Jacob Bryant – Bar Stool Preacher – CD-Review

Review: Gernot Mangold

Jacob Bryant bringt nach einigen EPs und einem Album von 2019 „Practice What I Preach“ mit „Bar Stool Preacher“ ein durchaus beachtliches neues Album auf den Markt.

Schon früh nach seinem Schulabschluss entschloss er sich den Weg als Musiker einzuschlagen. Dieser wurde durch Schicksalsschläge, wie den frühen Tod seiner Mutter und einer danach folgenden Lebenskrise und einen Herzinfarkt mit gerade einmal 19 Jahren jäh unterbrochen. Wie er selbst beschrieb, war dann Musik machen für ihn, so etwas wie eine Therapie, um wieder auf die Beine zu kommen.

So ist es nicht verwunderlich, dass der Titel des Albums sich in vielen seiner Songs thematisch wie stilistisch wiederfindet. In den Staaten machte er schon auf sich aufmerksam und trat unter anderen auch schon im Ryman Auditorium, dem Countrytempel in Nashville, auf.

Das Album des aus Georgia stammenden Bryant allerdings auf Countrymusik zu reduzieren, kommt zu kurz. Viele Songs sind stilistisch zwar der Sparte zuzuordnen, wie z.B. der Opener „Well Whiskey (Discount Cigarettes)“ mit slidender Gitarre und Steel Guitar, wo man sich gedanklich auch auf einen Barhocker in einem Saloon wiederfinden kann. Ausdrucksvoll ist dabei die klare tiefe Stimme Bryants.

Im weiteren Verlauf begibt sich Bryant, musikalisch gesehen, dann vielfach auf Reisen in den Süden und mischt diversen Songs eine gehörige Portion Southern Rock bei. Ganz stark dabei insbesondere das balladeske „Devil & An Old Six String“ mit klarer Pianountermalung und krachenden Southern-E-Gitarrensolo und das abschließende „Amen“, die aus einem hervorragenden und abwechslungsreichen Longplayer, ohne gefühlte Lückenbüßer, herausragen.

„Bar Stool Preacher“ ist somit ein Werk, was sowohl bei Fans von New Country-Musik, als auch des Southern Rocks Gefallen finden wird und der Schritt sein kann, auch in Deutschland seine Fans zu finden. Wer auf die genannten Musikrichtungen steht, wird mit dem Kauf der Scheibe mit Sicherheit nichts verkehrt machen, wenn er den ‚Barhockergebeten‘ von Bryant lauscht. Ihm ist ein absolut authentisches Album voller Gefühl gelungen.

A1 Records (2022)
Stil: New Country, Southern Rock

Tracklist:
01. Well Whiskey (Discount Cigarettes)
02. The Bottom (Raise ‚Em Up)
03. Can’t Say No To You
04. Baptized By The River
05. Things That Hurt
06. Can’t Take An Angel To Hell
07. Good Ol‘ Boy
08. Devil & An Old Six String
09. Buzzards
10. Ain’t Gonna Happen Today
11. Heartbeat
12. Wash It Down
13. Amen

Jacob Bryant
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Oktober Promotion

Scotty McCreery – Same Truck – CD-Review

Es gibt Menschen, die irgendwie nicht zu altern scheinen. Der jetzt bald auf die Dreißig zugehende, ehemalige American Idol-Gewinner Scotty McCreery, sieht immer noch aus wie ein Lausbub und bringt auch diesen gewissen typischen Charme mit sich, wie wir es Ende 2019 bei seinem unterhaltsamen Konzert in Köln live erleben durften.

Der Bursche aus North Carolina ist deshalb nicht von ungefähr ein Liebling der Fans. Recht konträr dazu wirkt seine charismatische Bass-Stimme, bei der man immer meint, hier einen ganz alten Hasen aus den Anfangszeiten des New Country vor sich zu haben. Dieser ungewöhnliche Mix macht wahrscheinlich auch einen erheblichen Teil seiner Anziehungskraft aus.

McCreery besitzt aber auch ein echtes Songwriting-Talent, was sein aktuelles Album „Same Truck“ wieder einmal nachhaltig offeriert. Zehn der zwölf durchgehend radiotauglichen Stücke hat er mit Könnern der Zunft auf diesem Gebiet wie u. a. Ashley Gorley, Zach Crowell, Monty Criswell, Rhett Akins, Lee Thomas Miller kreiert, dazu kommen zwei blendend zu ihm passende Fremdkompositionen wie die perfekt gesungene Hommage „Damn Strait“ an sein großes Vorbild ‚King George‚, der Scotty bei seinem allerersten live erlebten Konzert zu einer Gesangskarriere inspirierte.

Das Album bietet perfekten Stoff, wie man ihn von den beliebten Neo-Traditionalisten a là Strait, Brooks, Black & Co. des Genres schon von Beginn an immer gerne gehört hat, natürlich auch ganz dezent an die heutige Zeit angepasst, in dem ein paar punktuelle, aber kaum merkbare Programming-Effekte  (verantwortlich Mitproduzent Aaron Eshuis und Justin Niebank) mit  eingeflochten wurden. Federführend produziert hat Frank Rogers (Trace Adkins, Brad Paisley, Josh Turner, Darius Rucker, Phil Vassar, Darryl Worley), der auch den einen oder anderen Track mitgeschrieben hat.

So gibt es vom an die Solidarität appellierenden Opener „Same Truck“ bis zum finalen, mit einem herrlich hymnischen Heartland-E-Gitarrensolo abschließenden, an Gott gerichteten „How Ya Doin’ Up There„, wunderbar gekonnt eingespielte Musik, für die sich das Who-is-Who der Nashville Studiomusiker-Gilde mit Leuten wie u. a. Ilya Toshinsky (Acoustic Guitar, Banjo, Bouzouki, Mandolin, Dulcimer), der wieder klasse Akzente setzt, den starken E-Gitarristen Derek Wells und JT Corenflos, den Rhythmusgebern Shannon Forrest und Jimmy Lee Sloas, Tastenkoryphäen wie David Dorn und Gordon Mote sowie Steel-Ikone Mike Johnson, der für viel Countryflair sorgt, verantwortlich zeigt. 

Diese Leute wissen halt ‚im Schlaf‘, wie man zu so einer markanten Stimme und den entsprechenden Songs spielen muss. Am Ende erhält man mit „Same Truck“ ein durchgehend melodisches und eingängiges Rundum-Paket auf höchstem Niveau, das man zu jeder Gelegenheit hören kann und das sich vielleicht als bisher bestes Album von Scotty McCreery herauskristallisiert. 

Triple Tigers (Membran) (2021)
Stil: New Country

01. Same Truck
02. You Time
03. It Matters To Her
04. Damn Strait
05. It’ll Grow On Ya
06. The Water
07. Why You Gotta Be Like That
08. Home
09. Carolina To Me
10. Small Town Girl
11. That Kind Of Fire
12. How Ya Doin’ Up There

Scotty McCreery
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Lime Tree Music

Andrew Waite – Same – CD-Review

Review: Stephan Skolarski

Ausgestattet mit einem Universitäts-“Degree of Music Education“ veranstaltet der kanadische Musiker Andrew Waite seit Jahren Island Rock Camps für Studierende. Als der aus Charlottetown, Prince Edward Insel (Ostküste Kanadas) stammende Singer/Songwriter und Gitarrist 2018 seinen Debut-Longplayer „Tremors“ vorstellte, waren gleich eine ganze Reihe von Award-Nominationen, bis hin zum ‚Songwriter of the Year‘ fällig.

Waite, der Bruce Springsteen, Jason Isbell, aber auch den Iren Glen Hansard, sowie den Kanadier Dan Mangan als einflussreiche Vorbilder nennt, veröffentlicht nun sein zweites Solo-Werk. Mit den spielerisch, fließend ineinander verlaufenden Initialen „AW“ auf dem Plattencover, macht das Rock-Album jedoch nur unauffällig und bescheiden Werbung für den Inhalt. Diese spielerisch, aber gleichzeitig schöpferisch tiefgreifende Art des Songwritings verkörpert Andrew Waite ebenso in seinen Lyrics. Hervorzuheben ist die enge Zusammenarbeit mit Produzent Chris Kirby und Colin MacDonald (Sänger der in Kanada sehr bekannten Rockband The Trews), die teilweise im Co-Writing beteiligt sind.

Dementsprechend fungiert der erste Titel des neuen Longplayers „Ain’t Goin‘ Out Like That“ wie ein Powerhouse-Opener, ein Energie-versprühender 4-Minuten „Knaller“, der unvermittelt an die Anfangsjahre des „Boss“ erinnert – der perfekte Track für die erste Single! Auch die zweite Nummer „Full Time, Tryin‘ 2 Luv“, die im Upbeat-Tempo das Album vorantreibt, ist schon vorab zu hören und beweist ihren Full-Time-Dance-Status mühelos.

Das intuitive Stück „Silence“, ebenfalls bereits veröffentlicht, entfaltet seine sprichwörtliche Ruhe in Form einer „Music to comfort the Soul“, bevor mit „Best I’ve Ever Had“ ein Country-Rock folgt, der in seinen Strukturen dem Heartland-Sound durchaus ähnlich wirkt. Kraftvolle Inszenierungen von „Call Me In The Morning“ und „World’s Burning Down“ beschreiben zusammen mit Waite’s stimmlichen Fähigkeiten deutlich seine rockige Handschrift.

Der alternativ-soundige Track „Numb“ und der Folk-Rock „It Won’t Come Easy“ – mit Fiddel, Banjo und einladenden Vocals sorgen für akustische Abwechslung im ansonsten geradlinigen LP-Programm. Eine ausdrückliche Springsteen-Hommage (Verszeile: „Springsteen could get me so far“) bietet als vorletztes Stück die Hymne „Dopamine“. In diesem Fall ein musikalischer Botenstoff für positive Gefühlserlebnisse, die ganz leise in „Where Did The Night Go“ und stimmungsvoller Begleitung zu Ende gehen.

Mit seinem gleichnamigen Album versucht der kanadische Americana-Soul-Rocker Andrew Waite den Debüt-Erfolg seines Erstlingswerks zu wiederholen und überzeugt auf ganzer Linie mit einer insgesamt frischen Produktion. Der Longplayer des leider hier noch unbekannten Songschreibers enthält jedoch einen soliden Vorgeschmack auf die schon lange geplante Europa-Tournee.

Eigenproduktion (2021)
Stil: Americana, Country-Rock

Tracks:
01. Ain’t Goin‘ Out Like That
02. Full Time, Tryin‘ 2 Luv
03. Silence
04. Best I’ve Ever Had
05. Numb
06. Best I’ve Ever Had
07. World’s Burning Down
08. It Won’t Come Easy
09. Dopamine
10. Where Did The Night Go

Andrew Waite
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Rola Music

Taylor Swift – Red (Taylor’s Version) – Do-CD-Review

Manchmal könnte man glatt meinen, ich hätte richtig Ahnung von New Country-Musik. Als einer der Review-Pioniere dieses Genres hatte ich schon damals dem bis dato noch ziemlich unbekannten Keith Urban bei seinem Debüt bereits eine große Zukunft vorausgesagt, gleiches gilt auch für Taylor Swift, wie ich es jetzt nach langer Zeit beim Nachlesen, ebenfalls zu ihrem Erstwerk, feststellen konnte.

Ok, dass sie in einer derartigen Weise, bis sogar hin in den Pop-Olymp, zu einem der größten Stars der heutigen Zeit, durchschießen würde, hätte ich natürlich nicht vermutet. Anders als bei Urban, habe ich, aus Mangel an Gelegenheiten, ihren Weg nur noch in den Medien verfolgt. Jetzt hat es durch die bei Universal für sie zuständige Person Simone Geldmacher (was für ein passender Name in Zusammenhang mit Swift… lol) dankenswerter Weise wieder mal geklappt und ihr neu veröffentlichtes Re-Release  von „Red“ liegt mir zur Besprechung vor.

Ob die ursprünglich aus Reading, Pennsylvania stammende Swift schon damals im Rahmen der Streitigkeiten über die Verfügungsrechte mit ihrem früheren Label Big Machine Records (die haben unter der Regie des neuen Besitzers Scooter Brown die Rechte an den Mastertapes immer noch inne) rot gesehen hat, ist nicht überliefert (danach wechselte sie jedenfalls zur Universal Republic-Sparte). Fakt ist jedenfalls, dass sie jetzt ihre Alben in eigener Version (wie schon geschehen mit „Fearless“ und jetzt mit „Red“) nochmals, neu eingespielt und, ergänzt um Stücke, die es nicht auf das Werk geschafft haben, veröffentlicht.

So gibt es jetzt satte 30 Tracks, verteilt auf zwei CDs, von der CD1 sehr ’nah‘ an das Ursprungswerk gelehnt ist und nur mit marginalen Veränderungen versehen worden ist. Noch deutlicher kommt hier auf „Red“, was meine Person betrifft, die erheblich größere Ausrichtung in Richtung massentauglichem Pop zum Vorschein, als es noch bei ihrem Debüt der Fall war.

Mir gefallen die Sachen am besten, wo die Akustikgitarre etwas dominanter zum Vorschein kommt und diese dementsprechend zurückgenommener wirken. Mein Favorit ist hier das finale melancholische „Begin Again“ mit eingeflochtener Mandoline und Steel Guitar. Für zusätzlichen Stardom sorgen Ed Sheeran bei „Everything Has Changed“ und Snow Patrol-Sänger Gary Lightbody bei „The Last Time“. 

Den eigentlichen Mehrwert gibt es aber mit dem zweiten Silberling, der die Outtakes enthält und mit „All Too Well“ eine zehn-minütige ‚Drittversion‘ bereithält. Sehr schön ist bei den nicht verwendeten Gastpräsenzen das Duett beim Indie-mäßigen „Nothing New“ mit Phoebe Bridgers. Chris Stapleton kann sich mit den untergeordneten Harmoniegesängen bei „I Bet You Think About Me“ nicht so richtig entfalten und auch das zweite mit Ed Sheeran performte Stück „Run“ wurde aus meiner Sicht richtiger Weise, zugunsten des markanteren „Everything Has Changed“ unter den Tisch fallen gelassen.

„Red“ von Taylor Swift offeriert eindrucksvoll die Entwicklung einer talentierten jungen Musikerin, die ihre Lehre im Country gemacht hat und sich mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks in Richtung angesagtem massenkompatiblen Mainstream-Pop entwickelt hat, der allerdings sehr geschmackvoll eingespielt ist und auf Effekthaschereien überwiegend verzichtet.  Zu Gute halte muss man ihr in jedem Fall auch die Kreativität, sie schreibt alle Tracks selbst und ist nicht auf fremdes Material angewiesen. Hier reiht sie sich mittlerweile mühelos in die Megastarriege von Interpretinnen wie Beyoncé, Lady Gaga, Rihanna & Co. ein, ohne deren Konkurrenz wirklich fürchten zu brauchen.

Republic / Universal (2021)
Stil: New Country Pop

Tracks:
CD1
01. State Of Grace (Taylor’s Version)
02. Red (Taylor’s Version)
03. Treacherous (Taylor’s Version)
04. I Knew You Were Trouble (Taylor’s Version)
05. All Too Well (Taylor’s Version)
06. 22 (Taylor’s Version)
07. I Almost Do (Taylor’s Version)
08. We Are Never Ever Getting Back Together (Taylor’s Version)
09. Stay Stay Stay (Taylor’s Version)
10. The Last Time (Taylor’s Version) [feat. Gary Lightbody]
11. Holy Ground (Taylor’s Version)
12. Sad Beautiful Tragic (Taylor’s Version)
13. The Lucky One (Taylor’s Version)
14. Everything Has Changed (Taylor’s Version) [feat. Ed Sheeran]
15. Starlight (Taylor’s Version)
16. Begin Again (Taylor’s Version)

CD2
17. The Moment I Knew (Taylor’s Version)
18. Come Back..Be Here (Taylor’s Version)
19. Girl At Home (Taylor’s Version)
20. State Of Grace (Acoustic Version) (Taylor’s Version)
21. Ronan (Taylor’s Version)
22. Better Man (Taylor’s Version) (From The Vault)
23. Nothing New (feat. Phoebe Bridgers) (Taylor’s Version) (From The Vault)
24. Babe (Taylor’s Version) (From The Vault)
25. Message In A Bottle (Taylor’s Version) (From The Vault)
26. I Bet You Think About Me (feat. Chris Stapleton) (Taylor’s Version) (From The Vault)
27. Forever Winter (Taylor’s Version) (From The Vault)
28. Run (feat. Ed Sheeran) (Taylor’s Version) (From The Vault)
29. The Very First Night (Taylor’s Version) (From The Vault)
30. All Too Well – Extended Version (Taylor’s Version) (From The Vault)

Taylor Swift
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Universal Music

Jason Aldean – Macon- CD-Review

Irgendwie habe ich den Eindruck, als wenn Morgan Wallen zu Beginn des Jahres mit seinem 30 Stücke-Hammerwerk „Dangerous„, das seither ja auch so gut wie die Dauer-Pole-Position in den Billboard Country-Album-Charts belegt, seine Konkurrenz und auch deren Labels, gewaltig unter Druck gesetzt hat.

Kaum einer der ‚Rivalen‘ traut sich quasi noch mit einem ’normalen‘ Longplayer um die Ecke, auch Jason Aldean wird gleich zwei Alben in relativ kurzen Abständen veröffentlichen. Zunächst „Macon jetzt am 12. November, dann im Laufe der folgenden Monate wird Aldean dann immer mehr Songs von „Georgia“ liefern, bis am 22. April 2022 der volle Release von 30 Songs vollendet ist — zwanzig neue Songs und dazu mindestens ein Live-Hit von jedem seiner bisherigen Alben. Veröffentlicht wird das „Macon“-„Georgia“-Konvolut auch auf einem 3-LP-Vinylset. 

Doch zunächst startet jetzt „Macon“ ins Rennen. Und wer es noch nicht mitbekommen hat, mit einer sehr schönen Geste des New Country-Superstars an unser Magazin Sounds Of South, die man unter diesem Link hier nachverfolgen kann. 

Wie und warum es zu den Titeln der Werke kam, beschreibt der Protagonist so: „Wo du aufgewachsen bist, hat einen unglaublich wichtigen Einfluss darauf, zu wem du wirst. Das war bei mir ganz genauso … besonders in musikalischer Hinsicht“, erklärt Aldean. „Meine kleine Heimatstadt Macon war extrem wichtig für meinen musikalischen Background. Ich bin in einer Umgebung aufgewachsen, die eine Art Kreuzung zwischen Country, Southern Rock, Blues und R&B war — und deswegen war es ganz logisch, diese verschiedenen Sounds in meiner eigenen Musik zu verschmelzen“.

Keine Frage, der neue Silberling spiegelt dies exakt wider und zwar auf eine extrem Stadion-taugliche Art und Weise. Bei jedem der zehn Tracks sieht man vorm geistigen Auge, wie sie mit ihren eingängigen, zum Teil hymnischen Refrains, die Massen in den proppenvollen Arenen (sofern dies Corona-bedingt wieder möglich sein wird) in Euphorie versetzen werden.

Verstärkt wird diese Suggestion dazu noch von den fünf angehängten Live-Tracks, performt in verschiedenen Metropolen der Staaten, in denen diese typische Stimmung nochmals bestens transportiert wird. Der Kracher „My Kinda Party“, einer meiner Southern Country-Alltime-Favs, haut einen mit seiner E-Gitarrenwucht regelrecht um.

Bei den zehn Studiostücken gibt es viele Reminiszenzen an die gute alte Rockzeit wie zum Beispiel beim flockigen „Over You Again“ mit der kurzen „The Boys Of Summer“-Anspielung zu Beginn, dem starken Bryan Adams-Cover „Heaven“ (braucht sich hinter dem Original nicht zu verstecken) oder dem mit ein wenig „Purple Rain“-Flair (E-Gitarren-Intro) umwehten, herrlichen Schwofer „Watching You Love Me“ als Finalstück (der Studiotracks).

Großes musikalisches Blockbuster-Starkino vermittelt das wunderbare Duett mit Carrie Underwood bei „If I Didn’t Love You„. Jetzt müssten die Hollywood-Regisseure eigentlich nur noch einen passenden Film (a là Titanic & Co. ) darum herum produzieren….

Begeisternd, vor allem im Studioteil, auch die beiden E-Gitarristen Luther Allison (aus Aldeans Tour-Band) und Adam Shoenveld, die in der wie gewohnt transparenten Produktion von Michael Knox, immer wieder krachende Kurz-Soli einstreuen und einigen modernen Loop-Spielereien sofort den Kampf ansagen.

Mit „Macon“ gelingt Jason Aldean erneut der Spagat zwischen mainstreamigen Melodien, eingängigen Refrains und und rockigen Klängen in einer Perfektion, wie ich sie selten erlebt habe. Jedes Stück hat absolutes Hitpotential und wird in den Arenen bei den kommenden Tourneen seinen Teil zum Spektakel beitragen. Jason Aldean also, wie man ihn kennt, man darf sich auf den Nachschlag mit „Georgia“, der sich sicherlich auf gleichem Niveau bewegen wird, schon jetzt freuen.

Bmg Rights Management (Warner) (2021)
Stil: New Country

01. After You
02. Over You Again
03. That’s What Tequila Does
04. Small Town Small
05. If I Didn’t Love You
06. Story For Another Glass
07. Heaven
08. This Bar Don’t Work Anymore
09. The Sad Songs
10. Watching You Love Me
11. Amarillo Sky (Live from Nashville, TN)
12. Johnny Cash (Live from Los Angeles, CA)
13. She’s Country (Live from Las Vegas, NV)
14. Big Green Tractor (Live from Dallas, TX)
15. My Kinda Party (Live from St. Louis, MO)

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Jason Aldean – Macon + Georgia – Videobotschaft

Video-Botschaft von New Country-Superstar Jason Aldean an alle Sounds Of South-Leser als Vorbote zu seinen beiden neuen Alben „Macon“, das am 12. November erscheinen wird und „Georgia“ (VÖ vermutlich Anfang 2022), über die wir natürlich im Vorfeld ausführlich berichten werden!

Herzlichen Dank auch an Kai Manke von Networking Media, der die Sache eingefädelt hat!

Jason Aldean
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Lady A – What A Song Can Do – CD-Review

Das letzte Mal, als ich eine Scheibe von Lady A reviewte, firmierte das Erfolgstrio, bestehend aus Hillary Scott, Charles Kelley und Dave Haywood, noch unter dem Namen Lady Antebellum. Da südstaatliche Symbole und Bezeichnungen aus dem Dunstkreis des Bürgerkriegs aber mittlerweile öffentlich verpönt sind, blieb im zweiten Teil nur noch der Anfangsbuchstabe des Alphabets übrig. Auch wir haben seit geraumer Zeit mit dem modifizierten SoS-Logo diesem Trend Tribut gezollt.

Nun gibt es mit „What A Song Can Do“ also neuen, frischen Albumstoff von Lady A. Ja, was ein Song so mit einem machen kann, da hat wohl jeder, der Musik liebt, schon seine vielfältigen eigenen Erfahrungen und Assoziationen gehabt. „Simple Man“ von Lynyrd Skynyrd hatte für mich zum Beispiel immer einen prägenden Charakter, auf dem Boden zu bleiben.

Die neuen, von Dann Huff produzierten Stücke liefern jedenfalls den eindeutigen Beweis, dass beim seit 2008 im Nashville-Markt auftretenden Mischtrio immer noch keine Abnutzungserscheinungen erkennbar sind. Die Songs sind wunderbar arrangiert, allesamt höchstmelodisch und bieten Gesangskunst der ganz hohen Schule, die unter der vokalen Mitwirkung der Kollegen Carly Pearce, Thomas Rhett und Darius Rucker, beim launigen Kneipenschunkler „Friends Don’t Let Friends“ („…drink alone“) seinen geballten Höhepunkt findet.

Der Nashville-Dreier kann halt auf den Luxus zurückgreifen, mit Hillary Scott, im weiblichen Bereich und Charles Kelley im männlichen Sektor, mit jeweils einen der besten Akteure der zeitgenössischen New Country-Gesangskunst zu besitzen und selbst der dritte im Bunde, Dave Haywood, gibt beim 70er-Folk umwobenen „Workin‘ On This Love“ eine außerordentlich gute Figur am Mikro ab, wobei ich mich garnicht entsinnen kann, schon mehr als Harmoniegesänge von ihm gehört zu haben. Diese, wie auch viele Wechselgesänge zwischen Scott und Kelley, spielen natürlich wie gewohnt, auch wieder eine starke und intensive Rolle.

Einen starken Einfluss scheinen auf diesem Werk die guten alten Fleetwood Mac zu haben, nicht nur allein durch die Ähnlichkeiten von Hillary Scotts Stimme zu Stevie Nicks, sondern oft auch in der Grundmelodik. Tracks wie der Opener „Talk Of This Town“, das Titellied „What A Song Can Do“, „Fire“ und das mich ein wenig an „You Make Loving Fun“ erinnernde, herrlich relaxt groovende „In Waves“ sind hier angeführt.

Auch der gute Tom Petty, wie so oft in letzter Zeit auf New Country-Scheiben, schickt bei „Chance Of Rain“ ein paar markante Gitarrengrüße vorbei. Apropos Gitarren und Saiteninstrumente, hier sind mit Leuten wie Huff (guitars, dobro), Tom Bukovac, Derek Wells (beide electric guitar), Ilya Toshinsky (acoustic guitar, mandolin, banjo), Paul Franklin (steel guitar), und Stuart Duncan (fiddle) absolute Spitzenkönner am Werk, die wissen, wie man trotz poppiger Melodien (selbst bei einem R&B-Stück wie „You Keep Thinking That“) ein deutlich vernehmbares Countryflair aufrecht hält.

Weiterhin begeistert noch das von Scott sehr euphorisch gesungene „Like A Lady“(mit starkem E-Gitarren-Solo) und der famos, im pathos-getränkten Stimmen-Wechselspiel zwischen Scott und Kelley gebrachten Countryschwofer „Swore I Was Leaving“ zum finalen Abschluss.

Lady A zeigen sich auch mit abgespecktem Namen in Bestform. Der Titel ihres neuen Longplayers „What A Song Can Do“ bedeutet für mich, 14 mal in stilvollem New Country-Ambiente mit hoher Sangeskunst unterhalten zu werden. Top!

BMLG (Universal) (2021)
Stil: New Country

Tracks:
01. Talk Of This Town
02. What A Song Can Do
03. Like A Lady
04. Things He Handed Down
05. Fire
06. Chance Of Rain
07. Worship What I Hate
08. Where Would I Be
09. Friends Don’t Let Friends (feat. Carly Pearce & Thomas Rhett & Darius Rucker)
10. In Waves
11. You Keep Thinking That
12. Be That For You
13. Workin‘ On This Love
14. Swore I Was Leaving

Lady A
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Universal Music

Zac Brown Band – The Comeback – CD-Review

Mit dem sich anbahnenden Weihnachtsgeschäft lassen auch die großen Labels so langsam ihre großen Zugpferde aus den Startluken. Warner Music setzt dabei gerade auf einen seiner Dauerabonnementen auf die Country-Alben-Chartspitze, die Zac Brown Band. Von den bisher sechs veröffentlichten Studiowerken schafften es gleich fünf auf Platz 1 (drei davon auch in allgemeinen Billboard Top 100), lediglich das Debüt der Truppe aus Atlanta, Georgia, kam ’nur‘ auf Platz 2.

Der siebte Streich des, ähnlich wie Eric Church, für seine Experimentierfreudigkeit bekannten Zac Brown heißt nun „The Comeback“ und beinhaltet satte 15 Tracks. Der Titel erscheint mir statt einer erneuten Wiederkehr zu seinen Roots eher wie eine Kampfansage an Morgen Wallen in dem Sinne interpretiert werden zu müssen, dass dieser, seinen Dauerplatz an der Sonne in diesem Jahr, zumindest temporär, mal schön zu räumen hat.

Brown und seine Band loten zwar auch diesmal wieder einen großen Spielraum aus, den das moderne Country-Genre in Kombination mit anderen Stilen zu bieten hat, diesmal aber ohne bewusst eingeplantes Verärgerungspotential seiner Fans, wie bei den früheren Alben „Jekyll + Hide“ und „The Owl“. 

„The Comeback“ ist demnach ein selbstbewusstes kurzweiliges, abwechslungsreiches und gut zu hörendes New Country-Album geworden, das so gut wie keine Schwachstellen aufweist, und dazu einige echte Highlights bietet. 

Freunde des schwungvollen, dynamischen New Country dürfen sich am rhythmisch-tanzbaren, garnicht langsamen Opener „Slow Burn“, dem euphorisch resümierenden „Us Against The World“ und dem finalen Rausschmeißer „Don’t Let Your Heart“ erfreuen, Traditionalisten bekommen mit „Wild Palomino“ (Midland-Manier), dem Veranda-mäßigen „Same Boat“ und dem Hillbilly-Heuler „Fun Having Fun“ ihre Vorlieben erfüllt.

Southern Rocker erhalten mit dem swampigen „Out In The Middle“ und dem Kracher „GA Clay“ ihren bevorzugten Stoff. Mittendrin der Titelsong, der mal die Petty-, Springsteen-, Mellencamp-Freunde ordentlich aufhorchen lassen wird. Karibisches Party-Feeling à la Jimmy Buffett garantiert „Paradise Lost On Me“.

Für die etwas zarter besaiteten Feingeister erfüllen die folkig-angehauchten „Any Day Now“ und „Love And Sunsets“ ihren Zweck, die Ohrwürmer des Werkes erhält man mit dem herrlich southern-souligen „Old Love Song“ und dem Balladen-Duett „Closer To Heaven“ mit Jazz-, Soul- und Blues-Interpret Gregory Porter.

Last but not least ist der Knaller des Albums die Kooperation mit Jung-Shooting Star Markus King bei „Stubborn Pride“. Allein schon das Akustikgitarren-Intro ist zum Niederknien, die beiden wunderbar divergierenden Stimmen, sowie zwei furios-filigrane King-E-Gitarren-Soli machen diesen 7-Minuten-Track zum krönenden Center-Song dieses Longplayers.

Mit „The Comeback“ finden Zac Brown und seine Mannen eindeutig wieder zurück in die Spur. Die Fans der frühen Jahre sollten dieses Werk erst mal genießen. Wer weiß, nach dem Gesetz der Serie, was der Protagonist als nächstes wieder im Schilde führt…

Warner Music (2021)
Stil: New Country

Tracklist:
01. Slow Burn
02. Out In The Middle
03. Wild Palomino
04. Us Against The World
05. Same Boat
06. Stubborn Pride (feat. Marcus King)
07. Fun Having Fun
08. The Comeback
09. Old Love Song
10. Any Day Now
11. Paradise Lost On Me
12. GA Clay
13. Love And Sunsets
14. Closer To Heaven (feat. Gregory Porter)
15. Don’t Let Your Heart

Zac Brown Band
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Warner Music

Toby Keith – Peso In My Pocket – CD-Review

Review: Stephan Skolarski

In einer anderen Liga zu spielen, ist für den Country-Mega-Star Toby Keith – nach fast 30 Jahren im Musik Business – inzwischen sicher selbstverständlich. Daher war auch die Zeit nach seinem Country-Charts Nr. 2-Album „35mph Town“ (2015) eigentlich keine Pause in seiner Karriere, sondern war gefüllt mit anderen Aktivitäten, u. a. der „Should’ve Been A Cowboy“-Tour (2018).

Rechtzeitig zur bevorstehenden Aufnahme in die „Nashville Songwriters Hall of Fame“ im November erscheint nun das neue Studio-Album „Peso In My Pocket“, Co-produziert von Kenny Greenberg. Mit „Oklahoma Breakdown“ widmet der 60-jährige Singer/Songschreiber gleich das erste Stück seiner alten Heimat, ein starker, rockiger „Aufreißer“, der bereits als Single ausgekoppelt wurde. Auch der folgende Titel-Track „Peso In My Pocket“ lässt die New Country-Gitarren in gewohnter Weise rocken, während Toby Keith einen Aufenthalt in Mexico beschreibt. Die altbewährten, musikalischen Bahnen werden bei „Old School“ mit fast rappenden Versen zwar teilweise etwas verlassen, dafür war der Song offenbar besonders geeignet als erste Single das Album zu promoten.

Seine ungewohnte Country-Seite bringt Keith zusammen mit Blues-Sänger Keb‘ Mo‘ und dessen „Old Me Better“ als New Orleans Jazz/Blues/Country-Mix durchaus originell und ausgefallen auf die Platte; eine außergewöhnliche Kooperation für den eher konservativen Entertainer. Dass die variantenreiche Song-Auswahl danach allerdings wieder auf Pedal-Steel und E-Gitarren-Sounds und herkömmlich erfolgreichen musikalischen Stilrichtung setzt, wird in den anschließenden drei Songs („Days I Shoulda Died, Growing Up Is A Bitch“ und „She’s Drinkin Again“) deutlich, die ihre New Country Muster entsprechend intensiv, in altbekannter Art, aber sicherlich erfolgreich, in die Waagschale legen. Diese wird zugunsten des volkstümlichen, schnellen Country-Songs „Thunderbird“ nochmals rockig, stilsicher und in bester Feierlaune aufgefüllt.

Zu den bemerkenswerten Stücken des Longplayers gehört ebenfalls die Version des John Prine-/John Mellencamp-Klassikers „Take A Look At My Heart“, die als Tribute an die beiden legendären Songschreiber leider vor dem letzten Titel etwas zu wenig Geltung erfährt, da zum Abschluss mit „Happy Birthday America“ ein zutiefst patriotischer Song seinen „Auftritt“ erhält und bereits passend zum Nationalfeiertag vorab veröffentlicht wurde – vielleicht eine nachträgliche Danksagung an die Verleihung der National Medal of Arts, die Toby Keith Anfang 2020 vom damaligen US-Präsidenten erhielt.

Mit „Peso In My Pocket“ etabliert sich Toby Keith erneut an der Spitze seines Genres und wird damit sicher auch die Erwartungen seiner Anhängerschaft voll erfüllen. Die New Country-Fans, nicht nur im „Herzen“ der USA, können sich nach dieser längeren Wartezeit endlich wieder über einen neuen Longplayer ihres Idols freuen.

Show Dog (2021)
Stil: Country, New Country

Tracks:
01. Oklahoma Breakdown
02. Peso In My Pocket
03. Old School
04. Old Me Better
05. Days I Shoulda Died
06. Growing Up Is A Bitch
07. She’s Drinking Again
08. Thunderbird
09. Take A Look At My Heart
10. Happy Birthday America

Toby Keith
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Oktober Promotion

Old Dominion – Time, Tequila & Therapy – CD-Review

Zwei Jahre nach ihrem großartigen, nach sich selbst betitelten dritten Album (zu der Zeit hatten wir auch in Köln das Vergnügen, sie live zu erleben) sind Old Dominion zurück mit neuem Stoff. „Time, Tequila & Therapy“ heißt das neue Werk und knüpft in seiner Art an die bewährten Erfolgsrezepte der Vergangenheit an. Trotzdem verlief die Corona-Zeit alles andere als gut für das in allen Belangen hochprämierte Quintett, wenn man den Worten von Sänger Matthew Ramsey Glauben schenkt. Ja, das Fortbestehen soll sogar auf dem Spiel gestanden haben. Vor allem die monatelange physische Trennung hatte der Band wohl hart zu schaffen gemacht.

Die Lösung fand man im Song “Make It Sweet” des Vorgängerwerkes. Der wurde erstmalig direkt im Studio geschrieben und direkt danach aufgenommen. So entschied man sich, zusammen mit ihren beiden Produzenten und Co-Writern Shane McAnally und Josh Osbourne, in Ashville, North Carolina, in ein Studio einzumieten und das Schreiben und Aufnehmen dem spontanen dortigen Lauf der Dinge unterzuordnen. Morgens aufstehen, einen Song im ganzen Team ohne jegliche Vorbehalte kreieren, nachmittags dann einspielen und aufnehmen, so der Plan.

Und es hat funktioniert! Leadsänger Matthew Ramsey, Multiinstrumentalist Trevor Rosen, Gitarrist Brad Tursi, Bassist Geoff Sprung und Drummer Whit Sellers samt Osbourne und McAnally haben wieder diese wunderschöne Balance gefunden, diese unwiderstehlichen eingängigen Melodien samt guter und humorvoller Texte, mit der sanft-rauen Stimme Ramseys, vielen Band-Harmoniegesängen und einer fein akzentuierten Instrumentalisierung perfekt in Einklang zu bringen, der man sich einfach nicht entziehen kann.

Rosens Tastenspiel (Piano, Synthie, E-Piano, Orgel), teilweise mit herrlichem Akkordeon (beim Veranda-mäßigen „I Was On A Boat That Day“ und „Ain’t Nothing Wrong With Love“), Tursis E-Kurzgitarreneinlagen (manchmal auch Southern-gefärbt wie bei „I Wanna Live In A House With You Forever“ oder „Ain’t Nothing Wrong With Love“, lässig-stonesk bei „Drinking My Feelings“), klare Akustikgitarren, hier und da etwas Mandoline (klasse beim karibisch-sommerlichen „Hawaii“, „No Hard Feelings“), Dobro (bei „I Was On A Boat That Day“), mal eingestreutes Slide („I Wanna Live In A House With You Forever“) und vor allem diese oft integrierten, gut-gelaunten Harmoniegesänge aller Beteiligten, sprechen eindeutig dafür, dass in Ashville die Chemie bestens gestimmt hat.

Grandios der atmosphärisch groovende Ohrwurm „Walk On Whiskey“ (Fleetwood Mac-Note) als auch das Motown-umwehte „Lonely Side Of Town“, bei der die in Ashville lebende und kurzfristig ins Studio eigeladene Soul-Ikone Gladys Knight neben Ramsey zu vokaler Höchstform aufläuft, als auch die leicht folkig-angehauchten Gute-Launenummern „I Was On A Boat That Day“und „I Wanna Live In A House With You Forever“.

Old Dominion haben mit der Entscheidung, sich für Wochen komplett in ein Studio zurückzuziehen und die dort entstehende kreativen Kräfte walten zu lassen, alles richtig gemacht. Die Band wirkt auf „Time, Tequila & Therapy“ geschlossen wie nie, das entstandene Songmaterial ist frisch und flockiger denn je. Am Ende hinterlässt man sogar die Hypothese, dass viel Tequila zu absolut günstigen Therapieergebnissen beitragen kann. Medizin-Nobelpreis-verdächtig!

RCA Records Nashville/Sony Music(2021)
Stil: New Country

01. Why Are You Still Here
02. Hawaii
03. Walk On Whiskey
04. All I Know About Girls
05. Blue Jeans
06. No Hard Feelings
07. Lonely Side of Town (feat. Gladys Knight)
08. I Was On A Boat That Day
09. Drinking My Feelings
10. Something’s The Same About You
11. I Wanna Live In A House With You Forever
12. Don’t Forget Me
13. Ain’t Nothing Wrong With Love

Old Dominion
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