
Im Americana-/Roots Rock-Bereich ist in unserem Magazin ja mittlerweile der geschätzte Kollege Michael Segets federführend, allerdings habe ich hier auch meine Kenntnisse, Erfahrungen und Präferenzen.
Todd Thibaud steht dabei schon seit vielen Jahren/Dekaden ganz oben, den ich in verschiedensten Konstellationen live mehrfach gesehen habe, wie mit seiner eigenen Band, Hardpan oder auch im Verbund mit Joseph Parsons.
In den letzten Jahren habe ich ihn, selbstverschuldet oder nicht, ein wenig aus den Augen verloren und nur eine CD-Besprechung im Rahmen seines weiteren Projekts, Water And Sand, zur Kenntnis genommen.
Da passte es momentan hervorragend, dass er diesmal (wieder unter eigenem ‚Label‘ mit Band) im beschaulichen, direkt an der Ruhr gelegenen Essen-Werden, nur knapp zwanzig Minuten von meiner Arbeitsstelle im Essener Zentrum, im dortigen Jugend- und Bürger Zentrum (JuBB) nochmals vorstellig wurde.
Der Macher der Location, Gerd Dubiel, sorgte für eine spontane und unkomplizierte Akkreditierung, obwohl das Konzert bereits restlos ausverkauft war (vielen Dank dafür nochmals nachträglich).
Todd Thibaud sah nach den vielen Jahren eigentlich aus wie in Erinnerung. Körperlich gut in Schuss, nicht ein Haar ergraut oder ausgefallen, lol. Er bediente eine Rickenbacher im Rahmen des Rhythmusgitarrenspiels und hatte naturgemäß die Centerposition am Mikro in Sachen Lead vocals inne. Auch seine beiden etatmäßigen Mitstreiter Robert Juliano (der leistete die quirlige E-Gitarren-Soloarbeit an der gewohnten Telecaster und Harmoniegesänge) und Sean Staples (Rhythmusgitarre und die zirpende Mandoline, Harmoniegesänge) wirkten wie unverändert.
Die routinierte Rhythmusfraktion bestehend aus Chris Anzalone an den Drums und Ed Valauskas am Bass (auch Harmoniegesänge), die auch auf Thibauds neuem Album „Alchemy“ mit dabei sind, bildeten das gewohnt gute Fundament bei Thibaud-Auftritten.
Das neue Werk, das offiziell erst am 22. Mai erscheinen wird, stand natürlich mit vielen Tracks (u. a. „Follow“, „Fight Or Flight“, „Farewell So Long“, „Good Things Now“, „Alchemists“ „Saviour und „Heaven’s On The Move“), die beide gespielte Sets durchzogen, dann auch im Mittelpunkt.
Auffallend der recht rockige Charakter der neuen Stücke(herrlich vor allem das seiner verstorbenen Mutter gewidmete „Mother Comfort“ war ein Highlight. Die Thibaud-typischen balladesken Momente, die man natürlich auch nicht missen möchte, wurden älteren Tracks überlassen wie z. B. einem meiner Alltime Favorites „Louisiana“ oder „Anywhere“. Weitere Klassiker wie „Long Way Down“ (im Andenken an Chris Burroughs) oder „Is It Love“ durften natürlich nicht fehlen.
Am Ende betonte Todd wie sehr er sich doch in unseren Landen über die knapp dreißig Jahre hinweg immer wohlgefühlt hat und bedankte sich ganz herzlich bei seinen Live-Supportern im Saal. Seine Empathie mit dem Publikum unterstrich er dann auch mit gleich drei Zugaben, wie u. a. der fast in Black Crowes-Manier rockende Stones-Hit „Tumbling Dice“ und „4th of July“.
Ein, wie immer, toller Abend mit Todd Thibaud mit seinen Mannen und man kann nur hoffen, dass das ‚Farewell‘-Motto, das über der weiterführenden Tour schwebt, nicht das letzte Wort ist und gegebenenfalls nochmal überdacht wird. Unsere Arme werden jedenfalls weiter offen gehalten sein!
Line-up:
Todd Thibaud – lead vocals, electric guitar
Thomas Juliano – electric guitar, bgv
Sean Staples – mandolin, electric guitar, bgv
Ed Valauskas – bass, bgv
Chris Anzalone – drums
Text und Bilder: Daniel Daus
Todd Thibaud
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Blue Rose Records
Jugend- und Bürgerzentrum, Essen-Werden









