Joe Bonamassa – DVD-Gewinnspiel

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Netinfect Promotion hat uns dankenswerter Weise die aktuelle DVD „British Blues Explosion Live“ des Gitarrenmeisters für ein Gewinnspiel zur Verfügung gestellt.

Folgende explosive Frage muss dazu richtig beantwortet werden:

Wie lautet der Spitzname von Joe Bonamassa?

a) Jokin‘ Joe
b) Smokin‘ Joe
c) Bluesin‘ Joe

Bitte sende eine E-Mail mit der richtigen Lösung bis zum 23.06.2018 an dan@sounds-of-south.de.

Wir losen unter allen richtigen Einsendern eine/n Gewinner/in aus, der/die dann umgehend benachrichtigt und mit der DVD beliefert wird.

Joe Bonamassa
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Netinfect Promotion

El Colosso – 15.06.2018, Krefeld, Kulturrampe – Konzertbericht

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Premiere für El Colosso in der Kulturrampe. Der Vierer aus Melbourne präsentierte dabei seine erste LP. Ja, man kann wirklich von einer Langspielplatte sprechen, da die Besucher nach dem Konzert die Möglichkeit hatten, eine limitierte Auflage in rotem Vinyl zu erwerben. Trotz der für einen Erstauftritt eher erschwerenden Faktoren wie die Fußball-WM und Biergartenwetter, fanden sich genügend Rockbegeisterte, um die Rampe relativ gut zu füllen.

Relativ pünktlich gegen 20:15 Uhr, nach der obligatorischen Ansage vom Rampenmacher Pille Peerlings, begann ein furioser Ritt von El Colosso, der die Anwesenden durchweg begeisterte, was sich besonders an den Ovationen zwischen den Songs erkennbar war.

Die Jungs aus Down Under, welche vielfach dem Stoner Rock zugeordnet werden, eröffneten mit den Gig mit „Leather Head“, vom bisher einzigen Album „Pathways“. Schon hier traten die Einflüsse der Band zu Tage, von denen an dieser Stelle nur Led Zeppelin, Black Sabbath, Monster Magnet, Thin Lizzy oder Queens of the Stoneage genannt seien.

Im Vordergrund, nicht nur räumlich, standen Sänger Matt Cooper, der teils schreiend aber auch harmonisch singend, oft auf gesangliche Stilelemente des Heavy Metals zurückgriff und Gitarrist Benny James, ein Hüne von Mann, dessen Mikrofonständer so hoch war, dass Pille für seine Ansage eine leere Bierkiste als Hilfsmittel benötigte, um überhaupt ans Mikro zu gelangen.

James konnte in jedem Song mit mindestens einem zum Teil ausladenden Solo sein Können als Hard Rock-Gitarrist beweisen und lieferte dem Publikum auch die visuell dazugehörigen Posen. Craig Fryers am Bass, der sich meist im Hintergrund aufhielt, lieferte sich mit Peter Hayden, einem ‚Tier‘ an den Drums, der sichtbar bestens gelaunt, meist mit einem verschmitzten Lächeln energievoll sein Arbeitsgerät ‚beackerte‘, die rhythmische Basis für die Songs.

Besonders hevorzuheben waren das mit schweren Bässen tragend daherkommende „Limbo“, das stilistisch in die Ära der alten Black Sabbath-Klassiker mit einer Prise Monster Magnet einzuordnen ist, eine ausladende Version von „Moving Mountains, mit psychedelischen Gitarrensoli und die erste Zugabe „Doom Boogie“, ein krachender Heavy-Song.

Neben allen Tracks des aktuellen Albums bekamen die Besucher auch „Strung Out“ und „Cannon Ball“ von der ersten EP geboten. „Cannon Ball“, das letzte Lied des Abends, bildete mit harten Bassläufen, kraftvollen Drums, Hard/Heavy- Gitarensoli und einem sich voll verausgabenden Sänger Matt Cooper, noch einen Höhepunkt, der zeigte, dass El Colosso ein wirklich guter Liveact in der Szene ist.

Angenehm war nach dem Konzert der Umgang mit den Fans, wo sich alle vier Musiker direkt in der Kneipe der Rampe einfanden und Platten signierten, wobei sie sich die Mühe machten, die Namen der Fans herauszubekommen um so eine persönliche Widmung zu hinterlassen. Auch für einen längeren oder kürzeren Smalltalk nahmen sich die Vier aus Down Under genügend Zeit.

Als Fazit kann gesagt werden, dass es sich um einen gelungenen Abend für Fans der härteren Musik gehandelt hat und dass es Teenage Head Music mal wieder gelungen ist, eine starke, hier eher noch unbekannte Band nach Europa zu bringen. Ein Dank auch an Pille und sein Team, für die wie gewohnt gute Arbeit, die für einen tollen Konzertabend wie diesen unabdingbar ist.

Hervorzuheben ist auch, dass kleine Clubs, wie die Rampe, immer wieder das Risiko eingehen, hier noch nicht bekannten Musikern die Chance zu ermöglichen, sich hier zu präsentieren. Ohne solche Locations würde es viele heute berühmte Bands nicht geben. Deshalb an dieser Stelle noch einmal der Appell, insbesondere Clubs dieser Art zu besuchen, die für handgemachte Livemusik stehen!

Line-up:
Matt Cooper (lead vocals)
Benny James (electric guitar, vocals)
Craig Fryers (bass, vocals)
Peter Hayden (drums, vocals)

Text und Bilder: Gernot Mangold

El Colosso
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Teenage Head Music
Kulturrampe Krefeld

Various Artists – The Music Of Nashville – Season 6, Volume 1 – CD-Review

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So wie es aussieht, möchte Universal mich noch zum Serienfan erziehen, zumindest was die US-Reihe „Nashville“ angeht. Nachdem neulich ja die tolle Live-DVD zur Besprechung anstand, wo einige Stars wie Charles Esten, Clare Bowen, Sam Palladino Jonathan Jackson und Chris Carmack ihre Künste in der beeindruckenden Royal Albert Hall in London zum Besten gaben, ist jetzt der erste CD-Sampler zur finalen 6. Staffel bei mir eingetroffen.

Im Prinzip erhält man den gewohnt qualitativen Stoff. Die Fäden im Hintergrund hat wieder Tim Lauer Lauer (Produktion/musikalische Mitwirkung) gezogen, für die Einspielung ist das gewohnte Heer an Koryphäen der Studiomusikerszene (u. a. Ilya Toshinsky, Mark Hill. Chris McHugh, Bryan Sutton, Tom Bukovac, Kris Donegan) zur Unterstützung der jeweils involvierten SängerInnen zugegen.

Auffällig ist diesmal die recht hohe weibliche Dominanz am Mikrofon, als auch die recht ruhige und melancholische Ausrichtung des Gesamtwerkes. Lediglich beim krawalligen beatlesken – nomen est omen – „Love Is Loud“ geht es mal etwas zünftiger zur Sache. Bei diesem Stück als auch „Hold On (Not Leaving You Behind)“ erscheint mit Rainee Blake eine neue Künstlerin, die ich bisher noch nicht wahrgenommen habe, die aber ihren Job gut erledigt.

Die markantesten Tracks sind vielleicht der von Hayden Panettiere performte Hilfeschrei „Is There Anybody Out There“ im Gesangsstil einer Stevie Nicks und das durch Rhiannon Giddens, die für die mehr rootsige Note auf den Zusammenstellungen steht, besungene „Wandering Roads“ mit herrlichem Mandolinen-Solo von Ilya Toshinsky.

Fazit: Der erste Sampler der sechsten Nashville-Staffel ist für Fans der Serie natürlich ein Muss, eignet sich für den allgemeinen Hörer von countrifizierter Musik mehr zum Entspannen und Lauschen der vielen kleinen instrumentellen Feinheiten. Die variierenden Stimmen der Protagonisten, wenn auch diesmal, wie bereits erwähnt, ziemlich feminin gehalten (lediglich Charles Esten, Jonathan Jackson und Sam Palladino bieten etwas Paroli) sorgen für die gewohnte Abwechslung und Kurzweiligkeit.

Big Machine Records (2018)
Stil: New Country & More

01. Is There Anybody Out There [feat. Hayden Panettiere]
02. Never Come Back Again [feat. Sam Palladio]
03. What It’s Made For [feat. Lennon Stella]
04. Ain’t No Normal [feat. Clare Bowen]
05. Come And Find Me [feat. Maisy Stella]
06. I Always Will [feat. Hayden Panettiere]
07. Wandering Roads [feat. Rhiannon Giddens & Charles Esten]
08. Hold On (Not Leaving You Behind) [feat. Chris Carmack & Jonathan Jackson & Sam Palladio & Rainee Blake]
09. Looking For The Light [feat. Charles Esten]
10. Love Is Loud [feat. Chris Carmack & Jonathan Jackson & Sam Palladio & Rainee Blake]
11. Unravel [feat. Maisy Stella]
12. Face The Sun [feat. Charles Esten]

CMT
Big Machine Records
Universal Music

American Aquarium – Things Change – CD-Review

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Review: Michael Segets

Auf einem Konzert von American Aquarium im März 2017 sprach ich Daniel an, dass ich gerne gelegentlich Beiträge für Sounds Of South verfassen würde. Vor ziemlich genau einem Jahr erschien dann auch meine erste CD-Besprechung. Heute feiere ich ein kleines Jubiläum und ich freue mich, dass sich mein 50. Artikel um die neue Scheibe von American Aquarium „Things Change“ dreht.

American Aquarium bewegt sich musikalisch hauptsächlich auf den Genregrenzen zwischen Folk, Rock und Country. Die Spezialität von Bandleader, Sänger und Songschreiber BJ Barham sind ausgefeilte Texte, die er zumeist in Balladen verpackt.

Stilistisch bleibt sich American Aquarium mit „Things Change“ treu. Allerdings hat sich die Band um BJ Barham vollständig neu formiert. Zwar wechselten die Mitglieder der Band seit ihrer Gründung 2006 sowieso schon häufig, von der Besetzung des vorangegangenen Studioalbums „Wolves“ (2015) oder der des letztjährigen Konzerts ist aber kein Musiker mehr auf dem aktuellen Longplayer vertreten.

Als neue Mitstreiter für sein Projekt konnte Barham Shane Boeker für die Lead Guitar, Adam Kurtz für die Pedal Steel und Electric Guitar, Ben Hussey für den Bass und Joey Bybee für die Drums gewinnen. Seinen ehemaligen Bandkollegen widmet Barham „When We Were Younger Men“. Die Ballade fängt stark an, nimmt zwischenzeitlich einen Country-Rhythmus auf und bekommt dann durch die wimmernde Pedal Steel eine ziemlich wehmütige Anmutung. Beinahe trotzig wirkt hingegen das kurz und wuchtig gespielte Titelstück „Things Change“ mit der Feststellung, dass es im Leben nicht immer fair zugeht.

Wie der Titel der CD bereits nahelegt, sind Veränderungen das durchgängige Thema des Albums. Barham verarbeitet in seinen Texten persönliche Erlebnisse, die anschlussfähig an Erfahrungen der Hörer sind. Die transportierten Gefühlslagen bleiben daher sehr gut nachvollziehbar und berühren.

In „The World Is On Fire“ äußert Barham – als frisch verheirateter Mann und werdender Vater – seine Besorgnis angesichts der Wahl des Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika sowie den damit einhergehenden politischen Entwicklungen. Die Rockballade weist einen langen Refrain auf, der hervorragend ausgearbeitet ist.

Im privaten Bereich passierte in den letzten Jahren einiges bei Barham. Beispielsweise lebt er nach Schwierigkeiten mit seinem Alkoholkonsum nun abstinent. Diesen Wechsel in seiner Lebensführung verarbeitet er in „I Gave Up The Drinking (Before She Gave Up On Me)“ mit einem eingängigen Country-Song. Der Mainstream-Country schlägt auch bei „Work Conquers All“ durch. Thematisch greift Barham das harte Leben als Farmer auf. Der Landbevölkerung zollt er ebenfalls mit dem treibenden Rock-Song „Tough Folks“ Respekt.
Barham stammt aus Reidsville, North Carolina, der er bereits auf seinem Solo-CD „Rockingham“ (2016) ein musikalisches Denkmal setzte. Religiöser Intoleranz als Kehrseite der ländlichen Gemeinschaften kritisiert Barham mit dem zweiten schnellen Rocker „Crooked + Straight“.

Ganz in der Singer-Songwriter-Tradition stehen die von akustischer Gitarre getragenen Folk-Songs „One Day In Time“ und „Shadows Of You“. Das letztgenannte Stück hat einen sehr eingängigen Refrain, der den Schmerz eines verlassenen Liebhabers nachfühlen lässt. Das zweite Liebeslied auf dem Longplayer ist „‘Til The Final Curtain Falls“. Der Titel erscheint von der Grundanlage ebenfalls gelungen, der übermäßige Einsatz der Pedal Steel und das experimentelle Ende treffen jedoch nicht meinen Geschmack.

Auf „Things Change“ zeigt sich BJ Barham literarisch in Hochform. Die selbstkritischen Texte stimmen nachdenklich, sind aber eher kämpferisch als verzweifelt. Die Kompositionen unterstützen die Atmosphäre der Texte gelungen. Musikalisch überwiegen die langsamen Beiträge, das Album bietet mit seinen Uptempo- und Country-Nummern aber eine abwechslungsreiche Mischung. Vielleicht hätten die Pedal Steel und die Slide-Elemente bei einzelnen Tracks etwas reduziert werden können, insgesamt erfüllt „Things Change“ jedoch die hohen Erwartungen, die an Veröffentlichungen von American Aquarium gestellt werden.

New West Records (2018)
Stil: Country/Folk/Roots Rock

01. The World Is On Fire
02. Crooked + Straight
03. Tough Folks
04. When We Were Younger Men
05. One Day At A Time
06. Things Change
07. Work Conquers All
08. I Gave Up The Drinking (Before She Gave Up On Me)
09. Shadows Of You
10. ‘Til The Final Curtain Falls

American Aquarium
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Dana Fuchs – 10.06.2018, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

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Mit einer guten Viertelstunde Verspätung betrat das Line-up der wild-gelockten Dana Fuchs  gestern Abend zum Wochenausklang die Bühne des Musiktheaters Piano, um schwerpunktmäßig in einem überzeugendem Konzert, ihr gerade erschienenes Album „Love Lives On“ der versammelten Blues Rock-Gemeinde zu präsentieren.

Nach Orgel-Intro von Nicola Venturine und einem ersten E-Gitarren-Solo ihres kauzigen Mitspielers Jon Diamond, kam dann auch die Protagonistin die Stufen heraufgeschwungen, um mit „Ready To Rise“ einen furios rockenden Opener abzuliefern. Zum folgenden, mit ein wenig Janis Joplin-Flair umwobenen „Callin‘ Angels“ stieg dann auch ihre klasse plusternde Bläserfraktion mit ein.

Mit „Nobodys Fault But Mine“, dem einzigen Coverstück des Gigs, inklusiv langem Saxofon-Solo, verbeugte sich der temperamtvolle weibliche Irrwisch ehrfurchtsvoll vor Otis Redding. Klasse auch der soulige Schunkler „Sittin‘ On“ mit starker Orgel-Passage von Venturine. Vor „Faithful Sinner“ berichtete die aus einer kinderreichen Familie stammende New Yorkerin von ihrem schwierigen Verhältnis zu ihrem Vater, der dann eine entsprechend emotionale Gesangsperformance mit ihrer rauen Röhre folgte.

Das Memphis-soulig rockende „Sad Solution“ stand danach im Zeichen des starken Gitarristen Jon Diamond, der zwei starke Soli auf seiner Telecaster abfeuerte. Ein Beweis für die vielseitige Show war dann auch „Sedative“ mit seinem Tex-Mex-Flair. Herrlich hier Diamonds Bariton-Spiel und Mariachi-artigen Bläser-Fils.

„My Way Back“ erledigten Jon (an der Akustikgitarre) und Dana im Duo, wobei auch ihr Engagement für eine Organisation namens The JED Foundation zur Sprache kam, die sich um selbstmordgefährdete Menschen kümmert. Nicht ohne Grund, sie selbst hatte zwei Fälle in ihrer Familie zu beklagen. Zum zunächst reduziert beginnenden „Battle Lines“ schnappte sich Dana dann die Akustikklampfe, eine schöne 70ies-Ballade im Joplin-/The Band-Stil, die im Verlauf vom gesamten Line-up zu Ende gespielt wurde.

Ganz stark danach kam „Nothin‘ On My Mind“, bei dem Nicola Venturine seine Honkytonk-Klimperqualitäten am Piano offerierte. Das southern rockige „Backstreet Baby“ mit wüst slidendem Diamond war natürlich besonders nach unserem Gusto. Hätten Skynyrd nicht besser bringen können.

Mit „Long Long Game“ setzte das Septett zum Ende des Hauptteils allerdings noch einen oben drauf. Hier konnte die Rhythmusfraktion glänzen. Walter Latupereissa spielte sein grandioses Bass-Solo, als wenn er eine E-Gitarre in der Hand hätte und auch Piero Perellis Drum-Künste waren nicht von schlechten Eltern. Das Stück endete dann schließlich mit einem furiosen Diamond-Solo, samt voluminöser Bandsoundunterlegung (Bläser), als die Fuchs schon die Bühne verlassen hatte.

Als erste Zugabe gab es das melodische Titelstück des neuen Werkes „Love Lives On“, um zum endgültigen Finale eines schweißtreibenden Sonntag-Abends mit „Same Sunlight“ nochmals, fast wie bei „Long Long Game“, bei ausgelassener Stimmung des Publikums, das ganz große Soul Blues Rock-Besteck rauszuholen. Insgesamt eine famose Vorstellung mit einer alles gebenden Fronterin Dana Fuchs und ihrem tollen Begleit-Ensemble im Musiktheater Piano!

Line-up u. a.:
Dana Fuchs (lead vocals, percussion, acoustic guitar)
Jon Diamond (electric guitar, acoustic guitar, vocals)
Nicola Venturine (keys)
Walter Latupereissa (bass, vocals)
Piero Perelli (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Dana Fuchs
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Musiktheater Piano
3Dog Entertainment

The Gäs – 09.06.2018, Krefeld, Kulturrampe – Konzertbericht

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Guten Hard Rock alter Schule gab’s am Samstag Abend in der Krefelder Kulturrampe. Das Kölner Quintett „The Gas“ gaben dort zum ersten Mal ihr Stelldichein und hatten als Support die junge Band Another State Of Mind mitgebracht. Gegen 21 Uhr betraten die jugendlichen Burschen aus Krefeld die Bühne und versuchten mit ihrem Punk/Death Metal-Gemisch, dem Publikum in der leider nicht annähernd ausverkauften Kulturrampe einzuheizen.

So richtig sprang der Funke sprang dann aber erst nach einer kurzen Umbauphase über, als die Truppe aus der Domstadt mit ihrem ersten Song loslegte. Im Laufe des Abends spielten sie dann sämtliche Songs aus ihrem aktuellen und ersten Album „Savage“. Ihr druckvoller Hardrock und kommunikative Performance begeisterte die Zuhörer von Anfang an, bis The Gäs sich dann gegen 23 Uhr mit einer Zugabe vom Publikum verabschiedete.

The Gäs sind der charismatische und extrovertierte Sänger Pedro Cardoso, der sich fast bis zur Dehydration verausgabende Jakob Timmermann an der E-Gitarre (ein Vollblutmusiker, der übrigens auch in der AC/DC-Tribute Band Ballbreakers den Angus Young gibt), der punkige Michael Krol und Mike Schneider beide ebenfalls an der E-Gitarre und Bass, sowie Sina Doering am Schlagzeug (sie ist in der letzten Zeit durch verschiedene Musikprojekte auf Youtube bekannt geworden, so z. B. Led Zeppelins genial gecovertes „Black Dog“.

Nach dem Konzert habe ich Sina auf den doch etwas ungewöhnlichen Namen der Band angesprochen. Er ist weder kölschen Ursprunges, noch hat er einen anderen tieferen Sinn, ein reines Phantasieprodukt also, ohne weitere Bedeutung.

Bedeutunglos ist die energiegeladene Musik der Truppe jedenfalls nicht und für Liebhaber des schnörkellosen Hardrock ist die sympathische Band eine klare Empfehlung. Gerne sehen wir sie in der Kulturrampe wieder.

Dank an Pille Peerlings für die wie gewohnt problemlose Fotoerlaubnis in der Kulturrampe.

Line-up:
Pedro Cardoso (lead vocals)
Jakob Timmermann (electric guitar)
Michael Krol (electric guitar, bass)
Mike Schneider (bass, electric guitar)
Sina Doering (drums, percussion)

Text und Bilder: Jörg Schneider

The Gäs
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Kulturrampe Krefeld
Jörg Schneider Homepage

Chris Thompson – 07.06.2018, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

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Wann hat man mal die Chance, einem der besten britischen Rockmusiksänger, quasi ganz entspannt von Auge zu Auge bei einem Konzert, fast direkt gegenüber zu stehen? Es sind diese herrlichen, mit viel Liebe geführten Clubs, wie u. a. das von uns immer wieder gerne besuchte Musiktheater Piano, die solche Erlebnisse möglich machen.

Kein geringerer als Chris Thompson hatte mit seiner starken norwegischen All Star-Begleitcombo, bestehend aus Mads Eriksen, Frank Hovland (Programm 81/82), Gunnar Bjelland, und Zsolt Meszaros (On The Rise) in Dortmund bei schwül-warmen Temperaturen, Halt gemacht und für ein gut besuchtes Haus gesorgt.

Es gibt neben den für mich existenziellen Southern Rock-Alben natürlich auch einige britische LPs wie u. a. die Debüts von den Dire Straits und David Gilmour, Eric Claptons „Backless“, Peter Greens „In The Skies“ oder  Bad Companies „Desolation Angels“, die Ende der Siebziger Jahre meine, in jungen Jahren, gerade noch in den Kinderschuhen befindliche Plattensammlung, mit Leben zu füllen begannen.

Mit dabei ebenso das vermutlich kommerziell erfolgreichste Werk der Manfred Mann’s Earthband, „Watch“, mit den Hits „Martha’s Madman“, „Mighty Quinn“ und „Davy’s On The Road Again“, die nicht zuletzt wegen der markanten Stimme des Fronters Chris Thompson ihre unvergessliche Note erhielten.

Ab 1983 hatte dieser, parallel zu einigen Ausstiegen und Wiedereintritten in die beliebte Band des Südafrikaners, mit dem Aufbau seiner Solo-Karriere begonnen und seither auch regelmäßig Tonträger veröffentlicht.

An diesem Abend im Piano präsentierte er in einem zweieinviertel-stündlichen, begeisterndem Gig ein buntes Gemisch aus der MMEB-Phase, eigenen Kompositionen und einigen weiteren markanten Coverstücken bekannter Interpreten, die das sattelfeste Publikum in prächtige Stimmung versetzte.

Der Bandleader ist stimmlich immer noch in bester Verfassung und bot auch an der Gitarre dem, in bester quirliger Melodic Rock-Manier zaubernden Wizard Mads Eriksen Paroli (auch mit schönen Twin-Parts, Eriksen mit vielen starken, teils hymnischen Soli). Dazu brillierte er beim blues-rockigen „Whole Lot To Give“ an der Mundharmonika.

Keyboarder Gunnar Bjelland sorgte mit Piano-, Orgel- und Synthie-Klangteppichen für das progressive Moment in dem insgesamt gekonnten Potpourri aus AOR, Classic-, Melodic-, Mainstream-, Blues- und Country Rock-Ingredienzien (letzterer ganz dezent bei „Woe Is Me“). Meszaros und Hovland (auch mit ein paar Harmoniegesängen) sorgten für ein energiegeladenes und souveränes Rhythmussegment.

Die absoluten Stimmungshöhepunkte bildeten natürlich wie üblich die allseits bekannten Klassiker wie „Spirits In The Night“, „Don’t Kill It Carol“, „Blinded By The Light“, „For You“, sowie die bereits oben erwähnten „Martha’s Madman“ und „Mighty Quinn“ (furios performt), allerdings meist in sehr schön vom Original modifizierten und ausstaffierten Versionen. Mein persönliches Lieblingsstück des Abends war jedoch das E-Gitarrenlastige und sehr knarzig rockende „One Man Mission“.

Als Lohn für das euphorische Mitsingen der Audienz in den Interaktionsteilen (Thompson war sichtlich angetan und betonte, dass er unter solchen Umständen immer noch gern ein bisschen mehr arbeiten würde), gab das völlig durchgeschwitzte Quintett noch  The Voice“ (ja eher bekannt durch John Farnham, aber von Thompson mitgeschrieben, als erste Zugabe) und Davy’s On The Road Again“ (2. Zugabe) zum Besten.

Fazit: Mal wieder ein nostalgischer, als auch musikalisch hochwertiger Abend im Musiktheater Piano zu Lütgendortmund. Für Gernot und mich, die weder Chris Thompson noch die Manfred Mann’s Earthband bis dato live erlebt haben, erneut ein wichtiges Mosaiksteinchen mehr in unserer Konzertbesuchsvita. Danke an Jenny Dore und Thomas Falke für die gewohnt nette Aufnahme.

Line-up:
Chris Thompson (lead vocals, guitars, harp)
Mads Eriksen (electric guitar, vocals)
Frank Hovland (bass, vocals)
Gunnar Bjelland (keys)
Zsolt Meszaros (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Chris Thompson
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Musiktheater Piano
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Bet Williams – 05.06.2018, Kulturrampe, Krefeld – Konzertbericht

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Bet Williams tourt zurzeit sowohl mit Band als auch alleine durch Deutschland. Nur mit Gitarre und ihrer mehrere Oktaven umfassenden Stimme besuchte die gebürtige Amerikanerin das Bluebird Cafe, das gerne als das Wohnzimmer der Kulturrampe bezeichnet wird. In dessen gemütlicher Atmosphäre verzauberte Williams den vollen Raum mit einer Mischung von eigenen Songs und Covern.

Ihre erste CD produzierte Bet Williams in Nashville mit Brad Jones (Jill Sobule, Marshall Crenshaw) und Jim Rooney (John Prine, Nanci Griffith). Weitere Stationen machte sie in Philadelphia, New York und Kalifornien. Sie spielte u. a. zusammen mit Lucinda Williams, Arlo Guthrie, Taj Mahal, Joseph Parsons (US Rails) und Joan Osborne.

Derzeit lebt sie in Berlin und hat gemeinsam mit ihrem Mann John Hodian ein eigenes Label. Auf Epiphany Records brachte sie seit 2002 zwei Studio- und zwei Live-Alben heraus, die mit Band eingespielt wurden.

Auf ihren Alben bewegt sie sich zwischen Progressive Folk, Blues und Rock, wobei sie gelegentlich auch einige Pop-Elemente aufnimmt. In Krefeld stand, wie für ein akustisches Solo-Konzerte von Williams zu erwarten, der Folk im Zentrum. Nach eigener Aussage liebt sie es live zu spielen, und das stellte sie an dem Abend unter Beweis. Obwohl sie gerade eine lange Anreise aus Lyon hinter sich hatte, strotzte Williams vor Energie und Enthusiasmus. Mit „Sugar In The Water” startete sie in das erste Set.

Bei der Auswahl ihrer eigenen Songs konzentrierte sich Williams auf Titel ihres letzten Studioalbums „The 11th Hour“ (2014). So folgten das lockere und eingängige „We Geography“ und „Love Comes Knockin’“ mit hohen Gesangspassagen. Im Gegensatz zu den Versionen auf dem Silberling oder auf dem Live-Mitschnitt der Bet Williams Band (2015) wirkte bei dem Solo-Konzert ihre Stimme noch faszinierender.

Nicht die enorme Range ihrer Stimme, sondern die unglaubliche Varianz von sanft bis kratzig oder von klar und kräftig bis rauchig und zerbrechlich begeisterte das Publikum vollständig. Bet Williams entwirft in ihren Liedern Bilder, die sie mit den Klangfarben ihrer Stimme, die so variationsreich wie die Farben eines Regenbogens sind, modelliert.

Für Abwechslung sorgte zudem die Songauswahl, bei der flott gespielte Stücke und Balladen berücksichtigt wurden. Emotionaler Höhepunkt des ersten Durchgangs war „Oriental Drag“ von Mark Germino, das Williams mit unglaublicher Intensität performte. Der Song rührte meine Frau mit seinem Gänsehaut-Feeling beinahe zu Tränen. Vor der Pause heizte Williams mit dem Klassiker „I Can´t Stand The Rain“ und dem zum Wetter passenden „Super Summer“ ein.

Für die Unterbrechung hatte die Musikerin die nette Idee, eine CD-Verlosung zu initiieren und führte lebhafte Gespräche mit den Besuchern. Nachdem ‚Pille‘ Peerlings, der Hirte der Kulturrampe, mit seiner Kuhglocke das Publikum zum zweiten Set in das Bluebird Cafe zurückgetrieben hatte, legte Williams mit „Come Into My Kitchen“ einen Blues hin, mit dem sie alle direkt wieder in ihren Bann zog.

Im folgenden Teil des Konzerts war Williams ihre eigene Band und setzte ihre äußerst unterhaltsame ‚One-Woman-Show‘ fort. Anstatt Schlagzeug-Begleitung klopfte sie auf die Gitarre und imitierte Bläser oder E-Gitarren-Soli mit ihrer Stimme. Gesanglich holte sie sich Unterstützung beim Publikum, das sehr gekonnt und harmonisch die Vorstellung begleitete.

Die tolle Atmosphäre in der Location gab ihr die Sicherheit, neue Stücke auszuprobieren. Nach einer kleinen Anekdote über ihren pubertierenden Sohn stellte sie „Green Grass“ vor. Einen eingängigen Refrain hat das ebenfalls unveröffentlichte „Miracle Tonight”.

Daneben kamen auch bewährte Cover zu Gehör. Bei „Into The Mystic“ von Van Morrison zeigte Bet Williams wie tief sie singen kann. Für „Sitting On Top Of The World“ von Howlin‘ Wolf wechselte sie die Gitarre, um den Titel sanft und ’stripped down‘ rüber zu bringen. Weitere Facetten ihrer Stimme nutzte sie bei dem samtigen „Thunder And Stone“ oder dem experimentelleren „Falling Away“.

Bei den Besuchern kam „Tripping Down The Road“ und das mitreißende „Yeah Love“ zum Abschluss des Hauptsets sehr gut an. Den langen und tosenden Applaus belohnte die Sängerin mit einer Zugabe. „Redemption Song“ von Bob Marley, bei dem das Publikum nochmal gesanglich glänzte, war ein gefühlvoller Ausklang des Konzerts. Die temperament- und humorvolle Musikerin zeigte sich auch nach dem Konzert sehr kommunikativ und nahm sich viel Zeit für den Plausch mit den Gästen.

Akustische Solo-Auftritte stehen in dem Verdacht, schnell monoton werden zu können. „Pille“ bewies mit der bisherigen Auswahl der Musiker seiner Konzertreihe „Caesars Pallets“ das Gegenteil. Charlie Parr teilte mit dem Publikum intensive Einblicke in eine leidende Seele, Chris Keys lud zum Träumen an die Küste Irlands ein und Bet Williams beeindruckte mit ihrem Gesangsspektrum sowie mit ihrer aufgeschlossenen Persönlichkeit.

So unterschiedlich die Konzerte auch waren, hatten sie doch eins gemeinsam: Langweilig waren sie nicht. Die Akustik-Reihe im Bluebird Cafe macht jetzt Sommerpause, aber danach kann man auf die kommenden Künstler gespannt sein.

Line-Up:
Bet Williams (vocals, guitars)

Bilder und Text: Michael Segets

Bet Williams
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Kulturrampe Krefeld

Eric Clapton – Life In 12 Bars – CD-Review

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Review: Gernot Mangold

Bei der neuen Doppel-CD von Eric Clapton handelt es sich um kein neues Material, aber auch nicht um eine der, von verschiedensten Interpreten immer wieder auf den Markt geworfenen „Greatest Hits“-Alben, bei denen Künstler mit langen Karrieren, gerne noch mal Kasse machen.

„Life In 12 Bars“ beinhaltet mit Sicherheit auch einige Songs, welche man auf so einer Sampler-Hits Platte erwarten würde, ist aber der Soundtrack zu einem Dokumentarfilm über Eric Clapton und beinhaltet neben seinen eigenen Kompositionen, auch solche der Bands, in denen er wichtiger Bestandteil war, und Stücke anderer Künstler, die Einfluss auf seine Karriere hatten. Aus diesem Grund wird auf die Qualität der Lieder, die musikalisch außer Frage steht und als sehr hochwertig beschrieben werden kann, nicht tiefergründig eingegangen, sondern eher ihren Einfluss auf Claptons Karriere.

So ist es logisch, dass die ersten Tracks von Bluesgrößen wie Big Bill Boozny („Backwater Blues“) und Muddy Waters „(My Life Is Ruined“ und „Got My Mojo Working“) aus den 60er Jahren sind, die für den jungen Clapton wegweisend waren. Dabei kann der erstgenannte Song Waters‘ auch ein wenig als Synonym für die Karriere und das Leben Claptons gesehen werden, das durch Schicksalschläge, welche zum Teil auch zu übermäßigen Drogenkonsum führten, mehrfach kurz vor dem Abgrund stand. Wie die Geschichte zeigt, gelang es Clapton aber immer wieder sich aus dem Sumpf zu ziehen und bis heute mit Erfolg die großen Bühnen der Welt zu füllen.

Die folgenden Songs stammen von den beiden ersten Bands, mit denen Clapton der Einstieg in die internationale Bluesrock Welt gelang. Seine Arbeit bei den Yardbirds und bei John Mayall & The Bluesbreakers brachten Clapton einen Status, der ihm eine Zusammenarbeit mit Jack Bruce und Ginger Baker ermöglichte. Die Zeit mit Cream beherrscht mit 7 Songs den Großteil von CD 1.

Mit diesem Trio war eine der damaligen Supergroupsgeboren, welche prägend für eine ganze Generation von jungen Bluesmusikern war. Besonders hervorzuheben sind dabei „I Feel Free“, „Sunshine Of Your Love“, „White Room“ und eine 17 Minuten-lange Liveversion von „Spoonful“. An dieser Stelle sei schon gesagt, dass ein großer Teil der Klassiker in bisher unveröffentlichten Versionen auf dem Album sind, sodass es einige Überraschungsmomente bei den ansonsten überaus bekannten Songs gibt.

Zwischen die Cream-Sachen haben sich noch mit „Good To Me As I Am To You“ von Aretha Franklin, und „While My Guitar Gently Weeps“ der Beatles eingereiht, bei denen Clapton die E-Gitarre bediente, und seine  Präsenz in dieser Zeit in der Rockmusik demonstrierte. Der letzte Song auf CD 1, „Presence Of The Lord“ von Blind Faith, einer kurzen Zusammenarbeit mit Steve Winwood und Ginger Baker, schließt auch ein wichtiges Kapitel im Leben Claptons, nachdem die Supergruppe Cream zerbrochen war. Dies lag mit Sicherheit auch an dem damaligen Hype, der für Clapton eher unerträglich war.

„Comin‘ Home“ von Delaney & Bonnie & Friends mit Eric Clapton eröffnet den zweiten Silberling, gefolgt von zwei Songs vom 70er Album Eric Clapton. Schön, das von J,J. Cale geschriebene „After Midnight“ und „Let It Rain“ in bisher unveröffentlichten Versionen.

Dieser kurzen Episode, folgte eine sehr kurze, aber prägende Phase in Claptons Karriere, welche von der Zahl her hier  (wie bei Cream sieben Lieder) vermutlich ebenfalls als bedeutungsvoll einzustufen ist. 1970 rief er Derek and The Dominos ins Leben, um sich  von den Cream-Fesseln von Cream zu lösen. Schon nach kurzer Zeit stieß Duanne Allman, ursprünglich nur als Gastmusiker mit dabei, mit zum Line-up, was letztendlich nur etwa 2 Jahre später auf tragische Weise zum Ende der Band führte.

Kurz nach einem tödlichen Motorradunfall Allmans löste Clapton die Band auf und verfiel in eine Phase des ausschweifenden Drogenkonsums, in der für mehrere Jahre keine neuen Songs auf den Markt kamen. Während der Derek and The Dominos-Epoche steuerte Clapton auch die Gitarre zum George Harrison-Klassiker „My Sweet Lord“ bei, mit dem er befreundet war und der natürlich auf diesem biografisch angelegten Album nicht fehlen darf.  „Layla“ mit seiner eindrucksvollen Melodie, die später auch zu Werbezwecken genutzt wurde, war später ein Garant zum Einstieg in Claptons kommerzielle Karriere.

Die letzten vier Tracks sind sind dann aus seiner Solo-Zeit, mit dem schönen Marley Cover „I Shot The Sheriff“ und zum Abschluss dem melancholischen, sehr ruhigen „Tears In Heaven“, in dem Clapton einen seiner schwersten persönlichen Schicksalsschläge, den tragischen Unfalltod seines Sohnes, verarbeitete, um sich sich wieder in ein für ihn normales Leben zurückzufinden.

Mit dem Hintergrund von Claptons Biografie ist „Life in 12 Bars“ eine gelungene Zusammenstellung ihn prägender Songs. Unter diesem Aspekt ist diese Doppel-CD ein mit Sicherheit gelungener Appetizer zur folgenden DVD, bei der die visuelle Verknüpfung von Songs und Geschichte spannend sein wird. Der Zusatz zum Albumtitel „Genius Amplified“ gibt dabei noch einmal die Ausnahmestellung Claptons in der Bluesmusik wieder.

Universal (2018)
Stil:  Blues Rock

CD1:
01. Backwater Blues
02. My Life Is Ruined
03. I’ve Got My Mojo Working (Live At Newport Jazz Festival/1960)
04. I Wish You Would
05. For Your Love
06. Steppin‘ Out
07. All Your Love (Mono)
08. I Feel Free (Mono/Remastered)
09. Strange Brew
10. Sunshine Of Your Love
11. Good To Me As I Am To You
12. Crossroads (Live)
13. While My Guitar Gently Weeps (Remastered 2009)
14. Badge
15. White Room (Live)
16. Spoonful (Live At The LA Forum)
17. Presence Of The Lord

CD2:
01. Comin‘ Home (Live At Fairfield Halls) [feat. Eric Clapton]
02. After Midnight (Eric Clapton Mix)
03. Let It Rain (Eric Clapton Mix)
04. High
05. My Sweet Lord
06. Thorn Tree In The Garden (40th Anniversary Version/2010 Remastered)
07. Nobody Knows You When You’re Down And Out (40th Anniversary Version/2010 Remastered)
08. Bell Bottom Blues (40th Anniversary Version/2010 Remastered)
09. Layla (40th Anniversary Version/2010 Remastered)
10. Little Wing (Live At Fillmore East)
11. Got To Get Better In A Little While (Remixed/40th Anniversary Version/2010 Remastered)
12. I Shot The Sheriff (Full Length Version)
13. Little Queenie (Live At Long Beach Arena)
14. Mainline Florida
15. Tears In Heaven (From Rush Original Motion Picture Soundtrack)

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Universal Music

Anderson East – 03.06.2018, Köln, Stadtgarten – Konzertbericht

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Der ursprünglich aus Athens, Alabama, stammende, heute in Nashville ansässige Musiker Anderson East machte mit seinem Ensemble im Rahmen seiner 2018er World Tour jetzt nochmal bei uns einen Stop für zwei Konzerte, unter anderem im Stadtgarten Köln, der an diesem Abend, trotz der sommerlichen Hitze, mit über 300 Zuschauern sehr gut gefüllt war.

Zunächst lieferte ein Künstler namens Sir Pryce auf einem Nord Stage 2 EX-Piano für eine gute halbe Stunde eine One Man Show als Support ab. Der äußerlich, mit buntem Belize-Hemd und teil-gefärbter Irokesen-Frisur, ziemlich exotisch anmutende Solo-Performer, bewies mit Stücken wie „All New“, „Follow Your Light“, „Through My Head“ oder „Pulse“, durchaus ein Gespür für gutes und melodisches Pop- und R&B-Songwriting, wenn mir auch am Ende das Ganze, insgesamt etwas zu sehr synthetisch und monoton rüber kam.

Um 21:00 Uhr stellte Anderson nach einem Einspieler mit seinen Begleitern Scotty und Jonny Murray, Darren Dodd, Philip Towns, Nate Hefron sowie Ben Clark, mit dem kräftigen „Somebody Pick Up My Pieces“ als Opener, sofort die Weichen auf eine begeisternde, schweißtreibende Show, mit überwiegend zünftigem Soul Rock und tollen Balladen samt wohl dosierter Pop-, R&B- und Country-Ingredienzien, die beim Publikum (überwiegend weiblich dominiert), als auch bei uns, bestens ankam.

Der 29-jährige hat eine tolle Stimme, spielt richtig gut Gitarre und kann eine Audienz mitreißen, auch wenn es altersbedingt in charismatischer Hinsicht, vielleicht noch etwas Spielraum nach oben gibt. Er wirkt halt noch sehr jungenhaft. Vom Niveau her, braucht er aber schon jetzt keine Vergleiche mit ähnlichen Acts wie JJ Grey & Mofro oder Thorbjorn Risager und seinen Black Tornados zu scheuen.

Verlassen kann er sich dabei vor allem auf ebenso starke Akteure in seinem ‚Rücken‘. Da wären mit Nate Hefron und Ben Clark eine herrlich, im Dienste der Songs, plusternde Bläserfraktion. Dann mit Darren Dodd ein routinierter und unaufgeregter Drummer, mit Philip Towns ein rasta-gelockter, spielfreudiger Keyboarder und dem, fast wie siamesische Zwillinge, dicht nebeneinander agierenden Murray-Brüderpaar an Bass und E-Gitarre (Scotty auch mit ein paar schönen Steel-ähnlichen Slideeinlagen), Musiker, bei denen ein Rädchen perfekt ins andere passt.

So flog die Setliste, bei der überwiegend natürlich sein aktuelles Major-Album „Encore“ die Hauptrolle spielte (übrigens von Dave Cobb produziert), mit Stücken wie „Satisfy Me“, „Sorry You’re Sick“, „Surrender“, „If You Keep Leaving Me“, „King For A Day“ und dem wunderbar atmosphärischen „Devil In Me“, regelrecht an einem vorbei. Erst ab dem für den Sampler „Southern Family“ kreierten, und am Ende frenetisch gefeierten „Learning“ wurden einige Tracks deutlich länger ausstaffiert.

Den Höhepunkt und zugleich Abschluss des Hautteils markierte die fantastische Southern Soul-Ballade „This Shall Too Last“ mit einem furiosen Instrumentalteil am Ende, in dem die Beteiligten noch mal alle Register zogen. Besonders die E-Gitarrenparts vom kauzigen, zwirbelbärtigen Scotty Murray an der Les Paul (in aller bester Southern Rock-Manier) und von Anderson (an der Stratocaster im Stile von Mark Knopfler), am Ende sogar kurz Twin-mäßig,  hauten mich regelrecht vom Hocker. Einer der besten Songs, die ich live bis jetzt in der ersten Jahreshälfte präsentiert bekommen habe!

Für die Zugaben ließ sich das Septett, angesichts der Begeisterung, nicht lange bitten, und machte mit dem Mariah Carey-Cover „Always Be My Baby“ und der weiteren tollen Ballade „House Is A Building“ (wieder mit furiosem, stimmungsreichen Finale) den ‚Sack‘ endgültig zu. Nach dem Konzert stand der sichtlich ausgepumpte Protagonist dann noch für Selfies und Autogramme geduldig zur Verfügung. Seine Frage, ob unser Bericht denn positiv ausfallen würde, konnte da eigentlich schon zu diesem Zeitpunkt, wie man es jetzt auch nachlesen kann, nur mit einem glasklaren „Yes, of course!“ beantwortet werden!

Line-up:
Anderson East (lead vocals, electric and acoustic guitar)
Scotty Murray (electric guitar)
Philip Towns (keys)
Jonny Murray (bass)
Darren Dodd (drums)
Nate Hefron (saxophone)
Ben Clark (trumpet)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Anderson East
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