Eamonn McCormack – 25.11.2018, Yard Club, Köln – Konzertbericht

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Im Rahmen seiner Herbst- Tour machte Eamonn McCormack Halt in Köln. Leider scheint der sympathische Ire dem Kölner Publikum kein Begriff zu sein, da der Besuch ausbaufähig ist. Schön ist an dieser Stelle zu erwähnen, dass der Manager des Yard Clubs, Marcus Neu, wegen der Fähigkeiten des mittlerweile 56 jährigen McCormack, auch in Zukunft Konzerte mit plant, da er den Grundsatz lebt, dass Qualität sich letztendlich durchsetzt. Eben diese war an diesem Abend zur Genüge vorhanden.

Pünktlich um 20:15 Uhr betrat McCormack mit seiner Band die Bühne in klassischer Blues-Besetzung mit Gitarre, Bass und Schlagzeug, um mit „From Town To Town“ die Anwesenden auf eine Reise durch den irisch-keltischen Blues zu nehmen, wie er seinen Stil in einem Gespräch nach dem Konzert definierte. Schon beim Opener war seine Affinität zu seinem Vorbild, dem legendären Rory Gallagher, zu erkennen. Gradliniger, zuweilen ungezügelter Blues Rock ohne irgendwelche Effekthascherei, vorgetragen von einem McCormack in Höchstform, mit einer unvergleichlichen Spielfreude, die letztendlich in ein fast zweieinhalbstündiges Konzert mündete, das die leider zu wenig Anwesenden sprichwörtlich von den Hockern der aufgestellten Stehtische riss.

Einen großem Anteil daran hatten auch seine beiden Begleitmusiker, Eddy Karg am Bass und Max Jung Poppe an den Drums, die mit ihrer starken Rhythmusarbeit, die Grundlage für viele Uptempo- bis Highspeed-Soli McCormacks lieferten.

Nach einigen Songs gelang McCormack vom Aufbau des Konzertes her ein kleiner Geniestreich. Direkt nach „Missing You“ folgte mit „Calling Card“ einer der großen Gallagher-Klassiker. Spätestens jetzt hatte er alle Anwesenden in seinen Bann gezogen, die teils mittanzend oder nur still genießend, den stark arrangierten Liedern folgten.

Danach kamen mit „Funky Town“ und „Rock Me Baby“ zwei Stücke von „Kindred Spirits“, einem zu empfehlenden Album, mit in den 90er Jahren aufgenommenen Liedern, in welchen er von schillernden Größen wie Rory Gallagher, Jan Akkerman, Hermann Brood und Keith Donald unterstützt wurde.

An das klassische Blues-Stück „Nite In The Life Of An Old Blues Singer“ wurde ein Medley aus alten Rock’n’Roll-Highlights angeschlossenf, bei dem die Band bewies, dass Blues und Rock schön miteinander verknüpft werden können.

Nach  „When You Cross The Line“ und „Heal My Faith“, in guter alter Gallagher-Manier vorgetragen, kam es zu einem kurzen Bruch im sonst vor Dynamik strotzenden Konzert. Poppe und Karg verließen die Bühne und Eamonn performte mit der Akkustikgittarre und Harp zwei sehr gefühlvolle Tracks. Einer fast rührenden Version des Hendrix Klassikers „Angel“ folgte mit „No Airs And Graces“ eine Hommage an sein Vorbild Gallagher. Bis auf zwei Besucher, die sich munter unterhielten, hörten alle verträumt zu, was eine der  Anwesenden dazu veranlasste, sie sprichwörtlich zusammenzustauchen.

Danach war bis auf das schöne Gitarrenspiel, den harmonischen Gesang und eingestreute Harpklänge nichts mehr zu hören. Manches regelt sich auch oft, wenn mal ein Machtwort gesprochen wird…

Mit „That’s Rock’N’Roll“ nahm das Konzert wieder Fahrt auf, um mit dem Instrumental „Mystica“ stilistisch kurz vom Blues der Marke Gallagher abzuweichen. Augen zu und man hätte meinen können, Gary Moore hätte mit auf der Bühne gestanden!

“Internet Star”, “Lousy Day” und “Down And Out” wurden in bewährter Manier vorgetragen, wobei sich McCormack bei einem Lied durchs Publikum bewegte, und scheinbar für jeden Einzelnen ein paar Noten spielte, um mit einer Bierflasche als Bottlenack den Song zu beenden. Mehr Publikumsnähe bei einem Konzert geht nicht.

„Mit My Saving Angel“ wurde es noch einmal ruhiger. McCormack  setzte sich auf eine Box und trug den Song ohne elektronische Verstärkung seiner Stimme leise begleitet von seiner E-Gitarre, den ehrfurchtsvoll lauschenden Zuschauern im Storytelling-Stil vor.

Der Ausklang mit den Highlights „Falsely Accused“ und „Shadow Play“, mit einem ausladenden Solo zum Ende, stand wieder ganz im Zeichen Gallaghers.

Als Zugaben legte die Band noch „Moving On“ und „Johnny Be Good“ nach, wobei Eamonn in einem Refrain dem Johnny noch ein Winter folgen ließ.
Nach positiv turbulenten knapp zweieinhalb Stunden verabschiedete sich McCormack vom Publikum, um den gebührenden Applaus zu empfangen. Im Anschluss stand der Ire für Smalltalks und Fotos am Merchandising-Stand bereit und erwies sich trotz des leider geringen Zuschauerzuspruchs bestens gelaunt und erfreut über ein ansonsten tolles Blues Rock-Konzert in Yard Club. Er gab sich dabei als charmanter Mensch mit dem viel über Vergangenes in seiner Karriere aber auch über die Gegenwart geklönt werden konnte.

Es ist zu hoffen, dass in der Zukunft, nach diesem fulminanten Auftritt viele Blues Rock-Fans die Chance nutzen, einem solchen Abend beizuwohnen. Mein Dank gilt zudem Marcus Neu, der es wieder möglich gemacht hat, dass handgemachte Musik im Yard Club geboten wird. Sowohl der Sound- und Licht-Techniker als auch der Mann an der Theke, der während der Show bei der Band anfragte, ob sie noch etwas zu trinken haben wollen, machten einen hervorragenden Job.

Line-up:
Eamonn McCormack (lead vocals, electric guitars)
Eddy Karg (bass)
Max Jung Poppe (drums)

Text und Bilder: Gernot Mangold

Eamonn McCormack
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Yard Club, Köln

The Brandos – 16.10.2018, Yard Club, Köln – Konzertbericht

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Wenn ich mich nicht verzähle, machte ich im Kölner Yard Club das Dutzend meiner Konzertbesuche von The Brandos voll. Enttäuscht wurde ich nie. Ich habe sie in rappelvollen Häusern und vor verblüffend kleinem Publikum auftreten sehen. Der Yard Club war an diesem Dienstagabend gut besucht, wenn auch nicht ganz so gefüllt wie bei dem Konzert der Band im vergangenen Jahr.

Die Setlist des Abends war mit dem im Blue Notez Club vor elf Tagen weitgehend identisch und unterschied sich von der des Vorjahres dadurch, dass „These Troubled Times“ und „Bella Encantadora“ vom Album „Los Brandos“ durch „Ridin’ The Red-Eye” und „The Siege“ ersetzt wurden. Sie bot einen Streifzug durch das bisherige Schaffen der Band.

Dave Kincaid bewies erneut seine agile und filigrane Kunstfertigkeit an verschiedenen Gitarren, selbstverständlich begleitet von seiner ausdruckstarken Mimik. Frank Giordano hatte ebenfalls schöne Gitarrenparts, vor allem bei „The Solution“, „Love Of My Life“ und „Nothing To Fear“. Bei dem beeindruckend performten „Ridin’ The Red-Eye” verausgabte er sich an der Mundharmonika. Das Publikum feierte den Song und das folgende „Gettysburg“ frenetisch.

Als Kincaid das Intro zu „Over The Boarder“ anstimmte, war die Stimmung auf dem Höhepunkt. Aber auch bei den vorher gespielten „The Keeper“ und „Light Of Day“ sowie beim später folgenden „Pass The Hat“ zeigten sich die Besucher textsicher und begeisterungsfähig.

Insgesamt leitete Dave Kincaid weniger Stücke mit persönlichen Anmerkungen ein als in den beiden zuvor gesehenen Auftritten. Die Erfahrungen eines Freundes bei seiner Einwanderung in die Vereinigten Staaten von Amerika verarbeitete er bei „Señor Coyote“. Zur Einstimmung auf „Querer A Los Niños“ fügte Kincaid eine Spitze gegen den Präsidenten seines Heimatlandes und dessen Pläne ein, eine Mauer zwischen den USA und Mexiko zu ziehen.

„Anna Lee“ ist einer Dame des Südens gewidmet, dabei stellte der Bandleader klar, dass mit der geographischen Angabe nicht Bayern, Österreich oder die Schweiz gemeint sind, sondern eine Grenzlinie, die anscheinend immer noch die Vereinigten Staaten von Amerika durchzieht.

Sal Maida trat besonders bei „Can’t Go Home“ in Erscheinung. Hier wurde er nicht nur im Background aktiv, sondern er animierte auch das Publikum in der Kunstpause des Stücks, die Band zu unterstützen. Schlagzeuger Phil DiMarco sorgte für den richtigen Drive der Stücke und gab ebenfalls beim Backgroundgesang mächtig Gas.

Das schöne Intro zu „Woodstock Guitar“ – das mich in Dortmund begeisterte – ging in Köln etwas unter, was an der noch höheren Lautstärke und vielleicht an meiner Position im Saal lag. Kincaids Gitarrensolo bei „Nothing Tor Fear“ hingegen kam mir an diesem Abend besonders gelungen vor. Nach meiner Wahrnehmung war es etwas ausgedehnter als sonst. Der Titel beendete das Konzert, ohne dass die Band „Gunfire At Midnight“ spielte, das eigentlich auf dem Tour-Programm steht.

An der Stimmung im Saal lag es sicherlich nicht, dass das letzte Stück der Setlist wegfiel. Vielleicht zollen die bisherigen fünf Wochen der Tour ihren Tribut, oder die viertelstündige Verzögerung, mit der das Konzert begann, war Grund dafür. Wie dem auch sei: Die Besucher kamen während des fast zweistündigen Auftritts auf ihre Kosten.

Für ihren kraftvollen und gitarrengetragenen Sound sind The Brandos bekannt. Das Programm der letzten beiden Touren war durch die Titel der aktuellen CD „Los Brandos“ geprägt. Darüber hinaus setzte Kincaid auf eine Auswahl temporeicher Stücke seiner früheren Werke.

Die eher am Folk mit irischen Einflüssen orientierte Seite, die ebenfalls ein Markenzeichen der Band ist, trat dabei etwas in den Hintergrund. Kincaid kündigte in Dortmund an, im nächsten Jahr wieder auf Tournee zu gehen. Vielleicht wäre es eine Idee, dann verstärkt diese Bandtradition aufleben zu lassen und dabei Mandoline oder Banjo wieder hervorzuholen.

Nicht nur seine packenden Versionen von Traditionals, sondern auch die hervorragenden Songs „Partners“, „We Are No Man“, „My Friend, My Friend“ oder auch „Tell Her That I Love Her“ würden auf meiner Wunschliste stehen. Vor allem „Hallowed Ground“ habe ich – sofern ich mich recht entsinne – trotz der zahlreichen Konzertbesuche noch nie live gehört. Wie die Liedauswahl auch sein wird: Die Gigs von The Brandos sind sowieso Pflichttermine, auf die man sich freuen kann.

Im Yard Club konnten leider keine Fotografen der SoS-Gemeinde dabei sein. Besonders gedankt sei daher Marcus Neu von der Kantine, dass er mich als Schreiberling, der auch Fotos machen durfte, auf die Gästeliste gesetzt hat.

Line-up:
Dave Kincaid (lead vocals, guitars)
Frank Giordano (guitars, hamonica, vocals)
Sal Maida (bass, vocals)
Phil DiMarco (drums, vocals)

Bericht und Bilder: Michael Segets

Deutsche The Brandos-Fanpage
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Yard Club Köln

Ben Granfelt – 18.09.2018, Yard Club, Köln – Konzertbericht

Been-Haupt

Dienstag Abend – Ben Granfelt hautnah  in Köln – und keiner geht hin. Nun gut, ganz so schlimm war es dann doch nicht, aber knapp 35 Leute bei so einem versierten Musiker wie ihm, ist dann doch schon wirklich bitter zu erleben. Der deutsche Michel und seine Michaela gucken halt lieber Fußball oder besuchen Ed Sheeran und Helene Fischer in anonymer Masse weit weg vom Schuss, dann dafür aber zu Wucherpreisen…

Das frühere Mitglied der Lenningrad Cowboys, von Guitar Slingers und Wishbone Ash, samt seiner Rhythmus-Combo Masa Maijanen (bass, bgv) und Drummer Santeri Saksala (auch Mitglied bei den finnischen Proggern Wheel), ließ sich davon aber nicht schocken und lieferte vom Opener „Check Up From the Neck Up„ an – absolut professionell – einen starken Gig ab.

Als zweites Stück folgte direkt mein Favorit des Abends. Granfelt & Co. brachten eine megastarke Version von Gerry Rafferties „Baker Street“, wobei die berühmten Sax-Parts durch Bens Les Paul ersetzt wurden.

Ein weiteres starkes Cover erfolgte mit Pink Floyds Klassiker „Breathe“. In den Fokus gesetzt wurde natürlich das noch relativ frisch auf dem Markt befindliche, neue Album „My Soul To You“, das dann auch mit Tracks wie „A Better Place“, „Mind Your Head And Watch Your Step“, „Life, Living And You“ und dem bluesig-balladesk angehauchten tollen Titelsong angemessen beworben wurde.

Granfelts Wishbone Ash-Phase wurde anhand von „Faith, Hope And Love“ sowie dem „Almighty Blues“ gehuldigt. Mit „Open Road, Open Book“, dem ZZ Top-shuffligen „Hangman’s Tree“ übergehend in „Wayward Child“ (Rory Gallagher) und seinem Paradelied “Going Home” waren weitere markante Songs in die Setlist integriert, bei denen Ben seine technisch brillanten Solokünste auf den insgesamt drei unterschiedlichen Gitarrentypen zu Hauf in den Vordergrund stellte.

Nach dem Konzert zeigte sich der, auch während des Auftritts locker aufgelegte Finne (immer ’ne kleine Anekdote vor den Songs auf den Lippen) von einem Bild aus einem früheren, von uns beleuchteten Gig, ziemlich beeindruckt, das Gernot auf einer Hochglanz-Stahlplatte herstellen lassen und zum Signieren mitgebracht hatte. Somit insgesamt ein schöner Abend, der wirklich  deutlich mehr Zuschauer verdient gehabt hätte. Vielen Dank wie immer an Marcus Neu für die Akkreditierung.

Line-up:
Ben Granfelt (lead vocals, electric guitars)
Masa Maijanen (bass, bgv)
Santeri Saksala (drums, bgv)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Ben Granfelt
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Yard Club, Köln

Devon Allman Project – Support: Wynchester- 29.08.2018, Yard Club, Köln – Konzertbericht

Obwohl ich das Devon Allman Project ja schon letzte Woche in Dortmund erlebt hatte, gab es, neben der unbestrittenen Klasse und reizvollen Konstellation des Projekts, genügend triftige Gründe, um noch einen weiteren Besuch im Kölner Yard Club anzuschließen.

Da spielte unter anderem unsere Verbundenheit zu deren engagiertem Club-Chef Marcus Neu eine gewichtige Rolle, der immer ein herzlicher Gastgeber ist, aber auch, dass Sounds Of South Hof-Fotograf Gernot Mangold in der westfälischen Metropole noch urlaubsbedingt passen musste und sich den Gig natürlich jetzt nicht entgehen lassen wollte. Dazu hatte er noch eines seiner Highlight-Bilder von Devon vom Konzert vor knapp zwei Jahren, auf großwandiger Leinwand abgebildet, mit zum Unterzeichen dabei.

Dazu gab es diesmal mit dem Duo Wynchester, bestehend aus Mike Bray und John Konesky einen reizvollen Support. Gerade letztgenannter John Konesky hat durch Mitwirkung bei Bands wie Trainwreck, Tenacious D, der Kyle Gass Band und als Gitarrist beim Soundtrack von The Hangover Part II eine höchst interessante Vita zu Buche stehen.

Das Duo spielte mit u. a. „Gospel Of Good Times“, dem schön swampigen “Two Man Job” , „My Glass Is Half Full” und “High Desert Rambler”, Stücke aus ihrer aktuellen CD. Dazu gab es mit „Easy“ (Lionel Richie) und „Reelin‘ In The Years“ (Steely Dan) zwei klasse Cover-Nummern im ungewohnten Akustik-Gewand. Bray sorgte für die gesanglichen Akzente, Konesky deutete mit vielen quirligen Soli auf seiner Klampfe und einigen Harmonie-Parts an, warum seine musikalischen Dienste gern in Anspruch genommen werden. Eine unterhaltsame, kurzweilige halbe Stunde.

Wie schon in Dortmund, bekam dann Duane Betts zunächst die Gelegenheit, seine Künste als Fronter zu präsentieren. Das Programm war bis auf eine Jam-Instrumental-Version von „Whipping Post“ (statt “In Memory Of Elizabeth Reed“) nahezu identisch. Er und sein kongenialer Gitarrenpartner Johnny Stachela ließen wieder einige herrliche Soli (Twin, Slide) ab. Lustig anzusehen war immer Duanes ‚Schnute‘, wenn er sich in seine Spielkünste ganz vertiefte. Mein Favorit war das mit einer markanten E-Gitarren-Hook und dezentem Eagles-Flair bedachte „Ride It Out“, das man auch auf seiner aktuellen EP „Sketches Of American Music“ finden kann.

Der auffällig von seinem flauschigen Backenbart befreite und somit glatt rasierte Devon Allman begann seine Vorherrschaft auf der Bühne mit dem Instrumental „Mahalo“, wo er auf seiner Strat auch ordentlich Gas gab. Das soulig-funkige „I’ll Be Around“ mit integrierter Leisespiel-Phase und brachialem Übergang, begeisterte ebenso wie die Royal Southern Brotherhood-Nummer „Left My Heart In Memphis“.

Mit „Blue Sky“ und dem grandios performten Klassiker “In Memory Of Elizabeth Reed“ (für mich das Highlight des Gigs) stieg der Betts-Sprössling wieder ein. Im ruhigeren Part (auch hier waren wieder Hocker auf der Bühne) gefielen das Grateful Dead-Cover „Friend Of The Devil“ und eines von Vater Greggs Paradestücken „Melissa“.

Nach der gospeligen, wieder von Keyboarder Nicolas David angeführten Bill Withers-Einlage „Lean On Me“ beendete ein weiterer berühmter Song aus der Feder von Gregg Allman, „Midnight Rider“, das Hauptprogramm. Die Zugabe-Rufe der restlos begeisterten Yard Club-Audienz wurde dann mit einer Hammer-Version vom Prince-Klassiker „Purple Rain“ bedient, bei der alle Musiker nochmals auftrumpften und gleich vier E-Gitarristen involviert waren. Am Ende des Liedes ließ der ‚Chef‘ des Projekts, Devon Allman, nochmals ein sattes Solo ab.

Fazit: Auch der zweite Besuch hatte sich absolut gelohnt. Während in Dortmund die Musik voluminöser rüber kam, stand an diesem Abend in Köln eher das intensivere, direktere Club-Feeling im Vordergrund. Was das Zuschauerinteresse hierzulande betrifft, ist es für Devon und Duane allerdings noch ein weiter Weg, um die Fußstapfen ihrer Väter treten zu können.

Bild-TextDie hatten nämlich in der Domstadt damals locker die legendäre Sporthalle, wie auch später das E-Werk bis zum Rande gefüllt. Aber ein kleiner Anfang ist zumindest gemacht. In jedem Fall war es eine tolle Werbung für den Southern Rock. Und am Ende war dann auch Gernot noch wunschlos glücklich, als die Unterschrift Devons sein wunderschönes Bild zierte.

Danke, wie immer, an Marcus Neu für die gewohnt freundliche und lockere Aufnahme in ’seinem‘, immer wieder gern besuchten Yard Club.

Line-up: Wynchester
Mike Bray (lead vocals, acoustic guitar)
John Konesky (acoustic lead guitar, vocals)

Line-up: Devon Allman Project
Devon Allman (lead vocals, electric guitar, acoustic guitar)
Duane Betts (lead vocals, electric guitar)
Tyler Jackson Stokes (electric guitar, vocals)
Johnny Stachela (electric guitar, slide guitar, vocals)
Justin Corgan (bass)
John Lum (drums)
Nicholas David (keys, vocals)
R. Scott Bryan (percussion, acoustic guitar, keys, vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Devon Allman
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Duane Betts
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Wynchester
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Yard Club Köln

The Band Of Heathens, 10.07.2018, Yard Club, Köln – Konzertbericht

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Wenn die Band Of Heathens in unserer Gegend präsent ist, ist das für uns natürlich ein Pflichtbesuch, besonders in einer Location wie im Yard Club in Köln, zu dem wir ja dank ihres ‚Chefs‘ Marcus Neu ein besonders herzliches Verhältnis pflegen.

Der Termin zu Anfang der Woche, dazu mit dem Fußballweltmeisterschafts-Halbfinalspiel Frankreich-Belgien ein weiterer Störfaktor, ließ in Sachen Zuschauerresonanz nichts Gutes erahnen. Dennoch fanden sich um die 50 musik-begeisterte Leute ein, sodass der Club kein tristes Erscheinungsbild abgab.

Ich persönlich war erfreut, mal wieder Jürgen Thomä von Bärchen Records zu treffen, dem ich ja zumindest auch einen Teil meines musikalischen Wissenshorizontes zu verdanken habe und natürlich auch meine Fan-Freunde von Rot Weiss Essen (u. a. RWE Uralt-Ultras-Präsident Happo), die BOH seit Beginn ihres Treibens, ihre Treue halten und sie immer wieder besuchen, sofern sich die Gelegenheit ergibt.

20.15 Uhr stieg das mit Jesse Wilson um einen neuen Bassspieler modifizierte Quintett mit „Should Have Known“ in den Gig ein. Mit „Sugar Queen“ gab es das erste Stück aus ihrer aktuellen EP „Live Via Satellite“, dem im späteren Verlauf noch das wunderbare semi-akustische „Ruby (Ed Jurdi und Gordy Quist auf der Akustikgitarre, alle mit Eagles-mäßigen Satzgesängen), das poppige „All I’m Asking“ und das herrlich umgesetzte Neil Young-Cover „Alabama“ (der fleißig fotografierende Kollege Gernot als großer NY-Fan war absolut verzückt) folgen sollten.

„Jackson Station“ und der „L.A. County Blues“, die ja schon zu den Klassikern der Texaner zählen, der stark gespielte „Judas Iscariot Blues“, das soulig-melodische, von Ed gesungene „DC 9“ und das famos performte „Hurricane“ zum Abschluss des Hauptteils, wo übrigens zwei Mädels, die hinter mir standen, so textsicher und klasse mitsangen, dass man sie als Verstärkung auf die Bühne hätte holen können, zählten zu meinen Favoriten des Abends.

Der wechselseitige Gesang und das vorzügliche E-Gitarrenspiel der beiden ‚Anführer‘ Gordy Quist und Ed Jurdi ist immer noch eine Reise wert. Trevor Nealon ließ immer wieder seine Klimperqualitäten aufblitzen und Drummer Richard Millsap verlieh vielen Stücken besonders in den Schlussphasen Kraft und Dynamik.

Zum Finale gab es mit „Baby, You’re A Rich Man“ als einzige Zugabe noch ein Beatles-Stück, das die zum Teil etwas poppigere Ausrichtung des Fünfers seit dem Ausstieg von Colin Brooks nochmals unterstrich. Nach 90 kompakten Minuten war dann Feierabend. Am Ende konnten wir Ed und Gordy noch für das obligatorische Bild mit dem SoS-Logo für die VIP-Galerie gewinnen. Unterm Strich ein ordentlicher Band Of Heathens-Gig, bei dem man aber den einen oder anderen Track (z. B. „Look At Miss Ohio“) vermisst hat.

Line-up:
Ed Jurdi (lead vocals, electric, slide and acoustic guitars, vocals)
Gordy Quist (lead vocals, electric, slide and acoustic guitars, vocals)
Jesse Wilson (bass, vocals)
Richard Millsap (drums, vocals)
Trevor Nealon (keys, vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Bericht: Daniel Daus

The Band Of Heathens
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Yard Club Köln

Shred Kelly – 14.04.2018, Yard Club, Köln – Konzertbericht

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Es ist bekannt, dass Yard Club-Chef Marcus Neu, ein gutes Gespür für aufkommende Acts hat. Wenn er von etwas überzeugt ist, dann zieht er eine Sache kompromisslos durch, selbst, wenn er dafür einen ‚langen Atem‘ braucht.

Bestes Beispiel sind The Dead South, die zunächst vor 15 Zuschauern, ihre Musik im Club Preis geben mussten, zweieinhalb Jahre später bei ‚der großen Schwester‘, der Kantine, schon 800 Leute unterhielten und mittlerweile viele angesagte Locations überall auf der Welt füllen.

Ein gleiches Schicksal ereilte bereits zum wiederholten Male die kanadischen Folk Rock-Kollegen Shred Kelly mit ihrem Support Megan Nash, die – es verstehe, in einer hiesigen Metropole und Studenten-Stadt wie Köln, wer will – auch nur eine sehr übersichtliche Anzahl an Zuschauern mobilisieren konnten.

Dabei ist das doch Musik, die durchaus in geistig etwas beschlageneren Kreisen, gern gehört wird. Mittagsschlaf um 21:00 Uhr noch nicht beendet oder was auch immer, für mich persönlich bleibt es, vor allem aufgrund der allseits bekannten, mitreißenden Leistungen und sowie der positiven Ausstrahlung der Band, ein absolutes Rätsel.

Aber von vorne. Noch bitterer war es natürlich für die, aus der kanadischen Walachei (Sasketchawan) stammende Megan Nash, die solo, nur mit Akustikgitarre umhangen, mit ihrem dezent Country-umwehten Singer/Songwriter-Stoff, gegen eine größtenteils rumbrabbelnde, sich selbst wichtiger nehmende Audienz, ankämpfen musste.

Die stellte schwerpunktmäßig Stücke aus ihrem aktuellen Album „Seeker“ vor, wobei sie bei mir, mit ihrem variablen und ausdrucksstarken Gesang, der wirklich alle Tonlagen von hell, zart bis emotional, rotzig und tief, umfasste, punkten konnte.

Direkt hinterher betraten dann Sage McBride, Tim Newton, Ty West, Jordan Vlasschaert und ihr Tour-Drummer, Eddie Annett, die Bühne, um dann auch ihr, von uns reviewtes Neuwerk „Archipelago“ in den Fokus zu rücken.

Die drückten dann auch direkt mit den launigen Openern dieses Albums, aber in umgekehrter Reihenfolge, „Don’t Ever Look Back“ und „Archipelago“, aufs Folk Rock-Gaspedal, sodass Tim Newton schon frühzeitig eine neue Saite für sein, während des Konzertes stark in Anspruch genommenes Banjo, bemühen musste.

Auch im weiteren Verlauf präsentierten die, sich immer wieder im Lead und Backing Gesang abwechselnden und sich ergänzenden Sage McBride und Tim Newton, samt ihrer Kollegen, mit dynamischen Tracks wie u. a. „Stereo“, „Jupiter (Any Other Way“, „Nova“, „Rowed Away“, „Sing To The Night“, „Cabin Fever“, „My Vessel, My Grave“ und „Didn’t Know“, furios abgehende und rhythmisch aufbrausende, keltisch- wie Heartland-umwehte Eigenkompositionen, an der Schnittstelle krawalliger The Pogues und melodischer, sowohl radio- als auch stadiontauglicher U2.

Etwas Einhalt, aber eher mehr punktuell, gewährten die Kanadier aus British Columbia, bei atmosphärischen und poppigen Sachen wie „Way Down“ und  „Going Sideways“. Zum Ende des Hauptteils fegten sie mit dem wüst rockenden „Tornado Alley“ eine regelrechte Folk Rock-Sturm-Schneise durch den Yard Club.

Zum Zugabenteil ließ sich zunächst nur Drummer Annett für ein Solo sehen, danach kam der Rest wieder für die beiden Rausschmeißer „Die Trying“ und „New Black“, bei denen die Anwesenden erneut ordentlich abtanzten, auf die Bühne.

Fazit: Trotz enttäuschender Kulisse, ließen sich Shred Kelly (auch sehr nette und offene Menschen, wie wir vor dem Konzert im Backstage-Berich feststellen durften) nicht frustrieren, und spulten einen furiosen Gig professionell herunter, als wenn der Yard Club aus allen Nähten geplatzt wäre. Ach ja, und heute spielen sie wohl wieder vor ausverkauftem Haus im Londoner Kultclub The Garage, in dem schon Größen wie u. a. die Red Hot Chili Peppers oder Oasis vorstellig waren. Übrigens als Support einer der vielen Neuschen Entdeckungen namens The Dead South…

Line-up:
Sage McBride (lead and backing vocals, keys, percussion)
Tim Newton (lead and backing vocals, banjo, ukulele)
Ty West (electric guitar)
Jordan Vlasschaert (bass, ukulele, percussion, vocals)
Eddie Annett (drums)

Support: Megan Nash (leadvocals, acoustic guitar)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Shred Kelly
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Megan Nash
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Yard Club Köln

Laura Cox Band – 23.03.2018, Yard Club, Köln – Konzertbericht

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Riesen-Zuschauerschlange vor dem Kulturbetrieb-Areal an der Neusser Landstraße! An diesem Abend gab es mit der Pop Rockband X Ambassadors und der Laura Cox Cox Band gleich zwei parallel angesetzte Veranstaltungen, in der, sowohl die ‚Die Kantine‘ und als auch den ‚Yard Club‘ beherbergenden Location.

Während der überwiegende Teil, einhergehend mit viel jungem ‚Gemüse‘, für die WDR 2-kompatible Combo aus New York angereist war, hatten sich für die, durch ihre Youtbe-Videos im Internet bekannt gewordene Französin und ihre Band, knappe 100 Leute, meist in unserer Altersklasse, im schnuckeligen Yard Club eingefunden.

Als die hübsche Fronterin (angenehmer Weise mal untättowiert, lediglich mit rotem Lippenstift als Kontrast zu ihrem hellen Hautteint, stilvolle äußerliche Akzente setzend) nach kurzem Instrumentalintro ihrer Mitstreiter, in schlichtem Jeans-Outfit die Bühne betrat, wurden mit dem fulminanten Opener „Hard Shot Blues“ direkt die Weichen für einen zünftig und hart abrockenden Abend gestellt.

Der Slogan auf dem Bühnen-Banner hinterm Schlagzeug unter ihrem Logo, ‚Southern Hard Blues‘, wurde in den folgenden gut 90 Minuten konsequent in die Tat umgesetzt.

Dabei setzten Laura und ihre Begleiter Mathieu Albiac, Antonin Guérin und der, für einige Gigs, Francois C. Delacoudre ersetzende Maxime Vaugon, auf einen gut gewählten Mix aus Tracks von ihrem aktuellen Debütwerk, bekannten Coverstücken wie „Foxy Lady“ von Hendrix und „Jumping Jack Flash“ von den Stones“ in einer 4.0-Version, sowie einigen brandneuen Sachen wie „Another Game“ (Laura mit Dobro), „River“ oder „Bad Luck Blues“, die auf dem, für Frühjahr 2019, geplanten neuen Album, platziert werden sollen.

Aus meiner Sicht stellten die Stücke, „Barefoot In The Countryside“, auf dem die Protagonistin, neben ihren vielen quirligen E-Gitarren-Soli, auch ihr variables Können auf dem Banjo bewies, das Southern-rockige „Good Old Days“ ( mit kleinem „Free Bird“-Gitarren-Intermezzo) als auch der launige Rausschmeißer „If You Wanna Get Loud (Come To The Show)“ mit integriertem „Whole Lotta Rosie“ als zweite Zugabe, die Höhepunkte in einer, von ungemeiner Spielfreude aller Beteiligten gezeichneten Vorstellung.

Fazit: Ein unterhaltsamer, richtig fett rockender Abend mit einer spürbar noch hungrigen jungen und mit viel Talent gesegneten zierlichen Künstlerin (übrigens auch sehr sympathisch, wie sich am Merchandising-Stand herausstellte) samt ihrer Band, der eine rosige Zukunft bevor stehen könnte. Und so haben Gernot und ich eigentlich auch nur zufriedene Gesichter den Yard Club verlassen sehen, die Ihr Kommen nicht bereut hatten und sicherlich auch beim nächsten Mal wieder dabei sein werden. In diesem Sinne – À bientôt, Laura!

Vielen dank an Yard Club-Chef Marcus Neu für die gewohnt unkomplizierte und nette Aufnahme.

Line-up:
Laura Cox (lead vocals, guitars)
Mathieu Albiac (electric guitar, vocals)
Maxime Vaugon (bass, vocals)
Antonin Guérin (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Laura Cox Band
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Yard Club Köln

The Delta Saints – 02.07.2017, Yard Club, Köln – Konzertbericht

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Endlich mal wieder in der schönsten Stadt Deutschlands, wie die Gäste im Müngersdorfer Stadion beim Fußball begrüßt werden. Mein Weg führte mich allerdings in den schummrigen Yard Club im Kölner Norden zum Konzert der Delta Saints aus Nashville, zum zweiten Teil der „Monte Vista„-Tour. Im Fußball lag vermutlich auch der Grund, dass der Club nur etwa zur Hälfte gefüllt war, da zeitgleich die deutsche Nationalmannschaft um den Confed Cup spielte.

Pünktlich gegen 20:15 Uhr legte das Quintett los und zog direkt die Anwesenden mit dem groovenden „Heavy Hammer“ vom 2014er Album „Bones“ in ihren Bann, wobei sich Ben Ringel ohne Gitarre ganz auf den Gesang konzentrieren konnte. Danach präsentierte die Band zunächst „Burning Wheels“ und es wurde etwas psychedelischer. Dazu passte auch der Titelsong „Bones“ vom 14er Album. Mit „California“ nahm das Konzert richtig Fahrt auf und das Publikum ging fast tanzend mit. Spätestens zu diesem Zeitpunkt wusste jeder der Anwesenden, dass er/sie den Gang in den Yard Club nicht zu bereuen brauchte.

Das traf sowohl auf die Zuschauer, wie auch die Band zu. Ben Ringel moderierte sichtlich gut gelaunt und humorvoll durch die Songs, Dylan Fitch entlockte seinen Gitarren mit einem Dauerlächeln und Zwinkern ins Publikum in jedem Song gekonnte Solis.  David Supica am Bass, mal in sich gekehrt, mal extrovertiert, legte mit dem sichtlich gut gelaunten Vincent Williams an den Drums eine kräftige Rhytmusgrundlage, die den beiden Gitarristen die Möglichkeit gab, sich in abwechslungsreichem Saitenspiel auszutoben. Last but not least, bereicherte Nate Kremer mit seinem gekonnten Wirken an den Keyboards auf dieser Tour die Band. Hier war dann auch die Nähe zu den psychedelischen Led Zeppelin und David Bowie erkennbar.

Weiter ging es unter anderem mit „Dust“ und „Berlin“ aus dem Album „Bones“, was zusammen mit dem aktuellen Longplayer „Monte Vista“ im Mittelpunkt der Setliste stand.  Mein persönlicher Höhepunkt des Konzerts war „Spaceman“, eine Hommage an den im letzten Jahr verstorbenen David Bowie, das auch durchaus in eines der Konzerte des Meisters gepasst hätte.

Mit „3000 Miles“, „Butte La Rose“ sowie „Nola“ wurde das furiose Finale des Hauptacts eingeläutet. Bei letztgenanntem konnte Supica am Bass mit einem ausladenden Solo glänzen, ehe Kremer an den Keyboards mit einstieg und eine fast jazzige Einlage gab. In diesem Instrumental konnten alle Bandmitglieder ihre spielerischen Fähigkeiten in Soloeinlagen eindrucksvoll präsentieren.

Nach einer lautstark geforderten Zugabe war nach etwa 100 Minuten ein kurzweiliger Konzertabend beendet und sichtlich zufriedene Besucher verließen den Yardclub, wobei sich die fünf Protagonisten noch etlichen Unterhaltungen stellen. Man konnte gelebte Nähe zu den Fans sehen, was eben immer das große Plus dieser kleinen, aber feinen Clubkonzerte ist.

Das Fazit des Konzerts mit den Delta Saints im Yard Club ist, dass alle einen phantastischen Abend hatten, keiner sein Kommen zu bereuen brauchte und handgemachte Livemusik von begnadeten Künstlern immer wieder ein Erlebnis ist.

Wer für die folgenden Konzerte noch überlegt, die Delta Saints zu besuchen, wird nicht schlecht beraten sein, den Weg dorthin zu machen. Die, die in der ausverkauften Kulturrampe am Mittwoch eine Karte ergattert haben, können sich auf etwas Großartiges einstellen. Das konnte auch Pille, der Betreiber der Krefelder Location, der den Weg nach Köln gemacht hatte, mit eigenen Ohren/Augen erfahren. Es sollten genug Erfrischungsgetränke kaltstellt werden und die Ventilatoren angeschmissen werden! Wird sicher ’ne heiße Sache!

Vielen Dank auch an Markus Neu vom Yardclub für die sehr kurzfristige unproblematische Akkreditierung. Es hat Spass gemacht, den Laden zu besuchen! Gerne wieder!!!

Line-up:
Ben Ringel (lead vocals, guitars, percussion)
Dylan Fitch (electric guitar)
David Supica (bass)
Vincent “Footz” Williams (drums)
Nate Kremer (keys, percussion)

Text und Bilder: Gernot Mangold

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Teenage Head Music
Yard Club Köln

Stacie Collins – 14.06.2017, Yard Club, Köln – Konzertbilder

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Trotz des schönen und ziemlich warmen Sommerwetters haben sich doch einige SC-Fans im Yardclub eingefunden, um sie mit ihrer Band auf der Bühne zu erleben. Im Club ist es heiß, gefühlte 40 Grad. Stacie betritt die Bühne, wie immer mit ihrem unverkennbaren Markenzeichen, diesem coolen alten Strohhut, wohl geformt und gebogen. Als ich sie in Bonn im Oktober 2013 gesehen habe, trug sie ihn auch schon.
Und dann geht sie los die Show, aufgeteilt in 2 Sets (Trackliste siehe Galerie). Mit einer unglaublichen Leichtigkeit tänzelt sie über die Bühne, singt ihre Songs und bläst die Harp dazu, perfekt begleitet von ihrer Band. Was für ein schöner Abend!

Line-up:
Stacie Collins (lead vocals, harp)
Al Collins (bass)
Ryan McCormick (drums)
Jon Sudbury (electric guitar)

Bilder und Eindrücke: Peter ‚Beppo‘ Szymanski

Stacie Collins
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Yard Club Köln
Peter ‚Beppo‘ Szymanski

HER – Revolution – CD-Review

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Dritter Akt der Her-Triologie! Nach Konzert und Interview stand jetzt noch die Beurteilung ihrer neuen CD „Revolution“ an, die Monique Staffile mir nach Ende des Gesprächs zum Reviewen in die Hand gedrückt hatte. Für mich war die spannende Frage, ob es, im Vergleich zum Vorgänger „Gold„, der mir persönlich nicht ganz so zusagte, wieder mehr in Richtung ihres bisherigen Parade-Albums „Raise A Little Hell“ gehen würde.

Zunächst muss ich erstmal das gelungene Cover-Artwork loben. Das Titelbild der ‚frech gezöpften‘ Monique in Schwarz/Weiß, vermummt mit einem US-geflaggten Tuch (so hatten sie und ihre Band passender Weise ja auch in Köln die Bühne betreten), hat schon was! Toll auch ihre Fantasy-Animation als aufsteigender Schmetterling im Steck-Booklet und auf der Rückseite. Ein dickes Lob hier an die Macher!

Ihr neues Werk, produziert wieder von Caleb Sherman, startet dann direkt auch mit dem Titelsong „Revolution„, das von einem kühlen, blechernden Banjo eingeleitet, sowie im gesamten Verlauf auch untermalt wird, und zunehmend, in einen episch anmutenden Rocksong, samt starkem, gesellschaftspolitische Missstände, anprangernden Text, mündet. Klasse!

Apropos Revolution: Angesichts dessen, dass in unserer Gesellschaft mittlerweile 1% der gesamten deutschen Bevölkerung, 50% der Vermögenswerte besitzt (Tendenz steigend), fragt man sich, warum die breite Masse der Leistungsträger in diesem Land, die hier fortwährend, zu Gunsten dieser kleinen Gier-getriebenen elitären Clique, geschröpft und klein gehalten wird, weiterhin in Tatenlosigkeit zu verharren scheint…

Jetzt haben selbst der wohlgenährte Siggi und seine Pharisäer-Partei, die diese unfassbar eklatante Schieflage eingeleitet hatten und seit Jahren mittragen, dulden und fördern, angesichts ihrer Umfrage-Werte und des mutmaßlichen Falls in die politische Bedeutungslosigkeit, plötzlich ihr soziales Gewissen wiederentdeckt. Leider wirken solche Bemühungen vom Edel-Italiener aus, wenig authentisch, die Quittung wird (wünschenswerter Weise auch für Merkel & Co.) hoffentlich ’stante pede‘ bei der nächsten Bundestagswahl erfolgen…

Genug des persönlichen Meinungsexkurses, kommen wir wieder zum im Fokus stehenden Objekt des Geschehens. Mit der eigentlichen Relevanz dieses Werkes für unser Magazin, hat es sich mit dem zuvor erwähnten Banjo dann auch maßgeblich erledigt, was folgt, ist ein frech und aufmüpfig besungenes Konglomerat aus Pop-, Rock-, Hip Hop- (marginal) und Melodic Rock/Metal-Anleihen, das sich dann recht sympathisch in den Sphären des Rock-Universums, mit all seinen Referenzgrößen, verliert. Vieles erinnert an Dinge, die man vornehmlich schon gegen Ende der Achtziger und im Verlauf der Neunziger von Interpreten wie Heart, Kim Wilde, Kate Bush, Roxette, Blondie, Pretenders, Lita Ford, Robin Beck & Co. serviert bekommen hat.

Meine persönlichen Favoriten sind die abgedrehte Single „Crush“ (in Sachen ‚Clerus‘ sehr schön provozierend), das stadiontaugliche „Tonight“, die tolle atmosphärische Melodic Rock-Ballade „Damn“ (wäre als Bon Jovi-Song vermutlich sofort ein Nr. 1-Hit) und die starke Neuauflage der Powerballade „Heaven Crushes Down“ (tolles E-Solo, raunzende Orgel). Das erneut ziemlich rotzig und fast schon ein wenig punkig performte „Mean Man“ schließt den Kreis des Albums im Stile des Openers.

Fazit: „Revolution“ von Her ist ein recht gut gestaltetes Rock/Pop-Album in jeder Hinsicht. Eine deutliche Steigerung zu „Gold“, vor allem aufgrund einer besseren Struktur und des stärkeren Songmaterials. Im Hinblick auf unser Magazin bleibt ihr Southern-/ Country Rock-lastiger Longplayer „Raise A Little Hell“ aber trotzdem weiter das Maß aller Dinge!

India Records (2016)
Stil: Rock / Pop

01. Revolution
02. Crush
03. Give It To Me
04. You
05. Tonight
06. Damn
07. No Regrets
08. Act Like You Know
09. Only One
10. Heaven Crashes Down
11. Mean Man

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