Danny Bryant – 21.11.2019, Schwarzer Adler, Rheinberg – Konzertbericht

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Quasi das letzte hochklassige Blues Rock-Ereignis im Schwarzen Adler unter der Ägide von Ernst Barten – nach 37-jähriger Leidenschaft für diese Musik und unendlich vielen Parademusikern der Szene, die an diesem Ort bis heute ihre Spuren hinterlassen haben.

Da brauchte man keine hellseherischen Fähigkeiten sein Eigen nennen zu können, dass ein Künstler des Genres wie Danny Bryant, ein regelrecht musikalisches Schwergewicht im wahrsten Sinne des Wortes, nochmals alles an Können in die Waagschale werfen würde. Der Vierbaumer Bluestempel war an diesem Abend dementsprechend gut besucht.

Nach pünktlichem Beginn mit „Holding All The Cards“ (zunächst zum Warmspielen im Trio, bis dann der Protagonist dazu stieß) und schon einer Mörderfassung von „Guntown“ direkt im Anschluss, hatte man schon den Mund offen stehen und fragte sich völlig geflasht, ob da überhaupt noch Steigerungspotential für den weiteren Verlauf vorhanden ist.

Auch wenn „Guntown“ am Ende tatsächlich mein persönliches Lieblingsstück des Gigs blieb, folgte jedoch im zweiteilig angelegten Gig, eine einzige Gala in Sachen moderner Blues Rockmusik. Bryant stellt für mich mit seiner tollen Stimme, seinem filigranen E-Gitarrenspiel und seiner Ausstrahlung, im Moment die Speerspitze der britischen Szene dar!

Im Mittelpunkt stand natürlich sein aktuelles Werk „Means Of Escape“ ,das mit Tracks wie u. a. „Warning Signs (In Her Eyes)“, „Nine Lives“, dem ebenfalls überragenden „Where The River Ends“ (tolles Piano Watts), „Mya“ und dem grandiosen Titelsong (dezent an „All Along The Watchtower“ erinnernd) und „Tired Of Trying“ sehr ordentlich bemustert wurde, aber auch brillante Bryantsche Modifikationen von Klassikern wie „Whole Lotta Shakin‘ Goin‘ On“ (Elvis), „Little Wing (Hendrix) und „Knockin‘ On Heavens Door“ (Dylan).

Bei den beiden Publikumsfavoriten „Heartbreaker“, mit integriertem Solieren aller Beteiligten, oder „Painkiller“ (mit famosem Schrei Dannys ohne Mikro am Ende) ließen die Musiker erst gar keinen Schmerz aufkommen. Überhaupt was ist das für eine Klasse-Truppe, die Danny da am Start hat: die Rhythmusfraktion mit ‚Professor‘ Paul Mallatratt am Bass und dem über das ganze Konzert mit riesigem Spass in den Backen trommelnden Dave Raeburn sowie dem famos klimpernden Stevie Watts (Piano, Orgel), der Bryant an seiner rot-weißen Stratocaster entweder untermalte oder mit klasse Soli (z. T. in Honkytonk-Manier) die Stirn bot.

Am Ende wurde es richtig Texas-Boogie-bluesig a la ZZ Top (u. a. bei „Hurting Time“ mit wildem Slidegeschwurbel als 1. Zugabe), als der Brite seine anderen mitgebrachten Gitarren wie die Gibson Firebird und eine weiße Strat (zum finalen phantastischen „Knockin‘ On Heavens Door“) aus dem Regal zog.

Kaum war dieser überragende Auftritt beendet, stürmten Bryant und Watts auch schon zum Merchandising-Tisch, um die zurecht stark nachgefragten Utensilien wie CDs, LPs oder Bilder zu signieren. Beide hatten auch noch Zeit, für ein Foto mit Ernst Barten mir und dem Logo für unsere VIP-Galerie.

Wer nach diesem herrlichen Danny Bryant-Konzert, unter den Anwesenden, noch keine Genossenschaftsbeteiligung im Rahmen des Fortbestehens des Adlers gezeichnet hat, müsste eigentlich zu Hause auf dem Fuße die Webseite ‚www.adler-erhalten.de‘ aufgesucht haben, um den Beitrittsbogen auszufüllen und umgehend in die Post zu geben. Solche mitreißenden, regelrecht ansteckenden Ereignisse im Sinne von Ernst Barten haben es doch verdient, erhalten zu bleiben, oder nicht?

Ein großer Dank von Sounds Of South-Seiten an diesen für seine immense Lebensleistung im Dienste der Blues Rock-Musik und der hiesigen Kultur! Jetzt müssen auch neue Falkner ran, um den Adler in Schwung zu halten. Lasst es uns anpacken, liebe Genossen!

Line-up:
Danny Bryant (lead vocals, electric guitar)
Paul Mallatratt (bass)
Dave Raeburn (drums)
Stevie Watts (keys)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Danny Bryant
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Schwarzer Adler

Ben Poole – 25.10.2019, Schwarzer Adler, Rheinberg – Konzertbericht

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Nachdem Ben Poole schon im Frühjahr den Weg in den Schwarzen Adler gefunden hatte, machte er nun mit einer anderen Bandzusammensetzung, mit einer neuen Live-CD im Gepäck, Stop im Rheinberger Bluestempel.

Manchmal gibt es aber auch besondere Momente um das Konzert herum. Dies war beim Soundcheck der Fall, zu dem ich schon anwesend war, wo der 11-jährige Nachwuchsmusiker Jakub Oćić aus Voerde zusammen mit Ben und Band eine furiose Version von „Hey Joe“ hinlegte. Bei dem Präsentierten braucht man sich wirklich keine Sorgen um den Nachwuchs in Sachen Blues und Rockmusik zu machen.

Überhaupt war es wieder schön, sich mit den Bandmitgliedern, zu denen fast schon ein freundschaftliches Verhältnis besteht, sowie mit Andre Wittebroeck vom holländischen Bluesmagazin, vor und nach dem Konzert, zu unterhalten. Mit Drummer Wayne Proctor z. B. über den, wo er in Sachen A. A. Williams letzte Woche als Support für Sisters of Mercy unterwegs war und mir noch ein Foto von der Show für meine Tochter signierte.

Wie im Schwarzen Adler üblich, betrat Ben Poole mit seiner Band pünktlich um 20:15 Uhr die Bühne, im dann ordentlich gefüllten Saal. In einer Ansage erklärte er dem Publikum, wie es zu dem Konzert kam. Im Sommer erfuhr er von mir, dass der Schwarze Adler eventuell geschlossen wird, was ihn dazu veranlasste, direkt über seine Agentin, Florence Miller, noch einmal eine Abschiedsveranstaltung geben zu wollen. Dass es mittlerweile recht gut aussieht, den Schwarzen Adler konzeptionell mit Livemusik weiter bestehen zu lassen, mache ihn sehr glücklich, dass es statt zu einer ‚Abriss‘,- zu einer ‚Jetzt geht es weiter‘-Party kommt.

Diesen Bezug zum Schwarzen Adler zeigte er im Verlaufe des Konzertes noch einmal, als er Ernst Barten auf die Bühne bat, ihn in den Arm nahm, für all das Geleistete dankte, auch die Chance, die ihm damals als blutjungen Musiker gegeben wurde und betonte, dass er dies nie vergessen werde und immer wieder gerne den Adler mit seinem begeisterungsfähigen Publikum besuchen werde.

Ben Poole spielte mit seiner Band fast die gesamte neue Live CD und legte einen furiosen Auftritt hin. Die Besetzung entsprach auch der Liveaufnahme, und die Besucher konnten direkt die Qualität der Besetzung erkennen, mit der Ben Poole auch schon einige Studioalben einspielte.

Mit dem Tausendsassa Wayne Proctor an den Drums, der auch für das Producing der Platte zuständig war und Steve Amadeo am Bass wurde er von absoluten Ausnahmekünstlern begleitet, denen die Spielfreude und der Spaß am Auftritt jederzeit anzumerken war sowie, dass es sich um mehr handelt, als ein Konglomerat von Musikern. Hier standen Freunde zusammen auf der Bühne. Zwischen den Songs wurde gescherzt, Amadeo wurde von Ben mit Humor auf den Arm genommen, indem er seinen Namen abänderte.

Dass es sich so nicht um eine Ein-Mann-Show handelte, ist auch absolut hervorzuheben. Hier ist besonders der letzte Song vor der Zugabe zu nennen. Im knapp 15 minütigen „Anytime You Need Me“ setzte er sich für etwa 5 Minuten an den Rand der Bühne und gab Amadeo Zeit für ein ebenso langes phantastisches Bass-Solo, bei dem er durch Proctor begleitet wurde.

Es ist schwer, bei diesem Konzert, in dem es keine Durchhänger gab, irgendeinen Track hervorzuheben. Was Poole und Band allerdings in der letzten halben Stunde ablieferten, war absolute Extraklasse. Neben dem zuvor genannten Song brachte das Trio als Zugabe „Time Might Never Come“ einen absoluten Kracher, den er auch Gary Moore widmete, neben dem er als Jugendlicher spielen durfte, was mit Sicherheit Einfluss auf seine Karriere hatte. In dieser knapp 15-minütigen hoch emotionalen Nummer legte Ben ein Solo hin, was ich von der Intensität eigentlich nur von David Gilmour erlebt habe, als er „Comfortably Numb“ spielte.

Engländer scheinen das eben zu können. Nach knapp zwei Stunden war dann Feierabend und von allen Seiten war zu hören, dass dies ein besonderer Abend war. Ben und Band standen noch lange zum Klönen und Signieren bereit und für Ben gab es noch einen besonderen Moment. Ein Fan, der selbst als Musiker tätig war, aber nun gesundheitlich wohl nicht mehr musizieren kann, ließ sich eine seiner Gitarren von ihm signieren. Ben bemerkte, dass dies eine tolle Gitarre sei. Und dann kam der besondere Moment. Der Fan sagte plötzlich spontan, dass er die Gitarre behalten möge, bei ihm sei sie in besonderen Händen.

Ein Dank wieder einmal an das Adler-Team, einen auch emotional an diesem Abend besonders gerührten Ernst Barten, die wie immer exzellente Sound- und Lichttechnik, sowie Ben Poole, Wayne Proctor und Steve Amadeo für ein unvergessliches Ereignis und für eine sehr persönliche Widmung auf einer CD. Dieser Konzertbericht kann auch übernommen werden als Review für die Doppel-CD. Diese spiegelt genau die Spielfreude und die Bandbreite des Blues wieder, die an dem Abend gezeigt wurde.

Jedem Blues-Fan sei angeraten eines der Konzerte dieser Herbsttour zu besuchen, in der Ben mit diesem Line-up die Live CD präsentiert, da sie ziemlich genau das eventuell zuvor gehörte Konzert wiedergibt.

Line-up:
Ben Poole (lead vocals, electric guitar)
Steve Amadeo (bass)
Wayne Proctor (drums)

Text und Bilder: Gernot Mangold

Ben Poole
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Schwarzer Adler

Rosedale – 27.09.2019, Schwarzer Adler, Rheinberg – Konzertbericht

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Nachdem mich Gernot unnachgiebig bearbeitet hatte, mal einem Live-Erlebnis des französischen Quintetts Rosedale beizuwohnen, ergab sich jetzt mit dem Gig im heimischen Schwarzen Adler, nun endlich die passende Gelegenheit dazu.

Der freute sich wie ein kleines Kind, als er bereits am Nachmittag einen kunstvollen Windfänger in Empfang nehmen konnte, den er beim Drummer der Band, Denis Palatin (der kann also nicht nur kräftig poltern, sondern sehr feinmotorisch mit den Händen arbeiten), bei einem früheren Auftritt, in Auftrag gegeben hatte. Zwei seiner Werke dienten auch links und rechts oben als Bühnendekoration.

Schade, dass sich im Gegensatz zum Auftritt in der Vorwoche von der Laura Cox Band das Verlangen bei einigen Stamm-Besuchern, handgemachten guten Blues Rock neuer junger aufstrebender Acts hautnah zu erleben, scheinbar anderen Interessen zum Opfer gefallen ist. Ein wenig mehr Resonanz hätte dem sich gerade im Umbruch befindlichen Adler-Geschehen (Übernahme durch eine potenzielle neu gegründete Genossenschaft), sicherlich einen weiteren positiven Schub geben können.

So hatten sich vielleicht gerade mal um die 50 Besucher zu Beginn des Wochenendes in Rheinbergs bekannter Musik-Kultstätte eingefunden. Die dürften sich allerdings über ihre gute Entscheidung innerlich selbst auf die imaginäre Schulter geklopft haben. Denn der Fünfer um seine beiden Leitfiguren Amandyn Roses (mich rein äußerlich und auch von ihrem Stimmvolumen an eine junge Wynonna erinnernd, passend zum Namen mit rosen-bedruckten Kleid auftretend) und Charlie Fabert, lieferte eine Gala-Vorstellung in Sachen Spielfreude, als auch gesanglichem und instrumentellem Können ab.

Während das erste Set mit Tracks wie „Racing At The Wheel“, „Smoking Gun“, „Fireplace“, der flotten „Nutbush City Limits“-Adaption, dem proggigen „Soul Posession“, dem Freddie King Instrumental-Standard “ Hideaway“, „The Sun Won’t Rise Today“ und der überragenden Akustik-Performance beim viel gecoverten „I’ll Take Of You“ (grandioser Gesang von Roses, Fabert in Manier eines Akustikgitarren-Wizards) noch einem Abtasten zwischen Band und Auditorium glich (das Adler-Publikum ging aber auch hier schon engagiert mit), war dann in Part 2 mit zunehmender Intensität der Stücke, das berühmte Eis, endgültig gebrochen.

Amadyn Roses kam zum Opener „Long Way To Go“ wie aufgedreht aus dem Backstage-Raum und brachte die von dem begeisterten Akustik-Intermezzo noch faszinierten Adler-Besucher stimmungsmäßig sofort wieder in die Spur.

Über Songs wie u. a. das slow-bluesige „Drifting“, „Dance With The Devil“ (schönes Bass-Intro von Pili Tempo, wieder proggig-angehaucht), einem tollen Boogie (klasse HT-Piano-Spiel von Séraphin Palmeri), begann quasi mit dem, sich in einen wüsten Trommel-Orkan steigernden Drum Solo von Denis Palatin innerhalb von „When The Evil Sets Its Sights On You“, eine furiose Schlussphase.

Der quirlige Lead-Gitarrist Charlie Fabert wechselte zum finalen Track des Hauptteils „The Kind Of Man You Are“ von der überwiegend gespielten Les Paul zu einem Stratocaster-Modell, und was er dann in einer lang währenden Solo-Passage an seinem Arbeitsgerät abließ (episches Spiel mit Leisephase und allen technischen Finessen) war schon als sensationell zu umschreiben. Das Adler-Publikum kam sichtlich nicht aus dem Staunen, angesichts dessen, was der Franzose mit seinen langen dünnen Griffeln an Tönen erzeugte.

Nach den lautstarken Zugaberufen bewiesen Rosedale am Ende, wie man einen alten Blues-Schunkler der Marke „Got My Mojo Workin'“ in eine wuchtige Blues Rock-Dampfwalze ummünzen kann. Hier hatten nochmals alle Beteiligten Bandmitglieder Gelegenheit, auf ihrem Terrain zu glänzen. Danach war dann endgültig Schluss und die beiden sympathischen Fronter nahmen sich noch ausgiebig Zeit, die Leute am Merchandising Stand mit Autogrammen auf den gekauften Tonträgern zu versorgen.

Fazit: Rosedale spielten sich mit einer engagierten Leistung in die Herzen der aufgeschlossenen Adler Blues-Fans. Dieser Gig hätte ganz klar ein volles Haus verdient gehabt. Liebe Leute, traut euch auch öfter mal was neues, damit solche Herzblut-Locations weitergeführt werden können…

Line Up:
Amandyn Roses: Lead vocals
Charlie Fabert: Guitars, vocals
Séraphin Palmeri: Keyboards, vocals
Denis Palatin: Drums, vocals
Pili Tempo: Bass, vocals

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

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Schwarzer Adler Rheinberg
Genossenschaftsinitiative Adler Erhalten

Laura Cox Band – 21.09.2019, Schwarzer Adler, Rheinberg – Konzertbericht

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Dass Ernst Barten, der ja gerade das siebzigste Lebensjahr vollzogen hat, zumindest was seine unternehmerische Verantwortung für den Schwarzen Adler betrifft, am Ende dieses Jahres in den wohl verdienten Ruhestand gehen wird, ist ja in der hiesigen Presse und auch durch uns ausgiebig thematisiert worden.

Demnach dürfte allseits bekannt sein, dass genossenschaftliche Bemühungen im Gange sind, den Adler, zweifellos über viele Dekaden einer der großen kulturellen Instanzen der Stadt Rheinberg und Umgebung, im Sinne seines langjährigen Besitzers weiterzuführen. Wer sich finanziell, ideenmäßig oder auch tatkräftig einbringen möchte und dies noch nicht getan hat, kann sch über den Link am Ende des Artikels genauer informieren.

Zwei gute Nachrichten gibt es im Rahmen des Laura Cox Band-Gigs für die potentiellen Genossenschaftler zu vermerken. Zum einen konnte die bauliche Substanz des historischen Gebäudes der ungemeinen Dezibel-Schallwellenwucht des französischen Hard Rock-Quartetts, in seinen Grundfesten nicht im Ansatz erschüttert werden, zum anderen scheint das Konzept, auch jüngere und eigenständig kreative Bands ergänzend zum bewährten Blues-Kerngeschäft einzubeziehen, durchaus überlegenswert zu sein. Der Adler war an diesem Abend für das Debüt eine Newcomer-Band aus einem Adler-untypischen Genre sehr gut besucht.

Die durch ihre Youtube-Clips einer breiteren Fanbasis bekannte Laura Cox und ihre Mitstreiter Mathieu Albiac (electric guitar, vocals), François C. Delacoudre (bass, vocals) und Antonin Guérin (drums) ließen vom zünftigen Opener „Hard Blues Shot“ an, keine Kompromisse gelten, es wurde brachial in harter Manier, aber durchaus auch mit Melodien im Blick, kräftig abgerockt.

Im Mittelpunkt stand hierbei natürlich das filigrane Gitarrenspiel, das die Bandleaderin auf unterschiedlichen Modellen (überwiegend Gison Les Paul und sporadisch Gibson-Firebird, Fender Telecaster, einmal mit Banjo bei „Barefoot In The Countryside“) ausgiebig präsentierte. Aber auch ihr Co-Gitarrist Mathieu Albiac trug mit sattem Rhythmuspiel und einigen Solo-Einlagen zum fetten Sound des Vierers bei.

Neben vereinzelten Covernummern („Foxy Lady“ von Hendrix, mit typisch psychedelischen Wah-Wah-Spiel und Skynyrds „Simple Man“ in einer Power-Version im Anschluss an meinen Favoriten des Abends „Good Ol Days“) gab es auch schon einen Ausblick auf das am 08.11.2019 erscheinende, neue Album „Burning Bright“, das uns bereits vorliegt und zu gegebener Zeit, kurz vor VÖ, besprochen werden wird.

Als Appetitanreger gab es hier aus dem Fundus straight rockende Stücke wie „Bad Luck Blues“, „Here’s To War“, „River“, „As I Am“ und „Fire Fire“. Bei letztgenanntem hatte man angesichts der lautstarken „Fire, Fire“-Rufe in einer von Cox initierten Interaktion des klasse mitgehenden Adler-Publikums kurzzeitig Befürchtungen, dass die heimischen Gessmänner samt ihrer Feuerwehr-Brigaden ausrücken könnten…

Den Unterschied zum Gig des Vorjahres, den wir in Köln besucht hatten, machte diesmal der Bassist François C. Delacoudre aus, der mich mit seinem wüsten Spiel an den Kollegen Barend Courbois erinnerte. Der machte ordentlich Dampf, was nicht zuletzt bei seinem Solo, als er seinen Viersaiter teilweise wie eine Leadgitarre behandelte (sogar kurz hinter dem Kopf spielend), überaus eindrucksvoll untermauert wurde. Dabei ergänzte er sich hervorragend mit dem fett polternden Drummer Antonin Guérin (der auch mit einer schönen Trommel-Solo-Einlage im Anschluss an Delacoudre).

Und so hieß es am Ende bei der letzten Zugabe dann auch passend „If You Wanna Get Loud Come To The Show“. Die anwesenden Adler-Besucher, die ihr Kommen sicherlich nicht bereut hatten, werden einem erneuten Besuch der Laura Cox Band (die würde jedenfalls gerne wieder im Adler spielen) positiv gesonnen sein, dann schon hoffentlich unter starker und kompetenter genossenschaftlicher Führung und gerne auch mit etwas mehr jüngeren Besuchern.

Line-up:
Laura Cox (lead vocals, guitars)
Mathieu Albiac (electric guitar, vocals)
François C. Delacoudre (bass, vocals)
Antonin Guérin (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Laura Cox Band
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Schwarzer Adler
Genossenschaftsinitiative Adler Erhalten

Ist der Schwarze Adler noch zu retten? – Einwurf

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Text: Gernot Mangold

Vor ein paar Monaten verkündete Ernst Barten, dass zum Ende des Jahres der Schwarze Adler unter seiner Führung die Pforten schließen wird und zum Verkauf anstehe. Am liebsten hätte er, dass sich ein Käufer finden würde, der das bisherige Konzept weiterführen würde.

Ein Gedanke, der absolut charmant ist. Fraglich ist allerdings, ob sich ein entsprechender Solcher finden wird, der diesem Ansinnen nachkommt. Wenn man sich die Geschichte des Schwarzen Adlers anschaut, wäre es ein Verlust für die Region um Rheinberg, wenn diese Sparte von Kulturangeboten, sei es Comedy oder aber Blues Rock wegfallen würde.

Wer hat sich im Schwarzen Adler nicht alles auf der Bühne präsentiert. Ernst Barten und seinem Team ist es über viele Dekaden gelungen, Musiker nach Rheinberg zu holen, die zum Teil Weltruf haben und hatte dabei auch immer ein Gespür für aufstrebende Künstler, die den Adler als wichtige Station in ihrer Karriere sahen.

AQ2A9405-1024x683Joe Bonamassa z. B. schwärmte vom Schwarzen Adler als sein Wohnzimmer, ehe es dann zu klein wurde und er anfing die großen Hallen zu bespielen. Viele Künstler machten auf fast jeder Tour an der Baerler Straße Station.

 

BOF_HauptGenannt sei die Band Of Friends, mit Gerry McAvoy, dem Bassisten Rory Gallaghers, dem leider in diesem Jahr verstorbenen Ted McKenna an den Drums und Marcel Scharpenziel an der Gitarre und Gesang, die die Musik des Iren weiterleben ließen aber auch eigene Songs einstreuten.

100A8398-Bearbeitet-1024x683Oder der junge Ryan McGarvey, der dem Adler den „Mystic Dream“ mit verschiedenen Begleitmusikern in den letzten Jahren einhauchte. Meist mit Miles Logan Nix an den Drums und einige Male mit dem Ausnahmebassisten Carmine Rojas, der fast eine Dekade David Bowie begleitete, später in der Band einer Tina Turner, Rod Stewart und bei Joe Bonamassa mitwirkte.

100A4785-Bearbeitet-1024x683Leon Lyons, Bassist ehemals bei Ten Years After, brachte mit Hundred Seventy Split mit eingestreuten alten TYA-Songs, das Woodstock-Feeling zurück in den Adler.

 

 

100A5623-Bearbeitet-1024x683Ana Popovic schaffte hier auch ihren Durchbruch und trat immer wieder gerne im Rheinberger Bluestempel auf.

 

 

HFMA_hauptAber auch die deutsche Bluesgarde um Henrik Freischlader oder Jessy Martens gaben sich in Vierbaum die Klinke in die Hand. Unvergessen sind die Abende, wo Rufs Blues Caravan im Adler Halt machte und teils ganz junge Bluesmusiker präsentierte.

 

100A8449-Bearbeitet_bearbeitet-1-1024x683Der Holländer Julian Sas stand mit seiner Band für den Powerblues mit unglaublichen Versionen des Hendrix Klassikers „Hey Joe“.

 

 

100A4711-Bearbeitet-1024x683Im September präsentiert der Adler erstmals die aufstrebende französische Bluesband Rosedale und die eher hardrockaffine junge Französin Laura Cox.

 

 

100A8004-Bearbeitet_bearbeitet-1-1024x683Besonders beeindruckend war die Reaktion des jungen Engländers Ben Poole, der einige großartige Konzerte im Adler ablieferte, nachdem er in einem Mailkontakt mit mir vom Ende des Adlers hörte.  Er antwortete, dass er seiner Agentin Bescheid sagt, sie solle noch ein Konzert dort organisieren, da die Auftritte dort für ihn immer etwas ganz Besonderes waren. Einige Wochen später stand sein Name im Herbst in der Konzertvorschau des Adlers.

Falls es mit dem Adler in der Form nicht weitergeht, wurde/wird in diesem Jahr noch einmal einiges geboten. Die genannten Musiker sind nur ein kleiner Auszug der dort aufgetretenen, zu denen ich in den letzten Jahren einen zum Teil besonderen Bezug hatte, was die Qualität der nicht genannten in keinster Weise schmälern soll.

Nun hat sich eine Initiative gegründet, die versuchen will, den Kulturort Schwarzer Rheinberg in der bekannten Form am Leben zu erhalten. Es besteht die Idee, den Schwarzen Adler mit einer ‚eingetragenen Genossenschaft‘ zu übernehmen. Die Überlegung ist, dass Anteile von 1000 € zu erwerben sind und so alle Eigner, ihren Teil zum Erhalt des Schwarzen Adlers beitragen.

Schön wäre es, wenn diese Vision aufgeht und sich genügend Blues-Musikliebhaber aber auch Comedy-Fans finden, denen der Erhalt diese Summe wert ist. Je nach Geschäftsablauf werden Gewinne auch an die Anteilseigner ausgeschüttet. Wer Interesse hat, kann Informationen über das Modell der Genossenschaft über den unten angeführten Link auf der Seite des Schwarzen Adlers einholen.

So bleibt zu hoffen, dass es den Initiatoren gelingt, genügend Personen zu begeistern, die dieses Stück Kultur in Rheinberg bewahren wollen.

Kulturinitiative Adler Erhalten
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Ryan McGarvey – 11.05.2019, Schwarzer Adler, Rheinberg – Konzertbericht

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Nachdem Ernst Barten ja letzte Woche vor dem saustarken Band Of Friends-Gig die Katze aus dem Sack gelassen hatte, dass mit dem Schwarzen Adler zum Jahresende Schluss ist, sofern sich zeitnah kein Käufer findet, galt es, die sich nun abzeichnende ‚Abschiedstournee‘ in Sachen noch ausstehender Konzerte, ausgiebig zu genießen.

Mit Ryan McGarvey, den ich selbst, zu meiner eigenen Überraschung, letztes Jahr im Rückblick 2018, zum Konzerthighlight des Jahres auserkoren hatte, stand direkt der nächste Hochkaräter an.

Auffällig und positiv zu vermerken war, dass im sehr gut besuchten Adler, diesmal auch recht viele junge Leute vertreten waren. So war ich, ungewohnter Weise, tatsächlich gleich von drei jungen Damen, die vom Alter her, meine Töchter hätten sein können, umsäumt, die sich (vermutlich) brennend für das Gitarrenspiel des aus Albuquerque, New Mexico, stammenden Protagonisten, zu interessieren schienen…

Demnach wurde der Altersdurchschnitt – Bluesfreunde der natürlich wieder überwiegend vertretenen ‚Ü-50 & Mehr‘-Generation mögen mir diese Spitze bitte verzeihen – auf ca. rekordverdächtige 49 Jahre gesenkt. Aber Spaß beiseite, wäre das ein neuer (begrüßenswerter) Trend, wäre dies auch ein vielversprechendes Signal in Richtung potentieller Käufer der Location.

Kommen wir aber nun zum Konzert. McGarvey hatte diesmal auf seinen schon zu früheren Zeiten für ihn aktiv gewesenen Drummer Logan Miles Nix zurückgegriffen, der mit seiner glanzvollen kräftigen Performance, mit zum Gelingen dieser insgesamt schon fast brachial anmutenden Heavy Blues-Vorstellung, erheblich beitrug.

Neu am Bass, Ryans Freund aus Kindertagen, Artha Meadors, der sich am 5-saitigen Bass, ‚mannschaftsdienlich‘ einfügte, und sich McGarveys agiler Körpersprache bei so mancher kraftvollen Passage anpasste (heftiges synchrones Rauf- und Runterschwenken mit den Instrumenten, oft sogar fast bis zum Boden).

Der Gig konnte diesmal quasi in vier Abschnitte unterteilt werden. Der erste Part, den Ryan elektrisch auf einer blues-typischen Gibson ES mit Stücken wie „Surrender“, „Fading Away“, „Right Side Of The Dirt“, „Ain’t Enough Whiskey“ und „Pennies“ bestritt, beinhaltete schon drei Stücke aus dem neuen Album „Heavy Hearted„, das auch im weiteren Verlauf im Mittelpunkt stand.

Dies deutete bereits nicht nur vom Titel her Garveys bluesspezifische Präferenz vorzeitig an, sondern auch, dass der Abend nichts für musikalisch zart Besaitete werden würde. Es ging schon zu dieser frühen Phase, besonders, was seine filigranen und dynamischen Soli anging, furios zur Sache.

Selbst in der sich anschließenden Akustik-Passage mit „Six Feet In The Ground“ (noch im Bandformat) sowie „“My Heart To You“ und „Four Graces“ (jeweils solo), ließ Ryan den Besuchern kaum Zeit zum Durchschnaufen. Atemberaubend sein quirliges Spiel selbst auf der Akustikklampfe, das zum Teil sogar an die fingerfertigen Künste des Al Di Meola-, John McLaughlin- und Paco de Lucía-Trios auf dem legendären „Friday Night In San Francisco“-Album erinnerte.

Die war allerdings nur das Vorspiel für eine einzige Heavy Blues Rock-Schlacht in ‚Phase 3‘, bei der sich vermutlich selbst so mancher Heavy Metal-Fan ungläubig die Augen und Ohren gerieben hätte. Tracks wie „Joyride“, „A Walk In The Rain“, „Memphis“ und das wieder exzessiv zelebrierte McGarvey-Parade-Instrumental „Mystic Dream“ (u. a. mit wildem Herumschalten des Humbucker-Steuerungsschalters in kniender Haltung auf dem Boden als Show-Effekt), mit der nun eingesetzten Gibson Les Paul, waren ein einziger Power- und Genuss-Ritt durch diesen Abschnitt der Setliste.

Bliebe der unweigerliche Zugabenteil. „Blue Eyed Angel Blues“, ein Slowblues, atmosphärisch-progressiv beginnend, wurde in der langen Solo-Passage (Ryan teilweise introvertiert allein spielend) zunächst noch halbwegs songtypisch performt, mündete dann aber in ein, bis zum Abschlussgesang währendes Instrumentalinferno (auch dank der beiden Rhythmusleute). Auch in der sich direkt anschließenden Uptemponummer „Houston“, wurde noch mal alles aus Armen und Fingern herausgeholt, was menschenmöglich war. Atemberaubend!

Fazit: Eine weitere Glanzvorstellung von Ryan McGarvey in Rheinbergs Noch-Blues-Kultstätte, der das Blues-Genre, was Intensität und Härte betrifft, in eine neue Dimension katapultiert zu haben schien! Das Potential für eine ähnliche Erfolgsstory wie die eines Joe Bonamassas, ist hier offenkundig vorhanden.

Und ich wiederhole mich angesichts solch begeisternder Erlebnisse gerne. Diese Abende sollen an der Baerler Straße 96 bald nicht mehr stattfinden? Kaum zu glauben. Aber, lieber Ernst, vielleicht bin ich ja derjenige aus NRW, der den Euro-Jackpot an diesem Wochenende geknackt hat…

Line-up:
Ryan McGarvey (lead vocals, guitars)
Artha Meadors (bass)
Logan Miles Nix (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Bericht: Daniel Daus

Ryan McGarvey
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Schwarzer Adler

Band Of Friends – 03.05.2018, Schwarzer Adler, Rheinberg – Konzertbericht

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Da kommt man am Freitag nach einer Arbeitswoche nach Hause, freut sich schon auf den anstehenden Abend mit der Band Of Friends, nimmt wie gewohnt die Tageszeitung in die Hand und liest schon auf der Titelseite (im Feld mit den Hinweisen auf den Lokalteil), dass der Schwarze Adler verkauft werden soll und Ende Dezember dieses Jahres Schluss ist. Wirkungstreffer – das kam zunächst einem unvermittelten Schlag in die Magengrube gleich.

Datum noch mal schnell gecheckt, nein, es ist nicht der 1. April, Restteile des Blattes erstmal zur Seite gelegt und sich den sogenannten ‚Boten für Stadt und Land‘ zu Gemüte geführt. In dem von Redakteur Uwe Plien, sehr schön verfassten Artikel (übrigens auch der Kommentar von ihm einen Tag später), werden dann allerdings die Gründe von Adler-Chef Ernst Barten – ohne Frage das, über viele Dekaden währende kulturelle wohl wichtigste Gesicht der Stadt Rheinberg – sehr gut nachvollziehbar, dokumentiert.

Ernst steuert in wenigen Tagen auf seinen 70. Geburtstag zu. Da in den heutigen Labors die ‚Ewige Jugend‘ noch nicht erfunden ist und wir alle den biologischen Gesetzmäßigkeiten des Alterungsprozesses der Zellen, unterworfen sind, ist die Entscheidung, in einer Phase aufzuhören, wo es vermutlich schon oft zwicken und zwacken wird, sich aber insgesamt körperlich und geistig noch alles im Lot befindet, sicherlich absolut die richtige.

Fest steht, dass Ernst Barten sein großes ‚Erbe‘ und die noch größere Bürde, die er dem Nachkömmling hinterlassen wird, sicherlich mit ‚Augenmaß‘ übertragen wird. Zu hoffen ist, dass vor allem ein Konzept gefunden wird, das, wie damals noch zu unseren Jugendzeiten, den Dialog und das gemeinsame Erlebnis zwischen Jung und Alt mit guter Gastronomie und weiterhin starker Live-Musik, realisiert und auch finanziell geschultert werden kann. Hier ist in aller erster Linie die Stadt inklusiv Bürgermeister, die Ernst Barten zweifelsohne Immenses zu verdanken haben, mit in der Bringpflicht.

Von unserer Seite vorab schon mal ein herzliches Dankeschön an Ernst für eine großartige (Lebens-) Leistung und auch, nicht zu vergessen, an das ihn über die Jahre unterstützende Team und seine Vertrauenspersonen! Kommen wir aber jetzt zum eigentlichen Anlass des Berichtes, der Band of Friends.

Das Trio, bestehend aus Irrwisch Gerry McAvoy, dem wuchtigen Marcel Scherpenzeel und Wirbelwind Brendan O’Neill trumpfte an diesem Abend schon auf, als wenn es heute bereits kein Morgen im Adler mehr geben würde. Wow, so hart und so spielfreudig, habe ich die drei Musiker noch nie erlebt, und das will in diesem Fall wahrlich was heißen.

Wer die Band Of Friends kennt und schon öfter gesehen hat, der weiß, dass man ein hingebungsvolles, authentisches wie auch schweißtreibendes Best Of-Programm zu Ehren von Rory Gallagher vorgestellt bekommt, bei dem man vom, immer noch hochagilen, stets treibenden und fordernden Kumpanen Gerry McAvoy (steuert ja ebenfalls schon auf die Siebzig zu), auch als Besucher ordentlich eingebunden wird.

So beinhaltete das zweiteilige Set neben ein paar bandeigenen Kompositionen wie u. a. „The Man I Am“ oder „Homeland“ (Gerry einmalig an den Lead vocals), mit Stücken wie „The Last of the Independents“, „Shin Kicker“, dem grandios gebrachten „Do You Read Me“ (mit famosem ‚Leisespiel‘-Bridge von Scherpenzeel), dem nicht so oft gespielten Ohrwurm „Overnight Bag“, „Double Vision“, „Moonchild“ (Marc blickt und zeigte kurz gen Himmeldach Richtung Rory), „Bought And Soul“, dem Ted McKenna und anderen verstorbenen Größen gewidmeten, unter die Haut gehenden „A Million Miles Away“, „Tattoo’d Lady“, „Bad Penny“ und zu guter Letzt „Shadow Play“, eine hochwertige Kette mit Songperlen des 1995 verstorbenen irischen Blues Rock-Kultmusikers.

McAvoy war natürlich dank seines pure Energie verströmenden Charismas, der unbestrittene Leader, aber auch der ‚wie Sau‘ schwitzende Scherpenzeel, kitzelte alles an Power, sowohl stimmlich, wie auch an seiner Klampfe (übrigens mit einigen Southern Rock- und Slide-Soli), aus sich heraus. Nicht zu vergessen die fulminante Performance vom unaufgeregten, aber mit unzähligen Trommelwirbeln glänzenden Drummer Brendan O’Neill, ebenfalls Ex-Gallagher-Gefährte, die der ganzen Geschichte einen unglaublichen Drive verlieh.

Aber auch das Adler-Publikum, natürlich schon frühzeitig von Gerry angestachelt, komplettierte, beziehungsweise erhöhte durch lautstarkes Mitsingen und viele (auch spontane) Rhythmusklatscheinlagen, den launigen Unterhaltungswert des in allen Belangen überzeugenden Gigs.

So ließ sich natürlich auch das BOF-Trio von der begeisterten Vierbaumer Atmosphäre am Ende nochmals anstecken und zog im Zugabenteil mit dem „Bullfrog Blues“, dem überraschenden J.J. Cale-Klassiker „Cocaine“ und „Messing With The Kid“, ausführlich alle Register in Sachen Einsatzwillen und Spielfreude. Das war ganz großes (Blues) Rock-Kino liebe Band Of Friends!

Einer der besten Abende, die ich bisher im Adler erlebt habe. Und dann kommt bei aller Freude und Euphorie am Ende doch noch unweigerlich Wehmut auf. Solche Momente sollen unter Umständen tatsächlich schon bald zum ‚ewigen Schnee von Gestern‘ gehören? Eigentlich unvorstellbar…!!!

Line-up:
Marcel Scherpenzeel (lead vocals, electric guitar)
Gerry McAvoy (bass, lead vocals)
Brendan O’Neill (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

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Schwarzer Adler

Rot-Weiss Essen und Sounds Of South kooperieren – Top-News

Mit der Bekanntgabe von Sascha Peljhan, Gründer des bekannten Essener Modelabels Naketano, als strategischer Partner, scheint eine Lawine losgetreten worden zu sein. Jetzt ist auch eine weitere Katze aus dem Sack! Der nächste große Investor bei Rot-Weiss Essen wird ‚Sounds Of South‘ (mit der ‚Essen Rocks Inc.‘ im Rücken) heißen!

Nachdem der Fußball-Traditionsverein seit Jahren, ohne Aussicht auf ein Weiterkommen in der vierten Liga, auf der Stelle tritt, musste endlich ein bahnbrechender Schritt in die Zukunft getätigt werden.

Für die viele Jahre zaudernde und zögernde, eigentlich sehr potente Essener Wirtschaft, mit ihren vielen zahlungskräftigen Unternehmen wie die RWE AG, die ThyssenKrupp AG, ALDI Nord, der HOCHTIEF AG, Deichmann  oder der Schenker AG, scheint der Revierclub momentan einfach immer noch zuviel verbrannte Erde hinterlassen zu haben.

Bei einem zufälligen Treffen von den beiden Rheinbergern Marcus Uhlig, amtierender Geschäftsführer von RWE und Daniel Daus, Chef des Rockmusikmagazins Sounds Of South, beim Konzert von VDELLI im Schwarzen Adler, gab es einen der denkwürdigen Momente, bei dem vermutlich endgültig die Weichen für eine rosige Zukunft des Vereins gestellt wurden.

Marcus Uhlig: „Daniel Daus und ich kennen uns seit zig Jahren vom Rheinberger Amplonius-Gymnasium und der Rheinberger Tischtennishalle. Daniel oder ‚Dangerous Dan‘, wie er in RWE-Kreisen genannt wird, und ich waren schon damals zu Schulzeiten in unseren Jahrgangsstufen die gefürchteten Top-Fans des Clubs. Klar, dass wir im Adler sofort über die alten Glanzzeiten mit Willi ‚Ente‘ Lippens, Horst Hrubesch, Frank Mill, Manni Burgsmüller, Jürgen ‚Cobra‘ Wegmann & Co. an der Festung Hafenstraße ins Schwärmen gerieten.“

Daniel Daus: „Nachdem Marcus mir berichtete, wie schwer es in Essen ist, trotz des Peljhan-Asses im Ärmel, solvente Sponsoren zu finden, begann ein spontanes Brainstorming. Ich offerierte ihm einfach mal, meine Kontakte aus früheren Tischtennis-Bundesliga-Zeiten und in der Rockmusik spielen zu lassen, zumal ich wusste, dass die beiden fußball-verrückten Rod Stewart, Elton John und, man höre und staune,  Joe Bonamassa, schon lange ein Auge auf einen deutschen, investitionswürdigen Club geworfen haben.“ Auch Timo Boll und Daus‘ damaliger TT-Weggefährte Jörg Roßkopf sind passionierte RWE-Liebhaber.

Adler-Chef Ernst Barten, der aufmerksam unsere Konversation mitverfolgte, stellte sofort den Kontakt zu ‚Smokin‘ Joe‘ her. Bonamassa, der den Rheinberger Kult-Blues-Club heute noch als sein musikalisches Wohnzimmer bezeichnet, war nach einem Treffen absolut Feuer und Flamme. Sein begeisterter Kommentar nach unserem Gespräch: „Dan, Sounds Of South and Rot-Weiss Essen, that’s it!“

Im Nu hatte der Blues Rock-Superstar mit den bereits erwähnten Stewart, John, den Rolling Stones-Masterminds Mick Jagger und Keith Richards („Red White Essen, best damn shit ever!“), Gary Rossington, Reese Wynans, Scott Borchetta (Big Machine Records), Angus Young, Garth Brooks und einigen weiteren Stars der Szene, eine Sponsorengemeinschaft unter dem Namen ‚Essen Rocks Inc.‘ ins Leben gerufen, die gegenüber dem vergleichsweise geringen Engagement von Peljhan, einen dreistelligen Millionenbetrag in den Traditionsclub aus dem Essener Norden investieren wird.

Während Peljhan die Vermarktung im Stadionbereich und der wirtschaftlichen Beratung obliegt, sind Sounds Of South und die Essen Rocks Inc. vornehmlich auf die sportliche Wahrnehmung und den damit geplanten Erfolg fokussiert.

april_03Das Konsortium bestand somit auf zwei Dinge: Sounds Of South muss in den nächsten fünf Jahren auf dem von Peljhan entworfenen Trikot als Werbeträger vertreten sein und José Mourinho soll neuer Trainer werden. Der exzentrische Portugiese zeigte sich für das überraschende Angebot offen. „Wenn ich eine neue Mannschaft um Kevin Grund (siehe schon im neuen Trikot) und Benjamin Baier als neue Führungspersönlichkeiten bauen kann, bin ich dabei!“ So sein O-Ton.

Klar, dass seitdem bei Marcus Uhlig das Telefon nicht mehr still steht. Selbst der Agent des bei Juve nicht glücklichen Cristiano Ronaldo hat sich bei ihm gemeldet. „Finanziell sind wir uns weitestgehend einig. Im Moment, hakt es noch an der Stammplatzgarantie, für die Mourinho seinem extrovertierten Landsmann bei RWE partout keinen Blanko-Scheck ausstellen möchte.“

Eine weitere unkonventionelle Maßnahme des Neu-Trainers: Ex-Tischtennis-Bundesliga-Spieler Daniel Daus wird neben seiner SoS-Tätigkeit für den bisher glücklosen Jürgen Lucas (geht zurück in den Jugendbereich) zukünftig als Sportlicher Leiter auf der Tribüne Platz nehmen. Der amtierende Coach ‚Kalle‘ Neitzel hat eine lukrative Offerte als Co-Trainer auf dem Tisch liegen. Das ebenfalls lang gehandelte RWE-Mitglied Andreas Rettig wird sich im engen Austausch mit Pele (wie bekannt, auch RWE-Mitglied) um den Bereich Auslands-Scouting mit dem Fokus auf Südamerika kümmern.

Daus‘ derzeitiger Arbeitgeber, die Essener A. Sutter Fair Business GmbH, hat den 56-jährigen ab dem 01.06.2019 schweren Herzens bis auf Weiters für seine neuen Aufgaben freigestellt. Geschäftsführer und Bonamassa-Fan Martin Sutter: „Wir werden aber im Rahmen unserer eigenen Innovationsstrategien, voraussichtlich zusammen mit der Messe Essen – allerdings erst nur mit einem kleineren siebenstelligen Betrag – ebenfalls auf den Zug aufspringen.“

Der lange für seine Verschwiegenheit kritisierte Marcus Uhlig: „Nach der nun mehr kläglich gescheiterten Hoch-3-Aktion, gilt es es jetzt, die Synergieeffekte zwischen Essener Wirtschaft, Sport und (Rock) Musik, optimal zu nutzen. So haben sich die beteiligten Musiker verpflichtet, einmal pro Saison, ein Heimspiel mit einem einstündigen Unplugged-Konzert anzuheizen. Die erste Partie der neuen Spielzeit 19/20 wird somit der Initiator Joe Bonamassa eröffnen, danach sind die Stones und AC/DC dran!“

Aufgrund des zu erwartenden Andrangs wird das im Modulbaukasten-System angelegte Stadion Essen schon ab Mitte April sukzessive auf eine Kapazität von 40.000 Zuschauern erweitert. Die bisher offenen, zugigen Ecken werden damit geschlossen.

Verzweifelter und desillusionierter Kommentar des SoS-Kollegen und Meisterknipsers Gernot Mangold , seines Zeichens leidenschaftlicher FC Köln-Anhänger: „Da kann man ja gleich einpacken…“

Wie dem auch sei. Die Namen Rödinhausen, Rheda-Wiedenbrück, Straelen, Kaan-Marienborn oder Herkenrath gehören demnächst der Vergangenheit an. Rot-Weiss Essen, Peljhan, Sounds Of South und die Essen Rocks Inc. haben den Blick fest in Richtung Champions-League-Titel gerichtet.

Daniel Daus: „Mit dem Gewinn des DFB-Pokals im nächsten Jahr als erster Meilenstein, soll der Weg dorthin allerdings schon erheblich verkürzt werden. Unter mir wird bei den Spielern ein striktes Leistungsprinzip eingeführt. Wer Siege bringt, wird exorbitant gut verdienen, wer kein Gras frisst, wird rigoros aussortiert. Das sind wir dem jahrzehntelang gebeutelten treuen RWE-Publikum schuldig und dafür stehe ich mit meinem Namen!“

In den bisherigen deutschen Fußballhochburgen München, Dortmund, Leipzig, Berlin, Gelsenkirchen und beim Deutschen Fußball Bund in Frankfurt wird schon fieberhaft gegrübelt, wie man der drohenden Übermacht von der Ruhr, weitere Steine in den Weg legen kann.

Sie können sich aber drehen und wenden, wie sie wollen: Eines ist sicher – die Musik im deutschen Profi-Fußball spielt demnächst bei RWE!

Jane Lee Hooker – 29.03.2019, Schwarzer Adler, Rheinberg – Konzertbericht

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Jane Lee Hooker zum zweiten Male im Schwarzen Adler! Nachdem sie vor gut zwei Jahren von Ruf Records, zwecks Pushen ihres Namens, noch im Schlepptau von Layla Joe unter dem Slogan ‚Double Trouble‘ durch die hiesigen Lande reisten, gab es jetzt in Rheinbergs Kult-Blues-Club, das erste Stelldichein unter komplett eigener Regie.

Ein paar Monate später hatte das Quintett mit „Spiritus„, aufgrund des nicht unerheblichen Southern Rock-Anteils, eines der für mich überraschendsten Alben des Jahres 2017 als Nachfolger ihres Debüts „No B!“ hingelegt.

Die fünf Mädels erschienen am gestrigen Abend in unveränderter Besetzung. Auch diesmal präsentierten sich die New Yorkerinnen Dana ‚Danger‘ Athens, Tracy ‚High Top‘, Tina ‚TBone‘ Gorin, ‚Hail Mary‘ Zadroga und Melissa ‚Cool Whip‘ Houston als verschworene Gemeinschaft, für die es nur einen Plan zu geben scheint, ihr ganzes Glück auf die musikalische Karte zu setzen.

Und das taten Jane Lee Hooker von Beginn an voller Leidenschaft, Energie und unbändiger Spielfreude. Mein Gott, was ging da schon für ein Rambazamba bei den furiosen, punk-bluesigen „How About That“ (neuer Song?) und „How Ya Doin‘?“ als Opener auf der Bühne ab.

Die wibbelige, sich fast immer in Action befindliche Fronterin Dana Athens sang und schrie sich bei den weitestgehend uprockenden Tracks wie u. a. „Wade In The Water“, „Gimme That“, „Ends Meet“, „Be My Baby“, „Shake For Me“ oder „Mama Said“, die Seele aus dem Leib, zeigte aber bei etwas gemäßigteren Tracks wie „The Breeze“ oder „How Bright The Moon“ stimmlich und am Keyboard, weitere Facetten ihres Könnens.

Die Rhythumsfraktion mit der schlaksigen ‚Hail Mary‘ Zadroga und der sehr fokussierten Melissa ‚Cool Whip‘ Houston, gab mit kraftvoll pumpendem Tieftöner und polternden Drums heftig die Pace an (beide mit Soli bei „Shake For Me“), von der die beiden quirligen Gitarristinnen, zu vielen Riffs, Fills und Soli, getrieben wurden.

Nicht selten ließen sich, besonders zu unserer Freude, Tina ‚TBone‘ Gorin und Tracy ‚High Top‘ zu längeren, im Southern Rock verwurzelten Einlagen (sogar partiellen Twin-Intermezzi) hinreißen. Letztgenannte trug nicht umsonst ein Lynyrd Skynyrd-T-Shirt unter ihrem bordeaux-farbenden Sakko.

Als eine atemberaubende Version des „Mean Town Blues“ den launigen Hauptteil beendet hatte, wurden die fünf Musikerinnen vom begeisterten Adler-Publikum regelrecht auf die Bühne zurück geschrien. Dem in Sachen Energie, Dynamik und Spielfreude nicht zu toppenden „Didn’t It Rain“ folgte dann vor dem endgültigen Gang zum Merchandising-Stand, noch eine krachende Version von „Mannish Boy“, bei der der gute Muddy vermutlich in seinem geruhsamen Grabe richtig durchgerüttelt wurde.

Dort zeigten sich die Mädels absolut sympathisch und kommunikativ, unterzeichneten Plakate, Bilder sowie CDs und standen für das eine oder andere Foto (unter anderem auch für unsere VIP-Galerie) als auch Smalltalk zur Verfügung. Solche Bands bereiten einfach Spaß! Sollte es so etwas wie Gerechtigkeit im Leben geben, müsste der Plan A von Jane Lee Hooker bei soviel Engagement und Hingabe normalerweise aufgehen…

Ruf Records und dem Adler-Team um Ernst Barten übrigens ein Kompliment für den Mut, auch etwas unkonventioneller agierenden, aufstrebenden Bands, seitens des klassischen Blues Rocks, eine Plattform für ihr Können in seiner namhaften Location zu bieten.

Line-up:
Dana ‚Danger‘ Athens (lead vocals, keys)
Tracy ‚High Top‘ (electric guitar)
Tina ‚TBone‘ Gorin (electric guitar)
‚Hail Mary‘ Zadroga (bass)
Melissa ‚Cool Whip‘ Houston (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

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Ben Poole – 24.03.2019, Schwarzer Adler, Rheinberg – Konzertbericht

P-haupt

Finale der Europa-Tournee von Ben Poole bei uns im heimischen Schwarzen Adler. Bei dieser günstigen Gelegenheit wollte Sounds Of South zum Wochenausklang natürlich auch noch mal zugegen sein.

Der Brite hatte vor knapp zwei Wochen in Köln auch im Dreier Line-up eine grandiose Leistung abgeliefert, somit waren die Voraussetzungen für einen schönen Ausklang gegeben. In der Domstadt hatte noch Martin Deering am Schlagzeug gesessen. Er wurde in Rheinberg durch Chris Harvey ersetzt, der sich insgesamt mit sehr einfühlsamem wie auch kräftigem Spiel, je nach Lage, als Belebung herauskristallisierte.

Nach etwas ruckligem Beginn beim Opener „Take It No More“ (Sound und Stimme von Ben waren noch nicht gut ausgesteuert), kam das Trio ab „Start A Car“ sprichwörtlich in Fahrt und spätestens beim fantastischen Freddie King-Cover „Have You Ever Loved A Woman“ (tolles Les Paul-Intro, Gesang ohne Mikro, Leisespiel-Passage ohne Verstärker) hatte der Protagonist den Hebel umgelegt, um von da ab ein Feuerwerk an Gitarren-Spielkunst abzulassen.

Die Setliste mit Stücken wie „The Question Why“, „Further On Down The Line“ und dem atmosphärischen Schwofer „Don’t Cry For Me“ entsprach der Kölner Performance und zollte bis zur Pause natürlich Pooles aktuellem Album „Anytime You Need Me“ Tribut.

Nach einem 20-minütigen Break hatten Ben und Beau Bernard ihre vorher getragenen Jacken abgelegt, was auf einen heißen zweiten Part hinzudeuten schien, der mit dem knackigen „Let’s Go Upstairs“ eingeläutet wurde.

Beim groovigen „Better Off Dead“ löste man sich schon ein wenig von der bis dato relativ strikt eingehaltenen Struktur der Stücke. Hier wurde in Bens furiosem, psychedelisch umwehten Soloteil bereits kräftig improvisiert. Schön zu sehen, wie Drummer Chris Harvey hochkonzentriert Pooles quirligem Wirken immer wieder Paroli bot.

Der Protagonist, dem zu diesem Zeitpunkt, die Last, die so eine intensive Tour mit sich bringt, spürbar abgefallen war, gönnte sich dann einfach mal einen Song, auf den er einfach Bock hatte. Mit dem von Eric Clapton und Robert Cray komponierten „Old Love“ versuchte er sich mit der famosen Version der schottischen Kollegen von King King zu messen, was am Ende ungefähr auf Augenhöhe gelang. Toll hier natürlich wieder seine intensiven langen Soli als Intro und im Mittelteil.

Die furiose, fast in Southern Rock-Gefilden endende Version des Don Henley-Klassikers „Dirty Laundry“ zum Finale des Hauptteils, riss das gut aufgelegte Adler-Publikum zu Begeisterungsstürmen hin, so dass dem Trio ein geruhsames Ende natürlich verwehrt blieb.

Die drei jungen Burschen zögerten auch nicht lange. Sie spielten und jammten sich, inklusive Soli aller Beteiligten (jeweils mit Szeneapplaus gewürdigt), beim Titelstück des Albums, „Anytime You Need Me“, regelrecht in einen Rausch, dass einem fast die Spucke wegblieb. Nach einem psychedelischen Wirbelsturm gegen Ende des Liedes, war eigentlich dann auch jedem klar, dass die Messe gelesen war und nichts Besseres mehr kommen konnte.

Fazit: Wie schon vor zwei Jahren, wenn auch in etwas unterschiedlicher Form (ohne Keyboarder, ohne Akustikset), hatte Ben Poole wieder eine insgesamt atemberaubende Leistung in Vierbaum abgeliefert, die bei konstanter Weiterentwicklung und dem unweigerlichen Reifeprozess, auf einen zukünftigen Weg in Richtung Blues Rock-Olymp mutmaßen lässt. Tolles Tour-Abschluss-Konzert im Schwarzen Adler! Gute Heimfahrt, Ben Poole!

Line-up:
Ben Poole (lead vocals, electric guitar)
Beau Barnard (bass, bgv)
Chris Harvey (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

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