The Allman Betts Band – Support: OTIS – 23.07.2019, Yard Club, Köln – Konzertbericht

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Die Freude und zugleich Erwartungshaltung, war bei mir nach dem tollen Album „Down To The River“ im Hinblick auf das Konzert der Allman Betts Band in Köln, immens hoch gewesen.

Nicht nur der ungünstige Termin in den Ferien (dann jetzt auch noch die dazukommende Hitze) hatten bei mir schon im Vorfeld allerdings schon die Vermutung ausgelöst, dass trotz des Major-Vertrages, den die Burschen mittlerweile inne haben, das Buchen der Kantine, was die zu erwartenden Zuschauerzahlen betrifft, etwas ambitioniert gewesen ist.

Und so kam es dann auch, der Gig wurde, wie im letzten Jahr, auch wieder in den, in der Kantine verankerten Yard Club verlegt. Der war allerdings dann am Ende etwas besser gefüllt als 2018. Leider hatten sich dann doch viele Unentschlossene wohl für einen Gang in einen Biergarten oder den heimischen Balkon entschieden.

Diejenigen, die sich der zu erwartenden Hitzeschlacht stellten, sollten Ihre Entscheidung, gute Livemusik zu unterstützen, allerdings mehr als belohnt bekommen. Zunächst durften aber vier junge Amerikaner aus Kentucky mit Bandname OTIS zeigen, was sie drauf haben.

Im Vordergrund stand dabei ihr letztes Album „Eyes Of The Sun“, aus dem sie dann Tracks wie „Shake You“, „Washed My Hands“, „Home“, „Change“ oder „Blind Hawg“ präsentierten. Für den Nichtkenner wie mich, war ihr dezent Southern-umwobener Hard Rock (manchmal leicht an Molly Hatchet erinnernd), engagiert gespielt, mit dem Wiedererkennungswert, beziehungsweise Eingängigkeit der Lieder, haperte es jedoch ein wenig. Leider war auch der zweite Gitarrist Steve Jewell vorne soundmäßig recht schlecht auszumachen, sodass man von einem durchwachsenden Ergebnis sprechen kann.

Bedingt durch die Keyboards-, Drums-,- und Percussionaufbauten, sowie vier, sich an der Front befindliche Gitarristen, war die Bühne des Yard Clubs bei der Allman Betts Band natürlich bestens ausgelastet. Schon zu Beginn floss der Schweiß bei den Protagonisten und der Audienz in Strömen.

Standesgemäß stieg das, mit zwei Neubesetzungen im Line-up (Berry Oakley jr. und John Ginty) namentlich neu in Szene gesetzte Septett mit dem rockigen „All Night“ (Gesang Devon mit türkis-weiß farbender Flying V-E-Gitarre) in den Gig ein, dem, wie auf der CD, das von Duane Betts besungene „Shinin‘ folgte, der dann gleich seines Vaters‘ Evergreen „Blue Sky“ nachlegte, bei dem besonders, der wieder bestens aufgelegte Johnny Stachela (superb sein Slide-Spiel) in der langen Solo-Passage glänzte.

Devon huldigte die Leistungen seines Vaters Gregg dafür mit „Ain’t Wastin‘ Time No More“ auf dem Fuße. Eine „Autumn Breeze“ hätte man sich schon zu diesem frühen Zeitpunkt im Sauna-Yard Club sehnlichst herbeigewünscht, der herrlich jammige Song kam aber eher einem Aufguss gleich.

Der dritte ‚Allman Band-Sprössling‘, Berry Oakley jr., sehr sympathisch und relaxt im Spiel wirkend, hatte dann beim bluesigen John Lee Hooker-Cover „Dimples“ seinen Fronteinsatz. Spätestens ab dem fantastisch performten „Purple Rain“ hatte Devon Allman dann seine endgültige Betriebstemperatur erreicht, die allerdings zum Ende in die eines brodelnden Vulkans mündete. Aber dazu später.

Herrlich natürlich der ABB-Klassiker „Jessica“ (ohne Devon), bei dem sowohl Betts und Stachela mit ihren filigranen Gitarrenkünsten aufwarteten, aber auch der viel beschäftigte Ginty (u. a. auch Dixie Chicks, Santana) in der Piano-Passage und John Lum, als auch R. Scott Bryan eine fulminante Rhythmusdynamik entfachten.

In seiner Pause schien schien der Allman-Sohnemann von einer Tarantel Besuch bekommen zu haben. Nachdem er den Schluss von „Jessica“ noch relativ entspannt am Bühnenrand verfolgt hatte, war er in der emotionalen Schlussphase mit Stücken wie „Good Ol‘ Days“ (vom neuen Album), dem Petty Song „You Got Lucky” sowie dem furiosen Instrumental aus seinen Honeytribe-Zeiten „Mahalo“ (hier mit brillanter E-Gitarrenarbeit), nicht mehr zu bremsen. Er ging quasi in allen Belangen, ab wie ein Zäpfchen.

Als dann der herrliche Titeltrack des aktuellen Werkes „Down To The River“ wunderbar vom Publikum im Refrain mitgesungen wurde, schien er sich aber wieder halbwegs beruhigt zu haben.

Als es dann allerdings bei den Zugaben „Southern Accents“ und dem für ihn hochemotionalen „Long Gone“ (in dem die verstorbenen Southern Rock-Helden gewürdigt werden) fortwährende Probleme mit der Halterung seines Mikroständers gab und die Roadies verzweifelt daran rumfuchtelten, on top noch eine Saite seiner Akustikgitarre riss, rastete der charsimatische Fronter förmlich aus (ok, ein bisschen Show war vermutlich auch dabei) und schmiss den Ständer fuchsteufelswild zu Boden. Die Roadies taten mir in Erwartung der fälligen Predigt etwas leid.

Am Ende war aber angesichts des tosenden Applaus (übrigens auch viele Standing Ovations während der Show) des Publikums und der grandiosen musikalischen Leistung, alles wieder in Butter und das ABB-Kollektiv verabschiedete sich vom begeisterten Yard Club-Publikum mit mehrfachen Verbeugungen.

Fazit: Das Konzert, stellte gegenüber denen des Vorjahres in Dortmund und an gleicher Stelle, die ja nun wahrlich schon richtig gut waren, dank der tollen Stücke des neuen Albums, der elektrisierenden Atmosphäre, nicht zuletzt durch die leidenschaftliche Performance von Devon Allman, nochmals eine Steigerung dar, die eigentlich ein volle Kantine verdient gehabt hätte. Aber bis soweit ist, wird, so mutmaße ich mal, doch noch einiges an Wasser den Rhein runter laufen.

Recht hat Devon, mit der Bitte, jeweils 10 Bekannten eines jeden Anwesenden, auszurichten  dass sie etwas verpasst hätten  (in freier Übersetzung, in Wirklichkeit sagte er allerdings so was wie „tell them that they are fucked up“…). Und in der Tat, wer nicht da war, hat im wahrsten Sinne des Wortes einen der heißesten Gigs des Jahres sausen lassen.

Line-up: OTIS
Boone Froggett (lead vocals, electric guitar, slide guitar)
Steve Jewell (electric guitar, slide guitar, vocals)
John Seeley (bass, vocals)
Andrew Gilpin (drums)

Line-up: The Allman Betts Band
Devon Allman (lead vocals, electric guitar, acoustic guitar, vocals)
Duane Betts (lead vocals, electric guitar, acoustic guitar, vocals)
Johnny Stachela (electric guitar, slide guitar)
Berry Oakley jr. (bass, lead vocals, vocals)
John Lum (drums)
John Ginty (keys, vocals)
R. Scott Bryan (percussion, vocals)

Bilder: Jörg Schneider
Text: Daniel Daus

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UFO – 20.06.2019, Kantine, Köln – Konzertbericht

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Im Rahmen der ‚Last Orders‘-Tour kamen UFO an einem frühsommerlichen Abend auch in die Kantine im Kölner Norden. Diese Tour zum 50-jährigen Bandjubiläum, bildet, wie der Name es schon suggeriert, vermutlich den Abschluss einer der erfolgreichsten englischen Hard Rock-Vertreter der ersten Stunden. Somit kam aus diesem Grund eine gewisse Wehmut auf, aber auch, weil Paul Raymond, langjähriger Keyboarder und Gitarrist der Band, kurz nach den ersten Auftritten überraschend verstorben war und zunächst nicht klar war, ob fortgesetzt werden würde.

In einem Statement vor einigen Wochen wurde dann aber mitgeteilt, dass es im Sinne Raymonds, einem absolut sympatischen Musiker und Menschen, weitergeht. An den Keyboards und der Gitarre sprang Neil Carter ein, der schon 1980 -1983 bei UFO spielte.

Kurz nach 20:00 Uhr dunkelte sich die Halle ab und es erklangen die Töne des Alex Harvey-Klassikers „Faith Healer“, um dann das Tourlogo hell anzustrahlen: Ein im Zentrum stilisierter Kronkorken samt Logo, dem Tourtitel und der Zeitspanne des Bestehens. Daneben strahlte ein Spot auf eine Glocke, die auf einem der Verstärker platziert war und diese letzte ‚Bestellung‘ der Fans eingeläutet wurde.

Nachdem das Quintett die Bühne betreten hatte und Moog kurz die Fans begrüßt hatte, ging es direkt hardrockend mit „Mother Mary“ los. Andy Parker an den Drums und Rob de Luca erzeugten einen hämmernden Rhythmus in die Kantine, in der der Sound laut, aber differenziert ausgesteuert war. Moore legte furiose Soli hin und zeigte sich, wie die anderen Mitglieder, bestens gelaunt und spielfreudig.

Unterstützt wurde er zunächst von Neil Carter, der zumeist als Rhythmusgitarrist fungierte, später aber auch starke Keyboardpassagen beisteuerte. Über den mittlerweile 73-jährigen Phil Mogg kann man nur staunen. Drahtig und charismatisch zeigte der Fronter, dass man auch in seinem Alter noch die Töne entsprechend treffen kann und man ihn, obwohl er sich demnächst zurückziehen wird, noch lange nicht zum alten Eisen zählen darf.

Nach dem Klassiker „Mother Mary“, der auch Bestandteil des legendären „Strangers In The Night“-Livealbums war, kamen mit „We Belong To The Night“ vom 82er Album „Mechanix“ und dem relativ neuen „Run Boys Run“ von „A Conspiracy Of Stars“, zwei klassische Nummern, die für die entsprechende Stimmung in der recht gut gefüllten, aber nicht ausverkauften Kantine sorgten.

Vor dem nächsten Track stellte ein Crew-Mitglied eine Akustikgitarre an einem Ständer auf die linke Seite der Bühne, auf der sich zuvor Moore an seiner elektrischen Gitarre ausgetobt hatte. Es folgte einer der vielen Höhepunkte des Konzertes. Bei lila Licht begann Vinnie das akustische Intro von „Venus“ von „Walk On Water“ aus dem Jahr 1995, später einsetzend mit gefühlvollen Gesangspassagen, um die Ruhe des Songs immer wieder dann mit seiner E-Gitarre infernalisch zu durchbrechen.

Mit „Lights Out“ aus dem Jahr 1977, folgte ein absoluter Kracher, den viele auch wahrscheinlich als Rausschmeißer erwartet hätten. Hämmernde Bassläufe von Rob de Luca und ein Gewitter vom sehr agilen Any Parker legten eine Basis, als gäbe es kein Morgen mehr. Wenn man es so will, gingen nach dem Konzert in der Kölner Kantine, die UFO-Lichter vermutlich auch für immer aus.

Moore und Carter bespielten auf dieser Grundlage im Highspeed ihre Gitarren und zeigten, warum UFO in der damaligen Zeit einer der besten Acts ihrer Sparte waren und auch bis heute geblieben sind. Über die gesanglichen Stärken Moogs, der seine Fähigkeiten bis ins Jetzt transportiert hat, ist eingangs schon alles gesagt worden.

Zwischen den Stücken gab er den gut gelaunten Entertainer und nahm sich auch selbst mal auf die Schippe. Ich erinnere mich, als er vor einem Song etwas verwirrt tat, welcher Song denn folgen sollte und bemerkte, dass er ja zum Glück nur nach unten sauf die Tracklist am Boden schauen müsste. Vielleicht auch eine Anspielung auf sein Alter und dass es besser sei aufzuhören, bevor es peinlich wird.

Mit „Baby Blue“ von „You Are Here“ aus 2004 wurde es wieder ruhiger. Akustische Klänge von Moore, Keyboardwolken Carters, gefühlvoller Gesang und eine zurückhaltende Rhythmussektion zeichneten diesen Song in weiten Teilen aus, wobei er von Gitarrenpassagen mit balladeskem Solo von Moore durchbrochen wurde.

Danach nahm das Konzert aber direkt wieder Fahrt auf. „Only You Can Rock Me“ aus dem Jahr 1978 von „Obsession“, später auch in „Strangers In The Night“ live eingespielt, brachte die Halle zum Kochen.

Mit „Burn Your House Down“ begab sich die Briten auf einen Zeitsprung ins Jahr 2012. Wenn man den Titel des Songs sprichwörtlich nimmt, war die Band schon zu diesem Zeitpunkt auf dem besten Wege die Hütte abzubrennen. Danach ging es bis zum Ende des Gigs in die ganz früheren Phasen der Bandgeschichte.

Mit dem eher langsamen, aber trotzdem rockenden „Cherry“ wurde „Love To Love“ eingeläutet. Ich hatte hier den Eindruck, dass Carter mit seinen Blicken die Decke der Halle durchbrechen wollte, um Richtung Raymonds im Himmel zu schauen, da dieser bei diesem Song früher seine eindrucksvollsten Passagen hatte.

Diese zum Teil träumerisch vorgetragene Ballade entwickelte sich im Laufe des Liedes in eine Härte, die ich zuvor bisher so nicht wahrgenommen hatte. Absolute Spitzenklasse, mit welcher Dynamik die Band ihre Instrumente dabei bearbeitete. um immer wieder beim eigentlichen Grundrhythmus des Songs wieder anzukommen. „Makin‘ Moves“ brachte die Besucher im Highspeed in Bewegung, und wenn es nur das Bewegen des Kopfes war.

Mit dem Klassiker „Too Hot To Handle“, wurde das Ende des Konzertes eingeläutet. Die Band ließ es sich aber nicht nehmen, dem Publikum, das den Auftritt bisher frenetisch gefeiert hatte, noch eine ‚Last Order‘ zu gewähren, die mit einem galaktisch gespielten „Rock Bottom“ begann, wo sich scheinbar nicht endend, ein Gitarrensolo an das nächste reihte und auch Moog seine gut geölte Stimme noch nicht verloren hatte.

Moore bespielte seine Gitarre zum Teil über und hinter dem Kopf, Carter und de Luca trafen sich immer wieder auf der Bühne, um direkt gegenüberstehend, kurze Soli einzuwerfen oder auch zu posen. Auch Parker steuerte kurze Intermezzi bei, während Moog, der zu weiten Teilen ‚arbeitslos’war, mit seinem Mikrfonständer über die Bühne wirbelte. Topfit der ‚Alte Mann‘ des Hard Rocks!

Kein UFO Konzert, ohne dass der Arzt kommt. Schon beim ersten Ton auf der rot ausgeleuchteten Bühne, feierte das Publikum ein stark und hart vorgetragenes „Doctor Doctor“, dem zum Abschluss noch „Shoot Shoot“ folgte. Moore hatte sich zu diesem Song einen Cowboyhut auf seine wallende Mähne gesetzt und es folgte ein kräftig gespielter Rausschmeißer, in dem er zum Teil Soli spielte, die im Ansatz an klassische Sachen des Southern-Szene, Richtung Allman Brothers, erinnerten.

Nach etwa 100 Minuten war dann der letzte Song gereicht und die Halle begann sich zu leeren. Man konnte in zufriedene Gesichter blicken, die noch einmal bei einem der letzten Auftritte einer der größten Hard Rock-Bands ‚ever‘, zugegen gewesen sind. Wer die Chance hat, eines der noch folgenden Konzerte zu besuchen, sollte sich diese nicht entgehen lassen, in der eine alte Band zeigt, dass man auch mit zig Jahren auf dem Buckel, immer noch dynamisch und mit einer fast jugendlichen Spielfreude, ein Publikum begeistern kann.

Hervorzuheben ist auch der gut abgemischte Sound und ein Lichttechniker, dem es gelungen ist, passend zu Dramaturgie des Konzertes, das Bühnenbild entsprechend zu illuminieren.

Ein Dank auch an Marcus Neu von der Kantine, der mit dem Veranstalter alles regelte, sodass wir über dieses Konzert in Wort und Bild berichten konnten. In eigener Sache auch ein Dank an die Band, die nach der Show noch ein Bild von vor zwei Jahren, aufgenommen im Dortmunder Piano, zeichnete und dem Tourmanager, mit dem ich mich anschließend noch über die Entstehung des Bildes unterhielt. In dem Sinne: Bis Ende Juli in Dortmund, wo ich vermutlich den ‚Last Orders‘ von UFO nochmals nachkommen werde.

Line-up:
Phil Mogg (lead vocals)
Vinnie Moore (electric and acoustic guitars)
Rob de Luca (bass, vocals)
Andy Parker (drums)
Neil Carter (keys, guitar, vocals)

Text und Bilder: Gernot Mangold

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Ben Granfelt – My Soul Live To You – CD-Review

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Review: Gernot Mangold

Der finnische Gitarrist und Songwriter Ben Granfelt nutzte die letzte Tour, um eine Live-Scheibe auf den Markt zu bringen. Auf der CD beschreibt Ben sie als eine, die ihm bisher am meisten Spaß von allen gemacht hat. Und er hat ja wahrlich mit Acts wie u. a. den Leningrad Cowboys, den Guitar Slingers oder auch Wishbone Ash schon einiges hinter sich.

Mit dem Werk möchte er seine Hörer nochmals daran teilhaben lassen. Der Spaß war Ben Granfelt und seiner Band, Masa Maijanen am Bass und Santeri Saksala an den Drums, jedenfalls anzusehen, als ich am 18.09.2018 einem der Konzerte im Kölner Yard Club beiwohnte und wir von Sounds of South, ein Review von dem starken Auftritt schrieben. Umso mehr freute mich seine Anfrage nach Bildern für das Albumartwork irgendwann im Winter und die Spannung über das Ergebnis war natürlich dementsprechend groß.

Das Livefeeling des Werks ist direkt dadurch spürbar, dass eine kurze Bandankündigung vor dem ersten Song, dem bluesigen „Hangman`s Dream“, im Stile rockiger Bluesbans wie Ten Years After und ZZ Top, als Intro belassen wurde. Schon hier zeigt sich die Energie des Trios. Der treibende Rhythmus wird durch Bass und Drums sowie Bens Gitarrenspiel vorgegeben, und dann immer wieder von starken Gitarrensoli durchbrochen.

Mit „Wayward Child“ wird es ruhiger, sehr melodisch. Sehr schnell wird deutlich, warum Andy Powell, Ben damals zu Wishbone Ash lotste: tolles Songwriting und fulminantes E-Gitarrenspiel.

Im rockigen „Confession Time“ demonstiert Ben Granfelt neben seinem angenehmen Gesang, mit welcher gitarrentechnischen Variabilität er sein Instrument beherrscht. Höhrenswert auch die Basseinlage von Masa Maijanen und das zwischendrin eingeflochtene „Sex & Drugs & Rock`n`Roll“ .

Ein Freund von mir, der damals mit seiner Band als Support, Ben Granfelt mit den Guitar Slingers begleitete, erzählte, dass Ben im Tourbus, fast jeden Rockklassiker nachspielen konnte.

Das spiegelt sich auch bei dem zeitweise psychedelisch vorgetragenen „A Better Place“ wieder, wo zwischendurch auch Nuancen vom Hendrix-Evergreen „Little Wing“ durchschimmern.

In „Heart On Your Sleeve“, zunächst mit klassischen Bluesriff eingeleitet, spielt Ben die Gitarre dann leicht funkig, um schließlich in seinem ureigenen Stil einen Rocksong hinzulegen, der auch erkennen lässt, dass er von der Musik von Pink Floyd inspiriert wurde.
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„Open Road“ zeigt wieder seine bluesige Seite mit einem sphärischen Mittelteil, bei der die Lautstärke und die Präsenz der Instrumente zum Teil auf ein Minimum begrenzt werden. Als Kontrast zu den vorhergehenden Tracks,  kommt beim folgenden „Open Up From The Neck Up“ die eher härtere Seite des Finnen zum Tragen, wobei das treibende, eher brachiale Spiel in einem Aerosmith-ähnlichen Outro endet.

Das kurze Instrumental „Endless“ fließt als Intro in den Titelsong des aktuellen Studioalbums „My Soul To Yo“ hinein. Ein Klassesong, in dem Ben dem Gitarrenspiel eines Mark Knopfler zu Beginn der guten alten Dire Straits Zeiten in Nichts nachsteht.

Der krachende Bluessong „Allmighty Blues“ läutet dann das furiose Finale des Albums ein, dem mit „Going Home“, einem seiner stärksten Kompositionen mit hohem Wiedererkennungswert, ein auch vom Titel her passender Song zum Ende eines Konzertes folgt.

In der Liveversion setzt er noch einmal einen oben drauf, in dem er das Stück jammend ausklingen lässt und in einem furiosen Solo, Teile von „Layla“, aber auch Riffs von „Hey Joe“ einbaut, ohne seinen eigenen Stil zu verlieren und irgendwie immer wieder beim eigentlichen Song landet. Eine absolute Hammerversion!

Wirklich beendet wird der Ausschnitt seiner ‚My Soul To You‘-Tour mit dem letzten Lied der gleichnamigen Platte „Sunrise“, ein teilweise an Pink Floyd erinnerndes Instrumental.

Ben Granfelt hat mit diesem Livealbum einen groben Querschnitt durch sein musikalisches Schaffen abgeliefert, wobei die beiden letzten Alben „Another Day“ und „My Soul To You“ allerdings im Vordergrund standen.

.Die Songauswahl ist absolut gelungen, auf einige starke Covernummern und solche aus seiner Phase mit Wishbone Ash, die er auf der Tour performte, wurde verzichtet.

So handelt es sich um ein in jeder Hinsicht unverwechselbares Ben Granfelt-Album, das sich demnach auch zu kaufen lohnt, wenn man die Studioalben schon besitzt, da die Tracks live zum Teil ein anderes Gesicht haben.

Wer die Tour selbst erlebte, wird mit der Scheibe ein schönes Erinnerungsstück haben, wer nicht dabei war, wird sich bei den präsentierten Songs ärgern, nicht dabei gewesen zu sein und es mit Sicherheit beim nächsten Mal nachholen.

Musiker:
Ben Granfelt – Gitarren und Gesang
Masa Maijinen – Bass, Backgroundgesang
Santeri Saksala – Drums, Backgroundgesang

Eigenproduktion (2019)
Stil: Rock

Tracks:
01. Hangman’s Tree
02. Wayward Child
03. Confession Time
04. A Better Place
05. Heart On Your Sleeve
06. Open Road
07. Check Up From The Neck Up
08. Endless
09. My Soul To You
10. Almighty Blues
11. Going Home
12. Sunrise

Ben Granfelt
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Thunder – Support: Massive Wagons – 03.04.2019, Kantine, Köln – Konzertbericht

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Thunder nach etwas über einem Jahr wieder in der Kantine! Köln erweist sich allerdings zunehmend als schwieriges Terrain für die britischen Hardrocker. Nachdem der Besuch schon beim letzten Mal, nicht allzu prall ausgefallen war, fanden sich am Mittwoch Abend vielleicht etwas über 200 Zuschauer zum Auftritt im Rahmen ihrer „Stand Up“-Tour ein.

Morley, Bowes & Co. zeigten sich davon allerdings ziemlich unbeeindruckt und bedankten sich bei den ‚Standhaften‘ mit einem spielfreudigen Konzert – ja man kann schon konstatieren – Thunder hatten richtig Bock!

Zunächst heizte allerdings die aus dem nordenglischen Carnforth stammende, 2009 gegründete Power Hard Rock-Combo, Massive Wagons, mächtig ein. Das Quintett um den agilen Sänger Barry Mills, 2013 Gewinner des ‚Highway To Hell-Competitions‘, das schon einige Alben herausgebracht hat und demnächst auch die Abschiedstour in Großbritannien von Lynyrd Skynyrd zusammen mit Status Quo supporten wird, präsentierte in einer guten Dreiviertelstunde u. a. Songs wie „Back To The Stack“, „Billy Balloon Head, „Tokyo“ oder „China Plates“ aus ihrem aktuellen Longplayer „Full Nelson“, der immerhin Platz 16 der UK-Album-Charts als Achtungserfolg erreicht hat.

Als sich die fünf massiven ‚Wagonführer‘ (besonders der stattliche Bassist Adam Bouskill…) mit dem kräftigen Rock ’n Roller „Fee Fi Fo Fum“ unter viel Applaus von der Audienz verabschiedet hatten, war ihre Mission als energiegeladener Appetitanreger des Hauptacts Thunder punktgenau erfüllt worden (die Bilder zum Massive Wagons-Auftritt siehe hier in einer separaten Galerie).

Nach der Umbaupause gab es mit dem AC/DC-„Thunderstruck“-Einspieler einen britisch humorvollen Beginn. „Thunder, Thunder“ ertönte es aus den Boxen und aus den Kehlen der anwesenden Zuschauer im Einklang, als die fünf erfahrenen Hard Rock-Recken auf der Bühne eintrafen, um dann mit „Loser“ sofort die Chemie zum Publikum auszuloten. Der bestens gelaunte und bombig aufgelegte Sänger Danny Bowes forderte direkt, wie auch im weiteren Verlauf, kontinuierlich Stimmung ein und bekam diese auch freudig zurückgespiegelt.

Viel trug an diesem Abend auch die gute gewählte Setlist dazu bei, die u. a. einen schönen Mix aus ihren, zum Teil balladenhaft-umwehten Paradesongs wie „Low Life In High Places“, „Don’t Wait For Me“ oder „Love Walked In“ und Power- und Mitgröltracks wie „Higher Ground“, „Backstret Symphony“ oder „I Love You More Than Rock ‘n‘ Roll“ aufbot.

Luke Morley war neben seinen beiden Akustikgitarren-Intermezzi, diesmal neben seiner hellen Stratocaster und der schwarzen Les Paul, schwerpunktmäßig mit einer bordeaux-rot-weißen Flying-V-E-Gitarre unterwegs, und lieferte zahlreiche einfühlsame, als auch quirlige Soli ab.

Ben Matthews, der leider nicht so gut zu hören war, erwies sich mit E-Gitarren-, Keyboardeinsätzen, Harmoniegesängen und als Kuhglocken-Perkussionist bei „I Love You More Than Rock ‚n‘ Roll“, als vielseitigster Akteur, während Chris Childs (auch mit Harmony vocals) und der wieder hinter seiner Schießbude verbarrikadierte kauzige Harry James (natürlich mit dunkler Sonnenbrille), ihren meist treibenden Rhythmus entfachten.

Fronter Danny Bowes war erneut die gewohnte Rampensau, Kompliment was der fast 60-Jährige immer noch an Energie aus sich und seiner Stimme herauskitzelt.

Da war es am Ende natürlich nicht verwunderlich, dass die Band ohne Verlängerung aus der Domstadt entlassen wurde. Die sympathischen Briten ließen sich nicht lumpen und es, ihrem Namen gebührend, mit dem flotten „Serpentine“ und dem herrlichen „Dirty Love“ (am Ende wieder mit launiger Publikumseinbindung), trotz der spärlichen Kulisse, abschließend nochmals ordentlich krachen.

Ein toller Gig von Thunder, besser und unterhaltsamer kann man einen Mittwoch Abend (musikalisch) eigentlich nicht verbringen!

Line-up Thunder:
Danny Bowes (lead vocals)
Luke Morley (electric and acoustic guitars, vocals)
Ben Matthews (keyboards, electric guitar, percussion, vocals)
Chris Childs (bass, vocals)
Harry James (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

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Kantine Köln

Massive Wagons – 03.04.2019, Kantine, Köln – Konzertbilder

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Zunächst heizte allerdings die aus dem nordenglischen Carnforth stammende, 2009 gegründete Power Hard Rock-Combo, Massive Wagons, mächtig ein. Das Quintett um den agilen Sänger Barry Mills, 2013 Gewinner des ‚Highway To Hell-Competitions‘, das schon einige Alben herausgebracht hat und demnächst auch die Abschiedstour in Großbritannien von Lynyrd Skynyrd zusammen mit Status Quo supporten wird, präsentierte in einer guten Dreiviertelstunde u. a. Songs wie „Back To The Stack“, „Billy Balloon Head, „Tokyo“ oder „China Plates“ aus ihrem aktuellen Longplayer „Full Nelson“, der immerhin Platz 16 der UK-Album-Charts als Achtungserfolg erreicht hat.

Als sich die fünf massiven ‚Wagonführer‘ (besonders der stattliche Bassist Adam Bouskill…) mit dem kräftigen Rock ’n Roller „Fee Fi Fo Fum“ unter viel Applaus von der Audienz verabschiedet hatten, war ihre Mission als energiegeladener Appetitanreger des Hauptacts Thunder punktgenau erfüllt worden.

Line-up Massive Wagons:
Barry Mills (lead vocals, percussion)
Adam Thistlethwaite (electric guitar, vocals)
Stevie Holl (electric guitar, vocals)
Adam Bouskill (bass, vocals)
Alex Thistlethwaite (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

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The Brew – 20.10.2018, Kantine, Köln – Konzertbericht

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Zwei Jahre nach ihrem letzten Auftritt statteten The Brew der Kölner Kantine wieder einen Besuch ab. Im Gepäck hatten sie ihren erst kürzlich erschienenen Longplayer „Art Of Persuation“ und als Support das Schweizer Powerduo The Hydden. Die beiden Eidgenossen verkürzten mit ihren kraftvollen Auftritt von etwa 40 Minuten die Wartezeit auf The Brew und überzeugten das Publikum in der ansprechend gefüllten Kantine mit einem Mix aus Grunge und Hardrock, aber auch bluesigen Einflüssen.

Pünktlich um 21:00 Uhr wurde die Bühne in ein dunkelblaues Licht getaucht, nur das Banner von The Brew war angestrahlt und man konnte erahnen, dass Personen auf die Bühne gingen. Ohne Ansage ließ Basser Tim Smith sein Spielgerät aufknarzen, Kurtis Smith begann die Drumsticks zu schwingen und Jason Barwick drosch auf seine Gitarre ein, um den ersten Song des neuen Albums, „Seven Days Too Long“, auf die Bretter zu legen.

Nach einer anschließenden kurzen Begrüßung durch Barwick, wo er nicht unerwähnt ließ, dass man in Köln heute bester Laune sein müsste, da die Fortuna, bei der die Band zu Gast war, am Nachmittag gewonnen hatte,  ging es mit „One Line Crimes“, einem neuen Song, weiter. Schon hier wurde klar, dass The Brew sich noch härter spielend als in den Jahren zuvor präsentieren würde.

Dies kam beim Publikum, das immer wieder vom Basser Tim Smith aufgeheizt wurde, und vom ersten Song an entsprechend mitging, bestens an. Dieser glänzte aber nicht nur als Animateur, sondern auch durch ein druckvolles Basspiel, wo er sein Können immer wieder mit kleinen Soloeinlagen ins Rampenlicht stellte. Des Weiteren hätte er, wenn es für ihn  Kilometergeld gegeben hätte, reich werden können.

Er wirbelte springend, posend und sich verrenkend über die Bühne und beherrschte dabei noch sein Instrument perfekt! Zur Stärkung hatte er auf dem Podium zwei Gläser Gin Tonic stehen, die er sich auch redlich verdient hatte.

Jason Barwick, der charismatische Sänger und Gitarrist der Band, ein wenig an Jim Morrison erinnernd, glänzte durch vielseitiges, meist sehr hartes Gitarrenspiel, bei dem er mal die Saiten wie Pete Townsend von The Who armschwingend anschlug oder wie Anno Dazumal Jimmy Page von Led Zeppelin, in der Art eines Geigenbogens zum Schwingen brachte. Großes Kino.

Es waren über das ganze Konzerte die Einflüsse von Led Zeppelin zu vernehmen, wobei The Brew für mich noch eine Spur brachialer daher kamen, als wenn es darum zu beweisen ginge, dass eine von manchen Romatikern gewünschte Led Zep-Reunion überflüssig sei wie ein Kropf. Vergangenes ruhen zu lassen, sich an das Damalige zu erinnern und in der Gegenwart zu leben – dafür stand an diesem Abend der harte Rock von The Brew!

Der Dritte im Bunde, Kurtis Smith, bearbeitete seine Drums zum Teil im Stile eines John Bonhams und kurz vor der Zugabe legte er, wie es sich für eine gute Hard Rock-Band gehört, ein knapp zehnminütiges Solo hin, wobei er zum Ende hin, die Felle nur mit den bloßen Händen malträtierte. Ich konnte nach dem Ende des Konzertes diese begutachten und sah einiges, sowohl an alten Verletzungen, als auch einen, während des Konzertes, mit Panzerband frisch versorgten Finger.

Nun aber weiter mit dem Ablauf der Show. Im Mittelpunkt stand, wie bereits erwähnt, das neue Album und es wurden auch die meisten Songs gespielt.  Lobenswert somit, dass sich die Band nicht nur auf alte Sachen verließt, die bisher live gut gelaufen sind.

Neben den vornehmlich harten Stücken offerierte das britische Trio auch einige etwas ruhigere Tracks, wie das im Refrain beatleske „Naked As I Stand“, um zum Ende durch brachiales Gitarren- und Basspiel wieder klarzustellen, für welchen Musikstil The Brew steht.

Mit „Kam“ von „A Million Dead Stars“ zeigten The Brew, dass sie auch langsam können und Barwick gab dem Publikum, wie auch seinen beiden Mitstreitern, noch einmal Zeit, etwas runter zu fahren. Mit dem schon bekannten „Knife Edge“ und „Pink Noise King“ beendeten die drei zunächst das Konzert, um für eine frenetisch geforderte Zugabe noch einmal die Bühne zu betreten.

Was mir besonders gefiel, dass Barwick sich an ihr erstes Deutschland-Konzert damals im Yardclub erinnerten, wo sie vor 20 Besuchern spielten. Marcus Neu glaubte dennoch an sie weiter, lud sie immer wieder ein, mit dem Ergebnis, dass heute die Kantine gut gefüllt wird.

Mit „Every Gig Has A Neighbour“, einem Hit von „A Million Dead Stars“ beschlossen The Brew noch einmal hardrockend den Abend, wobei sich das Trio bis auf’s Äußerste verausgabte. Barwick und Tim Smith sprangen so über vehement über die Bretter, dass man schon fast Angst haben musste, dass die Bühne unter ihnen nachgibt.

Kurz nach Ende der Show fanden sich alle beteiligten Musiker am Merchandising-Stand ein, um die diversen Artikel zu signieren oder den einen oder anderen Plausch zu führen. The Brew hielten somit, was die Fans erwartet hatten. Sie werden diesen Monat noch mehrere Konzerte in Deutschland geben, deren Besuch für Hardrockfans fast ein Pflichttermin sein sollte.

Ein Dank an Marcus und das Kantinenteam für die problemlose Akkreditierung und diesen wirklich schönen Rockabend!

Line-up:
Jason Barwick – Guitar, Vocals
Tim Smith – Bass, Vocals
Kurtis Smith – Drums

Text und Bilder: Gernot Mangold

The Brew
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Kantine Köln

The Brandos – 16.10.2018, Yard Club, Köln – Konzertbericht

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Wenn ich mich nicht verzähle, machte ich im Kölner Yard Club das Dutzend meiner Konzertbesuche von The Brandos voll. Enttäuscht wurde ich nie. Ich habe sie in rappelvollen Häusern und vor verblüffend kleinem Publikum auftreten sehen. Der Yard Club war an diesem Dienstagabend gut besucht, wenn auch nicht ganz so gefüllt wie bei dem Konzert der Band im vergangenen Jahr.

Die Setlist des Abends war mit dem im Blue Notez Club vor elf Tagen weitgehend identisch und unterschied sich von der des Vorjahres dadurch, dass „These Troubled Times“ und „Bella Encantadora“ vom Album „Los Brandos“ durch „Ridin’ The Red-Eye” und „The Siege“ ersetzt wurden. Sie bot einen Streifzug durch das bisherige Schaffen der Band.

Dave Kincaid bewies erneut seine agile und filigrane Kunstfertigkeit an verschiedenen Gitarren, selbstverständlich begleitet von seiner ausdruckstarken Mimik. Frank Giordano hatte ebenfalls schöne Gitarrenparts, vor allem bei „The Solution“, „Love Of My Life“ und „Nothing To Fear“. Bei dem beeindruckend performten „Ridin’ The Red-Eye” verausgabte er sich an der Mundharmonika. Das Publikum feierte den Song und das folgende „Gettysburg“ frenetisch.

Als Kincaid das Intro zu „Over The Boarder“ anstimmte, war die Stimmung auf dem Höhepunkt. Aber auch bei den vorher gespielten „The Keeper“ und „Light Of Day“ sowie beim später folgenden „Pass The Hat“ zeigten sich die Besucher textsicher und begeisterungsfähig.

Insgesamt leitete Dave Kincaid weniger Stücke mit persönlichen Anmerkungen ein als in den beiden zuvor gesehenen Auftritten. Die Erfahrungen eines Freundes bei seiner Einwanderung in die Vereinigten Staaten von Amerika verarbeitete er bei „Señor Coyote“. Zur Einstimmung auf „Querer A Los Niños“ fügte Kincaid eine Spitze gegen den Präsidenten seines Heimatlandes und dessen Pläne ein, eine Mauer zwischen den USA und Mexiko zu ziehen.

„Anna Lee“ ist einer Dame des Südens gewidmet, dabei stellte der Bandleader klar, dass mit der geographischen Angabe nicht Bayern, Österreich oder die Schweiz gemeint sind, sondern eine Grenzlinie, die anscheinend immer noch die Vereinigten Staaten von Amerika durchzieht.

Sal Maida trat besonders bei „Can’t Go Home“ in Erscheinung. Hier wurde er nicht nur im Background aktiv, sondern er animierte auch das Publikum in der Kunstpause des Stücks, die Band zu unterstützen. Schlagzeuger Phil DiMarco sorgte für den richtigen Drive der Stücke und gab ebenfalls beim Backgroundgesang mächtig Gas.

Das schöne Intro zu „Woodstock Guitar“ – das mich in Dortmund begeisterte – ging in Köln etwas unter, was an der noch höheren Lautstärke und vielleicht an meiner Position im Saal lag. Kincaids Gitarrensolo bei „Nothing Tor Fear“ hingegen kam mir an diesem Abend besonders gelungen vor. Nach meiner Wahrnehmung war es etwas ausgedehnter als sonst. Der Titel beendete das Konzert, ohne dass die Band „Gunfire At Midnight“ spielte, das eigentlich auf dem Tour-Programm steht.

An der Stimmung im Saal lag es sicherlich nicht, dass das letzte Stück der Setlist wegfiel. Vielleicht zollen die bisherigen fünf Wochen der Tour ihren Tribut, oder die viertelstündige Verzögerung, mit der das Konzert begann, war Grund dafür. Wie dem auch sei: Die Besucher kamen während des fast zweistündigen Auftritts auf ihre Kosten.

Für ihren kraftvollen und gitarrengetragenen Sound sind The Brandos bekannt. Das Programm der letzten beiden Touren war durch die Titel der aktuellen CD „Los Brandos“ geprägt. Darüber hinaus setzte Kincaid auf eine Auswahl temporeicher Stücke seiner früheren Werke.

Die eher am Folk mit irischen Einflüssen orientierte Seite, die ebenfalls ein Markenzeichen der Band ist, trat dabei etwas in den Hintergrund. Kincaid kündigte in Dortmund an, im nächsten Jahr wieder auf Tournee zu gehen. Vielleicht wäre es eine Idee, dann verstärkt diese Bandtradition aufleben zu lassen und dabei Mandoline oder Banjo wieder hervorzuholen.

Nicht nur seine packenden Versionen von Traditionals, sondern auch die hervorragenden Songs „Partners“, „We Are No Man“, „My Friend, My Friend“ oder auch „Tell Her That I Love Her“ würden auf meiner Wunschliste stehen. Vor allem „Hallowed Ground“ habe ich – sofern ich mich recht entsinne – trotz der zahlreichen Konzertbesuche noch nie live gehört. Wie die Liedauswahl auch sein wird: Die Gigs von The Brandos sind sowieso Pflichttermine, auf die man sich freuen kann.

Im Yard Club konnten leider keine Fotografen der SoS-Gemeinde dabei sein. Besonders gedankt sei daher Marcus Neu von der Kantine, dass er mich als Schreiberling, der auch Fotos machen durfte, auf die Gästeliste gesetzt hat.

Line-up:
Dave Kincaid (lead vocals, guitars)
Frank Giordano (guitars, hamonica, vocals)
Sal Maida (bass, vocals)
Phil DiMarco (drums, vocals)

Bericht und Bilder: Michael Segets

Deutsche The Brandos-Fanpage
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Yard Club Köln

Betontod – 06.10.2018, Kantine, Köln – Konzertbericht

Bet_haupt

Ein Konzertreview durch Sounds Of South von Betontod! Manch einer wird sich fragen, passt solch ein Bericht in ein Magazin, welches sich eher dem Southern Rock, der Countrymusik und dem Blues Rock zugewandt sieht? Ich kann mich noch an ein Gespräch mit John Illsley, dem Bassisten der legendären Dire Straits erinnern, als er sich nach einem Konzert am Anfang des Jahres,  über die Kategorisierung von Musik ausließ.

Er vertritt die Meinung, das jede Musik ihre Berechtigung hat, solange sie gut gemacht ist. Wenn die Güte davon abgeleitet wird, wie die Fans bei einem Konzert reagieren, kann vorweggenommen schon gesagt werden, dass Betontod an diesem Abend vieles richtig gemacht haben. Ein weiterer Aspekt ist, dass Betontod neben dem Kräuterschnaps Underberg, der Dressurreiterin Isabell Werth und Model Claudia Schiffer der zur Zeit bedeutendste Exportschlager unserer Heimatstadt Rheinberg ist und Kollege Daniel mir jedes Jahr ein paar Ausflüge in musikalische Genres gestattet, die nicht unbedingt unserer primären Zielgruppe entsprechen. Des Weiteren hatte ich mit Eule, vor dessen Karriere in der Musik, eine gemeinsame Zeit im Fußball auf hohem Kreisliganiveau.

An einem schönen spätsommerlichen Abend war schon eine halbe Stunde vor Einlass rund um die Kantine jede Menge los. Auf dem Gelände links von ihr fand eine türkische Hochzeit statt, vor der Kantine sammelten sich die ersten Punk rock-begeisterten Fans und alles war, wie es sein sollte – absolut beschaulich. Dies liegt vielleicht auch daran, dass Betontod sich kategorisch von jeder Form des Rassismus und rechten Gedankenguts, auch sichtlich durch ein Plakat an einem Stand neben der Kantine, abgrenzt.

Pünktlich ab 20:00 Uhr heizte die Alex Mofa Gang als Opener die schon bestens gefüllte Kantine mit punkigen Rock ein und verkürzte so die Wartezeit durch einen gelungenen 45-Minuten-Auftritt, der entsprechend von den Besuchern angenommen wurde. Für die knapp 20 minütige Umbaupause hatten Betontod ein besonderes Schmankerl bereit.

Der Duisburger Butterwegge verkürzte mit Akustikgitarre und humorvollem Smalltalk das Warten auf den Hauptact, in dem Betontod neben live schon bekannten Material, Songs vom kürzlich herausgebrachten Album „Vamos“ präsentieren sollte. Diese war auch als schicke ‚Limited Edition‘ mit einigen Fanartikeln und Bonus-CD am Merchandise-Stand erhältlich.

Gegen 21:00 Uhr betraten dann Betontod die in spärlich blaues Licht in Nebel gehüllte Bühne der mit etwa 900 Besuchern ausverkauften Kantine und nach ein paar Gitarrenriffs der bis dato kaum erkennbaren Band stand dann unvermittelt, von einem hellen Scheinwerfer angestrahlt, der Fronter Meister am Bühnenrand. Ein dramaturgisch gelungener Auftakt für den knapp zweistündigen Ritt durch den Punk Rock der Marke Betontod.

Die meist sehr rasanten punkigen Rocksongs wurden dabei immer wieder durch ruhigere auch zum Nachdenken angelegte Stücke unterbrochen. Fast jeder Track wurde entweder von Gitarristen Frank „Eule“ Vohwinkel oder Sänger Meister anmoderiert und es wurde den meist jüngeren Gästen auch manch mahnendes Wort zur heutigen gesellschaftlichen Situation mitgegeben. Dies führte nach einer Ansage zu einem mehrminütigen ‚Nazis raus‘-Skandieren der Fans.

Insgesamt kann man sagen, dass die fünf Rheinberger den Punk mit Rockeinschlägen perfekt beherrschen: Der Meister, welcher charismatisch und gesanglich leicht an Campino erinnert, suchte oft die direkte Nähe zu den Fans und fand sie auch. Eule und Mario an den Gitarren, bearbeiteten ihr Arbeitsgerät zuweilen dreckig punkig als auch in Metalmanier. Bassist Adam, fegte zuweilen wie ein Derwisch über die Bühne und überzeugte auch durch Posing. Der spielerisch starke Drummer Maik, der seit seinem Einsteigen in die Band, die Güte der Rhythmussektion stark verbessert hat, ist ein klarer Gewinn für das Quintett, was sich vor allem in einem viel voluminöseren Sound wiederspiegelt.

Diesen brachte mein Kumpel Heiko am Mischpult für die Fans entsprechend rüber. Die Besucher brauchten trotzdem nicht um ihre spätere Hörfähigkeit bangen…

Das Konzert brachte alles, was der Punk-Fan erwartet. Stickige verschwitzte Luft, das Tragen von Fans über die Masse, Pogen, Tanzen und Mitsingen.

Das hatte zur Folge, dass der eine oder andere Fan über den Graben an die Sanitäter übergeben werden musste, sich aber nach entsprechender Flüssigkeitszufuhr und kurzer Ruhe schnell wieder erholte. Die Bandmitglieder hatten dies auch schnell erkannt und die für sie bereitgestellten Wasserflaschen direkt an die Fans in den ersten Reihen weitergegeben und auch aus dem Backstage-Bereich einige Male Nachschub geordert.

Nach fast 100 Minuten verließ die Band dann auch sichtlich geschafft das Podium, auf dem eher tropisches Klima herrschte, um für drei frenetisch geforderte Zugaben noch einmal der Kantinenmeute einzuheizen. Nach dem obligatorischen Bandfoto vor der Publikumsmasse nahm der Applaus nicht ab und zu den Klängen von „Heidewitzka Herr Kapitän“ tanzten und verabschiedete sich Betontod über mehrere Minuten von den Besuchern, die auch nachdem Verlassen der Protagonisten noch einige Zeit weiterfeierten.

Als Fazit kann gesagt werden, dass es ein begeisterndes Punk Rock-Konzert war, das keine unzufriedenen Gäste zurückließ und trotz der punkig-ausgelassenen Stimmung, auch durch das disziplinierte Verhalten der Fans und die umsichtige, immer freundliche Art der Security, keinerlei negative Randerscheinungen hinterließ.

So macht Punk einfach Spaß und hat, um nochmals auf die zu Anfang zitierte Aussage Illsleys zurückzukommen, immer seine musikalische Berechtigung. Betontod wird in anderen Städten die Herbsttour fortsetzen. Ein Dank geht an Eule und das Tourmanagement, das kurzfristig für eine Akkreditierung in den ausverkauften Kantine sorgte und auch Fotos von der Bühne aus zuließ!

Line-up:
Frank „Eule“ – Gitarre
Meister – Gesang
Ado – Bassisten
Mario – Gitarre
Maik – Schlagzeug

Text und Bilder: Gernot Mangold

Betontod
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Kantine Köln

Ben Granfelt – 18.09.2018, Yard Club, Köln – Konzertbericht

Been-Haupt

Dienstag Abend – Ben Granfelt hautnah  in Köln – und keiner geht hin. Nun gut, ganz so schlimm war es dann doch nicht, aber knapp 35 Leute bei so einem versierten Musiker wie ihm, ist dann doch schon wirklich bitter zu erleben. Der deutsche Michel und seine Michaela gucken halt lieber Fußball oder besuchen Ed Sheeran und Helene Fischer in anonymer Masse weit weg vom Schuss, dann dafür aber zu Wucherpreisen…

Das frühere Mitglied der Lenningrad Cowboys, von Guitar Slingers und Wishbone Ash, samt seiner Rhythmus-Combo Masa Maijanen (bass, bgv) und Drummer Santeri Saksala (auch Mitglied bei den finnischen Proggern Wheel), ließ sich davon aber nicht schocken und lieferte vom Opener „Check Up From the Neck Up„ an – absolut professionell – einen starken Gig ab.

Als zweites Stück folgte direkt mein Favorit des Abends. Granfelt & Co. brachten eine megastarke Version von Gerry Rafferties „Baker Street“, wobei die berühmten Sax-Parts durch Bens Les Paul ersetzt wurden.

Ein weiteres starkes Cover erfolgte mit Pink Floyds Klassiker „Breathe“. In den Fokus gesetzt wurde natürlich das noch relativ frisch auf dem Markt befindliche, neue Album „My Soul To You“, das dann auch mit Tracks wie „A Better Place“, „Mind Your Head And Watch Your Step“, „Life, Living And You“ und dem bluesig-balladesk angehauchten tollen Titelsong angemessen beworben wurde.

Granfelts Wishbone Ash-Phase wurde anhand von „Faith, Hope And Love“ sowie dem „Almighty Blues“ gehuldigt. Mit „Open Road, Open Book“, dem ZZ Top-shuffligen „Hangman’s Tree“ übergehend in „Wayward Child“ (Rory Gallagher) und seinem Paradelied “Going Home” waren weitere markante Songs in die Setlist integriert, bei denen Ben seine technisch brillanten Solokünste auf den insgesamt drei unterschiedlichen Gitarrentypen zu Hauf in den Vordergrund stellte.

Nach dem Konzert zeigte sich der, auch während des Auftritts locker aufgelegte Finne (immer ’ne kleine Anekdote vor den Songs auf den Lippen) von einem Bild aus einem früheren, von uns beleuchteten Gig, ziemlich beeindruckt, das Gernot auf einer Hochglanz-Stahlplatte herstellen lassen und zum Signieren mitgebracht hatte. Somit insgesamt ein schöner Abend, der wirklich  deutlich mehr Zuschauer verdient gehabt hätte. Vielen Dank wie immer an Marcus Neu für die Akkreditierung.

Line-up:
Ben Granfelt (lead vocals, electric guitars)
Masa Maijanen (bass, bgv)
Santeri Saksala (drums, bgv)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Ben Granfelt
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Yard Club, Köln

Devon Allman Project – Support: Wynchester- 29.08.2018, Yard Club, Köln – Konzertbericht

Obwohl ich das Devon Allman Project ja schon letzte Woche in Dortmund erlebt hatte, gab es, neben der unbestrittenen Klasse und reizvollen Konstellation des Projekts, genügend triftige Gründe, um noch einen weiteren Besuch im Kölner Yard Club anzuschließen.

Da spielte unter anderem unsere Verbundenheit zu deren engagiertem Club-Chef Marcus Neu eine gewichtige Rolle, der immer ein herzlicher Gastgeber ist, aber auch, dass Sounds Of South Hof-Fotograf Gernot Mangold in der westfälischen Metropole noch urlaubsbedingt passen musste und sich den Gig natürlich jetzt nicht entgehen lassen wollte. Dazu hatte er noch eines seiner Highlight-Bilder von Devon vom Konzert vor knapp zwei Jahren, auf großwandiger Leinwand abgebildet, mit zum Unterzeichen dabei.

Dazu gab es diesmal mit dem Duo Wynchester, bestehend aus Mike Bray und John Konesky einen reizvollen Support. Gerade letztgenannter John Konesky hat durch Mitwirkung bei Bands wie Trainwreck, Tenacious D, der Kyle Gass Band und als Gitarrist beim Soundtrack von The Hangover Part II eine höchst interessante Vita zu Buche stehen.

Das Duo spielte mit u. a. „Gospel Of Good Times“, dem schön swampigen “Two Man Job” , „My Glass Is Half Full” und “High Desert Rambler”, Stücke aus ihrer aktuellen CD. Dazu gab es mit „Easy“ (Lionel Richie) und „Reelin‘ In The Years“ (Steely Dan) zwei klasse Cover-Nummern im ungewohnten Akustik-Gewand. Bray sorgte für die gesanglichen Akzente, Konesky deutete mit vielen quirligen Soli auf seiner Klampfe und einigen Harmonie-Parts an, warum seine musikalischen Dienste gern in Anspruch genommen werden. Eine unterhaltsame, kurzweilige halbe Stunde.

Wie schon in Dortmund, bekam dann Duane Betts zunächst die Gelegenheit, seine Künste als Fronter zu präsentieren. Das Programm war bis auf eine Jam-Instrumental-Version von „Whipping Post“ (statt “In Memory Of Elizabeth Reed“) nahezu identisch. Er und sein kongenialer Gitarrenpartner Johnny Stachela ließen wieder einige herrliche Soli (Twin, Slide) ab. Lustig anzusehen war immer Duanes ‚Schnute‘, wenn er sich in seine Spielkünste ganz vertiefte. Mein Favorit war das mit einer markanten E-Gitarren-Hook und dezentem Eagles-Flair bedachte „Ride It Out“, das man auch auf seiner aktuellen EP „Sketches Of American Music“ finden kann.

Der auffällig von seinem flauschigen Backenbart befreite und somit glatt rasierte Devon Allman begann seine Vorherrschaft auf der Bühne mit dem Instrumental „Mahalo“, wo er auf seiner Strat auch ordentlich Gas gab. Das soulig-funkige „I’ll Be Around“ mit integrierter Leisespiel-Phase und brachialem Übergang, begeisterte ebenso wie die Royal Southern Brotherhood-Nummer „Left My Heart In Memphis“.

Mit „Blue Sky“ und dem grandios performten Klassiker “In Memory Of Elizabeth Reed“ (für mich das Highlight des Gigs) stieg der Betts-Sprössling wieder ein. Im ruhigeren Part (auch hier waren wieder Hocker auf der Bühne) gefielen das Grateful Dead-Cover „Friend Of The Devil“ und eines von Vater Greggs Paradestücken „Melissa“.

Nach der gospeligen, wieder von Keyboarder Nicolas David angeführten Bill Withers-Einlage „Lean On Me“ beendete ein weiterer berühmter Song aus der Feder von Gregg Allman, „Midnight Rider“, das Hauptprogramm. Die Zugabe-Rufe der restlos begeisterten Yard Club-Audienz wurde dann mit einer Hammer-Version vom Prince-Klassiker „Purple Rain“ bedient, bei der alle Musiker nochmals auftrumpften und gleich vier E-Gitarristen involviert waren. Am Ende des Liedes ließ der ‚Chef‘ des Projekts, Devon Allman, nochmals ein sattes Solo ab.

Fazit: Auch der zweite Besuch hatte sich absolut gelohnt. Während in Dortmund die Musik voluminöser rüber kam, stand an diesem Abend in Köln eher das intensivere, direktere Club-Feeling im Vordergrund. Was das Zuschauerinteresse hierzulande betrifft, ist es für Devon und Duane allerdings noch ein weiter Weg, um die Fußstapfen ihrer Väter treten zu können.

Bild-TextDie hatten nämlich in der Domstadt damals locker die legendäre Sporthalle, wie auch später das E-Werk bis zum Rande gefüllt. Aber ein kleiner Anfang ist zumindest gemacht. In jedem Fall war es eine tolle Werbung für den Southern Rock. Und am Ende war dann auch Gernot noch wunschlos glücklich, als die Unterschrift Devons sein wunderschönes Bild zierte.

Danke, wie immer, an Marcus Neu für die gewohnt freundliche und lockere Aufnahme in ’seinem‘, immer wieder gern besuchten Yard Club.

Line-up: Wynchester
Mike Bray (lead vocals, acoustic guitar)
John Konesky (acoustic lead guitar, vocals)

Line-up: Devon Allman Project
Devon Allman (lead vocals, electric guitar, acoustic guitar)
Duane Betts (lead vocals, electric guitar)
Tyler Jackson Stokes (electric guitar, vocals)
Johnny Stachela (electric guitar, slide guitar, vocals)
Justin Corgan (bass)
John Lum (drums)
Nicholas David (keys, vocals)
R. Scott Bryan (percussion, acoustic guitar, keys, vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

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