie Watts wurde mit „Can´t You Hear Me Knocking“ als erste Zugabe eine Aufwartung gemacht, die auch den wie im Original eigentlich durch Zufall aufgenommenen improvisierten Jam nicht ausließ.

Der Großteil der Songs stammte dann aber doch aus der Feder Carltons, ließ aber keine Zweifel an den Einflüssen zu. „Lifelong Guarantee“ mit klasse Honkytonk-Pianoeinlage von Pascal Kravetz hätte auch Platz auf jeder der alten rauen Stones-Platten haben können. Hier zeigte sich auch, wie bei den anderen Songs, die Klasse seiner Band, in der visuell auf der Bühne, in erster Reihe mit Carlton, zwei Urgesteine von Mothers Finest in die Saiten griffen oder diese zupften.

Moses Mo wechselte sich mit Carlton bei der Lead- und Rhythmus-Gitarre ab und wirbelte zuweilen tanzend über die Bühne während er sein Instrument bearbeitete. Dass Carlton zuweilen daneben stand, um das Treiben zu bestaunen, ist auch als Anerkennung der Spielkunst zu sehen. Dabei nutze er nicht nur seine Finger, um die Saiten in Vibration zu bringen, sondern zeigte, dass es auch mit den Zähnen gelingen kann, wenn man es eben kann.

Ganz stark auf sein Auftritt bei „God`s Gift To A Man“, als er zu Beginn des Songs an den Bühnenrand sprang, einige knackige Riffs in die Menge schleuderte und ein rockender Bluessong folgte, der einen gedanklich an die ganz alten AC/DC erinnerte.

Wyzard am Bass bestätigte fortwährend, dass der Rhythmus bei Ihm im Blut steckt und sorgte neben Drummer Bertram Engel für die volle Grundlage der Songs. Mit seiner Kleidung hätte er auch bei Bob Marley gut in die Band gepasst und bei „Love, Understanding & Respect“ und „Kingston“ zeigte er auch tanzend, seine Reggae-Affinität. Stark, wie die Band hier Reggae und Bluesrock ineinander verschmelzen ließen. Zu denken gab Carlton beim ersten Song, was der Einzug von harten Drogen in Jamaica für negative Spuren hinterlassen hat.

Mitten im Konzert wurden für einen Song Barhocker auf die Bühne gestellt und Carlton bat die Schauspielerin und Musicalsängerin Melanie Wiegmann auf die Bühne. Zunächst gab es mit „Love Hurts“ einen Song, der vielen durch Nazareth bekannt ist, aber erstmals von den Everly Brothers veröffentlicht wurde und auch von vielen anderen Musikern gecovert wurde.

Carlton und Wiegmann lehnten sich mit ganz dezenter Unterstützung der Band aber an der Version von Emmylou Harris an. Danach wurde es wieder lauter und Carlton und Wiegmann performten einen Grateful Dead-Song, der nach Aussage Carltons einer der letzten gesungenen Songs von Gregg Allman vor dessen Tod war. In „Black Muddy River“ brachte die Band einen gehörigen Southern Flair in die Halle (hier auch starke Gesangspassagen von Pascal Kravetz), welcher dann im Instrumental „Jessica“ mündete, wo ein Feuerwerk an Gitarren- und Keyboardsoli einen in die Weiten der Südstaaten versetzten.

Stark auch „Coming Home“ und „Moonlight in New York“, in dem sich Carton vom Songwriting her Richtung Tom Petty bewegte und auch seine Qualitäten als Gitarrist zuweilen slidend offerierte. In einem Konzert ohne Längen gelang es Carl Carlton & The Songdogs die etwa 120 Besucher in die Welt der Garde alter Songwriter zu versetzen und von der momentanen Situation um Corona abzulenken. Passend beendete er das Konzert dann mit dem Lennon-Stück „Instant Karma“, das dieser mit Yoko Ono veröffentlichte und brachte gewissermaßen das Piano leuchten und ein Strahlen in die Augen der Zuschauer.

Ein besonderer Dank geht an das Piano, dem es zu so unplanbaren Zeiten weiter gelingt, so großartige Künstler in den Westen zu holen und so die Kultur weiterleben lässt.

Line-Up:
Carl Carlton – vocals, guitar
Moses Mo – guitar, backing vocals
Pascal Kravetz – keyboards, organ, backing vocals
Wyzard – bass, backing vocals
Bertram Engel – drums, backing vocals
Special Guest: Melanie Wiegmann – vocals

Bericht und Bilder: Gernot Mangold

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Musiktheater Piano
3Dog Entertainment

Big Daddy Wilson – 12.11.2021, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

Big Daddy Wilson gehört zu den Ausnahmen, der in den ungewissen Coronazeiten den Weg über den großen Teich in die so genannte alte Welt gemacht haben. Dabei machte er auch Halt im Dortmunder Musiktheater Piano, wo er schon vor der Pandemie einen recht gut besuchten Auftritt hatte. Bedingt durch die verständlichen Maßnahmen, eine Ungewissheit und auch Angst bei manchen Musikfans, war der Besuch dieses Mal leider eher zurückhaltend.
Die Bluesfans, die sich auf den Weg zu dem Konzert gemacht haben, sollten aber in den Genuss eines tollen Konzertabends kommen.

Um 20:30 Uhr betrat die italienische Begleitband zunächst ohne Big Daddy Wilson die Bühne und legte erst einmal ein instrumentales Intro hin, während der Bandleader von den meisten unbemerkt am seitliche Bühnenaufgang mit einem Lächeln im Gesicht auf den Moment wartete, bis er unter dem Applaus der Fans die Bühne betrat. Er bedankte sich schon zu Beginn für das Kommen  und wie schön es für ihn und die Band ist, wieder auf einer Bühne vor Publikum stehen zu können. Er erwähnte auch kurz das aktuelle Album „Hard Time Blues“, das mit sieben Songs auf der Setlist gewissermaßen im Mittelpunkt stehen sollte.

Mit “I Know” und „Ain´t Got No Money” vom 2019 erschienenem Album „Deep In My Soul” wählte Big Daddy Wilson zunächst zwei altbewährte Songs zum Einstieg, um dann kompakt in einem Block das im September erschienene Album zu präsentieren.

Zuweilen bekam man den Eindruck, dass Wilson seine Fans in den Ansagen und den Songs auf eine Reise in seine eigene Kindheit, aber auch in die Geschichte seiner Vorfahren entführen würde. Bei „Poor Black Children“ konnte man sich regelrecht die Situation derer vorstellen und bei „Yazoo City“ wurde einem textlich, aber auch vom fast klagenden Gesang, die Misere der damals und zum Teil auch noch heute unterdrückten Bevölkerungsgruppe vor Augen geführt.

Nach „I Can´t Help But Love You” verließ Big Daddy Wilson die Bühne und überließ diese seiner Begleitband, welche verdientermaßen bei „Down In Mexico“ allein im Mittelpunkt stand. Hier bewies Caesare Nolli, dass er nicht nur ein richtig guter Gitarrist ist (bei manchen Soli fühlte ich mich ein klein wenig an den Carlos Santana in den Frühzeiten erinnert), sondern auch ein exzellenter Sänger ist.

Um beim Gesang zu bleiben – dass es sich bei Big Daddy Wilson um einen begnadeten charismatischen Bluessänger mit der entsprechenden Tonbandbreite handelt, ist bekannt. Ein I-Tüpfelchen war aber der harmonische Backgroundgesang aller Begleitmusiker, insbesondere bei den Refrains.

Nach dieser gelungenen Einlage seiner Band stieß Big Daddy Wilson wieder hinzu und ließ noch sieben ältere Songs folgen, wo insbesondere „Crazy World“, in dem er den Zustand der Welt beschreibt, und das folgende positive „Love Is The Key“ herausragten.

Die Grundlage eines tollen Abends war natürlich die italienische Begleitband um Caesare Nolli, der zuweilen mit einer stoischen Leichtigkeit die Saiten seiner Fender mit einigen feinen Soli gespickt bearbeitete, Enzo Messina, der neben der Untermalung der Songs auch mit mehreren Soli am Keyboard begeistern konnte und die Rhythmussektion mit Nik Taccori an den Drums und Paolo Legramandi am Bass, der neben der dynamischen Rhythmusbegleitung auch mit einer feinen Soloeinlage glänzen konnten.

Der Band um Big Daddy Wilson war es an diesem Abend gelungen, einen Hauch von Blues und Soul in das Piano zu bringen und fast von Beginn an dafür zu sorgen, dass die Fans im Takt der Songs mitgingen. Besonders hervorzuheben war dabei die sympathische Ausstrahlung, die von Wilson ausging, die er mit dem Satz untermauerte, dass Sie hier wären, um dafür zu sorgen, dass die Besucher, von der Musik erfüllt, positiv in die Zukunft blicken mögen. Bei seinen Gesten hatte man den Eindruck, er würde am liebsten das gesamte Publikum umarmen.

Zudem zeigte er Verständnis für den eher übersichtlichen Besuch und wünschte sich von den Anwesenden, dass diese im Freundeskreis dafür sorgen, dass beim nächsten Mal das Piano wieder gut gefüllt ist. In dem Sinne, ein Konzerttipp für das nächste Jahr, seht euch Big Daddy Wilson an und lasst euch in seine Blueswelt mitnehmen.

Line-up:
Big Daddy Wilson – lead vocals
Caesare Nolli – guitar
Paolo Legramandi – bass
Nik Taccori – drums
Enzo Messina – keyboards

Bericht und Bilder: Gernot Mangold

Big Daddy Wilson
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Musiktheater Piano
3Dog Entertainment

Martin Barre- 31.10.2021, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

50 Jahre ist es her, dass „Aqualung“, das meistverkaufte Album von Jethro Tull, veröffentlicht worden ist. So war es wenig verwunderlich, dass sich dies auch in der Setliste der Tour von Martin Barre, dem langjährigen Gitarristen der britischen Rockband, widerspiegelte.

Gegen 20:00 Uhr betraten die nur schemenhaft erkennbaren vier Musiker die in Nebel gehüllte und durch rotes Licht bestrahlte Bühne. Schon zu Beginn ergriff Martin Barre das Wort, bedankte sich bei den über 200 Besuchern, die das Musiktheater Piano ansehnlich füllten und schilderte den Ablauf des in zwei Sets geteilten Konzertes, bei dem im zweiten Teil das komplette „Aqualung“-Werk gespielt werde.

Das erste Set war eine Mischung von Jethro Tull-Songs und eigenen Kreationen. Begleitet wurde Martin Barre von Dan Crisp, der stimmlich Ian Anderson sehr ähnlich war und genauso mit den Augen rollen und in den meisten Songs an der Gitarre auch mit einigen feinen Soli begeistern konnte und der Rhythmussektion mit Alan Thompson am Bass, der nicht nur über Jahrzehnte den schottischen Singer und Songwriter John Martyn begleitete, aber auch für Rockgrößen wie Phil Collins, Eric Clapton, Robert Palmer oder David Gillmour tätig war und Drummer Darby Todd der auch für Gary Moore, Robert Plant, Carl Verheyen oder Joe Lynn Turner die Drumsticks schwang.

Neben den eigenen Songs wie „Back To Steel“, „After You After Me“ und „Lone Wolf“, präsentierte das Quartett vornehmlich Stücke von „Stand Up“ und „This Was“ die auch schon über 50 Jahre auf dem Buckel haben, aber weitaus härter als auf den Alben gespielt wurden, ohne den keltischen und zum Teil mystischen Charakter zu verlieren, wobei „A New Day Yesterday“ und „Paparazzi“ vom Album „Under Wraps“ sowie „Heavy Horses“ aus einem starken Set herausragten.

Nach einer etwa 15-minütigen Pause legte die Band mit „Nothing Is Easy“ und „Dogs in the Midwinter“ los, um die begeistert mitgehenden Besucher wieder auf Betriebstemperatur zu bringen. Und dann folgten etwa 50 Minuten in denen der Klassiker „Aqualung“ nicht runtergespielt wurde, sondern regelrecht wiederbelebt wurde. Barre führte zwar an, dass einige Instrumente fehlen werden, was bei der Art und Weise, wie die Songs gespielt wurden aber keine Rolle spielte.

Die Stücke waren von harter Gitarrenarbeit geprägt, ohne den grundlegende Charakter der Songs zu verlieren, wie die Tempo- und Stilwechsel bei „Aqualung“ mit dem legendären Gitarrensolo oder dem jetzt fast hardrockenden „Cross-Eyed Mary“.

Zwischendurch wurde das Publikum durch Songs wie „Cheap Day Return“ oder „Mother Goose“, die zuweilen nur mit Gitarren und Bass gespielt wurden, etwas beruhigt . Nach dem ausufernden, progressiven „My God“ und dem rockigen „Hymn 43“ wurde es zum Abschluss regelrecht furios. Der Dramaturgie wegen wurden die beiden letzten Albumsongs getauscht und das ruhig beginnende und endende „Wind-Up“ entwickelte sich in einem ausgedehnten Mittelteil in einen krachenden Hard Rock-Track.

Danach setzte ein Geplänkel der Musiker ein, welches immer mehr Dynamik aufnahm und schließlich im ersten Riff von „Locomotive Breath“ endete. Sinnbildlich hämmerte das Stück in einer ungewohnten Härte durch das Piano. Barre und seine Mitstreiter ließen dabei alle Fesseln fallen und machten so aus dem Jethro Tull-Klassiker eine mitreißende Nummer.

Animiert durch den frenetischen Applaus und die vehementen Zugabeforderungen gab es mit „Teacher“ noch eine verhältnismäßig ruhige Zugabe und eine sichtlich auch von der Begeisterung der Zuschauer infizierte Band verabschiedete sich von den Fans, die an einem tollen Konzertabend mit meist alten Songs in neuem Gewand, das Piano mal wieder in eine richtige Rocklocation verwandelt hatten.

Ein Dank geht an 3Dog Entertainment und das Musiktheater Piano, die erneut eine starke Band präsentiert haben, aber auch an die Tontechnik, die für einen klar differenzierten Sound sorgte sowie die Lichttechnik, welche die Musik visuell unterstützte.

Line-up:
Martin Barre – guitar
Dan Crisp – vocals, guitar, flute
Alan Thompson – bass
Darby Todd – drums

Bericht und Bilder: Gernot Mangold

Martin Barre
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Musiktheater Piano
3Dog Entertainment

The Cold Stares – 28.10.2021, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

Die aus den Staaten kommenden The Cold Stares sind erstmals auf Europatour und machten auch im Dortmunder Musiktheater Piano Halt. Dass Newcomer oft einen schweren Stand haben, zeigte sich an der Besucherzahl, die ziemlich übersichtlich war und erhebliche Lücken im Publikum offenbarte, was wieder das Risiko der Veranstalter, aber auch der Künstler gerade in der jetzigen Zeit zeigt, wo vielen das Infektionsrisiko bei Veranstaltungen noch immer zu groß ist.

Umso beachtlicher, dass das Musiktheater Piano und 3Dog Entertainment dennoch wagten, die hierzulande noch recht unbekannte Band zu engagieren, was sich aus musikalischer Sicht auf jedem Fall gelohnt hat. Als das Duo die Bühne betrat, mag so mancher, der ohne Vorwissen das Piano besucht hatte, sich erst einmal die Augen gerieben haben.

Der untere Teil der Bühne gehörte dem Sänger und Gitarristen Chris Tapp und der erhöhte Teil dem Drummer Brian Mullins. Nachdem Chris Tapp die Band kurz vorgestellt hatte und zum Ausdruck brachte, wie sie sich freuen, in dieser schönen Location bei ihrer ersten Europatour zu spielen, jagten die Zwei über knapp 70 Minuten von Song zu Song.

Der Großteil der Songs kam von den eigenen mittlerweile drei Alben inklusiv ihres aktuellen Werkes „Heavy Shoes“ und wenigen, eingestreuten Coverstücken, wie z. B. das legendäre „Whipping Post“, was die beiden in einer straighten schnörkellosen Hard Rock-Nummer präsentierten.

Beeindruckend war, mit welcher Dynamik und welchem Soundvolumen das neu renovierte altehrwürdige Musiktheater Piano beschallt wurde, was von der Klasse der Musiker zeugt. Chris Tapps kraftvoller Gesang erinnerte zuweilen an Phil Lynott, genau wie auch das Gitarrenspiel bei manchen Sogs auch zu Thin Lizzy gepasst hätte. Einige eher getragene hart rockende Songs erinnerten an düstere Phasen von Black Sabbath und Brian Mullins hämmerte bei vielen Songs so auf die Drums ein, dass man glauben konnte, eine Reinkarnation von John Bonham würde hinter den Drums sitzen.

Nach etwa 65 Minuten Spielzeit legte das Duo mit „Mojo Hand“ ihren vermutlich bekanntesten Song als Zugabe nach, welcher auch der Trailer des Videogames „Cyberpunk 2077“ ist und über 10 Mio. Streams auf Youtube hat. Trotz der hierzulande einer mit 70 Minuten eher kurzen Spielzeit, gab es nur zufriedene Gesichter im Publikum, da diese auf der Überholspur ohne Schnörkel bestritten wurde. Nach der Show nahmen sich die beiden Musiker noch ausgiebig Zeit für die Fans am Merchandisingstand, aber auch auf der Bühne, wo Tapp einem Fan seine Gitarre in die Hand gab und mit diesem darüber plauderte.

Von The Cold Stares wird in Zukunft, wenn sie ihre rohe dynamische Art beibehalten, noch Einiges zu erwarten sein, nicht umsonst hat mit der Mascot Label Group ein Schwergewicht die Band in diesem Jahr unter Vertrag genommen. Der Auftritt des Abends im Piano wird vermutlich nicht der letzte dort gewesen sein und mit der Werbung, die die Band für sich gemacht hat und dem großen Label im Rücken, ist zu erwarten, dass dann auch die Zuschauerzahl um einiges höher sein wird.

Line-up:
Chris Tapp – vocals, guitar
Brian Mullins – drums

Bericht und Bilder: Gernot Mangold

The Cold Stares
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Musiktheater Piano
3Dog Entertainment

Yasi Hofer Trio – 15.10.2021, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

Nach zunächst schleppendem Vorverkauf zum Yasi Hofer-Gig fanden doch etwa 100 Musikfans den Weg ins Musiktheater Piano, die animiert durch den engagierten Bandauftritt, für eine gute Stimmung sorgten. Unter dem Applaus der Fans betrat das Trio, welche schon vor etwa drei Jahren einen überzeugenden Auftritt in Lütgendortmund hatte, die Bühne und legte direkt mit dem Instrumental „Skydriver“ los.

Danach richtete Hofer einige Worte ans Publikum. Sie dankte den Machern des Piano, die es ermöglichen, live wieder aufzutreten und, wie schön es ist, wieder in Dortmund spielen zu können. Dem Einwand aus dem Publikum, dass das Piano in Lütgendortmund liege und nicht in Dortmund konterte sie augenzwinkernd, dass sie das dann noch einmal genau googeln würde.

Was danach folgte, war ein über zweistündiger Auftritt, in dem die Band in zwei Sets, Songs aus ihren mittlerweile drei Studienalben präsentierte. Die sympathische Art der drei Musiker, wie sie ihren Mix aus verschiedensten Musikstilen mit einer zu sehenden und zu spürenden Spielfreude vortrugen, hatte mit Sicherheit auch einen großen Anteil, dass direkt von Anfang an der Funke aufs Publikum übersprang und man fast vergessen konnte, dass das Piano noch Platz für einige Zuschauer mehr gehabt hätte.

Beeindruckend war, wie es der Band gelang, progressive Bestandteile mit Rock, Fusion, einigen folkigen Elementen, Blues, aber auch Jazz, so zu kombinieren, dass aus diesen heterogenen Musikstilen am Ende ein absolut homogener Soundmix entstand. Auch durch die vielen Tempowechsel innerhalb der Songs ergab sich ein kurzweiliges Konzert, das die Besucher absolut in ihren Bann zog.

Dass es sich beim Yasi Hofer Trio um eine Band handelt, zeigte sich auch dadurch, dass neben der Fronterin Yasi, die ihre Gitarren mit einer spielerischen Leichtigkeit in einer großen Bandbreite bearbeitete, auch die Rhythmusfraktion in den meisten Songs prägende Elemente hatte.

Innerhalb vieler Songs setzte Drummer Christoph Scherer gezielt zuweilen stakkatoartige Akzente, die in dem bestens abgemischten Sound auch klar heraushörbar waren. Steffen Knauss nutzte den Bass neben der Rhythmusarbeit zuweilen auch als Soloinstrument.

Neben dem auditiven Zusammenspiel gab der Auftritt auch visuell klar zu erkennen, dass es sich um ein eng zusammengewachsenes Trio handelt. Drummer Christoph Scherer wurde immer wieder auch räumlich eingebunden, indem die beiden Anderen sich Richtung Drums begaben und ihm gewissermaßen zuspielten. Auch Hofer und Steffen Knauss gingen mit ihren Instrumenten spielend aufeinander zu, um in ihrer Musik nahezu zu verschmelzen.

Insbesondere bei den immer wieder eingestreuten Instrumentals wie dem erst ruhig-sphärischen „Eclipsed“, das sich mit laufender Dauer immer furioser entwickelte, dem progressiven, zuweilen jazzigen „Downhill“ oder „Clouds“, das sich, wie Wolken am Himmel, fortwährend von verträumt über progressiv bis hin zum Blues veränderte, zeigte sich, warum ein Steve Vai Yasi Hofer vor einigen Jahren zu sich auf die Bühne holte oder auch ein Marco Minnemann mit ihr zusammenarbeitete.

Aus einem starken Konzert fällt es schwer, einzelne Songs hervorzuheben. Highlights im ersten Set waren aber das leicht tragende bluesige „Working Man’s Life“, mit passend zum Thema zuweilen leicht düsterem Gesang, oder das eigentlich als Akustiknummer geschriebene „I Hear You“, das auch mit der E-Gitarre seinen folkigen Charakter nicht verlor.

Im zweiten Set begeisterten das ruhige  Instrumental „Freedom“, natürlich gespickt mit feinen Soli, das rockende „Now“ mit starken Riffs zwischen den Gesangspassagen und einem hart rockenden Solo, dass groovende, nach Aussage Hofers, tanzbarste Stück von ihr und das harte bluesige „Crossfire“, in dem natürlich das entsprechende furiose Gitarrensolo das I-Tüpfelchen aufsetzte, an das sich zum Abschluss noch das fast in Richtung Hard Rock gehende Instrumental „City Of Green Fields“ anschloss.

Mit dem entsprechenden Applaus und unter Zugabeforderungen verabschiedete sich das Trio sichtlich gerührt von den Fans und ohne die Bühne zu verlassen, kamen die drei gerne dem Wunsch der Fans nach und legte mit einer starken Version von „Liar“ für mich den Höhepunkt des Abends nach.

Die harten Gitarrenriffs und die Songstruktur erinnerten mich ein klein wenig an die harten Rocksongs von Neil Young mit Crazy Horse und wie Hofer dabei den Kontakt zum Basser Knauss suchte oder beide eine Art Kreis mit Drummer Scherer bildeten, sah ich auch einige Male bei Gigs des Kanadiers, wo die Bandmitglieder regelrecht ineinander als Einheit verschmolzen. Da nach diesem Kracher nicht mehr viel gehen konnte, war es geschickt, quasi als Outro, mit „Troubled“ noch ein Instrumental nachzulegen, das Drummer Christoph Scherer mit einem Pling abschloss.

Yasi Hofer und Band ist es gelungen, das hohe Niveau des Konzertes von vor drei Jahren nochmals zu steigern, sodass der Band um die junge Ausnahmegitarristin aus Ulm in dieser Spiellaune noch einiges zuzutrauen ist. Abgerundet wurde dieser Konzertabend dadurch, dass sich die Band nach dem Konzert alle Zeit nahm, um am Merch-Stand CDs zu signieren oder mit den Fans Smalltalk zu halten.

Man darf gespannt sein, ob es Hofer beim nächsten Mal schafft, das Piano zu füllen, was nach diesem Auftritt nicht verwundern würde.

Line-up:
Yasi Hofer (lead vocals, electric guitar)
Steffen Knauss (bass, backing vocals)
Christoph Scherer (drums, percussion)

Text und Bilder: Gernot Mangold

Yasi Hofer
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Musiktheater Piano
3Dog Entertainment

Carl Verheyen – 06.10.2021, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

Carl Verheyen trat mit einer exquisiten Band im Musiktheater Piano auf. Enttäuschend war an diesem Abend der Besuch, gerade einmal knapp 50 Musikfreunde hatten sich eingefunden. Wenn man bedenkt, dass mit Verheyen, langjähriger Gitarrist von Supertramp, Chad Wackerman, der in den 80er Jahren Drummer in der Frank Zappa Band war, und Alphonso Johnson, der unter anderem bei Weather Report von 1985–1992 für die tiefen Töne sorgte, in seiner Band hatte, ist dies umso schwerer zu verstehen. Diejenigen, die den Weg ins Piano gefunden hatten, brauchten ihr Kommen auf jedem Fall nicht zu bereuen.

Ab 19:45 Uhr verkürzte der aus der Nähe von Washington, DC, stammende, aber schon seit Jahren im Allgäu lebende Jeff Aug mit seinem etwa 30-minütigen Auftritt die Wartezeit, indem er seine Künste nur instrumental an der Akustikgitarre bewies und mit seinen Songs die Besucher zuweilen in Traumwelten abgleiten ließ. Sein Statement und der Dank an die Anwesenden, aber auch die Veranstalter von 3Dog Entertainment und das Musiktheater Piano sprach für sich, dass ohne die Genannten keine Clubkultur möglich ist.

Nach einer kurzen Umbaupause betrat dann Carl Verheyen mit seiner Band unter großem Applaus die Bühne. Es folgte ein Auftritt, in welchem Verheyen neben Songs wie „Sundial“, „Clawhammer Man“, und „Kaningie“ (mit feinem Drumsolo von Wackerman vom aktuellen Album „Sundial“) zum Großteil eigene Stücke präsentierte und dabei bis ins Jahr 1988 zurückgriff und beim „Highland Shuffle“ einem verträumten Instrumental vom Album „No Borders“ seine Virtuosität unter Beweis stellte und mit zwei furiosen Soli die Besucher wieder aus ihren Träumen riss.

Mit dem bluesigen „Dragonfly“ stellte er einen Song fürs kommende Album auf den Prüfstand, welcher der Resonanz entsprechend, den Test wohl bestanden hat. Zum Ende des Konzertes streute Verheyen auch noch drei stark vorgetragene Coverversionen ein. Zunächst Dylans „My Backpages“ und in den beiden Zugaben den B.B. King-Song „After a While You’ll Be Sorry“, den er alleine vortrug, bevor seine Mitstreiter zum abschließenden „Angel“ von Jimmy Hendrix (dessen riesiges Portrait auf der linken Bühnenseite vermutlich mit Genuss zuschaute), wieder dazu stießen, um dem Konzert einen würdigen Abschluss gaben.

Als Fazit kann gesagt werden, dass ein trotz der geringen Resonanz ein gut gelaunter Carl Verheyen den Besuchern einen schönen und eindrucksvollen Konzertabend geboten hat und er danach den Fans noch zum Smalltalk vor der Bühne bereitstand. Sein filigranes aber auch rasantes Spiel an der Gitarre hatte dabei natürlich eine klasse Rhythmusgrundlage, wo Chad Wackerman zeigte, warum Zappa ihn in seine Band geholt hatte und Alphonso Johnson bewies, weshalb neben den beiden anfangs genannten Bands, auch ein Musiker wie David Gilmour ihn in seine Tourband aufnahm.

Wackerman setzte trotz der spielerischen Dynamik die Drums so akzentuiert ein, dass die Songs nicht zerschossen wurden und Johnson brachte einige jazzige und auch funkige Noten in die Stücke. Etwas skurril war, dass beide eine Maske trugen, was nach der derzeitigen Verordnung nicht mehr notwendig ist.

Zum Abschluss noch ein Gedanke zu der eher traurigen Besucherzahl an diesem Abend, im Angesicht der Qualität der Musiker. Über Monate wurde demonstriert, wurde gefordert, dass die Politik etwas für die Kultur machen muss. Jetzt sind seit einigen Wochen die Regelungen so, dass wieder in Clubs Konzerte stattfinden dürfen. Eigentlich wäre eher zu erwarten gewesen, dass die nach Kultur lechzenden Musikfans die Veranstalter unterstützen und gerade die kleineren Clubs besuchen, die ein erhebliches finanzielles Risiko eingehen, solche hochwertigen Bands zu buchen.

Wenn jetzt Veranstalter oder Clubs finanzielle Einbußen machen, liegt dies mit Sicherheit nicht an der Politik, sondern daran, dass, aus welchem Grund auch immer, Konzerte nicht entsprechend besucht werden. Jetzt liegt es an den Musikfans, dafür zu sorgen, dass die lokalen Clubs weiter bestehen können und das geht nur mit der Unterstützung der Fans. Deshalb die Bitte auf die Veranstaltungshinweise der Clubs zu schauen und diese dann auch entsprechend zu frequentieren. Schon am nächsten Wochenende geht es im Piano mit Yasi Hofer und Ezio weiter, wo ein Besuch in jedem Fall lohnend ist.

Line-up:
Carl Verheyen – vocals, guitar
Alphonso Johnson – bass
Chad Wackerman – drums

Bericht und Bilder: Gernot Mangold

Carl Verheyen
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Jeff Aug
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Musiktheater Piano
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Birth Control – 02.10.2021, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

Langsam kommt wieder Leben in die Clubszene, auch wenn die Besucherzahlen zuweilen noch hinter den Erwartungen zurück liegen. Birth Control gelang es an diesem Abend mit 170 Besuchern zumindest dafür zu sorgen, dass das Piano knapp zur Hälfte gefüllt war.

Pünktlich um 20:30 Uhr betraten die Krautrockpioniere die Bühne und es folgten eine etwa 140 minütige Reise durch die über 50-jährige Bandgeschichte, die rein Albumtechnisch sogar bis in die Zukunft ging. Ein stimmlich gut aufgelegter Peter Föller, der nebenbei in den meisten Songs noch Rhythmusgitarre (dazu einige Soli) und auch Percussionakzente setzte, stand neben Leadgitarristen Martin Ettrich auf der Bühne visuell meist im Mittelpunkt.

Die Bühnenbeleuchtung sorgte mit der Positionierung zusätzlicher Lampen, jeweils am Boden hinter Ettrich, Keyboarder Sascha Kühn und Drummer Manni von Bohr stehend, für zuweilen dramaturgische Beleuchtungseffekte, die auch bestens mit dem gut abgemischten Sound inszeniert waren.

Ettrich glänzte mit ausgedehnten psychedelischen Gitarrensoli, wo er zuweilen im Gegenlicht der Scheinwerfer auf einem Nebelmeer zu schweben schien. Unterstützt wurde er oft vom Keyboarder Sascha Kühn, der den voluminösen Sound mit regelrechten Klangteppichen unterlegte.

Bei „Lost In The Sea“ hatte Sascha Kühn seine großen Auftritte und zuweilen fühlte man sich in manchen Passagen an Deep Purples „Perfect Strangers“ erinnert. Klasse Hardrock vermischt mit progressiven Rock. Die starke Rhythmusfraktion mit Manni von Bohr an den Drums und Hannes Vesper am Bass sorgten für eine groovende Grundlage, die es in sich hatte.

Dies wurde besonders deutlich im noch zu veröffentlichenden Stück „I Don`t Mind“, in das zum Ende ein mehrminütiges Drumsolo integriert ist, bei dem von Bohr wie ein Irrwisch über seine gesamte Batterie fegte und dabei zuweilen visuell in einem Gewitter an Lichtblitzen scheinbar über der Bühne zu schweben schien und beim letzten Song des Hauptakts „Gamma Ray“. In der etwa 30-minütigen Version zeigte die Band, wie man mit Rhythmus die Halle zum Beben bringt, um diese dann nach dem letzten Song zu verlassen.

Animiert von den Zugabeforderungen betrat die Band aber schnell wieder die Bühne und zu Ehren des vor etwa fünf Jahren verstorbenen Bandmitgründers Nossi Noske folgte noch das zunächst ruhig balladeske „Live in The Here & Now“, das aber nach etwa fünf Minuten Fahrt aufnahm, um einen gelungenen Konzertabend furios abzuschließen.

Line-up:
Peter Föller – vocals, guitar
Martin ‚Ludi‘ Ettrich – guitar, talkbox
Sascha Kühn – keyboards, organ
Hannes Vesper – bass
Manni von Bohr – drums

Bericht und Bilder: Gernot Mangold

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Musiktheater Piano
3Dog Entertainment

Thorbjørn Risager & The Black Tornado – 26.09.2021, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

Etwa 120 Besucher und Thorbjørn Risager & The Black Tornado sorgten im Piano, wie schon einige Tage zuvor im Schwarzen Adler, mächtig für Stimmung.

Neben der spielerischen Klasse der Musiker, begeisterten die Dänen die Fans mit humorvollen Ansagen, die zuweilen in Richtung Poetry Slam gingen. Besonders hervortaten sich dabei die beiden Bläser Nybo und Kehl, die nebenbei auch noch verschiedenste „Percussioninstrumente“ bis hin zu einer Kreissägenscheibe bedienten und mit Tanzeinlagen für prächtige Laune sorgten.

Besonders gefällt, dass Risager auf der Bühne den anderen Musikern genügend Freiräume gibt, um zu zeigen, was in Ihnen steckt. Bärenstark die Rhythmussektion, mit dem sich zuweilen in Ekstase trommelnden Martin Seidelin und dem meist stoisch den Bass bearbeitenden Søren Bøjgaard, der bei einigen Songs mit dem Synthie das Piano zum vibrieren brachte. Auch der meist zurückhaltend wirkende Emil Balsgaard zeigte des Öfteren in Soloparts seine Extraklasse an den Keyboards.

Im Vordergrund standen allerdings meist ein bestens gelaunter und stimmlich brillanter Thorbjørn Risager, der auch seine Klasse an der Gitarre mit einigen Soli bewies und Joachim Svensmark, der mit seinen furiosen Soli und einem psychedelischen Intro, in dem er mit einem Geigenbogen die Gitarrensaiten in Schwingungen versetze, neben dem Publikum, sichtbar auch Risager zum Staunen brachte.

Die Nähe zu den Fans zeigten die Dänen nach der Konzertfete, indem sie bestens gelaunt zum Smalltalk im Merchandising-Bereich zur Verfügung standen.

Line-up:
Thorbjørn Risager (lead vocals, electric guitar)
Joachim Svensmark (electric guitars, percussion, vocals)
Emil Balsgaard (keys)
Søren Bøjgaard (bass, synthie)
Martin Seidelin (drums, percussion, vocals)
Hans Nybo (saxophone, percussion, vocals)
Peter W Kehl (trumpet, percussion, vocals)

Text und Bilder: Gernot Mangold

Thorbjørn Risager & The Black Tornado
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Musiktheater Piano Dortmund

Little Caesar, 16.09.2021, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

Nachdem vor zwei Wochen das Musiktheater Piano nach fast einem Jahr Coronapause wieder die Tore geöffnet hatte, waren am heutigen Sonntag die Los Angeles Hardrocker Little Caesar erstmals hier in Dortmund zu Gast. Das Setup war mit dem Gig auf dem Freideck der Kantine vom 14.09.21 vergleichbar und wurde im dazugehörigen Review schon besprochen.

Wenn man beide Konzerte nebeneinander stellt, zeigte sich, dass die Intensität in Dortmund um einiges größer war. Die Hauptgründe, bei vergleichbaren Zuschauerzahlen, waren vermutlich der klarer abgemischte und lautere druckvollere Sound, sowie, dass das Konzert unbestuhlt war. Zudem durften die Dortmunder Lokalmatadoren von Markk 13 die Wartezeit der Gäste verkürzen.

Was den Stammgästen mit Sicherheit aufgefallen ist, dass das Piano in der konzertfreien Phase nicht nur einen neuen Anstrich und überarbeitete Böden bekommen hat, sondern das ohnehin vorhandene Flair durch drei Kronleuchter im Konzertsaal noch einmal aufgehübscht wurde.

Ein klein wenig wird man durch die Leuchter an das Fillmore East erinnert, was durch die alten Konzertplakate der legendären Grateful Dead an den Wänden unterstützt wird.

Dem Musikfan sei angeraten in die Konzertankündigungen der nächsten Wochen zu schauen, das Schmuckkästchen wartet mit einigen Highlights auf. Am nächsten Samstag z. B. wird Thorbjørn Risager & The Black Tornado zu Gast sein. Was einen da erwarten wird, kann im morgigen Konzertbericht aus dem Schwarzen Adler nachgelesen werden.

Line-up:
Ron Young (lead vocals)
Mark Tremalgia (electric guitar, vocals)
Pharoah Barrett (bass, vocals)
Brian Irving (drums)
Loren Moulinare (electric guitar, vocals)

Text und Bilder: Gernot Mangold

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Musiktheater Piano Dortmund

The Bluesanovas – 02.10.2020, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

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Stell dir vor, die Band, die 2019 den German Blues Challange gewonnen,  dazu noch den deutschen Rock & Pop-Preis für das beste traditionelle Bluesalbum abgeräumt hat, und Deutschland beim International Blues Challange 2020 in Memphis (USA) vertreten hat, wo sie immerhin bis ins Halbfinale vorgestoßen ist, tritt an einem Freitagabend im Dortmunder Musiktheater Piano auf und kaum jemand geht hin.

Zudem wurden die Bluesanovas in verschiedensten Presseartikeln sehr positiv bewertet, sodass eigentlich eine entsprechende Zuschauerresonanz zu erwarten gewesen wäre. Am Bundesliga-Knüller Union Berlin – Mainz 05 wird es wohl kaum gelegen haben, dass letztendlich viele Plätze im Piano freiblieben.

Es ist schade, dass, bedingt durch die Angst vor Infektionen, viele Musikfans von Veranstaltungen fernbleiben, auch wenn in Zusammenarbeit mit Gesundheitsämtern, Konzepte erarbeitet werden, die beim Einhalten der Regeln, eine recht hohe Sicherheit für die Besucher bedeuten.

Was aus meiner Sicht gesagt werden kann, dass bei allen Musikveranstaltungen, die ich in den letzten Wochen besuchte, nachvollziehbare Regeln vorgegeben waren, an sich sowohl das Personal, wie auch die Besucher hielten. Dass diese Konzepte, mit nur relativ wenig zugelassenen Besuchern, wenig rentabel sind, insbesondere wenn diese wenigen Plätze dann auch nicht gut gefüllt sind, sei nur am Rande erwähnt.

Die Besucher, die dem Piano vertrauten, hatten an diesem Abend vieles richtig gemacht. Die Band betrat pünktlich um 20:30 Uhr die nach hinten versetzte Bühne, wodurch noch einmal der Abstand von Band zum Publikum vergrößert wurde und legte zwei fulminante Sets hin.

In dem etwa 120-minütigen Konzert spielte die Band eine Mischung aus Coversongs und Eigenkompositionen aus ihren bisherigen zwei Studioalben und der im Sun Studio in Memphis aufgenommenen EP. Humorvoll berichtete Frontmann Melvin Schulz, dass neben den Bluesanovas auch z.B. Elvis Presley dort Songs einspielte.

Das spielerische Repertoire der Band bewegte sich dabei zwischen Blues, Boogie, Rock’n’Roll und einigen Swing-Komponenten. Schulz, gekleidet auch mit einer passenden Glitzerjacke, ließ dabei, neben seinem großartigen Gesang, zuweilen die Hüften schwingen.

Neben ihm spielte sich Filipe de la Torre, wie Bassist Nikolas Karolewicz mit einem schneeweißen Jacket gekleidet, immer wieder mit feinen Soloeinlagen in den Vordergrund. Einer der Höhepunkte war dabei das furiose Gitarrensolo beim letzten Song „Life It“, was er auf den Schultern von Schulz sitzend, die Gitarre zum Teil hinter dem Kopf haltend, spielte. Überhaupt war dieses Finale Furioso ein visueller Hingucker, bei dem Karolewicz den Kontrabass auch über den Schultern liegend bearbeitete.

Die Grundlage für den vollen Sound, bestens abgemischt von Harro Kleffmann, legten Philipp Dreier an den Drums mit seiner dynamischen Spielweise und natürlich der schon genannte Nikolas Karolewicz, der neben dem Kontrabass auch den ’normalen‘ Bass bearbeitete.

Ein absolut bereicherndes Element war das Piano, das Nico Dreier mal im Hintergrund für die Sounddichte einsetzte aber auch, um immer wieder furiose Soli einzustreuen.

Dem Quintett aus Münster ist es auf jedem Fall gelungen, mit seiner erfrischenden Art die Herzen der Besucher zu gewinnen und sich für einen erneuten Auftritt im Piano zu empfehlen.

Ein Dank geht mal wieder an Jenny Dore und das gesamte Team des Piano, die mit kaufmännisch abenteuerlich anmutenden Konzepten, dafür sorgen, dass Musikern die Möglichkeit gegeben wird, aufzutreten und es in der Region musikalisch nicht ganz still wird.

Line Up:
Melvin Schulz – lead vocals
Filipe de la Torre – guitar
Nico Dreier – piano
Nikolas Karolewicz – bass
Philipp Dreier – drums

Text und Bilder: Gernot Mangold

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