Kenny Wayne Shepherd – Trouble Is… 25 – CD-Review

Zum 25-jährigen Jubiläum seines genialen Albums “Trouble Is” hat Kenny Wayne Shepherd (KWS) eine komplette Neuaufnahme des Meisterwerks aus dem Jahre 1997 aufgelegt. Die nochmalige Einspielung der Songs fand live im Studio mit der damaligen Crew statt (nur Bassist Tommy Shannon musste leider ersetzt werden). Auch wieder mit dabei ist Jerry Harrison (ehemals Modern Lovers bzw. Talking Heads-Mitglied) – diesmal als Co-Produzent.

Entsprechend der ursprünglichen Songlist beginnt “Trouble Is…25” ebenfalls mit “Slow Ride”, einer Jimi Hendrix- soundigen Hit-Single des Albums, die ihren schon damals absolut überragenden, jungen Solo-Gitarristen in gekonnt experimenteller Spielweise brillieren lässt. Mit “True Lies” folgt ein großartiger Übergang zum Southern-Texas Format eines Stevie Ray Vaughan, das straight-rockmäßig die Fingerfertigkeit von Shepherd strapaziert.

Das inzwischen als Mainstream-Rock-Klassiker geltende dritte Stück “Blue On Black” zelebriert unverändert die eindrucksvolle Saiten-Technik, wurde aber erst im April 1998 ausgekoppelt. Der anhaltende Erfolg des Original-Longplayers erforderte im Dezember 1998 weiterhin eine vierte Single: Bob Dylans schneller Rocksong “Everything Is Broken” wird als Southern-Cover gebührend präsentiert und verschafft dem bereits sehr erfolgreichen Album ein Jahr nach dem Release nochmals weiteren Respekt, obwohl es schon durch die Super-Top-Version von Jimi Hendrix’ “I Don’t Live Today” mehr als begeistern konnte.

Unverändert spielte KWS in der 25-er Session ausdrücklich auf dem alten Equipment und seiner 61er Fender Stratocaster und überließ die Vocals wieder Noah Hunt, der insbesondere auf dem grandiosen Blues-Harp Titel (Original Harp-Solo von James Cotton) und der zusätzlichen Hit-Single „Somehow, Somewhere, Someway”, wie auf dem gesamten Longplayer, seine tiefen Spuren hinterlässt. Auch die Mid-Tempo Ballade “I Found Love (When I Found You)” und die wuchtig, rockende Blues-Nummer “King’s Highway” firmieren unter Klassiker-Status eines junggebliebenen Longplayers, der mit “Nothing To Do With Love” außerdem ein Bonnie Tyler-Cover vertragen kann – Foot-Stomping mitreißend serviert.

Dem legendären Stevie Ray Vaughan könnten die beiden letzten Stücke “Chase The Rainbow” und der Titel-Instrumental-Track “Trouble Is” gewidmet sein – jeder für sich eine einzigartige Reminiszenz. Irgendwie verloren gegangen scheint demgegenüber leider der 1997er Bonus.Track “Voodoo Child”, eine leidenschaftliche 10 Minuten Version der Jimi Hendrix-Nummer, die nur auf der ersten Japan-Ausgabe erschienen ist. Dafür hat die Neuauflage eine andere Zugabe zu bieten: mit “Ballad Of A Thin Man” von Bob Dylans “Highway 61 Revisited” – LP wurde ein Top-Blues Cover Bonus zusätzlich eingespielt.

“Die neue Aufnahme war für mich eine echte Reise in die Vergangenheit”, so Kenny Wayne Shepherd über die Studio-Zeit für “Trouble Is…25”. Angesichts der außergewöhnlichen künstlerischen Klasse des inzwischen berufserfahrenen Gitarren-Virtuosen wird seine Jubiläums-Tour 2023 mit dem Nr. 1 Blues-Album auch für die Fans in Deutschland ein besonderer Leckerbissen werden.

Provogue Records (2022)
Stil: Blues Rock

Tracks:
01. Slow Ride
02. True Lies
03. Blue On Black
04. Everything Is Broken
05. I Don’t Live Today
06. (Long) Gone
07. Somehow, Somewhere, Someway
08. I Found Love (When I Found You)
09. King’s Highway
10. Nothing To Do With Love
11. Chase The Rainbow
12. Trouble Is
13. Ballad Of A Thin Man

Kenny Wayne Shepherd
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