Branford Hwy – Same – EP-Review

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Review: Michael Segets

In letzter Zeit drehten sich für SoS meist Silberlinge in meinem CD-Player, die einem ruhigeren Gesamtkonzept folgten. Obwohl einige sehr gute Alben darunter waren, wurde es Zeit für etwas Abwechslung. Nun tönt mit der Debüt-EP von Brandford Hwy mal wieder Rock aus meinen Lautsprechern. Das Trio gibt auf den sechs Tracks Gas, was zu der Abkürzung Hwy, die wahrscheinlich für Highway steht, durchaus passt.

Die Schulfreunde Dewayne Hart (Lead Vocals, Guitar) und James Menezez (Bass) stammen aus Branford, Florida. Beide begeistern sich für den Rock der 70er beziehungsweise 80er Jahre und das hört man der EP auch an. Hart und Menezez hatten sich seit ihrer Jugend nie aus den Augen verloren, verfolgten aber unterschiedliche Bandprojekte, die hierzulande weitgehend unbekannt sind.

Allerdings waren sie auch mit Größen wie Godsmack, Dokken, L.A. Guns und Molly Hatchet unterwegs. Nun fanden sich die beiden Musiker zusammen, um die lang geplante gemeinsame Band Branford Hwy zu verwirklichen. Als Schlagzeuger komplettiert der Kalifornier Marc Myers die Truppe.

Branford Hwy haben eine Affinität zum Hard Rock, was „Hometown USA“ sowie manche Gitarrensoli zeigen. Diese halten sich jedoch im Rahmen und die Songs bleiben durchweg melodiös. Die Songstrukturen sind nicht übermäßig komplex, aber die braucht es auch nicht, um Spaß zu machen.

Das Erstlingswerk steigt stark ein. „Boots On The Ground” rockt aggressiv los und besticht durch einen eingängigen Refrain. „While The World Spins Around” kombiniert Southern-Flair mit Hard Rock-Elementen, was ziemlich gut funktioniert.

Mit dem folgenden „Fade Away“ gelingt Branford Hwy ebenfalls eine runde Rocknummer. In der zweiten Hälfte der EP fällt „Just In Time“ im Vergleich zu den anderen Stücken etwas ab. Das hymnenhafte „Legends“ lässt zum Abschluss der Scheibe den Classic Rock der 80er Jahre in seiner Reinform aufleben. Der Titel wird Nostalgiker besonders ansprechen.

Branford Hwy gibt einen Vorgeschmack auf den für Mitte des kommenden Jahres angekündigten Longplayer. Die selbstbetitelte EP bietet schmissigen Rock, der sich bei unterschiedlichen Stilrichtungen bedient. Da sich derzeit wenige Bands der Mischung aus Hard Rock und Southern Rock widmen, darf man gespannt sein, wie das Trio diese Lücke zukünftig ausfüllt.

Sandhill Studio Productions LLC (2020)
Stil: Rock

Tracks:
01. Boots On The Ground
02. While The World Spins Around
03. Fade Away
04. Hometown USA
05. Just In Time
06. Legends

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Two Side Moon Promotion

Wishbone Ash – Coat Of Arms – CD-Review

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Review: Gernot Mangold

Auch im 50. Jahr ihres Bestehens ist Wishbone Ash um Mastermind Andy Powell nicht müde und bringt mit „Coat Of Arms“ ein weiteres Studioalbum auf den Markt. Das dargestellte Cover in edler Hochglanzoptik, passend zum Jubiläum, sagt schon für sich einiges aus, was den Hörer erwarten wird. Den Hintergrund bildet die zum visuellen Markenzeichen gewordene Wünschelrute, vielleicht ein Indiz dafür, dass Wishbone Ash ihre musikalischen Wurzeln weiterverfolgen.

Das viergeteilte Schild vor der Wünschelrute macht dann detailliertere Aussagen. Zwei gekreuzte Gitarren, für die sich durchs Album ziehenden Twinguitars, eine Harfe spielende Meerjungfrau, als Hinweis für manchen verträumten ruhigen Song steht, eine Faust für kraftvolle Musik, eine Weltkugel, als Zeichen, ihrer musikalischen Weltoffenheit, sowie ein Helm und ein Schwert auf dem Schild als Zeichen für die keltischen Akzente in der Musik, die dem Hörer in fast jedem Song begleiten.

„Coat Of Arms“ ist das erste Werk, das von der aktuellen Besetzung eingespielt wurde und es ist erfreulich, dass insbesondere Mark Abrahams bei den meisten Songs im Songwriting mitverantwortlich ist. Lyrics sind natürlich Chefsache und wurden von Andy Powell, seiner Frau oder seinem Sohn geschrieben, der bei einigen Songs auch für das musikalische Arrangement und begleitende Instrumente verantwortlich ist. Diese familiäre Unterstützung gab es aber auch schon auf dem Vorgängeralbum.

Auch auf diesem Opus ziehen sich natürlich die Twinguitars wie ein roter Faden durch das Gesamtwerk, wobei härtere Riffs immer wieder durch malerisches Gitarrenspiel durchbrochen werden und die Songstruktur sich innerhalb der Songs immer wieder wandelt. Dies ist beim Opener „We Stand Alone“ und im Titelsong „Coat Of Arms“ auch klar zu erkennen, wo sich hardrockende Passagen mit sanften Passagen wechseln, ohne dass dabei eine chaotische Struktur erfolgen würde.

Diese Stücke offenbaren vor allem, dass Andy Powell ein goldenes Händchen besitzt, kongeniale Partner als Gitarristen zu finden, was Mark Abrahams auch in den Liveshows der letzten beiden Jahre hinlänglich bewies.

Besonders stark sind die eher ruhigen, sehr melodiösen Stücke wie „Empty Man“ oder „Floreana“, wo neben dem lieblichen Gitarrenspiel natürlich die angenehme Stimme Powells eine große Rolle spielt. Wie bei Wishbone Ash üblich, stimmt bei der Umsetzung der Songs jeder Ton. Die Rhythmussektion, um die nun schon langjährigen Begleiter Powells, Bob Skeat am Bass und Joe Crabtree an den Drums, leistet hier eine perfekte Arbeit, sodass die Tracks in sich alle sehr homogen rüber kommen. Die eher ruhige fast erzählende Songstruktur setzt sich in den nächsten Stücken fort, bis mit „Too Cool For AC“ wieder Fahrt aufgenommen wird. Schön hier, wie sich Abrahams und Powell im Gitarrenspiel abwechseln.

Mein persönlicher Favorit ist das rockige und treibende „Back In The Day“ mit sehr schönen eingängigen Gitarrenpassagen und Refrains mit hohen Wiedererkennungswert. Bei „Déjà Vu“ fühlt man sich stimmungsmäßig ins Mittelalter zurückversetzt, wo Elemente des keltischen Folkrocks im Vordergrund stehen. „When The Love Is Shared“ erinnert vom Song her an alte Zeiten und im abschließenden “Personal Halloween” finden sich jazzige und swingende Elemente wieder.

Somit ist  Wishbone Ash wieder ein starkes Album geglückt. Es herrscht also immer noch Leben in dieser mittlerweile 50 Jahre alten Band. Dies ist nicht nur im Studio erkennbar, sondern auch auf den jedes Jahr stattfindenden Touren, wo man sich nicht nur auf den alten Lorbeeren ausruht, sondern immer wieder neue Songs ins Programm einbaut. Damit entgeht Wishbone Ash der Gefahr zur eigenen Coverband zu verkommen. Von daher absolute Kaufempfehlung von „Coat Of Arms“ und der Tipp, sich diese Songs nicht entgehen zu lassen, wenn das Quartett auf den Bühnen unserer Regionen wieder präsent sein wird.

Line-up:
Andy Powell – guitars, mandolin, vocals
Mark Abrahams – guitars
Bob Skeat – bass
Joe Crabtree – drums

SPV (2020)
Stil: Southern Rock

Tracklist:
01. We Stand As One
02. Coat Of Arms
03. Empty Man
04. Floreana
05. Drive
06. Its Only You I See
07. Too Cool For Ac
08. Back In The Day
09. Déjà Vu
10. When The Love Is Shared
11. Personal Helloween

Wishbone Ash
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SPV Steamhammer

Music & Stories – 29.01.2020 – Dortmund, Warsteiner Music Hall – Festivalbericht

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Der Konzertreihe Music & Stories konnte nichts besseres passieren, dass drei britische Hochkaräter der Rockmusik gleichzeitig ihr 50-jähriges Bandjubiläum feiern. Was lag da näher als Wishbone Ash, Nazareth und Uriah Heep gemeinsam zu einem Konzertabend auf die Bühne zu bitten.

In der Dortmunder Warsteiner Music Hall fand diese Reihe mit dem 14. Konzertabend nun ihren Abschluss. Gespannt waren viele auf das Konzept, Livemusik mit Talkelementen zu verknüpfen. Als Moderator führte Andy Scott, bekannt als Gitarrist der legendären Sweet durch den Abend. So standen jeweils zwischen den 60-minütigen Sets (Uriah Heep spielte etwa 80 Minuten), Musiker der Bands auf der Bühne zu einer Gesprächsrunde zur Verfügung.

Dies hatte den Effekt, dass die ohnehin recht kurz gestalteten Umbaupausen, den Besuchern noch einmal durch Anekdoten aus 50 Jahren Musikhistorie, verkürzt wurden, wobei sich Scott als charmanter „Gastgeber“ zeigte und die Musiker mit Humor auf die Vergangenheit zurückblickten. Neben lustigen Sachen, wie ein Sturm von Frisbeescheiben auf die Bühne während eines Gigs, kamen aber auch nachdenkliche Geschichten zum Vorschein.

Genannt sei nur, als Andy Powell anmerkte, dass er auf einer Tour mit Nazareth mal festgestellt hatte, dass Schotten doch die trinkfestesten Briten wären und dabei den Nazareth Basser Pete Agnew ansprach, dieser aber darauf konterte, dass er vor Jahren vor der Entscheidung Trinken oder Leben stand, und seitdem dem Alkohol abgesagt hätte.

Als besonderen Service hatte der Veranstalter eine App zur Verfügung gestellt, in der die Gespräche direkt simultan übersetzt wurden. Dies war für viele jedoch nicht notwendig, da sich die britischen Musiker Mühe gaben, langsam und auch in einem sehr verständlichen Englisch zu sprechen, dass man dem Inhalt gut folgen konnte.

Das Wichtigste für die Besucher waren aber vermutlich die drei Konzerte, wobei Wisbone Ash sehr pünktlich um 19:00 Uhr den Anfang machte, sodass die sehr gut organisierte Veranstaltung an einem Mittwoch Abend bis 23:00 Uhr durchgeführt werden konnte.

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Wishbone Ash legten direkt mit „The King Will Come“, „Warrior“ und „Throw Down The Sword“ los und offerierten, was perfekte Twin-Guitars-Musik ist. Powell und Abrahams lieferten sich Sologefechte, die in sich stimmig und absolut harmonisch waren. Mit diesen drei Klassikern hatten sie direkt den Zugang zum Publikum gefunden und und es folgten weitere 45 Minuten der hohen Gitarrenspielkunst.

Doch auch Joe Crabtree an den Drums und Bob Skeat hatten genug Gelegenheit sich als exzellente Musiker zu präsentieren. Die Spielfreude der Briten war für jeden auch an der Mimik der bestens gelaunten Musiker ersichtlich.

Mit „We Stand As One“ folgte auch ein ganz neuer Song, wodurch auch noch einmal verdeutlicht wurde, dass Wishbone Ash eine Band ist, die sich nicht nur auf alten Werken ausruht. Dies traf aber auch für die beiden anderen Acts des Abends zu.

Mit „Jail Bait“, „Phoenix“ und “Blowin‘ Free“ als Zugabe folgten noch drei weitere Klassiker und 60 Minuten waren wie im Fluge vergangen. Herausragend war natürlich „Phoenix“ mit psychedelischen Soloparts und es sollte nicht unerwähnt bleiben, dass Powell fragte, ob es denn auch Besucher gäbe, die das Musiktheater Piano kennen, wo die Band die letzten Jahre immer im Januar auftrat und ihm diese Shows in absolut angenehmer Erinnerung geblieben sind.

Direkt nach dem Gig stand die gesamte Band den Besuchern am Merchandising-Stand zur Verfügung, was noch einmal die Publikumsnähe der Mannen um Powell verdeutlichte, mit der sie sich bestimmtt neue Freunde geschaffen haben.

Line-up Wishbone Ash:
Andy Powell – guitar, vocals
Marc Abrahams – gutar
Bob Skeat – Bass, background vocals
Joe Crabtree – Drums

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Mit Nazareth wurde es dann eine Spur härter. Das hart rockende „Miss Misery“ und der folgende Kracher „Razamanaz“ brachten das Publikum direkt auf Betriebstemperatur.

Zum Abkühlen ließen die Schotten eine schöne Version des Joni Mitchel-Covers „This Flight Tonight“ und mit „Dream On“ eine ihrer Parade-Balladen folgen. Carl Sentance, der seit einigen Jahren den Leadgesang inne hat, überzeugte dabei mit einer starken Bühnenpräsenz und war stimmlich absolut auf der Höhe.

Jimmy Murrison, wie immer seine Gitarre ohne Plektron bearbeitend, bewies, dass er spielerisch die Bandbreite von Schmusesongs bis zum Heavy Metal abbilden kann. Father and Son, Pete Agnew am Bass und Lee Agnew am Schlagzeug zeigten, dass Familie auch auf der Bühne gut funktionieren kann. Pete, immer mit einem Lächeln oder schelmischen Grinsen, machte klar, dass er auch mit 73 Jahren, als einziges verbliebenes Gründungsmitglied, ins 51. Jahr der Bandgeschichte zu gehen gedenkt.

Danach wurde es wieder eine Spur härter und die Band mischte unter ältere Songs wie dem Crazy Horse-Cover „Beggars Day“ und „Hair Of The Dog“ mit „Change“, „Changin‘ Times“ und „Tattoed On My Brain“ drei Stücke vom aktuellen Album, die von den Fans auch sehr gut angenommen wurden.

Der Abschluss der Show wurde mit dem bekanntesten Stück von Nazareth, der Everly Brothers-Adaption „Love Hurts“ eingeläutet, wo Sentance mit schmachtenden Gesang für den einen oder anderen melancholischen Moment bei den Besuchern gesorgt haben dürfte. Mit dem Bonnie Dobson-Stück „Morning Dew“ aus der Anfangszeit von Nazareth wurde das Konzert beendet.

Beeindruckend hier der instrumentelle Einstieg in den Song, wo insbesondere Pete Agnew am Bass mit einem donnernden Lauf überzeugte, bis Murrison mit der Gitarre in diesen psychedelischen Song einstieg und Sentance erst nach einigen Minuten gesanglich hinzu stieß.

Nazareth gehören noch lange nicht zum alten Eisen und haben durch die später hinzugekommenen Musiker, immer wieder frischen Wind in die Band bekommen. Nach dem Konzert stand dann Carl Sentance am Mercendisestand für die Fans bereit, Pete hatte keine Zeit, da er für die anschließende Talkrunde bereitstehen musste.

Line-up Nazareth:
Carl Sentance – vocals
Jimmy Murrison -guitars
Pete Agnew – Bass vocals
Lee Agnew – drums

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Nachdem die letzte Gesprächsrunde beendet war, verdunkelte sich die Halle zunächst und in einem folgenden Lichtgewitter begannen die britischen Hardrockveteranen von Uriah Heep mit „Grazed By Heaven“ ihre Show.

Sänger Bernie Shaw überzeugte direkt durch eine entsprechende Hardrockpräsenz mit einigen Posen und perfformte die Songs auch stimmlich gewohnt sicher. Mick Box das verbliebene Gründungsmitglied, das die Band über die Jahre auch zusammengehalten hat, steuerte zu jedem Stück starke Soli bei, wobei er zuweilen so tat, als würde er seine Griffhand wie bei einer Marionette mit der linken Hand steuern.

Mit „Too Scared To Run“, „Take Away My Soul“ ging es hard bis haevy weiter. Drummer Russell Gilbrook schien sich zuweilen die Seele aus dem Leib zu trommeln, Davey Rimmer am Bass posierte über die Bühne und hatte als besonderen visuellen Effekt, zuweilen den Lauf des Basses blau beleuchtet. Phil Lanzon an den Keyboards gab den Stücken die gewohnte Uriah Heep-Fülle.

Das etwas langsamere, aber dennoch hart performte „Rainbow Demon“ wurde mit einem starken Keyboard-Intro durch Lanzon eingeläutet, bis die restliche Band einstieg. Der folgende Klassiker „Gypsy“ brachte die Fans zum Toben und beim anschließenden „Look At Yourself“, bei dem auch die Bandmitglieder vorgestellt wurden, gab es einem furiosen instrumentalen Schlussteil.

Danach folgte einer der absoluten Höhepunkte der Uriah Heep -how. Shaw kündigte einen Song mit langen Intro und langen Outro an. Lanzon stieg zunächst mit der Orgel ein und die Band legte eine sphärische Version der Hymne „July Morning“ auf die Bühne.

Beim vermutlich bekanntesten Stück von Uriah Heep, bei dem zunächst Box mit der Akustikgitarre und Shaw singend alleine auf der Bühne anwesend waren, wurde das Publikum zum Mitsingen eingeladen, dem dieses auch nachhaltig nachkam. Danach läutete der Rest der Band dann das Ende des Konzertabends ein, auf den mit „Sunrise“ und „Easy Livin’“, noch zwei Zugaben folgten.

Herausragend dabei das furios gespielte „Easy Livin’“ als Rausschmeißer, der die Halle noch einmal zum Kochen brachte und einen würdigen Abschluss eines 5-stündigen Konzerts inklusive Talkabend bildete.

Line-up Kenny Wayne Shepherd:
Kenny Wayne Shepherd (electric guitar, vocals, lead vocals)
Noah Hunt (lead vocals, electric and acoustic guitar, percussion)
Bernie Shaw – vocals
Mick Box – guitar, vocals
Davey Rimmer – Bass
Russell Gilbrook – drums
Phil Lanzon – Keyboards

Fazit: Mit Music & Stories hat die PACO Agency eine beeindruckende Konzertreihe durch 14 Städte promotet. Die Kombination aus Livemusik und Talkelementen kann als gelungen angesehen werden, wozu auch die authentische Art von Andy Scott beitrug, der in den Konversationen unaufdringlich und charmant so mache Geschichte aus den Musikern, bzw. alten Freunden und deren gemeinsamer Erlebnisse herauskitzelte.

Über die Qualität der Musik zu reden ist in diesem Fall nicht mehr notwendig, es muss aber erwähnt werden, dass sowohl die Ton- wie auch die Lichttechniker, ganze Arbeit geleistet haben. Auch die gesamte Crew und Security leisteten durch koordinierte Arbeit, ihren Beitrag zu einem harmonischen und absolut runden Abend, der zeigte, dass dieses Konzept auch in Zukunft präsentabel erscheint.

Ein besonderer Dank an Karina Kahl von der PACO Agency für die problemlose Akkreditierung und an Tourmanager Ingo Joa, der den Kontakt hergestellt hat.

Bilder und Bericht: Gernot Mangold

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Music & Stories
PACO Agency
Warsteiner Music Hall

The Demtones – Same – CD-Review

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Review: Stephan Skolarski

Nach den jungen schwedischen Hoffnungsträgern von Jetbone, die erst im vergangenen Jahr für Furore sorgten, steht nun mit der Gruppe „The Demtones“ bereits der nächste verheißungsvolle Geheimtipp in den Startlöchern.

Ihr gleichnamiges Debütalbum haben The Demtones noch als 3er-Formation mit Frontman, Sänger, Gitarrist und Songschreiber Oscar Ericsson, Schlagzeuger Martin Behm Stener und Bassist Alfred Andersson kreiert, aber mittlerweile ihren Freund und Produzenten Jokke Pettersson als zweiten Gitarristen zur Verstärkung in die Band aufgenommen.

Das Werk strotzt mit seinen neun leidenschaftlichen Tracks gute 32 Minuten lang im klassischen Power-Rock-Vergnügen und beginnt mit dem mehr als spritzigen Opener „Valerie“, der den rockigen Weg für eine treibende CD ebnet. Die Demtones setzen diesen Power-Stil auf „I Come Around“ exzellent fort. Ein verzehrtes Gitarrengewitter am Beginn von „You Don’t Know“ geht über in ein Heavy-Riff von Ericsson, der sich kreativ spielerisch an seinem „Werkzeug“ austoben kann.

Fast schon Grunge-mäßig im Queens of the Stone Age-Style geht es auf „Sleep“ weiter. Nach eigenen Angaben wurden die jungen Schweden insbesondere von der Heavy Metal und Hard Rock Legende „Black Sabbath“ inspiriert. Einflüsse ihrer Landsmänner von „The Hellacopters“ sind aber ebenso unverkennbar, wie z. B. auf dem Song „Honey“ deutlich wird.

Mit „Make Up Your Mind“ geht es fast schon punkig weiter, bevor bei „Reckless“ wieder der Zeitpunkt für ein ausgiebiges Gitarrensolo gekommen ist. Das letzte Stück „Free“ beginnt mit einem 2-minütigen Accoustic-Guitar Intro und endet in einem melodisch starken, energiegeladenen, psychodelischen Ausklang.

Die Power-Band aus Schweden „reitet“ ein bisschen die Classic Rock-Welle, die vor 2 Jahren in erster Linie durch die US-Amerikaner Greta Van Fleet und ihrem unverkennbaren, an Led Zeppelin orientierten Stil, angestoßen wurde. Der Hinweis auf dem Debüt der „Demtones“ lautet nicht umsonst: „Best Played Loud – With Airguitars“. Diesem Ratschlag sollte man auf jeden Fall folgen, um vom rasanten Vintage-Sound-Longplayer mitgerissen zu werden.

Eigenproduktion (2019)
Stil: Classic Rock, Rock ’n’ Roll

Tracklist:
01. Valerie
02. I Come Around
03. You Don’t Know
04. Sleep
05. Honey
06. What You Got To Lose
07. Make Up Your Mind
08. Reckless
09. Free

The Demtones
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Black Pike Favorites

Wishbone Ash – 06.02.2018, Kulturfabrik, Krefeld – Konzertbericht

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Bereits Mitte Januar hatte die Truppe um Wishbone Ash-Gründungsmitglied Andy Powell bereits ein gefeiertes Konzert im Dortmunder Musiktheater Piano abgeliefert. Und nun gaben sich die Jungs innerhalb von kaum vier Wochen zum zweiten Mal die Ehre eine Bühne in unseren Gefilden zu betreten. Gastgeber war diesmal die Krefelder Kulturfabrik, nicht zu verwechseln mit der sich in der Nähe befindlichen, urigen Kulturrampe in Krefeld, der hiesigen Lieblingslocation des SoS-Teams.

Mit großer Spielfreude arbeitete die Crew – ohne die sonst übliche Verschnaufpause zur Halbzeit – ihre Setliste virtuos ab, deren Songfolge dem Gig in Dortmund entsprach, also überwiegend Klassiker aus den 70’er Jahren.

Obwohl ich im Vorfeld des Konzertes erfahren hatte, dass drei der Bandmitglieder gesundheitlich etwas angeschlagen gewesen sein sollten, war davon während des Gigs absolut nichts zu spüren. Alle vier bearbeiteten ihre Instrumente hingebungsvoll und meisterhaft. Bewundernswert welche Klangwelten die beiden Leadgitarristen Andy Powell und Mark Abrahams mit den Saiten ihrer Gitarren hervorzurufen in der Lage sind. Stark auch der Einsatz des Bassisten Bob Skeat, insbesondere als F.U.B.B. intoniert wurde.

Zum Abschluss des Konzertes gab es dann noch die beiden Klassiker „Jailbait“ (mein absoluter Lieblingssong von Wishbone Ash) und „Phoenix“ auf die Ohren. Das Publikum bedankte sich für den gelungenen Abend mit reichlich Applaus. Nach der Zugabe „Blowin‘ Free“ ging dann ein wunderbares, gut 100 minütiges, energiegeladenes Konzert in der gut gefüllten Kulturfabrik zu Ende.

Line-up:
Andy Powell (lead vocals, lead guitar, acoustic guitar)
Mark Abrahams (lead guitar, acoustic guitar)
Bob Skeat (bass, vocals)
Joe Crabtree (drums)

Text und Bilder: Jörg Schneider

Wishbone Ash
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Kulturfabrik Krefeld e.V.

Wishbone Ash – Support: Doris Brendel – 27.01.2018, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

WA_Haupt

Ein überragender Abend mit Wishbone Ash und ihrem Support Doris Brendel im Musiktheater Piano in Dortmund, wenn auch zunächst nicht ganz rund verlaufen. Die Bands waren verspätet am Ort des Geschehens eingetroffen und hatten vermutlich auf einen Soundcheck hinter ‚verschlossener Tür‘ bestanden. Das hatte bei einem ausverkauften Haus im Piano zu einer langen dicht gedrängten Warteschlange bis durch die ganze Kneipe geführt. Besitzerin Jenny Dore war die ‚dicke Krawatte‘ angesichts des damit wohl verbundenen Verlust an Getränkeumsatzes förmlich anzumerken.

Hier hätten sich die Akteure eigentlich keinen Zacken aus der (britischen) Krone gebrochen, wenn man die Vorbereitungen unter Anwesenheit des Publikums durchgeführt hätte. Brexit hin oder her, es wären sicherlich keine Staatsgeheimnisse offeriert worden. Immerhin, nach einigem hektischen Treiben, betraten Doris Brendel samt Band und ihren markanten Kostümierungen, kurz nach 20:00 Uhr die Bühne.

Das Quintett präsentierte einen 6-Stücke-Set, wobei das immer noch aktuelle Album „Upside Down World“ mit den Stücken „Slap Me And You Die“, „A Little Act Of Defiance“ und dem schönen „Adored“ das Grundgerüst bildete. Das soundtechnisch noch nicht perfekt funktionierende, proggige „You’re Losing It“ als Opener, „Latest Fantasy“ und das finale, mit  zusätzlichen Trommeln von Gitarrist Lee Dunham und Bassist Lincoln Spalding begleitete „The One“, sorgten für eine kurzweilige Dreiviertelstunde, mit einigen schönen Lichteffekten seitens Brendels (Laserleuchthandsschuhe und -wedel), in Neofolk-, klassisch- und keltisch-umwehten Rock-Ambiente, Richtung Acts wie Runrig & Co. Ein schöner und auch durchaus gut passender Support für Wishbone Ash. Die separate Bildergalerie kann man hier anklicken.

Der Headliner des Abends (übrigens 1980 mein aller erster größerer Gig in meinem damalig noch jungen Leben) inklusiv seines charismatischen Bandleaders Andy Powell, ja quasi ein Urgestein der Rockmusikgeschichte, schien sich, aufgrund der Unannehmlichkeiten, besonders ins Zeug legen zu wollen. Ich habe die Band noch nie so gut gesehen.

Das lag hauptsächlich an der Einbindung des neuen Zweitgitarristen Mark Abrahams, in dem Powell jetzt einen absolut kongenialen Partner gefunden zu haben scheint. Der spielte sich im Gegensatz zum eher introvertierten Vorgänger-Gitarristen Muddy Manninen vor fast einem Jahr an gleicher Stelle, teilweise regelrecht in einen Rausch, lächelte oft ins Publikum und hatte offensichtlich großen Spaß an den deutlich mehr gewährten spielerischen Freiheiten seitens des Bandleaders.

Der hatte ebenfalls sichtliche Freude, hier nochmals so richtig von einem Jungspund gefordert zu werden. Er gab sich natürlich keine Blöße und brillierte ebenfalls. Das obligatorische Instrumental „Bonafide“ als Eröffnung diente zur Abstimmung der Twin-Passagen, das berühmte und kaum jemals in dieser Form von anderen Interpreten übertroffene Markenzeichen und Stilmittel der Kulttruppe, an diesem Abend natürlich wieder reichhaltig praktiziert.

Die starke Rhythmusfraktion aus Drummer Joe Crabtree und dem kauzigen Langzeit-Bassisten Bob Skeat (wieder mit beeindruckend aussehendem Rickenbacher-Viersaiter) bildete das gewohnt kräftige Fundament für die beiden E-Gitarristen (Abrahams überwiegend mit einer Gibson Les Paul und sporadisch einer Stratocaster agierend, Powell größtenteils mit seinen typischen Flying V Gibsons).

Eine nette Geste war es, Doris Brendel und Lee Dunham für einige Stücke wie den Ohrwurm „Way Down South“ und die ‚epische Phase‘ samt Klassikern wie „The King Will Come“ und den ineinander übergehenden „Warrior“ und „Throw Down The Sword“, sowie den beiden finalen großartigen Zugaben, mit als Backgroundsänger einzubinden.

Schön war auch der Akustikteil mit den beiden Tracks „Leaf And Stream“ und dem geschichtsträchtigen „Wings Of Desire“. Bei einem der Highlights des Gesamt-Gigs, dem Instrumental „F.U.B.B.“ zog der fingerfertige Abrahams dann wirklich auch alle Register heutiger soundtechnischer Gitarren-Effekt-Spielereien an seinem Fußboard. Grandios, was hier bei seinen variablen Soli abging.

Die weiteren Klassiker wie das herrlich rockende „Jailbait“ und das ebenfalls furiose WA-Uralt-Paradestück „Phoenix“, sowie die launigen Zugaben „Blowin‘ Free“ und der megastarke Rausschmeißer „Faith, Hope & Love“ (mit Reggae-Touch am Schluss, tolle Hamoniegesänge von Brendel) ließen das proppevolle Musiktheater zu Begeisterungsstürmen avancieren. Als Andy Powell die beeindruckende Performance seiner Band mit dem plakativen Statement „faith, hope and love … is everything you need!“ beendete, gab es kein Halten mehr und das Quartett wurde mit Standing Ovations in den Feierabend verabschiedet.

Line-up Wishbone Ash:
Andy Powell (lead vocals, lead guitar)
Mark Abrahams (lead guitars, vocals)
Bob Skeat (bass, vocals)
Joe Crabtree (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Wishbone Ash
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Musiktheater Piano
3Dog Entertainment

Doris Brendel – 27.01.2018, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbilder

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Das bunt kostümierte Quintett um Bandleaderin und Namensgeberin Doris Brendel präsentierte sich an diesem Abend im Dortmunder Musiktheater Piano als angemessener und auch durchaus gut passender Support für Wishbone Ash.

Line-up Doris Brendel:
Doris Brendel (lead vocals, flute)
Lee Dunham (lead guitars, vocals, percussion)
Lincoln Spalding (bass, vocals, percussion)
Sam White (drums)
Rob Lindop (keys, vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Doris Brendel
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Musiktheater Piano
3Dog Entertainment

Ten Years After – 03.11.2016, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

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Bericht und Bilder: Jörg Schneider

Endlich! Die Helden meiner Jugend treten fast 50 Jahre nach ihrer Gründung mal wieder in meiner alten Heimatstadt Dortmund auf. Diesmal im Musiktheater Piano, einer Location, die immer ein Garant für gute live Acts ist! Zuletzt hatte ich Alvin Lee mit seiner Truppe irgendwann Anfang der 80’er Jahre in der Dortmunder Westfalenhalle gesehen. Da mir das Konzert noch in bester Erinnerung war, hab ich mir natürlich sofort voller Neugier auf die neu formierte Band, eine der letzten Karten für den Gig am 3.11. im Piano besorgt. Die Fahrerei nach Dortmund war natürlich wieder eine Katastrophe, dennoch war ich eine Stunde vor Konzertbeginn da und konnte mir noch einen guten Platz direkt vor der Bühne sichern, dem Konzertgenuss und -shooting stand also nichts mehr im Wege.

Das aktuelle Line-up der Band besteht aus den beiden Gründungsmitgliedern Ric Lee (Schlagzeug), der nicht, wie vielfach fälschlicherweise angenommen, ein Bruder des 2013 viel zu früh verstorbenen Alvin Lee ist, und Chick Churchill (Keyboard). Den Bass bedient seit 2014 Colin Hodgkinson und Alvin Lee ersetzt nun Markus Bonfanti (Gitarre, Gesang und Harp). Auch bei den beiden Letztgenannten handelt es sich um musikalische Schwergewichte: Colin „Bomber“ Hodgkinson hat schon für Alexis Korner, Emerson, Lake & Palmer, Whitesnake, Chris Farlowe, Konstantin Wecker und sogar für Peter Maffay in die Saiten gegriffen. Auch Markus Bonfanti, zu dessen Vorbildern u. a. Jimmy Page zählt, kann auf eine lange Referenzliste mit z. B. Robert Cray, Jack Bruce, Beth Hart, John Mayall, Ginger Baker un, Eric Burdon verweisen. Genug Gründe also, das Konzert der Bluesrock-Urgesteine mit Spannung zu erwarten.

Pünktlich um 20 Uhr betraten die alten Herren dann unter lautem Beifall des Publikums, zu dem erstaunlicherweise auch zahlreiche junge Fans gehörten, die Bühne des wohl ausverkauften Musiktheater Piano und legten sofort mit dem seltener gespielten Klassiker „Sugar The Road“ von ihrem 1970’er Album „Cricklewood Green“ los. Was dann in den nächsten 90 Minuten folgte, war ein Feuerwerk vieler bekannter TYA-Hits aus den Jahren 1969 bis 1973, darunter u. a. auch die Songs „One Of These Days“, „Hear Me Calling“, „50000 Miles Beneath My Brain“, „Love Like A Man“, „I Say Yeah“ und „Good Morning Litte School Girl“. Ohne nennenswerte Pause und ohne Ermüdungserscheinungen rockten die alten Recken die insgesamt 15 Stücke ihrer Setliste mit beachtlicher Spielfreude.

Allen voran natürlich der im Vergleich zu den übrigen Bandmitgliedern noch vergleichsweise jugendliche neue Frontmann Markus Bonfanti. In der Mitte des Sets gab es dann den Titel „Colin’s Thing“, ein neuer Track offenbar extra von Colin Hodgkinson geschrieben. Mit einem minutenlangen Bass-Solo, an dessen Ende es tosenden Applaus gab, spielte er sich in die Herzen der Zuhörer. Auch Ric Lee kam zu seinem Recht und performte in „The Hobbit“ ein schier endlos scheinendes Schlagzeugsolo. Ric Lee hat’s trotz seiner 71 Jahre immer noch drauf und gehört noch lange nicht zum alten Eisen! Das Abschlussstück bildete dann, wie kann es anders sein, das legendäre „I’m Going Home“.

Das Publikum war aus dem Häuschen und feierte frenetisch mit, was Frontmann Markus Bonfanti zu sagen veranlasste, dass sie am liebsten nur noch in Dortmund spielen würden. Klar, dass die Band natürlich nicht ohne lautstarke „Zugabe-Rufe“ von der Bühne gehen konnte. So dauerte es dann auch nicht lang und die vier standen für zwei weitere Stücke auf der Bühne. Als Bonus gab es dann noch „I Woke Up This Morning“ und das rockige „Choo Choo Mama“.

Insgesamt klangen die neuen alten TYA natürlich nicht mehr ganz so wie vor 45 Jahren, aber immer noch TYA-typisch, was sicherlich auch dem exzellenten Bassspiel von Colin Hodgkinson und der Fingerfertigkeit von Markus Bonfanti an der Gitarre geschuldet ist. Den größten Unterschied macht aber eindeutig die Stimme des neuen Frontmanns Bonfanti. Seine Stimme ist rauer und live von der Tonlage eher eine Bassstimme, als eine Tenorstimme, wie sie Alvin Lee hatte.

Auch fehlten die teilweise Jazz-angehauchten und spacigen Einflüsse, die es früher bei TYA gab. Die Stücke klingen heute alle etwas rotziger und frecher, was durchaus nicht schlecht ist, aber eben ein wenig anders. Eingefleischten TYA-Fans fällt das natürlich sofort auf. Nichtsdestotrotz war es ein geiles Konzert mit junggebliebenen Bluesrock-Veteranen. So endete der Gig nach zwei vergnüglichen Stunden und entließ ein durchweg begeistertes Publikum in die Dortmunder Nacht. Herz, was willst Du mehr!

Line-up:
Markus Bonfanti (lead vocals, guitar, harp)
Chick Churchill (keys)
Colin Hodgkinson (bass)
Ric Lee (drums)

Ten Years After
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Musiktheater Piano
Jörg Schneider Webseite

Wishbone Ash / 25th Anniversary Of The Marquee – DVD-Review

Ich muss zu meiner eigenen Schande gestehen, dass ich nicht eine einzige CD von Wishbone Ash besitze, lediglich eine Greatest-Hits-LP (mit einem Swimmingpool mitten in der Wüste drauf, wenn ich mich recht erinnere), die aber seit vielen Jahren in meiner kaum noch benutzten Plattensammlung vor sich hin staubt.

Dabei löst die Truppe bei mir durchaus nostalgische Gefühle aus, schließlich war sie der allererste richtige große Live-Event in meinem Leben. Ich meine, ich war zu diesem Zeitpunkt 16 Jahre jung, Vorgruppe eine Band namens Headboys oder so ähnlich und der Gig fand in der Düsseldorfer Philipshalle statt. Besetzung, wenn mich nicht alles täuscht, war Powell, Turner, Wisefield und Upton. Danach sah ich sie vor einigen Jahren mal als Headliner der mir zu dieser Zeit recht nahestehenden Southern-Rock-Band aus meiner Heimatstadt Rheinberg, Street Survivors, auf der Großen Freiheit in Hamburg (allerdings sehr stark alkoholisiert…) und wenige Tage später, dann in gleicher Konzeption in der Rheinberger Stadthalle.

Jetzt endlich bot sich mal die Gelegenheit zum Review dieser mir doch immer sympathischen Band. Das mir vorliegende DVD-Dokument befasst sich zwar nicht gerade mit einem aktuellen Ereignis, sondern behandelt einen Gig von Wishbone Ash aus dem Jahre 1983, also auch schon wieder lockere 23 Jahre her, zum 25-jährigen Bestehen des legendären Londoner Marquee-Clubs, in dem ja so ziemlich alle Größen des britischen Rockbusiness jeglicher Stil-Couleur mal irgendwann aufgetaucht sind.

Eine recht kurze Geschichte mit nur 58 Minuten, wenn man bedenkt, dass bei acht Liedern noch mitten ins erste reingeblendet und aus dem letzten Stück rausgeblendet wird. Trotzdem ist es eine Wonne, dem Quartett bei der Präsentation seiner Songs zuzusehen. Gesangstechnisch waren oder sind Powell und Wisefield sicher keine Leuchten ihrer Zunft, aber ihr Gitarrenkönnen (besonders das blind aufeinander abgestimmte Double-Leads-Spiel als WA-typisches Stil-Element) macht auch beim heutigen Begutachten noch immer große Laune.

Zwei Stücke sind hier herauszunehmen. Zum einen „Living Proof“, das mit seinen zwei furiosen E-Lead-Passagen schon bald Southern-Rock-Charakter hat, und ihr Paradestück „Phoenix“, das so viele Breaks, Tempo- und Stimmungswechsel beinhaltet, dass es einem kalt den Rücken runter läuft. Was besonders Wisefield hier an Soli abreißt, ist schon Gitarrensport der Extraklasse. Obwohl deutlich im Schatten der Hauptprotagonisten, bieten aber auch Steve Upton am Schlagzeug und Trevor Boulder am Bass einen recht fetten Rhythmusteppich. Den Abspann bildet dann eine ausführliche textliche Biografie und man hat auch die Möglichkeit, die Diskografie der Band einzusehen.

Eine insgesamt recht knappe Angelegenheit, die aber durch die grandiose instrumentelle Vorstellung, den guten Sound, die zufriedenstellende Bildqualität und angesichts der heutigen, völlig neuen Bandkonstellation (nur noch mit Powell) die Prädikate ‚historisch wertvoll‘ und ‚musikalisch kurzweilig‘ verdient hat.

Warner Music Vision (2006)
Stil:  Classic Rock

01. Can’t Fight Love
02. Living Proof
03. Open Road
04. No More Lonely Nights
05. Underground
06. King Will Come
07. Phoenix
08. Engine Overheat

Wishbone Ash
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