Ingvay – Still Moving – CD-Review

Review: Michael Segets

Während die Fußballwelt nach Amerika schaut, lohnt es sich zurzeit in Sachen handgemachter Musik durchaus, den Blick auf deutsche Künstler zu richten. Vor Kurzem trat J Schlueter mit seinem Solo-Debüt als Songwriter in Erscheinung, nun bringt Ingvay sein fünftes Album „Still Moving“ heraus. Der Hannoveraner begann seine Karriere als Toningenieur u. a. für Johnny Logan und deutsche Musiker wie Heinz Rudolf Kunze, Thomas D oder Max Mutzke. Für „Still Moving“ holte er sich Matthias Meusel (Schlagzeug), Uwe Seemann (Bass), Ulrich Rode (Gitarre) und Maik Schott (Keys) ins Studio.

Die neue CD hat ihre Wurzeln im Rock ’n Roll und wird gelegentlich mit einer Prise Blues und Americana versehen. Wie der Titel des Longplayers bereits andeutet, versteht Ingvay Leben als Bewegung. Aufbruch, Weg und Ankommen sind dabei Themen, denen sich die Songs widmen.

Mit „The Old Way“ startet das Album schwungvoll. Dem klassisch gemachten Rocksong, der sich besonders durch seinen eingängigen Refrain auszeichnet, folgt „Get Up“, der ebenfalls straigt forward geht. Beide Songs wurden berechtigterweise bereits ausgekoppelt. Gradlinigen Rock ’n Roll bietet später auch „Back To The Sun“. Beim „Some Kind Of Rock ’n Roll“ mischt Ingvay etwas Bluesrock hinein. Auch die Gitarren am Anfang von „Give Me A Shot” sind vom Blues inspiriert. Der Song erhält mit dem mehrstimmigen Gesang im Chorus einen nahezu hymnischen Charakter und wird zudem durch ein kurzes Gitarrensolo gewürzt.

„On Monday“ startet zurückhaltend, entwickelt sich dann aber zu einem harmonischen Roots Rock. Ein ebenso starkes Stück ist „New Reflection“. Hier beweist Ingvay erneut, dass er ein Händchen für einprägsame Refrains hat. „Wake Up This Time“ zeichnet sich gleichfalls durch seinen Chorus – nochmals mehrstimmig vorgetragen – aus, durch den der Titel eine beeindruckende Kraft entfaltet. Auch die ruhigeren Tracks – das melodiöse „Home By The River“ und das reduziert instrumentalisierte „Almost There“ – überzeugen.

Ingvays „Still Moving“ ist ein empfehlenswertes Album, das Freunde des ehrlichen, handgemachten Rock sicher anspricht. Vor allem beherrscht Ingvay die Kunst, eingängige Refrains zu schreiben ohne dabei trivial zu sein. Das Songwriting orientiert sich am Old Way, wirkt dabei aber frisch und alles andere als angestaubt.

Magic Mile Music (2026)
Stil: Rock, Americana

Tracks:
01. The Old Way
02. Get Up
03. Home By The River
04. Some Kind Of Rock ’n Roll
05. Now I Can See
06. Give Me A Shot
07. Wake Up This Time
08. New Reflection
09. Back To The Sun
10. On Monday
11. Almost Here

Ingvay
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Superlife Promo

Ryan Bingham And The Texas Gentlemen – They Call Us The Lucky Ones – CD-Review

Review: Michael Segets

Da ist er nun, der heiße Anwärter auf das Album des Jahres: Ryan Bingham and The Texas Gentlemen veröffentlichen mit „They Call Us The Lucky Ones” einen erstklassigen Longplayer. Nach seinen Ausflügen in die Schauspielerei („Yellowstone“) und seinem Solo-Projekt „Watch Out For The Wolf“ entdeckte Bingham seine Leidenschaft für das Musizieren im Kreise seiner Band wieder. Ein erstes Zeugnis davon legt sein Auftritt mit den Texas Gentlemen im Red Rocks Amphitheatre ab. Nun hat er elf neue Songs am Start, mit denen er das Roots Rock- und Americana-Herz ins Schwarze trifft.

Die Spielfreude der Band schwappt bei „I Got A Feelin‘“ oder „I’m A Goin‘ Nowhere“ über, bei denen die lockere Atmosphäre im Studio sowie der Spaß bei den Aufnahmen zu erahnen sind. Auf „Ballad Of The Texas Gentlemen“ feiert sich die Truppe quasi selbst. The Texas Gentlemen Ryan Ake, Daniel Creamer, Paul Grass und Scott Lee erhalten durch Richard Bowden (Geige, Mandoline) sowie Cody Huggins (Gitarren, Pedal Steel) auf dem Album durchgehend Unterstützung.

Huggins schrieb auch den Titeltrack und greift dort zur 12-String. „The Lucky Ones“ besticht durch einen klasse Refrain. Bingham hat bei seinen zehn Eigenkompositionen ebenfalls ein Händchen für Songstrukturen, die einen hohen Wiedererkennungswert aufweisen. Gelegentlich setzt er dabei auf einen mehrstimmigen Chorus („Blue Skies“, „I’m A Goin‘ Nowhere“). Die Qualität des Storytelling kommt bei den langsamen Beiträge besonders zur Geltung. „Cocaine Charly“ schildert beispielsweise das Schicksal eines Dealers, der von seiner Frau verraten und erschossen wird. Jede Sekunde der fast siebenminütigen murder ballad fesselt.

Die musikalischen Arrangement variieren, sodass jeder Beitrag sich von den anderen abhebt. Mundharmonika und Mandoline würzen „Twist The Knive“. Beim sanften Ghost Track „Twiglight“ reduziert sich die Begleitung auf ein Klavier. Daniel Creamer hämmert beim kantigen „Let The Big Dog Eat“ kräftig auf seine Keys. „Relevance“ legt ein galoppierendes Uptempo vor. Egal ob ruhigere Töne angestimmt werden oder die Fahrt in Richtung Rock geht: die Stücke überzeugen. Da Overdubs auf ein Minimum reduziert wurden, klingen die Aufnahmen rau und authentisch.

Einen einzelnen Ausritt in den Country unternimmt Bingham mit „Americana“. Der Titel entpuppt sich als eine bittere Abrechnung mit der amerikanischen Mentalität. Bei den Texten anderer Songs klingen ebenfalls gesellschaftskritische Töne an. Zumal es in der Welt nicht so rosig zugeht, propagiert Bingham die Liebe und die Lebensfreude an den kleineren Dingen.

Die Musikwelt darf sich glücklich schätzen, dass sie in den Genuss von „They Call Us The Lucky Ones” kommt. Ryan Bingham And The Texas Gentlemen haben ein vielseitiges und vielschichtiges Album geschaffen, das Americana und Roots Rock der authentischen Sorte bietet.

The Bingham Recording Company/Thirty Tigers – Open (2026)
Stil: Americana, Roots Rock

Tracks:
01. The Lucky Ones
02. Let The Big Dog Eat
03. I Got A Feelin’
04. Twist The Knife
05. Americana
06. Cocaine Charlie
07. Blue Skies
08. Relevance
09. The Ballad Of The Texas Gentlemen
10. I’m A Goin’ Nowhere
11. Twilight (Ghost Track)

Ryan Bingham
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Thirty Tigers
Oktober Promotion

Kiefer Sutherland – 09.05.2026, Live Music Hall, Köln – Konzertbericht

Puh, wie die Zeit vergeht. 3 1/2 Jahre ist es schon wieder her, als ich Kiefer Sutherland zuletzt bei einem Konzert in Köln erlebt habe, damals im größeren Carlswerk. Jetzt hatte er sich im Rahmen der Promotion für sein neues Album „Grey“, das am 29. Mai veröffentlicht wird, zu einer Europa-Tour angesagt, bei der Deutschland viermal bedacht wurde.

Der Gig in der Kölner Live Music Hall bildete davon gestern den Abschluss. Zunächst hatte aber der Ire Colin Andrew, aus dem County Kerry stammend, die Gelegenheit, sich einem größeren Publikum zu präsentieren. Iren sind ja hier bei uns eine beliebte Spezies. Andrew, der Sutherland auch 2024 schonmal sporadisch supportete, hatte mit seinem Charme und humorvollen Auftreten, keine Probleme, das Publikum auf seine Seite zu ziehen.

Das gelang ihm in der Anfangsphase ganz schnell mit einer guten Coverversion des Prince-Klassikers „Purple Rain“. Aus dem eigenen Portfolio blieb in den insgesamt kurzweiligen 30 Minuten noch das abschließende „Still Waiting“ hängen. Der Bursche kam beim Publikum in der Domstadt gut an.

Eine halbe Stunde später pünktlich um 20:00 Uhr betrat der kanadische Protagonist Kiefer Sutherland, vielen bei uns hier eher als Schauspieler bekannt, als Part seines für die Europa-Tour zusammengestellten Quintetts, unter großem Applaus die Bühne.

Mit den Brüdern Ash und Phil Wilson sowie Roger Inniss hatte er gleich drei Musiker, die ich auch schon entweder in eigener Sache (Ash Wilson Trio) oder in Begleitung von Interpreten wie Sari Schorr, Tasha Taylor oder beim Blues Caravan in kleinerer Umgebung kennengelernt hatte und die zum Teil auch in unserer VIP-Galerie ihren Platz haben.

Für den Country-Touch in seinen Songs sorgte der amerikanische Multi-Instrumentalist CJ Hillman oder auch besser bekannt als Chris Hillman. Sutherland bot den von ihm typisch zelebrierten Americana-Sound in Stile der großen amerikanischen Rock-Poeten a là Springsteen, Petty & Co. mit schönen Ausflügen in Country-, Southern- und Pop-Rock-Gefilde.

Das sympathische an ihm ist sein sehr natürliches Benehmen und Erscheinungsbild, die aufgesetzte und affektierte Art vieler prominenter Persönlichkeiten seines Kalibers liegt ihm offensichtlich fern.

Dem Southern Rock-Passionisten ging natürlich bei der Coverversion des Marshall Tucker-Evergreens „Can’t You See“ das Herz auf, der hier mit 3er-E-Gitarren-Besatz in einer sehr rockigen Version modifiziert wurde.

Das neue Werk „Grey“ wurde mit den Stücken „Down Below“ (Opener), „Goodbye California“, „Come Back Down“, „American Farmer“ (in Protestsong-Manier der Marke Dylan),“Simpler Time“ und „Starlight“ (letzte Zugabe mit epischem E-Gitarren-Solo von Ash Wilson) mehr als ordentlich bemustert. Dazu kam noch mit „Love Will Bring You Home“ (geschrieben von Kiefer zusammen mit Ash Wilson) ein bis dato unveröffentlichter fluffiger und melodischer Track hinzu, der auch als Namensgeber der Tour fungiert.

Shuffliges Bakersfield-Flair verströmte das countryeske „This Is How It’s Done“, „Down In A Hole“ bot heftigen Stampf-Rock. Das southern-soulige „Friday Night“ begeisterte auch an einem Samstag-Abend, ein Highlight. Der Tex-Mex-Schunkler „Agave“ bot einen launigen Abschluss eines durchweg gelungenen und sehr abwechslungsreichen Hauptteils.

Im Zugabenbereich hatten Kiefer & Co. neben dem bereits erwähnten „Starlight“ vom neuen Silberling, mit dem Phil Collins Welthit „In The Air Tonight“ noch ein echtes Überraschungsbonbon in petto, bei dem es Phil Wilson dann im berühmten Drum Bridge krachen lassen durfte.

Für Kiefer Sutherland und seine Truppe geht es jetzt nach einem kurzen Abstecher in Belgien bis Ende Mai weiter nach UK, wo Inniss und die Wilsosn dann Heimspiele haben.

Line-up:
Kiefer Sutherland (lead vocals, electric guitar)
Chris Hillman (electric guitar, pedal steel)
Ashley Wilson (electric guitar)
Roger Inniss (bass)
Phil Wilson (drums)

Text und Bilder: Daniel Daus

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Colin Andrew
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Motion
Live Music Hall, Köln

Todd Thibaud Band – 28.04.2026, JuBB, Essen-Werden – Konzertbericht

Im Americana-/Roots Rock-Bereich ist in unserem Magazin ja mittlerweile der geschätzte Kollege Michael Segets federführend, allerdings habe ich hier auch meine Kenntnisse, Erfahrungen und Präferenzen.

Todd Thibaud steht dabei schon seit vielen Jahren/Dekaden ganz oben, den ich in verschiedensten Konstellationen live mehrfach gesehen habe, wie mit seiner eigenen Band, Hardpan oder auch im Verbund mit Joseph Parsons.

In den letzten Jahren habe ich ihn, selbstverschuldet oder nicht, ein wenig aus den Augen verloren und nur eine CD-Besprechung im Rahmen seines weiteren Projekts, Water And Sand, zur Kenntnis genommen.

Da passte es momentan hervorragend, dass er diesmal (wieder unter eigenem ‚Label‘ mit Band) im beschaulichen, direkt an der Ruhr gelegenen Essen-Werden, nur knapp zwanzig Minuten von meiner Arbeitsstelle im Essener Zentrum, im dortigen Jugend- und Bürger Zentrum (JuBB) nochmals vorstellig wurde.

Der Macher der Location, Gerd Dubiel, sorgte für eine spontane und unkomplizierte Akkreditierung, obwohl das Konzert bereits restlos ausverkauft war (vielen Dank dafür nochmals nachträglich).

Todd Thibaud sah nach den vielen Jahren eigentlich aus wie in Erinnerung. Körperlich gut in Schuss, nicht ein Haar ergraut oder ausgefallen, lol. Er bediente eine Rickenbacker im Rahmen des Rhythmusgitarrenspiels und hatte naturgemäß die Centerposition am Mikro in Sachen Lead vocals inne. Auch seine beiden etatmäßigen Mitstreiter Robert Juliano (der leistete die quirlige E-Gitarren-Soloarbeit an der gewohnten Telecaster und Harmoniegesänge) und Sean Staples (Rhythmusgitarre und die zirpende Mandoline, Harmoniegesänge) wirkten wie unverändert.

Die routinierte Rhythmusfraktion bestehend aus Chris Anzalone an den Drums und Ed Valauskas am Bass (auch Harmoniegesänge), die auch auf Thibauds neuem Album „Alchemy“ mit dabei sind, bildeten das gewohnt gute Fundament bei Thibaud-Auftritten.

Das neue Werk, das offiziell erst am 22. Mai erscheinen wird, stand natürlich mit vielen Tracks (u. a. „Follow“, „Fight Or Flight“, „Farewell So Long“, „Good Things Now“, „Alchemists“ „Saviour und „Heaven’s On The Move“), die beide gespielte Sets durchzogen, dann auch im Mittelpunkt.

Auffallend der recht rockige Charakter der neuen Stücke (herrlich vor allem das seiner verstorbenen Mutter gewidmete „Mother Comfort“,  das mit ein Highlight war). Die Thibaud-typischen balladesken Momente, die man natürlich auch nicht missen möchte, wurden älteren Tracks überlassen wie z. B. einem meiner Alltime Favorites „Louisiana“ oder „Anywhere“. Weitere Klassiker wie „Long Way Down“ (im Andenken an Chris Burroughs) oder „Is It Love“ durften natürlich nicht fehlen.

Am Ende betonte Todd wie sehr er sich doch in unseren Landen über die knapp dreißig Jahre hinweg immer wohlgefühlt hat und bedankte sich ganz herzlich bei seinen Live-Supportern im Saal. Seine Empathie mit dem Publikum unterstrich er dann auch mit gleich drei Zugaben, wie u. a. der fast in Black Crowes-Manier rockende Stones-Hit „Tumbling Dice“ und „4th of July“.

Ein, wie immer,  toller Abend mit Todd Thibaud mit seinen Mannen und man kann nur hoffen, dass das ‚Farewell‘-Motto, das über der weiterführenden Tour schwebt, nicht das letzte Wort ist und gegebenenfalls nochmal überdacht wird. Unsere Arme werden jedenfalls weiter offen gehalten sein!

Line-up:
Todd Thibaud – lead vocals, electric guitar
Thomas Juliano – electric guitar, bgv
Sean Staples – mandolin, electric guitar, bgv
Ed Valauskas – bass, bgv
Chris Anzalone – drums

Text und Bilder: Daniel Daus

Todd Thibaud
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Blue Rose Records
Jugend- und Bürgerzentrum, Essen-Werden

Paul Cauthen – Book Of Paul – CD-Review

Review: Michael Segets

Fehlendes Selbstbewusstsein kann man Paul Cauthen kaum nachsagen. Nachdem er feststellte, dass es in der Bibel kein Buch Paul gibt, fühlte er sich berufen, diese Lücke zu schließen und selbst eins zu verfassen. Sein bissiger Humor und seine schonungslose Offenheit durchziehen Cauthens Songs. Auf dem Titeltrack des neuen Albums „Book Of Paul“ beteuert er den Wahrheitsanspruch, den sein Werk als persönliches Bekenntnis erhebt.

Dabei kommen eher dunkle Seiten und weltliche Fehltritte zum Vorschein als metaphysische Schwärmereien. Lediglich der gebetsartige Abschluss des Longplayers „The Voice Inside“ offenbart einen religiösen Hintergrund. Eine gewisse innere Zerrissenheit durchzieht die aktuellen Texte wie auch schon die auf „Room 41“.

Musikalisch hat Cauthen erfreulicherweise die Kurve bekommen. Während er seine eigenwillige Mischung aus Country, Disco-Beats und Rap auf „Country Coming Down“ zu einem experimentellen Höhepunkt führte, fährt er nun das Crossover zurück und wendet sich wieder deutlicher dem Country zu. Dennoch finden sich noch Reminiszenzen an seine vorherige Phase wie auf der Vorabauskopplung „Texas Swagger“. Hier funktioniert die Mischung allerdings.

Mit dem Titeltrack sowie den beiden Singles „Ain’t No Crime“ und „Bayou By You“ wandelt er konsequent auf Country-Pfaden. Der genretypische Sound wird gelegentlich leicht modernisiert und wirkt frisch („Cigarettes & Billy Graham“). Cauthen baut zwar ab und zu ein paar ungewöhnliche Klänge ein, wie ein leichtes Bellen bei „Road Dog“, die sich aber in die Songs einpassen. Daneben kommen auch eher klassisch anmutende Kompositionen zum Tragen wie das Duett „Tossin‘ Back Time“ mit Jake Worthington oder „Blue Denim & Black Gold“, dem einzigen Stück, bei dem Cauthen als Verfasser nicht die Finger mit im Spiel hat.

Für die äußerst stimmungsvolle Ballade „Chain Smoking“ holt er sich Delaney Ramsdell mit ans Mikro. Eine sehr gute Entscheidung, setzt sie doch einen Gegenpart zu seinem kräftigen Bariton. Wie auch auf seinen früheren Werken finden sich auf dem aktuellen Longplayer ebenfalls einzelne Stellen, an denen ich mir weniger Stimmgewalt gewünscht hätte. Diese Passagen treten jetzt aber nur am Rande auf. Den einzigen Titel, den ich zukünftig überblättern werde, ist das rhythmisch und gesanglich anstrengende „Texas Gravel Road“.

Von langsamen Stücken bis zu energiegeladenen Tracks wie „Breakaway“ unterhält das „Book Of Paul“ nahezu durchgängig formidabel. Cauthen orientiert sich wieder mehr an den gängigen Klangwelten des Country und reduziert die Anteile anderer Musikrichtungen. Diese setzt er nun gezielter ein und gibt dem altehrwürdigen Genre so ein moderneres Gewand.

Velvet Rose Records – Thirty Tigers/Open (2026)
Stil: Country, Americana

Tracks:
01. Book Of Paul
02. Ain’t No Crime
03. Texas Swagger
04. Tossin’ Back Time
05. Blue Denim & Black Gold
06. Breakaway
07. Chain Smoking
08. Bayou By You
09. Dark Horse
10. Cigarettes & Billy Graham
11. Road Dog
12. Texas Gravel Road
13. The Voice Inside

Paul Cauthen
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Thirty Tigers
Oktober Promotion

John Hollier & The Rêverie – Rainmaker – CD-Review

Review: Michael Segets

Nachdem Stone Senate vor kurzem ins Gedächtnis gerufen hat, dass in Nashville nicht nur Country gemacht wird, meldet sich nun auch der dort beheimatete John Hollier aus rockigen Gefilden. Er trommelte für sein zweites Album „Rainmaker” seine Tourband zusammen, um ein Album einzuspielen, das die Energie der Live-Shows einfängt. Als Support für The Red Clay Stays oder The Cadillac Three verdienten sich John Hollier & The Rêverie bereits ihre Sporen.

Die Band frönt nun weniger dem Southern als eher dem Roots Rock, der vor allem durch das Saxophon von Teddy Thibedoux Jones einen Nähe zum Heartland aufweist. Mit der Integration des Saxophons tritt manchmal sogar etwas Soul hinzu. Thibedoux setzt nicht nur melodiöse Akzente („Gonna Love You“, „Holding Too Tight“), sondern er treibt die Songs oft an und gib ihnen einiges an Dynamik mit („Saturday Night Polly“).

Besondere Erwähnung verdient sicherlich das Songwriting. Hollier arbeitet ausgiebig mit Tempowechseln. „If She’s Lonely“ oder „Can’t Say No Tonight“ starten beispielsweise in ruhigen Bahnen, bevor sie dann an Geschwindigkeit zulegen. Die Rhythmusgruppe – Brian Cox (Schlagzeug) sowie Ray Akers (Bass) – leisten da ganze Arbeit. Einen ähnlichen Effekt erzielt die Band bei „Rival“, das zwar nicht schneller wird, aber durch einen anschwellenden, voller werdenden Klangteppich Energie freisetzt.

Im rockigen Titeltrack schalten John Hollier & The Rêverie zwischenzeitlich mal einen Gang runter, um dann wieder loszulegen. Zachary Scott Kline bekommt hier oder auch auf „Hollow Heart“ mal etwas mehr Raum für sein Gitarrenspiel. Das Wechselspiel von Gitarren- und Saxophonklängen gelingt, wobei das Blasinstrument insgesamt den Sound der Band prägt. Bei den langsamen Titeln wäre vielleicht an der einen oder anderen Stelle ein Schlenker weniger mehr gewesen.

Es finden sich aber ebenfalls Songs, auf denen das Saxophon keine dominierende Rolle spielt. „Never See Me Again“ oder „Somewhere Down The Road“ – auf dem ausnahmsweise eine Mundharmonika zu hören ist – sind daher deutlicher im Americana-Bereich zu verorten. Kline tritt beim letztgenannten Titel nochmal mit seiner Gitarre hervor. Die beiden Stücke wirken daher etwas erdiger als die anderen langsameren Titel, bei denen das Sax zum Einsatz kommt.

John Hollier & The Rêverie liefern auf „Rainmaker“ eine ausgewogene Mischung, die von treibenden Rocksongs bis zu atmosphärischen Balladen reicht. Die Stücke zeichnen sich oftmals durch ausgeprägte Spannungsbögen aus, die durch das Saxophon unterstützt werden. Bei den Arrangements steht dieses dann auch meist im Vordergrund. Es zahlt sich vor allem bei den Uptempo-Nummern aus. Einen vergleichbaren horndriven Sound hört man in letzter Zeit selten.

WhollyABar – Thirty Tigers/Open (2026)
Stil: Rock, Americana

Tracks:
01. Gonna Love You
02. If She’s Lonely
03. Holding Too Tight
04. Crashing
05. Can’t Say No Tonight
06. Rival
07. Saturday Night Polly
08. Never See Me Again
09. Somewhere Down The Road
10. Rainmaker
11. Lonesome Highway Waltz
12. Hollow Heart

John Hollier & The Rêverie
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Thirty Tigers
Oktober Promotion

The Jack Wharff Band – Strange – EP-Review

Endlich mal wieder etwas frisches Blut hier in Sounds Of South und dazu auch noch Genre-kompatibel. Nachdem die ersten zwei Monate dieses Jahres recht Blues Rock-lastig geprägt waren, gibt es jetzt mit der neuen EP „Strange“ der Jack Wharff Band ehrgeizigen, unverbrauchten und sehr bekömmlichen Country-Bluegrass-Americana-Stoff!

Die Jack Wharff Band stammt aus Richmond, Virgina, und besteht aus ihrem Leader Jack Wharff, Drummer Garrett Howell, Bassist Ryan Atchison und Gitarrist Evan Novoa. Die Jungs hatten bereits mit „Richmond’s Most Wanted“ ein Kurzwerk mit sechs Tracks veröffentlicht, jetzt legen sie fünf weitere Stücke unter Majorlabel-Fahne (Big Machine Records) hinterher.

Der Titelsong „Strange“ als Einstieg baut direkt Spannung auf, ein wunderbarer Balanceakt zwischen New Country und Americana, schön atmosphärisch mit Slidegefiepe. Die helle und doch leicht rauchige Stimme Warffs, die mich an Leute wie Jason Isbell oder Ed Sheeran erinnert, verpasst dem Song zusätzlich noch einen leichten Indie-Touch. Klasse hier auch die countryesken Harmoniegesänge.

Die beiden folgenden ‚Virginia‘-Tracks stehen mehr im Zeichen von gut verdaulicher Modern Bluegrass-Musik, nicht zuletzt ein Mitverdienst von Ketch Secor, Mitbegründer sowie Frontmann der Band Old Crow Medicine Show, der „Virginia Can I Stay A While“ mitgeschrieben hat und hier auch vokal partizipiert. Das treibende „Ole Virginia“ hat was von ‚Tom Petty goes Bluegrass‘, auch klasse gemacht.

Der Nashville Singer Songwriter Solon Holt assistiert den Jungs bei „A Month, A Week, A Day“. Mit dem klassischen, lässig samt etwas Melancholie im Gesang dahin-groovenden Americana- Stück „Saved“ (schön klackernde Banjo-Untermalung), ist das rechte kurze Vergnügen schon wieder beendet.

Die Jack Wharff Band wird in den kommenden Tagen bis Mitte März mit Auftritten bei den C2C Festivals in Berlin (6. März), Rotterdam (7. März) und London (15. März) zu sehen sein, dazu/dazwischen kommen noch Headline-Shows in Dublin (9. März) , Manchester (16. März) und Glasgow (18. März). Eine ideale Gelegenheit, den Bekanntheitsgrad in unseren Sphären erheblich zu steigern! Das Talent dazu ist zweifelsfrei vorhanden! Es ‚riecht‘ förmlich nach mehr…!

Big Machine Records (2026)
Stil: Country, Bluegrass Americana

01. Strange
02. Virginia Can I Stay A While (ft. Ketch Secor)
03. Ole Virginia
04. A Month, A Week, A Day (with Solon Holt)
05. Saved

TheJack Wharff Band
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The Bros. Landreth – Support: Begonia- 25.02.2026 – Luxor, Köln – Konzertbericht

Kanada-Zeit in Sounds of South. Nachdem ich zuletzt Alben von Crsytal Shawanda und den Sheepdogs reviewt hatte, folgte gestern Abend schon der nächste Act aus diesem Land.

Ich hatte in meinem letzten Jahresrückblick schon angedeutet, dass ich mich in Zukunft, was Konzertberichte betrifft, mehr auf Interpreten fokussieren werde, die im SoS noch nicht so inflationär beleuchtet wurden.

Die Bros- Landreth, alias Joey und Dave Landreth, boten dazu im Kölner Luxor einen guten Anlass, da ich von ihnen zwar Alben besitze, aber sie noch nie live gesehen habe.

Im Schlepptau hatten sie die schillernde Künstlerin Begonia (bürgerlicher Name Alexa Dirks),  ebenfalls aus Kanada kommend. Joey Landreth hat auf ihrem aktuellen Album „Fantasy Life“ bei einem Track an der Gitarre mitgewirkt. Begonien sind ja für ihre Farbvielfalt bekannt, von daher im übertragenen Sinne ein passender Name für die wuchtige schrille Dame.

Sie wurde an den Keys von Graeme Leaver begleitet und gab rein gesangsmäßig Stücke wie „Juniper“, „So High“, „Marigold“, „I Wanna Be Alive With You“, „Butterfly“, „Get To You“ und „Hotter Than The Sun“ aus ihren bisherigen Alben zum Besten.

Sie punktete mit einer schillernden Bühnenpräsenz, ihrer ausdrucksstarken Stimme und humorvollen, zum Teil selbstironischen Texten in ihren Liedern und heimste viel Applaus vom Kölner Publikum ein.

Line-up Begonia:
Begonia (lead vocals)
Graeme Leaver (keys)

Die Bros. Landreth haben sich peu a peu zu einem Geheimtipp in der Americana-Szene und darüber hinaus entwickelt. In Köln hallt ihnen aufgrund  mehrerer Auftritte in der Vergangenheit, ein überaus guten Ruf nach, das Luxor war rappelvoll.

Die Brüder präsentierten sich im klassischen Trio, der dritte im Bunde war Schlagzeuger Roman Clarke. Sie sind wie auch auf ihren Alben keine echten Rampensäue, zeichnen sich aber durch ihre sympathische Art sowie spielerische Finesse und Variabilität aus.

So bekam man ein geschickt ineinander greifendes Konglomerat aus verschiedensten Stilen wie Roots Rock, Americana, Blues, Rock und auch Southern Rock geboten (Joey immer wieder mit viel Slide zwischendurch), Schubladendenken ist hier fehl am Platz.

Mit den eigängigen Tracks „Made Up Minds“ und der Ballade „Our Love“ (Publikum singt mit) wurde ein erstes Stimmungshoch erreicht. Auf ihrem aktuellen Longplayer „Dog Ear“ waltete beim Song „Knuckles“ keine geringere als Bonnie Raitt als Duettpartnerin auf, hier wurde sie samt schöner Geste durch Begonia vertreten.

Mein persönliches Highlight des Abends war allerdings die Coverversion des Muddy Waters-Klassikers „Rollin‘ and Tumblin'“, der durch das Trio regelrecht zerpflückt wurde. Ganz groß, was Joey Landreth hier, im Zusammenspiel mit seiner ebenfalls fulminant agierenden Rhythmusfraktion, an seiner E-Gitarre abließ.

Dave Landreth übernahm die Lead vocals bei „Vincent“. Gegen Ende bei den Stücken „Tell Me Something Good“ (mit Teil-Lead vocals von Roman Clarke) und „Got To Be You“, wurde erneut Begonia eingebunden. Letztgenannter Track, in stampfiger, dezenter Little Feat-Manier vorgetragen, bildete dann das Ende des Hauptteils.

Die stürmisch geforderte Zugabe wurde mit dem soulig-bluesigen „I Can’t Win“ bedient, hier wurden nochmals alle Register in Sachen toller Harmoniegesänge gezogen.

Dieser Auftritt, mit soviel Begeisterung und toller Durchmischung von Jung und Alt im Publikum, gibt Grund zur Hoffnung, was handgemachte  Rockmusik in unserem Lande angeht. Es scheint doch noch nicht ‚Hopfen und Malz‘ in Sachen Geschmack verloren zu sein. Die Bros. Landreth waren ein ermutigendes Beispiel dafür!

Line-up:
Joey Landreth (lead vocals, electric guitar)
Dave Landreth (bass, vocals)
Roman Clarke (drums, vocals)

Text und Bilder: Daniel Daus

The Bros. Landreth
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Begonia
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networking Media
Luxor, Köln

Walter Rootsie & His Blue Connection – People Talk – CD-Review

Review: Stephan Skolarski

Im Jahr 2005 vom niederländischen Songschreiber Walter “Rootsie” Hopmanns gegründet, verkörpert die Band eine bemerkenswerte Symbiose in Suomis Musikszene. Ein “Dutch Americana Heart” trifft auf gleichgesinnte, erfahrene Begleiter mit finnischer Roots Rock-Begeisterung. Zum Bandjubiläum ist mit “People Talk” ein neues Studiowerk erschienen.

Der unverkennbar Americana-Titeltrack bereitet zu Beginn den idealen Einstieg in den opulenten Song-Reigen und überrascht überaus mitreißend als Ohrwurm- Kandidat: ein Radio-Playlist “Wecker” für Frühaufsteher und Artverwandte. Im melodischen Charakter der Scheibe bringt “Pleased To Meet You” agile Country- Lebensfreude, die auch vor finnischen Tango-Einflüssen (“Eternal Love”) nicht Halt macht.

Geradeheraus souverän holt sich die Band die Hörer-Sympathien Stück für Stück auf ihre Seite. So wirken insbesondere die emotionalen Story-Balladen (“Empty Heart” bzw. “The Whole Time”) und die temporeichen Rock-Songs (z.B. “Gone, Gone, Gone” und “Depression”) in ihren vielseitig intensiven Melodie-, Harmonie- und Rhythmus-Strukturen als eigentliche Glanzstücke der langjährig eingespielten Formation.

Zu diesen Premium-Nummern zählt zweifelsohne neben dem Americana-Titel “You Kissed The Wrong Guy” vor allem der Country-Rock Song “We Both Know”, der in ausgeprägter Eleganz die Stilrichtung noch einmal kultiviert.

Selten erscheint ein Album, das in derart komprimierter Weise die Vielseitigkeit von Americana über Country, Rock bis hin zu Singer/Songwriter Einflüssen mit Outlaw- und Folk-Nuancen in 10 Songs verbindet. Nach den Vorläufern “Get Up And Go” und ”Dark Water” ist “People Talk” von Walter Rootsie and His Blue Connection erneut eine stilistisch vielseitige LP erschienen.

Wraf Records (2025)
Stil: Americana, Country

Tracks:
01. People Talk
02. Depression
03. The (W)Hole Time
04. Gone, Gone, Gone
05. Please To Meet
06. You Kissed the Wrong Guy
07. Empty Heart
08. Eternal Love
09. We Both Know
10. Old Love

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Jay Buchanan – Weapons Of Beauty – CD-Review

Review: Michael Segets

„Weapons Of Beauty” ist das Solodebüt von Jay Buchanan. Als Frontmann von Rival Sons dürfte er bekannt sein. Zuletzt trat er als Leader der Stone-Pony-Band im Film „Springsteen: Deliver Me From Nowhere“ in Erscheinung. Die Schauspielerei und das Showbusiness führten zu neuen Erfahrung und neuen Freunden.

Für das Schreiben der Songs zog sich Buchanan allerdings für drei Monate in die Abgeschiedenheit der Mojave-Wüste zurück. In einem Bunker ohne Tageslicht konzentrierte er sich ausschließlich auf seine Musik. Ryan Bingham handhabte es beispielsweise ähnlich mit seinem Ausflug in die Abgeschiedenheit („Watch Out For The Wolf“). Der Rückzug in die Einsamkeit und das Zurückgeworfensein auf sich selbst beflügelt ja zuweilen die Kreativität.

Entsprechend den Entstehungsbedingungen bleibt also kein Rockalbum zu erwarten. Die zehn Stücke sind zur Hälfte Balladen. Den anderen gibt Buchanan etwas mehr Tempo mit, ohne in die rockigen Sphären der Rival Sons hinüberzugleiten. Die Anordnung der Beiträge auf dem Longplayer überließ er dem Regisseur Scott Cooper, den er bei der Arbeit zum Springsteen-Film kennen und schätzen gelernt hatte. So ist ein Werk entstanden, dass tendenziell in eher ruhigen Bahnen verläuft, dennoch mit dynamischen Intermezzi eine gewisse Dramaturgie aufweist.

Buchanan verfügt über eine klare, kräftige Stimme, die vielleicht nicht besonders warm erscheint, mit der er jedoch in der Lage ist, Gefühl zu transportieren. Wenn er seinen Gesang langzieht, bekommen die Songs melodramatische Anflüge. Sie erinnern dann an Evergreens aus längst vergangenen Tagen wie die erste Auskopplung „Caroline“. Die Balladen wirken daher meist opulent und zeitlos. Buchanan arrangiert sie dabei aber durchaus unterschiedlich. Er arbeitet gelegentlich mit Slide („High And Lonesone“) oder unterfüttert sie mit Keys („Shower Of Roses“). Das mit einem Piano begleiteten Titelstück gehört dabei zu den besonders gefühlvollen Beiträgen.

Die Resultate überzeugen zumeist auch, wenn Buchanan das Tempo anzieht. „The Great Divine“ entwickelt beispielsweise einen schönen Drive. Höhepunkt des Longplayers ist in meinen Ohren „True Black“, das beinahe als Gospel durchgeht, auch wenn es ohne Chor auskommt. „Deep Swimming“ hat anfänglich etwas von Paul Simon. Bei „Dance Me Till The End Of Love“ legt Buchanan viel Soul in seine Stimme. Der Titel erscheint damit leichter als die anderen.

In den Texten geht es oft um eine Reflexion auf die Vergangenheit, Beziehungen, Verlust, Abschied und Weitermachen. Kreative Metaphern reichern die Lyrics an. Ein schönes sprachliches Bild findet sich auf „Tumbleweed“, den aus Westernfilmen bekannten, durch die Landschaft wehenden Steppenläufern. Eine Portion melancholischer Romantik schwingt nicht nur bei dem von Jeremy Lipkin gemalte Cover, sondern ebenso bei seinen Songs durchaus mit.

Beim ersten Hören hatte ich an manchen Stellen leichte Anlaufschwierigkeiten mit dem langgezogen Gesang. Je öfter die Scheibe durchgelaufen ist, desto mehr freundete ich mich auch mit diesen Passagen an. Insgesamt legt Jay Buchanan mit „Weapons Of Beauty“ ein überzeugendes Solodebüt als Songwriter vor, mit dem er einen anderen Weg einschlägt als mit seiner Band Rival Sons.

Sacred Tongue Records – Thirty Tigers (2026)
Stil: Americana

Tracks:
01. Caroline
02. High And Lonesome
03. True Black
04. Tumbleweeds
05. Shower Of Roses
06. Deep Swimming
07. Sway
08. The Great Divide
09. Dance Me To The End Of Love
10. Weapons Of Beauty

Jay Buchanan
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Thirty Tigers
Oktober Promotion