Tommy Castro & The Painkillers – 17.02.2018, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

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Tommy Castro & The Painkillers standen bei mir dieses Jahr ganz oben auf meiner To-Do-Liste, zum einen, weil die Band zu meiner eigenen Schande in Sachen Live-Auftritte bisher absolut an mir vorüber gegangen ist und nicht zuletzt wegen ihres mir einzig bekannten Albums „Stompin‘ Ground“, das mir außerordentlich gut gefiel.

Pünktlich, auftragsgetreu und zielgerichtet wie echte Killer, legten Leader Tommy Castro, Langzeitweggefährte Randy McDonald, mit seinem mintgrünen Bass, Tastenvirtuose Mike Emerson und Schlagzeuger Bowen Brown um 20:00 Uhr mit dem funkigen Instrumental „Shakalak“ den Grundstein für einen vor Spielfreude strotzenden Gig.

Gebracht wurde ein Querschnitt aus Castros seit 1994 währender Karriere, durchzogen mit ein paar Covernummern von schillernden Musikern wie Taj Mahal, Buddy Miles, John Lee Hooker und Elvin Bishop. Protegiert wurde dazu ihr aktuelles Werk „Killin‘ It Live“, eine, wie der Titel es schon andeutet, ebenfalls in dieser Form gestaltete Live-Scheibe, aus der dann gleich sieben Stücke performt wurden.

Castro konzentrierte sich insgesamt mehr auf den klassischen Blues Rock alter Schule, die zum Teil recht radiofreundlichen Tracks von „Stompin‘ Ground“ blieben außen vor, was man an den hier gebrachten Tracks wie „Blues All Around Me“, „Enough Is Enough“ und Them Changes“ dieses Werks erkennen kann.

Was herausstach war die freundliche und sympathische Bühnenpräsenz der Kalifornier, die zudem in eine begeisternde, wie schon oben angedeutete Spielfreude mündete. Tommys unzählige filigrane, quirlige und zum Teil regelrecht furiose E-Gitarren-Soli (z. B. bei John Lee Hookers „Serves Me Right To Suffer“) auf seiner eigens für ihn konzipierten Delaney-Castrocaster (nur einmal beim Trump-kritischen „Enough Is Enough“ wechselte er zur Gibson Les Paul, wo er dann kurz auch seine Slide-Künste andeutete) und Mike Emersons variables Tastenspiel mit viel Honkytonk-Geklimper, Orgelgeschwurbel und E-Piano-Geglucker, standen dabei meist im Rampenlicht.

Die unaufgeregt agierende Rhythmusfraktion mit Randy McDonald und Bowen Brown konnte sich mit zwei kurzen Soli an ihren Instrumenten und Harmoniegesängen profilieren. Nach dem Buddy Miles-Klassiker „Them Changes“ zum Ende des Hauptsets gab es dann fulminant abgehenden Southern Rock mit Elvin Bishops „Party ‘Til The Cows Come Home“ und den Rausschmeißer „Common Ground“ vom 2015er-Album „Method To Madness“ als Zugabendank für die tolle Stimmung im Publikum.

An diesem launigen Abend im Dortmunder Musiktheater Piano ist es Tommy Castro und seinen Painkillern bestens gelungen, den Schmerz, den das heutige Leben nun mal teilweise so mit sich bringt, musikalisch vergessen zu lassen – auf jeden Fall zumindest für gute 105 Minuten! Insgesamt ein toller, mitreißender Killer-Gig des Quartetts aus San Francisco!

Line-up:
Tommy Castro: Lead vocals, electric and slide guitar
Randy McDonald: Bass, vocals
Mike Emerson: Keyboards
Bowen Brown: Drums, vocals

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

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Musiktheater Piano
3Dog Entertainment

Wucan – Support: Motorowl – 09.02.2019, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

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Zwei junge deutsche Bands machten Halt im Dortmunder Piano, wo neben Blues und Classic Rock-Acts auch anderen Musiksparten immer wieder die Tore geöffnet werden. Wucan, ein Dresdener Quintett, welches sich unter anderem auch schon im Rahmen des Rockpalasts erste Sporen verdienthat, hatte dabei die Newcomer von Motorowl mit im Schlepptau. In dieser Zusammensetzung gelang es, das Piano mit über 200 Besuchern ganz gut zu füllen.

Gegen 20:15 Uhr eröffneten dann Motorowl den Abend. Unter psychedelischen Klängen betraten die fünf Musiker die zunächst dunkel ausgeleuchtete Bühne, um einen etwa 45 Minuten währenden, laut krachenden progressiven Gig hinzulegen. Nicht umsonst hatte Jenny Dore an der Kasse ein großes Gebinde an Ohrenstöpseln hingestellt. Einige der Besucher nahmen das Angebot im Laufe des Konzertabends dann noch gerne an.

Die Fünf aus Thüringen performten einen Querschnitt aus ihren beiden Platten „Om Generator“ und „Atlas“ und konnten die Zuschauer mit ihrer Dynamik dazu bringen, entsprechend mitzugehen. Die Zusammensetzung des Publikums war dabei schon beachtlich. Die Spanne ging vom Alter her von 18 bis über 60 und vom Kuttenträger über Hippie-ähnliche Typen bis hin zu „Normalos“.

Motorowl warteten für ihr noch junges Alter schon mit einer entsprechend dem Genre, beachtliche Bühnenpräsenz auf. Heavymäßig flogen die Haare und an Posen wurde nicht gespart. Neben stampfendem progressiven Heavy Rock belebten immer wieder psychedelische, oft düstere Elemente die Stücke, wobei das Keyboardspiel ein schöner Gegenpart war gegenüber den treibenden Gitarren, Bass und Schlagzeugspiel darstellte. Mit etwas mehr Erfahrung werden sie in Zukunft eventuell darauf verzichten, den Sound so laut abmischen zu lassen, dass man sich nahe des gesundheitsschädigenden Bereichs befindet.

Gegen 21:15 Uhr ging es mit Wucan weiter. Nach einer kurzen Begrüßung durch Francis Tobolsky, die, wie es sich für eine Fronterin gehört, zwischen den Songs kurze Ansagen machte, legten die vier Musiker fulminant los und brachten Publikum direkt in Stimmung.

Tobolsky, zunächst mit Gitarre bewaffnet, fast im Partnerlook zum Gitarristen Tim George in schwarzer 70er Glitzerhose, legte mit ihren Kumpanen einen Sound hin, derstilistisch vielfach in den 70er oder 80er Jahren seine Grundlage hatte. Vorweg gesagt, es handelte sich dabei um keinen Abklatsch alter Rockhelden, sondern um einen progressiven, meist harten Rockstil, den man selbst eher dem Krautrock zuordnet.

An diesem Abend konnten man die neue Generation dieses Genres erleben, oder an den Heavy Flute Rock, anlehnend an die Querflöte, welche die Fronterin in den meisten Tracks als Stilmittel passend zum Gitarrenspiel einsetzt und in dieser Form eine Art Alleinstellungsmerkmal abgibt.

Alexander Karlisch am Bass, der mit Hut und Kleidung auch in einer Southern-Rockband gut aufgehoben gewesen wäre und Philip Knöfel an den Drums legten in allen Liedern eine klanglich gut differenzierte Rhythmusarbeit für den fetten Sound der Band hin.

Gelungen war auch der erfrischend vorgetragene Coversong „Zwischen Liebe Und Zorn“ der DDR-Hadrockband Renft. In einem Konzert ohne Längen, trotz der meist ausgiebigen Stücke (neun in über 80 Minuten) ragten für mich die Extended Version von „Aging Ten Years In Two Seconds“ mit mehreren Tempivariationen, Wechsel von Gitarre und Querflöte als Leadinstrument samt einer Gesangsbreite von Francis und das hardrockende „Looking in The Past“ hervor.

Aber auch „Father Storm“ und „Wandfermann“ vom „Sow In The Wind“-Album sowie „Dobetrotter“ vom aktuelllen Longplayer „Vicarma“ konnten die Fans überzeugen. Neben den angesprochenen Instrumenten, die in dieser Zusammensetzung nicht alltäglich sind, setzte Fronterin Francis Tobolsky auch am Theremin nicht oft zu hörende Akzente. Dieses Theremin ist manch einem unter diesem Begriff vielleicht nicht geläufig, aber vielen durch „Whole Lotta Love“ von Led Zep bekannt.

Es ist durchaus als Vorgänger der Synthesizer zu sehen, die einst ein gewisser Herr Moog dann weiterentwickelte. Beim LZ-Evergreen war dieses Instrument für die infernalischen Klangteppiche in der Mitte des Songs verantwortlich. Mit dieser Mischung alter und in der Musikwelt aktueller Instrumente, gelang es Wucan an diesem Abend sowohl das jüngere Publikum, wie auch die älteren, die mit den Rockdinos aufgewachsen sind, zufrieden zu stellen.

Es ist schön zu realisieren, dass es immer wieder Acts gibt, die den alten Spirit der Rockmusik in moderner Form weiter- oder wieder aufleben lassen. In diesen Geist passte auch die Zugabe, zu der auch die Vorband Motorowl auf die Bühne zurückkehrte. Kurz davor, während die Band weiterspielte, rezitierte Francis Tobolsky aus dem Buch „Sri Isopanisad“, in dem es über zeitlose Weisheiten für den inneren Frieden geht, und einem der Gott Krsna näher gebracht werden soll. Schnell wurde, während die Gitarristen schon jammten, das zweite Schlagzeug aufgebaut und alle Musiker läuteten gemeinsam das Ende eines gelungenen Konzertabends ein.

Der war wie immer aber erst nach dem Besuch am Merchandisestand vorbei, wo sich die Musiker ausgiebig Zeit für Fragen und Signaturwünsche nahmen.

Ein Dank wie immer an Jenny Dore für die Akkreditierung, das wie immer freundliche Team des Piano und die Geschwindigkeit einer E-Mailanfrage an die Band Wucan bezüglich des Konzertes, die noch am selben Vormittag beantwortet wurde.

Line-up Motorowl:
Max Hemmann – Guitar/Vocals:
Vinzenz Steiniger – Guitar:
Martin Scheibe – Drums
Tim Camin – Bass
Daniel Dettlev – Keys

Line Up Wucan:
Francis Tobolsky – Vocals, Flute, Guitar, Theremin,
Tim George Guitars
Alexander Kurlisch – Drums
Philip Knöfel – Bass

Text und Bilder: Gernot Mangold

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Musiktheater Piano
3Dog Entertainment

Blues Caravan – 10.02.2019, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

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Das war doch mal wieder ein attraktives Paket, im wahrsten Sinne des Wortes, was Thomas Ruf im Rahmen des Blues Caravans 2019 auf den Weg gebracht hat. Seit 2005 schickt er tolle Künstler seines Labels im Trio auf die Reise und hat damit so manche formidable Karriere initiiert.

Im letzten Jahr hatte er um die Newcomerin Vanja Sky, mit Bernard Allison und Mike Zito, zwei hart gesottene Blues-Recken geschert, diesmal gab es mit der Finnin Ina Forsman, die 2016 schon mal partizipierte, der Texanierin Ally Venable und der Serbin Katerina Pejak, wieder eine geballte Jung-Frauen-Power.

Alle drei Musikerinnen hatten neue Alben am Start, wobei Mike Zito bei Venable und Pejak als Produzent involviert war. An diesem gut besuchten Sonntag-Abend im wie immer schönen Musiktheater Piano in Lütgendortmund, starteten die drei Protagonistinnen, verstärkt durch Bass-Tausendsassa Roger Inniss, der auch durch den Abend moderierte, und Elijah Owing an den Drums, mit dem direkt knackig rockenden Gemeinschaftssong „They Say I’m Different“, bei dem alle schon ihre Gesangskünste einbrachten.

Ina Forsman mit einem knallroten Rüschenkleid in Center-Position, die sehr elegant in schwarz gekleidete Katarina Pejak am Keyboard (hätte optisch auch blendend in ein Klassik-Ensemble gepasst) und Ally Venable mit schwarzem, äußerst knappen Pailletten-Mini Fummel-Einteiler und kniehohen Stiefeln waren auch optisch ein Hingucker für die zahlreich versammelte Fotografenschaft und das anwesende Restpublikum.

Ina verließ danach die Bühne und Katarina Pejak hatte als erste die Gelegenheit, ihr neues Debütwerk „Roads That Cross“ zu protegieren. Ally unterstützte an der E-Gitarre. Sie wählte als Einstieg, das in Barroom-Manier swingende „She’s Coming After You“, gefolgt vom herrlich Country-umwehten Titelstück, einer Gänsehaut-Ballade, die mit eines meiner Highlights des Gesamtgigs darstellte.

Der „Turtle Blues“ als Hommage an Janis Joplin (schönes HT-Piano), eine weitere herrliche Ballade „Old Pain“ (mit kleiner amüsanter Anekdote aus Franklin, Tennessee, zur Einleitung) und das rauchig atmosphärische Joni Mitchell-Cover „Sex Kills“ (auch auf der neuen CD vertreten) mit Kneipenpiano-Einlage bewiesen, dass der Serbin, von der Mike Zito sagt, dass sie mit ihrer Musik einen sowohl zum Nachdenken als auch zum Weinen bringen kann, für die Zukunft einiges zuzutrauen ist. Eine klasse Performance von Katarina Pejak!

Als das selbstbewusste langmähnige, erst 19-jahre junge ‚Texas Honey‘ Ally Venable, im Trio mit Inniss und Owings, mit dem gleichnamigen Titeltrack ihres im März erscheinenden Silberlings „Texas Honey“ übernahm, kam rockiger Schwung in die Bude.

Die ließ ihr Vorbild Stevie Ray Vaughan bei Stücken wie „Nowhere To Hide“, „Broken“ (Pejak assistierte am Piano), „Devil’s Son“, „Back Water Blues“ und nicht zuletzt beim überragend gespielten „Riviera Paradise“ in klassischer, wie auch in Slide-Spielart, rassig wieder aufleben. Auch sie insgesamt mit tadellosem Job in texanischer Blues-Manier.

Nach kurzer Pause hatte dann Ina Forsman ihren großen Auftritt. Sie stellte ihr neustes Werk „Been Meaning You To Fall“ ins Rampenlicht. Ihr energiegeladener und engagierter Gesang sowie ihre fesselnde Bühnenpräsenz war geradezu ansteckend. Sie schien ihren Frust durch den Verlust ihres Handys, auf dem sich alle Daten für neue Songs befanden regelrecht weg singen zu wollen. Immerhin gab es ja mit dem neuen Longplayer dann doch noch ein unvermutetes Happyend.

Ihre Vorstellung war überwiegend grooviger und souliger Natur, klasse gefiel mir das Southern Rock-angelehnte E-Gitarrensolo Venables am Ende von „Be My Home“. Emotionaler Höhepunkt sowie Abschluss ihres Sets war meiner Meinung nach die mit Katarina im Duo aufgeführte Pianoballade „Figure“, in der sie ihr wohl erlebtes Beziehungschaos aufarbeitete.

Danach ging es dann wieder mit versammelter Mannschaft bei launigen Tracks wie u. a. „Love Me Like a Man“ (Bonnie Raitt), „Company Store“ (mit klasse Acapella-Gesang) inklusiv der Staus Quo-trächtigen SRV-Zugabe „The House Is Rockin‘“ (inklusivt Mitsing-Interaktion) fulminant zur Sache, wobei sich die drei Mädels beim Leadgesang, immer wieder die Klinke in die Hand gaben.

Insgesamt war auch dieser Blues Caravan 2019 wieder eine unterhaltsame, ja sehr gelungene Sache. Mit Ina Forsman, Ally Venable und Katarina Pejak präsentierten sich drei sehr musikalisch versierte, wie auch hübsch anzusehende, unterschiedliche Charaktere, die den Blues in all seinen Facetten äußerst kurzweilig und modern auslegten, aber auch im Team zu überzeugen wussten. Wer eine oder mehrere der noch kommenden vielen Veranstaltungen im Rahmen des Blues Caravan 2019 besucht, macht alles richtig!

Line-up:
Ina Forsman (lead vocals, percussion, vocals)
Ally Venable (lead vocals, electric guitar, slide guitar, vocals)
Katarina Pejak (lead vocals, keys, vocals)
Roger Inniss (bass)
Elijah Owings (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

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Ruf Records
Musiktheater Piano
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Oysterband – 06.02.2018, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

Oster_haupt

Die englische Folk-Rock-Formation Oysterband ist schon seit über 30 Jahren auf deutschen Bühnen unterwegs und auch im Ruhrgebiet hat sie seit jeher regelmäßig Station gemacht. An diesem Abend war man allerdings zum ersten Mal im Musiktheater Piano in Dortmund. Einige Stammgäste waren daher gespannt, wie die „Oysters“ in der Location ankommen würden. Um es vorweg zu nehmen: Das Musiktheater hat sich für zwei Stunden in einen englischen Tanz-Pub verwandelt!

Das fast ausverkaufte Konzert begann pünktlich um 20:00 Uhr mit dem folk-rockigen Einpeitscher „The Shouting End of Life“ vom gleichnamigen Erfolgsalbum (1995). Die Folk-Nummern „By Northern Light“, „Walking Down The Road With You“ und „Where The World Divides“ von der „Meet You There“-LP (2007) setzten diesen mitreißenden Einstieg fort.

Die Band war in hervorragender Stimmung und konnte das altersmäßig gemischte Publikum zwischen den Songs auch durch ihren trockenen, englischen Humor begeistern. So z.B. vor „I Built This House“, als Sänger John Jones der Menge den Refrain erklärte, und preisgab, dass dieser ca. 31-mal variiert.

„Here’s To You“ vom Hit-Album „Holy Bandits (1993) war der typische Folk-Jam-Track, bei dem jedes Bandmitglied ein kurzes Solo einbrachte. Während „Here Comes The Flood“ kam John Jones ins Publikum, um dort mit den Fans gemeinsam zu feiern. Man merkte immer wieder, dass sich die Band eine treue Fangemeinde erspielt hat, die wie selbstverständlich viele Texte begeistert mitsingen konnte, wie bei den nächsten Stücken „All That Way For This“ und „A River Runs“ vom letzten Studioalbum „Diamonds On The Water“ (2014). Mit dem wilden „When I’m Up I Can’t Get Down“ ging es in eine kurze Pause.

Schweißtreibend wurde es anschließend bei „Native Son“ und spätestens nach „20th Of April“ war die Stimmung im Piano mehr als ausgelassen. Den schnellen Songs „Road To Santiago“ und „One Green Hill“ folgte der All-Time-Hit „Everywhere I Go“, bei dem das Publikum den Gesangspart für den Refrain übernahm. Das ironische Hochzeitslied „Blood Wedding“ bildete den Abschluß der regulären Setlist.

Die erste Zugabe war das düstere „We Could Leave Right Now“, mit der von den Fans lauthals geforderten Zeile „Don’t Be Afraid“. Highlight der Konzerte ist seit Jahren die wunderschöne Folk-Ballade „Put Out The Lights“, zu der auch heute Abend die Lichter auf der Piano-Bühne ausgingen.

Obwohl die Wurzeln der Oysterband in der traditionellen, englischen Folk- und Tanz-Musik liegen, hat sie in ihrer Karriere ein umfangreiches, selbstverfasstes Repertoire aufgebaut. So konnte auf der Setlist kaum jeder Fan-Wunsch erfüllt werden. Dieses Mal fehlten z.B. das wilde „Granite Years“ und das sinnliche „Oxford Girl“.

Die Oysterband wurde für ihre kreative, englische Volksmusik vom Musikjournalismus über die Jahrzehnte durchweg hochgelobt. Als Wegbereiter für eine neue Generation englischer Folk-Bands (z.B. Skinny Lister oder Bellowhead) sind sie von der BBC vielfach ausgezeichnet worden. Im rappelvollen Musiktheater Piano performten sie ihre 40-jährige Bandgeschichte mit leidenschaftlicher Spielfreude. Die „Oysters“ sind ohne Zweifel eine der besten und einflussreichsten Gruppen des Folk-Rock Genres – ein fantastischer Konzertabend, der lange in Erinnerung bleiben wird und viele neue Fans verdient hat.

Line-up:
John Jones (lead vocals, melodeon)
Alan Prosser (guitars, vocals)
Ian Telfer (violin, vocals)
Pete Flood (drums, vocals)
Al Scott (bass, mandolin, vocals)
Adrian Oxaal (cello)

Bilder: Adam Zegarmistrz Glagla
Text: Stephan Skolarski

Oysterband
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Musiktheater Piano
3Dog Entertainment

Wishbone Ash – 12.01.2019, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

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„When it is January, it is Germany!“ Als Andy Powell mit diesen Worten seine Hände vor dem  6. Stück „Lifeline“ liebevoll und gut gelaunt zum Gruß gen Publikum ausstreckte, deutete sich, wie bereits im Vorjahr an gleicher Stelle, ein fulminanter Gig an,  besonders was die hohe Kunst des Leadgitarre-Spielens angeht.

Wenn es Januar ist, ist es für Sounds Of South Wishbone Ash, im wie so oft wieder gern besuchten Musiktheater Piano! Seit unserem Bestehen eröffnen wir mit diesem jetzt bald 50 Jahre agierenden Urgestein der Rockmusikgeschichte, meist zu absolutem Sauwetter bei der An- und Heimreise, eigentlich immer unsere  neue Konzertberichterstattungssaison.

Ein perfekter Abend auch für Kollege Gernot , der an diesem Tag Geburtstag hatte und die ganze Mangoldsche Sippe von Kindern, Gattin, Bruder und Schwester bis hin  zum Schwager samt Ehefrau mitgebracht hatte.

Allein schon der rein instrumentale Opener „Real Guitars Have Wings“ bei dem der charismatische Fronter Andy Powell, der mich rein äußerlich immer so ein wenig an den nicht mehr unter uns weilenden Schauspieler Götz George erinnert, und der überragende andere Gitarren-Wizard, Mark Abrahams, ihre Arbeitsgeräte in Richtung Twin-Modus skalierten, war schon eine Klasse für sich.

Überhaupt hat dieses Stilelement des Quartetts ja auch eine wesentliche Bedeutung für unser Magazin, schließlich übernahmen es viele Bands aus unserem bevorzugten Dunstkreis wie Skynyrd & Co. ebenfalls in ihre Musizierweise.

„Mountainside“, die beiden, durch Abrahams knarziges Les Paul-Spiel dezent ZZ Top-umwehten „Deep Blues“ und „Come In From The Rain“, „Frot Page News“ und das bereits erwähnte „Lifeline“ sorgten schon für ein begeisterndes erstes Drittel, wobei das Quartett ja noch nicht mal in Ansätzen seine „Hauptmunition“ verschossen hatte.

Das änderte sich allerdings auf dem Fuße, als die Band die „Argus“-Karte zog und mit „The King Will Come“, „Warrior“ sowie „Throw Down The Sword“ drei Klassiker aus ihrem proggig-folkigen Paradealbum in den Ring warfen.

Das auch aus diesem Werk stammende „Leaf And Stream“ und das 1998 im Rahmen des Mauerfalls in Berlin entstandene „Wings Of Desire“, das Andy für eine kritische Anmerkung zu Donald Trumps Grenzplänen in Richtung Mexiko nutzte, läutete eine kurzweilige Semi-Akustikgitarren-Phase ein, die eindrucksvoll bewies, dass auch mit diesen Instrumenten Twinspiel zelebriert werden kann.

Der kauzige Bassist Bob Skeat, der sich auch für Harmoniegesänge verantwortlich zeichnete, eröffnete mit einer schönen Pump-Hook das grandios performte, fast jammige Instrumental „F.U.B.B.“, das mit seinen ganzen Soli, Wendungen, Verschachtelungen und Tempowechseln ein Genuss für sich war.

Als die Briten dann mit „Standing In The Rain“ und „Jailbait“ das Piano in Grund und Boden rockten, glich die Lütgendortmunder Spielstätte bereits einem Tollhaus. Als wenn es nicht genug gewesen wäre, setzte der Vierer mit dem ‚Wishbone Ash-Stück schlechthin‘, „Phoenix“, noch einen oben drauf.

Was Mark Abrahams dann hier an Soli abfeuerte, verschlug selbst einem Dino der Musikgeschichte wie Andy Powell den Atem. Der setzte sich zwischenzeitlich auf die Kante der Empore zu Joe Crabtrees Schießbude (der übrigens auch wieder mit starker Leistung an den Drums) und hörte seinem kongenialen Partner einfach nur fasziniert zu.

Selbst der Zugabenteil mit dem saustarken  „Why Don’t We“ (wieder eine einzige Abrahams-Les Paul-Show) und dem weiteren Ur-Klassiker „Blowin‘ Free“, bei dem dann auch Andy Powell gitarrentechnisch nochmals alles in die Waagschale warf, büßte nichts von der Intensität der wie im Fluge verstrichen knapp zwei Stunden Spielzeit ein.

Was für ein Auftakt! Dieser Wishbone Ash-Gig im Rahmen ihrer jetzt noch „XLIX“ (römische Ziffer für 49) benannten Tour muss eindeutig im Gedächtnis behalten werden, wenn es Ende 2019 im Rückblick darum geht, das ‚Konzert des Jahres‘ zu reminiszieren.

Und Anfang 2020, wenn das 50. Jahr des Bestehens der Band endgültig aktenkundig ist, wird es voraussichtlich für uns ganz sicher im von Jenny Dore und Thomas Falke so toll bewirteten Musiktheater Piano wieder heißen: When it is January, it is Wishbone Ash!

Line-up:
Andy Powell (lead vocals, lead guitar, acoustic guitar)
Mark Abrahams (lead guitar, acoustic guitar)
Bob Skeat (bass, vocals)
Joe Crabtree (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Wishbone Ash
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Skinny Molly – 18.11.2018, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

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Wenn eine Band wie Skinny Molly in unseren Regionen auftaucht, ist das für uns natürlich ein Pflichttermin. Vor gut einem Jahr an gleicher Stelle im Musiktheater Piano in Dortmund hatten Estes, Johnson & Co. ja ein starkes und zugleich launiges Konzert gegeben, auch wenn der Besucherzuspruch nicht der tollste war.

Der überaus konzertintensive November aller Ortens hier in unserer Gegend und der nicht einfache Sonntag-Abend-Termin zum endgültigen Wochenausklang, ließen da kein Besserung vermuten, zumal das Quartett keinen neuen Tonträger zu bieten hatte.

Ganz in Skynyrdscher Tradition, nach dem Motto ‚bloß keine Experimente‘ (vermutlich damals ganz tief von Gary Rossington bei Mike Estes eingeimpft…), wurde auf den bewährten Stoff ihrer bisherigen drei CDs gesetzt und das ganze mit den üblichen Klassikern der Branche wie „Sweet Home Alabama“, „Call Me The Breeze“, „Free Bird“ und auch häufig benutzten Tracks wie „Wishing Well“, „Copperhead Road“ sowie „Dead Flowers“ garniert.

Wow, fast hätte ich vergessen, dass auch noch „Workin‘ For MCA“ (als Opener, zugegebener Maßen saustark gebracht) und „Whiskey-Rock-A-Roller“, im Gegensatz zum letzten Mal, dazu genommen wurden.

Kann man Skinny Molly aber deswegen böse sein? Nein, natürlich nicht, denn das Quartett bietet seine Show mit soviel herrlicher Spielfreude sowie markanter Präsenz und sympathischen Auftreten, dass man das Thema ‚Innovation‘ hier einfach mal für zwei Stunden geistig beiseite schieben muss.

Mike Estes mit seinem herrlichen Gibson-E-Gitarren-Dauer-Geknarze, Jay Johnsons flinke Finger, die immer wieder eingestreuten Twin-Attacken, als auch das surrende Slide-Geschwurbel, rauben einem Southern Rock-Fan natürlich in diesem Moment den Verstand, selbst wenn er zum tausendsten Mal „Sweet Home Alabama“ & Co. serviert bekommt.

Und die Version von „Free Bird“ mit dem Hammer-Instrumental-Finish und den ganzen, immer wieder den Song verlängernden Tushs am Ende, war an einfach ’ne Mords-Gaudi und natürlich brillant performt. Der neue Drummer und Benjamin im Team, Kyle Law, machte neben seinem bewährtem Rhythmus-Kollegen, dem einstigen Grand Ole Opry-Musiker Luke Bradshaw, einen mehr als ordentlichen Job.

Fazit: Viel Skinny (Songauswahl, Estes‘ Gitarrenpiel), seit Dave Hlubeks Ausscheiden so gut wie kein Molly (Hatchet) mehr, dafür durch Jay Johnsons Gesangsparts (bei „Wishing Well“ und „On The Run“) an dieser Stelle etwas mehr Blacky (Blackfoot).

Man kann nur hoffen, dass die etwas bequemlich erscheinenden Herren demnächst zu ihrer kreativen Ader zurückfinden und bei einer weiteren Rückkehr eine neue CD mit dabei haben. Mehr auf den Überraschungsmoment zu setzen (vielleicht auch mal was aus Estes‘ Drivin‘ Sideways Zeit oder andere, weniger gecoverte LS-Stücke wie zum Beispiel „Am I Losin'“, „I Never Dreamed“ , „Trust“ oder „Searching“ spielen), könnte auch nicht schaden.

Noch weniger Zuschauer als zuletzt, sollten an diesem Abend Warnschuss genug gewesen sein, auch wenn der Gig, rein für sich betrachtet, insgesamt wirklich wieder sehr schön war.

Line-up:
Mike Estes (lead vocals, lead guitar)
Jay Johnson (lead guitar, lead vocals)
Luke Bradshaw (bass, vocals)
Kyle Law (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Skinny Molly
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Musiktheater Piano
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Sari Schorr & Band, 15.11.2018, Schwarzer Adler – Konzertbericht

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Sari Schorr zum ersten Mal im Schwarzen Adler! Wir hatten das weibliche Energiebündel zuvor bereits 2017 und vor gut einem halben Jahr im voluminöseren Musiktheater Piano in Dortmund erlebt. Diesmal war für uns die spannende Frage, wie ihre Musik in der mehr beengten Clubatmosphäre der Rheinberger Kultstätte wirken würde.

Dazu kam, dass die aus Brooklyn, New York, stammende Sängerin mit „Never Say Never“  mittlerweile ihr, von der allgemeinen Kritikerschaft, als auch uns, hochgelobtes zweites Album im Schlepptau hatte.

Begleitet wurde sie, inklusiv einer Veränderung, von der bewährten ‚Klasse-Mannschaft‘ mit dem, an den diversen E-Gitarren, wieder furios auftrumpfenden Ash Wilson, dem niederländischen Tastenvirtuosen Bob Fridzema und dem britischen Parade-Drummer Roy Martin. Am Bass erwies sich der musikalische Tausendsassa Roger Inniss – wen wundert es –  als ideale Verstärkung der Rhythmusfraktion.

Mit „New Revolution“ als Opener gab es zwar keine musikalische Aufruhr im Adler, aber ihre eher auf klassischen Rock basierende Ausrichtung war in der überwiegend Blues-verwöhnten Vierbaumer Location, ein durchaus mutiges Unterfangen. Schön, dass Ernst Barten und sein Team immer auch ein offenes Ohr für ‚frisches Blut‘ bei ihrer Programm-Zusammenstellung beweisen.

Spaß bereitete mir bei diesem Stück direkt das Skynyrd-angelehnte E-Gitarren-Solo von Ash Wilson. Nach dem dezent Whitesnake-behafteten „Damn Reason“ (typische Orgel von Fridzema), der emotionalen Widmung in Richtung Robert Johnson mit „King Of Rock And Roll“, gab es mit dem schön bluesig umgesetzten „Demolition Man“ (Bob lässt seine Hammond herrlich ‚durchgurgeln‘) erstmals so richtig Wasser auf die Mühlen des Adler-Publikums (später nochmals vor allem bei der dritten Zugabe).

Das shufflige „Ain’t Got No Money“ zollte ihrer einstig finanziell etwas klammeren Zeit Tribut, als Sari noch in Paris lebte. Der Mott The Hoople-/Bad Company-Rock-Evergreen „Ready For Love“ begeistert aus dem Munde  einer solchen Stimm-Charismatikerin ebenso, wie es einst bei Paul Rodgers der Fall war.

In „I Just Wanna Make Love To You“ brillierte Roger Inniss mit einem starken Bass-Solo und legte mehr als eindeutig klar, warum er zu einem der meist gebuchtesten Akteure im Tieftönerbereich zählt.

Über „Kiss Me“ (Schorr hier wie eine rockige Melissa Etheridge), „Maybe I’m Fooling“ (erneut mit southern-rockigem E-Solo) und dem ein wenig auf sich selbst ironisch gemünzten „Valentina“, ging es mit dem Ian McLagan-Ohrwurm und zugleich Titelstück des neuen Werkes, „Never Say Never“, in die Schlussphase des Gigs.

Nach Vorstellung ihrer wieder bärenstark agierenden Begleitband nutzte Sari beim Schlusslied „Freedom“ die Gelegenheit, auf den in der USA existierenden Waffenwahn aufmerksam zu machen, der sich unter der Vorherrschaft eines Donald Trumps und wem auch immer danach, aber vermutlich kaum beseitigen lassen wird.

Drei lautstark eingeforderte Zugaben, u. a.  mit der eigenwilligen Schorr- Interpretation des One-Hit Wonders „Black Betty“ waren ein bestes Indiz dafür, dass sich im Adler oft auch ein Blick über den Tellerrand lohnt, auf dem der Blues diesmal eher als dekorierende Beilage präsent war.

Sari Schorr und ihre Begleittruppe haben an diesem Abend mit einer engagierten und couragierten Leistung eine beeindruckende Visitenkarte abgegeben. Ich bin mir relativ sicher, dass man sie nicht zum letzten Mal in Vierbaum erlebt haben wird.

Line-up:
Sari Schorr (lead vocals)
Roger Inniss (bass)
Roy Martin (drums)
Ash Wilson (electric guitar, vocals)
Bob Fridzema (keys, vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Bericht: Daniel Daus

Sari Schorr
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Schwarzer Adler Rheinberg

Imperial Crowns – 28.10.2018, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

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Nach dem Soul Return-Konzert im holländischen Weert vor einigen Monaten, hatte deren Gitarrist JJ Holiday dem Kollegen Jörg Schneider noch einen Gig im Musiktheater Piano von den Imperial Crowns nahegelegt, bei denen er auch als Mitglied beteiligt ist.

Jörg beschäftigte sich fortan mit der Band, war sofort Feuer und Flamme und besprach vor kurzem direkt auch deren Jubileums-Live-Album. Mir sagte die hier wohl auch durch einen Rockpalast-Auftritt bekannte und von Kultstatus umwehte Gruppe garnichts, da mir aber JJs Slide-lastiges E-Gitarrenspiel sehr gefiel, ließ ich mich dann zu einem Besuch im schönen Dortmunder Club überreden, auch wenn hiermit für mich in dieser Woche, das 4. Event innerhalb von sechs Tagen anstand. Und ein Blick über den berühmten Tellerrand kann ja manchmal nicht schaden.

Es war für die Kalifornier an diesem Sonntag-Abend der letzte Auftritt im Rahmen ihrer Europa-Tournee. Ein Film-Team hatte mit gleich fünf Kameras dick aufgefahren. Schade , dass mit nur knapp 100 Zuschauern der äußere Rahmen dadür etwas bescheiden ausfiel.

Auf die Minute um 20:00 Uhr legte das Quartett, bestehend aus dem mir, muss ich zu meiner Schande gestehen, bis dato ebenfalls nicht geläufigen Fronter Jimmie Wood, JJ Holiday, Billy Sullivan und James Carter standesgemäß mit „Preachin‘ The Blues“ mit ihrem treibenden Rhythm & Blues Rock los.

Allein schon das herrlich schrille Erscheinungsbild des mit einem purpur-roten, weit geöffneten Hemd aus Tüll mit Samtapplikationen, schwarzer Streifencordhose mit Schlag und quietschroten Schlangenleder-Stiefeletten bekleideten redseligen Fronters, seine geschminkten Augenpartien, die hauchdünnen Backenkoteletten, die tiefschwarz gefärbten Haare, ließen auf einen unterhaltsamen Abend schließen. Er erinnerte mich irgendwie in seiner Art an eine Mischung aus Iggy Pop, Alice Cooper und dem ebenfalls in LA ansässigen Little Caesar-Chef Ron Young.

Während der etwas müde wirkende JJ Holiday (wieder mit gewohnt viel Slide und quirligen Riffs im Picking-Stil), der elegant gekleidete James Carter und Billy Sullivan, routiniert und gekonnt, ihre instrumentellen Parts (mit dezenten Harmoniegesangsbeteiligungen) im Reich der Imperial Crowns verichteten, hatte natürlich der charismatische Wood mit seinen gepredigten Anekdoten, seinem energiegeladenen Gesang (immer wieder auch mit Voice-Effekten) und wüstem Harpspiel sowie seinem unbändigen Bewegungsdrang auf der Bühne, natürlich die Krone oben auf.

Die Band präsentierte, wie nicht anders zu erwarten, mit u. a. “Lil Death“, „The Calling“, „Soul Deep Freak“, “Love Blues”, dem grandios wirbelnden “Altar Of Love”,„Papa Lawd“, „Miss Aphrodite“, „Star Of The West“ und dem zum Schluss furios abgehenden ”Ramblin’ Woman Blues” viele Tracks aus dem oben angesprochenen Album.

Mein Lieblingsstück eines ansonsten rastlosen Abends, war der etwas ruhigere Schwofer „Liberate“ mit schönem JJ-Slide-Solo. Und ganz entsprechend dem Wesen des Fronters, wurde mit dem delta-bluesigen „Restless Soul“, die einzige Zugabe zum Besten gegeben.

Wood charakterisierte sich dabei selbst sehr treffend in der abschließenden Ansage als „I’m a man who’s just singin‘ and preachin‘ the Blues“. Passt Jimmie, wir werden dir auch weiterhin gerne gebannt zuhören…!

Line-up:
Jimmie Wood (lead vocals, harp, percussion)
JJ Holiday (electric guitar, slide guitar, percussion, vocals)
Billy Sullivan (drums)
James Carter (bass, vocals, percussion)

Bilder: Jörg Schneider
Text: Daniel Daus

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Yasi Hofer – 18.10.2018, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

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Yasi Hofer besuchte mit ihrer Band erstmals das Dortmunder Musiktheater Piano. Pünktlich gegen 20:00 Uhr betrat die junge Ulmerin mit ihren Mitstreitern die Bühne der mit etwa 120 Besuchern gefüllten Location. Der instrumentale Opener „Namaste“ ließ erahnen, was die Zuschauer erwarten konnten.

Drei starke Musiker, die perfekt miteinander harmonieren, angeführt von der jungen Ausnahmegitarristin Yasi, die schon zu Beginn ihrer Karriere mit ihrem Vorbild Steve Vai auf der Bühne stand. Bereits in diesem ersten Song zeigte sie eindrucksvoll ihr vielfältiges Repertoire von hartem Rock, bis zu gefühlvollem filigranen Spiel, in dem auch immer wieder Prisen von Blues eingestreut waren.

Nach diesem jammenden Intro wendete sich Yasi Hofer sichtlich gerührt an das zu diesem Zeitpunkt schon frenetisch mitgehende Publikum und hatte so nebst ihrer Spielstärke, das Piano auch durch ihr erfrischendes und positives Auftreten im Sturm erobert. Hofer kündigte schon zu Beginn an, dass sie ihre beiden bisherigen Alben präsentieren wird und entschuldigte sich, dass sie seit zwei Jahren nichts neues folgen ließ.

Es sollten im Verlauf des Konzertes aber zwei Stücke folgen, welche für eine kommende Platte vorgesehen sind. Das sozialkritische leicht, bluesige „Working Mans Live“ und das instrumentale Rockriffsong genannte Stück, das wie ein wildes Pferd über die Bühne rockte. Die Resonanz aus dem Publikum kann so interpretiert werden, dass der Probelauf als gelungen bezeichnet werden kann.

Danach gab sich ein Kracher dem nächsten die Klinke in die Hand. Besonders in Erinnerung blieb das jammende „Faith“ mit ganz starken Bass-Solo. Auch das gefühlvolle bluesige „Painting My Own World“, „Society“ und „Feeling Zany“ offerierten, dass Hofer auch in ihren jungen Jahren schon ausgereifte rockige Songs schreiben kann, die immer wieder mit knackigen, aber auch gefühlvollen Soli gewürzt werden. Mit einer ausladenden Version von „Eclipsed“ und dem psychedelischen „Crossfire“ wurde das Ende der Show eingäutet.

Hofer und ihre Band mussten sich dreimal von den Besuchern verabschieden, da sie durch begeisterte Zugabeforderungen mehrmals auf die Bühne zurückgeholt wurden. Passend zum Spiel der noch 25-jährigen Yasi schien der Jimi Hendrix von einem großen Bild seitlich der Bühne dem Ganzen zu lauschen, bei dem die Ausnahmegitarristin teilweise in atemberaubenden Tempo über die Saiten fegte, um im nächsten Moment balladesk, fast singend ihr Paradegerät klingen zu lassen.

Nach knapp 120 Minuten war dann endgültig Schluss und ein mitreißender Abend fand ein Ende, mit der Ankündigung nächstes Jahr gerne wieder zu kommen. Da wird nach diesem grandiosen Abend vermutlich jeder Besucher einen Bekannten mitbringen und für ein gefülltes Piano sorgen. Abschließend erfüllte Yasi Hofer geduldig und wohl gelaunt die zahlreichen Autogrammwünsche.

Ein Dank wieder einmal an Jenny Dore, die mit dem Engagement von Hofer ein gutes Händchen bewies, und einer aufstrebenden jungen Künstlerin die Möglichkeit gab, ihr Können zu präsentieren.

Line-up:
Yasi Hofer (lead vocals, electric guitar)
Steffen Knauss (bass)
Christoph Scherer (drums)

Text und Bilder: Gernot Mangold

Yasi Hofer
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Musiktheater Piano
3Dog Entertainment

Demon’s Eye – 05.10.2018, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

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Auf ihrer „Anniversary in Purple“-Tour 2018 machten Demon’s Eye auch Station im Musiktheater Piano in Dortmund. Dabei ist die jetzige Tour, wie von Fronter Daniele Gelsomino zu Beginn angekündigt etwas Besonderes. Es gibt mehrere Jubiläen zu feiern, wofür das schöne, restlos ausverkaufte Musiktheater Piano, das entsprechende Ambiente bot: Das 50-jährige Bestehen von Deep Purple, das 20-jährige Jubiläum von Demon’s Eye und 10 Jahre in denen Doogie White, von 1994 – 1997 Sänger von Rainbow, immer wieder als Gastmusiker dazustößt.

Pünktlich um 20:30 Uhr betraten die Musiker unter epischen Hammondorgelklängen vom Band, stilgerecht für eine Deep Purple- Coverband die Bühne und nahmen die Fans mit auf eine Zeitreise in die Vergangenheit zweier der bedeutendsten Hardrockbands. Der erste Set war alleine Deep Purple gewidmet, und begann mit dem Kracher „Highway Star“, welcher das Publikum direkt mitriss und eine Stimmung im Piano erzeugte, die über das gesamte Konzert nicht mehr abebben sollte.

Daniele Gelsomino bewies schon in diesem Song, dass er stimmlich den Originalen zu deren Glanzzeiten in nichts nachsteht, was oft einer der Knackpunkte von Coverbands ist. Mark Zyk bearbeitete seine Gitarre zum Teil mit eigenwilligen Spieltechniken, sodass insbesondere bei Improvisationsparts den Songs eine eigene Note gegeben wurde. Sein Wirken beeindruckte vor Jahren auch den mittlerweile verstorbenen Jon Lord, den Magier an der Hammondorgel. Lord lud Zyk 2010 ein im „Concertos for Group and Orchestra“ mit dem Royal Liverpool Philharmonic Orchestra zu partizipieren.

Brillant waren auch mehrere Gefechte, die Mark sich mit dem Orgelspieler Gert-Jan Naus lieferte, dem seine klassische Klavierausbildung bei der Interpretation der Purple-Klassiker zugute kam. Die Grundlage für den fetten Sound legte an diesem Abend die Rhythmusfraktion mit Maik Keller am Bass und Andree Schneider an den Drums, denen, wie auch den anderen Mitstreitern, jederzeit die Freude, beim Performen, anzusehen war. Beide zeichneten sich sowohl durch treibendes als auch virtuose Einlagen aus.

Weiter ging es mit dem Song, welcher der Band den Namen gibt; „Demon’s Eye“, vom 71er Deep Purple-Album „Fireball“. Er war dabei fast als Intro des Klassikers „Space Truckin`“ zu sehen, der auch Bestandteil des legendären Livealbums „Made In Japan“ war. dessen Tracks zum Großteil auch dieses Konzert dominierten. Besonders hervorzuheben im ersten Set war insbesonders eine ‚Extended Version‘ von „Child In Time“. Ich habe stimmlich seit 1986 wenig besseres, explit bei den schreienden Sequenzen von dieser Purple-Hymne in Erinnerung.

Aber auch das stark präsentierte „Hush“ sowie „Enya“, eines der Stücke auf dem letzten Album mit Richi Blackmoore, wussten zu überzeugen. Im Intro von „Enya“ hatte ich dabei irgendwie den Beginn des Eagles-Klassikers „Hotel California“ mit in den Ohren. Ob bewusst oder unbewusst, auf jedem Fall eine tolle Interpretation des Stückes mit genügend Platz für die Musiker, sich auszutoben und ihre spielerischen Künste zu zeigen.

Besonders Gitarrist Mark Zyk konnte immer wieder mit Posen, Verrenkungen beim Spiel und teilweise stakkato-ähnlichen Saitenanschlägen begeistern. Nach etwa 60 Minuten war das erste Set in eine rasante begeisternde Zeitreise beendet und Daniele Gelsomino kündigte an, nach einer etwa 15 minütigen Pause für einen Schotten Platz zu machen.

Als die Instrumentalisten unter dem Applaus der Zuschauer zurückkamen, setzte ein kurzes Intro ein, in dem unter dem Jubel der Fans Doogie White die Bühne betrat. Jetzt war erst einmal Rainbow- Time angesagt und die Anwesenden bekamen Songs einer weiteren Hardrocklegende zu hören. White war förmlich anzumerken, mit welchem Spaß er die Songs der Band sang, deren Bestandteil er selbst mehrere Jahre war. Besonders in Erinnerung blieben dabei „Kill The King“, „Far Over The Rainbow“ (vom Demon`s Eye Album mit Doogie White „The Stranger Within“) und nicht zuletzt ein Song, der das Gefühl des Abends bestens ausdrückte: Eine rasante Version von „Long Life Rock`n`Roll“, der auch die Fans zum mitsingen animierte.

Nach einigen Liedern holte White auch Daniele Gelsomino zurück auf die Bühne, nicht ohne ihn mit Lob für seine gesanglichen Fähigkeiten zu überschütten. Von nun an zündete die Band noch einmal ein Feuerwerk an Deep Purple-Klassikern, wobei sich die beiden Sänger auch in den Songs abwechselten, was diesen wiederum einen ganz eigenen Charakter gab. „Perfect Strangers“ mit dem markanten Orgelintro machte den Beginn und es reihten sich eine starke Version von „Mistreated“, ein Medley mit „Black Night“, „Smoke On The Water“ sowie „Woman From Tokyo“, passend wie ein Kettenglied in das andere, ein.

Nach knapp zwei Stunden Spielzeit verließen die Musiker unter begeisternden Klatschen und frenetischen Zugaberufen die Bühne, um diese nur wenig später wieder zu entern. Nach „Stormbringer“ kam zum Abschluss eine Hammerversion von „Burn“. Obligatorisch sich in den Armen liegend, wurde sich vom begeisterten Publikum im Piano verabschiedet.

Sichtlich beeindruckt von weiteren Zugabeforderungen betrat die Band nochmals die Bretter, um nun mit Sänger Doogie White einen grandiosen Schlusspunkt unter einen Abend zu setzen, der sowohl den Musikern wie auch dem Publikum in angenehmer Erinnerung bleiben wird. Die epische Hardrockballade „The Temple Of The King“ von Rainbow widmete White verstorbenen Musikern aus dem Hardrockgenre um Deep Purple und Rainbow, wobei die Audienz immer wieder als Backgroundchor glänzen konnte. Diese beendete dann endgültig einen fantastischen Hardrockabend im Dortmunder Piano – Long Life Rock`n`Roll!

Man kann über Coverbands denken was man will, aber Demon’s Eye haben den Hits von Deep Purple wieder frisches Leben eingehaucht und somit einen Anteil, dass diese Form des Hardrocks weiterlebt und nicht in Vergessenheit gerät. Alle Bandmitglieder wussten mit spielerischen Können restlos zu überzeugen und ließen es sich nicht nehmen, den Nummern eigene Nuancen zu geben und sich so von vielen anderen Truppen dieser Sorte abzugrenzen.

Ein besonderer Dank geht wieder an das freundliche Piano-Team um Jenny Dore und Thomas Falke, die es immer wieder schaffen, tolle Acts in den Dortmunder Westen zu holen und heute zum Dank mit einer vollen Hütte belohnt wurden. Dies freute Thomas Falke, wie er in einem Gespräch zum Ausdruck brachte, auch besonders für Demon’s Eye. Angesichts der Begeisterung kündigten diese bereits an, nächstes Jahr wiederzukommen.

Wer auf die Dynamik der „alten“ Purple steht, sollte sich diesen Termin, wenn er zu Stande kommen sollte, im Kalender notieren – es wird sich lohnen!

Line-up:
Daniele Gelsomino (lead vocals)
Mark Zyk (guitars)
Gert-Jan Naus (keys)
Maik Keller (bass)
Andree Schneider (drums)

Special guest:
Doogie White (lead vocals)

Text und Bilder: Gernot Mangold

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