Grant-Lee Phillips – Lightning, Show Us Your Stuff – CD-Review

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Review: Michael Segets

Auf dem vor zwei Jahren erschienen „Widdershins“ schlug Grant-Lee Phillips noch rockige Töne an. Mit „Lightning, Show Us Your Stuff” wendet er sich ausschließlich dem Americana zu, wie er es bereits auf „The Narrows“ getan hatte. Im Unterschied zu dem 2016er-Album klingt das neue Werk etwas weniger erdig und insgesamt zahmer.

Phillips verzichtet diesmal weitgehend auf die gewollten Brüche mit den Hörgewohnheiten und Überraschungen in seinen Kompositionen. Gleich geblieben ist sein markanter Gesang. Der Rolling Stone kürte Phillips 1995 – als er noch mit Grant Lee Buffalo unterwegs war – zum besten männlichen Sänger.

Besonders intensiv ist sein Gesang auf „Leave a Light On“. Der Song gehört zu meinen Favoriten auf der CD, nicht zuletzt aufgrund der dezenten Einsätze von Danny T. Levin, der auch sonst mit unterschiedlichen Blasinstrumenten (Euphonium, Trombonium, Coronet) den Sound einiger Stücke aufwertet.

Als weitere Musiker verpflichtete Philips Bassistin Jennifer Condos (Stevie Nicks, Bruce Springsteen) und Schlagzeuger Jay Bellerose (Willie Nelson, Alison Krauss, Robert Plant). Die Rhythmusgruppe leistet hervorragende Arbeit und gibt den Titeln, wie „Ain’t Done Yet“, nochmal einen besonderen Drive. Schließlich ist Gitarrist Eric Heywood (Son Volt, The Jayhawks) mit von der Partie. Heywood steuert auch die Pedal Steel bei, die vor allem „Lowest Low“ prägt.

Über den kreativen Prozess des Songschreibens reflektiert Phillips auf „Drawing The Head”. Bei „Walking In My Sleep“ orientierte er sich nach eigener Aussage am Folk der 1930er Jahren. Manche Songs trug Phillips schon längere Zeit mit sich herum, bis er sie nun fertig stellte. Die beiden Balladen „Mourning Dove“ und „Coming To“ fanden ihre Anfänge um 2013, also in der Phase seines Umzugs von Los Angeles nach Tennessee.

Der scheppernde Blues-Stampfer „Gather Up“ erinnert noch an den früheren Wohnort, an dem er die meiste Zeit seines Lebens verbrachte. Bei ihm kommt nämlich die Band Los Lobos in den Sinn, die aus LA stammt. Der Song hebt sich durch seinem rauen Sound von den anderen Beiträgen ab und ist für mich das Highlight der Scheibe.

Phillips legt ein Album vor, auf dem die Songs mit der eben erwähnten Ausnahme eher ein ruhiges Tempo anschlagen. Manchmal versetzt er sich in seinen Texten in andere Personen und spiegelt so indirekt seine eigenen Empfindungen („Straight To The Ground“), manchmal verarbeitet er unmittelbar persönliche Erfahrungen („Sometimes You Wake Up In Charleston”). Insgesamt sind die Inhalte weniger politisch als auf seinem vorherigen Werk, aber Phillips zeigt sich als sensibler Beobachter, der seine Eindrücke in poetische Zeilen kleidet, sodass das genaue Zuhören oder Mitlesen der Texte durchaus lohnt.

Auf „Lightning, Show Us Your Stuff” finden sich weniger schrägere Töne, die viele frühere Alben von Grant-Lee Phillips prägen. Mit seinem ausdrucksstarken Gesang sowie den gehaltvollen Texten bleibt er sich aber treu. Seine Fans werden daher nicht enttäuscht und möglicherweise gewinnt er mit seinen eingängigeren Balladen neue hinzu.

Die Reihenfolge der Tracks auf dem Besprechungsexemplar weicht von der ab, die bei manchen Anbietern im Internet aufgeführt wird.

Yep Roc Records, Redeye/Bertus (2020)
Stil: Americana

Tracks:
01. Ain’t Done Yet
02. Drawing The Head
03. Lowest Low
04. Leave A Light On
05. Mourining Dove
06. Sometimes You Wake Up In Charleston
07. Gather Up
08. Straight To The Ground
09. Coming To
10. Walking In My Sleep

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Yep Roc Records
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Bertus

Tennessee Jet – The Country – CD-Review

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Review: Michael Segets

„Ich bin mit Outlaw Country aufgewachsen“, sagt Tennessee Jet und dieser schwingt bei seiner Musik immer – zumindest hintergründig – mit. Dabei verlässt Tennessee Jet mehrfach die vertrauten Regionen dieses Genres, um seine Grenzen auszuloten und einen eigenen Sound weiterzuentwickeln.

Sein dritter Longplayer „The Country“ erscheint nun bei dem renommierten Label Thirty Tigers. Spielte Tennessee Jet seine beiden ersten Alben quasi im Alleingang ein, holte er sich nun einige Musiker aus der einschlägigen Szene ins Studio. So verpflichtete er die Tour-Band von Dwight Yoakam, den er ebenso wie Willie Nelson bereits auf Konzertreisen begleitete. Für das sehr gelungene Cover von Townes Van Zandt „Pancho & Lefty“ gewann er Elizabeth Cook, Cody Jinks und Paul Cauthen, die ihn am Mikro unterstützen. Zusätzliche Würze erhält der Klassiker durch die Mundharmonika von Mickey Raphael (Willie Nelson) sowie die Trompete von Brian Newman (Lady Gaga).

Darüber hinaus finden sich mit „She Talks To Angels“ ein weiterer Song auf der Scheibe, der nicht aus der Feder von Tennessee Jet stammt. Den Titel der Black Crows performt er als flotten Bluegrass.

Der Opener „Stray Dogs“ ist eine schnelle Country-Nummer. Bei ihr erinnert sich Tennessee Jet an die Zeit, als er ständig unterwegs war und zusammen mit seiner Frau von einem Auftritt zum nächsten jagte. Mit „The Raven & The Dove“ unterstreicht der Musiker sein Faible für den Country und überzeugt dort auch im Midtempo besonders durch den eingängigen Refrain.

Die Spannweite des Genres deckt Tennessee Jet weiterhin mit den Balladen „Sparklin’ Burnin’ Fuse’“ sowie „Someone To You“ ab. Vor allem beim letztgenannten Stück kommt sehr viel Slide zum Einsatz, wodurch es etwas schwülstig gerät. Mit „The Country“ läuft Tennessee Jet aber wieder zur Hochform auf. Die in einzelnen Passagen einsetzende Geige begleitet den getragenen Song sehr stimmungsvoll.

Wie der Titelsong ist auch das dylaneske „Off To War“ dezent und akustisch instrumentalisiert. Neben der Geige sorgt bei dem Song eine Mundharmonika für Atmosphäre. Als Kontrastprogramm lässt es Tennessee Jet bei zwei Stücken ordentlich scheppern. Bei „Johnny“ arbeitet er sogar mit Rückkopplungen, wobei Reminiszenzen an den Grunge-Sound in den Sinn kommen. Der Track ist als Hommage auf den Country-Musiker Johnny Horton gedacht, der 1960 bei einem Autounfall ums Leben kam. Schließlich findet sich noch der kraftvolle Roots-Rocker „Hands On You“ auf dem Longplayer, den ich zu meinem Favoriten erkoren habe.

Tennessee Jet kann nicht nur Country. In diesem Genre bietet „The Country“ bereits eine breite Palette unterschiedlicher Spielarten. Selbstbewusst richtet Tennessee Jet seinen Blick darüber hinaus in Richtung Folk und Rock und offenbart dort ebenfalls großes Potential. Mit dieser Spannbreite sorgt er für ein äußerst abwechslungsreiches Album. Zudem darf man also gespannt sein, welchen Weg er zukünftig einschlägt und wie weit er sich dabei von seinen Wurzeln entfernt.

Tennessee Jet Music – Thirty Tigers/Membran (2020)
Stil: Country, Folk, Rock

Tracks:
01. Stray Dogs
02. The Raven & The Dove
03. Johnny
04. Pancho & Lefty
05. Off To War
06. Hands On You
07. Someone To You
08. The Country
09. She Talks To Angels
10. Sparklin’ Burnin’ Fuse’

Tennessee Jet
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Thirty Tigers
Oktober Promotion

Lucinda Williams – Good Souls Better Angels – CD-Review

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Review: Michael Segets

Die Grande Dame der Americana- und Country-Music Lucinda Williams legt mit „Good Souls Better Angels” ein Album vor, das Kritiker lieben werden, bei dem jedoch fraglich ist, ob es Anklang beim breiten Publikum findet. Mit diesem Phänomen hatte Williams bereits in der Anfangszeit ihres musikalischen Schaffens zu kämpfen.

Vor über vierzig Jahren veröffentlichte sie ihren ersten Longplayer, einen kommerziellen Durchbruch erzielte sie aber erst zwei Dekaden später mit „Car Wheels On A Gravel Road“ (1998). Auf die Musikerin bin ich erstmals durch ihr Duett mit Steve Earle „You’re Still Standing There“ aufmerksam geworden, das sich auf seiner CD „I Feel Alright“ (1996) findet. Ray Kennedy, der mit Earle das Produzententeam The Twangtrust bildet, produzierte sowohl Williams Erfolgsalbum als auch das neue „Good Souls Better Angels” mit. Seit der Jahrtausendwende bringt Williams regelmäßig neues Material heraus.

Unter ihren Kollegen ist die dreifache Grammy-Gewinnerin sehr beliebt, was ihre Vielzahl an Kollaborationen beweist. Sie veröffentliche Tracks mit ganz unterschiedlichen Künstlern wie Julian Dawson, Nanci Griffith, Bruce Cockburn, John Prine, Sue Foley, Colin Linden, Elvis Costello, Willie Nelson, North Mississippi Allstars, Michael Monroe, Amos Lee, Blackie & The Rodeo Kings und Tom Russel.

„Good Souls Better Angels” ist ein atmosphärisch finsteres, aber faszinierendes Album. Schien bei den früheren Longplayern diese Seite von Williams Songwriting immer wieder durch, verfolgt sie die dunklen Töne auf ihrer aktuellen CD nun konsequent. Sie bearbeitet in ihren Songs das Leiden an der Welt, Depressionen und psychische Belastungen auf der einen Seite, Durchhaltevermögen und Hoffnung auf der anderen. Inspiration holte sich Williams bei dem Werk von Leonard Cohen und Nick Cave. Die Tracks bewegen sich tatsächlich zwischen diesen musikalischen Polen.

Bei einem Drittel der Stücke zelebriert – bei „Good Souls” über siebeneinhalb Minuten – Williams einen getragenen, melancholischen Americana, der durch ihren Gesang rau und unmittelbar klingt. Mal singt sie leicht gebrochen („Big Black Train“, „When The Way Gets Dark”), mal leiernd („Shadows & Doubts“), aber immer passend und intensiv.

Bei „Man Without A Soul” legt sie etwas Samt in ihre Stimme, die sich hier stellenweise nach Tanita Tikaram anhört. Auf „Pray The Devil Back To Hell” klingt Williams hingegen wie ein weiblicher Tom Waits. Zusammen mit „Bad New Blues” spiegeln die beiden Stücke die bluesige Seite der Scheibe wider.

„You Can’t Rule Me“ eröffnet als treibend-rollender Blues Rock das Werk. In gemäßigtem Tempo rockt „Big Rotator”, härter geht es mit „Down Past The Bottom” zur Sache. Nicht nur bei den Rocksongs sind die starken Gitarren hervorzuheben, denen viel Raum auf dem Album gegeben wird. Kräftige Riffs, zerrende Rückkopplungen sowie angemessen lange Soli passen sich hervorragend in die Songs ein und ergänzen so den ungeschliffen wirkenden Gesang.

Einen beinah rotzigen Slang legt Williams bei dem experimentelleren „Wakin‘ Up“ an den Tag. Dieser – in Kombination mit expressiven Gitarren und unterlegt mit einem Rhythmus, der dem Hip Hop entliehen scheint – macht den Song zu einem besonders hervorstechenden auf dem Werk. Ebenso bemerkenswert ist „Bone Of Contention”, das Williams mit einer für sie ungewohnten Punk-Attitude performt, durch die ein Vergleich mit Patti Smith nicht fern liegt.

„Good Souls Better Angels” ist ein spannendes Meisterwerk der Amerikanerin. Mutig und souverän bewegt sich Lucinda Williams in Americana-, Rock- und Bluesgefilden. Neben ausgereiften Melodien machen kraftvolle Rhythmen und krachende Gitarren, verbunden durch den ausdrucksstarken und variationsreichen Gesang, das Album zur ersten großen Überraschung des Jahres.

Highway 20/Thirty Tigers (2020)
Stil: Americana, Rock, Blues/

Tracks:
01. You Can’t Rule Me
02. Bad News Blues
03. Man Without A Soul
04. Big Black Train
05. Wakin‘ Up
06. Pray The Devil Back To Hell
07. Shadows & Doubts
08. When The Way Gets Dark
09. Bone Of Contention
10. Down Past The Bottom
11. Big Rotator
12. Good Souls

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Oktober Promotion

Larry Fleet – Workin’ Hard – CD-Review

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Review: Michael Segets

Herrlich harmonischer Country mit einer großen Portion Soul – so lässt sich das Debütalbum „Workin’ Hard” von Larry Fleet umschreiben. Dass es zu der Aufnahme kam, ist einer glücklichen Fügung geschuldet. Bei einer Scheunenparty spielte Fleet einige Titel und wurde von dem zufällig anwesenden Jake Owen angesprochen, den Fleets Talent begeisterte.

Von da an änderte sich das Leben von Fleet schlagartig. Vorher im Bauwesen tätig, war die Musik für den Mann aus Chattanooga, Tennessee, bloß eine Nebenbeschäftigung. Owen bestärkte ihn, seinen Job aufzugeben und mit ihm auf Tour zu gehen. Endgültig Feuer fing Fleet, als er für Willie Nelson eine Show eröffnen durfte. Nelson holte ihn dann während seines Sets mit auf die Bühne, womit sich ein Traum für Fleet erfüllte.

Neben Nelson, Merle Haggard und Waylon Jennings zählen auch Otis Redding sowie Marvin Gaye zu seinen Einflüssen, wodurch sich die Kombination aus Country und Soul erklären lässt. Zwei Jahre nach seinem Entschluss, tiefer in die Musikszene einzutauchen, liegt nun Fleets erstes Album vor. In dem titelgebenden „Workin‘ Hard“ bearbeitet er seine Herkunft und die Wende in seiner Biographie.

Während mit dem Opener „Tied Down“ und „Somethin’ Cold, Somewhere Hot” traditionsverbundener Country in einer modernisierten Form geboten wird, kommen die Soul-Anteile bei „Lied About Love“ und „Boys With Nothin’” stärker zum Tragen. Stellenweise gerät dabei Marc Broussard als Vergleichsgröße in den Sinn. Die Mischung von Country und Soul macht sich vor allem bei „Baby, You Do“ und „Mix ‘Em With Whiskey“ bezahlt. Das letztgenannte Stück stellt daher auch meinen Anspieltipp dar.

Fleet schiebt mit „Best That I Got“ und dem erdigen Titelsong zwei Balladen ein. Ansonsten bewegen sich die anderen Tracks in einem unaufgeregten mittleren Tempobereich. Bei einigen Beiträgen sorgt ein dezenter Backgroundgesang für weitere Harmonien. Diese wirken aber nicht süßlich, sondern geben den Songs zusätzlich eine gewisse Würze.

Wer in der Vorweihnachtszeit mal fünfundzwanzig Minuten für einen entspannten und entspannenden Mix aus Country und Soul hat, liegt mit „Workin‘ Hard“ richtig. Das Album von Larry Fleet ist eine geeignete Untermalung für eine kurze Auszeit bei einer Tasse Kaffee oder einem anderen Getränk – vielleicht mit Whiskey gemischt.

Big Loud Records (2019)
Stil: Country, Soul

Tracks:
01. Tied Down
02. Somethin’ Cold, Somewhere Hot
03. Lied About Love
04. Mix ‘Em With Whiskey
05. Baby, You Do
06. Best That I Got
07. Boys With Nothin’
08. Workin’ Hard

Larry Fleet
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Big Loud Records

The Mavericks – Play The Hits – CD-Review

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Review: Michael Segets

The Mavericks greifen tief in die Mottenkiste und entstauben eine Auswahl von alten Country- und Rock-‘n-Roll-Titeln, die zumeist aus den fünfziger und sechziger Jahre stammen. Die Tracklist von „Play The Hits“ bietet daher Coverversionen, deren Vorlagen oftmals nur noch Insidern bekannt sein dürften.

Ausnahmen bilden „Once Upon The Time”, bei dem Martina McBride, Raul Malo beim Gesang begleitet, sowie „Don’t Be Cruel” von Elvis Presley. Vielleicht wurden ebenfalls die Interpretationen von „Before The Next Teardrop Falls“ oder „Blue Eyes Crying In The Rain“ durch Dolly Parton beziehungsweise Willie Nelson oder Hank Williams schon mal gehört.

Das jüngste Stück „Swingin’”, mit dem John David Anderson 1982/83 Erfolg hatte, wird wie die anderen ganz im Stil der Frühzeit des Rock ‘n Rolls dargeboten, als dessen Abgrenzung zum Country noch fließender war. Schwerpunkt der Scheibe sind die Kompositionen von Country-Urgesteinen wie Harlan Howard, Hank Cochran, Don Harris und Dewey Steven Terry, die auf ihr zu neuen Ehren kommen.

Mit „Hungry Heart“ von Bruce Springsteen sowie mit „Are You Shure Hank Done It This Way” von Waylon Jennings spielen The Mavericks dann doch noch zwei modernere Klassiker. Der Titel von Springsteen bekommt eine andere, sanfte Atmosphäre, der von Jennings erhält eine Prise Soul. Die beiden Stücke stellen die Highlights des Albums dar, wobei allerdings bereits die Originale mehr auf meiner musikalischen Linie liegen als die anderen.

Mit vollem Bandeinsatz, Akkordeon und Bläsern erzeugen The Mavericks einen Retro-Sound, der zwischen Rock ’n Roll, Country, Soul und Swing liegt. Dabei lässt die Band auch gelegentlich ihren typischen Tejano- beziehungsweise Latino-Einfluss („Blame It On Your Heart“, „Before The Next Teardrop Falls“) durchscheinen.

Insgesamt dominieren langsame, schmachtende Tracks. „Don’t You Ever Get Tired (Of Hurting Me)”, „Why Can’t She Be You” und „I’m Leaving It Up To You” zählen zu diesen durcharrangierten Titeln, für die man in einer speziellen Stimmung sein muss.

In den neunziger Jahren hatten The Mavericks hohe Verkaufszahlen und erhielten einige Auszeichnungen. Nach der zwischenzeitlichen Auflösung der Band folgte 2012 die Reunion. Von den Gründungsmitgliedern sind Frontmann Raul Malo und Schlagzeuger Paul Deakin noch dabei und auch Jerry Dale McFadden ist an den Keys wieder vertreten. Als Gitarrist stieß Eddie Perez hinzu.

Zum dreißigjährigen Bandjubiläum feiern The Mavericks die Musik, die dreißig Jahre vor ihrer Gründung aktuell war. „Play The Hits“ enthält eine Auswahl von Songs, zu denen die Band eine besondere Bindung hat. Das Album lädt zum Schwelgen in der Vergangenheit ein und ist in seiner konsequenten Ausrichtung am Sound der fünfziger/sechziger Jahre ungewöhnlich und mutig. Ob The Mavericks damit den Zeitgeist treffen ist fraglich und ein kommerzieller Erfolg erscheint eher unwahrscheinlich.

Mono Mundo Recordings/Thirty Tigers (2019)
Stil: Country, Rock ’n Roll

Tracks:
01. Swingin’
02. Are You Sure Hank Done It This Way
03. Blame It On Your Heart
04. Don’t You Ever Get Tired (Of Hurting Me)
05. Before The Next Teardrop Falls
06. Hungry Heart
07. Why Can’t She Be You
08. Once Upon A Time (feat. Martina McBride)
09. Don’t Be Cruel
10. Blue Eyes Crying In The Rain
11. I’m Leaving It Up To You

The Mavericks
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Thirty Tigers
Oktober Promotion

Brantley Gilbert – Fire & Brimstone – CD-Review

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Knapp drei Jahre ist es her, dass Brantley Gilbert, neben Jason Aldean wohl einer der beiden Platzhirsche in Nashville im im eher Rock-getriebenen Country, sein letztes Album „The Devil Don’t Sleep“ veröffentlicht hat.

Allerdings hat der aus Jefferson, Georgia stammende Musiker, das Recht der Zeit auf seiner Seite, denn er bedient sich nicht Fremdkreationen, sondern ist auch diesmal wieder in alle 15 Tracks als alleiniger Kompositeur oder Mitschreiber (natürlich mit prominenten Co-Autoren wie u. a. Justin Weaver, Rhett Akins, Rodney Clawson, Andrew DeRoberts) involviert.

Produziert haben das Werk Brandon Day, Mike Elizondo (Eminem, Pink, Nelly Furtado) und Star-Producer Dann Huff (Liebhaber seines unverwechselbaren Gitarrenspiels werden hier ihre helle Freude haben).

Gilbert legt direkt mit zwei swampigen Southern Rockern los („Fire’t Up“, „Not Like Us“), klasse mit seiner Reibeisen-Stimme in Szene gesetzt. Zum Piepen das mit Spezi Colt Ford (herrlich sein Husten zu Beginn des Liedes, selbstredend wieder mit Sprecheinlage), Lukas und Willie Nelson dargebotene „Welcome To Hazeville“, wo der eigentlich total untergehende Willie in den letzten Sekunden mit der gesprochenen Titelzeile, dem Song noch mal eine markante Note verpasst.

Mit dem Einsetzen von dem auch uns gut bekannten Countrypop-Sternchen Lindsay Ell beim Schmachtfetzen „What Happens In A Small Town“ driftet die CD mit Drum-Loops und punktuellen Synthies (wenn auch nicht ungekonnt) und das Songmaterial allerdings überwiegend in eine Art hochkarätigen Mainstream Rock, die auch Fans der Marke Nickelback, Hinder & Co. zusagen müsste (z. B. „Tough Town“, „Never Gonna Be Alone“).

Andrew DeRoberts mit Mandoline und Ilya Toshinsky mit Banjo sind zwar im Hintergrund sporadisch bemüht, auch die Countryklientel bei Laune zu halten, aber insgesamt dominieren doch die melodischen Rocklänge.

Eines der Highlights ist in jedem Fall auch das balladeske Titelstück, das genau in der Mitte der Scheibe angesiedelt wurde. Es lebt von der tollen Melodie, den Stimmungswechseln (atmosphärischer Strophengesang, Powerrefrain) und den wunderbar prägnant dazu gemischten Stimmen von Alison Krauss und Jamey Johnson sowie einem epischen Huff-E-Solo.

Das fluffige „New Money“ könnte auch aus dem Fundus von Kip Moore stammen, zum Schluss wird es mit dem von Vaterfreude getragenen „Man That Hung The Moon“ noch emotional (Babygeräusche zum Ausklang). Hier zeigt Huff mit einem filigranen Solo, dass er es auch an der Akustikgitarre drauf hat.

Die Covergestaltung zeigt den Tattoo-verzierten Protagonisten überwiegend in einem düsteren Raum eines verlassen wirkenden Industriegebäudes. Texte und alle relevanten Infos zum Werk enthält das Booklet.

Wer gerne rauchige Stimmen hört, nicht ausnahmslos auf Country fokussiert ist, und dabei auch melodisch mainstreamigen Rock (dezent Southern) nicht verteufelt, kann  bei Brantley Gilberts „Fire & Brimstone“ unbedenklich zugreifen. Mir persönlich gefällt die Scheibe!

Valory Music (2019)
Stil: New Country

Tracklist:
01. Fire’t Up
02. Not Like Us
03. Welcome To Hazeville (feat. Colt Ford & Lukas Nelson & Willie Nelson)
04. What Happens In A Small Town (feat. Lindsay Ell)
05. She Ain’t Home
06. Lost Soul’s Prayer
07. Tough Town
08. Fire & Brimstone
09. Laid Back Ride
10. Bad Boy
11. New Money
12. Breaks Down
13. Man Of Steel
14. Never Gonna Be Alone
15. Man That Hung The Moon

Brantley Gilbert
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Universal Music Group

Trigger Hippy – Full Circle & Then Some – CD-Review

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Review: Michael Segets

Trigger Hippy ist das Projekt von Schlagzeuger Steve Gorman (Black Crowes) und Bassist Nick Govrik (Highwater). Die beiden kennen sich schon lang Zeit und gründeten vor zehn Jahren Trigger Hippy. Das selbstbetitelte Debütalbum erschien aber erst 2014 mit Sängerin Joan Osborne und Jackie Greene an der Gitarre.

Für „Full Circle & Then Some“ hat sich die Band neu formiert. Amber Woodhouse übernimmt die femininen Gesangsparts, Ed Jurdi (The Band Of Heathens) singt ebenfalls und steuert mehrere Instrumente bei. Als Gastgitarrist ist Sadler Vaden (Jason Isbell And The 400 Unit) mit von der Partie.

Trigger Hippy greift tief in die Trickkiste und verarbeitet viele unterschiedliche stilistische Einflüsse von Country, Rock, R&B über Funk bis zu Psychedelic. Ein roter Faden oder eine verbindende Grundkonzeption konnte ich auf dem Longplayer nicht ausmachen. So wirkt das Werk als Ansammlung von Einzelstücken, bei denen nur gelegentlich ein Funke überspringt.

Der Opener „Don’t Wanna To Bring You Down“ kommt locker und leicht poppig mit einer Prise Soul daher. Govrik, Jurdi und Woodhouse geben sich hier das Mikro weiter. Wechselnde Lead-Vocals finden sich auf mehreren Stücken und sind sicherlich eine Stärke der Band. Schön zur Geltung kommt er auf dem rockigen Titelsong, bei dem Passagen auch mehrstimmig gesungen werden.

Die besten Stücke der CD bewegen ich aber im unteren Tempobereich. Hörenswertes Highlight ist dabei die von Govrik geschriebene und gesungene Southern-Ballade „Goddamn Hurricane“. Ebenfalls gelungen ist das swampige „Long Lost Friend“, das aus der Feder von Gorvik, Jurdi, Osborne und Will Hoge stammt.

Durch die Blues-Harp von Mickey Raphael (Willie Nelson) erhält auch „Dandelion“ eine gewisse Erdung. Einen Country-Einschlag weist „Strung Out On The Rain“ auf. In Richtung Country-Rock geht „Low Down Country Song”. „One Of Them” erinnert mit seinem Soul an Southside Johnny. Die Titel sind noch auf der Haben-Seite des Albums zu verbuchen.

Wenig überzeugt hingegen „The Butcher’s Daughter“ mit seinem Mix aus Sprechgesang, Funk und Pop. Ebenfalls keinen rechten Zugang gewinne ich zu „Paving The Road“, dem eher eintönigen „The Door” und dem über acht Minuten langem, psychedelisch angehauchten „Born To Be Blue“.

Mit wechselnden Stimmen und unterschiedlichen musikalischen Stilelementen bietet Trigger Hippy eine hohe Soundvarianz. Leider kommt dabei keine richtig runde Sache raus. Durch die Streuung landet „Full Circle & Then Some“ vor allem in der zweiten Hälfte dann aber doch ein paar Treffer.

Turkey Grass Records/Thirty Tigers (2019)
Stil: Rock, R&B and more

Tracks:
01. Don’t Wanna To Bring You Down
02. The Butcher’s Daughter
03. Strung Out On The Pain
04. Born To Be Blue
05. The Door
06. Full Circle And Then Some
07. Dandelion
08. Goddamn Hurricane
09. Long Lost Friend
10. One Of Them
11. Low Down Country Song
12. Paving The Road

Trigger Hippy
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Thirty Tigers
Oktober Promotion

Lukas Nelson & Promise Of The Real  – Turn Off The News (Build A Garden) – CD-Review

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Review: Michael Segets

Die alten Country-Legenden geben allmählich den Staffelstab weiter an die nächste Generation. Zu denken wäre da an Waylon und Shooter Jennings, Steve und Justin Townes Earle oder Willie und Lukas Nelson. Die Söhne führen zwar einerseits die Traditionslinien ihrer Väter fort, schlagen aber andererseits ihre eigenen musikalischen Wege ein, sind mittlerweile selbst schon im Musikgeschäft etabliert und haben sich bereits einige Reputation erarbeitet.

Lukas Nelson konnte durch seine Mitwirkung an dem Film „A Star Is Born“ sowie dem dazugehörigen Soundtrack zuletzt einen großen Erfolg verbuchen. Nach der Zusammenarbeit mit Lady Gaga und Bradley Cooper bringt Lukas Nelson mit seiner Band Promise Of The Real nun ein neues Studioalbum „Turn Off The News (Build A Garden)” an den Start, auf dem einige bekannte Gäste mitwirken, so Shooter Jennings, Sheryl Crow, Kesha, Lucius und Neil Young.

Vor allem mit Neil Young arbeiten Lukas Nelson & Promise Of The Real eng zusammen. Sie begleiten das kanadische Rockurgestein auf seinen Touren und spielten mit ihm neben einem Live-Album auch zwei Longplayer im Studio ein. Die enge Verbundenheit zu Young äußert sich zudem im Namen der Band, der einer Textzeile aus dessen Song „Walk On“ entliehen ist.

Lukas Nelson wählt mit der Single „Bad Case” einen rockigen Einstieg in die CD, an den das Titelstück anschließt. „Turn Off The News (Build A Garden)” hat – wie viele seiner Songs – einen einprägsamen Refrain. In manchen Passagen ist es etwas opulent, sodass mir die alternative akustische Version, die sich als Bonus auf dem Silberling findet, noch mehr zusagt. Bei ihr wird umso deutlicher, dass Lukas Nelson ein talentierter Songschreiber ist.

Im Mittelteil des Longplayers finden sich mit „Civilized Hell“, dem ruhigen „Simple Life“ und dem sommerlichen „Lotta Fun“ einige gelungene, sorgfältig arrangierte Titel. Wenn Nelson „Save A Little Heartache” trällert oder den Gesang bei „Mystery“ in die Länge zieht, geht der Gestaltungsdrang allerdings mit ihm durch. Dabei sind auch in diesen Songs gute Ansätze vorhanden, beispielsweise die Gitarrenlicks seines Vaters Willie. Bei „Where Does Love Go” ist zu hören, dass sich Lukas Nelson an der Musik von Roy Orbison orientiert. Er fängt deren leicht schwülstige Atmosphäre treffend ein.

Beim Durchhören des Albums treten bei den im Midtempo gehaltenen Tracks leichte Ermüdungserscheinungen ein. Die Tendenz hier und da einige musikalische Schlenker einzubauen, die zwar technisch gekonnt, letztlich aber austauschbar sind, spülen die Titel manchmal etwas weich. Bestes Beispiel dafür ist „Stars Made Of You”, das – wäre es auf Deutsch gesungen – einen Platz in der Schlagerparade haben könnte.

Gegen Ende der CD landet Nelson allerdings noch einige Treffer. Vor allem der Rocker im Southern-Style „Something Real“ ragt hervor. Aber auch das sich zu einem furiose Finale steigernde „Out In LA“ sowie der Bonus-Track „Consider It Heaven“ wissen zu überzeugen.

Lukas Nelson hätte bei der Produktion von „Turn Off The News (Build A Garden)“ mehr auf die Kraft seines Songwritings vertrauen können. Das Arrangement einiger Stücke nimmt ihnen etwas von der Wirkung, die möglich gewesen wäre. Manche Titel sind in ein ziemlich gefälliges Gewand gekleidet und ragen damit nicht aus dem Mainstream heraus. Die reduzierten Balladen erscheinen weniger glatt und deuten das Potential der Band an, die dort größeres Profil zeigt. Im oberen Tempobereich, wenn Lukas Nelson & Promise Of The Real die Zügel loslassen, liefert die Band feinen Rock ab.

Fantasy Records/Universal Music (2019)
Stil: New Country/Rock

Tracks:
01. Bad Case
02. Turn Off The News (Build A Garden)
03. Where Does Love Go
04. Save A Little Heartache
05. Lotta Fun
06. Civilized Hell
07. Mystery
08. Simple Life
09. Out In LA
10. Something Real
11. Stars Made Of You
12. Turn Off The News (Build A Garden) (Accoustic) (Bonus Track)
13. Consider It Heaven (Bonus Track)

Lukas Nelson
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Fantasy Records
Oktober Promotion

George Strait – Honky Tonk Time Machine – CD-Review

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Um die großen Country-Neo-Traditionalisten der Marke Alan Jackson & Co., habe ich bisher, bis auf ganz wenige Ausnahmen, immer einen großen Bogen gemacht. Mit dieser oft ein wenig altbacken klingenden und pathos-getränkten Sparte dieser Musik kann ich mich irgendwie nicht anfreunden.

Jetzt wollte mich Universal Music scheinbar zu meinem, mir selbst verwehrten Glück zwingen und hat mir die neue CD „Honky Tonk Time Machine“ des Altmeisters George Strait geschickt. Die geneigte Kundschaft bekommt natürlich genau das, was man bei einem Major-Künstler seines Rangs und Namens erwartet.

Fängt bei der umfangreichen Covergestaltung (Booklet mit allen Texten und Infos, dazu ein bisschen Heimatverbundenheit/Patriotismus auf dem Titelbild in Form einer altehrwürdigen texanischen Location mit texanischer Fahne oben drauf) an, geht über Straits väterlichen Gesang weiter und hört bei der dazu routiniert eingespielten Musik auf.

Die geht gefällig countryesk ins Ohr und ist immer wieder leicht swingend, zum Teil melancholisch, serviert vom Who-Is-Who der Nashville Studiomusiker-Riege wie Greg Morrow, Glenn Worf, Mike Rojas, Ilya Toshinsky, Eric Darken, Mac McAnally, E-Bariton-Spezialist Brent Mason, Stuart Duncan, Paul Franklin & Co.

Aber abgesehen von drei vier Stücken, die immer wieder solche retro-umwobene Fiddle-, Steel- und Pianosequenzen enthalten, mit denen meine Gehörgänge einfach nicht klar kommen und die wohl eher für den Seniorentanz oder -tee in den Altersheimen von Austin und Nashville prädestiniert sind, lässt Strait auch einige gefällige Stücke wie den flockigen Opener „Every Little Honky Tonk Bar“, die Tex-Mex-umwehten „Two More Wishes“ und „Código“, den schönen Schwofer „Old Violin“, den Schunkler „Take Me Away“ oder den knackigen Countryrocker „Honky Tonk Time Machine“ vom Stapel.

Neben der Einbindung von Enkel Harvey beim schmalzigen „God And Country Music“ gibt es am Ende noch als Farbtupfer die Gastpräsenz von Willie Nelson beim es schon erahnen lassenden Titel „Sing One With Willie“, wo sich beide Recken gegenseitig Ehre und Respekt erweisen.

Über die Leistungen und Verdienste des ‚King Of Country‘ braucht man nicht zu diskutieren – absolut beeindruckend! Man bekommt auf dieser Scheibe auf jeden Fall einen guten Einblick in das Erfolgsrezept des Texaners. Zielgerichte, qualitativ hochwertige Klientelmusik, die keinen Millimeter vom Standard des Bewährten abweicht.

In Sachen meiner Person ist es dem guten George mit seiner „Honky Tonk Time Machine“ allerdings auch weiterhin nicht gelungen, mich in seine neo-traditionellen Fänge hineinzubeamen.

MCA Nashville (2019)
Stil: Neo-traditional Country

01. Every Little Honky Tonk Bar
02. Two More Wishes
03. Some Nights
04. God And Country Music
05. Blue Water
06. Sometimes Love
07. Código
08. Old Violin
09. Take Me Away
10. The Weight Of The Badge
11. Honky Tonk Time Machine
12. What Goes Up
13. Sing One With Willie

George Strait
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Universal Music

Ryan Peters – Songs For Old Souls – CD-Review

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Review: Michael Segets

Ryan Peters stammt aus dem Norden Michigans und lebt dort derzeit auch. Viel mehr Informationen konnte ich über den Mann, der mit „Songs For Old Souls“ sein Debüt veröffentlicht, im Netz nicht finden. Auf seiner facebook-Seite nennt er einige Hausnummern als musikalische Orientierung: Hank Williams, Johnny Cash, Waylon Jennings, Willie Nelson aus der Country-Sparte, Lynyrd Skynrd, The Band und jüngere Musiker wie Jason Isbell und Chris Stapleton. Deren Einflüsse klingen an der einen oder anderen Stelle des Albums auch an, ohne dass ich direkte Parallelen ziehen würde.

Wie das mit den Vergleichen auch sei: „Songs For Old Souls“ klingt angenehm vertraut und hält einige Highlights parat. Mein Favorit ist der Opener „Gotta Go“. Der kraftvolle Roots Rock mit einprägsamen Refrain überzeugt auf der ganzen Linie. Stark ist auch der Country-Rocker „Let Me Down Easy”. Unter den langsameren Titeln sticht „Nobody’s Dime“ mit einem tollen Southern-Flavour hervor, aber auch „Lighthouse“ weis mit seinem trocken stampfenden Rhythmus und gelungenem Gitarrensolo zu gefallen.

Die leicht angeraute Stimme von Ryan Peters ist vielleicht nicht unverwechselbar markant, aber sie passt prima zu den Songs der CD, die eine gelungene Mischung aus Balladen und schnelleren Midtempo-Stücken bietet. Das Pendel schlägt meist in Richtung Roots- oder Country-Rock aus, wobei Peters die Titel durchaus unterschiedlich arrangiert.

Nicht zuletzt durch den ausgiebigen Einsatz der Mundharmonika erhält „Railroad Village Blues”, bei dem Peters das Kleinstadtleben besingt, einen Country-Einschlag. Dieser kommt vor allem bei „Damned If I Don’t“ vollends zur Geltung. Dieser Song wird ebenso wie die insgesamt akustisch gehaltene Ballade „If He Got To Heaven” mit gehörig Slide untermalt.

„Living Too Fast” hat schöne Klavierpassagen und entwickelt wie auch „Before It Was Gone“ viel Drive, an dem der Gesang von Peters einen großen Anteil hat. In der zweiten Hälfte des Albums finden sich mit „Stab In The Dark“, „The Best Of Me“ und „Take Me Back“ noch drei solide, rockigere Titel, die sich mal durch melodiöse Gitarrenläufe, mal durch härtere Riffs auszeichnen.

Mit „Songs For Old Souls“ legt Ryan Peters ein vielversprechendes Debüt vor, das bodenständig und ehrlich klingt. Nach einem fulminanten ersten Teil finden sich im zweiten etwas schwächere Stücke, die aber immer noch gut hörbar sind. Einzelne Titel – wie „Gotta Go“ – begeistern vollständig, sodass man gespannt sein darf, was man zukünftig von dem Mann aus dem Great Lakes State hört.

Homestead Productions (2018)
Stil: Roots Rock / Country Rock

Tracks:
01. Gotta Go
02. Lighthouse
03. Railroad Village Blues
04. Let Me Down Easy
05. Nobody’s Dime
06. Living Too Fast
07. Before It Was Gone
08. Damned If I Don’t
09. Stab In The Dark
10. If He Got To Heaven
11. The Best Of Me
12. Take Me Back

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