Quaker City Night Hawks – QCNH – CD-Review

QCNH_300

Review: Stephan Skolarski

Ein Rock-Trio, das aus Fort Worth,Texas, stammt und nicht nur zuweilen härtere Gitarrenriffs in seine Songs einbaut, wird unweigerlich auch mit Vergleichen zu den texanischen Blues-Großmeistern von ZZ Top konfrontiert werden. Im Falle der dynamischen Quaker City Night Hawks sind solche Assoziationen keineswegs ungerechtfertigt, aber umfassen die musikalische Bandbreite der Band nur teilweise.

Aufgenommen wurde das insgesamt vierte Album und der Nachfolger der Erfolgs-LP „El Astronauta“ (2016) in ihrer Heimatstadt. Im Niles City Studio konnten sie zusammen mit Ex-White Denim-Gitarrist und Produzent Austin Jenkins an den Tracks feilen. Eine klare Aufgabenteilung war das Songwriting, bei dem sowohl David Matsler als auch Sam Anderson ihre Ideen und Gitarrensounds in eigenen Songs beisteuerten.

Der Opener „Better In The Morning“ versprüht ein klassisches Roots-Rock-Feeling, „Suit In The Back“ den coolen Funk-Blues, gespickt mit heftigen Gitarrenriffs. Die Staaten-Hymne „Colorado“ ist ein angenehmer Road-Trip-Song im Heartland-Rock Charakter und ein typischer Matsler-Track, der Highway Erlebnisse über zahllose Autostunden von Texas nach Colorado und New Mexico schildert. Den dirty Texas-Blues-Rock bringen sie auf „Fox in the Henhouse“ und liefern im Folgenden „Hunter’s Moon“ einen powervollen Tex-Mex Stoner-Rock ab.

„Elijah Ramsey“ erinnert an einen akustischen Tom Petty-Song und behandelt die Kriegserfahrungen eines jungen Soldaten. Matsler wurde hier besonders durch Steve Earles LP „Copperhead Road“ (1988) angeregt, sich mit dem Thema Kriegsveteranen auseinanderzusetzen. „Grackle King“ ist psychedelisch angehaucht und hier scheint der experimentelle Einfluss des Produzenten Jenkins durchzusickern. Von den Funk-Gitarren bei „Tired of You Leaving“ geht es dann zum letzten Stück des Longplayers, „Freedom“, das mit straighten Rock-Riffs die Scheibe hart und rau beendet.

Auch für die aktuell angesagte Southern Rock-Band Blackberry Smoke waren QCNH schon als Support-Act unterwegs und sogar Country-Star Chris Stapleton hat die Band für seine Tour verpflichtet. Die Platte ist von einem fesselnden Sound gefärbt, der wesentlich auf die Produktion mit dem Retro-Studio-Equipment im Lo-Fi Vintage-Style zurückzuführen ist.

Der Musikmix der Quaker City Night Hawks reicht von 70s Classic Rock, über Desert bis hin zu Funk und psychedelischen Elementen, wobei auf dem vorliegenden Longplayer kaum ein Track dem anderen gleicht. Artverwandte Bands wie z. B. Wille & The Bandits, aber auch die Zuma Birds, The Picturebooks, Delta Saints oder Black River Delta, zeigen ähnliche Ansätze einer musikalischen Ausrichtung.

Quaker City Night Hawks sind jedenfalls schon seit längerem ein Gewinn, nicht nur für die texanische Musik-Szene, sondern auch für die Liebhaber kompromissloser Songs vom Texas-Blues bis zum Southern-Country.

Lightning Rod Records (2019)
Stil: Southern Rock, Stoner/Desert, Funk

Trackliste:
01. Better In The Morning
02. Suit In The Back
03. Colorado
04. Pay To Play
05. Fox In The Henhouse
06. Hunter’s Moon
07. Elijah Ramsey
08. Grackle King
09. Tired Of You Leaving
10. Freedom

Quaker City Night Hawks
Quaker City Night Hawks bei Facebook
Oktober Promotion

Samantha Martin & Delta Sugar, 22.02.2019, Kulturrampe, Krefeld – Konzertbericht

SM_haupt

Nach knapp zwei Monaten Liebesentzug war es am 22.02.2019 endlich wieder soweit: Kulturrampen-Time! Dafür schien das Wiedersehen um so leidenschaftlicher zu werden, denn mit Samantha Martin & Delta Sugar hatte sich ein überaus heißer Blues-Soul-Rock-Act in großer Septett-Formation aus dem kanadischen Ontario im kleinen Krefelder Club angesagt.

Auch KR-Macher Markus Pille Peerlings musste dringend seine Akkus wieder aufladen und war aus einer länger-wöchigen Reha-Phase nun wieder für große musikalische Events und Taten einsatzbereit. Er feierte ebenfalls seine diesjährige Konzert-Premiere in seinem zweiten ‚Wohnzimmer‘.

21:15 Uhr schlängelte sich die Band um ihr anführendes Energiebündel Samantha Martin durch die proppenvolle Location, um mit Tracks wie dem satt groovenden Opener „Rocky“, dem CCR-angehauchten „All Night Long“ oder dem herrlichen Schwofer „Gonna Find It“ schwül-heiße New Orleans-Frenchquarter-Atmosphäre im Auditorium zu verbreiten.

Die kleine aber durchaus charismatische Fronterin überzeugte mit gewaltiger Energie und Emotionalität in ihrer Stimme und ansteckender Bühnenpräsenz, die von den beiden dunkelhäutigen Sängerinnen Sherie Marshall und Mwansa Mwansa (was für eine Erscheinung!), noch weitere vokale Vehemenz in Sachen Harmonien und Backgrounds erhielt.

Aber auch die beiden überragend agierenden Curtis Chaffey (mit akribisch genauem E-Gitarrenspiel) und Andrew Moljgun mit seinen Keyboard-Klimpereien sowie einigen furiosen Saxofoneinlagen, als auch die satt groovende Rhythmusfraktion, bestehend aus Ian MacEwan am Bass und ‚Babyface‘ Stephen Adu am Schlagzeug, hatten erheblichen Anteil daran, dass es in der Rampe wie in einem Hexenkessel brodelte.

Das Publikum tanzte, wippte und tobte schon im ersten Set, das mit dem swampigen Stomper „Don’t Shoot“, dem Stones-Cover „Happy“ sowie dem progressiv-umwobenen „My Crown“, weitere intensive Highlights bot.

Klar, dass der Umsatz an kühlen Gersten-Getränken nicht nur in der folgenden Pause florierte. „Feel Good“, der Opener des zweiten Abschnittes, stand quasi metaphorisch für den Rest der Show.  Die Stimmung und Begeisterung in der Rampe steigerte sich von Minute zu Minute, man blickte allseits in beglückte und euphorisierte Gesichter.

Mein persönlicher Favorit  des Abends, das countryeske Lucinda Williams-Stück „Fruits Of My Labor“ (sinnbildlich auch vielleicht auch als Belohnung für Pille Peerlings grandiose Arbeit zu sehen) sowie das furiose Cover-Trio mit „Hard To Handle , „Proud Mary“ (mit Duett-Einbindung unseres Facebook-Freundes ‚Mod Idul‘), und „The Letter“ in jeweils grandiosen Versionen brachten zum Abschluss die Grundmauern der Rampe regelrecht ins Wanken.

Jedem Besucher war am Ende klar, dass Manny Montanas Teenage Head Music mit Samantha Martin & Delta Sugar wieder mal ein absolutes Ass aus dem Ärmel gezogen hatte. Ein unvergesslicher Abend in Krefelds-Parade-Rock Club und zugleich schon ein früher Konzerthöhepunkt 2019!

Line-up:
Samantha Martin (lead vocals, acoustic guitar)
Curtis Chaffey (electric guitar)
Ian MacEwan (bass)
Stephen Adu (drums)
Andrew Moljgun (keys, saxophone)
Sherie Marshall (bgv)
Mwansa Mwansa (bgv, percussion)

Bilder: Jörg Schneider
Text: Daniel Daus

Samantha Martin & Delta Sugar
Samantha Martin & Delta Sugar bei Facebook
Teenage Head Music
Kulturrampe Krefeld
Jörg Schneider Webseite

Robben Ford – Purple House – CD-Review

Ford_300

Review: Jörg Schneider

Für sein neues Album „Purple House“ hat sich der US-amerikanische Fusiongitarrist und Sänger Robben Ford drei Jahre Zeit gelassen. Sein letztes Album „Into The Sun“ erreichte einen beachtenswerten Platz 2 in den Billboard Blues Charts. Immerhin hatte er sich ja auch u. a. so prominente Gastmusiker wie Warren Haynes, Keb’ Mo‘ und Sonny Landreth für das Album um sich geschart.

Umso gespannter war ich jetzt natürlich auf sein neuestes Werk. Robben Ford spielt hier ganz souverän mit Einflüssen aus Soul, Jazz und Blues und arrangiert diese zu teilweise recht funkigen Stücken. Seine musikalische Herkunft als Fusiongitarrist tritt in all seinen Songs unverkennbar zu Tage. Miles Davis, Chick Corea und B. B. King, mit denen er schon für mehrere Projekte zusammengespielt hat, haben in seiner Musik eben ihre Spuren hinterlassen, was absolut positiv zu verstehen ist.

Vielmehr greift er deren Stilelemente auf, variiert sie geschickt und gibt so seinen Songs, zusammen mit seiner stets präsenten Stimme, einen eigenen unverwechselbaren Charakter. Insgesamt besticht Robben Ford auf seiner neuen CD als ein Gitarrist, der es immer wieder schaff,t seinem Instrument einen bemerkenswert klaren Sound zu entlocken.

Gleich der erste Track seines Albums „Tangle With Ya“ beginnt mit einer kraftvollen Schlagzeugperformance während im Folgenden soulige Gebläsesätze und funkige Backgroundvocals den treibenden Rhythmus aufrecht erhalten. Die musikalische Ausrichtung des Longplayers ist damit vorgegeben und setzt sich mit „Bound For Glory“, „Cotton Candy“ (schöne, pfundige Basslinie) und „Somebody’s Fool“ fort, wobei der letzt genannte Track eine durchaus etwas härtere Gangart anschlägt.

Wahre Ohrwurmqualitäten besitzt das relaxte „What I Haven’t Done“, getragen von Robben Fords einprägsamen, balladenhaften Gesang, angereichert mit fein arrangierten Bläser-Akzenten. Fürs Chillen nach einem anstrengenden Tag bieten sich „Empty Handed“ (ein verträumter Slowblues mit leicht verhallten und sphärischen Klangbildern), das sehr melodiöse und leicht jazzig-soulige „Wild Honey“ sowie „Break In The Chain“ mit countryartigem Intro im Singer/Songwriter-Stil an, wobei Bluessängerin Shemekia Copeland, ganz in der Tradition von Koko Taylor und Etta James, eine äußerst harmonische gesangliche Verstärkung bietet.

„Purple House“ ist also keine reinrassige Bluesscheibe, da Robben Fords Musikstil sehr stark von Soul-, Funk- und Jazz-Einflüssen geprägt ist. Sie bietet aber schön arrangierte Stücke, die man/frau sich immer wieder gern anhören wird.

earMUSIC (2018)
Stil: Blues, Fusion

Tracks:
01. Tangle With Ya
02. What I Haven’t Done
03. Empty Handed
04. Bound For Glory
05. Break In The Chain
06. Wild Honey
07. Cotton Candy
08. Somebody’s Fool
09. Willing To Wait

Robben Ford
Robben Ford bei Facebook
Networking Media

Jason Kane & The Jive – Hellacious Boogie – CD-Review

Kane_300

Review: Stephan Skolarski

Als sich Jason Kane und Nick Jive 2014 begegnet sind, war Jason bereits ein Jahr lang als Akustik-Musiker unterwegs. Sie formierten die Band Jason Kane & The Jive und konnten 2015 mit ihrer Debüt-EP auf Anhieb die Aufmerksamkeit der Musikszene in ihrer Heimatstadt San Antonio, TX, auf sich ziehen.

Der Anspruch an diese gemeinsame erste Platte war auch daran abzulesen, dass die Band ohne eigenes Album schon als Live-Support für Konzert-Größen wie Uriah Heep, Graham Bonnet oder L.A. Guns spielen durfte. Nach personellen Veränderungen hat sich Drummer Thomas Chapoy seit 2017 neben Jason Kane an der Gitarre und Bassist Nick Jive als dritte Konstante eingespielt.

Mit „Hellacious Boogie“ legen sie jetzt ihre zweite LP vor. Das Plattencover erinnert auf den ersten Blick ein wenig an die typisch bunten, farbenfroh verschlungenen Motive im Psychedelic-Genre. Diese bildliche Einordnung entspricht aber keineswegs dem, was man auf der CD zu hören bekommt.

Das Album beginnt standesgemäß mit einem powervollen Auftakt („Gypsy Kiss“) im Mix von funkiger Gitarre und rockigen Riffs. Auf „Pussyfootin'“ sticht dieser Crossover-Style aus Funk und Rock ’n‘ Roll, der sich durchs ganze Album zieht, noch deutlicher hervor. „Get Up“ ist funkiger Heavy-Rock, der an die frühen Red Hot Chili Peppers Alben erinnert.

Auf dem einzigen ruhigen Song des Longplayers „In Time“ versucht sich das Trio an einer soften Rock-Ballade. Jasons Stimme überzeugt jedoch eher beim Band-eigenen Crossover Sound. Das 7-Minuten Stück „Let It Ride“ ist größtenteils instrumental angelegt, mit intensiven Schlagzeug Beats und vielen Power-Rock-Riffs.

Als musikalische Einflüsse für die zweite CD nennt die Band u.a. die Hard-Rock Pioniere von Mountain, die Funk-Rock Vorreiter Grand Funk Railroad und die 1990er Grunge Ikonen Soundgarden. Jason Kane setzt diese Mischung aus alten und neuen Erfahrungsfeldern in Hochspannung um.

„Outta Sight“ fügt der Scheibe noch eine ordentliche Portion Blues-Rock mit Classic Rock Vibe hinzu und „Titty Boi Rabbit“ ist dann wiederum ein schneller und wilder Rock’n’Roll-Trip.

Sollten Jason Kane & The Jive ihren Sound beibehalten, werden sie sicherlich auch mit Bands, wie Greta Van Fleet, die ein Classic Rock Revival angestoßen haben und auch dem deutschen Blues-Rock Trio Kadavar verglichen werden.

„Hellacious Boogie“ ist ein lebendiges Potpourri aus Rock’n’Roll, Blues, Classic Rock und Funk. Jason Kane & The Jive“ dürfen zurecht als neue Rock-Sensation angekündigt werden. Einfach krass!

Jive Ass Productions (2018)
Stil: RockʹnʹRoll, Blues, Funk

Tracks:
01. Gypsy Kiss
02. Pussyfootin‘
03. Nomad
04. Get Up
05. In Time
06. Bossman
07. Let It Ride
08. In My Windowl
09. Nothin‘ To Lose
10. Titty Boi Rabbit
11. Outta Sight

Jason Kane & The Jive bei Facebook

Andy Frasco And The U.N. – Songs From The Road – CD/DVD-Review

Frasco_Songs_300

Review: Michael Segets

Andy Frasco bezeichnet seine Musik selbst als „Party Blues“. Er will mit seiner Mucke gute Laune versprühen und dies gelingt ihm bei seinem Open-Air-Konzert in Bamberg auf ganzer Linie. Die Aufnahme der Live-Show vom 13. August 2016 umfasst fünfzehn Songs und zeigt, dass Frasco und seine Band wissen, wie Partystimmung erzeugt wird.

„C Boogie“ eröffnet das Konzert und heizt direkt die Atmosphäre im Publikum auf. Frasco hält es nicht hinter den Keyboards, sondern begibt sich ins Publikum und animiert mit einer eigenwilligen Tanzeinlage. „When You Lonely (Fill You Up)“ nimmt den Schwung mit. Die Bläser um Ernie Chang am Saxophon laufen hier auf Hochtouren. Auch bei dem Soul-durchtränkten „Tie You Up“ sowie dem eingängigen „Make It Worth“ verströmt die Band große Spielfreude, unterstützt durch einen Schluck Jägermeister.

„Mature As Fuck“ startet und endet als Rock-Nummer, die zum Mitgrölen einlädt. Dazwischen liegt ein kurzes Reggae-Intermezzo. Bei „Stop Fucking Around“ bezieht Frasco das Publikum in den Refrain ein. Den Gesangspart bei einer Strophe übernimmt Gitarrist Shawn Eckels. Durch die Vorstellung und Soli der Bandmitglieder kommt „It´s Been A Struggle“ auf über 14 Minuten Spielzeit.

Mit dem Country-Bar-Song „Smokin´ Dope And Rock `N Roll”, das als Medley mit „Purple Rain“ von Prince gespielt wird, zeigen die zehn Musiker weitere Facetten ihrer musikalischen Bandbreite. Das Bluegrass-infiltrierte „Down The Road” schließt die Ausflüge der Band in die Spielarten des Country ab. „Doin´ It” versetzt die Hörer dann beinahe in die Disco-Ära der siebziger Jahre. Dabei klingen die Töne, die Matt Owen seiner Tuba entlockt, fast wie ein funky Keyboard.

Der Blues „Baby Take The Day Of“ findet sich nicht auf der Audio-CD, statt dessen ist dort das beschwingte „Crazy Guy“ aufgenommen, mit dem sie auf 79 Minuten Spielzeit kommt. Frasco zeigt, dass er das Spiel mit dem Publikum beherrscht und lädt es bei „Sunny Day Soldier“ erneut dazu ein, ihn gesanglich zu unterstützen, was dieses gerne wahrnimmt. Schließlich holt Frasco noch einige Kinder auf die Bühne, um mit ihnen zu singen und zu tanzen.

Jugendfrei sind die Anzüglichkeiten während des Konzerts zwar nicht immer, aber Frasco rechnet damit, dass er nicht ganz verstanden wird und wer will das bei so einer Sause schon genau nehmen? Die Tanzparty findet bei „What More Can I Say” ihren Höhepunkt und vorläufigen Abschluss.

Die beiden Zugaben zeigen nochmal andere Seiten von Andy Frasco and the U.N. Die Zugabe beginnt mit dem ruhigen Stück „Main Squeeze“, bei dem sich Frasco stimmungsvoll am Piano begleitet und die Band erst später einsteigt. „Killing In The Name“ von Rage Against The Machine schlägt eine härtere Gangart an und lässt es zum Abschluss richtig krachen.

Die Besucher in Bamberg erlebten ein abwechslungsreiches Konzert mit einer sympathischen, ungestüm aufspielenden Band, die jenseits von stilistischen Einordnungen dazu einlädt, Spaß mit ihr und an ihrer Musik zu haben. Andy Frasco and the U.N. empfehlen sich mit „Songs From The Road“ auf alle Fälle für den Besuch ihrer Konzerte.

Unabhängig von der Musik oder der Show gibt es einen Kritikpunkt an der DVD: Wenn man die Scheibe durchlaufen lässt, unterbrechen fünf ein- bis zweiminütige Impressionen von dem Leben der Band während ihrer Tour den Konzertmitschnitt. Die Kurzfilme zerstückeln das Konzert, was eher störend ist. Man hätte sie auch als Bonus separieren können, aber vielleicht verstehe ich das künstlerische Gesamtkonzept nicht. Gut hingegen ist, dass die einzelnen Songs direkt vom Titelmenü angewählt werden können.

Ruf Records (2017)
Stil: Party Blues & More

DVD:
01. C Boogie
02. When You’re Lonely (Fill You Up)
03. Tie You Up
04. Make It Work
05. Mature As Fuck
06. Stop Fucking Around
07. It’s Been A Struggle
08. Smokin‘ Dope And Rock N‘ Roll
09. Down The Road
10. Doin‘ It
11. Baby Take The Day Off
12. Sunny Day Soldier
13. What More Can I Say
14. Main Squeeze
15. Killing In The Name

CD:
01. C Boogie
02. When You’re Lonely (Fill You Up)
03. Tie You Up
04. Make It Work
05. Mature As Fuck
06. Stop Fucking Around
07. It’s Been A Struggle
08. Smokin‘ Dope And Rock N‘ Roll
09. Crazy Guy
10. Down The Road
11. Doin‘ It
12. Sunny Day Soldier
13. What More Can I Say
14. Main Squeeze
15. Killing In The Name

Andy Frasco And The U.N.
Andy Frasco And The U.N. bei Facebook
Ruf Recordske

Andy Frasco And The U.N. – Happy Bastards – CD-Review

Frasco_Bastards_300

Schon beim Blick auf das farbenfrohe Cover-Artwork von „Happy Bastards“, dem neuen Album von Andy Frasco And The U.N. kriegt man schon irgendwie gute Laune. Auch die Bilder innen, ein wenig in Warholscher Manier, zeigen u. a. einen, nicht nur der wilden Haare wegen, elektrisiert wirkenden Bandleader. Das neue Werk erscheint zum ersten Male unter der Flagge des Blues (Rock)-spezialisierten Ruf-Labels.

Frasco bekennt sich laut eigener Aussage zwar auch zum Blues, möchte diesen allerdings in eine völlig konträre Richtung interpretieren. Seine Musik soll Leute in positive Stimmung bringen, erst wenn er Leute mit lachenden und zufriedenen Gesichtern seine Konzerte verlassen sieht, hat er einen guten Job gemacht, so der aus LA stammende Kalifornier.

Bunt ist ebenfalls die Zusammenstellung seiner Band. Seine Mitstreiter Ernie Chang (saxophone), Shawn Eckels (guitars, vocals), Andee Avila (drums, vocals), Supaman (bass) und einige Gastmusiker kommen aus den Niederlanden, Deutschland, Missouri, Tennessee und Texas. Kein Wunder also, dass sich das auch auf die stilistische Songvielfalt auswirken musste.

Und die ist auch beeindruckend hoch. Hier gibt es von Blues/Rhythm’n‘ Blues („You’re The Kind Of Crazy I Like“, „Blame It On The Pussy“ – mit Blues Brothers/James Brown-Flair), über Discopop („Doin‘ It“ – Richtung Bee Gees), Reggae- („Here’s To Letting You Down“)/Calypso- („Let’s Get Down To Business“) Klänge, Rock, Rock’n’Roll, Gospel („My Recovery“ mit „When The Saints Go Marching In“-Anleihen), Funk und Southern Soul, fast alles geboten, was einen in beste Feier-Laune versetzen kann.

Meine persönlichen Favoriten sind die Stücke, die in Richtung Southern Soul schwenken. Da wären die drei schön atmosphärisch ruhigeren Sachen wie „Tie You Up“, das großartige „Make it Work“ (Saxophon-lastig, tolles Southern Rock-mäßiges E-Gitarren-Fills-Spiel,  würde auch zu JJ Grey toll passen) und „Good Ride“ (klasse Sax, starkes E-Solo, hallendes Organ)  oder auch das, an die Dirty Guv’nahs erinnernde, rotzig freche „Mature As Fuck“.

Bandleader Andy Frasco beeindruckt mit einer, wie es nicht anders zu erwarten war, vokalen Bandbreite, die von bluesig-melancholisch  bis rotzig-euphorisch alles bietet. Ich mag es, wenn sich Sänger auch im Studio, sich so richtig spürbar, voller Emotionen reinhängen. Frasco ist ohne Zweifel, so einer.

Fazit: Diese, mit vermutlich etwas Ironie im Hintergedanken, selbst ernannten Bastarde um Andy Frasco und seine U.N.s  machen wirklich einen zufriedenen und glücklichen Eindruck. Ihre Scheibe „Happy Bastards“ ist eine musikalische Bereicherung für jede gute Party. Ach ja, lieber Andy, und nicht zu vergessen, auch ich als eigentlicher Southern Rock-Fan habe dieses Review mit einem Lächeln im Gesicht beendet! Guter Job, Jungs!

Ruf Records (2016)
Stil: Party Blues & More

01. Tie You Up
02. You’re The Kind Of Crazy I Like
03. Doin‘ It
04. Make It Work
05. Mature As Fuck
06. Here’s To Letting You Down
07. When You’re Lonely (Fill You Up)
08. (Oh My My) Can’t Get You Off My Mind
09. Let’s Get Down To Business
10. Blame It On The Pussy
11. Good Ride
12. My Recovery

Andy Frasco And The U.N.
Andy Frasco And The U.N. bei Facebook
Ruf Records