Die maßgeblich aus Florida stammende Shaelyn Band, bestehend aus Shaelyn Mulberry (lead vocals), Eric Guess (guitars), Curtis Harris (bass), Win Carlson (bgv), Isaiah Gaytan (trumpet), Moses Maldonado (trombone) und Tim Mulberry (drums, bgv) ist seit 2020 aktiv und veröffentlicht mit „Chapter 3“, das nun mehr dritte Album.
Es enthält 14 selbst-kreierte Tracks, die sich im Rahmen von Blues, Soul und Jazz bewegen. Geprägt ist ihre Musik von der sehr kräftigen, aber auch überaus dominanten Stimme der Fronterin Shaelyn Mulberry, die sich mit Drummer Tim Mulberry auch auch für das Songwriting verantwortlich zeigt. Tim Mulberry hat die Scheibe produziert.
Zu solch einer starken Stimme muss meines Erachtens auch das Songmaterial in Sachen Melodik, Markanz und Wiedererkennungswert passen, was hier eher leider nicht der Fall ist. Hier gibt es eher einen Mix aus recht altbacken und schon oft gehörten Blues-, Soul- und Jazz-Elementen (mit ein paar Allman Brothers-mäßigen E-Gitarreneinlagen), verpackt in neue, unscheinbare Gewänder.
Dadurch wird der ‚Gang‘ durch die vierzehn Stücke ziemlich ‚anspruchsvoll‘. So muss man bis zum letzten Lied „Just Keep Moving“ ausharren, bis dann tatsächlich die oben angeführten Attribute mal in Einklang stehen. Der perspektivische Weg in Richtung Tedeschi Trucks Band, sofern sich das anhand des hiesigen Konvoluts musikalisch vermuten lässt, dürfte allerdings noch ein sehr langer sein.
The Shaelyn Band bietet mit „Chapter 3“ einen durchaus engagierten Longplayer, getragen von einer überaus herausstechenden Sängerin, der primär die traditionelle Blues-, Soul und Jazz-Klientel ansprechen könnte und dessen Songmaterial mehr für Live-Auftritte prädestiniert zu sein scheint. Für mich ein eher anstrengendes ‚Kapitel‘ in meiner ‚Reviewer-Karriere’…
Eigenproduktion (2026) Stil: Blues, Soul, Jazz
Tracks: 01. Blues Chose Me 02. Gumbo 03. Cruise 04. Push 05. Carry On 06. Takin‘ My Love Back 07. Bet It All 08. Make Ya Move 09. Music Make It Right 10. I’m Not Ready 11. Debt 12. I Won’t Sell My Soul 13. Slow Blues 14. Just Keep Moving
Seit Midland, alias Mark Wystrach, Cameron Duddy und Jess Carson, sich nach einer Hochzeit, die sie gemeinsam besucht hatten, zu einem musikalischen Country-Trio im Jahr 2016 zusammengeschlossen hatten, ging es ab da eigentlich nur noch steil bergauf. Der berühmte ‚Dosenöffner‘ war damals ihr Mega-Hit „Drinkin‘ Problem“.
Mit ihrem 6. Album „Stages“ ziehen sie quasi ein Resümee bezüglich dieser Zeit und versuchen das Geschehene, beziehungsweise ihre erfolgreiche Entwicklung, in neue Songs zu kanalisieren, die aber diesmal erheblich im traditionellen Sektor des kalifornischen und texanischen Country verwurzelt sind.
„The title is really a tribute to all the places where we’ve made our stand, but it’s also about all the phases and stages we’ve been through to get here“, so Cameron Duddy . Erkennbar sind diese ‚Stufen‘ auch an den Fahrzeugen, die sie zu ihren Konzerten hinschipperten: Es begann mit einem Pickup, dann im Familien-Van, mittlerweile im großen Tourbus.
Und Fronter Mark Wystrach ergänzt: “And the more you dig into country’s roots, the more there is to work with, We’ve always had real respect for the original Texas and California country, so this album lets us pull all that through the songs we’ve written and found to really focus on what matters to us.”
In der Tat geht es diesmal, wie schon zu Anfang erwähnt, überwiegend traditionell zu, mit Trent Willmon hat man da natürlich einen idealen Produzenten gefunden, der sich auf diesem Terrain bestens auskennt. Ich finde das in unseren Sphären etwas schwierig, da muss man schon eine ziemliche Affinität zu Fiddle und Pedal Steel als auch zu Dancehall-tauglicher Musik aufweisen, ich bin da eher nicht so der prädestinierte ‚Ansprechpartner‘.
So stehen die Ausrufezeichen in meinen Notizen vor dem, mit Akustik- und E-Bariton-Gitarren verzierten melancholisch klingenden Opener „Marlboro Man“, dem im Eagles, Marke „Tequila Sunrise“-kreierten „Shooting Memories With Tequila“, dem im David Lee Murphy-Stil rockenden „Glass Half Empty“ und dem radiotauglichen Duett mit Mackenzie Carpenter „I Wish You Would“.
Midland kommen Ende Juni zu ein paar Gigs nach Europa, wobei Deutschland am 22.06.2026 im Münchener Backstage Werk berücksichtigt wird.
Blue Highway Records (2026) Stil: Country
01. Marlboro Man 02. One Day You Won’t 03. Shooting Memories With Tequila 04. Walk A Mile 05. Glass Half Empty 06. I Wish You Would 07. Up In Texas 08. Drinkin’ Dark Whiskey 09. Drunk Enough 10. Vaquero
„Mit dem aus Watertown, NY, stammenden Kyle LaLone geht es mal wieder um einen höchst-begabten Musiker, der hierzulande vermutlich gänzlich unbekannt ist, aber von frühster Jugend an bis heute in den Staaten musikalisch auf fast allen Ebenen unterwegs gewesen ist.
Als Einflüsse beschreibt er Interpreten wie Buck Owens, Buddy Miller oder Chris Stapleton bis hin zu Pearl Jam und den Gin Blossoms, er spielte seit der Schule auch in Jazzbands, studierte auf dem Berklee College of Music (u. a. Songwriting), agierte als Session-Musiker und gern-gebuchter Begleitmusiker in Rock Clubs, Country Honkytonks, auf Blues-Festivals, oder in musikalischen Theater-Produktionen.
Auf seinem neuen Album „Make My Own Way“ hat er allerdings nach dem Motto ‚Weniger ist mehr‘ mit einem überschaubaren Rahmen an Musikern namens Brian Whelan (Shania Twain, Dwight Yoakam), Adam Arcos (Whitey Morgan and the 78s, Leroy from the North) und Matt Lesser (Richie Kotzen, Dasha), neun, selbst-kreierte Stücke eingespielt, die im Prinzip genau das aufgreifen, was unser geneigter SoS-Leser so innig liebt: Americana, Roots Rock bis hin zu Country- und Southern Rock!
Eine tolle ausdrucksstarke Stimme, fluffige Melodien, selbst, wenn es oft nachdenklich und kritisch zugeht, und sein brillantes Akustik- und E-Gitarrenspiel in Southern-Manier, lassen diese Scheibe zu einem absoluten Geheimtipp avancieren.
Allein schon der eingängige Titelsong zu Beginn mit seinen zwei herrlichen E-Gitarrenparts, werden Southern Rock-Fans sofort in die Glückseligkeit hieven. „New Year’s Eve“ und das famose „A Change Is Coming“ erinnern ein wenig an die Glanztage von Neil Young im Verbund mit Crazy Horse, allerdings nicht ausschweifend, sondern auf den Punkt gebracht.
Das atmosphärisch, fast (selbst-) bedrohlich wirkende „Slow Down“ und das durch geschickte Tempowechsel verschachtelte „Another Man’s Shoes“ (was für ein E-Solo zum Ausklang) sind einfach sensationell in allen Belangen.
Da wäre nämlich auch der textliche Gehalt zu erwähnen, der immer mitfühlen lässt und auch das Herz am rechten Fleck des Protagonisten offeriert:
„So fill up your bank account, from your gaudy golden room, while so many of the folks who gave you power, will be going hungry very soon“, heißt es in „Won’t Take This Lying Down“ – da braucht man wirklich nicht lange nachdenken, auf wen dies gemünzt ist…
Tom Petty-Liebhaber bekommen mit dem melodischen „Stand Back Up“ (es geht um das eine Mal mehr aufstehen als hinzufallen) ihre Dosis Endorphine und mit „Grateful“ endet das Werk in dynamischer Todd Thibaud-Manier, wieder mit grandiosem E-Gitarren-Solo. Da hätte man wahrlich gerne noch zwei drei Stücke mehr gehört.
Ich möchte zwar nicht zu früh vorgreifen, da wir ja noch nicht mal die Hälfte des Jahres vorbei ist. Aber mit Kyle LaLones „Make My Own Way“ habe ich vermutlich schon jetzt meinen Favoriten des Jahres im Player liegen gehabt. Liebe SoS-Leser: Diese Scheibe ist ein absolutes Must-Have! Bitte Kaufen!
Eigenproduktion (2026) Stil: Country-/Roots Rock, Southern Rock, Americana
Tracklist: 01. Make My Own Way 02. New Year’s Eve 03. Slow Down 04. Another Man’s Shoes 05. Falling In The Forest 06. A Change Is Coming 07. Won’t Take This Lying Down 08. Stand Back Up 09. Grateful
Marco Bartoccioni tritt unter seinem Künstlernamen Bartok auf und so ist das neue Album quasi selbstbetitelt. Ein Markenzeichen von ihm ist, dass er sein bevorzugtes Instrument – die Lap Steel – bei Konzerten umgehängt im Stehen spielt. Als Multiinstrumentalist gestaltet er die acht Tracks des Longplayers nahezu im Alleingang. Lediglich Piero Pierantozzi begleitet ihn durchgängig am Schlagzeug. Beim Blick auf die Gastmusiker fällt mit Roberto Luti ein bekannter Name ins Auge. Den Gitarristen sah ich bereits zwei Mal live als Sideman von Luke Winslow-King auf dessen Europa-Touren. Unter Beteiligung Luties versprüht „Lies And Lies“ etwas Southern-Flair. Dabei wird der Track mit modern wirkenden Elementen versehen, sodass der Anfang des Songs an Paul Cauthen erinnert.
Insgesamt verschreibt sich Bartoccioni aber dem Bluesrock, wobei er im weiteren Verlauf des Albums überwiegend der härteren Spielart des Genres folgt. Dabei bleiben die Stücke durchgängig melodisch. Der Sound von „Bartok“ wird durch das kräftige Gitarrenspiel geprägt, auch wenn sich Bartoccioni gelegentlich eines analogen Synthesizer bedient („Politicans Puppets“). „He Comes To Me“, auf dem Sara Jane Olog eindrucksvoll mitsingt, oder „Wild Dogs“ sind dazu geeignet, die Gehörgänge durchzupusten. Etwas gemäßigter ist der besonders eingängige Opener „No Way Back“, der bereits als Single ausgekoppelt wurde.
Neben Luti und Olog unterstützen Christina Grisolia und Francesco Santalucia den Protagonisten bei einzelnen Songs. Grisolia verfasste den Text von „I’ve Got No Money“ mit und bereichert die Umsetzung des Titels mit Vocals und einer weiteren Gitarre. Santalucia spielt Klavier auf „Burn In Your Soul“, das mit sechs Minuten Spielzeit aus der Reihe fällt. Ansonsten verzichtet Bartoccioni auf längere instrumentelle Intermezzi und auch die Lyrics sind insgesamt kurz gehalten, sodass die übrigen Tracks unter vier Minuten bleiben. Das abschließende Stück plätschert zunächst etwas dahin, legt dann im letzten Drittel aber an Dynamik zu. Diese rockige Passage gehört für mich zu den herausragenden Momenten des Albums.
Sehr gelungen ist auch „Don’t You Cry“, der einzige konsequent langsam gehaltene Beitrag. Hier vermischen sich Einflüsse von Americana und Blues, wobei eine Nähe zu Songs von Winslow-King besteht. Der in der Mitte des Longplayers platzierte Titel hebt sich nicht nur durch die Tempovariante von den anderen Tracks ab, sondern auch durch Bartoccionis Stimme, die eine Nuance angerauter klingt, was die Stimmung des Stücks unterstreicht.
Marco Bartoccioni zündet auf „Bartok“ ein Bluesrock-Feuerwerk, das nahezu durchgängig überzeugt. Ohne Kompromisse und ohne langatmige Instrumentalpassagen werden die Songs knackig und zügig durchgespielt. Das Hörvergnügen bleibt unter einer halben Stunde, sodass schnell noch ein zweiter Durchgang nachgeschoben werden kann.
Eigenproduktion (2026) Stil: Bluesrock
Tracks: 01. No Way Back 02. He Comes To Me 03. Politicans Puppets 04. Love Is Gone 05. Wild Dogs 06. Lies And Lies 07. I’ve Got No Money 08. Burn In Your Soul
Gráinne Duffy habe ich zu meiner eigenen Schande leider etwas aus den Augen verloren (vielleicht auch ein wenig ihrer überwiegenden Präsenz in den Staaten geschuldet). Ich hatte die Irin vor vielen Jahren mal, als ich gerade im Begriff war, Sounds Of South aufzubauen, im urigen Leverkusener topos gesehen und war von ihrer Performance hellauf begeistert gewesen.
Eine tolle, leicht angeraute Stimme und ein gitarrenorientierter, melodischer Blues Rock sowie eine sympathische Aura, hinterließen einen bleibenden Eindruck, allerdings ergab sich danach irgendwie nie eine weitere Option eines Live-Besuchs oder eines Reviews ihrer Scheiben, die ja immer mal wieder in der Zwischenzeit bis heute erschienen.
Nun konnte ich endlich zum Erscheinen ihres neuen Werks „What Am I Supposed To Do“, aufgenommen in den 64 Sound Studio in Los Angeles, die Gelegenheit beim Schopfe packen. Eine Scheibe mit (leider nur) neun Stücken, unter Mitwirkung vieler bekannter musikalischer Persönlichkeiten, sei es bei der Produktion mit Marc Ford (The Black Crowes) und Grammy-Gewinner-Justin Stanley, oder wie u. a. Drummer Kenny Aronoff (John Mellencamp, Bob Dylan, Bruce Springsteen, Paul McCartney), Bassist Jørgen Carlsson (Gov’t Mule), Keyboarder Peter Levin (Blind Boys Of Alabama), Marc Ford, Langzeitgitarrist Paul Sherry.
Sieben Eigenkompositionen (Duffy alleine oder in Kooperation mit Paul Sherry) stehen zwei markanten Adaptionen „Tragedy“ (von Peter Wolf, 2010 auf dessen Award-prämiertem Solo-Album „Midnight Souveniers“ erschienen) und der „Little Willie“ John-Klassiker „Need Your Love So Bad“ (überwiegend bekannt durch Peter Green und die Allman Brothers) gegenüber.
Auffällig ist hier eigentlich bei fast allen Tracks die deutliche Inspiration der klassischen Rockmusik der 70-90er Jahre, es wimmelt nur so von instrumentellen ‚Zitaten‘ wie Bad Co. („Early In The Morning“), den Stones („Streets Of Love“), Quireboys, Frankie Miller, beim tollen Duett mit Paul Sherry („Tragedy“), Kim Carnes („Hurts Just The Same“), The Faces („Takin‘ My Heart Away“) oder den Beatles und Free („Got To Give It Up“).
Lediglich „Need Your Love So Bad“, das wahrlich gut umgesetzt ist, kann den Vergleich mit der ‚dreckigen‘ Version der Allman Brothers am Ende nicht ganz standhalten.
Insgesamt ist Gráinne Duffy mit „What Am I Supposed To Do“ ein launiger, gut ins Ohr gehender Longplayer gelungen, der absolut meinen Geschmack trifft und diesen Sommer noch öfter in meinem Player landen wird. Schön wäre auch mal wieder ein Live-Erlebnis in unseren Sphären.
Eigenproduktion (2026) Stil: Classic-, Blues-, Country Rock
Tracklist: 01. Early In The Morning 02. What Am I Supposed To Do 03. Streets Of Love 04. Tearing Me Apart 05. Tragedy 06. Hurts Just The Same 07. Takin‘ My Heart Away 08. Got To Give It Up 09. Need Your Love So Bad
Da wollte ich doch tatsächlich mal wissen, wem es gelungen ist, Morgan Wallens Albumdauervormachtstellung in den Billboard-Charts, wenn auch vermutlich nur temporär, zu durchbrechen.
Es handelt sich um die junge, aus Hope Hull, Alabama stammende Ella Langely, die 2024 mit ihrem Debüt-Longplayer „Hungover“ und der inkludierten Single „You Look Like You Love Me“ im Duett mit Riley Green erste Achtungserfolge erzielt hatte und jetzt mit dem nachfolgenden Longplayer „Dandelion“ förmlich durch die Decke geht.
Manchmal muss man halt zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort sein. Nach dem Hype um eine andere Kollegin aus Alabama, scheinen jetzt die großen Tage dieser jungen Dame gekommen zu sein. Dass sie auch noch bildhübsch aussieht, was vermutlich auch nicht von Nachteil ist, sei am Rande erwähnt.
Laut Langley hat der Titel (Dandelion = Löwenzahn) für sie selbst symbolische Bedeutung in Sachen Unvergänglichkeit, Hoffnung, Heilung und Widerstandsfähigkeit. Attribute mit denen sie ihr eigene Entwicklung verbindet.
Die achtzehn Tracks beginnend und endend mit einem Traditional Intro und Outro „Froggy Went A Courtin'“), bieten eigentlich soliden, eher traditionell ausgerichteten (New-) Country-Stoff, es gibt unzählige Scheiben, die mir deutlich besser gefallen, aber auch deutlich weniger Erfolg aufwiesen. Allerdings, je öfter man einzelne Tracks hört, desto deutlicher wird die Strahlkraft und die dementsprechende Wirkung.
Das Engrow der Stücke hat die Protagonistin im Verbund mit bekannten Songwritern wie u. a. Brett Tyler, Luke Dick, John Nite, Laura Veltz oder aber auch Kollegen wie Hardy oder Miranda Lambert kreiert, letztgenannte hat ihr auch samt Ben West in Sachen Produktion assistiert.
Auch bei den vielen involvierten Musikern stößt man auf bekannte Namen wie u. a. Charlie Worsham, Tom Bukovac, Dave Cohen, Lonnie Wilson oder Rob McNelley, die ein Qualitätsprodukt garantieren.
Center-Song ist zweifellos der Ohrwurm „Choosin‘ Texas“ der so ein wenig dem Hit „Drinkin‘ Problem“ nacheifert. Überhaupt hat die Langley-Scheibe viel Midland-Esprit, eben mit weiblicher Stimmnote, und die ist zweifellos klasse. Also eine erfolgsversprechende Mischung, die Billboard-Charts lügen nicht.
Und so bekommt man eine gut angeordnete Mischung aus eingängigen Ohrschmeichlern wie „Dandelion“, „We Know Us“, „Be Her„, „Bottom Of Your Boots“, „Speaking Terms“, „Broken“, „Butterfly Season“ (Frauenpower zusammen mit Miranda Lambert), oder das in einer Akustikversion gespielte „Most Good Things Do“ (mein Lieblingssong) und traditionell angefärbten Countryheulern wie „I Gotta Quit“, „It Wasn’t God Who Made Honky Tonk Angels“ und dem Schwofer „Last Call For Us.
Ella Langley ist die Country-Künstlerin der Stunde, das steht jedenfalls fest. Mit „Dandelion“ hat sie der Kollegin Kacey Musgraves, ihr nächstes Nr.1-Album förmlich vermiest, hält die Morgan Wallen-Album-‚Armada‘ seit einigen Wochen in Schach und steht auch mit den inkludierten Tracks „Choosin’Texas“, „Be Her“ und „I Can’t Love You Anymore“ in den Song-Charts mit einem Triple an der Spitze. Da scheint sich ein schönes Duell für die nächsten Jahre anzubahnen. Die Frage zunächst bleibt, wann der Dominator wieder zurückschlägt?
Columbia Records/Sony Music (2026) Stil: (New) Country
Tracks: 01. Froggy Went A Courtin‘ – Intro 02. Dandelion 03. Choosin‘ Texas 04. We Know Us 05. Low Lights 06. Be Her 07. You & Me Time 08. Loving Life Again 09. Bottom Of Your Boots 10. Speaking Terms 11. I Gotta Quit 12. It Wasn’t God Who Made Honky Tonk Angels 13. Last Call For Us 14. Broken 15. Somethin‘ Simple 16. Butterfly Season 17. Most Good Things Do 18. Froggy Went A Courtin‘ – Outro
Die Karriere des Briten Sean Webster hat einst damit begonnen, dass er die drei Kings, B.B., Albert und Freddy, entdeckte oder Buddy Guy und Gary Moore. Auch heute noch gehört er der Blues- oder Blues-Rock-Szene an. Aber er hat auch längst neue Pfade beschritten und sein Spektrum ausgeweitet.
Gleich der erste Song der neuen CD unterstreicht das nachdrücklich. „Since I Met You“ kommt sehr melodisch und luftig-locker daher – und durchaus radiotauglich, was aber wohl so oder so bedeutungslos ist, denn ein Interpret aus der Ecke Blues (Rock) wird von den Radioanstalten ohnehin ignoriert.
The Bitch Has Gone“, der zweite Titel, zeigt dann die andere Seite Sean Websters: ein kraftvoller Blues Rocker mit mächtigen Gitarrenriffs, ehe das bluesig-balladenhafte „Always Gone“, unterlegt von Axel Zwinselmans gefühlvoller Keyboardarbeit, die nächste Abwechslung bietet.
In dieselbe Richtung geht „Carried Away“, eine instrumental wie gesanglich opulente Power-Ballade. Dass Sean Webster und seine Mannen, zu denen noch Floris Poesse am Bass und Rob van der Linde an den Drums gehören, ohnehin ein Händchen für geradezu hymnische Balladen haben, zeigt auch Richard Marx‘ „Your Eyes On Me“, die einzige Fremdkomposition.
Aber natürlich findet man ihn auch, den Blues alter Schule. „There’s A War“ oder „I’m Not Going“ gibt Websters manchmal an Joe Cocker erinnerndes Organ die richtige Würze. Über sein packendes Gitarrenspiel brauchen wir nicht mehr reden…
Bevor das erwähnte „Your Eyes On Me“ den Rausschmeißer bildet, zeigt der Midtempo Rocker „War And Poverty“ noch einmal, wie man mit den klassischen Instrumenten Gitarre, Keyboards, Bass und Drums, gepaart mit einer kräftigen Röhre, einen kraftstrotzenden Klangteppich produzieren kann. Da darf man die Lautsprecher ruhig ein bisschen aufdrehen – der Nachbar soll schließlich auch mal wieder gute Rockmusik hören…
Eigenproduktion (2026) Stil: Blues Rock, AOR
Tracklist: 01. Since I Met You 02. The Bitch Has Gone 03. Always Gone 04. Carried Away 05. Light Of Day 06. Love’s A Ghost 07. There’s A War 08. I’m Not Going 09. War And Poverty 10. Your Eyes On Me
Falsche Zeit, falscher Ort, möge vielleicht so mancher konstatieren, als ich auf der Rückfahrt nach der Arbeit von Essen nach Rheinberg die CD von JP Soars und Anne Harris in den Player meines Autos schob, um mich dann durch den üblichen Wahnsinn von Baustellen, katastrophalen Straßen, unendlichen 30er-Zonen, Blitzern und so manch anderen Erschwernissen zu kämpfen. Man hat immer das Gefühl, dass in diesem Lande auch den letzten produktiv wirkenden und Wachstum erzeugenden Menschen, der Weg zur Arbeit vergrault werden soll.
Ich habe mir bedingt durch mein schon lange währendes Leben und dank meiner Leistungssportkarriere sowie meiner Schwäche für einen Fußballverein namens Rot-Weiss Essen eigentlich einen gutes Nervenkostüm, beziehungsweise ‚dickes Fell‘ angeeignet. Dieses wird mit der vorliegenden CD tatsächlich bis an die Grenzen der Belastbarkeit strapaziert.
Dabei hatte ich zu früheren Zeiten hier in diesem Magazin von JP Soars im Rahmen der Besprechung seines Albums „Southbound I-95“ eigentlich gar keinen schlechten Eindruck gehabt. Den gewöhnungsbedürftigen Gesang hatte ich allerdings damals schon angemerkt.
Jetzt hat der umtriebige Musiker ein ziemlich altbackenes Konglomerat aus Blues-, Jazz-, Karibik- und Tex-Mex-Einflüssen im Barroom-Stil zusammengebraut, wobei auch der Name Django Reinhardt, der Vorreiter des Gypsy Jazz, ins Spiel kommt und von dem mit „Minor Blues“ ein Track gecovert wird.
Dazu hat er die klassisch ausgebildete Violinistin Anne Harris mit ins Boot genommen, die hier zudem noch dezent Mandolinenklänge als auch Harmoniegesänge einbringt. Ihr Violinenspiel steht aber eindeutig im Vordergrund. Sie hat eine Gabe, mit diesem Instrument, an den Nerven zehrende Klänge zu erzeugen, die nach Wurzelbehandlung ohne Betäubung beim Zahnarzt anmuten.
Beim Opener „Jessie Mae“ dachte ich noch, naja nix Besonderes, beim folgenden „Go With The Flow“ schwante mir schon nichts Gutes. Mit etwas Tom Waits-Espirit kommt „The Viper„, spätestens bei „Paradise“ dachte ich, wen das das Paradies ist, möchte ich gerne in der Hölle schmoren.
Der eingängigste Song ist noch „Goin‘ To South Carolina„, ein entspannter Retro-Southern Country Blues. Die drei folgenden Stücke inklusiv des Reinhardt-Covers ließen eine gewisse Aggression (nicht empfehlenswert beim Fahren) aufkommen. Gut, noch ein Stück, dann hast du es geschafft, war der Gedanke, nachdem der Reinhardt-Song überstanden war.
Dann erfolgte der Blick nach rechts auf den Beifahrersitz, wo die CD mit der Rückseite lag, auf der, wie immer üblich, die Tracklist platziert ist. Stück 9, „Cigar Box Jam“ 18:25 Minuten. Es geht dann wohl ans Eingemachte. Da meine Reviewer-Ehre es mir vorschreibt, ein Werk, das ich bespreche, auch komplett durchzuhören, war jetzt bitteres Stehvermögen angesagt, denn das Instrumentalstück verlangt wirklich alles von einem ab. Beruhigungsmittel waren nicht verfügbar.
Es geht vom Aufbau her in Richtung der typischen Allman Brothers-Jams, allerdings auf Wühltischniveau. Die sphärischen E-Gitarren, die zermürbenden Violineneinlagen, und das mit Trillerpfeifen ergänzte bollernde Drumsolo ließen mich an ein perfektes Folterwerkzeug für die CIA denken, um Staatsfeinde gefügig zu machen und jederlei Geständnisse abzuringen. Bei der Androhung, diesen Track ein zweites Mal hintereinander zu spielen, wird sicherlich jeder, auch der hartnäckigste Kandidat, sofort sein Schweigen brechen und reden wie ein Wasserfall…
Nach dieser „Gypsy Blue Revue“ von JP Soars und Anne Harris fragte ich mich, ob man dieser ethnischen Gruppe, die öffentlich ja eh von einem Negativbild und Ausgrenzung geprägt ist, mit diesem Werk wirklich einen Gefallen tut.
JP Soars sieht das natürlich anders: “This is a music lover’s record, There’s everything from Caribbean grooves to country songs to Django Reinhardt influences. If music moves me, I don’t care about the genre — and I think our audiences love that diversity.” Tut mir leid, aber ich zähle ganz sicher nicht zu diesen ‚audiences‘.
Um dem Tag noch etwas Positives abzugewinnen, als auch zur Ehrenrettung dieser Volksgruppe, haute ich mir abends ein paniertes Stück Fleisch und ein paar Kartoffelspalten in die Pfanne, mischte mir eine Tomaten-Paprika-Zwiebel-Soße und ließ das einst so beliebte Schnitzel aus der Kindheit/Jugend nochmal aufleben…
Forty Below Records (2026) Stil: Blues, Gypsy Jazz, Tex-Mex
01. Jessie Mae 02. Go With The Flow 03. Viper 04. Paradise 05. Goin‘ To South Carolina 06. May Mountain Waltz 07. Old Silver Bridge 08. Minor Blues 09. Cigar Box Jam
Tja, was macht man, wenn einem der kalte Wind in einer dunklen schwarzen Nacht um die Ohren pfeift? Keine schlechte Idee ist sicherlich, einfach zu Hause zu bleiben – und die neue CD von Andreas Diehlmann und seinen Mitstreitern Jörg Sebald (Bass) und Martin Gunkel (Drums) aufzulegen.
Wäre der Gitarrist, Sänger und Songschreiber jenseits des Atlantiks geboren statt in Kassel, wäre er wohl Stammgast in den Billboard Blues Charts, was sein neues Album nachdrücklich unterstreicht, das vor kräftigem Blues Rock in allen Facetten und darüber hinaus nur so strotzt.
Los geht’s volle Kraft voraus mit „Hey Man“, wobei die Gitarre sämtliche „Aufräumarbeiten“ übernimmt. Bei „On The Road Again“, nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Hit von Canned Heat aus dem Jahr 1968, dominiert ein treibender Boogie-Rhythmus.
„Thunderbolt“, der Titelsong über eine verflossene Liebe, die einen nicht loslässt, „Miss Fortune“ oder „Long Way Home“ sind dann genau die dynamischen Blues Rocker, wofür Adreas Diehlmann 2022 und 2025 bei den German Blues Awards die Auszeichnung als beste Band abgeräumt hat.
Bei der Rock-Ballade „Alone“, die an Gary Moore erinnert, wird einen Gang runtergeschaltet. Richtig bluesig wird’s bei „Carol“, bei dem Diehlmanns markant-rauchige Stimme besonders gut zum Ausdruck kommt, während „The Blues“ leicht funkig durch die Gehörgänge groovt.
Einzige Fremdkomposition ist „Help me“, das von Sonny Boy Williamson II, Willie Dixon und Ralp Bass, einem renommierten Produzenten und Förderer von James Brown, geschrieben wurde. Ach so: Nach diesem Stück nicht gleich die Repeat-Taste drücken. Als Hidden Track gibt es noch ein kurzes akustisches Instrumentalstück.
Mountain Meadow Studio (mms) (2026) Stil: Blues Rock
Tracks: 1. Hey Man 2. On The Road Again 3. Thunderbolt 4. Alone 5. Cold Wind On A Dark Black Night 6. Miss Fortune 7. Long Way Home 8. Carol 9. The Blues 10. Help Me 11. Hidden Track
Ein geschätzter Kollege von mir ist quasi Stammgast im Kölner Blue Shell und schwärmt ständig von der Location sowie den dortigen Konzerten. Nun ergab sich mit dem Konzert von The Builders And The Butchers endlich mal eine passende Möglichkeit, mir selbst einen Eindruck zu verschaffen. Das stimmungsvolle Blue Shell bildet tatsächlich den perfekten Raum für handgemachte Musik und der Bandleader Ryan Sollee, der vor zwei Jahren wohl schon mal vor Ort war, freute sich, zurück zu sein.
Als Support brachte er seinen Freund Dustin Hamman mit. Der sympathische Songwriter wirkte auf angenehme Art etwas kauzig. So trat er in Socken auf und erzählte einen Traum, bei dem Grobi von der Sesamstraße eine zentrale Rolle spielte. Am Anfang wurde Hamman durch einen Scheinwerfer geblendet, was er mit Humor nahm. Abhilfe bot eine Sonnenbrille, die ihm aus dem Publikum gereicht wurde. Später griff er auf ein Käppi zurück.
Mit Titeln wie „Stoned“, „ Good Timin‘“, „Comfort“ und „Feelings“ zog Hamman das Publikum auf seine Seite. Bei „Ocean Bound“ sangen die Anwesenden dann auch bereitwillig den Refrain mit. Beeindruckend war, wie Hamman die Gelegenheit nutzte, den Sound einer Trompete zu imitieren, die auf der Studioversion (mit seinem Projekt Run On Sentence) zu hören ist.
Zum Abschluss des circa halbstündigen akustischen Sets holte er sich Unterstützung bei der Rhythmussection der Headliner – Justin Baier (Drums) und Willy Kunkle (Bass) – sowie dem Gitarristen Paul Seely. Hamman bot mit seiner abgenutzten Gitarre, die neben dem regulären ein weiteres Loch aufwies, einen lockeren und unterhaltsamen Einstieg in den Abend in bester Folk-Manier.
Line-up: Dustin Hamman Dustin Hamman (Vocals, Guitar) with Justin Baier (Drums) Willy Kunkle (Bass) Paul Seely (Guitar)
Nach einer kurzen Pause kam dann Sollee mit seinen fünf Mannen auf die Bühne. Schlagartig wurde es nicht nur auf der Bühne voll, sondern auch vor ihr enger. Schon mit den ersten Tönen explodierte Sollee förmlich und legte – ständig in Bewegung – ein Tempo vor, das er bis zum Ende des Auftritts durchhielt. The Builders And The Butchers stiegen mit zwei hervorragenden Stücken ihres aktuellen Albums „No Tomorrow“ ein: „Raise My Son“ und „Blood/Death“. Später gab es noch mit „Mother Mary“, dem einzigen langsam gespielten Song, sowie mit „One Winged Bird“ Kostproben der Scheibe.
Im Anschluss an die beiden neuen Songs zum Auftakt ging die Reise mit „Devil Town“, „Strangers Blood“, „Redemption Sound“ und „Black Dresses“ weiter. Fehlen durften natürlich auch nicht „The Coal Mine Fall“ und „Hellfire Mountain“. Das Programm bot also einen Querschnitt durch das bisherige Schaffen von The Builders And The Butchers mit Schwerpunkten auf Songs des selbstbetitelten Debüt-Longplayers (2007) sowie seines Nachfolgers „Salvation Is A Deep Dark Well“ (2009).
Gegen Ende des Hauptsets begeisterte das sehr starke „Bottom Of The Lake“ und das mit kurzen Bemerkungen von Sollee eingeleiteten „Vampire Lake“. Nach meinem Eindruck wurden mehrere Titel im Vergleich zu den Studioaufnahmen etwas schneller gespielt. Besonderen Druck entwickelten die Songs, wenn sich Ray Rude von den Keys ans zweite Schlagzeug begab und gemeinsam mit Justin Baier die Stücke kräftig vorantrieb. The Builders And The Butchers ist es gelungen, auch live ihren eigenen Sound zu entwickeln, der sie von anderen Folkrock-Bands abhebt. Hervorzuheben waren die mehrstimmigen Gesangspassagen, die im Blue Shell voll zur Geltung kamen. Wenn Gitarrist Paul Seely, Bassist Willy Kunkle und Geiger Matthew Radtke gemeinsam mit Sollee einstimmten, wirkte es nicht nur akustisch wie eine Mauer, sondern auch optisch, da die Sänger auf der schmalen Bühne geschlossen zusammenstanden.
Das Versprechen, das Sollee im Vorfeld der Tour gab, die Leute zum Toben, Schwitzen und Bewegen zu bringen, löste er in Köln ohne Frage ein, wobei er selbst als Vorbild diente. Er nutzte den begrenzten Raum aktiv, wirbelte über die Bühne und verlies diese mehrmals, um ein Bad in der Menge zu nehmen. Unter den circa hundert Besuchern war eine große Anzahl eingefleischter Fans vertreten. So wurde mitgesungen, Biergläser erhoben und Damen auf den Schultern getragen. Das Blue Shell erlebte eine ausgelassene Rock-Party, die den Höhepunkt dann während der zwanzigminütigen Zugabe erlebte.
Zuvor handelten die Fans noch die Titel der verbleibenden Stücke mit dem Bandleader aus. Auf Wunsch spielten The Builders And The Butchers „Spanish Death Song“, bei dem Sollee seine akustische gegen eine elektrische Gitarre tauschte. Danach folgte „Barcelona“ und für den abschließenden Klassiker der Band „Bringin‘ Home The Rain“ wurde Dustin Hamman nochmal auf die Bühne geholt. Bei dem letzten Stück kochte die Stimmung im Saal dann endgültig über.
Das Sextett bescherte dem Publikum einen lauten, schweißtreibenden Abend, der mit der Sperrstunde zu Ende ging und sicherlich im Gedächtnis bleibt. Im Anschluss an das straight durchgespielte Set nahmen sich The Builders And The Butchers nach getaner Arbeit Zeit für einen gemütlichen Ausklang mit den Fans.
Beim Sichten der Fotos ist mir ein Aufkleber auf der Bassgitarre von Kunkle aufgefallen, der einen deutlichen Bezug zu Deutschland hat. Daraufhin war ich mir über die Bandbesetzung unsicher, zumal die Vorstellung der Mitglieder während des Konzerts unterging. Meine nachträgliche Anfrage beantwortete Sollee umgehend, was in Musikerkreisen nicht selbstverständlich ist. Dafür und für die problemlose Akkreditierung sei ihm hier herzlich gedankt.
Line-up: The Builders And The Butchers Ryan Sollee (Lead Vocals, Guitars) Justin Baier (Drums) Willy Kunkle (Bass, Vocals) Paul Seely (Electric Guitar, Vocals) Matthew Radtke (Viola, Vocals) Ray Rude (Keys, Drums)
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