
Da wollte ich doch tatsächlich mal wissen, wem es gelungen ist, Morgan Wallens Albumdauervormachtstellung in den Billboard-Charts, wenn auch vermutlich nur temporär, zu durchbrechen.
Es handelt sich um die junge, aus Hope Hull, Alabama stammende Ella Langely, die 2024 mit ihrem Debüt-Longplayer „Hungover“ und der inkludierten Single „You Look Like You Love Me“ im Duett mit Riley Green erste Achtungserfolge erzielt hatte und jetzt mit dem nachfolgenden Longplayer „Dandelion“ förmlich durch die Decke geht.
Manchmal muss man halt zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort sein. Nach dem Hype um eine andere Kollegin aus Alabama, scheinen jetzt die großen Tage dieser jungen Dame gekommen zu sein. Dass sie auch noch bildhübsch aussieht, was vermutlich auch nicht von Nachteil ist, sei am Rande erwähnt.
Laut Langley hat der Titel (Dandelion = Löwenzahn) für sie selbst symbolische Bedeutung in Sachen Unvergänglichkeit, Hoffnung, Heilung und Widerstandsfähigkeit. Attribute mit denen sie ihr eigene Entwicklung verbindet.
Die achtzehn Tracks beginnend und endend mit einem Traditional Intro und Outro „Froggy Went A Courtin'“), bieten eigentlich soliden, eher traditionell ausgerichteten (New-) Country-Stoff, es gibt unzählige Scheiben, die mir deutlich besser gefallen, aber auch deutlich weniger Erfolg aufwiesen. Allerdings, je öfter man einzelne Tracks hört, desto deutlicher wird die Strahlkraft und die dementsprechende Wirkung.
Das Engrow der Stücke hat die Protagonistin im Verbund mit bekannten Songwritern wie u. a. Brett Tyler, Luke Dick, John Nite, Laura Veltz oder aber auch Kollegen wie Hardy oder Miranda Lambert kreiert, letztgenannte hat ihr auch samt Ben West in Sachen Produktion assistiert.
Auch bei den vielen involvierten Musikern stößt man auf bekannte Namen wie u. a. Charlie Worsham, Tom Bukovac, Dave Cohen, Lonnie Wilson oder Rob McNelley, die ein Qualitätsprodukt garantieren.
Center-Song ist zweifellos der Ohrwurm „Choosin‘ Texas“ der so ein wenig dem Hit „Drinkin‘ Problem“ nacheifert. Überhaupt hat die Langley-Scheibe viel Midland-Esprit, eben mit weiblicher Stimmnote, und die ist zweifellos klasse. Also eine erfolgsversprechende Mischung, die Billboard-Charts lügen nicht.
Und so bekommt man eine gut angeordnete Mischung aus eingängigen Ohrschmeichlern wie „Dandelion“, „We Know Us“, „Be Her„, „Bottom Of Your Boots“, „Speaking Terms“, „Broken“, „Butterfly Season“ (Frauenpower zusammen mit Miranda Lambert), oder das in einer Akustikversion gespielte „Most Good Things Do“ (mein Lieblingssong) und traditionell angefärbten Countryheulern wie „I Gotta Quit“, „It Wasn’t God Who Made Honky Tonk Angels“ und dem Schwofer „Last Call For Us.
Ella Langley ist die Country-Künstlerin der Stunde, das steht jedenfalls fest. Mit „Dandelion“ hat sie der Kollegin Kacey Musgraves, ihr nächstes Nr.1-Album förmlich vermiest, hält die Morgan Wallen-Album-‚Armada‘ seit einigen Wochen in Schach und steht auch mit den inkludierten Tracks „Choosin’Texas“, „Be Her“ und „I Can’t Love You Anymore“ in den Song-Charts mit einem Triple an der Spitze. Da scheint sich ein schönes Duell für die nächsten Jahre anzubahnen. Die Frage zunächst bleibt, wann der Dominator wieder zurückschlägt?
Columbia Records/Sony Music (2026)
Stil: (New) Country
Tracks:
01. Froggy Went A Courtin‘ – Intro
02. Dandelion
03. Choosin‘ Texas
04. We Know Us
05. Low Lights
06. Be Her
07. You & Me Time
08. Loving Life Again
09. Bottom Of Your Boots
10. Speaking Terms
11. I Gotta Quit
12. It Wasn’t God Who Made Honky Tonk Angels
13. Last Call For Us
14. Broken
15. Somethin‘ Simple
16. Butterfly Season
17. Most Good Things Do
18. Froggy Went A Courtin‘ – Outro











