Carly Pearce – Same – CD-Review

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Wenn ich mir das Titelbild und speziell das Backcover von Carly Pearces neuem, nach ihr selbst betitelten Album betrachte, wo sich die hübsche Amerikanerin in geschlitztem Leopardenkleidchen überaus aufreizend räkelt, muss ich ehrlicher Weise gestehen, dass ich in erster Linie nicht an New Country-Musik denke. Da kann man sich dann über das Millionen Jahre im Manne genetisch verankerte Jäger- und Sammlertum einfach nicht hinwegsetzen.

Aber auf Seite 3 des mit allen Texten und Infos versehenen Booklets, stellt sie allerdings eindeutig klar, dass es nur zwei Männer in ihrem Leben gibt, zum einen Ehemann Michael Ray, mit dem sie hier auf „Finish Your Sentences“ ein tolles Duett, Marke Lady Antebellum, zum Besten gibt und busbee, der dieses Werk produziert und auch instrumentell begleitet hat. Dem hat sie mit den Worten „I’ll always carry a piece of you with me“, was auch immer damit gemeint sein mag, dieses Werk letztendlich gewidmet.

Aber jetzt genug des Drumherums, auch auf ihrem zweiten Lonplayer unter der Big Machine Records-Major Labelfahne, liefert die aus Kentucky stammende Endzwanzigerin, eine tadellose vokale und musikalische Leistung ab. Vier von den insgesamt dreizehn Tracks hat sie dabei, in Assistenz von vielen namhaften Songwritern der Nashville-Szene, mitverfasst.

Carly hat, ähnlich wie Kacey Musgraves, wirklich eine Stimme wie ein Engel. Produzent busbee ist es gelungen, diese fantastisch mit der durch die versierten Musiker wie Ilya Toshinsky (Banjo, Mandoline), Derek Wells (tolle auf den Punkt gebrachte E-Gitarrenarbeit) und Josh Matheny (seine Dobro-Einlagen sind die Würze vieler Songs), als überragende Akteure, erzeugten Musikuntermalung, glasklar in Einklang zu bringen.

So gibt es letztendlich dreizehn, wunderbar melodisch und geschmackvoll inszeniert, ineinander fließende Country-Popsongs (in allen Tempi) mit diversem Hitpotential. Acts wie die bereits erwähnten Lady Antebellum, Little Big Town (beim herrlich relaxt groovenden „Call Me“ sind deren Phillip Sweet und Jimi Westbrook nicht umsonst Co-Writer), Carrie Underwood & Co. fallen spontan als Referenzgrößen ein. Mein persönlicher Favorit ist dabei das dezent pettyeske Duett mit Lee Brice bei „I Hope You’re Happy Now“. Wunderbarer Track!

Carly Pearce oder Carly Cristyne Slusser, wie sie eigentlich richtig heißt, liefert nach ihrem Debüt „Every Little Thing„, auch auf ihrem zweiten Longplayer eine tadellose Leistung ab. Schöne Musik, um sich fern ab der heutigen unsicheren Gemengelage im alltäglichen Leben, mal angenehm zu entspannen. Mich persönlich hat sie mit diesem wunderbar zu hörenden Album echt ‚gepearced‘. Und zwar am Ende eindeutig in Sachen toller New Country-Musik…

Big Machine Records (2020)
Stil: New Country

01. Closer To You
02. Call Me
03. I Hope You’re Happy Now
04. Dashboard Jesus
05. Halfway Home
06. Heart’s Going Out Of Its Mind
07. Finish Your Sentences
08. It Won’t Always Be Like This
09. Lightning In A Bottle
10. Love Has No Heart
11. Woman Down
12. You Kissed Me First
13. Greener Grass

Carly Pearce
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