Megan Moroney – Support: Colin Lynch – Carlswerk Viktoria, Köln – Konzertbericht

Megan Moroney ist mir bis dato eher nur oberflächlich bekannt gewesen. Ich habe zumindest mit Erstaunen im Februar zur Kenntnis genommen, dass sie zwischenzeitlich, wenn auch nur für eine Woche, mit ihrem aktuellen Longplayer „Cloud 9“ die Nr.1-Alben-Dauerpräsenz der beiden Branchenführer Ella Langley und Morgan Wallen durchbrechen konnte.

Nach der finalen Akkreditierung am Tag zuvor, entpuppte sich die Anreise in die rund 80 km entfernte Domstadt am Spätnachmittag als überraschend entspannt und ich traf recht frühzeitig vor Einlass am Carlswerk Viktoria ein. Doch weit gefehlt. Ich hatte bei meinen bisherigen Besuchen in der Location noch noch nie in einer so langen Warteschlange gestanden.

Eine Heerschar an weiblichen Teenagern und jungen Damen, überwiegend vermutlich im präferierten Look ihres Idols mit Röcken und mit Schleifchen behangenen Cowboyboots gekleidet, hatte sich bereits erwartungsfreudig versammelt. Den überschaubaren Rest bildete wohl erwachsenes Begleitpersonal, Freunde oder Leute wie mich, die aus rein allgemeinen musikalischem Interesse vor Ort waren.

Als Voract gab es die übliche One-Man-Show, diesmal in Persona von Colin Lynch aus Pennsylvania. Der junge Bursche, der Musiker wie Bruce Springsteen, Zach Bryan, Jim Croce oder Jason Isbell als Einflüsse benennt, punktete mit einer selbstbewussten Vorstellung, in Form von Songs aus dem eigenen Fundus (u. a. „4th of July Darlin'“) und zwei ´Covernummern („Dancing On My Own“ von Robyn und  „Love Yourself“ von Justin Bieber).

Bei „Beach Fire Embers“ kam neben Gesang und der Akustikgitarre parallel auch noch das Mundharmonikaspiel zum Einsatz. Die dynamische und sympathische Vorstellung wurde mit viel Applaus zurecht belohnt, Lynch erwies sich als weiteres gutes Beispiel für das schier unerschöpflich erscheinende Reservoir an Talenten in den Staaten.

Nach recht kurz gehaltener Pause war dann die Bühne für Megan Moroney und ihr siebenköpfiges Begleitensemble bereitet. Die Tour ist entsprechend nach dem o. a. Erfolgsalbum benannt und so war es keine Überraschung, dass mit den Songs „Stupid“ und „Medicine“ daraus, in die aus mehreren Abschnitten eingeteilte Show (zwecks Kleiderwechsel – am Ende durften sich die beteiligten Musiker dann immer etwas ausgedehnter instrumentell zeigen) sofort stimmungsträchtig und dynamisch eingestiegen wurde.

Übrigens in Anklang an das Album waren die Farben Rosa und Pink omnipräsent, dazu glitzerten Megans Outfits bis hin zu ihren eingesetzten Gitarren fast in Dauerrotation. Die von Sugarlands Kristian Bush protegierte, aus Douglasville, Georgia stammende Country-Sängerin und -Songwriterin ließ dann ein einziges Feuerwerk an eingängigen und mitsingbaren Tracks ab, das als Highlights in Stücke wie die melancholischen „Who Hurt You“, „Wedding Dress“ und „Hope You Are Happy“ sowie den Hits „Cloud 9“ oder „Tennessee Orange“ mündete.

Das flockige mit ein wenig Heartland-Flair bedachte „Am I OK?“ und das launige „6 Month Later“ als einzige Zugabe beendeten ein stimmungsträchtiges Event einer aufstrebenden Country-Künstlerin mit großen Ambitionen, bei dem ihre Klientel voll auf die Kosten kam. Damit dann auch wirklich alle typischen Klischees bedient wurden, kam Steel Player Justin Schipper auch noch zur Zugabe mit einem FC Köln-Trikot an sein Arbeitsgerät.

Die gewohnten Bilder bei uns vom Gig gibt es nicht, die wurden nur agenturseitig von den skandinavischen Konzerten in überschaubarer Anzahl zur Verfügung gestellt. Während die rund 1.500 Leute lustig mit ihren Handys filmten und knipsten und die Schnappschüsse in, weiß was für einer Qualität ins Netz stellen werden, wurde es professionellen Akteuren seitens des MM-Managements schon im Vorfeld komplett verwehrt. Dabei hätte es dank der attraktiven blonden langmähnigen Protagonistin, dem schönen Bühnenambiente samt der toll gestalteten Video-Bühnenwand im Hintergrund, sicherlich tolle Fotos gegeben.

Das verstehe, wer will, jemand wie ich, der seit fast 30 Jahren erfolgreich in der Werbebranche arbeitet, jedenfalls nicht. Den Megan Moroney-Fans mag das völlig egal gewesen sein, sie hatten jedenfalls an diesem Abend ihren erwartet großen Spaß und schienen während und nach dem Gig begeistert auf Wolke 7 zu schweben, ähm, in diesem Falle wohl besser gesagt, eher auf Cloud 9…

Line-up:
Megan Moroney (lead vocals, guitars)
Justin Schipper (pedal steel)
Riley Lowery (electric guitar)
John Barker (electric guitar)
Lance Martin (guitar, mandolin, banjo)
Alex Shernit (bass)
Eric Pritchard drums)
Haley Sullivan (keys)

Text: Daniel Daus

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Carlswerk Victoria

Outpost Drive – The Outpost – Digital-Album-Review

Hinter Outpost Drive verbirgt sich ein Duo, das sich auf dem Outpost Drive in Los Angeles, Kalifornien, kennengelernt und zu lieben geschätzt hat. Die aus Mobile, Alabama stammende Mary Bragg Robinson und der Brite Willow Robinson sind mittlerweile verheiratet und haben nun auch ihre gemeinsame musikalische Passion in ihrem Debütalbum aus satten 15 Stücken bestehenden „The Outpost Drive“ kanalisiert.

Ich bin rein zufällig über den Titelsong „The Outpost“ ‚gestolpert, der in seiner atmosphärisch aufgeheizten Art sofort, die blendende Konstellation in den Gesängen, sowohl einzeln als auch in den Harmonien, offenbart. Ich habe die beiden sofort zwecks Albumbesprechung kontaktiert und schon am nächsten Tag war der Longplayer transferiert.

Der Track offeriert auch schon in einem Lied, was den Zuhörer im weiteren Verlauf erwartet: Eine geballte Mischung aus Folk-, Indie-, Country- (Richtung Lady A & Co.) und dezent southern gefärbtem Rock, ein Hauch von Blues ist auch dabei („Lord Have Mercy“).

Was besonders auffällt, ist die brillant austarierte Entscheidung, wer von beiden im jeweiligen Song singt und wie und wo man sich gegebenenfalls in den Vokalharmonien zusammenfindet (Mary Bragg Robinson entpuppt sich da teilweise als eine Art Stevie Nicks 4.0). Dazu wird nicht auf den schnellen 3-Minuten-Single-Erfolg geschielt, ganz im Gegenteil, viele der Lieder sind auch instrumentell anspruchsvoll ausstaffiert (als weitere Beispiele dienen u. a. die beiden southern-umwehten „Make Up Your Mind“ und „Let’s Find Something To Talk About“ als grandioses Finale). Nicht zu vergessen, die glasklare transparente Produktion, die alle Komponenten letztendlich überaus gekonnt in Einklang bringt.

Weitere Anspieltipps für Noch-Zögerer sind Tracks wie die leichte New Country-Nummer „Magnolia Tree“ (Marke Lori McKenna), das Harmonica-unterlegte Veranda-Stück „I Love The Rain“, das Fleetwood Mac-reminiszierende „The Ritual“, die hoch-emotionale Ballade „Goodnight“ oder das mit etwas Miranda Lambert-/Kacey Musgraves-Flair bedachte „Lonestar“.

Fazit: In Outpost Drive hat sich was gesucht und gefunden, was absolut zusammengehört. Ich habe selten in diesem Bereich ein so variables und doch so stimmiges Debüt erlebt. Hier passt von den Gesängen, den Melodien, der instrumentellen  Gestaltung bis zur formidablen Produktion alles, Ich bin restlos begeistert. Wenn jetzt noch ein wenig Nashville-Vitamin-B dazukommen würde, wird bei Outpost Drive die Post richtig abgehen. Weiter so Mary und Willow!

Treasure Map Records (2026)
Stil: New Country & More

Tracklist:
01. Till Death Do Us Part
02. The Outpost
03. Magnolia Tree
04. Gracefully
05. Waterlou Rd
06. I Love The Rain
07. The Ritual
08. Tensaw River
09. Broken Vein
10. Lord Have Mercy
11. Goodnight
12. You Have Won The Lottery!n
13. Make Up Your Mind
14. Lonestar
15. Let’s Find Something To Talk About

Outpost Drive
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pez – Groundtrippin‘ – CD-Review

Wow, New Country aus unseren Landen, und dazu richtig guter! Bis dato sind mir da nur zwei nennenswerte Scheiben von The Cumberland River Project in diesem Magazin unter die Fittiche gekommen. Eine gute, als sich der englische Gesang bei den Tracks auf viele Nativ-Singer verteilte, bei der zweiten, als der Mastermind Frank Renfordt die Sache selbst in die Hand nahm, ging es böse ‚in die Hose‘.

Beim aktuell zu besprechenden Debüt-Werk von pez, bürgerlicher Name Peter Geyer, aus der nördlichen Oberpfalz stammend, kann in dieser Hinsicht sofort Entwarnung gegeben werden. Hier ist in allen Belangen (Songwriting, Musik, Gesang, Texte, Produktion) merklich sofort ein professioneller internationaler Anspruch erkennbar, von deutschem Stallgeruch so gut wie keine Spur!

Peter Geyer hat bereits seit frühster Kindheit/Jugend viel musikalische Erfahrung (u. a. bei den Regensburger Domspatzen und in professionellen Coverbands gesammelt, jetzt hat er scheinbar die richtige und zu ihm passende Musik für seine anstehende Solo-Karriere entdeckt.

Man erkennt schon so sofort bei den ersten drei überaus eingängigen Stücken, die sich alle in ihrer Melodik und instrumentellen Umsetzung radiotauglich präsentieren, die hohe Detailverliebtheit des Protagonisten. Rock, Pop und Country verschmelzen perfekt zu einer Einheit, wobei die countrytypischen Ingredenzien mittels u. a. E- und A-Gitarren, Banjo, Fiddle, Dobro, Steel oder Mandoline (später bei „Nice And Slow“ auch eine Mundharmonika) immer klar heraushörbar sind.

Nicht zuletzt auch ein Verdienst eingebundener Musiker wie Kyle May (Drums), Tyler Slawson (Gitarre, bekannt u.a. durch Cort Carpenter Band), Kelby Ray Caldwell (The Cadillac Three, Lap Steel) und Aaron Thompson (Bass, bekannt u. a. durch seine Arbeit mit Tyler Braden) bei „Without Superman“ oder bei weiteren Tracks Sasha Ostrovsky aus der Band von Darius Rucker, Nashville-Session-Musiker Jake Clayton sowie Schlagzeuger und Percussionist Alex Höffken, der bereits mit Michael Patrick Kelly, Ronan Keating, Nico Santos und Mark Forster gearbeitet hat.

Insgesamt geben etablierte Nashville Stars wie Morgan Wallen oder Luke Combs stilistisch die Richtung vor, die zehn Lieder lassen in dieser Hinsicht und Qualität nichts zu wünschen über. Mutig ist, ausgerechnet den rockigsten Track am Ende, das bereits o. a. „Without Superman“ (eine Hommage an seinen verstorbenen Großvater) als Single auszukoppeln. Die hier lesende Southern Rock-Fraktion wird dem sicher nicht abgeneigt sein.

pez und sein Erstling „Groundtrippin'“(erhältlich als Stream und CD) entpuppt sich für mich als eine der großen Überraschungen dieses Jahres und ich kann mir vorstellen, dass auch die Entscheider der großen Nashville-Labels, sofern sie diese Scheibe zu hören bekommen würden, sich verwundert, die Augen, beziehungsweise in hiesigem Sinne, die Ohren reiben würden… Herrlich frischer New-Country in allen Facetten, der großen Spaß bereitet!

Eigenproduktion (2026)
Stil: New Country

Tracks:
01. Where The Highway Ends
02. Lynchburg TN
03. By Nine
04. Never Seen Tennessee
05. Late Night Talks
06. Lost Me for Country
07. Nine To Five
08. Nice And Slow
09. Three Chords And The Truth
10. Without Superman

pez
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***superlifepromo***

Carly Pearce – Honest Woman – CD-Review

Carly Pearce hat sich seit ihrem Debüt im Jahre 2017 mit viel Fleiß in die Top-Garde der weiblichen Country-Künstlerinnen hervor gearbeitet. Der ganz große Wurf  in Sachen Alben oder Singles ist allerdings dabei ausgeblieben. Das Maß aller Dinge ist unter den Kolleginnen schon seit geraumer Zeit Ella Langley, der es sogar gelungen ist, den ‚Dominator‘ Morgen Wallen vom Thron zu stürzen.

Wir hatten Anfang letzten Jahres mal die Freude, sie zusammen mit Wade Bowen im Schlepptau, der übrigens in den nächsten Wochen mit „The Version Of Me You Get“ einen starken neuen Longplayer an den Start bringen wird (Review natürlich auch bei uns), uns in Köln von der sympathischen Präsenz der aus Kentucky  stammenden Künstlerin (heute in Nashville lebend) live überzeugen zu können.

Jetzt in den Tagen, wo ihr langjähriges Idol, Dolly Parton, leider das Zeitliche gesegnet hat (Carly hat ja früher lange in ihrem Dollywood-Freizeitpark als Sängerin gearbeitet), bringt sie mit „Honest Woman“ ihr fünftes Album auf den Weg.  Mit satten 16 Tracks ist das Werk üppig bestückt, die traditionelle Countrymusik steht dabei deutlich im Mittelpunkt.

Lediglich das peppige und eingängige „She Don’t“ sticht in dieser Hinsicht etwas heraus. Ansonsten gibt es ein fein instrumentiertes Konvolut (mit viel Banjo, Dobro, Fiddle, Mandoline, Steel) an Tracks in allen Tempi, das irgendwie angenehm und klar produziert dahinfließt, ohne aber einen großen Wow-Effekt auszulösen.

Der sicherlich nicht unklug gewählte Ansatz, auf „If I Don’t Leave I’m Gonna Stay“ mittels eines Duetts mit Riley Green, es der o. a. derzeitigen Platzhirschin ambitioniert mit einem emotionalen Song gleich zu tun, ist mit nur Platz 40 in den Charts aber eher verpufft.

Weitere Gastpräsenzen gibt es von den Bluegrass-Koryphäen Dan Tyminski bei „Who’s Lying Here“ sowie  von Molly Tuttle und Dan Tyminski auf „What If You Loved Me“. Ein Highlight in Verbindung mit einem gut gemachten Video, ist „Same Circus“, das ihre scheinbar etwas schwierige Einstellung zur Männerwelt einmal mehr thematisiert. „Machen Frauen tendieren halt dazu, sich den falschen Mann auszusuchen“, sagt allerdings meine Gattin auch des Öfteren zu mir…

Carly Pearce hat weiterhin meine uneingeschränkte Sympathie. Mit „Honest Woman“ betreibt sie – könnte man meinen – teilweise immer noch, wie auf den Alben zuvor, trotz neuer Beziehung, Wundenlecken in Sachen gescheiterter Schnellehe mit Michael Ray unter dem Deckmantel der Rückbesinnung auf die Countrywurzeln. Für Selbstironie ist mir das mittlerweile – so lange anhaltend – doch ein wenig ‚too much‘.

Irgendwann finde ich, Aufrichtigkeit hin oder her, sollte mal Schluss mit dem Thema und der Blick wieder nach vorne gerichtet sein. Ehrlich gesagt, trotz vieler neuer Songs mit einigen guten Ideen, namhafter Gastpräsenzen, insgesamt ein guter, aber eher unspektakulärer ‚Auftritt‘!

Stoney Creek / BMG Nashville (2026)
Stil: New Country

01. Dream Come True
02. Church Girl
03. She Don’t
04. You Can Have Him
05. How Long
06. WWJD
07. Same Circus
08. Happy For Myself
09. If I Don’t Leave I’m Gonna Stay (Carly Pearce And Riley Green)
10. I Don’t Have The Heart
11. He Don’t Like My Dogs
12. Leave My Heart Alone
13. Who’s Lying Here (feat. Dan Tyminski)
14. Daisy
15. What If You Loved Me (feat. Molly Tuttle And Dan Tyminski)
16. Why God Why Me

Carly Pearce
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Lime Tree Music

Shania Twain – Little Miss Twain – CD-Review

Shania Twain zählt zweifellos zum Who Is Who, wenn es um weibliche (New) Countrymusik geht. Ihr Album „Come On Over“  inklusive des Mega-Hits „That Don’t Impress Me Much“ gilt mit über 40 Millionen verkauften Einheiten immer noch als meistverkaufter Longplayer einer weiblichen Künstlerin aller Zeiten. Zu dieser Phase kam es zu einem regelrechten Hype um die Kanadierin.

Es gab aber auch bittere Momente in ihrem Leben wie u. a. der Missbrauch durch den Stiefvater in frühsten Kindestagen, das Ehedebakel mit Robert ‚Mutt‘ Lange oder der Verlust ihrer Stimme im Rahmen einer Borreliose-Erkrankung. Mit ihrem von der Mutter anerzogenen Kämpferherz hat sie all diese Tiefschläge überwunden. Nun lässt sie mit ihrem mittlerweile siebten Album „Little Miss Twain“ erneut aufhorchen und reflektiert hier größtenteils ihre Kindheit in Kanada.

Der Silberling beinhaltet 15 neue Stücke, von denen die Protagonistin 14 selbst- oder mitkreiert hat. Wie sich für eine Interpretin ihres Ranges gehört, wurde durch ihr Label an nichts gespart. Diverse Produzenten (Ammo, Eren Cannata, Justin Tranter, David Paich, Zach Daes, Jeff Gitelman), zig arrivierte Musiker (u. a. Jay Bellrose, Grgg Bissonette, Nathan East, Russ Pahl, T Bone Burnette, Greg Leisz), sowie prominente Gäste wie Tanya Tucker, Josh Homme (Queens Of The Stone Age) und The War And Treaty  aus diversen Richtungen, machen ihre Scheibe zu dem, wofür sie seit Beginn ihrer Erfolgsgeschichte steht: New Countrymusik mit ergänztem Crossover-Appeal. Und selbst Sohnemann Eja Lange glänzt mit sporadischer Präsenz bei Tracks wie „Right Time“ und „Little Miss Twain“ (Produktion, BGVs).

Wie schon erwähnt, kokettiert Ms. Twain mit den diversesten Stilen, wie u. a. Country, Rock, Pop, Swing, R&B, Westcoast oder Tex-Mex und lässt alles geschickt zusammenfließen. wobei es ihr gelingt, erneut viele markante Refrains, die recht schnell ins Ohr gehen, in den Vordergrund zustellen.

„Right Time“ (mit markantem Banjo) bohrt sich schon direkt nach dem ersten Abspielen ins Langzeitgedächtnis. „Little Miss Twain“ bildet einen Höhepunkt in emotionaler Sicht (hier singt sie im Refrain; „According to my mother, I’m the next Tanya Tucker, I’m gonna be a star, Yeah, I’m gonna be a star“) mit dabei bei den Harmoniegesängen natürlich: Tanya Tucker!

Das dezent swampige „Dirty Rosie“ (mit unterschwelliger CCR-Note) und das atmosphärische „Faded Blue Jeans“ (mit Josh Homme im Background) entpuppen sich als meine persönlichen Favoriten, „Quit My Life“ mit ‚Abba goes Country‘-Charakter hat Hitpotential, die beschwingten  „Scary Little Thing“ und „New Love“ sind weitere ‚Gute Laune-Bringer‘, im Balladenbereich wissen „Problematic“ und „Take It To The River“, unter Mitwirkung des angesagten Erfolg-Duos The War & Treaty, zu gefallen.

Die fünffache Grammy-Gewinnerin Shania Twain bietet mit „Little Miss Twain“ einen bunten Strauß an Musikstilen mit autobiografischem Hintergrund, mit dem sie sicherlich zumindest kurzfristig mal die Dominanz von Ella Langley und Morgen Wallen stören könnte. Gut gemacht, Ms. Twain!

Republic Nashville (2026)
Stil: New Country / Crossover

01. Stranger Things
02. Right Time
03. Little Miss Twain
04. Dirty Rosie
05. Quit My Life
06. Problematic
07. Scary Little Thing
08. I’d Be Loving Me
09. Faded Blue Jeans
10. Northern Town
11. That’s The Money
12. Down The Middle
13. Take It To The River
14. New Love
15. Rock Stars

Shania Twain
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Universal Music

Ella Langley – Dandelion – CD-Review

Da wollte ich doch tatsächlich mal wissen, wem es gelungen ist, Morgan Wallens Albumdauervormachtstellung in den Billboard-Charts, wenn auch vermutlich nur temporär, zu durchbrechen.

Es handelt sich um die junge, aus Hope Hull, Alabama stammende Ella Langely, die 2024  mit ihrem Debüt-Longplayer „Hungover“ und der inkludierten Single „You Look Like You Love Me“ im Duett mit Riley Green erste Achtungserfolge erzielt hatte und jetzt mit dem nachfolgenden Longplayer „Dandelion“ förmlich durch die Decke geht.

Manchmal muss man halt zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort sein. Nach dem Hype um eine andere Kollegin aus Alabama, scheinen jetzt die großen Tage dieser jungen Dame gekommen zu sein. Dass sie auch noch bildhübsch aussieht, was vermutlich auch nicht von Nachteil ist, sei am Rande erwähnt.

Laut Langley hat der Titel (Dandelion = Löwenzahn) für sie selbst symbolische Bedeutung in Sachen Unvergänglichkeit, Hoffnung, Heilung und Widerstandsfähigkeit. Attribute mit denen sie ihr eigene Entwicklung verbindet.

Die achtzehn Tracks beginnend und endend mit einem Traditional Intro und Outro „Froggy Went A Courtin'“), bieten eigentlich soliden, eher traditionell ausgerichteten (New-) Country-Stoff, es gibt unzählige Scheiben, die mir deutlich besser gefallen, aber auch deutlich weniger Erfolg aufwiesen. Allerdings, je öfter man einzelne Tracks hört, desto deutlicher wird die Strahlkraft und die dementsprechende Wirkung.

Das Engrow der Stücke hat die Protagonistin im Verbund mit bekannten Songwritern wie u. a. Brett Tyler, Luke Dick, John Nite, Laura Veltz oder aber auch Kollegen wie Hardy oder Miranda Lambert kreiert, letztgenannte hat ihr auch samt Ben West in Sachen Produktion assistiert.

Auch bei den vielen involvierten Musikern stößt man auf bekannte Namen wie u. a.  Charlie Worsham, Tom Bukovac, Dave Cohen, Lonnie Wilson oder  Rob McNelley, die ein Qualitätsprodukt garantieren.

Center-Song ist zweifellos der Ohrwurm „Choosin‘ Texas“ der so ein wenig dem Hit „Drinkin‘ Problem“ nacheifert. Überhaupt hat die Langley-Scheibe viel Midland-Esprit, eben mit weiblicher Stimmnote, und die ist zweifellos klasse. Also eine erfolgsversprechende Mischung, die Billboard-Charts lügen nicht.

Und so bekommt man eine gut angeordnete Mischung aus eingängigen Ohrschmeichlern wie „Dandelion“, „We Know Us“, „Be Her„, „Bottom Of Your Boots“, „Speaking Terms“, „Broken“, „Butterfly Season“ (Frauenpower zusammen mit Miranda Lambert), oder das in einer Akustikversion gespielte „Most Good Things Do“ (mein Lieblingssong) und traditionell angefärbten Countryheulern wie „I Gotta Quit“, „It Wasn’t God Who Made Honky Tonk Angels“ und dem Schwofer „Last Call For Us.

Ella Langley ist die Country-Künstlerin der Stunde, das steht jedenfalls fest. Mit „Dandelion“ hat sie der Kollegin Kacey Musgraves, ihr nächstes Nr.1-Album förmlich vermiest, hält die Morgan Wallen-Album-‚Armada‘ seit einigen Wochen in Schach und steht auch mit den inkludierten Tracks „Choosin’Texas“, „Be Her“ und „I Can’t Love You Anymore“ in den Song-Charts mit einem Triple an der Spitze. Da scheint sich ein schönes Duell für die nächsten Jahre anzubahnen. Die Frage zunächst bleibt, wann der Dominator wieder zurückschlägt?

Columbia Records/Sony Music (2026)
Stil: (New) Country

Tracks:
01. Froggy Went A Courtin‘ – Intro
02. Dandelion
03. Choosin‘ Texas
04. We Know Us
05. Low Lights
06. Be Her
07. You & Me Time
08. Loving Life Again
09. Bottom Of Your Boots
10. Speaking Terms
11. I Gotta Quit
12. It Wasn’t God Who Made Honky Tonk Angels
13. Last Call For Us
14. Broken
15. Somethin‘ Simple
16. Butterfly Season
17. Most Good Things Do
18. Froggy Went A Courtin‘ – Outro

Ella Langley
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Sony Music

49 Winchester – Change Of Plans – CD-Review

Ich besitze ein T-Shirt von Blackberry Smoke, wo auf der Rückseite der Slogan ‚Too Rock for Country, Too Country For Rock‘ als Charakteristikum der Band platziert ist und bei dem gleichzeitig auch so treffend das Erfolgsrezept von Charlie Starr & Co. beschrieben wird.

Eine Gruppe, die sich mit zunehmender Dauer ebenfalls dieser Attitüden bedient und im gleichen musikalischen Fahrwasser mitschwimmt, ist 49 Winchester.  Die Truppe um Bandleader Isaac Gibson, samt Bus Shelton (Leadgitarre), Chase Chafin (Bass), Noah Patrick (Pedal Steel), Tim Hall (Keys) und Justin Louthian (Schlagzeug), bringt jetzt mit „Change Of Plans“ ihr bereits sechstes Album auf den Markt.

Produziert hat es kein geringerer als der GRAMMY-prämierte Dave Cobb (Chris Stapleton, Sturgill Simpson) innerhalb von nur acht Tagen in seinem Aufnahmestudio in Savannah, Georgia. Der auf dem Werk enthaltene Track „Oh Savannah„, geschrieben von Frontmann Isaac Gibson gemeinsam mit Jessie Jo Dillon und Chris Tompkins, ist quasi eine Inspiration der Band während der Aufnahmen mit Cobb.

Das Lied folgt als dritte Single, nachdem man zuvor bereits die beiden Stücke „Slowly“ und das ein wenig an „Can’t You See“ erinnernde „Pardon Me„ ins Rennen gesendet hatte. Auffällig auf dem neuen Silberling sind die dezent eingebundenen Prog- und Classic Rock-Ingredienzien (ohne dabei ihr charakteristisches Storytelling zu vernachlässigen), die man bei Liedern wie „Bluebird“, der tollen Black Sabbath-Adaption „Changes“, oder auch beim furiosen, fast theatralischen Abschluss „Heavy Chevy“ entdeckt.

Weitere Highlights sind das roots-rockige „All Over Again“ (mit packenden atmosphärischen Tempowechseln)  oder der Southern-Countryheuler im Stile der Charlie Daniels Band,“Bringin‘ Home The Bacon“, mit integriertem Billy Power-Gedächtnis-HT-Geklimper. 

Mit „Change Of Plans“ fügt das Sextett aus Virginia einen weiteren kreativen Höhepunkt in ihr Portfolio, der Rohheit mit Raffinesse samt den Themen wie Wandel, Reife und Ausdauer ineinander fließen lässt.

„Wir haben das alles aus dem Nichts aufgebaut… und indem wir dieser Haltung treu geblieben sind, fühlt es sich jetzt endlich an, als wäre es unsere Zeit“, so Isaac Gibson zur Entwicklung der Gruppe. Womit er zweifellos eindeutig Recht hat!

New West Records / MCA (2026)
Stil: Southern Rock, New Country

Tracks:
01. The Window
02. Bluebird
03. Changes
04. All Around Me
05. Slowly
06. All Over Again
07. Oh Savannah
08. Bringin‘ Home The Bacon
09. Pardon Me
10. Heavy Chevy

49 Winchester
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Lime Tree Music

Kacey Musgraves – Middle of Nowhere – CD-Review

Die Karriere der Singer/Songwriterin Kacey Musgraves ist seit ihrem Debüt „Same Trailer Different Park“ im Jahr 2013 eine einzige Erfolgsgeschichte. Jeder bisher veröffentlichte Longplayer  landete auf Platz 1 der Country Billboard Charts.

Seither hagelte es acht Grammys  (u. a. das Album des Jahres für „Golden Hour“) und vielfache weitere Auszeichnungen in diversen Rubriken für die humorvolle und sympathische Texanerin. Sie stammt ja aus einer Kleinstadt mitten im Nichts des Lonestar States und auch beziehungstechnisch schien es wohl in letzter Zeit nicht rund gelaufen zu sein. Somit erscheint der Titel ihres neuen Werkes „Middle of Nowhere“ auch in metaphorischer Hinsicht eine aktuelle und treffende Beschreibung des Istzustandes, den es hier aufzuarbeiten galt.

Und es ist ihr mit Brillanz gelungen, natürlich auch, weil hier nichts dem Zufall überlassen wurde. In der Zusammenarbeit beim Songwriting und der glasklaren Produktion wurde mit Leuten wie u. a. Daniel Tashian und Ian Fitchuk wieder auf Altbewährtes gesetzt. Zusätzliche Glanz verbreiten Gastpräsenzen von Künstlern wie Willie Nelson, Miranda Lambert, Billy Strings und Gregory Alan Isakov.

Die neuen Songs bestechen durch ihre Simplizität bei maximaler Effektivität. Das sind alles wunderbar ‚leichtfüßige‘ Melodien, arrangiert mit lockeren, transparent ausgesteuerten Akustik- und E-Gitarren, sowie typischen Steeleinlagen für das Countrylabel. Die Drums, sporadisch immer wieder  loopähnlich eingesetzt, geben Tracks wie „Dry Spell„, „Back On The Wagon“, „I Believe In Ghosts“, Loneliest Girl In The World“, „Everybody Wants To Be A Cowboy“, „Rhinestoned“ oder „Mexico Honey“ dieses radiotaugliche Esprit, das natürlich von Musgraves‘ betörender Stimme den endgültigen Kick enthält. Einfach zum Dahinfließen.

Und für die Traditionalisten sorgen atmosphärischen Lieder mit Western Touch wie „Abilene“ und „Coyote“, als auch humorvolle Schunkler der Marke „Horses and Divorces“ (allein schon der Titel ist klasse) und „Uncertain, TX“ (beide mit integrierten Akkordeonklängen) für das entsprechende Gegengewicht. Am Ende ist es der Protagonistin gegönnt, bei „Hell On Me“ die gescheiterte Beziehung unter schmerzvollem Gesang zu reflektieren.

Mit dem neuen Album „Middle of Nowhere“ (das Coverbild wurde übrigens von Kaceys Schwester fotografiert)  sollte es zumindest in beruflicher Hinsicht wieder vollauf ins Rampenlicht gehen. Eine erneute Top-Platzierung in den Charts liegt durchaus im Bereich des Möglichen. Und vielleicht klappt es dann ja auch wieder mit der Liebe. Die Liste der Verehrer dürfte sehr sehr lang sein…

Lost Highway Records (2026)
Stil: New Country

01. Middle of Nowhere
02. Dry Spell
03. Back On The Wagon
04. I Believe In Ghosts
05. Abilene
06. Coyote
07. Loneliest Girl In The World
08. Everybody Wants To Be A Cowboy
09. Horses and Divorces
10. Uncertain, TX
11. Rhinestoned
12. Mexico Honey
13. Hell On Me

Kacey Musgraves
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Universal Music

Jackson Dean – Magnolia Sage – CD-Review

Mit dem aus Maryland stammenden Jackson Dean veröffentlicht einer derzeit angesagtesten Songwriter in der New Country-Szene mit „Magnolia Sage“ sein drittes Studio-Album unter Major Flagge (dem Big Machine Nachfolger Blue Highway Records).

Nach diversen Platin- und Gold-ausgezeichneten Single-Erfolgen („Don’t Come Lookin'“, „Fearless (The Echo)“) und einer ACM-Nominierung als bester neuer männlicher Künstler in 2023 stehen nun die Zeichen offensichtlich darauf, in die Phalanx der Platzhirsche Morgen Wallen und Luke Combs einzugreifen.

Dazu standen dem Protagonisten für die elf neuen Songkreationen klingende Erfolgsschreiber wie u. a. Luke Dick (der das Werk auch produziert hat), Rodney Clawson, Laura Veltz, Natalie Hemby, Josh Miller, Josh Thompson oder Chris Tompkins) an der Seite.

Der LP-Titel „Magnolia Sage“ thematisiert Gegensätzlichkeiten, die von Dean quasi durch zwei verschiedene Linsen beleuchtet werden. Seine hervorragende Stimme ist dazu prädestiniert, sowohl in rauer als auch soulig-gefühlvoller Manier zu agieren.

Mein Herz hat der mir bis dato unbekannte Künstler mit dem flockigen, samt Tempowechseln verschachtelten Opener „Blacktop Blues” gewonnen, der von einer markanten E-Gitarren-Slide Hook eingeleitet wird sowie auch, surrende Fills als auch ein dementsprechendes Solo enthält und somit geneigte Southern-Fans ansprechen wird.

Diese südstaatliche Note bleibt dank der exzellenten involvierten Gitarristen unterschwellig durch das gesamte Werk enthalten, allerdings zielen die ausnahmslos hitverdächtigen mitsingbaren Refrains mit ihren hohen Wiedererkennungswerten primär auf das massenkompatible New Country-Publikum.  Die Karaoke-Bars im Süden werden hier reichhaltigen Zusatzstoff für ihr Sortiment verzeichnen können.

Deans famose, angeraute Wohlfühl-Stimme (Marke Travis Tritt) kommt natürlich am besten bei den ruhigeren souligen Tracks wie “Be Your Man”, “Tennessee Moon”, “Hey Mississippi” (aktuelle Single) oder „“Something Easy” zur Geltung. Zur Unterstützung sind vereinzelt weibliche Backgroundsängerinnen vertreten. Da könnten gleich mehrere Chart-Topper bei rauspringen.

Den in Amiland gut ankommenden Patriotismus gibt es dazu noch bei Liedern, die von vorne herein geografischen Bezug im Titel haben, wie auch bei “5th Of July” oder “Dust On A Dirt Road”. Einen melancholischen Abschluss bildet „Heart On The Range“.

Jackson Dean überzeugt auf seinem Album „Magnolia Sage“ restlos. Die oben erwähnten Stars der Branche müssen sich über Kurz oder Lang auf ernstzunehmende Konkurrenz einstellen. Eine Scheibe, die in den wärmeren Monaten demnächst noch öfter bei mir laufen wird. Klasse!

Blue Highway Records (2026)
Stil: New Country

01. Blacktop Blues
02. Make A Liar)
03. Be Your Man
04. 5th Of July
05. Tennessee Moon
06. Over And Over
07. Hey Mississippi
08. Something Easy
09. Wildfire
10. Dust On A Dirt Road
11. Heart On The Range

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Larry Fleet – Another Year Older – CD-Review

Ich bin auf Larry Fleet durch den Song „Baby We Do“ von seinem Debüt-Album „Working Hard“ gestoßen, ein Country-Ohrwurm, gewürzt mit einer ordentlichen Prise Southern Soul und gesungen von einer grandiosen Wohlfühl-Reibeisenstimme (wie eine Mischung aus Travis Tritt und Kenny Rogers).

Das zum Album gehörige Review übernahm der geschätzte Kollege Michael Segets, dessen Analyse man quasi 1:1 auch auf Fleets neues Werk „Another Year Older“ übertragen könnte.

Der von Jake Owen entdeckte Singer/Songwriter ist mittlerweile auf einem Independant-Label (EMPIRE) unterwegs, das sich die Förderung kulturell relevanter Musik, die die Persönlichkeit des Künstlers in den Vordergrund rückt, auf die Fahne geschrieben hat.

Dies trägt sicher dazu bei, dass er sich ganz auf seine Stärken konzentrieren kann: dezent melancholisches Storytelling, überwiegend verpackt in melodische Countrysongs mit Veranda-Charakter, ab und zu mal  etwas lebhafter, wenn er seine Passion für Soulmusik mit einfließen lässt.

Hitverdächtig in einer elf-stückigen Singleansammlung (da hat man wirklich die Qual der Wahl bei der Auswahl) sind für den patriotisch/gläubig gestrickten Ami sicherlich „Baseball On The Radio“, „Hotel Bible“ und „American Made„, das mit einem dezenten ‚Bruce Springsteen-/Bob Seger go Country‘-Esprit (typische Piano-Untermalung) daherkommt.

Meine Key-Tracks sind natürlich die Sachen, die wieder im southern-souligen „Baby We Do“-Stil angelegt sind. Da gibt es diesmal gleich drei Ohrwürmer an der Zahl zu vermelden:  „If These Walls Could Talk“, „Whoke Lotta Little Things“ und „Drunk Advice“, alle mit viel Piano, hallendem Organ und schönen E-Slide-oder Fill-Einlagen. Herrlich, einfach zum Reinlegen!

Am Ende ist Larry Fleet mit seinem fünften Longplayer  „Another Year Older“ wieder ein überaus eingängiges und melodisches Werk gelungen, das man zu jeder Zeit auflegen kann, wenn man mal entspannt abschalten möchte.

Ich freue mich schon jetzt darauf, ihn am 06. Mai live im Kölner Yard Club begutachten, beziehungsweise kennenlernen zu können.

Stellar Way Records / EMPIRE (2026)
Stil: Country, Soul

Tracks:
01. More Of That
02. Baseball On The Radio
03. Hotel Bible
04. If These Walls Could Talk
05. 5:25
06. Both Sides Of The Fence
07. Another Year Older
08. Whoke Lotta Little Things
09. Drunk Advice
10. If I Still Was
11. American Made

Larry Fleet
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