pez – Groundtrippin‘ – CD-Review

Wow, New Country aus unseren Landen, und dazu richtig guter! Bis dato sind mir da nur zwei nennenswerte Scheiben von The Cumberland River Project in diesem Magazin unter die Fittiche gekommen. Eine gute, als sich der englische Gesang bei den Tracks auf viele Nativ-Singer verteilte, bei der zweiten, als der Mastermind Frank Renfordt die Sache selbst in die Hand nahm, ging es böse ‚in die Hose‘.

Beim aktuell zu besprechenden Debüt-Werk von pez, bürgerlicher Name Peter Geyer, aus der nördlichen Oberpfalz stammend, kann in dieser Hinsicht sofort Entwarnung gegeben werden. Hier ist in allen Belangen (Songwriting, Musik, Gesang, Texte, Produktion) merklich sofort ein professioneller internationaler Anspruch erkennbar, von deutschem Stallgeruch so gut wie keine Spur!

Peter Geyer hat bereits seit frühster Kindheit/Jugend viel musikalische Erfahrung (u. a. bei den Regensburger Domspatzen und in professionellen Coverbands gesammelt, jetzt hat er scheinbar die richtige und zu ihm passende Musik für seine anstehende Solo-Karriere entdeckt.

Man erkennt schon so sofort bei den ersten drei überaus eingängigen Stücken, die sich alle in ihrer Melodik und instrumentellen Umsetzung radiotauglich präsentieren, die hohe Detailverliebtheit des Protagonisten. Rock, Pop und Country verschmelzen perfekt zu einer Einheit, wobei die countrytypischen Ingredenzien mittels u. a. E- und A-Gitarren, Banjo, Fiddle, Dobro, Steel oder Mandoline (später bei „Nice And Slow“ auch eine Mundharmonika) immer klar heraushörbar sind.

Nicht zuletzt auch ein Verdienst eingebundener Musiker wie Kyle May (Drums), Tyler Slawson (Gitarre, bekannt u.a. durch Cort Carpenter Band), Kelby Ray Caldwell (The Cadillac Three, Lap Steel) und Aaron Thompson (Bass, bekannt u. a. durch seine Arbeit mit Tyler Braden) bei „Without Superman“ oder bei weiteren Tracks Sasha Ostrovsky aus der Band von Darius Rucker, Nashville-Session-Musiker Jake Clayton sowie Schlagzeuger und Percussionist Alex Höffken, der bereits mit Michael Patrick Kelly, Ronan Keating, Nico Santos und Mark Forster gearbeitet hat.

Insgesamt geben etablierte Nashville Stars wie Morgan Wallen oder Luke Combs stilistisch die Richtung vor, die zehn Lieder lassen in dieser Hinsicht und Qualität nichts zu wünschen über. Mutig ist, ausgerechnet den rockigsten Track am Ende, das bereits o. a. „Without Superman“ (eine Hommage an seinen verstorbenen Großvater) als Single auszukoppeln. Die hier lesende Southern Rock-Fraktion wird dem sicher nicht abgeneigt sein.

pez und sein Erstling „Groundtrippin'“(erhältlich als Stream und CD) entpuppt sich für mich als eine der großen Überraschungen dieses Jahres und ich kann mir vorstellen, dass auch die Entscheider der großen Nashville-Labels, sofern sie diese Scheibe zu hören bekommen würden, sich verwundert, die Augen, beziehungsweise in hiesigem Sinne, die Ohren reiben würden… Herrlich frischer New-Country in allen Facetten, der großen Spaß bereitet!

Eigenproduktion (2026)
Stil: New Country

Tracks:
01. Where The Highway Ends
02. Lynchburg TN
03. By Nine
04. Never Seen Tennessee
05. Late Night Talks
06. Lost Me for Country
07. Nine To Five
08. Nice And Slow
09. Three Chords And The Truth
10. Without Superman

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***superlifepromo***

Jeffrey Halford & The Healers – Used Parts – CD-Review

Review: Michael Segets

Jeffrey Halford & The Healers unternehmen auf „Used Parts” erneut einen Streifzug durch die Roots Music. Mit-Produzent und Multiinstrumentalist Adam Rossi zählt ebenso wie Mike Anderson zu den altbewährten Bandmitgliedern, die durch Kevin T. White und einige Gastmusikerinnen und Gastmusiker verstärkt werden. Anders als auf ihrem Album aus dem Jahr 2022 „Soul Crusade“ legen Jeffrey Halford & The Healers den Schwerpunkt nicht auf den Blues, sondern setzen auf eine ausgewogene Mischung mehrerer Stilrichtungen.

Dennoch bieten „Chasing Forgiveness“ sowie „Mississippi Flyer“ Blues mit einem Swamp-Einschlag. Der letztgenannte wurde von Bill Wyman (Rolling Stones) geschrieben, der Halford persönlich bat, den Track aufzunehmen. Die anderen Stücke stammen von Halford. Unterstützung erhielt er dabei zum Teil von Colin Halford. Mit Hannah und Aaron Halford hat Jeffrey weitere Familienmitglieder in das Projekt einbezogen, die vor allem beim Backgroundgesang mitwirkten. Deren Harmonien setzen bei einigen Songs gelungene Akzente – so etwa bei den Soul-imprägnierten Titeln „Don’t Turn Out The Light“ oder „High Mountain Soul“. Auch im Refrain von „Corazón“ tragen sie zur Atmosphäre bei und versetzen zusammen mit den Keys, die beinahe wie ein Akkordeon klingen, an die amerikanisch-mexikanische Grenzregion.

Am Rock’n Roll der klassischen Machart orientieren sich zwei weitere Nummern. Für „Used Parts“ ließ sich Halford von Eddie Cochran inspirieren. Feines Gitarrenspiel und ein trockenes Schlagzeug prägen den lockeren Song. Heiße Erlebnisse in einem Zugabteil thematisiert „Rhythm Of The Rails“. Beide Uptempo-Nummern machen auf alle Fälle Spaß. Etwas getragener geht es auf „Living Worthwhile“ zu. Die Country-Ballade ist mit genretypischem Slide versehen, den Tom Heymann (Alejandro Escovedo, Chuck Prophet) an der Pedal Steel beisteuert.

Neben Liebesdingen beschäftigt sich Halford in seinen introspektiven Texten mit der Rastlosigkeit des tourenden Musikers beispielsweise beim Opener „Bright Lights“. Der Track erinnert mich zuweilen an James McMurtry). Die Suche nach Orientierungspunkten im Leben sowie deren Verlust reflektiert Halford beim abschließenden „True North“ mit zurückhaltender Instrumentalisierung.

Jeffrey Halford & The Healers beweisen Kreativität beim Zusammensetzen bekannter Elemente der Roots Music. Halford ist ein Bastler, der sein Handwerk versteht. Er schielt nicht auf außerordentliche Innovationen, sondern bewahrt die guten Teile und hält sie am Laufen. „Used Parts“ nimmt die Hörer mit und darauf kommt es letztlich ja an.

Shoeless Records (2026)
Stil: Blues, Americana and more

Tracks:
01. Bright Lights
02. Used Parts
03. Living Worthwhile
04. Don’t Turn Out The Lights
05. Rhythm Of The Rails
06. Corazón
07. Chasing Forgivness
08. High Mountain Soul
09. Mississippi Flyer
10. True North

Jeffrey Halford & The Healers
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JohThema Promotions

Pokey LaFarge – Rent Money – CD-Review

Review: Michael Segets

Beim Stöbern in den Neuankündigungen bei Oktober Promotion stieß ich den mir bis dato unbekannten Pokey LaFarge und sein Album „Rent Money“. Das Viedeo zum Titelsong hat mich direkt gefangen genommen, obwohl nicht viel passiert. Im Wesentlichen sieht man nur LaFarge, wie er singt und Gitarre spielt. Aber: echt cooler Typ, cooler Style, cooler Song.

Musikalisch liegt der Longplayer einen Schritt neben dem Schwerpunkt von SoS. Er versetzt in die Frühzeit des Rock ’n Roll, bei dem die Grenzen zum Blues, Ragtime, Swing und Jazz noch nicht so festgezurrt waren. LaFarge entzieht sich sowieso gerne Kategorisierungen, rennt keinen Modetrends nach, sondern macht sein Ding. Dabei kokettiert er gelegentlich mit seiner Rolle als Außenseiter, der sich nicht um Konventionen schert („Told You No“, „Stranger“).

Dass eine solche Einstellung im Musikbusiness nicht unbedingt zu finanziellen Erfolg führt, hat LaFarge am eigenen Leib erfahren, obwohl er in seiner nunmehr zwanzigjährigen Karriere einige Preise – vor allem in der Independent-Szene – erhielt. Vor dem Hintergrund persönlicher Erfahrungen stehen finanzielle Sorgen der arbeitenden Bevölkerung im Zentrum mehrerer Stücke. Dabei schlägt er sozialkritische Töne an, wobei Inflation und die breiter werdende Kluft zwischen arm und reich sind ja nicht nur in den USA ein Thema.

Ähnlich angelegt und vom Coolnessfaktor auf vergleichbarer Stufe mit dem Titeltrack ist „Work“. Die andere Seite der sozialen Hierarchie beleuchten das swingende „Big Boss Man“ und das vom Blues infiltrierte „The Thing“. Der letztgenannte Song wurde als zweite Single veröffentlicht. Darin wird festgestellt, dass viele Dinge, denen man nachjagt, ihr Glücksversprechen nicht einlösen, sobald man sie hat. Den Topos, dass man Dinge sowieso nicht mitnehmen kann, wenn die Zeit auf Erden verstrichen ist, bedient „Can’t Take It With You“. Glücklich wird man vielleicht, wenn man jemanden gefunden hat, der einen so liebt, wie man ist („My Baby Loves Me“, „Stick Together“).

Der Sound der Scheibe ist nicht nur technisch gesehen klar. Er lässt die einzelnen Instrumente differenziert zur Geltung kommen. Elliot Bergman hatte hier als Produzent und bei der Technik seine Finger im Spiel. Darüber hinaus steuerte der Multiinstrumentalist vor allem das Saxophon bei und schrieb die meisten Stücke zusammen mit LaFarge.

Pokey LaFarge entzieht sich mit seiner Musik einfachen Einordnungen. „Rent Money“ zelebriert einen Retrosound, der sicherlich nicht alle SoS-Leserinnen und Leser anspricht. Dennoch geht von ihm eine gewisse Faszination aus. Der Titelsong sowie „Work“ sind Anspieltipps, um sich einen Eindruck von dem aktuellen Werk des Unikats aus Illinois zu verschaffen.

Boxer Boy Records – Pias (2026)
Stil: Independent

Tracks:
01. The Thing
02. My Baby Loves Me
03. Hambone
04. Rent Money
05. Stick Together
06. Work
07. Stranger
08. Can’t Take It With You
09. Told You No
10. Big Boss Man
11. On And On

Pokey LaFarge
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Pias/Rough Trade
Oktober Promotion

Carly Pearce – Honest Woman – CD-Review

Carly Pearce hat sich seit ihrem Debüt im Jahre 2017 mit viel Fleiß in die Top-Garde der weiblichen Country-Künstlerinnen hervor gearbeitet. Der ganz große Wurf  in Sachen Alben oder Singles ist allerdings dabei ausgeblieben. Das Maß aller Dinge ist unter den Kolleginnen schon seit geraumer Zeit Ella Langley, der es sogar gelungen ist, den ‚Dominator‘ Morgen Wallen vom Thron zu stürzen.

Wir hatten Anfang letzten Jahres mal die Freude, sie zusammen mit Wade Bowen im Schlepptau, der übrigens in den nächsten Wochen mit „The Version Of Me You Get“ einen starken neuen Longplayer an den Start bringen wird (Review natürlich auch bei uns), uns in Köln von der sympathischen Präsenz der aus Kentucky  stammenden Künstlerin (heute in Nashville lebend) live überzeugen zu können.

Jetzt in den Tagen, wo ihr langjähriges Idol, Dolly Parton, leider das Zeitliche gesegnet hat (Carly hat ja früher lange in ihrem Dollywood-Freizeitpark als Sängerin gearbeitet), bringt sie mit „Honest Woman“ ihr fünftes Album auf den Weg.  Mit satten 16 Tracks ist das Werk üppig bestückt, die traditionelle Countrymusik steht dabei deutlich im Mittelpunkt.

Lediglich das peppige und eingängige „She Don’t“ sticht in dieser Hinsicht etwas heraus. Ansonsten gibt es ein fein instrumentiertes Konvolut (mit viel Banjo, Dobro, Fiddle, Mandoline, Steel) an Tracks in allen Tempi, das irgendwie angenehm und klar produziert dahinfließt, ohne aber einen großen Wow-Effekt auszulösen.

Der sicherlich nicht unklug gewählte Ansatz, auf „If I Don’t Leave I’m Gonna Stay“ mittels eines Duetts mit Riley Green, es der o. a. derzeitigen Platzhirschin ambitioniert mit einem emotionalen Song gleich zu tun, ist mit nur Platz 40 in den Charts aber eher verpufft.

Weitere Gastpräsenzen gibt es von den Bluegrass-Koryphäen Dan Tyminski bei „Who’s Lying Here“ sowie  von Molly Tuttle und Dan Tyminski auf „What If You Loved Me“. Ein Highlight in Verbindung mit einem gut gemachten Video, ist „Same Circus“, das ihre scheinbar etwas schwierige Einstellung zur Männerwelt einmal mehr thematisiert. „Machen Frauen tendieren halt dazu, sich den falschen Mann auszusuchen“, sagt allerdings meine Gattin auch des Öfteren zu mir…

Carly Pearce hat weiterhin meine uneingeschränkte Sympathie. Mit „Honest Woman“ betreibt sie – könnte man meinen – teilweise immer noch, wie auf den Alben zuvor, trotz neuer Beziehung, Wundenlecken in Sachen gescheiterter Schnellehe mit Michael Ray unter dem Deckmantel der Rückbesinnung auf die Countrywurzeln. Für Selbstironie ist mir das mittlerweile – so lange anhaltend – doch ein wenig ‚too much‘.

Irgendwann finde ich, Aufrichtigkeit hin oder her, sollte mal Schluss mit dem Thema und der Blick wieder nach vorne gerichtet sein. Ehrlich gesagt, trotz vieler neuer Songs mit einigen guten Ideen, namhafter Gastpräsenzen, insgesamt ein guter, aber eher unspektakulärer ‚Auftritt‘!

Stoney Creek / BMG Nashville (2026)
Stil: New Country

01. Dream Come True
02. Church Girl
03. She Don’t
04. You Can Have Him
05. How Long
06. WWJD
07. Same Circus
08. Happy For Myself
09. If I Don’t Leave I’m Gonna Stay (Carly Pearce And Riley Green)
10. I Don’t Have The Heart
11. He Don’t Like My Dogs
12. Leave My Heart Alone
13. Who’s Lying Here (feat. Dan Tyminski)
14. Daisy
15. What If You Loved Me (feat. Molly Tuttle And Dan Tyminski)
16. Why God Why Me

Carly Pearce
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Lime Tree Music

Son Volt – Sound Signal Serenades – CD-Review

Review: Michael Segets

Nachdem sich Son Volt den Songs von Doug Sahm angenommen hat, bietet „Sound Signal Serenades“ wieder Eigenkompositionen. Anknüpfend an die beiden vorangegangenen Veröffentlichungen „Union“ und „Electro Melodier“ setzt das neue Album in bewährter Manier den Weg der Band fort. Geprägt von dem markanten und gelegentlich gewöhnungsbedürftigen Gesang Jay Farrars bewegt es sich im Americana-Bereich mal mit einem rockigen, mal mit einem countryfizierten Einschlag. Dass Son Volt oftmals in die Alternative Country-Ecke geschoben wird, rechtfertigen Titel wie „This Mess Of A World“ und „Guardian Angel“.

Insgesamt erscheint das Werk eingängiger als ich die vorherigen erinnere, ohne in irgendeiner Weise angepasster zu sein. Das mag aber auch daran liegen, dass ich die Texte diesmal direkt mitgelesen habe und daher einen anderen Erstzugang zu der Scheibe aufbaute. Die Texte und besonders die Refrains sind komplex und werden in erster Linie Leute ansprechen, die auf einige Lebensjahre zurückblicken können und sich fragen, wohin der weitere Weg wohl führt. Die Fragen werden ohne Sentimentalität und ohne Verzweiflung aufgeworfen.

Diese nachdenkliche Stimmung bringt „New Born Soul“, das letzte Stück des Albums, auf den Punkt. Musikalisch hebt es sich mit seiner zurückhaltenden, hauptsächlich durch ein Klavier getragenen Instrumentalisierung von den anderen Songs ab. Inhaltlich schlägt es eine Brücke zurück zum Anfang der Scheibe, die mit „Kaleidosphere (Devil His Due)“ schwungvoll beginnt. Neben den beiden durchweg gelungenen Tracks stechen besonders der „Serenade Song“, der mit seinem Refrain auf Anhieb im Gedächtnis bleibt, sowie „Don Quixote’s Dream“, der mit ordentlich Slide daherkommt, hervor.

Zu den Highlights zählt zudem „The New Low-Down“. Hier orgelt Son Volt in wahrsten Sinne des Wortes los. Son Volt setzt mit der Instrumentalisierung der Song sowieso einige Akzente, wodurch eine Varianz in den Sound kommt, ohne dass die Linie des Longplayers verloren geht. Akustische Gitarren und Percussion prägen „The High Wall/Carnival Country“. Ein E-Gitarren-Intermezzo setzt gegen Ende von „Hurricane Eye” ein und gibt dem Track nochmal Aufwind. Auch die Atmosphäre der Songs unterscheidet sich. Während „Walkin‘ In The Maze“ fast schon süßlich wirkt – nicht zuletzt durch Farrars langgezogenen Gesang – setzt das anschließende „Illinois Central“ einen Kontrapunkt in Moll.

Ursprünglich exklusiv zum Record Store Day in den USA veröffentlicht kommt „Sound Signal Serenades” nun regulär heraus. Gut, dass das Album nicht nur Sammlern vorbehalten bleibt, sondern auch hierzulande einem breiten Publikum zugänglich gemacht wird. Es ist wohl das ausgewogenste Werk der letzten Jahre, das die Fans von Son Volt feiern werden. Für Neulinge erscheint „Sound Signal Serenades” als geeigneter Einstieg, um sich mit dem charakteristischen Sound der Band anzufreunden.

Transmit Sound/Thirty Tigers – Open (2026)
Stil: Americana/Alternative Country

Tracks:
01. Kaleidosphere (Devil His Due)
02. Away From The Blues
03. Serenade Song
04. Don Quixote’s Dream
05. The High Wall/Carnival Country
06. Hurricane Eye
07. The Next Low-Down
08. This Mess Of A World
09. Walkin’ In A Maze
10. Illinois Central
11. Guardian Angel
12. New Born Soul

Son Volt
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Thirty Tigers
Oktober Promotion

Sean Webster Band – 20.08.2026, Backyard Club, Recklinghausen – Konzertbericht

Premiere für das SoS, beziehungsweise auch mich, im Backyard Club in Recklinghausen. Klemens Kübber, in Blues-/Blues Rock-Kreisen eine jahrzehntelange geschätzte Koryphäe in Sachen, Wissen, als auch Organisator und Vermittler zwischen Künstlern, Locations und auch Medienleuten, hatte mich überzeugt, noch den Weg, von der Arbeit in Essen aus, in die westfälische Metropole anzutreten.

Nach vielen vielen Jahren Engagement im urigen topos in Leverkusen und dem damit verbundenen Jazz Lev. e.V., ist er nach 46 Jahren im Rheinland zurück in seine Heimatstadt Recklinghausen gekehrt und hat mit dem Backyard Club (sehr gut an die Autobahn A2 angebunden, leicht zu finden, reichhaltiges Parkplatzangebot in der direkten Umgebung), ausgelegt auf circa 80 Besucher,  ein weiteres kleines Schmuckstück in sein ‚Portfolio‘ dazu geholt.

Der Club passt ideal für Acts, die sich vielleicht vor einer längeren Tour nochmal unter Echtbedingungen einspielen möchten, mal zwischendurch Termine im Kalender in der Woche frei haben, sich noch im Geheimtippmodus befinden, oder auch, oft zu Unrecht, noch nicht der ganz große Zuschauermagnet in hiesigen Gefilden sind. In dieser Hinsicht hat Klemens schon unzählige Male sein feines ‚Näschen‘ bewiesen und Klasse-Acts an Land gezogen.

Die Sean Webster Band, eine der für mich besten zeitgenössischen europäischen Blues Rock Bands, die ich zuvor bis dato schon zweimal live erlebt hatte (u. a. mal auf einem Rheindampfer) bot sich an diesem lauen Abend für eine Stippvisite förmlich an, Sie ist momentan im Begriff, ihr aktuelles starkes Album „Light A Day“ ans Publikum heranzuführen.

Demnach stieg das Quartett, bestehend aus Leader Sean Webster  und seinem niederländischen Begleittrio Floris Poesse, Axel Zwinselman und dem jungen Rob van de Linde (Webster lebt ja auch in Holland) mit dem Opener vom aktuellen Werk „Since I Met You“ folgerichtig in den Gig ein. Der Song beinhaltete eigentlich schon alles, was Sean und seine Gefolgschaft ausmacht; Klasse Melodie, eine energiegeladene Rhythmussektion, Zwinselmans gefühlvolle Keys als Unterfütterung und Websters ‚Mörder‘-Gesangsorgan (Joe Cocker lässt grüßen) in Kombination mit seinem filigranen Les Paul-E-Gitarrenspiel, seine charismatische als auch sympathische Präsenz inbegriffen.

Es wurde letztendlich knapp zwei Stunden in zwei Sets gespielt. Während im ersten Set mehr der Fokus auf  dem neuen Album lag (u. a. mit weiteren Tracks wie „Forever Young“, „Carried Away“ oder „Always Gone“) stand Set 2 mehr im Zeichen die Stimmung  peu à peu zu maximieren, was auch unter anderem mit dem ‚Klassiker „Here Me Now“ (mit Leisespielphase im E-Gitarren-Bridge) und dem überragenden Abschluss „Light A Day“, dem Titelstück vom aktuellen Longplayer, mit einer tollen lautstarken Gesangsinteraktion zwischen Webster und Audienz, bestens gelang.

Die fälligen Zugaben konnten nach dieser stimmungsvollen Publikumsgesangsleistung nicht abgeschlagen werden und so gab es zunächst das melancholische „Your Eyes On Me“ (Webster und Zwinselman allein ohne die Rhythmusleute) und am Ende das feurige „The Heart That Never Waits“, inklusive eines launigen ‚Frage-Antwort‘-Duell zwischen Websters E-Gitarre und Zwinselmans Keys. Kurz nach 22 Uhr verabschiede die begeisterten Anwesenden die Protagonisten des Abends.

Und selbst der ebenfalls schier begeisterte Hausarzt von Klemens, der auch zufällig das erste Mal den Club besuchte, musste eigestehen, dass kaltes Bier trinken, in Kombi mit guter Live-Rockmusik in schöner Umgebung und netten Leuten, vermutlich mehr hilft, als so manche Dauermedikationen als vermeintliche Hoffnungsträger fürs Körper- und Seelenheil…

Line-up
Sean Webster – Lead vocals, electric guitar
Rob van de Linde – Drums, vocals
Axel Zwinselman – Keys
Floris Poesse – Bass

Text und Bilder: Daniel Daus

Sean Webster Band
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m2-music
Backyard Club Recklinghausen

The Jayhawks – Sanctuary Park – CD-Review

Review: Michael Segets

Sechs Jahre sind seit dem letzten Lebenszeichen der Jayhawks vergangen. Zwischenzeitlich verfolgte Frontmann Gary Louris seine Solo-Karriere. Während auf „XOXO“ (2020) auch andere Bandmitglieder Songs beisteuerten, hat Louris in Sachen Songwriting auf „Sanctuary Park“ das Heft wieder in die Hand genommen. Alle Songs stammen von ihm.

Das Quartett aus den beiden Gründungsmitgliedern Gary Louris (Gitarre) und Marc Perlman (Bass) sowie den später hinzugestoßenen Karen Grotberg (Keys) und Tim O’Reagan (Drums) macht im Vergleich zu dem durchwachsenen „XOXO“ wieder Boden gut. Die Pop-Einflüsse lassen sich zwar auch auf dem aktuellen Album nicht verleugnen, aber sie sind nicht dominant. Herauszuhören sind sie auf dem Opener und zugleich ersten Single „Keeping Our Heads Above Water“ und dem folgenden „Kingston Girl“.

The Jayhawks bedienen sich verstärkt bei anderen Musikrichtungen. „Mr. Lincoln” versprüht den Flair der Sixties und geht in Richtung Westcoast. Eine lockere Country-Nummer („Leap Of Faith“) wird eingestreut, bei der Todd Lumley (Akkordeon) und Produzent Bob Ezrin (Ukulele) als Gastmusiker mitwirken. Mit „Always And A Day“ rockt die Band mal straight forward. Zum Abschluss gibt es mit dem akustisch gehaltenen „Rowing The Boat“ ein sehr schönes Folk-Stück.

Mehrstimmiger Gesang kennzeichnen seit jeher die Jayhawks. Gelungen ist er als a cappella beim Einstieg von „Hands Upon The Wheel“, auf dem später Mike Johnson mit seiner Steel Pedal einsteigt. An manchen Stellen erscheint – beispielsweise bei dem ansonsten runden Track „Familiar Strangers“ – das gemeinsame Dubidu zu aufdringlich. Auch sonst treten gelegentlich Passagen in den Songs auf, die mich nicht ansprechen wie etwa die Bridge bei „American Midnight“. An anderen Beiträgen gibt es nichts auszusetzen gibt. Das Titelstück „Sanctuary Park“, auf dem Louris seine Gitarre mal in Szene setzt, oder das sommerliche „It’ll Be Alright Tonight“, nochmal mit Unterstützung von Johnson, zählen zu ihnen.

Mit „Sanctuary Park“ reichen The Jayhawks an ihre Klassiker nicht heran. Im Vergleich zu dem vorangegangenen Album, ist dem neuen Werk allerdings eine Steigerung zu attestieren. Insgesamt überzeugt die neue CD nicht durchgängig, sondern bietet sich wieder an, um in Auszügen genossen zu werden.

Sham/Thirty Tigers – Open (2026)
Stil: Rock and more

Tracks:
01. Keeping Our Heads Above Water
02. Kingston Girl
03. Mr. Lincoln
04. Hands Upon The Wheel
05. Leap Of Faith
06. American Midnight
07. Always And A Day
08. Sanctuary Park
09. Familiar Strangers
10. It‘ll Be Alright Tonight
11. Rowing The Boat

The Jayhawks
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Thirty Tigers
Oktober Promotion

Danielle Nicole – Fireflies – CD-Review

 

Ich muss ein weiteres Mal zu meiner eigenen Schande gestehen, dass ich Danielle Nicole in meinem ‚musikalischen Leben‘ erst einmal zur Kenntnis genommen habe, und das nicht im Rahmen ihrer Solo-Karriere, sondern mittels einer Scheibe von der Band Trampled Under Foot, die sie mit ihren Brüdern Kris und Nick Schnebelen ziemlich erfolgreich betrieb.

Das Album entstand in einer emotional sehr bewegenden Phase ihres Lebens nach dem Tod von Kris in 2022 durch eine Krebserkrankung. Obwohl es ihr aufgrund ihrer Trauer zunächst schwerfiel, die Songs fertigzustellen, fand sie durch die Zusammenarbeit mit dem Gitarristen Brandon Miller und dem legendären Keyboarder Jim Pugh neue Inspiration. Für die Aufnahmen zum Album verwendeten die Musik Kris‘ Schlagzeug, was das Album um eine weitere emotionale Ebene erweitert.

Das fantastische Werk – um es vorwegzunehmen – ist eine Lehrstunde, wie man verschiedene Musikstile, wie Blues, Rock, Southern Rock, Soul und R&B zu einer in sich stimmigen Einheit verschmelzen lassen kann.

Gerade Danielles Gesang, nachdem ich in den letzten Wochen so manches in der Hinsicht bei anderen Alben habe erleiden müssen, ist ein wahre Wonne, da passt einfach alles zum Stil der Songs, selbst in feinsten Nuancen. Das ist, was eine Weltklasse-Sängerin dann am Ende auch ausmacht.

Brandon Miller brilliert mit seinem großartigen E-Gitarrenspiel, er könnte eigentlich auch in jeder Southern Rock-Band problemlos auftrumpfen. Auch Luther Dickinson macht bei seinem Gastspiel bei „Take Me Back“ einen Klasse-Job. Jim Pugh ist dann immer mit dem richtigen Tastenspiel zur Stelle. Selbst bei den großartigen Background Vocals von Melodye Perry und Maxayne Moriguchi (u. a. beim herrlichen Opener „Radical Love“) wird nichts dem Zufall überlassen.

Neben den erwähnten Tracks sind für mich persönlich, die beiden soulig dahinschunkelnden „Soulside“ und „Tug Of War“ weitere Highlights in einem durchgehend starken Album. Das frech ‚hingerotzte‘ „Gaslight“ macht genausoviel Laune wie das später im Stile einer Sade hingesäuselte „Chameleon“. Der Titel steht auch förmlich auch für die Wandlungsfähigkeit ihrer fantastischen Stimme.

Danielle Nicole wird mit ihrem neuen Album „Fireflies“ nicht nur viele Würmchen zum Glühen bringen, sondern hat jetzt auch noch einen neuen glühenden Verehrer ihrer Musik…!

Eigenproduktion (2026)
Stil: Blues/Rock/Soul/R&B

Tracklist:
01. Radical Love
02. Take Me Back
03. Memories
04. Soulside
05. Gaslight
06. Piper
07. The Same Love That Made Me Laugh
08. Chameleon
09. Tug Of War
10. Dreams
11. Fireflies

Danielle Nicole
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V2 Records Promotion GSA

Heather Anne Lomax – Who Do You Think You Are – CD-Doppel-Review


Review: Michael Segets

Plateauschuhe, Glitzerbesatz und wilde Haarmähne – Heather Anne Lomax präsentiert sich auf dem Cover von „Who Do You Think You Are?” stylish und selbstbewusst. Das Bild weckt schon Erwartungen für die Richtung, die die Scheibe einschlägt: eine Power-Frau, die mit kräftiger Stimme in rockigen Gefilden zuhause ist. So ist es dann auch, wobei die Stücke mehrmals zum Bluesrock tendieren.

„Superstar“ stammt von Michael Doman. Die übrigen zehn Tracks schrieb die in Kansas City geborene und nun in Los Angles lebende Lomax. Der Longplayer wurde ihrem Gitarristen Zachary Ross produziert. Für die Aufnahmen gewann Lomax eine Reihe von gestandenen Musikern, die in wechselnder Zusammensetzung die Stücke live im Studio einspielten.

Bei den härter rockenden Tracks wie „Step Aside“ oder „Right On Through“ sorgen die Keys für einen breiten Klangteppich. In die Tasten greifen dort Ty Bailie (Katy Perry, Tanja Tucker) beziehungsweise Carey Frank (Bruce Springsteen, Tedeschi Trucks Band). „Ridgefield Dreams“ sowie „Hello Daybreak“ werden durch Flötentöne, für die Fuzzbee Morse (Bono, Peter Gabriel) verantwortlich zeichnet, angereichert. Den häufigsten Wechsel in der Bandbesetzung gibt es an den Drums. Auch hier kann Lomax auf die Erfahrung der Schlagzeuger zurückgreifen, die allesamt für namhafte Musikerinnen und Musikern tätig waren.

Die Songs haben gute Ansätze, auch wenn sie nicht unmittelbar ins Ohr gehen. Hauptsächlich stören mich einzelne Stellen in den Stücken, bei denen Lomax ihre Stimme eher lautmalerisch einsetzt, statt durch ihren Gesang Inhalte zu transportieren. Dies führt dazu, dass der Funke bei dem Album insgesamt nicht so recht überspringt.

Die Lyrics drehen sich meist um Beziehungen, sie geben aber auch Einblicke in das Seelenleben („Step Aside“) oder schlagen einzelne sozialkritische Töne an („Pluto Return“). Mit ihrer Vergangenheit setzt sich Lomax auf „Ridgefield Dreams“ auseinander. Bei ihrer Geburt adoptiert begab sie sich schließlich als erwachsene Frau auf die Suche nach ihren biologischen Wurzeln und veröffentlicht nun ihre Musik unter ihrem ursprünglichen Namen. Lomax stand schon mit einigen Kolleginnen und Kollegen auf der Bühne, die auch bei SoS gelistet sind wie John Hiatt, Joan Osborne oder The Marshall Tucker Band.

„Who Do You Think You Are?“ ist ein Album, das zwischen Rock und Bluesrock changiert. Heather Anne Lomax macht ihr Ding. Die einzelnen Songs weisen aber oftmals Passagen auf, die mich nicht abholen. Die hochkarätige Bandbesetzung macht technisch alles richtig, aber auf der Gefühlsebene spricht mich das Werk nicht an. Aber wer bin ich schon.

Review: Stephan Skolarski

Ihr Debüt-Album brachte die ursprünglich aus Kansas City stammende Heather Anne Lomax 2014 unter dem Künstlernamen Michael-Ann in Eigenregie heraus und wurde für die mutige und gelungene Mischung aus Bluegrass, Americana und traditionellen Country-Stücken nicht nur in L.A. ausgezeichnet. Auch in Europa lobte z.B. das irische Lonesome Highway Magazin die Intensität der Scheibe. Auf “All This Time” (2020) spielte sie, inspiriert durch Elvis Presleys Memphis Sessions, den klassischen Country Rock’n’Roll aus der Vergessenheit zurück auf die Review-Seiten und erntete viel Lob für das feine Songwriting (u.a. “Comfort Me”) – kein weiterer Beweis war erforderlich, dass sie großartige Titel schreiben kann!

Oder doch? Denn natürlich hat sie es wieder getan und mit dem neuen Werk “Who Do You Think You Are” demonstriert. Wie aus einem musikalischen Lehrbuch der frühen 70er Jahre fließen die Stücke aus Rock, Blues, Soul, Country und Gospel unaufhaltsam in die Track-List, ein Zeitgeist-Feuerwerk einer lange zurückliegenden Epoche der Aufbruchstimmung. Lomax ist dabei mehr als in ihrem Element, als Songschreiberin, Multi-Instrumentalistin und vor allem als Sängerin.

Sanfte Joan Baez und emotionale Linda Ronstadt Passagen wechseln mit explosiven Janis Joplin und tief intensiven Grace Slick (Jefferson Airplane) Intonierungen, wobei die Vergleiche der Gesangsstile ausschließlich das vocale Talent der US-Songschreiberin verdeutlichen soll. Lomax huldigt ihren Vorbildern bereits zu Beginn des Albums mit den drei Songs „Come Along“, „Step Aside“ und „Can’t Refuse“. Insgesamt 11 Tracks, live im Studio eingespielt, bilden die Konzeption einer Zeitreise, die u.a. über weitere kraftvolle und ungeschliffene Zwischenstationen (z.B. “Finally Leavin’” und “Pluto Return”) zum experimentell psychedelisch angehauchten Schlusstitel begleiten. „Hello Daybreak” könnte ein Cover von Kate Bush sein, aus der Feder von Heather Anne Lomax, ein Synonym für den Tag, der die Hoffnung zukunftsweisend symbolisiert.

Als junge Songschreiberin einer neuen Musikgeneration hat Heather Anne Lomax ihr aktuelles Album mit dem philosophischen Titel “Who Do You Think You Are” veröffentlicht. Die Scheibe offenbart sofort ihre musikalische Lebendigkeit und reflektiert eine aufstrebende Blütezeit der amerikanischen Roots-Music. Entstanden ist ein herausfordernder Longplayer, der zahlreiche Impulse jener Epoche aufgreift, neu interpretiert und in die Gegenwart überführt.

The Blackbird Record Label (2026)
Stil: Rock, Blues, Soul

Tracks:
01. Come Along
02. Step Aside
03. Can’t Refuse
04. Ridgefield Dreams
05. Places Unknown
06. Right On Through
07. Finally Leavin’
08. Superstar
09. Blood Red
10. Pluto Return
11. Hello Daybreak

Heather Anne Lomax
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Devious Planet

Steve Cropper & The Midnight Hour – Watching The Tide – CD-Review

Review: Stephan Skolarski

Seine ersten Erfolge feierte Steve Cropper bereits in den 60er Jahren als Gitarrist in der Band Booker T. & the M.G.’s. Mehrere Instrumentalstücke der Gruppe (z.B. “Green Onions”, ”Time Is Tight” oder “Hip Hug Her”) waren große Topseller. Als “Hausband” von Stax Records spielte die Formation auf Hunderten Aufnahmen, darunter Klassiker wie “Walking The Dog”, “Soul Man” und “Hold On, I’m Comin’”. Croppers Vielseitigkeit führte von Beginn an zu vielen Kooperationen mit anderen Künstlern. So stammt aus dieser Zeit u.a. der Soul-Hit “(Sittin’ On) The Dock of the Bay” im Co-Writing mit Otis Redding, mit dem Steve Cropper nebenher als Produzent von Stax (ab 1962) im labeleigenen Tonstudio an vielen Aufnahmen beteiligt war.

Unvergessen bleiben in ähnlicher Weise auch Croppers Auftritte als The Colonel in den Blues Brothers Filmen, die bis heute als Kult-Movies gelten. Der zweimalige Grammy-Gewinner wurde vom britischen Musikmagazin Mojo 1996 sogar (nach Jimi Hendrix) zum zweitbesten Gitarristen gekürt und spielte u.a auf Alben von John Lennon und Ringo Starr, sowie 1993 in der Tourband von Neil Young. Ob Gitarrist, Songwriter, Produzent, Toningenieur oder Studioleiter, Steve Cropper war eine Ausnahmepersönlichkeit.

Sein neues Album “Watching The Tide”, im Titel angelehnt an den Refrain des genannten Otis Redding Klassikers, ist eine unverkennbare Freude an der Musik, die Cropper bis ins hohe Alter antrieb. So ist es keineswegs erstaunlich, dass Eric Clapton beim Südstaaten-Blues “Ticket First” in die Solo-Saiten greift und die Ballade “My Angels Are Calling” sogar von Brian May und Billy Gibbons zugleich verfeinert wird. ZZ Tops Frontmann ist zusätzlich auf “Stand Right Here” noch einmal grandios zu hören. Dass ebenfalls Rolling Stone Ronnie Wood auf “Until Now” seine ungebrochene Slide-Begeisterung zum Besten gibt, wird von Produzent Jon Tiven in gleichfalls höchsten Tönen gelobt.

Die Aufnahmen von “Watching The Tide” hat Steve Cropper noch mit eingespielt. 11 Songs, die seine Handschrift tragen, wie immer aus R&B, Rock und Soul und Leidenschaft, und dies nach weit über 60 Jahren. Steve Cropper verstarb im Dezember 2025 im Alter von 84 Jahren in Memphis.

Provogue/Artone (2026)
Stil: Blues

Tracks:
01. Tandoori Chicken
02. Ticket First (feat. Eric Clapton)
03. My Angels Are Calling (feat. Brian May & Billy F. Gibbons)
04. Until Now (feat. Ron Wood)
05. Blood From A Stone
06. Here & Gone (feat. Ana Grosh)
07. It’s Gonna Get Worse
08. Down & Out
09. Stand Right Here (feat. Billy F. Gibbons & Ana Grosh)
10. Tipoff To The Ripoff
11. House Of Cards
12. Tandoori Chicken Part 2

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V2 Records