Ana Popovic – 08.12.2019, Club Volta, Köln – Konzertbericht

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Im Vergleich zu bisherigen Konzerten die ich bisher von ihr besucht habe, hat Ana Popovic im gut gefüllten Club Volta, ihre Begleitband aus dem letzten Jahr, um eine Bläsersektion erweitert.

Nach der im Musikgeschäft üblichen akademischen Viertel-Stunde betrat die Band zunächst ohne Ana Popovic die Bühne und legte jammend los. Popovic stieß dann unter den Applaus der Besucher nach einigen Minuten hinzu und stieg in diesen Shuffle mit ein.

Neben alten Songs präsentierte Popovic auch einige Stücke des aktuellen Albums „Like On The Top“, in dem es vielfach um die Rolle der Frau u. a. in der Musikszene geht, was sich auch in den Ansagen widerspiegelte. Sie meinte, dass es deutlich mehr Geschlechtsgenossinnen wagen sollten, gegen die insbesondere im Blues scheinbare, männliche Übermacht, die Gitarre in die Hand zu nehmen.

Vom Stil her hat Popovic sich selbst ein klein wenig vom klassischen Blues entfernt, was aber nicht als Kritikpunkt zu verstehen ist. Schon während der Touren in den letzten Jahren implementierte sie jazzige, funkige und soulige Elemente, wie auch un diesem Abend, im Kölner Volta Club.

Die Bläser verliehen dabei dem Sound einen gewissen Bigband Charakter und Ana lieferte sich einige Duelle mit ihnen, die mit berechtigten Szenenapplaus bedacht wurden.

Burns am Bass gab einen teilweise stampfenden aber auch funkigen Unterton in den Rhythmus und begeisterte mit einigen Soli und als Begleiter von Kelley bei dessen starken Solopart an den Drums. Michele Papadia bediente wie gewohnt seine Keys, wobei er bei manchen Passagen scheinbar auf die Tasten einzuschlagen schien. Last but not least war da natürlich noch die eigentliche Protagonistin des Abends.

Angesteckt von der guten Stimmung im Volta Club zeigte die gebürtige Serbin, ihre Fähigkeiten als Entertainerin, aber auch als starke Gitarristin. Ihrem Treiben sah vom Merchandisingstand nicht ohne, in diesem Fall berechtigten Stolz, ihr Vater Milton Popovic, im Takt der Musik mitgehend, zu.

Nach etwa 90 Minuten legte das Sextett ein furioses Medley hin, in dem alle Musiker ihre Parts hatten und Popovic dann mit großem Applaus die Bühne verließ, während der Rest der Band noch über Minuten weiter jammte. Der Soundmischer war, ebenso wie das Publikum, so begeistert von diesem Track, dass er in der Annahme, jetzt könne nichts mehr kommen, schon kurz nach dem Finale, das Konzert mit Musik vom Band beendete und auch das Saallicht erhellte.

In einem Gespräch später mit Keyboarder Michele Papadia sagte dieser, dass eigentlich noch ein Song geplant war, wo dann auch Ana wieder gekommen wäre. Sei es drum, auch ohne diese ‚verpasste‘ Zugabe war es ein starker Auftritt, der auch entsprechend vom Publikum gewürdigt wurde, in dem auch einige jüngere Musikfans vertreten waren, was leider im Bluesgenre meistens viel zu wenig der Fall ist.

Nach der Show stand Popovic und ihr Vater, der den Besuchern auch aus einem gemeinsamen Album mit der Tochter bekannt war, noch für Smalltalk und das Erfüllen von Autogrammwünschen geduldig und bestens gelaunt zur Verfügung.

Ein Dank auch an Manuel Banha von 2GetherConcert für die sehr kurzfristige problemlose Akkreditierung für diesen Abend.

Line-up:
Ana Popovic (lead vocals, electric guitar)
Cory Burns (bass, vocals)
Jerry Kelley (drums)
Michele Papadia (keys, vocals)
Claudio Giovagnoli (saxophone)
Davide Ghidoni (trumpet)

Text und Bilder: Gernot Mangold

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Ana Popovic – 27.03.2018, Schwarzer Adler, Rheinberg – Konzertbericht

Ana Haupt

Es ist 20:10 Uhr, als Ana Popovic nach kurzem Intro ihrer drei Mitstreiter Michele Papadia, Cory Burns und Cedric Goodman, frei nach dem Motto ‚Da mach ich mir ’nen Schlitz ins Kleid und die Bluesfreunde finden’s wunderbar‘, in luftigem schwarzen Minifummel, samt gold-umschlungener High-Heels, die Bühne des Schwarzen Adlers betritt.

Ganz zur Freude zweier, vor mir stehender, angereister (männlicher) Besucher aus Viersen, die unumwunden zugaben, dass der reine Musikgenuss nicht der einzige Anlass ihres Kommens gewesen war. „Das Auge hört schließlich mit“, hieß es stichhaltig, auf Nachfrage meinerseits, in der knapp formulierten Begründung.

Die aus Belgrad stammende Musikerin, die gegen Ende des letzten Jahrtausends gen Westen zog, um sich professionell ihrer Blues-Passsion widmen zu können, stieg mit ihrem quirligen E-Gitarrenspiel fließend in den begonnenen Jam ein, um dann einen, von viel spielerischer Leidenschaft geprägten Gig folgen zu lassen.

„Can You Stand The Heat“ hieß es, als sich die ersten Schweißperlen auf der Stirn so manchen Besuchers zu bilden begonnen hatten, um in die soulig ummantelten „Object Of Obsession“ und „Love You Tonight“ (dezentes Motown-Flair) hinüberzugleiten.

Mit dem balladesken „Train“ gab es ein Highlight des ersten Sets, dem mit dem von Wah-Wah-E-Gitarren getriebenen Stampfer „She Was A Doorman“, dem slow-bluesigen „Johnnie Ray“ (Ana mit rot-weißer Stratocaster und tollem Solo, für das sie Szenenapplaus einheimste) und dem rhythmisch stampfenden „Long Road Down“ (starkes Orgelspiel von Papadia) weitere unterhaltsame Tracks folgen sollten.

Nach der Pause ging der launige Gig mit dem Tom Waits-Cover „New Coat Of Pain“ weiter, bei der die Band dessen typisches Barroom Blues-Flair perfekt inszenierte. Überhaupt trug die stilistische Bandbreite des Quartetts aus bluesigen, rockigen, souligen, funkigen und auch dezent jazzigen Ingredienzien zum Gelingen der Gesamt-Performance erheblich bei.

Explizit erwähnenswert neben der unentwegt temporeich agierenden serbischen Protagonistin (glänzte zudem auch mit ein paar Slide-Einlagen), sind sicherlich auch die restlichen Bandmitglieder. Michele Papadia konzentrierte sich ziemlich konzentriert auf seine E-Piano-Klimpereien und Orgel-Schwurbeleien, während die Detroiter Rhythmus-Sektion mit Cedric Goodman (was für ein Kraftbündel am Schlagzeug)) und Cory ‚Buthel‘ Burns (mit herrlich pumpendem und knarzendem Bass, auch mit guten Harmoniegesängen), teilweise einen mordsmäßigen Groove abließ.

Und so ließen die Vier auch bei Stücken wie u. a.  „If Tomorrow Was Today“, „Woman In Love“, den Covern „Can’t You See What You’re Doing To Me“ (Albert King) und „Can You See Me“ (Hendrix) sowie dem fulminanten „Show You How Strong You Are“ (wieder mit mehrfachen Zwischenapplaus) ihrem spielerischen Treiben freien Lauf, bis Ana die Gitarre ablegte, die Bühne verließ und ihren Mitstreitern, wie zu Beginn, nochmals das Parkett für einen jammigen Ausklang des Hauptteils überließ.

Als Zugabe gab es nochmals ein ausgedehntes intensives Instrumental, für das Ana erneut von ihrer abgewetzten Strat zur, zuvor schon erwähnten, noch relativ unverbraucht erscheinenden, rot-weiß glänzenden Gitarre gleicher Bauart wechselte. Letztendlich hatte sich das Konzept aus Blues Rock-Power, kombiniert mit erotischer Ausstrahlung wieder mal absolut bewährt.  Die Bluesfreunde in der Vierbaumer Kult-Location fanden es tatsächlich wunderbar…

Vielen Dank an Ernst Barten und sein engagiertes Adler-Team für die gewohnt gute Kooperation, was die Akkreditierung betrifft.

Line-up:
Ana Popovic (lead vocals, electric guitar)
Cory Burns (bass, vocals)
Cedric Goodman (drums)
Michele Papadia (keys, vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

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