Wade Bowen – Interview

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Eine gute Stunde vor seinem Gig im Blue Shell, stand uns der texanische Singer-/Songwriter Waden Bowen für ein Interview zur Verfügung und entpuppte sich als sehr sympathischer, relaxter und humorvoller Gesprächspartner, der bei uns musikalisch noch viel vor haben zu scheint.

Sounds Of South: Hallo Wade, du bist ja eigentlich schon lange im Geschäft, warum hat es erst jetzt mal geklappt, bei uns in Deutschland aufzutreten (letztes Jahr mal ausgeklammert, wo du ja wegen der Erkrankung absagen musstet?
Wade Bowen: Ja, es war sehr frustrierend, die Tour abzusagen. Wir wollten hier einige Shows spielen, aber durch meine gesundheitlichen Stimmprobleme mussten wir einfach canceln. Er war sehr schlimm, aber wir sind jetzt hier und starten einen erneuten Anlauf. Ich möchte das auf jeden Fall weiterführen und die Grundlage schaffen, wieder zu kommen und etwas aufzubauen.

Sounds Of South: Ich bin ja einer der ganz wenigen, die deine tollen Leistungen hier schon seit vielen Jahren publizieren. Was glaubst du, warum ein in den Staaten so beliebter Künstler wie du, in Deutschland meist nur Insidern bekannt ist?
Wade Bowen: Gut, ich glaube, überall, wo du neu hinkommst, musst du einfach anfangen und die Leute mit deiner Musik anfreunden. Leute wie du helfen uns dabei, aber es ist letztendlich genau wie in den Staaten. Wir besuchen neue Orte, versuchen langsam die Dinge zu entwickeln, beziehungsweise größer werden zu lassen. Deshalb ist das eigentlich genau das selbe, hier her zu kommen, wie nach Kalifornien zu fahren.

Sounds Of South: Wie kreiert man bei dem inflationären Wust an Musik und Neuveröffentlichungen heute, immer noch so viele Ohrwürmer wie du?
Wade Bowen: Ich liebte das Songwriting von Anfang an  und liebe es auch immer noch. Ich bin immer auf der Suche Neues zu schreiben und aufzunehmen. I push mich immer wieder selbst, um noch besser zu werden und hoffentlich bewirkt dieser Antrieb, meine Karriere weiter zu beflügeln und die Platten ’sprudeln‘ zu lassen.

Sounds Of South: Es gab eine Zeit im Red Dirt-Genre, als die Acts und neuen Platten wie Pilze aus dem Boden schossen. Mittlerweile ist es gefühlt deutlich ruhiger geworden. Wie schätzt du die Lage ein? Welches sind zur Zeit deiner Meinung nach die tatentiertesten Newcomer?
Wade Bowen: Ich glaube, es gibt zur Zeit immer noch genügend Acts, die aber in wahrscheinlich in Deutschland nicht bekannt sind. Da sind schon einige , die in der Red Dirt-Szene bei uns aufstreben. Das ist meiner Ansicht nach normal. Der Erfolg im Genre besteht letztendlich weiter, wie es war. Da sind auch jetzt  weiterhin einige talentierte Leute. Der wohl zur Zeit die meiste nationale Aufmerksamkeit erfahrende Künstler, ist nach meiner Ansicht Cody Johnson. Er kommt aus der Red Dirt- und Country-Szene und bringt diese Musik zur Zeit auf ein sehr populäres Level.

Sounds Of South: Erzähl mal bitte was zu deinem, mit so vielen starken Songwritern und Musikern kreierten neuen aktuellen Album „Solid Ground“.
Wade Bowen: „Solid Ground“ ist das intensivste Album, an dem ich bisher gearbeitet habe. Ich habe so viele Freunde angesprochen und so viele Leute haben mir beim Schreiben und Aufnehmen des Projekts geholfen. Es ist ein einziger Liebesbrief an Texas. Ich wollte Leute dazu bringen zu begreifen, wo ich her bin und was Musik in Texas bedeutet. Ich glaube, das ist das, was du auf dieser Scheibe hörst. Sie ist eine ehrliche Mischung aus Rock, Country und Blues.

Sounds Of South: Welche Musiker haben dich am meisten in deinem Werdegang beeinflusst?
Wade Bowen: Ich würde hier spontan Bruce Springsteen benennen. Ich habe deswegen auch meinen Sohn nach ihm benannt, ich bin ein großer Fan von ihm. Dazu kommen noch Guy Clarke und George Strait, um noch zwei zu nennen. Aber insgesamt habe ich sehr viele verschiedene Einflüsse.

Sounds Of South:Was sind deine drei absoluten Inselplatten?
Wade Bowen: Aller Zeiten? Oh, das ist eine schwierige Frage. da überforderst du mich. Ich würde spontan sagen Guy Clark „Old No. One“, Patty Griffin „Thousand Kisses“ und das „Greatest Hits“-Album der Eagles (lacht).

Sounds Of South: Mit Randy Rogers warst du ja auch schon wieder zusammen aktiv. Wie verläuft da die Abstimmung, beziehungsweise die Zusammenarbeit zwischen euch?
Wade Bowen: Die klappt sehr gut, wir arbeiten ziemlich intensiv zusammen. Wir haben ein Live-Album fertig und auch die Aufnahmen zum neuen Studio-Album „Hold My Beer, Vol. 2“ sind beendet. Es wir nächstes Jahr herauskommen. Wir sind vom Ergebnis absolut begeistert und hoffen, dass es auch in Deutschland auf den Markt kommen wird.

Sounds Of South: Was schätzt du, wie viele Frauenherzen du schon mit deiner Reibeisenstimme zum Dahinschmelzen gebracht hast?
Wade Bowen: (Lacht herzhaft) Ich hoffe doch ein Menge! So verdient man sein Geld. Hol die Frauen in deine Shows und dann kommen die Männer gleich mit, hahaha!

Sounds Of South: Was macht Wade Bowen privat, wenn er mal keine Musik im Kopf hat?
Wade Bowen: Am liebsten beschäftige ich mich mit meinen Kindern. Ich liebe sie und wenn ich nicht unterwegs bin, bin ich total auf ihre Weiterentwicklung fokussiert. Ich bin leidenschaftlicher Golfspieler und schaue mir auch gerne Spielfilme an. Aber an erster Stelle, stehen, wie gesagt, meine Kinder.

Vielen Dank für das Gespräch, Wade!

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Das Interview in Englisch:

Sounds Of South: You are in business for quite long time, so why had it only worked out now to perform in Germany (aside from last year where you have to cancel because of a disease)?
Wade Bowen: Yes, it was very frustrating to cancel last year. We were trying to play over here a lot more and last year with my voice getting hurt and I had to cancel. It was very upsetting, but we start all over again now that we are here you know. It is something I want to continue and hopefully build keep coming back and watch it grow, hopefully.

Sounds Of South: I am just one of a very few who have published your great performances here for many years. So what do you think, why are artists so popular in the States as you, mostly only known to insiders in Germany?
Wade Bowen: Well I think as anywhere you go brand new you have to start over and get people familiar with your music. We have people like you that help us do that, but it is the same when we were in the States. We still go places trying to grow and make it bigger. It’s tough to get the music worldwide, we were finding that’s out, that’s why we are coming over here to tour and take looking get something going here, just as we would be in California, you know.

Sounds Of South: How are you able to create still that much catchy tunes, considering the inflationary mass of music and new releases?
Wade Bowen: You know I just loved it, I still love it, I’m always looking for something new to write and record and always pushing myself to be better so I hopefully that drive keeps my career growing and keeps the records coming.

Sounds Of South: There was a time in the „Red Dirt-genre“, when the acts and new records sprang up like mushrooms. Meanwhile, it has felt much calmer. How actually would you rate this? Who are the most talented ones at the moment from your point of view?
Wade Bowen: I think there are still that many going as they were. They are probably not as well known in Germnany, but there are still quite a few popping up in the red dirt scene down there were we are. I think if it feels common than that’s ok. I think the success is still going on down there as well as it’s ever been. There are some talented people. The most one right now in the red dirt scene, who’s getting the most national exposure in the United States is Cody Johnson. He is from our red dirt scene and kinda came up to that and he is really taking red dirt and country music to a really popular level.

Sounds Of South: Please tell us something about your – with so many strong songwriters and musicians – created new current album („Solid Ground“).
Wade Bowen: „Solid Ground“ is the hardest I’ve ever worked on an album. I called on so many friends and so many people helped me write and record that project. So it is a love letter to Texas. I really wanted people to be able to hear were I come from and what’s the the sound of Texas is. And i think that’s what you hear in this project. It is Rock, it is Country, it’s blues, it’s all of those things.

Sounds Of South: Which musicians have influenced you most during your career?
Wade Bowen: I would say Bruce Springsteen I named my son Bruce, because I’m I big fan of him. Guy Clarke, George Strait, just to name a few. I have quite a diverse group of influences.

Sounds Of South: What are your three absolute Island plates?
Wade Bowen: Ever? Uuh, that’s a touph one, you’re swamping me. I’d say just of the top of my head Guy Clark „Old No. One“, Patty Griffin „Thousand Kisses“ and Eagles „Greatest Hits“ (laughs).

Sounds Of South: Your were already active together with Randy Rogers again. How is actually going the coordination between the two of you, respectively the cooperation?
Wade Bowen: „It’s going really well. We are working on and on. We released another live album and we’re finshed a new studio album „Hold My Beer, Vol. 2“, which will be out next year. We are really proud and excited about the record and it hopefully will be out here as well.

Sounds Of South: What do you think, how many women’s hearts have you made melt away with your grindstone voice?
Wade Bowen: (laughs) Hopefully a lot! That’s how you make your money! Get the women to your shows and the men will come, too, hahahah!

Sounds Of South: What makes Wade Bowen private, when he has no music in his head?
Wade Bowen: I hang out with my kids, I love my kids, when I’m not on the road I focus on them and what they have going on, I love to play golf and I love movies, but mostly hanging out with my kids, That’s what I do.

Thank you very much, Wade!

Bilder: Jörg Schneider
Interview: Daniel Daus

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Wade Bowen – Support: Jamie Freeman – 06.08.2019, Blue Shell, Köln – Konzertbericht

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Was hatte ich letztes Jahr dem Köln-Auftritt von Wade Bowen, einem meiner ganz großen Lieblingskünstler im Red Dirt-, Country Rock-Geschehen, entgegen gefiebert, der ja bekannter Weise, wie auch seine anderen Gigs hier bei uns, wegen seiner Erkrankung, dann leider abgesagt werden musste. Immerhin hielt der sympathische Texaner Wort, dass die Konzerte in jedem Fall nachgeholt werden.

Und tatsächlich, am gestrigen Abend war es endlich soweit, on top erhielten wir sogar die Gelegenheit ihn im urig kleinen, aber sehr gemütlichen Backstage-Raum des Blue Shells interviewen zu können (siehe demnächst hier in unserem Magazin). Der Besuch war für ein Debüt in der kulturell lebhaften Domstadt für einen Dienstag Abend mit um die 80 Zuschauer, ordentlich besucht. Im Country (Rock)-Genre ist in Deutschland immer noch viel Pionierarbeit zu leisten, aber es kommt dank der Labels und einiger engagierter Promotion-Agenturen langsam in Fahrt.

Zunächst präsentierte sich aber der britische Singer/Songwriter Jamie Freeman mit hintergründigen Texten (u. a. thematisierte er den aus den Medien bekannten Hochhausbrand in London mit „The Fire“, als auch seine, nicht von Rosen gebettete Kindheit „Rum And Coke“), als Alleinunterhalter mit seiner Akustikgitarre und legte den Fokus stark auf sein im Mai herausgekommenes Album „Dreams About Falling“.

Vom eröffnenden „Standing On A Star“ bis zum finalen „All In The Name“ dürfte er mit seiner authentischen Show so einige neue Freunde unter den Anwesenden erschlossen haben. Er wurde jedenfalls nach seinen Liedern, als auch am Ende, mit viel Beifall verabschiedet. Eine kurzweilige Angelegenheit.

Um 21:30 Uhr war dann der lang herbei gesehnte Moment gekommen, als sich Wade Bowen mit seinem Begleitmusiker Nick Gardner auf den bereit gestellten Barhockern, auf der wie so oft, in monotonem Rotlicht bestrahlten Flach-Bühne niederließen (Bilder deshalb leider nur in s/w). Trotz des Openers „Trouble“ waren die beiden Musiker keinesfalls auf Ärger gebürstet, sondern es sollte sich ein sehr schöner interaktiver und vor allem unterhaltsamer Gig entwickeln.

Die Chemie zwischen Publikum und Protagonisten stimmte von Anfang an, was nicht nur Bowens herrlichem Reibeisengesang geschuldet war, sondern in erster Linie seiner kommunikativen, oft von einer gewissen Selbstironie geprägten Art vor den Tracks. Da wurde viel gewitzelt und auch seitens des Publikums (es waren auch einige Amis drunter) gestichelt, zum Beispiel als das Thema Randy Rogers bei „‚Til It Does“ (vom „Hold My Beer – Vol. 1„-Werk) angeschnitten wurde.

Unter die Haut ging es, als Wade mit belegter Zunge vor „Death, Dyin‘ And Deviled Eggs“ ein paar Worte über sein ‚Seuchenjahr‘ 2018 mit der oben angesprochenen Krankheit (als er Angst hatte, seine Stimme zu verlieren) und dem Tod seines Neffen Chase erzählte.

Wurde sich am Anfang mit Tracks wie u. a. „Couldn’t Make You Love Me“ (Wade mit Harp-Einsatz), One Step Closer“, „West Texas Rain“ an die auf dem Boden liegende Setlist gehalten, wurde dann im zweiten Teil auf Zuschauerwünsche eingegangen und spontan agiert. Richtig rockig wurde es eigentlich nur bei „Fell In Love On Whiskey“, bei dem dann auch Nick Gardner an der Harp rumplusterte und auch mal mit dem Glas-Bottleneck in Slide-Manier über den Gitarrenhals schwurbelte.

Nick begeisterte vor allem mit mit seinen vielen kleinen filigranen Zwischen-Soli, erwies sich aber auch bei wenigen Stücken („Til It Does“) als kongenialer Harmoniesänger zu Wade. Ein Highlight – wie auch auf dem aktuellen Album „Solid Ground“ – war natürlich, das mit dezentem „Hotel California“-Flair in Tex-Mex-Style performte „Day Of The Dead“. Herrlich!

Mit dem von Bowen-Mentor Ray Wylie Hubbard mit erhobenen Zeigefinger abgenommenen, hochzeitskompatiblen Stück „Who I Am“ aus Wades kompositorischer Frühphase, dem Ohrwurm „Saturday Night“, und dem, mit herrlicher Hook bedachten „Sunshine On A Dreamer“, war die Akustik-Deutschland-Premiere des Texaners auch schon wie im Fluge zu Ende.

Der tosende Applaus sorgte zumindest noch mit „If We Ever Make It Home“ für einen einmaligen Nachschlag und das Versprechen, im nächsten Jahr mit kompletter Band zurück zu kehren. Somit schön zu wissen, dass auch 2020 das Bowen-Fieber wieder gesichert ist…

Line-up Jamie Freeman:
Jamie Freeman (lead vocals, acoustic guitar)

Line-up Wade Bowen:
Wade Bowen (lead vocals, acoustic guitar, harp)
Nick Gardner (acoustic guitar, slide-guitar, harp, vocals)

Bilder: Jörg Schneider
Text: Daniel Daus

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Wade Bowen – The Given – CD-Review

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Red Dirt Vorzeige-Countryrocker/Texas Country-Artist Wade Bowen ist mit seinem vierten Studioalbum “The Given” (nebst zweier Live-Werke) erneut ein Meisterwerk gelungen. Er ist ein Künstler, dem es seit Anbeginn seiner Karriere gelungen ist, stetig sein Leistungsvermögen in behutsamen Schritten zu verbessern. Somit zeigt seine Formkurve auch weiterhin nach oben. Wade hat für seine neue CD einen (Major-) Labelwechsel vollzogen (jetzt bei BNA/Sony) und auch mit Justin Niebank (Bon Jovi, Kenny Chesney, Lonestar, Blackberry Smoke) einen neuen Produzenten angeheuert.  Wade Bowen – The Given – CD-Review weiterlesen

Wade Bowen – Live At Billy Bob’s Texas – CD/DVD-Review

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2 CDs & 1 DVD-Set, inklusiv zweier neuer Studiotracks! Tolles Live-Konzert des sympathischen und so ungemein populären, großartigen Red Dirt-Countryrockers und seiner Band aus dem legendären Billy Bob’s in Fort Worth/Texas vom 21. November 2009 – auf einer Doppel-CD mit zwei neuen Studio-Tracks, und als DVD (komplette Show)! Der aus Waco, Texas stammende Wade Bowen hat sich im Laufe seiner mittlerweile elf Jahre währenden Karriere, ähnlich wie Randy Rogers, Pat Green, sein Schwager Cody Canada (als Bandleader von Cross Canadian Ragweed) oder die Eli Young Band zu den Leitfiguren der Red Dirt-Szene entwickelt.  Wade Bowen – Live At Billy Bob’s Texas – CD/DVD-Review weiterlesen

Wade Bowen – Solid Ground – CD-Review

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Ich weiß nicht, wie es unseren Lesern geht, aber zu manchen Künstlern hat man irgendwie schon nach Hören des ersten Liedes einen ‚Draht‘, der einen dann im Verlauf der Karriere dieser nicht mehr los lässt. Ist bei mir jedenfalls oft so. Zu dieser Kategorie zählt für mich zweifellos Wade Bowen, den ich bereits seit seiner Mitwirkung bei West 84 und erst recht als Solo-Performer, zu einem meiner großen Lieblingsinterpreten zähle.

Der ist jetzt nach zwischenzeitlichen Kooperationen mit Randy Rogers wieder mit einer neuen Studio-Scheibe „Solid Ground“ am Start. Und um es vorwegzunehmen, eine überragende Arbeit, die der ursprünglich aus Waco stammende Texaner hier erneut abliefert. Das Schöne daran – Wade hat, trotz eines für ihn typischen musikalischen Red Dirt-Grundfundamentes, doch seinen Sound ein wenig spürbarer in Roots Rock/Americana-Gefilde variiert.

Das liegt zum einen an der produktionsseitigen Zusammenarbeit mit dem umtriebigen Kollegen Keith Gattis, als auch den vielen, hier integrierten, namhaften Musikern wie Black Crowes-Gitarrist Audley Freed, Jeff Trotts (Sheryl Crow), Fred Eltringham (The Wallflowers, Willie Nelson, Robert Plant), Billie Mercier (Ryan Adams, Lucinda Williams), Jenn Gunderman (Sheryl Crow), Rami Jaffe (The Wallflowers, Foo Fighters) und John Henry Trinko (Randy Houser), die quasi als Garanten eines Qualitätsproduktes bürgen.

Auch das Songwriting mit etablierten Musikern wie Gattis, Freed, Jon Randall, Andrew Combs, Jeremy Spillman, Charlie Worsham oder Seth James ließ allein schon vom Papier her, auf interessante Ergebnisse schließen, was sich am Ende auch mit elf durchgängig starken Tracks bestätigte.

Über Bowens warm-rauchige Wohlfühl-Stimme braucht nicht mehr viel geschrieben zu werden. Nicht, dass sie vermutlich schon unzählige Frauenherzen zum Dahinschmelzen gebracht haben dürfte, sie ist natürlich auch für solch einen beschrieben Sound ein idealer Wegbegleiter.
Grandios schon der Einstieg mit dem von Wade, Gattis und Freed komponierten, melancholisch-atmosphärischen „Couldn’t Make You Love Me“, gefolgt von dem grandiosen, durch Gattis allein kreierten Tex-Mex-Schwofer „Day Of The Dead“ (klingt unterschwellig wie die die texanische Abwandlung von „Hotel California“), mit toller Akkordeon-Untermalung und göttlich einsetzenden Mariachi-Trompeten zum Ende hin. Großartig!

Mit „So Long 6th Street“, „Acuna“, „Compass Rose“ oder „Anchor“ hat er vier hyper-melodische Stücke dabei, die seine Red Dirt-Klientel und auch Fans von Acts wie der Eli Young Band, No Justice & Co. begeistern werden. Die dazwischen liegenden Lieder wie „Broken Glass“, „Death, Dyin‘ And Develin‘ Eggs“ und „7:30“ bieten fantastisch instrumentierten Roots-/Americana-Stoff.

Und zur großen Überraschung schwenkt die Scheibe mit der launigen Uptempo-Nummer „Fell In Love On Whiskey“ und dem psychedelisch-düster-dämonenhaft umwehten „Calling All Demons“ (erinnert ein wenig an „Long-Haired Country Boy“) noch glatt in Richtung Southern Rock.

Mit „Solid Ground“ serviert uns Wade Bowen ein weiteres Meisterwerk seiner passablen Karriere. Der Titel wirkt, auch wenn man mit ‚solide‘ ja durchaus eine positive Begrifflichkeit suggeriert, angesichts der superben Leistungen aller Beteiligten auf diesem Werk, ungewollt ironisch, fast eher wie eine Art bodenlose Untertreibung. Ganz klar schon jetzt ein ganz heißer Anwärter auf das Album des Jahres 2018!

Thirty Tigers (2018)
Stil: Red Dirt/Roost Rock/Americana

01. Couldn’t Make You Love Me
02. Day Of The Dead
03. So Long 6th Street
04. Broken Glass
05. Death, Dyin‘ And Devilied Eggs
06. 7:30
07. Acuna
08. Compass Rose
09. Anchor
10. Fell In Love On Whiskey
11. Calling All Demons

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Randy Rogers & Wade Bowen – Hold My Beer Vol. 1 – CD-Review

Rogers Bowen

Ist das herrlich! Liebe Leute, kann Countrymusic schön sein. Die beiden eng befreundeten, texanischen Red Dirt-Ikonen Randy Rogers (Randy Rogers Band) und Wade Bowen haben sich zusammen getan, um ein gemeinsames Album einzuspielen – ein Album reinster, edler Countrymusic. Unter der Produktion von Lloyd Maines (auch mit vielen Instrumenten wie Pedal Steel, Dobro, Akustik-Gitarre und Mandoline involviert) spendieren die beiden uns mit “Hold My Beer – Vol. 1“ ein durch und durch traditionelles Werk in einem prächtigen, klaren Sound aus wunderbar transparenten Gitarren (E-Gitarren, Baritone Gitarren, herrliche Telecaster-Soli, akustische Gitarren), brillanter Pedal Steel und surrenden Fiddles, der sich jedoch gleichzeitig, trotz traumhafter Melodien, immer eine feine Portion „Grit“ bewahrt.

Diese Musik ist rein, ehrlich und authentisch bis in ihren tiefsten Kern und man merkt allen beteiligten hochkarätigen Akteuren (u. a. Jay Saldana, Caleb Jones, Will Knaak, Todd Laningham, Riley Osborne, Micah Vasquez sowie Brady Black und Geoffrey Hill von der Randy Rogers Band) den Spaß deutlich hörbar an, den sie bei dem Projekt hatten. Maines kitzelte aus ihnen förmlich Höchstleistungen heraus, es macht wirklich Laune, den vielen Feinheiten beizuwohnen.

Das Werk startet mit “In The Next Life“, einem Lied über ihre lang währende Freundschaft, vorgetragen im Wechselgesang der beiden (wie fast alle Stücke) und gespickt mit klasse Telecaster-/Fiddle-Fills und Solokombination. Das erste Coverstück (aus der Feder von Joe Ely) “I Had My Hopes Up High“ groovt mit herrlich selbstironischem Text locker in Saloon-Manier vor sich hin. HT-Piano, Twin Gitarren, Steel, Fiddle – Herz was willst du mehr? – einfach nur klasse!

Mit “‘Til It Does“ folgt eine wunderschöne Countryballade, die Wade mal live in einer Kurzfassung vorgestellt hatte und dann auf Randys Drängen für das Projekt zu Ende geschrieben wurde. Ähnlich schön auch das später platzierte “El Dorado“. Weiter geht’s mit dem Line Dance-tauglichen Schunkler “Good Luck With That“ (pumpender Bass, Dobro, Steel), dem starken Merle Haggard-Klassiker “It’s Been A Great Afternoon“ (tolle Dobro-/Fiddle-/ Telecaster-Solo-Kombination) und dem textlich wieder hochamüsanten “Standards‘‘ (es geht um einen Musikmanager, der Randy mal einen potentiellen Hit anbieten wollte, der aber dankend ablehnte, weil er sich für diesen Song nicht ‘verbiegen‘ lassen wollte).

“Hangin‘ Out in Bars“ beschreibt wieder mit viel Augenzwinkern, was Männer am liebsten tun, um ihre Verflossene zu vergessen. Ein typischer Country-Drinkin‘-Song. “Lady Bug“ bewegt sich auf einem toll vom Maines ausgebreiteten Banjo-Fundament, das mit Fiddle, feiner Mandoline und Dobro um weitere Country-Komponenten ergänzt wird. Den Abschluss macht ein weiteres Cover “Reasons To Quit“ aus der Feder von Merle Haggard und Willie Nelson. Eigentlich hatten Wade und Randy vor, ein eigenes Stück zu dem Thema (Ausstieg aus dem Künstlerleben) zu verfassen, entschieden aber, dass man die Thematik nicht besser und humorvoller auf den Punkt bringen kann, als es die Countryveteranen seiner Zeit getan hatten. Dafür ist die Umsetzung mit großartiger Akustikgitarre, Dobro und Fiddle umso besser gelungen. Toll!

Sehr schön auch die Gestaltung des Klapp-DigiPaks von Betsy Baird. Im Innern ist auf der rechten Seite ein alter Gemälderahmen ausgestanzt. Die Infos/Songtexte zum Werk wurden jeweils auf die Rückseite von vier einzelnen Polaroid-artigen Schwarz-/Weiß-Bildern (mit Randy und Wade) gedruckt. Diese kann man dann je nach Gusto wechselweise in den Bilderrahmen passgenau einschieben. Eine nette Zusatzgeschichte.

“Hold My Beer – Vol. 1“ von Randy Rogers und Wade Bowen ist geradezu ein Musterbeispiel dafür, wie gehaltvolle, natürliche, genauso honky-tonkige, wie Outlaw-behaftete, lupenreine „real Countrymusic“ der Gegenwart klingen sollte. Nashville, bitte mal genau hinhören! Das ist die höchste Country-Qualität! Klasse vor allem, dass vermutlich, wie es das ‘Vol. 1‘, ja förmlich suggeriert, ein Nachschlag irgendwann wohl schon in ihren Planungen mitberücksichtigt ist. Bitte mehr davon, die Herren! Großartig!

Stil: Country
Eigenproduktion (2015)

01. In The Next Life
02. I Had My Hopes Up High
03. ‚Til It Does
04. Good Luck With That
05. It’s Been A Great Afternoon
06. Standards
07. El Dorado
08. Hangin‘ Out In Bars
09. Lady Bug
10. Reasons To Quit

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Wade Bowen – Same – CD-Review

Bowen

Herrlich! Wade Bowen zeigt sich auf seinem neuen, „self-titled“ Album in absoluter Höchstform! Was dieser aus Waco, Texas stammende Red Dirt-/Roots-/Countryrock-Singer/Songwriter auch kreiert, es gelingt immer. Aber was er jetzt auf seinem, zwölf wunderbare Stücke umfassenden, neuen Werk abliefert, ist schon mehr als allererste Sahne.

Nach zuletzt kleineren Flirts mit dem Nashville-Genre und dem Vertrag bei BNA Records (nun übergegangen in Columbia Nashville), ist der beliebte Musiker mittlerweile wieder in Eigenregie tätig. Der Qualität tut dies jedoch keinen Abbruch, ganz im Gegenteil, Wade sprüht nur so vor Energie, Frische und Ideen, wirkt im wahrsten Sinne des Wortes regelrecht befreit.

Und wer hier irgendwo den „Spartrumpf“ vermutet, befindet sich ebenfalls auf dem Holzweg. Das Album ist von der Produktion (Justin Niebank), den Co-Writern und Komponisten neben Bowen (u. a. Rodney Clawson, Jedd Hughes, Jeremy Spillman, Scooter Carusoe, Travis Meadows, Ashley Ray, Lori McKenna, Rob Dipiero, Dylan Altman), den herausragenden Musikern (Fred Eltringham, Tony Lucido, Trigger Hippy-Gitarrist Tom Bukovac, der ehemalige Black Crowes-Gitarrist Audley Freed, Tim Lauer, Russ Pahl, Jonathan Lawson, Justin Niebank, Wes Hightower) und den klangvollen Gästen wie Vince Gill, Sarah Buxton, Will Hoge, Sean McConnell, Randy Rogers und Schwager Cody Canada, auf einem absoluten Top-Major-Niveau angesiedelt.

Was diese ganze Mannschaft an fantastischem Songmaterial, grandiosen Melodien und vorzüglichen Arrangements, an erfrischendem, locker rockendem, von diesem unwiderstehlichen Red Dirt-Feeling durchzogenen Americana-/Countryrock auf den Punkt bringt, löst schlichtweg Begeisterung aus. Die CD startet mit sofort der ersten Single „When I Woke Up Today“, einem überaus dynamischen, knackigen, herrlich eingängig melodisch dahinfließenden Rocker, dessen Einflüsse von klassischem Reckless Kelly-Sound bis hin zu Tom Petty reichen. Man ist sofort gefangen von den tollen Gitarren, dieser Melodik und dieser zwanglosen Frische. Das ist zeitloser Texas-Countryrock von höchster Qualität. Wird ganz sicher ein Riesen-Hit in den Texas Music Charts.

Es schließt sich das ebenfalls wunderbar melodische, lockere, mit schönen E-Gitarren (ganz feines Kurz-Solo) bestückte „Sun Shines On A Dreamer“ aus der Feder von Jedd Hughes an. Beeindruckend! Und es geht mit einem Highlight nach dem nächsten weiter. Es folgen die herrlich melancholische Ballade „My California“ mit hinreißenden Harmoniegesängen von Sarah Buxton, das brillant dahinfließende, mit einem schönen Southern Soul-Vibe versehene „Watch Her Drive“ (grandiose Southern-E-Gitarren-Passage am Ende) und das entspannte „Hungover“ (Piano-/Steel-/Fiddle-Tupfer).

Bei dem nächsten, potentiellen Texas-Chart-Hit „West Texas Rain“ gibt sich der große Vince Gill mit seinem unverwechselbaren Harmoniegesang die Ehre und beim flotten Roots-Rocker „When It‘s Reckless“ ist die Handschrift von Will Hoge unverkennbar (er ist zudem mit schönen mit Harmonies vertreten). „Long Enough To Be A Memory“ (schöne Tempowechsel, dezente Heartland Rock-Note), die Harp-verzierte Südstaaten-Ballade „Sweet Leona“ (erinnert weitläufig an Dickey Betts‘ „Mr. Blues Man“), oder das schwungvoll Latino-durchtränkte „Welcome Mat“ (Santana-angelehnte E-Gitarrentöne) sind dann Vorboten für das launige Southern Rock-Feier-Stück „Honky Tonk Road“ (natürlich mit Honky Tonk-Piano, tolle Twin Lead-Riffs, 2 kernige E-Gitarren-Soli), bei dem sich Wade, Randy Rogers, Cody Canada und Sean McConnell gesangstechnisch die Klinke in die Hand geben. Auch höchst hitverdächtig.

Auf dem längsten Stück zum Ausklang des Werkes (über sechs Minuten) zeigt Bowen eindrucksvoll, wie man eine gefrierende Psychedelic-Atmosphäre erzeugen kann, auch ohne übermäßig die Nervenstränge seiner Audienz zu strapazieren: Mit „I’m Gonna Go“ verabschiedet Wade den Hörer nochmals mit einem Klassestück, das einen restlos gefangen nimmt. Wade Bowen macht mit seinem neuen Album allerbeste Werbung in eigener Sache. Ein Werk auf dem absoluten Höhepunkt seiner Schaffenskünste. Ganz große Red Dirt-/Countryrock-Schule! Einfach toll! Ein Meilenstein in 2014!

Eigenproduktion (2014)
Stil: Red Dirt

01. When I Woke Up Today
02. Sun Shines On A Dreamer
03. My California
04. Watch Her Drive
05. Hungover
06. West Texas Rain
07. When It’s Reckless
08. Long Enough To Be A Memory
09. Sweet Leona
11. Honky Tonk Road
12. I’m Gonna Go

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Wade Bowen – If We Ever Make It Home – CD-Review

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Wunderbares neues Album des Texaners mit zwölf herrlichen, von magisch schönem „Red Dirt“-Feeling durchzogenen, lockeren, hinreißend melodischen New Country-/Countryrock-Perlen (zum Teil mit einem Hauch von Americana), deren wohlige Klänge sich voller Wärme tief in unseren Gehörgängen einnisten. Wade Bowen war schon zu Beginn seiner Karriere von stetigem, großem Ehrgeiz geprägt, sich musikalisch immer weiterentwickeln zu wollen.

Trotz der vielversprechenden Alben mit seiner Startformation West 84 (wir erinnern uns vor allem an ihr grandioses, so unbekümmertes Live-Album „The blue light“), merkte er, dass er seinem Publikum wesentlich mehr zu sagen hatte, vor allem Dinge, die seine Persönlichkeit reflektieren und mit einer Band unmöglich umsetzbar schienen. Logische Konsequenz war, dass es bei Wade irgendwann auf eine Solo-Karriere zulaufen würde. Der endgültige Zeitpunkt war gekommen, als West 84 vom immensen Tourstress abgebrannt waren.

Einige Musiker (wie u.a. auch Wade) widmeten sich immer mehr ihren eigenen Projekten oder gaben ganz auf. Bowen nutzte den Zeit zum Absprung und brachte nach wenigen Jahren das von Kritikern (und auch von uns) so hoch gelobte Album“Lost Hotel“ heraus, das Bowen nach und nach viel Annerkennung und auch im Raum Texas/Oklahoma großen Erfolg bescherte, darüber hinaus aber, trotz aller Brillanz, kommerziell (völlig zu unrecht) nicht den gewünschten Erztag brachte. Mittlerweile sind fast drei Jahre verstrichen und der von vielen befreundeten Musikern für seinen Positivismus und seine Genialität geschätzte Singer/Songwriter versucht jetzt mit „If We Ever Make It Home“ den nächsten Anlauf ein größeres Publikum zu erreichen.

Die Aussichten, dass dies nun gelingt, sind blendend! Wade hat sich abermals mit seinem „Lost Hotel“-Produzenten J. R. Rodriguez zusammengetan, konnte hervorragende Co-Komponisten (u.a. Jedd Hughes, Randy Rogers, Jim Beavers, Stephony Smith, Radney Foster, Clint Ingersoll) für’s Songwriting (neben ein paar fein ausgewählten Fremdstücken) gewinnen und auch musikalisch wurde er von einigen absoluten Stars der ersten Nashville-Studiomusikergarde (u.a. die Gitarrenzauberer David Grissom, Tom Bukovac, Kenny Greenberg, sowie Dan Dugmore (Pedal Steel, Lap Steel), Aubrey Haynie (Mandoline), Eric Darken (Percussion), Tim Lauer (keyboards), etc.) unterstützt.

Herausgekommen sind, wie gesagt, wunderbare, extrem melodische Stücke, die von einem Hauch Red Dirt durchzogen sind, und die natürlich von dieser herrlich warmen und angerauten Stimme Bowens ihre besondere Note erhalten. Als kleines Zusatzbonbon gibt es zudem noch einen Gastauftritt von Chris Knight bei der grandiosen „Red Dirt“-/Americana-Ballade „Daddy And The Devil“, die Knight mit seinem typischen, rootsigen Heartland-Flair exzellent veredelt. Ein tolles Stück! Das allerdings trifft auch auf den Opener „You Had Me At My Best“ (welch wahre Aussage in Bezug auf das gesamte Album) zu. Was für eine traumhafte, zeitlos schöne Countryrock-Nummer, die auf unwiderstehliche Weise klasssiche Retro Countryrock-Elemente mit den modernen Klängen der „Red Dirt“-Bewegung vereint!

Nach einem wunderschönen, unterschwellig halligen, vollmundigen Steelguitar-Intro pendeln sich Bowen und seine formadiblen Begleitmusiker in einem unwiderstehlich lockeren, flott flüssigen Rhythmus mit einem Mix aus diversen Eöectric-, Acoustic-, und Steel-Gitarren ein (dazu eine prächtige Slide-Passage im Mittelteil) und lassen mit der damit verbundenen, wunderschönen Melodik, gar Erinnerungen an goldene Eagles-Zeiten wach werden. Ist gleichzeitig die erste Single des Albums und bereits hoch in den Texas Music-Charts platziert. Wird wohl verdientermaßen Bowen’s zweite Nummer 1 seiner Karriere werden!

Es folgen das Titelstück „If We Ever Make It Home“ und „Turn Out The Lights“. Beides herrlich emotional (leicht introvertiert) vorgetragene, von traumhaften Melodien durchzogene, zwischen balladesk und Mitdtempo variierende Songs mit viel persönlichem Flair und grandioser instrumenteller Umsetzung durch die exzellenten o.a. Musiker (phantastische, dezente Gitarrenarbeit plus schöner Soli, unaufdringliche Steeleinlagen)“ Das anschließende, szarke „Ghost In This Town“ präsentiert sich äußerst knackig mit einem schon fast poppigen Refrain, was wir ganz und gar nicht als negativ verstanden wissen möchten. Ein absolut radiotauglicher Song!

Super natürlich auch die Stücke, die Bowen zusammen mit Randy Rogers (Randy Rogers Band) und Radney Foster komponiert hat („Why Make Perfect Sense“ – tolle Piano- und Orgelarbeit, Steel-Solo; „Nobody’s Fool“ – flotter, knackiger Uptempo New Country/Countryrock, schöne E-Gitarren-/Slide-Einlagen; „From Bad To Good“ – filigrane Mandolinenklänge, feine Piano-Tupfer, schöner, weiblicher Harmonie-Gesang)! Von den Fremdkompositionen besticht vor allem das von Sean McConnell geschriebene „Into The Arms Of You“, das in einer an John Mellencamp erinnernden Atmosphäre vorgetragen wird, wobei Tim Lauer mit einem an ein Akkordeon erinnerndes Orgelspiel tolle Akzente setzt.

Großartig hier einmal mehr Bowen’s dezent „staubiger“ Gesang. Fazit. Wade Bowen hat mit „If We Ever Make It Home“ seinem Ehrgeiz entsprechend einen weiteren Schritt nach vorne gemacht. Er hat den Spirit seines starken Vorgängerwerkes mitgenommen, ein wenig variiert und insgesamt noch ein paar weitere Qualitätsakzente draufgepackt! Sehr beeindruckend! Wir ziehen ein weiteres Mal den Hut vor einer famosen Leistung. Um den Titel des oben beschriebenen Opener noch einmal aufzugreifen. „You Had Me At My Best“ wandeln wir symbolisch um in „You HAVE Me At My Best“ und unterstreichen. Dies ist der beste Wade Bowen, den wir bekommen können…

Smith Entertainment (2010)
Stil:  Red Dirt

01. You Had Me At My Best
02. If We Ever Make It Home
03. Turn On The Lights
04. Ghost In This Town
05. Why Makes Perfect Sense
06. Trouble
07. Nobody’s Fool
08. Into The Arms Of You
09. From Bad To Good
10. Missing You
11. Daddy And The Devil
12. Somewhere Beautiful

Wade Bowen
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