
Als ich 2022 meinen bis dato einzigen Berührungspunkt mit Issy Ferris und Archie Sylvester (alias Ferris & Sylvester) in der Live Music Hall zu Köln hatte, wo die beiden als Support von Larkin Poe fungierten, merkte man schon, dass das Duo nach Mehr als nur zu britischer regionaler Präsenz strebte.
Die beiden sind mittlerweile ein Ehepaar und 2022 während dieser Tour wurde auch ihr erstes Kind zur Welt gebracht. Und so kam es dann auch. Ihre beiden Alben „„Superhuman* und „Otherness“ erhielten Auszeichnungen und Medien-Lobeshymnen bis über den ‚weiten Teich‘ hinaus.
Nun steht mit „It‘ A Joy To Be Alive“ das dritte Werk am Start, diesmal mit Fokus auf Pop der Sechziger/Siebziger, etwas Soul und Rock. Deutlich erkennbar an den aufwendigen Streicher-Arrangements, die sich durch gleich sechs der insgesamt elf Tracks ziehen („A Joy To Be Alive“, „The Game „, Tiny Little Love“, „Strange Things“, „Stupid And Young“ und „The Sun Will Shine Again“. Die meisten enthalten allerdings auch ein schönes E-Gitarren-Solo (klasse vor allem das claptoneske Intermezzo beim abschließenden „The Sun Will Shine Again“). Hier herauszuheben ist das fast hypnotisch psychedelisch konstruierte „Strange Things“.
Mir persönlich gefallen allerdings die Sachen am besten, die ohne das orchestral anmutende Wirken im Hintergrund auskommen: Das poppige radiotaugliche „Jealous„, das frech, im Stile der Bangles rockende „5.4.3.2.1“, das soulige Stück mit dem zungenbrecherischen Titel (a là „Fischers Fritze…“) „Peach Tree Street“ (hier ist der singende Archie Sylvester bei Live-Auftritten sicher nicht zu beneiden…), der relaxte „Fishing Song“, als auch das groovig, rockig shuffelnde „Lucky Night“ (mit dezentem Led Zep-Flair).
Ferris & Sylvester vermeiden es auch mit ihrem dritten Longplayer „“It‘ A Joy To Be Alive“, sich in irgendeine Schublade verorten zu lassen. Ausgefeilte Arrangements, eingängige Refrains, schöne Melodien, klasse Gesang (überwiegende Präsenz von Issy Ferris), wie auch perfekt sitzende Harmoniegesänge, einige gelungene E-Gitarren-Soli und viel Abwechslungsreichtum, lassen die o. a. ‚Streicher-Arien‘, auf die ich persönlich verzichtet hätte, insgesamt dann doch verschmerzen.
Archtop Records (2026)
Stil: Pop & More
01. A Joy To Be Alive
02. Jealous
03. The Game
04. Tiny Little Love
05. Strange Things
06. 5.4.3.2.1
07. Peach Tree Street
08. Stupid And Young
09. Fishing Song
10. Lucky Night
11. The Sun Will Shine Again
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