Hogjaw, 22.06.2019, Kulturrampe, Krefeld – Konzertbericht

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Nachdem Robert Jon & The Wreck am Vorabend mit feiner Leistung, weitere Standards im heutigen New Southern Rock-Bereich gesetzt hatten, war es einen Tag später den Elefanten im Genre-Porzellan-Laden, Hogjaw, vorbehalten, die frisch renovierte Kulturrampe, in Scherben zu zerlegen.

Chef Markus ‚Pille‘ Peerlings hatte die vier Amis aus Phoenix, Arizona, um ihren wuchtigen Fronter Jonboat Jones, als Dampfwalze angekündigt und die kamen dann dieser im Verlauf des Gigs auch mit der gebührenden Vehemenz nach.

Direkt mit dem wüsten Opener „Rollin‘ Thunder“, gab es schon ordentlich Zunder. Gas und nochmals Gas, schien das Motto zu sein, das Jonboat Jones für die nächsten Tracks unter seiner Regie wie „Beast Of Burden (Roll On)“, „Where Have You Gone“ und „Brown Water“ ausgegeben zu haben schien. Drummer J. ‚Kwall‘ Kowalski wirbelte schon hier wie das ‚Animal‘ von der Muppets-Show auf seiner Anlage herum.

Bei „North Carolina Way“ übernahm Lead-Gitarrsit Jimmy Rose das Front-Mikro, eines meiner Highlights des Konzerts (leider nur einmalig – könnte gerne öfter singen). Das atmosphärische „I Will Remain“ bot das erste Mal, wenn man das bei Hogjaw überhaupt so formulieren kann, dezenten Spielraum zum Durchatmen.

„Hells Half Way Of Mine“ erinnerte, wie so manch anderes auch, an Molly Hatchet zu „Flirtin‘ With Disaster“-Glanz-Zeiten. Beim Ted Nugent-umwehten „Am I Wrong“ konnte sich nun auch Kwall leadgesangstechnisch einbringen (später nochmal bei „Road Of Fools“), er zog danach auch immer mehr die Ansagen vor den Stücken an sich. Das überragende „County Line“, mit einer schier nicht enden wollenden Jam-Schlacht (mit Twins und allem Southern-Drum und Dran), trieb allen Anwesenden die Schweißtropfen auf die Stirn, sodass selbst ich kurzzeitig, zwecks Biernachschub, meinen angestammten Platz verlassen musste.

Das Titellied vom letzten Studioalbum „Way Down Yonder“ (mit launiger Publikums-Mitschrei-Interaktion), das tolle „Redemption“, das fulminant abgehende „Never Surrender“, „Road Of Fools“ und der Stampfer „El Camino“ schmetterten in Richtung Schlussgerade.

Zum letzten Track des Hauptteils fiel mir spontan folgende fiktive Geschichte ein, die, frei übersetzt, in etwa so verlaufen hätte sein können: Elvis Hogjaw nach dem Konzert mit einem Fairtrade-Sakko-bekleideten Zottelhaar- und Bartträger am Stehtisch. Der hat ein Glas Bio-Leitungswasser in der Hand und sagt mit noch leicht gerötetem Kopf: „Herr Elvis, I bin der Toni Holzleitner von den Grünen.“

Jetzt schon hoch erregt: „Ich möchte Ihnen mitteilen, dass meine Partei in Deutschland, das Verherrlichen von Waffen, aufs Schärfste verurteilt!“ Dann völlig außer sich: „Hier hat die Bundesregierung inklusiv des Innenministers, auf ganzer Linie, grenzenlos versagt!“ Elvis Hogjaw (kopfschüttelnd einen saftigen Schluck aus der Bierpulle nehmend): „Toni, Gi tsum Teufel…!“

Der verlässt den Tisch echauffiert, kehrt zu seiner Begleiterin Kathrin Boring-Eckzahn zurück an die Theke und bestellt völlig konsterniert zwei ‚Berliner Weiße mit Schuss‘. Die (Nase rümpfend) in ihrer berühmt arrogant-herablassenden Art: „Mensch Anton, dich kann man wirklich nur vom Hof jagen!“

„Gitsum“, immer wieder schön zu hören, nicht nur am Ostermontag, sondern auch an diesem Abend, der Klassiker der Band (wer ihn noch nicht kennt und in der Lage ist, manches nicht ganz so bierernst zu nehmen, siehe nebenstehenden Link).

Als das Quartett mit „This Whiskey“ noch einen weiteren hymnischen Song mit langem Gitarrenfinish als Zugabe losließ, wusste man, das die Männer um Jonboat Jones alles gegeben hatten und sich den Gang in den Theken-/Merch-Bereich mit kühlen Drinks mehr als wohl verdient hatten. Die Rampe hatte, bildlich gesehen, dem ‚Up In Flames‘-Tour-Motto getreu, buchstäblich in Flammen gestanden.

Aus meiner Sicht der bisher mit Abstand stärkste Gig, den ich von Hogjaw gesehen hab. Ein weiterer unvergessener Southern Hard Rock-Abend in Krefelds Kultclub!

Line-up:
Jonboat Jones (lead vocals, electric guitar)
Jimmy Rose (electric guitar, vocals, lead vocals)
Elvis DD (bass)
J. ‚Kwall‘ Kowalski (drums, vocals, lead vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Hogjaw
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Robert Jon & The Wreck, 21.06.2019, Kulturrampe, Krefeld – Konzertbericht

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Gerade in den Tagen, wo Lynyrd Skynyrd, nochmal einen mustergültigen Versuch gestartet haben, den letzten verklärten Southern Rock-Fans in Deutschland mit ihrem unsäglichen Coverprogramm von sich selbst, noch einige Euronen aus der Tasche zu ziehen (Ronnie Van Zant wird sich angesichts des lieblosen Treibens wohl vermutlich ständig im Grabe rumdrehen…), tut es gut zu wissen, dass es auch noch diverse hungrige und kreative Acts im Genre gibt, bei denen monetäre Aspekte, zunächst mal, hinten angestellt werden.

Ein Glücksfall hierbei sind Robert Jon & The Wreck, deren wirklich famose Entwicklung ich von Anfang an mitverfolgt habe. Mit begonnen hat ihre Geschichte zweifellos an dem Ort, wohin sie jetzt zum wiederholten Male zurückgekehrt sind, unserer geliebten Kulturrampe. Auch nicht zu vergessen der lange Atem und der Glaube an die Kalifornier seitens Teenage Head Music, der sich mittlerweile immer mehr zu rentieren scheint.

Zunächst wurde aber zu Konzertbeginn, Rampenchef Markus ‚Pille‘ Peerlings in seiner frisch renovierten Location, mit einem Ständchen zum 50-jährigen Geburtstag, lauthals beglückwünscht. Nach seiner Ansage gab das Quintett um seinen charismatischen Leader Jon Burrison mit „Going Down“ vom neuen Werk „Take Me Higher“ sofort Vollgas.

Das schöne an den Jungs: Trotz kontinuierlicher Präsenz bei uns, schaffen es die Kalifornier bisher immer wieder, neue Akzente zu setzen. Letztes Mal war es die brillante Einführung der Neumitglieder Warren Murrel und des Leadgitarristen Harry James, jetzt halt wieder mit einer neuen Scheibe mit Eigenkreationen, die dann mit Tracks wie u. a. „Makes Me Wanna Yell“, „Take Me Higher“, „Something To Remember Me by“ und „Coming Home“ gebührend vorgestellt wurde. Und auch spielerisch scheint die Truppe erneut eine kleine Schippe oben drauf gelegt zu haben.

Whiskey-Liebhaber Robert Jon (superbe vokale Präsenz, tolle Gitarrenzuarbeit) und Keyboarder Steve Maggiora (mit gewohnt variablen Keys-Einsätzen) bilden das erfahrene Grundgerüst, die beiden ‚Hungerhaken‘ Henry James, diesmal mit etwas gestutzter Afro-Mähne, wieder in hippiesker Montur (mit unzähligen konventionellen als auch Slide-Soli) und Drummer Andrew Espantman (was für  ein Trommelwirbler) sorgen mit der treibenden Bedienung ihrer Instrumente, für den immensen Drive, der das Kollektiv letztendlich so auszeichnet, und der fleißig zupfende Bassist Warren Murrell tummelt sich vergnügt irgendwo mitten drin.

Die Stücke „Cannonball“ und „Whipping Post“ zum Ende des ersten, beziehungsweise Beginn des zweiten Sets, boten rein instrumentelle Finesse und Spielfreude pur im allmanesken Ambiente. Das herrliche „Old Friend“, das fantastische „Cold Night“ (der wie entfesselt spielende James nicht mehr zu bremsen) gegen Ende und die beiden Zugaben „Mary Anne“ sowie „On The Run“ hatten die Rampenbesucher längst zu frenetischen Begeisterungsstürmen hingerissen.

Ganz großes Southern Rock-Kino in der aufgehübschten Kulturrampe. Lynyrd Skynyrd war gestern, die Zukunft des Genres müsste, wenn es so etwas wie Gerechtigkeit gibt, eigentlich Robert Jon & The Wreck vorbehalten sein!

Line-up:
Robert Jon Burrison (lead vocals, electric guitar)
Henry James (electric guitar, vocals)
Warren Murrel (bass)
Andrew Espantman (drums, vocals)
Steve Maggiora (keys, vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

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The Liza Colby Sound – 13.04.2019, Kulturrampe, Krefeld – Konzertbericht

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Seine Impressionen aus dem niederländischen Weert verband Jörg mit dem heißen Tipp, The Liza Colby Sound live zu erleben. Dieser Empfehlung sind Gernot und ich gerne gefolgt, zumal der Abschluss ihrer ersten Europa-Tournee die Band in unsere heimatliche Kulturrampe führte. Circa hundert weitere Besucher wollten sich die vorerst letzte Gelegenheit, Liza Colby und ihre Begleiter auf der Bühne zu sehen, nicht entgehen lassen. Der Rahmen für ein angemessenes Finale der Tour war also gegeben.

Markus „Pille“ Peerlings ließ es sich natürlich nicht nehmen, das Energiebündel aus New York persönlich anzukündigen. Zuvor erinnerte er in eigener Sache an den neu gegründeten Förderverein der Kulturrampe, der hilft das tolle Konzertangebot der Location zu ermöglichen.

Um 21:15 Uhr legte The Liza Colby Sound mit neuen Stücken los, die keinen Zweifel an dem weiteren Verlauf des Abends aufkommen ließen. Kräftig treibender Rock stand auf dem Programm, der Assoziationen zu den frühen Jefferson Airplane oder Led Zeppelin weckte. Liza Colby wird gelegentlich mit Tina Turner verglichen. Die Ähnlichkeiten beschränken sich jedoch eher auf Äußerlichkeiten, wie die Löwenmähne und die energische Art, sich in High Heels über die Bühne zu bewegen.

Vor allem die glänzenden Einlagen von Jay Shepard an der Gitarre nutzte die Sängerin mehrmals, um sich lasziv auf der Bühne zu rekeln. Temperamentvoll und ausdrucksstark – zumeist mit einem Tamburine bewaffnet – zeigte Liza Colby durchgängige Präsenz und zog in ihrer spärlichen Bekleidung die Blicke auf sich. Die Musik hätte es dabei gar nicht nötig, dass durch gewagte Bühnenoutfits von ihr abgelenkt wird.

Der Beginn des Konzerts stand ganz im Zeichen des neuen Tonträgers „Object To Impossible Destination“, der fast komplett vorgestellt wurde. Das Album erscheint offiziell erst im Juli, aber die Band hatte bereits einige Pressungen im Gepäck. Auf die ineinander gespielten „Cool Hand“ und „Creep On“ folgten „Try Me“ und „Young Girl“. Nach einer knappen halben Stunde, bei der kaum Zeit zum Luftholen blieb, richtete die Bandleaderin einige Worte an das Publikum.

Im Mittelteil griff die Band auf Stücke ihrer EP „Draw“ und ihrer Live-EP zurück. Dabei wurden auch einzelne langsamere Titel eingestreut, wobei die Songs meist komplexe Spannungsbögen aufbauten und schließlich doch einen deutlichen Rockeinschlag der härteren Art bekamen. So war „Codine“ einer der hervorragenden Titel des Konzerts.

Bei „White Light“ gestaltete Alec Morton am Bass das Intro. Charles P. Roth gab seine Künste am Schlagzeug in einem mehrminütigen Solo zum Besten. Er bearbeitete ausgiebig alle zu Verfügung stehenden Felle und Becken, was ihm tosenden Applaus einbrachte, zumal er das Publikum zur gesanglichen Begleitung seines Intermezzos einlud. Die Rhythmusgruppe begleitete durchweg souverän die Performance von Colby und bildete den Hintergrund für die vielen Soli von Jay Shepard. Der zeigte an seiner Gitarre, dass er sowohl filigrane Töne als auch deftige Rückkopplungen in seinem Repertoire hat.

Von Videos bekannt fügten sich „Cryin“ und das starke „Thunder Rolling“ nahtlos in die Vorstellung ein. Der neue Titel „Shake You“ stellte für mich einen der Höhepunkte des Auftritts dar. Bei ihm stieg Liza Colby von der Bühne runter und mischte die Menge hautnah auf.

Zum Ende des Konzerts stellte die Sängerin zunehmend Kontakt zum Publikum her, indem sie zum Mitklatschen animierte oder einen Wechselgesang mit ihm anstimmte. Mit „Eye On You“, das wohl die erste Single des neuen Albums wird, ging das Hauptset zu Ende. Nach der Zugabe „Oh Baby“ verabschiedete sich die Band nach 85 energiegeladenen Minuten.

Nach dem Auftritt nahmen sich die sympathischen Bandmitglieder viel Zeit für die alten und neuen Fans. Da ich die in den Startlöchern stehende CD noch nicht kannte, half mir Jay Shepard bei der Zuordnung der Titel zur Setlist. Dort erfuhr ich auch, dass die Band im Oktober wohl wieder den Sprung über den Atlantik machen wird. Wer jetzt The Liza Colby Sound verpasst hat, erhält im Herbst eine neue Chance. Also: Augen und Ohren offenhalten!

Line-Up:
Liza Colby (vocals, tambourine)
Jay Shepard (guitar, vocals)
Alec Morton (bass)
Charles P. Roth (drums, vocals)

Text: Michael Segets
Bilder: Gernot Mangold

The Liza Colby Sound
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Red Beard, 20.12.2018, Kulturrampe, Krefeld – Konzertbericht

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Das Musikjahr 2018 neigt sich dem Ende entgegen und was kann es Schöneres geben, als die Konzertsaison nochmals mit einem verheißungsvollen Teenage Head Music-Southern Rock-‚Jung-Act‘ in unserer geliebten Kulturrampe abzuschließen.

Zunächst möchte ich kurz ein paar salbende Worte über diese beiden langjährigen Kooperationspartner verlieren. Das Label Teenage Head Music um ihren Mastermind Manny Montana hat auch 2018 wieder einen unermesslichen Beitrag geleistet, den Southern Rock in Europa präsent zu halten. Besonders lobenswert aus meiner Sicht, dass man sich nicht auf den Lorbeeren funktionierender arrivierter Bands ausruht, sondern immer bestrebt ist, neuen jungen, nicht minder talentierten Combos, eine Plattform zu bieten.

Gar nicht oft genug kann man den Einsatz von Markus ‚Pille‘ Peerlings hervorheben, dem es auch dieses Jahr wieder mit unermesslichem Einsatz, trotz der begrenzten Möglichkeiten seiner Krefelder Kult-Location, gelungen ist, ein Wahnsinnsprogramm auf die Beine zu stellen, und der auch für 2019 schon wieder die Weichen für tolle Musik gestellt hat. Danke lieber Pille, wo wäre bodenständige Rockmusik heute ohne Typen wie dich und solche Clubs?

Kommen wir aber nun zu Red Beard, eine mir bis dato nur namentlich bekannte Band von den Kanaren (mit denen ich in meinem bisherigen Leben nur urlaubstechnisch in Berührung gekommen bin). Die hatten mit ihrem, vom geschätzten Kollegen Michael Segets reviewten Album „Dakota„, einen aktuellen Longplayer am Start.

Nachdem Bandchef Jaime Jiménez Fleitas und der quirlige Lead-Gitarrist Fabio La Perna ihre Arbeitsgeräte bei einem kurzen Intro im Twin-Modus ‚vorgeglüht‘ hatten, wurde mit „Something Real“ durch ein ein kurzweiliges Gemisch aus Southern- und Country Rock-Ingredienzien losgestampft.

Soweit ich meine handschriftlichen Notizen überschauen kann, wurde in dem gut 20 Stücke umfassenden Programm (inklusiv der beiden launigen Zugaben „I’m Trying To Do My Best“ und „Hold On“) bis auf zwei Cover-Nummern („Can’t You See“ und „Midnight Rider“), auf den Fundus ihrer bestens anhörbaren Eigenkreationen gesetzt.

Auffälig war, das bei vielen Stücken eingestreute Stones-Gitarrenriff-Fundament als Rhythmus-Untermalung, das dann mit den typischen Zutaten à la Skynyrd, Marshall Tucker, Georgia Satellites oder auch Blackberry Smoke (bei Country-lastigeren Sachen wie zum Beispiel „I Can’t Slow Down“) kombiniert wurde.

Das neue Album „Dakota“ wurde dabei lobenswerter Weise komplett vorgestellt. Klasse hier u. a. der Opener des Werkes „A Place To Settle Down“ mit seinen „Sweet Home Alabama“-Reminiszenzen oder der schunklige Footstomper „Begging For More“. Wenn es dem regelrecht bescheiden wirkenden Fronter Jaime Jiménez Fleitas vielleicht gelingt, noch etwas kommunikativer (vielleicht mal mit ein paar Ansagen oder Anekdoten vor den Songs) und mitreißender auf das Publikum zuzugehen, kann hier in Zukunft ein äußerst verheißungsvoller Southern Rock-Live-Act gedeihen.

Insgesamt aber ein musikalisch überzeugendes Debüt von Red Beard in der Krefelder Kulturrampe, das von etwa 50 Zuschauern zurecht mit viel Applaus und teilweise fast ekstatischem ‚Updancen‘ anerkannt wurde. Die Spanier reihen sich damit würdig in Liste von Bands der jungen New Southern Rock-Generation wie Robert Jon & The Wreck, Voltage, The Trongone Band, Them Dirty Roses, The Vegabonds & Co. ein, deren Entwicklung mit Spannung weiterverfolgt werden darf. Ein sehr gelungenes Jahresfinale in der Rampe!

Line-up:
Jaime Jiménez Fleitas (lead vocals, electric guitar)
Fabio La Perna (electric guitar, vocals)
Francisco Marrero Fajardo (bass)
Josiño Perez (drums)

Bilder: Jörg Schneider
Text: Daniel Daus

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J.P. Harris & The Tough Choices – Support: Miss Tess – 05.11.2018, Krefeld, Kulturrampe – Konzertbericht

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It’s Country-Time again! Zum dritten Mal stand J. P. Harris mit seinen Tough Choices auf der Bühne der Kulturrampe. Wie im Vorjahr brachte er Miss Tess als Support mit.

Das Miss Tess Duo, bestehend aus der Protagonistin und Thomas Bryan Eaton, eröffnete den Abend mit zwei Stücken des Albums „Sweet Talk“ (2014). Sowohl „If You Wanna Be My Man“ als auch „Everybody’s Darling“ kamen mit einer gehörigen Portion Swing daher. Das feine, beinah schon entspannte, E-Gitarrenspiel von Eaton ergänzte die klare Stimme von Miss Tess prima.

Danach folgten „Moonshiner“, eine stimmungsvolle, countryfizierte Ballade, sowie „Little Lola“ mit einem schönen Gitarrensolo von Eaton. Beide Titel stammen von Miss Tess‘ letzten Veröffentlichung „Baby, We All Know“ (2016). Auf ihr nächstes Album soll „The Moon Is An Ashtray“ kommen, das sich anschloss.

Eaton übernahm den Lead Gesang bei dem Stück „Days Will Come“ seiner CD „We All Want To Be Love“ (2014). Er animierte das Publikum zum Mitsingen und der Song lädt sowieso zum Schunkeln ein. Bei den Harmoniegesängen zeigten sich Miss Tess und Eaton durchweg perfekt aufeinander abgestimmt. Zum Abschluss des Sets drückte Miss Tess mit „Ride That Train“ auf die Tube. Ihr Gitarrensolo veredelte den Höhepunkt des Vorprogramms.

Miss Tess bedauerte, dass Sie den Sprung über den Atlantik noch nicht mit Band geschafft hat. Mit der gut halbstündigen Kostprobe ihres Programms hat sie aber auf alle Fälle Werbung für ihre CDs und für mögliche Konzerte in der Zukunft gemacht.

Line-Up:
Miss Tess (lead vocals, electric guitar, vocals)
Thomas Bryan Eaton (lead vocals, electric guitar, vocals)

Die circa fünfzig Gäste der Kulturrampe hielten während des Support-Acts einen deutlichen Abstand zur Bühne und auch als J. P. Harris mit seinen Tough Choises, zu denen Miss Tess und Eaton dazu stießen, die Bühne betrat, rückten sie nur etwas näher. Die Kulturrampe glich daher nicht dem Hexenkessel der „Southern“-Woche. Die Stimmung vor und auf der Bühne war aber dennoch gut. Harris zollte den Besuchern durchaus Respekt, da er selbst montags nie aus ginge. Allerdings sei er ja auch 7000 Meilen angereist …

Bereits zu Beginn zeigte J. P. seinen Sinn für Humor. Dem sympathischen Mann mit der beeindruckenden Gesichtsbehaarung sitzt der Schalk im Nacken. Während des Konzerts erzählte er einige Anekdoten aus seinem bewegten Leben und kommentierte viele Songs. Bei der ausführlichen Bandvorstellung vermischten sich wohl Wahrheit und Legende.

Die Setlist unterschied sich dadurch erheblich von denen der beiden vorangegangenen Konzerte in der Rampe, dass er mit „Sometimes Dogs Bark At Nothing“ ein brandaktuelles Album am Start hat. Die Titel des Albums, für das er sich vier Jahre Zeit ließ, machten mehr als die Hälfte des Konzerts aus.

J. P. Harris greift zudem gerne in die Schatzkiste seiner geliebten Country-Musik und streute daher einzelne Coverversionen, wie vom Vorreiter des Outlaw- oder Alternative-Genres Terry Allen, ein. Gerahmt wurde das Konzert von David Allan Coes „California Turnarounds“ und Mickey Newburys „Why You Been Gone So Long“, das Harris als Zugabe spielte.

Nach „Two For The Road“ und „South Oklahoma“ von seinen ersten beiden Alben, standen dann bis zum fulminanten Abschluss des Hauptsets durch „Gear Jammin‘ Daddy“ durchweg seine neuen Eigenkompositionen im Fokus.

Nach seinem autobiographisch beeinflussten „When I Quit Drinking“ setzte der wuchtige Einstieg und das kräftige Schlagzeug von Ryan Elwell bei „JP’s Florida Blues #1“ ein erstes Ausrufezeichen. Danach folgten einige ruhigere Stücke. Bei „Badly Bent“ harmonierte das Zusammenspiel von wimmernder Pedal Steel, die von Thomas Bryan Eaton gezupft wurde, und der viel Twang transportierenden E-Gitarre von Justin Mahoney. Beide sorgten während des Konzerts durchgängig für den richtigen Country-Flair.

Als Feminist entpuppte sich Harris mit „Lady In The Spotlight“. Miss Tess, die sonst als Bassistin agierte, griff hier zur akustischen Gitarre und Elwell unterlegte den Song zusätzlich mit stimmungsvoller Percussion. Für „I Only Drink Alone“ wechselte Eaton zu den Keys. Gänsehautfeeling erzeugte der harmonische Begleitgesang von Miss Tess bei „Runaway“.

Die Balladen unterschieden sich durch die abwechslungsreiche Instrumentalisierung deutlich voneinander, sodass Monotonie – wie sie dem Country gelegentlich angelastet wird – nicht aufkam.

Hervorragend performte Harris das Titelstück des neuen Albums „Sometimes Dogs Bark At Nothing“. Seine tiefe Stimme wurde zunächst nur von der klagenden Pedal Steel Eatons untermalt, später setzte Mahoney mit seiner E-Gitarre dezent ein. Die Rhythmusgruppe konnte dabei pausieren und Kraft für das temporeiche Finale schöpfen. „Hard Road“, „Jimmy’s Dead And Gone“ sowie das schon erwähnte „Gear Jammin‘ Daddy“ haben mein Country-Rock-Herz höher schlagen lassen.

Nach gut achtzig Minuten verließen J. P. Harris und seine Tough Choices das Podest und ließen den Abend gemütlich im Plausch mit den Gästen ausklingen, bevor es für die Truppe in Richtung Holland und England ging.

Line-up:
JP Harris (lead vocals, electric guitar)
Justin Mahoney (electric guitar, vocals)
Miss Tess (bass, acoustic guitar, vocals)
Ryan Elwell (drums, percussion)
Thomas Bryan Eaton (pedal steel, keys, vocals)

Text und Bilder: Michael Segets

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Robert Jon & The Wreck, 25.10.2018, Kulturrampe, Krefeld – Konzertbericht

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Festwoche in Sounds Of South! Mit Hogjaw, Robert Jon & The Wreck und Blackberry Smoke gibt es gleich drei für unser Magazin höchst-relevante lupenreine Southern Rock-Acts innerhalb von fünf Tagen zu beleuchten, zwei davon in unserer geliebten Kulturrampe. Da geht dem Southern Rock-Fan natürlich das Herz auf.

Den Anfang machten, wie bereits berichtet, vor ausverkaufter Hütte, die hart rockenden Hogjaw-Schießgesellen, mit partieller Überraschungsunterstützung von Robert Jon und seinen Wrecks. Die waren dann als nächste an der Reihe.

Ich mache keinen Hehl daraus, dass die Kalifornier sich zu einer meiner Lieblingsbands gemausert haben und meiner Ansicht nach den etablierten (sich meist nur noch selbst covernden) Altgrößen der Zunft längst den Rang abgelaufen haben.

Diesmal war der besondere Reiz, wie der Verlust ihrer beiden Langzeitmitglieder Christopher Butcher und Dave Pelosi durch die beiden Neulinge Warren Murrel und Henry James kompensiert werden konnte.

Letztgenannter, der mit seinem Wuschelkopf und seinen hippiesken Klamotten als auch seinem quirligen Saitenspiel wie ein plötzlich aufgetauchter Nachkömmling von Allen Collins daherkommt, hatte ja schon beim Hogjaw-Gig seine Fingerfertigkeit mehr als nur angedeutet. Auch Leader Jon Burrison hatte uns nachher gegenüber von einer immensen Weiterentwicklung ’seines‘ Kollektivs durch ihn vorgeschwärmt – zurecht, wie wir es dann an diesem Abend bewiesen bekommen sollten.

Schon direkt der teuflisch brodelnde Opener „The Devil Is Your Best Friend“ deutete auf eine Riesen-Southern-Show hin. Auch das folgende, hammerstarke „Blame It On The Whiskey“ ließ die heutigen Skynyrd & Co. in Vergessenheit geraten. Der heimliche Star des Abends Henry James offerierte schon zu Beginn dabei seine Slide-Qualitäten.

Hier direkt ein Wort zum längst nicht mehr so introvertiert wie früher wirkenden Bandleader. Der ist mittlerweile richtig kommunikativ und lässt seine ihn umgebenden Burschen nach Herzenslust gewähren und ihre Künste in den Vordergrund stellen, während er durch seine charismatische Persönlichkeit (natürlich auch seinen Gesang und das E-Rhythmus-Gitarrenspiel) trotzdem eindeutig die Führungspräsenz suggerierte. Nebenbei gesagt, ist er auch ein ganz netter, bodenständiger und auch dankbar erscheinender Mensch.

Spätestens beim, vom angefixten Publikum, lautstark mitgesungenen Refrain von „Rollin'“ (herrliches HT-Geklimper von Steve Maggiora, Mörder-Slide von James), glich die Rampe einem Hexenkessel. Ja, ich kam mir fast vor wie im alten gefürchteten Georg-Melches-Stadion, ähm, ok Pille, in der Grotenburg, bei den einstigen Klassikern des Uerdinger Clubs gegen Rot-Weiss Essen…

Das knapp 20-minütige „Whipping Post“ in Set 1 bot dem zweiten Newcomer Warren Murrel mit Bass-Intro und -Solo, sowie dem schlaksigen, wieder grandios trommelnden Drummer Andrew Espantman, dem Tastenkönner Steve Maggiora, sowie Saitenhexer Henry James, eine schöne Spielwiese zur Demonstration ihres versierten Könnens.

Fronter Robert hatte viel zu gucken, als die Jungs mit „I Got My Eyes On You“ in den zweiten Teil des Gigs einstiegen, denn die Rampe war auch nach der Pause  rappelvoll. Fasziniert vom Treiben der Kalifornier wurde mitgegroovt, -getanzt und -gesungen (selbst beim gar nicht mal so einfachen Refrain vom Ohrwurm „Old Friend“ zeigten sich die Rampenbesucher absolut textsicher).

Die wunderbare Ballade „Mary Ann“ (ganz klasse von Robert gesungen) sowie das mit Allman Brothers- und Marshall Tucker Band-Ingredienzien gespickte furiose „Cold Night“ (Henry James einfach nur grandios in den Soli) ragten weiterhin in Part 2 heraus.

Die Audienz ließ das Quintett erst gar nicht von der Bühne und bekam dann als quasi (inoffizielle) erste Zugabe mit „Witchcraft“ eine weitere Instrumentalschlacht geboten. Als die wirklich alles gebende Band dann mit dem hervorragenden „Glory Bound“ noch einen ‚oben‘ drauf gesetzt hatte, war das Spektakel endgültig vorbei und alle versammelten sich noch im Blue Bird Cafe der Rampe zu den üblichen Après-Aktivitäten.

Die Teenage Head Music-Repräsentaten Manny Montana und Jochen von Arnim, Rampen-Chief Pille Peerlings, wir vom SoS und alle sonstigen begeisterten Beteiligten hatten wohl einen der besten Gigs aller Zeiten in dieser Location erlebt. Für mich persönlich waren Robert Jon & The Wreck das Highlight bisher in 2018!

Line-up:
Robert Jon Burrison (lead vocals, electric guitar)
Henry James (electric guitar, vocals)
Warren Murrel (bass)
Andrew Espantman (drums, vocals)
Steve Maggiora (keys, vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

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Hogjaw, 23.10.2018, Kulturrampe, Krefeld – Konzertbericht

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Was für ein Abend in der Krefelder Kulturrampe und dazu noch mit einer faustdicken Überraschung, die sich unsere Freunde von Teenage Head Music da ausgedacht hatten. Später mehr dazu.

Das Arizona-Quartett Hogjaw hatte auf ihrer Europa-Tournee für ihr letztes Konzert noch einmal in unserem beliebten niederrheinischen Lieblings-Club Halt gemacht, der einzige Stopp in unserem Land übrigens.

Klein vor wenigen Zuschauern angefangen, hat sich die Band um ihren Leader Jonboat Jones im Laufe der letzten Jahre zu einer echten Institution in der Rampe entwickelt. Klar, dass der Gig in ‚Nullkommanix‘ ausverkauft war.

Das eingespielte Team stellte nach Pilles Ansage sofort mit dem Opener „Rollin‘ Thunder“ und dem fetten Stampfer „Where Have You Gone“ klar, wer die neue Führungsrolle im Southern Hard Rock-Bereich beansprucht: Molly Hatchet war gestern, hier kommt Hogjaw!

Schade im ersten Set war nur, dass bei „North Carolina Way“, das mir bei ihrem letzten Auftritt schon klasse gefallen hatte, Jimmy Roses Stimme, bei seinem einzigen Einsatz am Frontmikro, erst im letzten Drittel des Liedes vernünftig zu hören war.

Highlight hier das finale „County Line” mit furiosem Instrumentalfinish, eigentlich schon als vermeintlicher Höhepunkt von mir zu dieser Phase vermutet. Aber es sollte anders kommen.

Der zweite Teil knüpfte mit „Never Surrender“ nahtlos an die erste knackige Hälfte an. Klasse hier dann das Titelstück des aktuellen Albums „Way Down Yonder“ mit Charlie Daniels-typischer Sprechpassage und Publikums-Mitsing-Interaktion, sowie natürlich das, im wahrsten Sinne des Wortes, ‚feurige‘ „Gitsum“, das, mit seinem dazu gedrehten Video (unbedingt mal im Netz anschauen und bitte nicht ganz bierernst nehmen…), Freunden des Waffengebrauchs vermutlich bereits vielfach Freudentränen in die Augen getrieben und dem eher weniger zu Humor neigenden Pazifisten sicherlich das Blut in den Adern gefrieren lassen hat.

Kommen wir zur Überraschung des Abends. Die Jungs von Robert Jon & The Wreck, genauso wie Hogjaw aus dem Teenage Head-Portfolio, die sich zur Zeit auch auf Tour befinden, hatten einen Tag Pause und waren ebenfalls in der Rampe zugegen.

Was dann ab da auf der Bühne bei „I Will Remain“, „This Whiskey“ und dem Freddie King-Klassiker „Going Down“ abging, als Keyboarder Steve Maggiora, Neu-Gitarrist Henry James und letztendlich Fronter Robert Jon Burrison peu à peu dazu gestoßen waren, entpuppte sich als Mega-Southern Rock-Kino der Extra-Klasse. Vor allem die, mit drei Leadgitarristen, quasi in Armee-Stärke zelebrierten Instrumentalpassagen, ließen einem, schier endlos erscheinende, wohlige Schauer über den Rücken laufen.

Das sind dann wohl die speziellen Glücksmomente, mit denen Leute wie THM-CEO Manny Montana, KR-Chef Pille Peerlings und auch wir von Sounds Of South für unseren umtriebigen Einsatz im Sinne der Southern Rock-Sache belohnt werden. Nicht zu vergessen, die treuen und begeisterungsfähigen Besucher, die solche einzigartigen und mit Herzblut geführten Clubs wie die Rampe am Laufen halten. Sensationell!

Die zwei stürmisch geforderten Zugaben mit u. a. „Road Of Fools“ – wieder im reinen Hogjaw-Line-up – waren da natürlich eine nette Geste in Richtung Band, aber eigentlich zu diesem Zeitpunkt nicht mehr unbedingt notwendig.

Ein unvergesslicher Abend in der Kulturrampe. Die neuen Könige des Southern Hard Rocks heißen eindeutig – ohne Wenn und Aber – Hogjaw!!!

Line-up:
Jonboat Jones (lead vocals, electric guitar)
Jimmy Rose (electric guitar, vocals, lead vocals)
Elvis DD (bass)
J. ‚Kwall‘ Kowalski (drums, vocals, lead vocals)

Special guests:
Robert Jon Burrison (lead vocals)
Steve Maggiora (keys)
Henry James (electric guitar)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

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Eric Steckel – 18.10.2018, Kulturrampe, Krefeld – Konzertbericht

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Der erst 28-jährige Amerikaner Eric Steckel hat bereits eine glänzende Musikerkarriere hinter sich: Seine erste Scheibe brachte er im zarten Alter von 12 Jahren heraus und bereits ein Jahr später durfte mit John Mayall und den Blues Bluesbreakers spielen, was einem musikalischen Ritterschlag gleichkommt.

Jetzt, fünf Jahre und zahlreiche Alben später, stand der junge Ausnahmegitarrist zum ersten Mal auf der Bühne der gut gefüllten Kulturrampe und ich harrte gespannt der Dinge, die da kommen sollten. Mit etwas Verspätung ging’s dann endlich los.

In den folgenden eineinhalb Stunden brannten Steckel und seine beiden niederländischen Begleiter (Schlagzeug und Bass) ein schweißtreibendes und im wahrsten Sinne des Wortes ‚pausenloses Feuerwerk‘ ab. Steckel liebt den Blues nicht nur, er lebt ihn auch.

Während er seine Stromgitarre bearbeitet, meint man zu sehen, wie sein Körper und Geist förmlich mit der Musik verschmelzen, während sein Drummer, angestachelt vom treibenden Bass, sich seine Seele geradezu aus dem Leib trommelt.

Wenn Eric Clapton gemeinhin als Mr. Slowhand bezeichnet wird, dann ist Steckel genau das Gegenteil, er ist Mr. Fasthand: die Finger seiner rechten Hand fliegen geradezu über den Gitarrenhals. So muss sich ‚Satriani auf Speed‘ anhören.

Dem Publikum hat’s gefallen, die Funken sprangen vom ersten Moment an über und nach zehn Songs – gefühlt dauerte ein Stück wohl kaum weniger als zehn Minuten – mussten Steckel und seine Jungs natürlich noch einmal für eine Zugabe ran, bevor sie sich den begeisterten Leuten an Ihrem Merchandise-Stand widmen konnten.

Line up:
Eric Steckel- vocals, guitar
Ruud Gielen – drums
Jos Kamps – bass

Text und Bilder: Jörg Schneider

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John Campbelljohn – 01.10.2018, Kulturrampe, Krefeld – Konzertbericht

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Pünktlich um 20:30 betrat der Kanadier John Campbelljohn nach der Anmoderation vom Kulturrampenchef „Pille“ Peerlings zusammen mit seinem langjährigen Schlagzeuger Neil Robertson die dreieckige Bühne der Kulturrampe. Zuletzt war er dort vor ca. vier Jahren zu Gast und muß wohl beim Publikum einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben, die Kulturrampe war jedenfalls für einen Montagabend erstaunlich gut gefüllt.

Das Duo benötigte kaum Zeit zum Warmlaufen, die Funken sprangen direkt auf die anwesenden Zuhörer über. Geboten wurde ein kurzweiliger und Dank der Kommunikationsfreudigkeit von John Campbelljohn unterhaltsamer Abend, bestehend aus zwei einstündigen Sets mit kurzer Pause und natürlich einigen Zugaben.

Musikalisch bestachen die beiden durch ihre immense Spielfreude, mit der sie ihre Setlist, gefüllt mit Songs aus den Bereichen Blues, Rock’n’Roll und Blues Rock, zu Gehör brachten. Selbst Klassiker wie „Whole Lotta Love“, „You Can’t Always Get What You Want“, „Hey Joe“ und „Shake Your Moneymaker“ wirkten, im neuen Blues-Gewand und mit Slidegitarre gespielt, erfrischend neu. Dabei produzierten die beiden klanglich erstaunlich viel Druck, und das ganze ohne Verstärkung durch einen Bassisten.

Alles in allem ein tolles Konzert in der Kulturrampe mit vernünftiger Lautstärke, das lange in Erinnerung bleiben wird.

Line-up:
John Cambelljohn (lead vocals, electric guitar, lap steel)
Neil Robertson (drums,vocals)

Text und Bilder: Jörg Schneider

John Campbelljohn
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Kulturrampe Krefeld
Jörg Schneider Webseite

Dirt River Radio – 21.09.2018, Krefeld, Kulturrampe – Konzertbericht

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Die australische Band Dirt River Radio spielte nach ihrem furiosen 2016er-Auftritt in diesem Jahr wieder in der sehr gut gefüllten Kulturrampe. Im Gepäck hatten sie den gerade erschienen Longplayer „Just For Kicks“. Nicht dabei allerdings Sänger und Gitarrist Danger Alexander und Sängerin Sarah Fagan, was im Vorfeld aber schon bekannt war.

Es kann vorab aber schon gesagt werden, dass der Rest der Band das Fehlen der beiden Protagonisten sehr gut kompensierte. Da die Gesangsparts auf alle Vier verteilt wurden, gab es  in dieser Hinsicht sehr viel Abwechslungsreichtum zu vermelden. Die zweite Gitarre wurde natürlich etwas vermisst und hätte den Sound etwas komplexer machen können.

Mit der akademischen Viertelstunde Verspätung stellte Pille Peerlings die Band kurz vor und um 21.15 begann der erste Set mit „Chase The Sun“ vom 2010er Werk „Beer Bottle Poetry“, das zusammen mit den aktuellen Album „Just For Kicks“ die meisten Songs stellte. Das Quartett nahm mit dieser rasanten Country-Rock’n’Roll-Nummer direkt das Publikum mit.

Heath Brady moderierte nun fast jeden Song mit einer kleinen Anekdote an, wobei sich aber auch die anderen Bandmitglieder immer wieder humorvoll einbrachten. Zur Belustigung des Publikums machte Sarah Fagan öfters mal mit einem Augenblinzeln eine Bemerkung in seine Richtung, dass er nur Geschichten erzählt.

Mit „Kill Everyone In The Room“ folgte dann direkt der Opener des aktuellen Albums, wobei der Titel auch als Metapher für das Konzert gesehen werden konnte, zumindest, wenn was die Dynamik der Songs angeht.

Im folgenden reichten sich Country-umwehte Midtempotracks wie „Broken English Girs“ oder „Blackhearted“ mit southernlastigen Songs wie „Devil On The Road“ und Stücken wie „I’ll Be The One“, bei dem durchaus zu erkennen war, dass CCR zu den Bands gehört, welche die Musik von Dirt River Radio beeinflussen, die Klinke in die Hand. Mit dem rockenden „Dangerous“, auch vom neuen Silberling, wurde dann der erste knapp 50 minütige Set unter dem Applaus der Anwesenden beendet.

Nach etwa 20 Minuten Pause begann dann das zweite Set mit dem ruhigen country-southern-mäßigen „Black Eyed Mondays“ vom 17er-Album „Sun City White“. Brady trug nun seine Mähne für ein paar Songs offen und hätte so auch in die Hippie-Woodstock-Ära gepasst. Mit „Kiss Of The Year“ gab es eine brandneue Nummer.

Nachdem Brady sich über die fragwürdige Qualität amerikanischen Biers ausgelassen hatte, folgte selbstredend die  Ballade „American Beer“, einer der stärksten Songs des Konzertes, wobei es schwer fällt, einen explizit hervorzuheben, da es keinen, nennen wir es einmal so, unnötigen Lückenfüller gab.

Nach „The River“ erzählte Brady von einem Erlebnis im Himalaya und Freundschaften, die auch zu Ende gehen können, um dies in der Countryballade „All My Friends“ dann entsprechend charismatisch zu vertonen. Nachdem er im Anschluss seine Neutralität in Sachen Fußball zur Sprache gebracht hatte, präsentierten die Vier das starke „Public Bar“.

Kurz danach kam dann bei einer zunächst sehr slow beginnenden Version von „Proud Mary“ der große Auftritt von Kellie Fernando, die stimmgewaltig das dann immer rasanter werdende Stück intonierte.

Mit „Coooksucking Blues“, einem Hard Rock-Song, in dem Elemente von AC/DC und Led Zeppelin zu erkennen waren, beendeten Dirt River Radio in furioser Manier das Konzert, um nach kurzer Zeit für zwei Zugaben die Bühne wieder zu betreten (welche sie aber eigentlich gar nicht richtig verlassen hatten).

Eine dieser war das schmalzige, mit viel Humor gebotenen Cover „Unchained Melody“ von den Righteous Brothers. Nach knapp zwei Stunden war dann der Gig, aber nicht der Arbeitstag der Band endgültig vorbei, denn die vier Australier nahmen sich noch ausgiebig Zeit,  mit den Fans in der Kneipe der Kulturrampe Smalltalk zu halten.

Ein Dank geht wie immer an das freundliche Team der Rampe, aber auch an Manny Montana von Teenage Head Music, der diese Band wieder nach Krefeld gebracht hat und es sich nicht nehmen ließ einer seiner Lieblingslocations einen Besuch abzustatten.

Wer eine authentische Band mit Rock-, Country- und Southern-Einflüssen erleben will, wird bei einem Dirt River Radio-Konzert mit Sicherheit auf seine Kosten kommen.

Line-up:
Heath Brady – Vocals, Guitar
Matt Bray – Drums, Vocals
Anthony Casey – Bass, Vocals
Kellie Fernando – Vocals, Percussion

Text und Bilder: Gernot Mangold

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