
Die mittlerweile zig-fache Grammy-Gewinnerin und auch in die Rock And Roll Hall Of Fame aufgenommene Sheryl Crow trat 1994 mit ihrer Hitsingle „All I Wanna Do“ in mein musikalisches Leben, kurze Zeit später habe ich sie live als Support von Joe Cocker in der Dortmunder Westfalenhalle 2 gesehen, für dessen damalige „Have A Little Faith“-Tour sie noch relativ spontan eingebunden worden war.
Seither hat sie sich mit vielen Alben (die meisten davon besitze ich) zu eine der wichtigsten und bekanntesten weiblichen Musikerinnen und Stimmen der zeitgenössischen Rockmusik entwickelt. Trotz zwischenzeitlicher Gerüchte über ein Karriereende, veröffentlicht die heute in Nashville lebende Protagonistin nun mit „Pick You Up“ ein aus sieben neuen Stücken bestehendes Kurzwerk.
Sämtliche Lieder bestechen durch tolle Melodien, ihre Eingängigkeit, klare Instrumentierung und natürlich Crows immer noch äußerst markanterStimme.
Man fühlt sich teilweise in die große Zeit der Westcoastmusik (herrlich unter anderem der Eagles-geprägte Titelsong „Pick You Up mit diesen typischen Harmony Vocals) zurückversetzt, aber auch Reminiszenzen an viele weiblich bestimmte Acts wie Fleetwood Mac, die Bangles, 4 Non Blondes oder auch Heart & Co. werden wieder wach.
Mit „Perfect“ demonstriert sie überaus eindrucksvoll wie man einen potentiellen Radio-Hitsong im 3-Minuten-Ambiente konzipiert. Schöne Gitarrenhook, lockerer Strophengesang, markanter Refrain, Gesangsbridge mit Harmoniegesängen, herrliches E-Solo, lockerer 2. Strophengesang, markanter Refrain, fertig! Ein hochmelodischer Track auf dem Niveau von „All I Wanna Do“. Perfekt!
Center-Song ist jedoch das politisch motivierte „Freedom Bus“. Passend zu diesem Fingerzeig auf die Errungenschaften der Freiheit ist der als moderner Woody Guthrie gefeierte Jesse Welles als Co-Vokalist mit eingebunden.
Hier singen sie im Refrain:
Whoever said freedom was free?
There ain’t no freedom without history
And folks who died for you and me
So don’t be an asshole, let everyone be
Dem bleibt nichts hinzuzufügen.
Wermutstropfen sind eigentlich nur die für einen Longplayer recht wenigen sieben Stücke. Da ist für mich eigentlich die Zehner-Marke so das Mindestmaß. Am Ende gilt natürlich: lieber sieben tolle Lieder als zehn mittelmäßige.
Sheryl Crow reiht auf „Pick You Up“ sieben hochwertige Songperlen auf, die an Eingängigkeit, musikalischer Qualität und Hittauglichkeit ihres Gleichen suchen. Statt zu einer prunkvoll, glitzernden Halskette reicht es von daher aufgrund der äußerst überschaubaren Spielzeit insgesamt nur zu einem äußerst attraktiven und schmucken Armband.
Old Green Barn (2026)
Stil: Rock / Pop & More
01. Freight Train
02. Perfect
03. Pick You Up
04. Flat Earth
05. I’ve Got Your Number
06. Heaven Help Us
07. Freedom Bus









