Jack McBannon – Tennessee – CD-Review

Review: Michael Segets

Der Wuppertaler Thomas Willer veröffentlichte 2021 unter seinem neuen Künstlernamen Jack McBannon das Album „True Stories“. SoS-Kollege Stephan Skolarski hatte seinerzeit das Werk, mit dem sich McBannon aufmachte, seine Country-Wurzeln zu erkunden, als zukunftsweisend eingeschätzt. Recht hat er behalten. Für den nun vorliegende Nachfolger „Tennessee“ nutzte McBannon die Chance, an geschichtsträchtigem Ort den eingeschlagen Pfad weiter zu verfolgen. „True Stories“ überzeugte nämlich nicht nur den SoS-Redakteur, sondern auch John Carter Cash. Nachdem McBannon dem Sohn von Johnny Cash auf gut Glück eine Aufnahme von „True Stories“ geschickt hatte, erhielt er die Einladung, das Cash Cabin Studio in Hendersonville zu nutzen. Mit elf neuen Songs im Gepäck machte sich McBannon dann auf den Weg nach Tennessee und John Carter Cash übernahm die Produktion des Longplayers.

Zwischen Americana und Country angesiedelt gelingt McBannon mit „Tennessee“ ein Album, das sich nicht hinter denen amerikanischer Songwriter verstecken muss. Mit seiner angerauten Stimme bringt er Atmosphäre in die Stücke, egal ob sie getragen oder rockig ausfallen. Das Duett mit John Carter Cash „The Only Rule“ ist sehr reduziert in der instrumentalen Begleitung, ansonsten hat McBannon eine souverän aufspielende Band im Rücken, die mal mehr und mal weniger dominant auftritt. Vor allem bei „A Sinner’s Sin“ lässt sie es ordentlich krachen. Der Song mit einem Grunge-Einschlag gehört neben „Can You Hear Me“ – einem Roots Rocker vom Feinsten – zu den beiden schnelleren Tracks auf der Scheibe. Sie setzen Akzente zwischen den überwiegend balladesk gehaltenen Beiträgen.

Aber auch bei den langsamen Titeln baut McBannon Variationen ein. Manche Songs sind von Country-typischem Slide untermalt („Tennessee“, „Home“), der bei „Not Alone“ stimmungsvoll mit einem Klavier kombiniert wird. Atmosphärisch dicht – mit einem Hauch von Pathos – fällt der Opener „Back Then“ aus. Leidenschaft legt McBannon bei „Turn Around“ in seine Stimme, das in der zweiten Hälfte des Longplayers das Tempo nochmal etwas anzieht. Darauf folgt die runde Americana-Ballade „In Us I Believe“. „As Simple As That“ fällt in die gleiche Kategorie. Für den Abschluss wurden Streicher eingeflogen. Die Tracks wurden allesamt live im Cash Cabin Studio eingespielt, was sicherlich dazu beiträgt, das deren Sound direkt und erdig klingt.

Wenn man denkt, zwischen dem Bergischen Land und Amerika liegen Welten, dann irrt man sich in musikalischer Hinsicht. Jack McBannon überbrückt die kulturellen Diskrepanzen anscheinend mühelos. „Tennessee“ dient als Beweis, dass auch Musiker aus deutschen Landen in der Lage sind, ernsthafte Genrebeiträge zum Americana und Country zu liefern. McBannon hat den Sprung über den Atlantik gewagt und unter den Fittichen von John Carter Cash ein durchgehend überzeugendes Album geschaffen. Dabei offenbart er ebenso Qualitäten in Sachen Roots Rock, von denen in den nächsten Projekten gerne mehr gezeigt werden können.

My Redemption Records – Cargo (2024)
Stil: Country / Americana

Tracks:
01. Back Then
02. Can You Hear Me
03. Tennessee
04. The Only Rule (feat John Carter Cash)
05. A Sinner’s Sin
06. Home
07. Not Alone
08. Turn Around
09. In Us I Believe
10. Dry County
11. As Simple As That

Jack McBannon
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Cargo
Oktober Promotion

Blue Deal – Can’t Kill Me Twice – CD-Review

Lange musste ich bei meinen Reviews der letzten Jahre darauf warten und es gibt ihn tatsächlich doch noch: Einen Sänger aus unseren Landen, der sich an englisch-sprachige Rockmusik heranwagt, und bei dem man seine Heimat, nicht schon sofort 10 Meter gegen den Wind hört!

Die Rede ist von Joe Fischer, ehemals Fronter der Cadillac Blues Band, der sich jetzt mit seiner ’neuen‘ Truppe Blue Deal musikalisch anschickt, weit über unsere Grenzen hinaus für Furore zu sorgen. Der hat nämlich ein wirklich markantes Stimmorgan, das ich tatsächlich irgendwo zwischen Chris Thompson, Paul Rodgers (sein Lieblingssänger übrigens) und David Coverdale verorten würde. Den ‚Joe‘ im Vornamen hat er sich redlich verdient.

Zusammengetan hat er sich seit 2015 mit dem tollen Gitarristen Tom Vela, Bassist Martin Bürger (seit 2022) und Schlagzeuger Jürgen Schneckenburger. Das Quartett firmiert seither unter dem Bandnamen Blue Deal und präsentiert jetzt, nach ihrem Debüt „Holy Ground“ von 2022, den Nachfolger „Can’t Kill Me Twice“.

Nach dem souveränen Gewinn der German Blues Challenge, erreichte Blue Deal als Vertreter Deutschlands im Januar 2024 bei der International Blues Challenge in Memphis (USA) das Halbfinale und ließ diverse angesagte amerikanische Acts hinter sich. 

Der Opener des neuen Werks „Short Time Runner“ steht nicht nur vom Titel her für die Kurzweiligkeit der gesamten Platte. Eine flotte Uptemponummer mit Molly Hatchet-Note im  E-Gitarrensolo werden auch Southern Rock-Freunde sofort hellhörig werden lassen.

Im weiteren Verlauf werden in den Eigenkompositionen eigentlich alle Facetten des Blues Rocks behandelt. Das nachfolgende „Hard Times“ als eher traditionell angehauchter Schunkler mit etwas Albert Collins-Flair, „Got 2 Go“ mit nölender Harp als Deltablues. das gut abgehende „Favorite Mistake“ wieder mit Southern-Appeal und das Titelstück „Can’t Kill Me Twice“ als emotionaler Slow Blues mit dezent inkludiertem Whitesnake-Pathos.

Schon hier bemerkt man deutlich, dass sich mit Fischer und Vela zwei Musiker gesucht und gefunden haben, die mit klasse Keys und bravouröser Gitarrenarbeit in allen Belangen bestens harmonieren, was natürlich auch für die empathische und songdienliche Rhythmusarbeit von Schneckenburger und Bürger gilt.

Das kurze Instrumental-E-Gezupfe bei „Bluecata“ teilt das Werk in der Mitte und läutet die Hommage „1942“ an Jimi Hendrix ein (sein Geburtsjahr), also psychedelischen Blues Rock haben die Burschen auch drauf. Vela fliegt quirlig über die Seiten wie sein einst 1970 verstorbenes Pendant.

Die erneut Southern Rock-behafteten „Gilded Cage“ (Marke Steel Woods kombiniert mit Whitesnake zur „Ready An‘ Willing“-Phase) und „Stand By“ (AC/DC meets Molly Hatchet, dazu mit unterschwelligen „Night Bush City Limits“-Reminiszenzen) wechseln sich dann ab mit dem herrlichen Slow Blues-Ohrwurm „Seen To Be Believed“ (absolutes Highlight!) und dem wieder vom Titel her passenden „Over“ als Ende, wo Fischer in Sachen Gesang, Piano und Orgel noch mal alle Register in Sachen Emotionalität zieht. Eine Hammerscheibe von vorn bis hinten!

Blue Deal erinnern vom Stil her an eine Art heimische King King-Version (auf Augenhöhe!), die ja auch immer wieder gerne mit Whitesnake-, Clapton-, Bad Co.- und Southern Rock-Ingredienzien kokettieren. Somit vergesst alle vermeintlichen Deals dieser Erde. Wer was Handfestes Ehrliches in Sachen guter britischer und amerikanischer (Blues-) Rockmusik haben möchte, trifft mit Blue Deals „Can’t Kill Me Twice“ ein perfektes und absolut lohnenswertes Arrangement!

Dixiefrog Records – Redeye/Bertus (2024)
Stil: (Blues) Rock & More

Tracks:
01. Short Time Runner
02. Hard Times
03. Got 2 Go
04. Favorite Mistake
05. Can’t Kill Me Twice
06. Bluecata
07. 1942
08. Gilded Cage
09. Seen To Be Believed
10. Stand By
11. Over

Blue Deal
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V2 Records Promotion GSA

Johnny Burgin – Ramblin‘ From Coast To Coast – CD-Review

Review: Jörg Schneider

Johnny Burgin ist schon seit Jahrzehnten im Blues-Biz unterwegs. Die Anfänge seiner musikalischen Karriere liegen in einem kleinen Club in Chicago namens B.L.U.E.S. Hier spielten früher alle Größen des Chicago Blues und Johnny Burgin hatte dort Auftritte als Sideman, aber auch als Bandleader. Alte Blueslegenden wie Pinetop Perkins, Sam Lay und James Yancey Jones waren seine Lehrmeister.

Sein neues Album „Ramblin‘ From Coast To Coast“ hat er an verschiedenen Orten u. a. in Dallas, Cincinatti und Memphis aufgenommen, oft mit seelenverwandten Bluesern wie John Blues Boyd, Rae Gordon, Ben Levin, Hanna PK, Jad Tariq, Jon Hay und Dylan Bishop.

Herausgekommen ist eine pure Chicago Blues-Scheibe mit elf Tracks, teils slow, teils verschwitzt treibend, immer voller Spielfreude und handwerklich astrein. Der Titelsong „Ramblin‘ From Coast to Coast“ kommt als Opener recht flott daher, während sich andere Songs eher im Midtempobereich bewegen („I Need Something Sweet“, eine schöne Hommage an Byther Smith oder auch „Vacation From The Blues“ und „Never Tried To Get Ahead“, eine musikalische Verbeugung vor Smokey Smothers). „Getting My Blues On“ und „Silently Suffering“ bedienen die Freunde des Slow Blues, angereichert mit eingängigen Backgroundvocals bzw. melodischer Pianountermalung.

„Stepladder Blues“ hingegen besticht durch einen leicht verlangsamten Boogie Woogie-Rhythmus und leitet sodann zum „Cincinatti Blues“ über, einem schmissigen Boogie Woogie mit Pianogehämmer und allem, was dazu gehört. Auch „Older And Wiser“ weist eine Boogie-Attitude auf, diesmal aber gesanglich dargeboten von der Blueserin Rae Gordon.

Und auch „I’m Playing Straight“ überzeugt mit John Blues Boyds stimmlichen Kapriolen. Ganz anders „Fresno Woman“, hier verleiht Burgin mit der Slidegitarre dem Chicago Blues eine besondere Note und in „I Was Right The First Time“ fordert der dem Song innewohnende Rockabilly Sound einmal mehr Füße und Beine ab.

Insgesamt ist „Ramblin’ From Coast To Coast“ also ein Longplayer mit tief reichenden Chicago-Wurzeln, verfeinert mit Boogie Woogie-Elementen und großer Spielfreude aller Beteiligten. Er bietet Unterhaltung auf hohem Niveau, auch wenn es nicht die alles überragende Entdeckung des Jahres ist. Für Freunde des Chicago Blues ist es aber allemal ein guter Griff, der bereits seit Mitte April in den Ladenregalen auf Zuhörer wartet.

Straight Shooter Records (2024)
Stil: Blues

Tracks:
01. Ramblin‘ From Coast To Coast
02. Gettin‘ My Blues On
03. I Need Something Sweet
04. Silently Suffering
05. Stepladder Blues
06. Cincinnati Boogie
07. Fresno Woman
08. I‘m Playing Straight, feat.John Blues Boyd (vc)
09. Older And Wiser, feat. Rae Gordon (vc)
10. I Was Right The First Time
11. Vacation From The Blues
12. Never Tried To Get Ahead

Johnny Burgin
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Alastair Greene – Standing Out Loud – CD-Review

Review: Jörg Schneider

„Standing Out Loud“ ist Alastair Greenes elfte Soloscheibe. Für die Aufnahmen reiste er eigens aus seiner Wahlheimat Austin, Texas, nach Nashville, Tennessee, um im Tonstudio von JD Simo acht der elf Albumsongs einzuspielen und zu produzieren. Die übrigen drei Titel „Temptation“, „Rusty Dagger“ und „Bulfrog Blues“ entstammen einer Session in Austin. Herausgekommen ist ein ehrlicher Blues Rock-Sound im Stil der beginnenden 70‘er Jahre, nicht zuletzt sicherlich auch Dank der Neigung des Produzenten JD Simo zu altmodisch klingenden Platten und der Vorbereitung von Greene, indem er sich extra für das Recording mit frühen Stones- und ZZ Top-Platten beschäftigte.

Gleich der Opener „You Can‘t Fool Me“ fetzt so richtig los, hart-rockig mit sägenden Gitarrenriffs und wilden Soli von Greene, der Song ist gleichsam die Blaupause für fast alles, was das Album sonst noch so zu bieten hat. Egal ob es „Slow Burn“ (ein eingängiger Midtempo-Rocker) „Only Do“ (mit einprägsamer gesanglicher Hookline), die Rocker „In Trouble“ und „Am I To Blame?“ (schrammeliges Intro und harte Riffs im Boogie-Rhythmus) oder der Titelsong „Standing Out Loud“ sind, es geht richtig zur Sache.

„Rusty Dagger“ ist mit einer Dauer von knapp 6 Minuten der längste Song des Albums, ein sparsam instrumentierter und gefühlvoller Slowblues mit dezent verhalltem Gesang. „The Last To Cry“ und „Trouble Blues“ spielen musikalisch auf ähnlichen Ebenen, ersterer rockig-ruhig mit deutlichen Bluesanteilen und sogar Slide GuitarSchnipseln, der andere eher bluesig mit rockenden Einlagen. Weniger basslastig, aber flott vorwärtsgehend kommt „Temptation“ daher und der Rausschmeißser, ein Cover des Klassikers „Bullfrog Blues“, beschränkt sich überraschenderweise im ersten Viertel auf den Einsatz einer akustischen Gitarre, bevor es dann doch wieder wild und mitreißend wird.

Mit „Standing Out Loud“ ist es Greene gelungen, eine Blues RockScheibe zu erschaffen, die förmlich den Geist der 60‘er und 70‘er Jahre verströmt; mit überwiegend kurzen, aber starken, vorwärtsgehenden Originalen und „Bullfrog Blues“, einem bärigen Coversong. Bärig, weil er in der bekannten Canned Heat-Version von deren Sänger Bob „The Bear“ Hite intoniert wird.

Alastair Greene beweist mit dieser Scheibe einmal mehr nicht nur seine virtuosen Gitarrenkünste an sich, sondern er weiß auch seine dynamischen Soli gekonnt in die zumeist kurzen Stücke zu integrieren. Für Bluesrocker gehört die Scheibe auf jeden Fall in eine gute sortierte Sammlung.

Mitte Mai kommt sein Album in die Läden und wir können uns sogar im Rahmen seiner Europatournee auf 18 Termine hier in Deutschland freuen.

Ruf Records (2024)
Stil: Blues Rock

Tracks:
01. You Can‘t Fool Me
02. Slow Burn
03. Only Do
04. In Trouble
05. The Last To Cry
06. Trouble Blues
07. Am I To Blame?
08. Standing Out Loud
09. Temptation
10. Rusty Dagger
11. Bullfrog Blues

Alastair Greene
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Ruf Records

Vanja Sky – 03.05.2024 – Schwarzer Adler, Rheinberg – Konzertnachlese

Zum ersten Mal spielt Vanja Sky mit ihrer Band im Schwarzen Adler, und sorgt im anständig gefüllten Rheinberger Kult- Laden für eine ausgelassene Stimmung. Der bestens gelaunte junge Kroatin gelingt es durch ihre positive Ausstrahlung, den Funken vom ersten Moment an überspringen zu lassen.

Sky, die sich in den letzten Jahren stimmlich stark weiterentwickelt hat, kann mit einigen Soli auch zeigen, dass sie eine gute Gitarristin ist, gibt aber Guenther Haas viel Freiraum, um in vielen Gitarrensoli die Fans zu begeistern. Werner Kolb am Bass und Sebastian Harder an den Drums sorgen mit ihrer Rhythmusarbeit für einen vollen Sound, der sehr transparent abgemischt ist, Kompliment an den Soundtechniker.

Die meisten Songs stammen aus der Feder der Musiker, von denen „Crossroads Of Life“ mit einer tricky Einlage von Metallicas „Enter Sandman“ durch Haas, und das ruhig mit Akustikgitarre beginnende „Run Away“, was in einem mehrminütigen Twin Guitar-Solo endet, herausragen.

Stark auch die Cover „Bad Penny“ und „Shadow Play“ von Rory Gallagher und der Bee Gees-Song „To Love Somebody“ während dem sie von der Bühne einige Rosen an die Fans verteilt.

Nach dem Konzert nimmt sich die Band noch Zeit für die Anwesenden und wenn man gehört hat, wie Ernst Barten von dem Auftritt geschwärmt hat, kann man davon ausgehen, Vanja Sky auch im nächsten Jahr im Adler wieder sehen zu können.

Setlist:
Rock´n´Roll Train
Bad Penny
Devil Woman
Voodoo Mama
Run Away
Trouble Maker
Hard Working Woman
To Love Somebody
Can You Hear Life Knocking?
I Take What I Want
Hit Me With THe Blues
Crossroads Of Life
Rusty Fingers
Hero
I´d Love To Change The World
Shadow Play
Louie, Louie

Line-up:
Vanja Sky – lead vocals, guitars
Guenther Haas – guitars, backing vocals
Werner Kolb– bass
Sebastian Harder – drums

Text und Bilder: Gernot Mangold

Vanja Sky
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Schwarzer Adler, Rheinberg

The Mavericks – Moon & Stars – CD-Review

Review: Michael Segets

„The Years Will Not Be Kind“ lautet der Titel des Openers von „Moon & Stars“. Die Jahre gehen nicht spurlos vorbei, auch nicht an den Mavericks. Vielleicht kann man noch hinzufügen, dass früher vieles besser war. Bei dem Urteil mag die Vergangenheit verzerrt sein oder die Wahrnehmungen sich verändert haben, bezogen auf das neue Album der Mavericks lässt sich aber konstatieren, dass man sich in die alten Zeiten zurückwünscht. Positiv formuliert könnte man natürlich auch sagen, dass sich die Band musikalisch weiterentwickelt hat.

In den 1990ern heimsten The Mavericks einen Grammy sowie zahlreiche weitere Preise ein und waren eine feste Größe in den Country-Charts. Auch nach der Reunion in den 2010ern verbuchte die Band einige Erfolge. In den letzten fünf Jahren brachte sie das Cover-Album „Play The Hits“ sowie „En Español“ mit durchgängig spanischen Texten heraus. Daran schließt sich nun „Moon & Stars“ an, auf dem weiterhin Latino-Sounds dominieren, allerdings mit englischen Lyrics. Auf dem Longplayer sind elf Eigenkompositionen vertreten, die häufig unter Mitwirkung weiterer Songwriter wie Bernie Taupin, Sam Hollander und Wally Wilson entstanden.

Mehrere Beiträge wie beispielsweise der voraus herausgegebene Titeltrack, bei dem Sierra Ferrell mitsingt, wirken ziemlich schwülstig. Vor allem Raul Malos kräftiger, tiefer Gesang bringt oft melodramatische Züge in die Songs, die mit leichten karibischen Rhythmen aufwarten. Dieser Eindruck gipfelt dann in den letzten Tracks, die einen zirzensischen Einschlag („The Name Of The Game“, „Turn The World Around“) mitbekommen.

Zuvor finden sich einzelne Songs, die ein Reinhören lohnen. Die Single „Live Closer By (Visit Often)“ ist der stärkste Beitrag des Albums. Mit Duett-Partnerin Nicole Atkins liefert Malo eine schmissige, soulige Nummer ab. Das Stück wurde von Malo und der verstorbenen K. T. Oslin geschrieben, die es auf ihrem gleichnamigen Album (2001) bereits veröffentlichte. „Here You Come Again“ weist ebenfalls in Richtung Soul. „Overnight Success“ stellt hingegen eine lockere Tex-Mex-Nummer dar, die an die frühen Los Lobos erinnert. Diese Verbindung lässt sich auch bei dem langsameren „A Guitar And A Bottle Of Wine“ herstellen, das weniger überladen erscheint als manch anderer Track.

The Mavericks verfolgen auf „Moon & Stars“ eine Spielart des Tejano, die mehr dem Latino folgt als dem Country. Wenn man nach mehreren Cocktails an einem karibischen Strand die Abendstimmung genießt, mögen die Songs durchaus passen. Im verregneten Deutschland greift man wohl doch eher auf die älteren Werke der Band zurück.

Mono Mundo Recordings – Thirty Tigers/Membran (2024)
Stil: Tejano

Tracks:
01. The Years Will Not Be Kind
02. Live Close By (Visit Often)
03. Moon & Stars
04. Look Around You
05. And We Dance
06. Without A Word
07. Overnight Success
08. Here You Come Again
09. A Guitar And A Bottle Of Wine
10. The Name Of The Game
11. Turn Yourself Around

The Mavericks
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Thirty Tigers
Oktober Promotion

Hymn For Her – Bloodier Than Blood – CD-Review

Review: Michael Segets

Hym For Her – kurz H4H – startete als Duo. 2008 brachte das Paar Lucy Tight und Wayne Waxing ihr Debüt heraus. Deren Tochter Diver stößt nun auf dem sechsten Album „Bloodier Than Blood“ hinzu und erweitert die Formation zu einem Trio. H4H ist jetzt also ein generationenübergreifendes Projekt. Der Titel des Longplayers soll die enge Bindung der Familie ausdrücken. In den Texten werden dementsprechend Familiengeschichten aufgegriffen. Ergänzung finden sie durch die Verarbeitung von Eindrücken und Erlebnissen während der Touren durch Amerika.

Manchmal schwingt ein Hauch der Seventies mit, auf die das Artwork der CD bereits Bezug nimmt. Die Songs sind von Harmoniegesängen geprägt, wobei jedes Familienmitglied beim Leadgesang zum Zuge kommt. So steht auch Diver mit ihrer klaren, hellen Stimme auf einigen Tracks im Vordergrund („Deer Isle“, „Things 2 Say 2 U“). Musikalisch bewegen sich die Songs hauptsächlich im Americana, der seine Basis im Folk hat. „Unseen“ und „Elders“ sind zwei sehr gelungene, eingängige Genrebeiträge. Lucy Tight, die unter anderem Ukulele und Cigar-Box-Guitar spielt, brilliert bei ihnen.

Darüber hinaus zeigen sich H4H anderen Musikrichtungen durchaus aufgeschlossen. Bei „Canine Calypso“ mischen sich beispielsweise karibische Rhythmen hinein. Eine Nähe zum Jazz weist „Stolen Heartbeat” auf. H4H gibt einzelnen Tracks einen poppigen Einschlag mit. Auffällig ist dieser auf „Dead To The World“, bei dem von Timothy Eaton arrangierte Bläser den Sound unterstützen.

Wenn Wayne Waxing am vorderen Mikro steht, geht es auch mal in Country-Gefilde wie bei „Been Drinkin“. Im positiven Sinne überraschend sind die etwas angeschrägten Titel. So wird Waxings Stimme auf „The Buzz“ technisch verzerrt. Imitiertes Hundegeheul wird in das vom Banjo getriebene „Skook“ eingeflochten. „Guns, Porn And Jesus” schrammelt schon fast in Richtung Cow-Punk. Die Stücke bilden ein gelungenes Gegengewicht zu den ruhigen Kompositionen, die auf dem Werk hauptsächlich vertreten sind. Sie stellen für mich die Highlights der Scheibe dar.

In ihrer Karriere arbeiteten H4H mit erfahrenen Tontechnikern zusammen, die die Abmischung der Tracks übernahmen. Phil Nicolo (Lauryn Hill), Jim Diamond (White Stripes), Vance Powell (Chris Stapleton) oder Mitch Easter (R.E.M.) sind hier zu nennen. An dem Mischpult betätigten sich diesmal Bud Snyder (Allman Brothers, Jeff Buckley, Gov’t Mule) und Mike Fahey. Die kompositorische Komplexität der Songs wird von ihnen eingefangen und auch klanglich gibt es an der CD nichts auszusetzen. Von den Live-Qualitäten der Band kann man sich bald selbst ein Bild machen, da im Rahmen ihrer Europa-Tournee im Juni und Juli einige Termine in Deutschland vorgesehen sind.

Hymn For Her, angewachsen durch die Tochter Diver von Lucy Tight und Wayne Waxing, präsentieren auf „Bloodier Than Blood“ Amricana-Songs der meist ruhigeren Gangart. Auch wenn bei der bunten Palette eingewobener Stile nicht jeder Track zu überzeugen weiß, finden sich doch einige stimmungsvolle Balladen und überraschend aufgekratzte Beiträge, die aus der Country-Ecke stammen, sodass ein Reinhören in das Album lohnt.

Eigenproduktion (2024)
Stil: Americana

Tracks:
01. Been Drinkin
02. Unsee
03. Deer Isle
04. Dead To The World
05. Guns, Porn And Jesus
06. Elders
07. Canine Calypso
08. Things 2 Say 2 U
09. Electric Love
10. Blue Cowboy Boots
11. Stolen Heartbeat
12. Skook
13. The Buzz
14. Sunset Ride

Hymn For Her
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Douwe Bob – Where Did All The Cool Kids Go? – CD-Review

Review: Michael Segets

In den Niederlanden ist Douwe Bob eine Hausnummer. 2012 gewann er eine Castingshow und startete 2016 für sein Heimatland beim Eurovision Song Contest in Stockholm. Alle seine Alben belegten einen Top-Ten-Platz in den niederländischen Charts und seine Singles stehen dem kaum nach. Die beiden Auskopplungen „This World Is Our Home” und „Nothing To Lose” seines aktuellen Albums „Where Did All The Cool Kids Go?“ setzten sich ebenfalls in den nationalen Rankings fest.

Seine musikalischen Grundlagen sieht der in Amsterdam geborene Songwriter im Country und Americana der 1950er bis 1970er Jahre. Während sein Album „Born To Win, Born To Lose“ (2021) diese Spuren noch deutlicher verfolgte, wendet sich Douwe Bob auf seinem neuen Longplayer stärker dem Pop zu. Die Scheibe ist sehr klar und glatt produziert. Dass Douwe Bob gute Songs schreiben kann, beweist er weiterhin, die Arrangements kommen jedoch ohne Ecken und Kanten aus, sodass Überraschungen weitgehend ausbleiben. Das Titelstück wäre beispielsweise als Roots Rocker sicherlich cooler geworden. So bleibt die Uptempo-Nummer eher flach. Ebenso hätte „Nothing To Lose“ das Potential zu einem richtig guten Beitrag, wenn es mit etwas mehr Biss präsentiert würde. Als Rock-Pop-Song setzt er sich hingegen nicht in meinen Gehörgängen fest. Angesichts des Erfolgs der Single hören das die Niederländer wohl anders.

„Feel It Coming“ stellt für mich den besten Song des Longplayers dar. Das sanfte und semi-akustisch performte Stück geht in Richtung Americana. Die Anleihen an seine musikalischen Inspirationsquellen scheinen bei „Chase My Heart Away (Hero)“ und „You Got Me“ ebenfalls durch. Bei seinen Kompositionen tritt immer wieder zutage, dass Douwe Bob nicht nur als Songwriter, sondern auch als Sänger durchaus etwas zu bieten hat. Vor allem bei den langsameren Songs („Light Of My Life“, „Nights In Tokyo“, „Nothing At All“) oder bei dem Duett mit Jennifer Ewbank („Sailing“) kommt seine angenehme Stimme zum Tragen. Die Arrangements sind eingängig, wirken aber vor allem bei den Titeln im Midtempo „Step Outside“ harmlos.

Die enge Verbindung zum Musikbusiness wurde Douwe Bob Posthuma, so der Geburtsname, in die Wiege gelegt. Er ist der Sohn von Designer Simon Posthuma. Dieser gründete die Designergruppe The Fool, die Kostüme für die Hollies und die Beatles entwarf. Vor allem mit der Bemalung der Instrumente von John Lennon, Paul McCartney, George Harrison, Eric Clapton und Jack Bruce verewigte sich Simon Posthuma in der Popgeschichte.

Douwe Bob führt mit seinem aktuellen Album „Where Did All The Cool Kids Go?” seine Erfolgsgeschichte in den Niederlanden fort. Die radiotauglichen Songs sind gefällig, aber die poppigen Arrangements verdecken das Potential der Stücke. Die Scheibe ermöglicht so einen leichten Genuss, der kaum nachhaltig in Erinnerung bleibt.

V2 Records – Bertus (2024)
Stil: Pop

Tracks:
01. Where Did All The Cool Kids Go?
02. Chase My Heart Away (Hero)
03. Light Of My Life
04. Step Outside
05. Nights In Tokyo
06. You Got Me
07. This World Is Our Home
08. Sailing (ft. Jennifer Ewbank)
09. Nothing To Lose
10. Feel It Coming
11. Long Way Home
12. Nothing At All

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Scotty McCreery – Rise And Fall – CD-Review

Ich muss zugeben, auch wenn Scotty McCreery jetzt schon über 30 Jahre alt ist, dass ich selbst heute noch, trotz diverser bereits getätigter CD-Reviews und einem Live-Erlebnis mit ihm, Schwierigkeiten in meinem Kopf habe, sein lausbübisches Aussehen, das er sich immer noch bewahrt hat, mit dieser reifen sonoren Stimme in Einklang zu bringen.

Mit seinem neuen Werk „Rise & Fall“, das heute erscheint, zieht der ehemalige American Idol-Gewinner von 2011 jetzt alle Register seines neotraditionalistischen Könnens, ein absolutes Meisteralbum!

Scotty hat zwölf der insgesamt 13 Tracks mit diversen namhaften Co-Writern wie u. a. Brent Anderson, Monty Criswell, Rhett Akins, Bobby Hamrick, Frank Rogers und Aaron Eshuis kreiert, wobei die beiden letztgenannten sowie Gitarrist Derek Wells, sich auch in Sachen Produktion verantwortlich zeichneten.

Die beiden richtig starken Songs „Cab in A Solo“, ein Pathos-umwehter Schwofer sowie das launige Uptempo-Kneipenlied „Can’t Pass The Bar“ (mit David Lee Murphy-Flair) sind für die bis dato getätigte Single-Auswahl sicherlich keine schlechten Optionen (es fällt generell in diesem starken Konglomerat ohne jeden Füller extrem schwer!), ich persönlich hätte allerdings aufgrund der Melodik, Eingängigkeit und den US-getreuen Textthematiken „No Country For Old Men“ (da wird so gut wie alles, was Rang und Namen in der traditionellen Countrymusik hat, inbrünstig gehuldigt) sowie den flotten Ohrwurm „Stuck Behind A Tractor“ (also, wenn das keine Nr. 1 würde, wüsste ich es auch nicht mehr…) eher ins Rennen geschickt!

Ansonsten gibt es neben den bereits erwähnten Liedern eine gelungene Mischung aus fröhlich-rockigeren Nummern wie dem Opener „Little More Gone“ oder „Lonely“ oder „And Counting“, melancholischen Stoff wie bei „Hey Rose“ oder „Red Letter Blueprint“ und dann immer wieder diese hochmelodischen Midtempo-Schwofer der Marke „Fall Of Summer“, „Love Like This“ oder „Slow Dance, die ihren krönenden Abschluss in „Porch“ findet, wo man wirklich das Gefühl authentisch vermittelt bekommt, dass hier die exzellenten Musiker der Nashville-Studio-Szene irgendwo auf einer großen Veranda-Couch sitzen und samt ihren Country-typischen Instrumenten (u. a. Fiddle, Steel, Dobro, Harp) mit Scotty zusammen diesen herrlichen Track zelebrieren.

„Rise & Fall“, der sechste Studio-Longplayer von Scotty McCreery, zeigt ihn in der Blüte seines kreativen und gesanglichen Könnens, da werden die Straits, Sheltons, Turners & Co. schwer durchatmen, das muss man in dieser Gesamtqualität erstmal hinkriegen. Für mich (oder, wenn es nach mir ginge) ein ganz heißer Kandidat für das ‚Countryalbum of the Year‘!

Das Werk wird sowohl in digitaler Form als auch auf CD und Vinyl in den Umlauf gebracht. Zudem wird Amazon eine limitierte Auflage des Albums in Waldgrün auf Vinyl herausgeben.

Triple Tigers (Membran) (2024)
Stil: New Country

01. Little More Gone
02. Cab In A Solo
03. Lonely
04. Can’t Pass The Bar
05. Hey Rose
06. Fall Of Summer
07. Love Like This
08. Slow Dance
09. No Country For Old Men
10. And Countin‘
11. Stuck Behind A Tractor
12. Red Letter Blueprint
13. Porch

Scotty McCreery
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Charles Esten – 07.05.2024, Club Volta, Köln – Konzertbericht

Wir hatten Charles Esten zuletzt 2019 im Carlswerk Victoria in Köln live begutachten dürfen, diesmal ging es in den benachbarten Club Volta, wo der bekannte Schauspieler und Musiker sein Debütalbum „Love Ain’t Pretty“ im Rahmen seiner Europa-Tournee vorstellte.

Als Support begann zunächst sein Schwiegersohn in spe, Charlie Greene, Sänger und Gitarrist der Nashville-basierten Alternative Folk Rock Band Betcha, der solo Songs aus deren Repertoire u. a. wie „Lucy Lucy“, „July“, „Coincidental“, „Losing My Mind“ oder „Jaded“ mit der Akustikgitarre begleitete.

Zwischendurch durfte dann noch eine weitere Protagonistin, Taylor Noelle, die Tochter von Charles Esten ihr vokales Können beim Crosby, Stills, Nash & Young-Klassiker „Our House“ (von deren „Deja Vu“-Meilenstein) im Duett mit Charlie einbringen. Dazu gab es eine schöne Showeinlage, als Greene gegen Ende seiner 30 Minuten-Performance als Zeichen seiner Nashville-Verbundenheit, einen kleinen pinkfarbenden Cowboyhut an seinem Gitarrenhals befestigte.

Foto-Kollege Gernot Mangold (der diesmal völlig freie Hand hatte) und ich bekamen im schönen Club einen perfekten Platz auf einer Empore, die sich direkt in der Nähe des Backstage-Bereichs befands. Zwischendurch gesellte sich Charles, mit dem ich Samstags zuvor noch ein Interview durchgeführt hatte und Ehefrau Patty Hanson ganz entspannt zu uns und beobachteten und filmten mit Stolz das Treiben ihrer Sprösslinge.

Da auf der Bühne alles bereits vorbereitet war, dauerte es auch nicht lange, bis Charles und der viel-gebuchte schottische Session-Musiker Andy Lucas ihre Positionen auf der Bühne besetzt hatten. Natürlich wurde mit dem Opener und Titelsong des Albums und der Tour „Love Ain’t Pretty“ begonnen. Als ‚pretty good‘ erwies sich hier allerdings sofort die Textsicherheit beim Mitsingen oder auch in Alleine-Sing-Passagen der versammelten Audienz, die bei diversen Tracks für Gänsehaut-Feeling im Club sorgte.

Lucas bildete instrumentell mit seinen starken Keys-Variation (u. a. E-Piano, Orgelhall, viel HT-Piano) für einen starken Counterpart zu seinem mit seinem Charme, Power, Fröhlichkeit und Wortwitz glänzenden Leader, der überwiegend die Akustikklampfe schwang, aber sporadisch immer mal wieder auch zur Stratocaster-E-Gitarre („One Good Move“, „Make You Happy“) griff. Beim herrlich launigen „I Still Do“ bewies er dazu seinen Können an der Mundharmonika.

Es folgten mit „Love Ain’t Love No More“ und dem stampfigen „I Ain’t“ zwei meiner Highlights des aktuellen Werks, wobei erstgenannter Song leider nicht das schöne Fleetwood Mac-Esprit des Album erzeugen konnte, dafür sorgte dann „Candlelight“ für das heute übliche Handyleuchten anstelle der früher gebräuchlichen Feuerzeuge und Wunderkerzen.

Charlie Greene stand dann zum ersten Mal zum Duett beim Simon & Garfunkel-Evergreen „Sound Of Silence“ an Estens Seite. Fans der Nashville-Serie kamen zum ersten Mal bei der Ballade „I Know How To Love You“ auf ihre Kosten. Klar, dass Charles auch für die talentierte Tochter Taylor Noelle ordentlich die Werbetrommel rührte, die dann beim 50er-Schinken „Why Do Fools Fall in Love“ ihren Part.

Das ELO-Cover „Don’t Bring Me Down“ wurde durch heftige Schnell-Klatsch-Einlagen (erstaunlich synchron) regelrecht nach vorne ‚gepeitscht. Mit dem ganz starken „The Worst Day“ (Charles wieder an der E-Gitarre) wurde dann die tolle Schlussphase eingeläutet, dem sich dann Stücke wie „Through The Blue“, „Buckle Up“ (mit starkem HT-Piano-Solo von Lucas), das flotte Nashville-Ding „He Ain’t Me“ und das, den Hauptteil abschließende „Down The Road“ anfügten.

Zur ersten stürmisch eigeforderten Zugabe, dem Oasis-Track „Champagne Supernova“ stieß dann Charlie Green nochmals dazu, den überaus emotionalen Schlusspunkt setzte erneut ein Song der Nashville-Reihe „A Life That’s Good“, das nochmals daran erinnerte, wie gut es uns in unseren Sphären geht, ohne dabei den Zeigefinger zu erheben. Die wie einstudiert rüberkommenden Gesangspassagen des Publikums begleiteten Esten dann durch die Audienz zum Ausgang bis zum direkt davor geparkten Tourbus.

Am Ende ließ uns Patty Hanson, nachdem wir unser VIP-Bild mit Charlie und Taylor bereits oben im Backstage-Bereich erledigt hatten, noch zum besagten Tourbus geleiten, wo es dann noch ein wenig Smalltalk mit Charles und natürlich das obligatorische VIP-Bild gab.

Ein klasse Typ dieser Charles Esten, samt seiner sympathischen Familie, die für eine vorbildliche und unkomplizierte Zusammenarbeit zwischen Künstler, Agentur (danke auch an Lime Tree Music) und Magazin als Werbemultiplikator sorgten. So sollte es sein! Hat riesig Spaß gemacht!

Line-up:
Charles Esten – lead vocals, acoustic guitar, electric guitar, harmonica
Andy Lucas – keys
Special guests:
Charlie Greene (von Betcha) – lead vocals, acoustic guitar, vocals, percussion
Taylor Noelle – lead vocals, vocals

Text: Daniel Daus
Bilder: Gernot Mangold

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