D-A-D – Support: Hangarvain, 12.12.2019 , Zeche, Bochum – Konzertbericht

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Mit „Guten Abend meine Damen und Herren“, begrüßte Jesper Binzer im Rahmen der D-A-D-„A Tour For The Loud“ Tour das Publikum in der Bochumer Zeche. Im Gepäck hatten die Dänen neben der neuen Platte auch die italienische Band Hangarvain.

Nachdem im Vorfeld das Konzert als ausverkauft gemeldet wurde, kam einige Stunden vor Beginn über soziale Medien die Meldung, dass es doch noch einige Restkarten an der Abendkasse geben würde. Sei es drum, pünktlich um 20:00 Uhr betraten die vier Italiener von Hangarvain die bestens gefüllte Zeche Bochum.

Das oft beschriebene Nord-Süd-Gefälle Italiens war bei der Band, deren Heimatort mit Neapel angegeben ist, woher Sänger Segio Toledo Mosca und Gitarrist Alessandro Liccardo stammen (die Rhythmussektion um Bassist Gabo Sinatra und Drummer Simone Crimi kommtaus den Norden), nicht zu erkennen.

Sie präsentierten in den etwa 35 Minuten ihres Auftritts eine Mischung aus Hard- und Classic Rock, in denen auch einige Southernelemente durchklangen. Sänger Sergio überzeugte stimmlich und als Fronter und hatte einen für ihn besonderen Moment, als er mit „Father’s Sgoes“ einen Song seinem Vater widmete, seinen Kettenanhänger küsste und Richtung Himmel grüßte. Gitarrist Alessandro sagte die meisten Lieder an, legte einige starke Soli auf die Bretter und steuerte zum Teil den Backgroundgesang hinzu.

Bassist Gabo Sinatra und Drummer Simone Crimi legten eine kraftvolle Rhytmusgrundlage für die beiden Fronter hin. Dass die Band auch beim Publikum gut ankam zeigte sich, als dies bei „Freebird“ gesanglich im Refrain unterstützte, was auch beim Cover von „Black Betty“ der Fall war. Es gelang den Jungs auf jedem Fall, mit ihrem launigen Auftritt, die Wartezeit auf D-A-D zu verkürzen.

Line-up Hangarvain:
Sergio Toledo Mosca- lead vocals
Alessandro Liccardo- guitar and backing vocals
Gabo Sinatra – Bass
Simone Crimi – Drums

Nach einer moderaten Umbaupause dunkelte sich dann die Halle ab und es war nur noch das Touremblem angestrahlt, als die vier Dänen dann die Bühne betraten, um mit „Burning Star“, „Evil Twin“ und „Jihad“ direkt drei Hard Rock-Tracks zu präsentieren, die das Publikum sofort auf Betriebstemperatur brachte.

Dass dabei Stücke vom neuen Album, aus der Jahrtausendwende und der Anfangszeit der Band gewählt wurden, zeigt ein Selbstverständnis der Band, die sich immer weiterentwickelt hat, ohne sich aktuellen Tendenzen unterzuordnen. Jesper Binzer ist dabei nicht nur ein ausgezeichneter Rocksänger und Gitarrist, sondern auch ein exzellenter Entertainer.

Das leichte Kopfschütteln aus den ersten Reihen konterte er damit, dass er seine Pillen vergessen habe und ja erst der kleine Freitag sei. In einer kurzen meditativen Übung brachte er die Zuschauer dann durch Selbstsuggestion dazu zu glauben, dass Freitag sei. Positives Denken ist ja immer gut, aber alleine der launige Gig der Dänen, ließ alles abseits des Konzertes vergessen, wie zum Beispiel das für die meisten Besucher frühe Aufstehen am nächsten Tag.

Weiter ging es mit einer Mischung neuer und alter Lieder, die Dänen offerierten den Fans nahezu die Hälfte des aktuellen Albums „A Prayer For The Loud“, wie den Titelsong und „Nothing Ever Changes“, was, wie schon zuvor beschrieben, als Statement zur eigenen Bandgeschichte gesehen werden kann. Mittig im Konzert erfolgte dann einer der absoluten Höhepunkte, eine starke Version von „Grow Or Pay“.

Jacob Binzer mit tollen Soloeinlagen im Song, Jesper stimmlich wie zu den Aufnahmezeiten des Stückes Anfang der 90er Jahre, Laust Sonne seine Drums wild bearbeitend und Stig Pedersen seinen x-ten Bass beackernd und dabei die gesamte Bühne, bis hin zur Bassdrum als Arbeitsfläche nutzend, verwandelten die Halle in einen Hexenkessel.

Bei „Riding With Sue“, einem Stück mit Countyeinschlag, intonierte Jacob passend in das Intro die Melodie von „Ghostriders In The Sky“. Mit einer harten Version von „Monster Philosophy“ wurde dann das Finale der Show eingeläutet, wo Laust Sonne sich in einem Schlagzeugsolo austoben konnte, und Jesper die Audienz immer wieder aufforderte, diesen anzufeuern, was auch frenetisch in die Tat umgesetzt wurde.

Kurz danach war erst einmal Feierabend, aber die Dänen ließen sich nicht lange bitten und legten noch vier Zugaben nach. Die beiden Knaller „Bad Craziness“ und „Sleeping My Day Away“ sorgten sprichwörtlich fast dafür, dass wie bei einem überkochenden Topf der Deckel weg fliegt. Stig Pedersen war passend zu den Songs auf den Raketenbass umgestiegen. Nach diesen zwei Stücken wurde es düsterer auf der Bühne, und die Mannen verließen diese.

Das konnte es doch nicht gewesen sein. Irgendetwas fehlte noch und die beiden Binzers kamen allein mit Akustikgitarren zurück. Jesper erinnerte noch einmal daran, dass ja heute Freitag wäre, Jacob klimperte dazu ein bisschen flamencoartig auf seiner Gitarre, bis Jesper kurz in seinem typischen Deutsch mit dänischen Slang zwei Brüder, zwei akustische Gitarren und „Laugh ’n‘ A Half“ als Weihnachtsgeschenk ankündigte.

Was folgte waren magische Momente, in denen eine unglaubliche Stimmung auch dadurch hergestellt wurde, dass das textsichere Publikum Jesper gewaltig mitsang.

Danach kamen stießen auch Petersen und Sonne wieder dazu und das Konzert wurde, wie es sich für D-A-D gehört, gebührlich beendet. Stig gehörte zunächst der Leadgesang und mit „It’s After Dark“ wurde der klassische Raußschmeißer gespielt. Nach etwa 100 Minuten Danish Dynamite war dann der Abend zu Ende und spätestens jetzt auf dem Heimweg wird den meisten Besuchern erst klar geworden zu sein, dass dieser Freitag doch ein Donnerstag war.

D-A-D gehören noch lange nicht zum alten Eisen gehören und man darf gespannt sein was als nächstes kommt. Auch bei dieser Gig der Dänen machte deutlich, dass sie sich in Bezug auf Liveperformance, hinter niemanden zu verstecken brauchen und die Abende mit ihnen eine einzige große Feier sind.

Ein Dank an Jörg Düsedau und Jan Müller von DRAGON Productions und für die absolut unproblematische Akkreditierung mit Fotoerlaubnis für diesen tollen Abend in der Vorweihnachtszeit.

Line-up D-A-D:
Jesper Binzer – Vocals, Guitar
Stig Pedersen – Bass, Vocals
Jacob Binzer – Guitar
Laust Sonne – Drums

Text und Bilder: Gernot Mangold

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Zeche Bochum
DRAGON Productions

Glenn Hughes – 24.10.2018, Zeche, Bochum – Konzertbericht

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Nachdem 3 Dog Entertainment schon einige Tage vor dem Konzert nur noch einige wenige verfügbare Karten für das Glenn Hughes Konzert meldete, gingen die letzten sieben Karten am Konzerttag über den Tresen, und die Zeche war restlos ausverkauft.

Punktgenau um 20:00 Uhr betrat Glenn mit seiner Band die Bühne. Der symphatische, mittlerweile 67-jährige Hughes hat dieses oft nervige Hinauszögern eines Konzertbeginns eben nicht nötig!

Schon direkt zu Beginn beschrieb er, was die Zuschauer an diesem Abend erwarten sollte. In großen Teilen ein Querschnitt der Deep Purple-Ära Mitte der 70er Jahre, wo er in der Mark 3 und Mark 4 Besetzung als Sänger und Bassist Bestandteil des Hartdrockdinosauriers war. Als Reminiszenz an diese Zeit war er auch mit einer stylischen 70er Jahre-Jeans, einem bunten hippieähnlichen Hemd und der obligatorischen leicht pinken Sonnenbrille mit kreisrunden Gläsern gestylt.

Der Einstiegssong „Stormbringer“ war auch vom Titel her geschickt gewählt, die Gemäuer der Zeche wurden an diesem Abend noch einmal von typischen Hardrock der Marke Deep Purple umweht. Hughes nahm dabei immer wieder Kontakt zu den Fans auf und poste wie zu alten Zeiten. Auch gesanglich war der Auftritt bemerkenswert gut, was für einem Hardrocksänger in dem Alter nicht selbstverständlich ist.

Von der ersten Sekunde an war auch spürbar, mit welcher Freude Hughes die Musik präsentierte und auch die Resonanz aus dem gut mitgehenden Publikum genoss. Bei „Gettiin‘ Tighter“ bewies er in einem ausgedehnten Solo auch noch einmal, wie gut er seinen E-Bass beherrscht.

Schön war, dass Glenn, der auch lichttechnisch meist im Vordergrund stand, seinen Mitstreitern für mehrminütige Passagen die Bühne überließ, wo diese sich als Solisten zeigen konnten. Vor „You Fool No One“ legte Jesper Bo Hansen ein monumentales Keyboardsolo hin, das an die Jon Lord-Ära erinnerte.

Ich meine ganz zu Beginn dabei einige Klänge gehört zu haben, die musikalisch in die skandinavische Region gehören. Soren Anderson, der mir schon als Gitarrist bei Jesper Binzer im Frühjahr bei einem Konzert in Essen positiv aufgefallen war, legte ein mehrminütiges Gitarrensolo hin, konnte aber auch in fast allen anderen Tracks glänzen.

In „High Ball Shooter“ hatte Drummer Fernando Escobedo seinen großen Auftritt. Über mehrere Minuten bearbeitete er seine Drums zum Teil mit einem solchen Tempo, dass das Auge den Drumsticks nicht mehr folgen konnnte, um dann aber in langsameren Passagen mit seinen Stöcken zu jonglieren.

Als vorletzten Song kündigte Hughes eine Bluesnummer an, philosophierte in der Ansage über die Funktion von Musik im friedlichen Zusammenleben von Menschen. Dazu erwähnte er, dass er immer gerne in Deutschland ist, da er durch seine Frau eine familiäre Bindung hier hin hat. Taktisch klug, aber auch ehrlich gemeint. Die ‚Extendet Version‘ von „Mistreated“, einer der besten und intensivsten Purple-Songs für mich, war auch vom frenetischen Applaus der Fans her, eines der absoluten Highlights eines ganz starken Auftritts.

Als letzten Track des Hauptteils durfte das furios gespielte „Smoke On The Water“ natürlich nicht fehlen, an das sich eine schöne Version von „Georgia On My Mind“ anschloss, in der Hughes seine stimmlichen Fähigkeiten auch in höhern Tonlagen zum Besten gab. Am Ende schaute er durch die Decke der Zeche, die bei „Smoke On The Water“, wie von ihm vorher in der Ansage versprochen, angehoben wurde. Dabei schien er ein kurzes Gebet abgeschickt zu haben.

Als die Band die Bühne verlassen hatte, forderten die Fans in der Zeche, welche mit der kleinen Tribüne und der Empore immer ein schönes Ambiente bietet, lautstark Zugaben.

Hughes und seine Band ließen sich auch nicht lange bitten und brachten mit „Burn“ und dem fetzigen „Highway Star“ die Zeche noch einmal zum Kochen.

Nach etwa zwei Stunden guten alten Hard Rocks war die Show dann vorbei. Hughes hatte aber vorher schon angekündigt, auch nächstes Jahr wieder zukommen. Die zufriedenen Fans hatten allen Anschein nach genau das geboten bekommen, was sie erwartet hatten. Auch mit fast 70 ist es noch möglich, ordentlich abzurocken und sich nicht auf den balladesken Songs auszuruhen.

Ein Dank geht an Jenny Dore, für die problemlose Akkreditierung zu diesem Ereignis/Erlebnis, dass Sie es mit 3 Dog Entertainment immer wieder schafft, namhafte und wirklich gute Künstler in die Region um Dortmund zu holen. Und wenn das eigene Piano halt zu klein ist, gibt es genügend Lokalitäten in der Region, wie eben die Bochumer Zeche, wo dann die Post abgehen kann.

Line-up:
Glenn Hughes (lead vocals, bass)
Soren Anderson (guitar)
Fernando Escobedo (drums)
Jesper Bo Hansen (keyboards)

Text und Bilder: Gernot Mangold

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Zeche Bochum
3Dog Entertainment

Walter Trout – 26.10.2017, Zeche, Bochum – Konzertbericht

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Nachdem die Anreise zur Zeche Bochum aufgrund von Staus und Umleitungen länger als gewohnt gedauerte hatte, war ich dann doch noch nach über zwei Stunden Anfahrt (für ca. 70 km!) auf die letzte Minute um kurz nach 20 Uhr in der proppevollen Zeche angekommen und konnte mir noch mit Mühe einen Platz in der zweiten Reihe ergattern.

Zehn Minuten später betrat dann der Altmeister unter dem Jubelgeschrei der zahlreichen Fans zusammen mit seinen Musikern Sammy Avila (keyboards), Danny Avila (Bass) und Michael Leasure (drums) die Bühne und heizte dem Publikum von Beginn an kräftig ein (u. a. auch mit den älteren Songs „Cold Cold Feeling“ und „Put It Right Back“).

Danach gab’s neues Material vom aktuellen Album „We’re All In This Together“. Auf „Got Nothing Left“ folgte dann mit „Blues For Jimmy T.“ eine Reminiszenz an seinen, wie er selbst sagt, Mentor und LehrmeisterJohn Mayall, eine tolle Bluesnummer über Walter Trouts besten, aber vor einigen Jahren verstorbenen, Freund.

Zuvor holte sich Walter aber noch Dennis Zabienski, einen Gelsenkirchener Gitarristen, auf die Bühne, um mit ihm gemeinsam den B. B. King Klassiker „The Thrill Is Gone“ zu zelebrieren. Von Walter Traut wurde Zabienski als als junges Blues-Talent angesagt, das er schon seit dessen Kindertagen kennt. Der junge Gitarrist legte dann tatsächlich eine Performance hin, die sich hören und sehen lassen konnte. Man darf durchaus gespannt sein, was es von ihm in Zukunft noch so alles zu Hören geben wird.

Der Rest des Konzertes lief dann gewissermaßen unter Familentreffen, da nun auch Walter Trouts Sohn Jon die Bühne betrat und kräftig mitmischen durfte. In „Do You See Me At All“ vom neuen Album lieferte er sich ein wahres Gitarrenduell mit seinem Vater. Im sich anschließenden Titeltrack des Albums „We’re All In This Together“ setzte sich sodann Jons förmlich explodierende Spielfreude fort.

Besinnlich wurde es, als Walter Trout über seine schwere Lebererkrankung und anschließende Lebertransplantation sprach. Seine damaligen Sorgen und Ängste hatte er nach seiner Genesung auf dem Album. „The Battle Scares“ verarbeitet, von dem er das nachdenkliche Stück „Please Take Me Home“ mit Sohn Jon an der Akkustikgitarre spielte. Und natürlich versäumte er es nach dem Song nicht, leidenschaftlich für Organspenden zu werben.

Mit „Going Down“ ging dann das Konzert nach knapp zwei Stunden ohne Pause zu Ende. Herausragend hier Sammy Avilas Sohn mit einem minutenlangen, virtuosen Bass-Solo und einem ebenso beeindruckenden, wilden Schlagzeugsolo von Micheal Leasure. Ein perfekter Abschluss für ein grandioses Konzert mit einem Walter Trout in bester Spiellaune! Kaum zu glauben, dass dieser Mann vor noch nicht allzu langer Zeit mit dem Tod gerungen hat.

Bei dem lautstarken Verlangen des Publikums nach einer Zugabe ließen sich Walter Trout und seine Mannen nicht lange bitten und kehrten unter tosendem Beifall auf die Bühne zurück. Das ruhige „Amazing Grace“ bildete dann in der 15 minütigen Zugabe den Einstieg in den wilden Chuck Berry Rock’ n Roll-Klassiker „Little Queenie“, der vom Auditorium nach Animation von Walter Trout minutenlang inbrünstig mitgesungen und abgefeiert wurde.

Welch ein grandioses Konzert! Schade, dass es gefühlt viel zu schnell endete! Es war Walter Trout at his best!

Line-up:
Walter Trout (lead vocals, electric guitar)
Danny Avila (bass)
Michael Leasure (drums, vocals)
Sammy Avila (keys, vocals)
Special guests:
Jon Trout (electric guitar, vocals)
Dennis Zabienski (electric guitar)

Bericht und Bilder: Jörg Schneider

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Steve Lukather & Band – 26.03.2009, Zeche, Bochum – Konzertbericht

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Eigentlich ist es eher einem Zufall, bzw. meiner bekannten Passion für den Southern Rock zu verdanken, dass meine bessere Hälfte und ich diesem Konzertabend beiwohnten. Das klingt zunächst im Kontext mit Steve Lukather etwas merkwürdig, ich bemühe mich aber das Rätsel in den nächsten Zeilen aufzulösen.  Steve Lukather & Band – 26.03.2009, Zeche, Bochum – Konzertbericht weiterlesen