Sari Schorr & Band, 15.11.2018, Schwarzer Adler – Konzertbericht

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Sari Schorr zum ersten Mal im Schwarzen Adler! Wir hatten das weibliche Energiebündel zuvor bereits 2017 und vor gut einem halben Jahr im voluminöseren Musiktheater Piano in Dortmund erlebt. Diesmal war für uns die spannende Frage, wie ihre Musik in der mehr beengten Clubatmosphäre der Rheinberger Kultstätte wirken würde.

Dazu kam, dass die aus Brooklyn, New York, stammende Sängerin mit „Never Say Never“  mittlerweile ihr, von der allgemeinen Kritikerschaft, als auch uns, hochgelobtes zweites Album im Schlepptau hatte.

Begleitet wurde sie, inklusiv einer Veränderung, von der bewährten ‚Klasse-Mannschaft‘ mit dem, an den diversen E-Gitarren, wieder furios auftrumpfenden Ash Wilson, dem niederländischen Tastenvirtuosen Bob Fridzema und dem britischen Parade-Drummer Roy Martin. Am Bass erwies sich der musikalische Tausendsassa Roger Inniss – wen wundert es –  als ideale Verstärkung der Rhythmusfraktion.

Mit „New Revolution“ als Opener gab es zwar keine musikalische Aufruhr im Adler, aber ihre eher auf klassischen Rock basierende Ausrichtung war in der überwiegend Blues-verwöhnten Vierbaumer Location, ein durchaus mutiges Unterfangen. Schön, dass Ernst Barten und sein Team immer auch ein offenes Ohr für ‚frisches Blut‘ bei ihrer Programm-Zusammenstellung beweisen.

Spaß bereitete mir bei diesem Stück direkt das Skynyrd-angelehnte E-Gitarren-Solo von Ash Wilson. Nach dem dezent Whitesnake-behafteten „Damn Reason“ (typische Orgel von Fridzema), der emotionalen Widmung in Richtung Robert Johnson mit „King Of Rock And Roll“, gab es mit dem schön bluesig umgesetzten „Demolition Man“ (Bob lässt seine Hammond herrlich ‚durchgurgeln‘) erstmals so richtig Wasser auf die Mühlen des Adler-Publikums (später nochmals vor allem bei der dritten Zugabe).

Das shufflige „Ain’t Got No Money“ zollte ihrer einstig finanziell etwas klammeren Zeit Tribut, als Sari noch in Paris lebte. Der Mott The Hoople-/Bad Company-Rock-Evergreen „Ready For Love“ begeistert aus dem Munde  einer solchen Stimm-Charismatikerin ebenso, wie es einst bei Paul Rodgers der Fall war.

In „I Just Wanna Make Love To You“ brillierte Roger Inniss mit einem starken Bass-Solo und legte mehr als eindeutig klar, warum er zu einem der meist gebuchtesten Akteure im Tieftönerbereich zählt.

Über „Kiss Me“ (Schorr hier wie eine rockige Melissa Etheridge), „Maybe I’m Fooling“ (erneut mit southern-rockigem E-Solo) und dem ein wenig auf sich selbst ironisch gemünzten „Valentina“, ging es mit dem Ian McLagan-Ohrwurm und zugleich Titelstück des neuen Werkes, „Never Say Never“, in die Schlussphase des Gigs.

Nach Vorstellung ihrer wieder bärenstark agierenden Begleitband nutzte Sari beim Schlusslied „Freedom“ die Gelegenheit, auf den in der USA existierenden Waffenwahn aufmerksam zu machen, der sich unter der Vorherrschaft eines Donald Trumps und wem auch immer danach, aber vermutlich kaum beseitigen lassen wird.

Drei lautstark eingeforderte Zugaben, u. a.  mit der eigenwilligen Schorr- Interpretation des One-Hit Wonders „Black Betty“ waren ein bestes Indiz dafür, dass sich im Adler oft auch ein Blick über den Tellerrand lohnt, auf dem der Blues diesmal eher als dekorierende Beilage präsent war.

Sari Schorr und ihre Begleittruppe haben an diesem Abend mit einer engagierten und couragierten Leistung eine beeindruckende Visitenkarte abgegeben. Ich bin mir relativ sicher, dass man sie nicht zum letzten Mal in Vierbaum erlebt haben wird.

Line-up:
Sari Schorr (lead vocals)
Roger Inniss (bass)
Roy Martin (drums)
Ash Wilson (electric guitar, vocals)
Bob Fridzema (keys, vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Bericht: Daniel Daus

Sari Schorr
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Schwarzer Adler Rheinberg

VDELLI – 14.10.2018, Schwarzer Adler, Rheinberg – Konzertbericht

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Kurz nachdem Joe Bonamassa in einem Interview mit dem Magazin Eclipsed den Schwarzen Adler zu seinem persönlichen Lieblingsclub geadelt hatte, war es auch für uns mal wieder Zeit, dem heimischen Blues-Tempel an der Baerler Straße in Vierbaum eine Visite abzustatten. Der australische Blues Rocker Michael Vdelli hatte sich mit Band für Sonntag-Abend zum Wochenausklang angesagt.

Der Termin und wohl auch der Herbstferienanfang schien so einige Leute von einem Besuch abgehalten zu haben, für die, die gekommen waren, sollte es ein lohnenswerter Gig werden. Michael Vdelli und seine beiden deutschen Mitstreiter Michi Weber sowie Björn Hofmann zeigten sich in absolut bester Spiellaune und wurden von den Anwesenden fast so lautstark gefeiert, als wenn die ‚Hütte‘ voll gewesen wäre.

Das Trio präsentierte eine gelungene Mischung aus dem VDELLI-Eigen-Fundus (u. a. „Soon As I Got  Paid“, „Nuff Your Stuff“, „Going Too Hard, „It Could Be Good“) als auch so manche Cover-Version einschlägiger Interpreten wie Tony Joe White / Tina Turner („Steamy Window“ – tolle eigenwillige Umsetzung), Tom Waits („Walking Spanish“), Soundgarden / Johnny Cash („Rusty Cage“), Willie Dixon („Wang Dang Doodle“), Bob Dylan / Jimi Hendrix („All Along The Watchtower“), Muddy Waters („Baby Please Don’t Go“), The Temptations („Papa Was A Rolling Stone“), Elmore James / ZZ Top („Dust My Broom“ mit schönem Slide – 1. Zugabe) oder Robert Johnson („Sweet Home Chicago“ – letzte Zugabe), natürlich in den von ihm etwas härter interpretierten Fassungen.

Björn Hofmann am Schlagzeug, Sohn der Legende (Ecki) Eckart Hofmann, und Michi Weber, der zunächst lange Zeit am Contrabass agierte (wechselte erst im letzten Drittel ab „Green Light Girl“ zum E-Bass) spielten ein schönes Fundament (dazu hatten beide noch ein paar Harmonie-Parts) für den engagiert singenden (Richtung Devon Allman/Mike Zito) und auch in den Ansagen sehr kommunikativen Protagonisten, der natürlich seiner, schon schwer malträtierten Gibson Les Paul Deluxe, wieder unzählige quirlige Soli abverlangte.

Dass Michael als aus Perth stammender australischer Rocker natürlich auch ein wenig AC/DC im Blut hat, zeigte sich unterschwellig in den starken Eigenkompositionen „My Baby Does Better“ und dem, mit furiosem Slide-Finale bestückten „You Aint Bringing Me Down“ als zweite Zugabe.

Nach dem kurzweiligen spielfreudigen Konzert schleppten die Drei schnell ihre Mitbringsel (CDs, T-Shirts, etc.) zum, auf die Schnelle, improvisierten Merchandising-Table und posierten auch noch gut gelaunt mit unserem Logo für die VIP-Galerie. Um es am Ende in Bonamassa-Sprache auszudrücken: Vielen Dank an das Team des weltbesten Blues Clubs für einen sehr gelungenen Abend und die, wie immer, gastfreundliche Aufnahme!

Line-up:
Michael Vdelli (lead vocals, guitars)
Michi Weber (bass, vocals)
Björn Hofmann (drums, vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Bericht: Daniel Daus

VDELLI
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Schwarzer Adler

Josh Smith – 13.09.2018, Schwarzer Adler, Rheinberg – Konzertbericht

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Die meisten Interpreten touren nach Veröffentlichung einer neuen Platte, um diese zu promoten. Auch bei Josh Smith war dies bei seinem Auftritt im Schwarzen Adler der Fall. Die neue Scheibe, „Burn To Grow“, die nun mittlerweile elfte Platte des 39-jährigen, aus Connecticut stammenden Musikers, ist seit Mitte August erhältlich.

Leider war der Publikumszuspruch an diesem Donnerstag Abend nicht so, wie der Ausnahmegitarrist Smith es mit seiner Band verdient gehabt hätte. Die Anwesenden sollten aber nicht enttäuscht werden, denn Smith erfüllte die hohen Erwartungen der Fans, welche er mit seinem starken Konzert im Vorjahr angeheizt hatte, in jeder Hinsicht.

Er präsentierte in einer bunten Mischung aus Songs, nachdem er instrumental eingestiegen war, dann auch sechs Songs aus dem neuen Silberling. Schon zu Beginn des Konzertes gab Smith seinen beiden Begleitern in einer Extended Version von „Pusher“ die Möglichkeit, mit Soloeinlagen ihr spielerisches Können unter Beweis zu stellen.

Steve Jenkins wirbelte über seinen fünfsaitigen Bass und spielte Soli fast wie auf einer E-Gitarre. Vincent Fossett jr., ein Energiebündel mit Rastalocken und Led Zeppelin-Shirt, zeigte, dass er alle Spielarten an den Drums, je nach Bedarf, von dynamisch bis zu dezent ruhig, locker beherrscht. Überhaupt muss gesagt werden, dass die beiden Mitmusiker mit ihrer starken Rhythmusarbeit das Beet so bereiteten, dass Smith sich darauf austoben konnte, um seine Gitarren mal slidend, mal pickend oder brachial mit Plektron zu bearbeiten.

Ich meine zu Beginn eines der Songs einen Drumeinstieg a là Led Zep gehört zu haben. Dass es sich bei Smith aber auch um einen Teamplayer handelt, zeigte sich dadurch, dass er seinen beiden Kollegen im Verlauf des Konzertes immer wieder die Möglichkeit zu Soloeinlagen gab. Nach einigen schon bekannten Songs, betonte er, dass es ihm immer eine Freude sei, neue Stücke zu spielen und präsentierte zunächst „Half Blues“, den Opener der neuen Scheibe.

Das folgende bluesig-soulige „Burn To Grow“ der Titelsong der neuen Platte kann auch als Synonym für das Konzert gesehen werden, dass Smith in seine Musik hineingeboren ist, um sich weiterzuentwickeln und neben dem Blues auch gelungene Einflüsse aus Soul Rock und  einer Art hardrockenden Country zu integrieren. So hatte ein Medley im zweiten Set des insgesamt etwa zweistündigen Konzertes als Basis eine fast cowpunkige Version des Shadows Klassikers „Apache“.

Ein besonderer Höhepunkt war auch das stilistisch an Joe Cocker erinnernde „Through The Night“. Die gute Stimmung in beiden Sets wurde auch durch die sympatische Art von Smith in seinen Ansprachen zu den Songs gefördert, wo er manchmal fast schon mit den Zuhörern spielte und auch seine Zufriedenheit mit deren Reaktionen preis gab. In Phasen, wo Ruhe im Publikum für Songs notwendig war, hätte man bei dem bluesbegeisterten Publikum die sprichwörtliche Nadel fallen hören, um nach gekonnten Soloeinlagen der Künstler diese wieder frenetisch zu feiern.

So vergingen zwei Stunden Blues Rock von feinstem wie im Fluge und man sah im Publikum nur zufriedene Gesichter. Anschließend wurde der Merchandising-Stand, wie schon in der Pause gut frequentiert und Smith nahm sich die Zeit für Smalltalks und das Erfüllen von Autogrammwünschen. So sieht gelebte Fannähe aus!

Der Gig kann als würdiger Opener nach der Sommerpause im Schwarzen Adler gesehen werden und dem Blues-Fan kann geraten werden, eines der noch folgenden Konzerte dieser Tour zu besuchen. Vermutlich wird er sich danach auch  das starke neue Album zulegen.

Ein Dank neben den Musikern für einen begeisternden Abend auch an Ernst Barten für die Akkreditierung und das wie immer freundliche Adlerteam.

Dem geneigten Genre-Liebhaber  in der Reichweite des Schwarzen Adlers sei geraten, im dortigen Programm nachzuschauen und sich noch den einen oder anderen Termin zu reservieren, denn Smith war nur der Beginn einer ganzen Serie hochkarätiger Musiker, die demnächst im Vierbaumer Bluestempel auftreten werden!

Line-up:
Josh Smith (lead vocals, electric guitar)
Vincent Fossett Jr. (drums)
Steve Jenkins (bass)

Text und Bilder: Gernot Mangold

Josh Smith
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Schwarzer Adler

Ryan McGarvey – 27.05.2018, Schwarzer Adler, Rheinberg – Konzertbericht

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Ryan McGarvey machte mit seiner Band, wie bei jeder Tour auch diesmal Station im Rheinberger Schwarzen Adler. Begleitet wurde er dabei von Carmine Rojas am Bass, der auch bei der letzten Tour in 2016 den Tieftöner bearbeitete und Logan Miles Nix an den Drums, der diesmal wieder mit von der Partie war. Ich erinnere mich noch an das letzte Konzert in 2016 in Rhede, als Rojas ziemlich ärgerlich über den Sound war.

Diesmal im Adler stimmte alles. Schon bei den ersten Bassanschlägen und im Gitarrensound waren die Töne sehr differenziert und klar erkennbar. Auch die mit den Jahren kräftiger gewordene Stimme McGarveys war gut ausgesteuert, sodass alle wichtigen Elemente entsprechend abgebildet wurden. Hier schon ein Kompliment an den Soundmixer, der an diesem Abend einen entsprechenden Anteil am Gelingen des Konzertes hatte. Auch lichttechnisch war die Bühne gut ausgeleuchtet. Alle Musiker und das Bespielen der Instrumente waren somit bestens zu erkennen.

Schön, dass McGarvey fast pünktlich um 20:00 Uhr die Bühne betrat und nach einer zunächst kurzen Begrüßung mit „Little Red Riding Hood“, mit ziemlich hard-rockendem Blues direkt für die entsprechende Stimmung im Saal sorgte. Das folgende „Feeling Like I do“ spiegelte auch die emotionale Situation McGarveys an dem Abend wieder. In mehreren Ansagen zwischen den Songs ließ er erkennen, mit welcher Freude er den Schwarzen Adler mit seinem begeisterungsfähigen Publikum einen erneuten Besuch abstattete.

McGarvey begeisterte in den Songs mit ausladenden Soli, auf den Grundlagen der Rhytmussektion um Carmine Rojas, der schon bei Größen wie David Bowie, Tina Turner, Rod Stewart oder Joe Bonamassa den Bass spielte. Bei seiner Vorstellung und McGarveys Lob für dessen Arbeit bei anderen Künstlern, konnte man den Stolz in Rojas Gesicht ablesen, er stellte aber sehr eindeutig klar, dass an diesem Abends McGarvey der Protagonistist. Logan Miles Nix stellte McGarvey als einen seiner besten Freunde und großartigen Musiker vor und sagte augenzwinkernd, dass er von diesem für jedes Kompliment fünf Dollar bekäme. Seine Fähigkeiten durfte Mix dann auch in einem mehrminütigen Schlagzeugsolo beweisen.

Im Laufe des Konzertes spielte McGarvey Songs aller seiner bisher erschienen drei Studiowerke. Im Gepäck hatte er diesmal ein jetzt veröffentlichtes Livealbum, wobei er eine Spur härter spielte als auf den vorherigen Touren. Die akustische Gitarre, die sonst immer in zwei bis drei Songs ausgepackt wurde, hatte er diesmal nicht dabei. Es kamen nur eine  Fender Stratocaster und die Gibson Les Paul zum Einsatz.

Mit „Pennies“, „Drunken Dreams“ und „My Heart To You“, das er in seiner Anmoderation den Besuchern im Adler widmete, performte er aber auch einige etwas ruhigere Bluessongs, die als Verschnaufpause während des energiegeladenen Auftritts dienten.

Nach etwa 80 Minuten fragte McGarvey seine Audienz, ob es einen Heavy-Song haben will, was lautstark bejaht wurde. Es folgte „Memphis“, das ein Finale-Furioso einläutete. Mix wirbelte an den Drums, dass man den Sticks kaum noch folgen konnte (einige verschlissene landeten als Souvenirs im Publikum), Rojas bearbeitete den Bass sowohl mit Härte als auch mit Eleganz und McGarvey spielte, wie gefordert, seine Gibson im Hardrockstil. Ein Großteil der Besucher rockte im Saal mit. Selten habe ich eine so ausgelassene Stimmung im im bunt gemischten Adler-Publikum erlebt.

Es waren viele jüngere und auch mehr weibliche Fans als sonst im Adler. Ob die Zusammensetzung an McGarveys Generationen-übergreifendem Blues-Stil oder an seinem recht jungen Alter für einen Bluesmusiker lag, war hier die Frage. Nach dem Knaller „Memphis“ wurde es psychedelisch. Es folgte das Instrumental „Mysic Dream“, einer meiner Lieblingssongs von ihm. Beginnend, eher ruhig mit orientalischen Klängen, steigerten Ryan und Band das Tempo, um samt infernalischen Soli schließlich im Led Zeppelin-Klassiker „Kashmir“ zu landen.

Beendet wurde die Version von „Mystic Dream“ schließlich damit, dass McGarvey alle Regler und Schalter an der Gibson, wie ein Gitarrenfetischist sagen würde, maltetrierte. Meiner Meinung nach zeigte McGarvey nur auf, welche Töne man einer Gitarre entlocken kann. Nach etwa 15 Minuten war der mystische Traum, wie auch das Konzert, zunächst leider beendet.

Mit Ovationen und Zugaberufen wurde das Trio verabschiedet, Der Musiker aus New Mexico betrat angesichts der ausgelassenen Stimmung zunächst alleine die Bühne, um ein Intro zu spielen, welches immer näher an den Rory Gallagher Klassiker „A Million Miles Away“ heranlangte. Nix und Rojas stießen dann dazu, um zum Ende noch einen emotionalen Höhepunkt beizusteuern, eben diesen vielsagenden Song eines der größten Bluesmusiker aller Zeiten.

Klasse war dabei die Passage, bei der sich McGarvey an der Gibson Les Paul und Rojas  eine kleine Soloschlacht lieferten. Es handelte sich dabei lobenswerter Weise nicht um einen Abklatsch des Liedes, sondern um eine Version im typisch leicht psychedelischen McGarvey-Gewand. Nach knapp zwei Stunden verabschiedete sich die Band nun endgültig von einem begeisterten Publikum.

McGarvey, Rojas und Nix gelang es, den Bluestempel am Niederrhein, den Schwarzen Adler, zu begeistern und einen schönen Ausklang der Pfingstferien zu gestalten. Mit etwa 170 Besuchern war der Adler zwar nicht ausverkauft, aber doch recht gut gefüllt, was eventuell dem Termin in den Ferien und dem Wetter geschuldet war. Der Stimmung tat dies aber letztendlich keinen Abbruch.

Nach dem Konzert fand sich die Band noch am Merchandise-Stand ein, um den zahlreichen Autogrammwünschen nachzukommen. Jeder der Musiker nahm sich auch noch die Zeit für einen Smalltalk während die Autogramme geschrieben wurden. Diesmal war aber die herausragende Stellung von Rojas klar zu erkennen. Einige der Fans ließen sich nicht nur McGarvey-Platten signieren, sondern hatten auch verschiedenste, alte David Bowie-Schätze zum Unterzeichnen dabei.

Ich selbst kann mich noch an eine Bowie-Tour kurz nach „Lets Dance“ und eine Auftritt des Briten bei Rock am Ring, im Rahmen von „Glassspider“ erinnern, wo Rojas den Bass bediente. Das ist jetzt knapp 30 Jahre her, McGarvey war da noch nicht geboren.

Wer noch Zeit hat, sollte es sich nicht entgehen lassen, eines der noch ausstehenden Konzerte der Springtour 2018 zu besuchen. Ein Dankeschön auch an Ernst Barten für die kurzfristige Akkreditierung und sein Adler-Team, das durch seine freundliche Art, auch einen großen Anteil zum Gelingen des Abends beitrug.

Line-up:
Ryan McGarvey (lead vocals, guitars)
Carmine Rojas (bass)
Logan Miles Nix (drums)

Bericht und Bilder: Gernot Mangold

Ryan McGarvey
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Schwarzer Adler

Ana Popovic – 27.03.2018, Schwarzer Adler, Rheinberg – Konzertbericht

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Es ist 20:10 Uhr, als Ana Popovic nach kurzem Intro ihrer drei Mitstreiter Michele Papadia, Cory Burns und Cedric Goodman, frei nach dem Motto ‚Da mach ich mir ’nen Schlitz ins Kleid und die Bluesfreunde finden’s wunderbar‘, in luftigem schwarzen Minifummel, samt gold-umschlungener High-Heels, die Bühne des Schwarzen Adlers betritt.

Ganz zur Freude zweier, vor mir stehender, angereister (männlicher) Besucher aus Viersen, die unumwunden zugaben, dass der reine Musikgenuss nicht der einzige Anlass ihres Kommens gewesen war. „Das Auge hört schließlich mit“, hieß es stichhaltig, auf Nachfrage meinerseits, in der knapp formulierten Begründung.

Die aus Belgrad stammende Musikerin, die gegen Ende des letzten Jahrtausends gen Westen zog, um sich professionell ihrer Blues-Passsion widmen zu können, stieg mit ihrem quirligen E-Gitarrenspiel fließend in den begonnenen Jam ein, um dann einen, von viel spielerischer Leidenschaft geprägten Gig folgen zu lassen.

„Can You Stand The Heat“ hieß es, als sich die ersten Schweißperlen auf der Stirn so manchen Besuchers zu bilden begonnen hatten, um in die soulig ummantelten „Object Of Obsession“ und „Love You Tonight“ (dezentes Motown-Flair) hinüberzugleiten.

Mit dem balladesken „Train“ gab es ein Highlight des ersten Sets, dem mit dem von Wah-Wah-E-Gitarren getriebenen Stampfer „She Was A Doorman“, dem slow-bluesigen „Johnnie Ray“ (Ana mit rot-weißer Stratocaster und tollem Solo, für das sie Szenenapplaus einheimste) und dem rhythmisch stampfenden „Long Road Down“ (starkes Orgelspiel von Papadia) weitere unterhaltsame Tracks folgen sollten.

Nach der Pause ging der launige Gig mit dem Tom Waits-Cover „New Coat Of Pain“ weiter, bei der die Band dessen typisches Barroom Blues-Flair perfekt inszenierte. Überhaupt trug die stilistische Bandbreite des Quartetts aus bluesigen, rockigen, souligen, funkigen und auch dezent jazzigen Ingredienzien zum Gelingen der Gesamt-Performance erheblich bei.

Explizit erwähnenswert neben der unentwegt temporeich agierenden serbischen Protagonistin (glänzte zudem auch mit ein paar Slide-Einlagen), sind sicherlich auch die restlichen Bandmitglieder. Michele Papadia konzentrierte sich ziemlich konzentriert auf seine E-Piano-Klimpereien und Orgel-Schwurbeleien, während die Detroiter Rhythmus-Sektion mit Cedric Goodman (was für ein Kraftbündel am Schlagzeug)) und Cory ‚Buthel‘ Burns (mit herrlich pumpendem und knarzendem Bass, auch mit guten Harmoniegesängen), teilweise einen mordsmäßigen Groove abließ.

Und so ließen die Vier auch bei Stücken wie u. a.  „If Tomorrow Was Today“, „Woman In Love“, den Covern „Can’t You See What You’re Doing To Me“ (Albert King) und „Can You See Me“ (Hendrix) sowie dem fulminanten „Show You How Strong You Are“ (wieder mit mehrfachen Zwischenapplaus) ihrem spielerischen Treiben freien Lauf, bis Ana die Gitarre ablegte, die Bühne verließ und ihren Mitstreitern, wie zu Beginn, nochmals das Parkett für einen jammigen Ausklang des Hauptteils überließ.

Als Zugabe gab es nochmals ein ausgedehntes intensives Instrumental, für das Ana erneut von ihrer abgewetzten Strat zur, zuvor schon erwähnten, noch relativ unverbraucht erscheinenden, rot-weiß glänzenden Gitarre gleicher Bauart wechselte. Letztendlich hatte sich das Konzept aus Blues Rock-Power, kombiniert mit erotischer Ausstrahlung wieder mal absolut bewährt.  Die Bluesfreunde in der Vierbaumer Kult-Location fanden es tatsächlich wunderbar…

Vielen Dank an Ernst Barten und sein engagiertes Adler-Team für die gewohnt gute Kooperation, was die Akkreditierung betrifft.

Line-up:
Ana Popovic (lead vocals, electric guitar)
Cory Burns (bass, vocals)
Cedric Goodman (drums)
Michele Papadia (keys, vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Ana Popovic
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Schwarzer Adler

Band Of Friends – 17.03.2018, Schwarzer Adler, Rheinberg – Konzertbericht

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Wenn sich die Band Of Friends im Schwarzen Adler zu Vierbaum angesagt hat, ist für sämtliche Beteiligte eigentlich schon vorab klar, dass ein schweißtreibender Abend garantiert ist. Und dass Schwitzen gesund ist und bei den fast meisten Dingen auch Spaß macht, ist ja allseits bekannt, die Musik um das Energiebündel Gerry McAvoy, der nimmer müde zu sein scheint, dass Erbe seines verstorbenen Kumpels Rory Gallagher aufrecht zu erhalten, gehört zweifelsfrei dazu.

Im Vergleich zum Konzert an gleicher Stelle vor gut zehn Monaten ersetzte diesmal Brendan O’Neill, den sich zur Zeit mit Michael Schenker auf seiner USA-Tournee befindlichen Ted McKenna. Dem aus Belfast stammenden Nordiren, der ja ebenfalls lange bei Gallagher getrommelt hat und auch für seine Mitwirkung bei namhaften Interpreten wie Nine Below Zero, Alvin Lee, Allanah Myles, Sting, ZZ Top oder Joe Cocker bekannt ist, fiel die Integration demnach nicht schwer. Er erledigte seinen Job naturgemäß wie aus einem Guss.

Der wieder aus zwei Sets bestehende Gig brachte gegenüber 2017 wenig neues, hier gilt es vornehmlich den Moment zu leben und zu genießen. „The Man I Am“, „The Last Of The Independance“, „Shin Kicker“ (Marcel mit kurz angedeuteter Chuck Berry-Einlage), „Follow Me“ (dezente ABB-Note in Scherpezeels Solo), das erneut sensationell gespielte „Do You Read Me“ wieder mit ‚Leisespiel‘-Bridge (diesmal mit kleinen Scharmützeln zwischen beiden Frontern), das straight rockende „Moonchild‘, „Key Train“ (laut Gerry erst zum 3. Mal live performt) und das melodische „Homeland“ (McAvoy diesmal am Frontmikro, Marcel mit starken Harmoniegesängen) sorgten schon für einen kurzweiligen und gewohnt temperamentvollen Part 1.

Nach gut zwanzig-minütiger Pause ging es mit „Double Vision“ in der ‚Best Of Rory Gallagher‘-Show weiter. „Bought And Sold“, das von Gerry den weiteren verstorbenen Blues Rock-Größen wie Gary Moore, Alvin Lee & Co. gewidmete „A Million Miles Away“, „Philby“ (mit den begleiteten obligatorischen ‚Yeah, Yeah, Yeah‘- Gesängen), das feurige „Tattoo’d Lady“, „Bad Penny“ (mit Tanzeinlage samt Dame aus dem Publikum) und das famose „Shadow Play“ komplettierten die mittlerweile ins Kochen geratene, stimmungsvolle Band Of Friends-Party (natürlich von McAvoy wieder bis zum Anschlag gepusht).

Mit den, von der Audienz weitergeführten ‚Oohohoh‘-Gesängen vom „Shadow Play“-Ende, wurden die Akteure für zwei Slide-trächtige Zugaben (Scherpenzeel spielte jetzt eine Telecaster) aus den Katakomben des Adlers wieder hervorgelockt, wobei der wie immer zelebrierte „Bullfrog Blues“ den krönenden Abschluss bildete. Nicht nur Marcels und Gerrys Hemden (selbst nach Wechsel in der Pause) waren zu diesem Zeitpunkt klatsch nass gepowert.

Wie schon anfangs erwähnt, es ist halt so ’ne schweißtreibende Angelegenheit,  mit dieser Band Of Friends…

Line-up:
Marcel Scherpenzeel (lead vocals, electric guitar)
Gerry McAvoy (bass, lead vocals)
Brendan O’Neill (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Band Of Friends
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Schwarzer Adler

Julian Sas – 24.02.2018, Schwarzer Adler, Rheinberg – Konzertbericht

Mit Julian Sas feierten wir unsere diesjährige Premiere, was die Berichterstattung aus unserem heimischen Schwarzen Adler angeht. Auch für den beliebten Rheinberger Blues-Kult-Tempel, war es der erste ‚Hochkaräter‘ in diesem, sich noch im Anfangsstadium befindlichen Jahr 2018.

Da der letzte Sas-Gig im Adler erst gefühlt wenige Momente her ist (tatsächlich sind es nicht mal neun Monate), hatte ich über meinen, in unserer Hauptstadt lebenden, früheren Rocktimes-Kollegen Mike Kempf, der zu Julian ein privates und freundschaftliches Verhältnis pflegt, und mittlerweile mit Soundanalyse, auch ein eigenes Rockmusikmedium sein Eigen nennt, versucht, einige Infos zu ‚ziehen‘, was denn so zu erwarten sei.

Von seiner ansonsten gewohnten ‚Berliner Schnauze‘ und Diplomatie, ganz zu Schweigen, keine Spur! Lediglich, dass Sas in letzter Zeit 27 Kilo abgenommen hatte, war ihm zu entlocken. So ging es dann halt, frei nach dem Motto eines früher beliebten holländischen Entertainers, ‚Lass Dich überraschen‘, ab nach Vierbaum.

In der Tat sah man dem Protagonisten den üppigen Gewichtsverlust deutlich an, als er um 20:15 Uhr mit seinen gewohnten Begleitern Roland Bakker an den Keys (wieder mit vielen wüsten Orgel- und HT-Piano-Einlagen), und seiner starken Rhythmusfraktion, Fotis Anagnostou und Rob Heijne, die Bühne im ziemlich vollen Adler betrat.

Das Überraschungsmoment blieb an diesem sehr schönen Blues Rock-typischen Abend dann doch eher aus, außer, dass sich vielleicht auch ein paar jüngere Menschen, im überwiegend von der gewohnten Ü55-Generation besiedelten Saal, eingefunden hatten…

Das Quartett stieg nach kurzem, aber furiosem Instrumental-Intro, mit den im ersten Abschnitt oft gebrachten „Swamplands“ und „Mercy“ ein – natürlich zwei ideale, rhythmische und stampfende Tracks, um direkt Stimmung in die Bude zu bringen.

„Jump For Joy“, das mit ein bisschen Moore- und Gilmour-Flair behaftete „Shame On You“, Bound To Roll“, das mit einer markanten E-Hook geführte, atmosphärische „That’s Enough For Me“, das überragende „Helping Hand“ (mit ZZ Top-, Allman Brothers- und auch dezenten Santana-Anleihen in den schier endlosen Soli von Sas) und der fulminante „Blues For The Lost And Found“ standen für einen ersten Set, der jetzt schon kaum an Spielfreude und Leidenschaft der Beteiligten zu überbieten war.

Zu erwähnen ist vielleicht, dass Julian, der zunächst mit einer rot-weißen Fender-Stratocaster überwiegend spielte, im Verlauf, auf so alle typischen, bekannten E-Gitarren-Modelle im Blues- und Southern Rock , wie zum Beispiel, die Les Paul, Firebird und ES aus der Gibson Familie, als auch am Ende noch die Telecaster für die Zugaben „Walkin‘ Blues“ (Muddy Waters) und das obligatorische „Bullfrog Blues“, bei denen heftig geslidet wurde, zurückgriff.

Das dem „Statesboro Blues“ ‚verwandte‘ „Stranger Blues“ wurde dann zu Beginn der zweiten, mehr Cover-dominierten Hälfte, auch mit einem kurzen Intermezzo des berühmten Willie McTell-Klassikers, durchzogen. „Twighlight Of The Skies“ (Peter Green-Flair), das herrlich melodische „Coming Home“ (mein Favorit des Abends), ein weiterer Rory Gallagher-Cover-Song und „Hey Joe“ quasi in einer ‚Hendrix 2.0 Version‘, hielten das hohe Level weiter aufrecht.

Am Ende nach den bereits oben angeführten Zugaben, konnten wir Julian dann noch für das mittlerweile obligatorische Bild mit unserem Logo für die VIP-Galerie gewinnen. Hier attestierte er uns dann auch seine Passion für unser bevorzugtes Genre, speziell für das Gitarrenspiel von Dickey Betts, was man bei so manchem seiner Soli auf der Les Paul bestätigt bekam.

Ein toller Jahresauftakt im Adler mit Julian Sas und seiner Truppe (danke nochmals an das Team um Ernst Barten), dem mit u. a.  Band Of Friends, Ana Popovic, der Vega-Strauss Band, Danny Bryant, Ryan McGarvey, Josh Smith, Vdelli, Mike Anderson und  Sari Schorr illustre Gäste im Verlauf der nächsten Monate folgen werden.

Line-up:
Julian Sas (lead vocals, electric & slide guitar)
Roland Bakker (piano, organ)
Fotis Anagnostou (bass)
Rob Heijne (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Julian Sas
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Josh Smith – 25.11.2017, Schwarzer Adler, Rheinberg – Konzertbericht

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Mein lieber Smithie, ähm Scholli, was war das für ein Abend im Schwarzen Adler! Der in Los Angeles ansässige Josh Smith hatte zum ersten Mal seine Visitenkarte in Rheinbergs Blues-Kultstätte abgegeben und überwiegend staunende Gesichter zurückgelassen. Was für ein Feuerwerk an Saitenartistik , man hatte teilweise das Gefühl, hier wurde die spielerische Quadratur des E-Gitarrenspiel-Kreises durchbrochen.

Smith wurde von den nicht minder grandios agierenden Nicholas ‚Nick‘ Ornelas  am Bass (bearbeitete sein elektrischen Tieftöner in seinen drei Soli-Parts teilweise wie einen Contrabass) und dem variablen, sich immer wieder in einen Rausch trommelnden Felix Pollard (einmal sogar mit cooler Armbanduhr-Einlage) begleitet, also quasi im klassischen Blues Rock-Trio-Gebilde.

Zum Lockern der Finger stieg die Band mit  „Fullfillment“, einem fast Fusion-artigen Instrumental aus seinem „Inception“-Werk (ein reines Instrumental Album) ein, von dem mit „Penance“ (mit Gary Moore-/Peter Green-Reminiszenzen)  und dem überragenden Genre-übergreifenden „Triple J Hoedown“ (Country/Fusion/ Blues- und Southern Rock), so richtig schön freaky performt, folgen sollten. Ein neben mir verweilender, gestandener Rheinberger Rock-Gitarrist rieb sich teilweise die Augen angesichts dessen, was er da geboten bekam. Sein Kommentar zu Smiths grandiosem Treiben: „Der beherrscht wirklich alles!“

Dass Josh auch ein starker Sänger ist, bewies er im, wie im Adler üblich, aus zwei Teilen bestehenden, jeweils über eine Stunde währenden Gig, bei Tracks wie „How Long“ (Opener seines immer noch aktuellen Lonplayers „Over Your Head“ von 2015 mit zwei langen E-Gitarrenpassagen), dem funkigen „Pusher“ (E-Solo teilweise Southern), „The Way You Do“ (mit beeindruckendem ‚Leisespiel‘-Bridge), „Lettting You Go“ (texanisch angehaucht),  dem psychedelischen „When I Get Mine“, sowie dem rockigen „Smoke & Mirrors“ (alle im 1. Set).

Auch im zweiten Part ging es mit Stücken wie „Charlie’s Ray“ (Instrumental zu Ehren von Ray Charles aus dem neuen Jazz-‚Seiten‘ Album „Still“ , „First Hand Look“ (progressive Note, E-Solo z. T. southern), „That Ain’t Me“ (erinnerte mich an Storyville-Sachen), der grandiosen Ballade „In The Middle“ (Solo zum Teil in Greg Koch-Manier) und dem launigen Abschluss „Where’s My Baby“ (Mitsing-Einbindung des Publikums) weiterhin sehr abwechslungsreich zur Sache.

Bei der fälligen Zugabe huldigte das Trio Jimi Hendrix‘ posthum veröffentlichtes „Angel“, wieder mit einem weiten Spektrum filigraner Saitenkunst. Smith benutze übrigens handgefertigte Gitarren aus der Leverkusener Schmiede Real Guitars.

Ein unglaublich starker Gig im Adler, bei dem das Team um Luise Theile, Norbert Henn und Ernst Barten knappe 100 Zuschauer zugegen hatte (für ein Debüt trotzdem ganz ordentlich). Beim nächsten Auftritt des Wahl-Kaliforniers an der Baerler Straße müsste die Hütte eigentlich voll werden.  Nicht auszudenken, was aus diesem Gitarren-Wizard Josh Smith werden würde, wenn er solch eine perfekte Vermarktungsmaschinerie wie Joe Bonamassa im Rücken hätte…

Line-up:
Josh Smith (lead vocals, electric guitar)
Nicholas ‚Nick‘ Ornelas (bass)
Felix Pollard (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

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Henrik Freischlader / Mike Andersen – 08.11.2017, Schwarzer Adler, Rheinberg – Konzertbericht

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Hochwertiger Doppelpack im Schwarzen Adler! Mit der deutschen Blues Rock-Hoffnung Henrik Freischlader und dem dänischen Blues & Soul-Musiker Mike Andersen hatten sich zwei, mit hohen Vorschusslorbeeren bedachte Acts in Rheinbergs Blues-Kultstätte angesagt und Adler-Chef Ernst Barten an einem Mittwoch in der Woche, ein volles Haus beschert.

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Nachdem Gernot mir in Sachen Henrik Freischlader seit Monaten ‚in den Ohren gelegen hatte‘, war es nun für mich an der Zeit, den in Wuppertal wieder ansässigen Gitarristen, auch erstmals live zu begutachten. Der umtriebige und geschäftstüchtige Musiker hat es ja Mike Andersen ermöglicht, seine neue Scheibe „Devil Is Back“ auf dem eigenem Label, Cable Car Records, zu veröffentlichen.

Da bot es sich für Henrik natürlich an, den hier noch (zu Unrecht) relativ unbekannten Skandinavier, übrigens ein Kerl wie ein Baum, samt Verkauf seiner CD, mit seiner hiesigen Popularität im Schlepptau, im Rahmen einer Doppelkonzertreihe zu puschen. Also gewisser Maßen eine typische ‚Win-Win-Situation‘!

Der bärtige Bursche mit der Schlägerkappe auf dem Schopfe, betrat mit seinen drei Kollegen, Marco Zügner (mit einigen schönen Sax-Soli), Armin Alic und Moritz Meinschäfer um 20:00 Uhr pünktlich die Bühne und witzelte nach längerer Abstinenz zunächst ein wenig mit den Adler-Zuschauern, um dann mit „What’s My Mother Fu@kin Name“ in den gut 90 Minuten währenden Gig zu starten (referierte, in humoresk bemühter Form, danach weiter über die Eigenarten von Hip Hoppern, Facebook und Trödelmärkten).

Mit den groovenden „I“ und dem shuffelnden „Longer Days“ wurden dann schwere, gitarrenlastige Rockgeschütze aufgefahren, bei dem der bergische Gitarrero seine bereits schwer malträtierte Stratocaster und ihre Saiten mit fingerfertigem Spiel, weiteren harten Belastungsproben aussetzte.

„Too Cool For Me“, das atmosphärische, ein wenig in progressiv Floydscher Manier gebrachte Psychedelic-Stück „The Bridge“ (zu Gernots Freude), der Fleetwood Mac-Uralt-Blues-Schinken „I Loved Another Woman“ (Henrik imitierte Peter Greens Gitarrenklang vorzüglich) und das Kravitz-mäßige „Take The Blame“ waren Wasser auf die Mühlen der ausgehungerten Freischlader-Fans.

„Lonely World“ von „The Blues“ (mit Mörder E-Solo-Passage, teilweise schön Bariton-verziert, mir aber teilweise am Ende etwas zu lang) beendete einen, natürlich maßgeblich auf den Protagonisten und seine Gitarrenkünste fixierten Auftritt, der ihm und seiner Band zurecht viel Applaus einbrachte.

Line-up Henrik Freischlader:
Henrik Freischlader (lead vocals, electric guitar)
Marco Zügner (saxophone)
Armin Alic (bass)
Moritz Meinschäfer (drums)

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Die eigentliche Überraschung des Abends war für den Melodie-verwöhnten Menschen wie mich aber, der mir bis dato völlig unbekannte Mike Andersen und sein, sich vorzüglich und sehr variabel präsentierendes Mitspieler-Quartett.

Der dänische Hüne (was für eine Bühnenpräsenz!), hatte wie eingangs erwähnt, seinen neuen Longplayer „Devil Is Back“ zur Vorstellung am Start. Er und seine Mannen bluesten, groovten und soulten sich durch ein sattes, 16 wunderbare Stücke im Hauptteil umfassendes Programm. Der Bandleader bestach durch seine exzellente Wohlfühl-Stimme (Chris Thompson, Jascha Richter von Michael Learns To Rock oder Dan Tyminski, fallen mir so als Vergleiche ein), aber auch diverse, gute Gitarren-Soli auf seiner Gibson ES 347.

Meine persönlichen Highlights unter vielen waren, das karibisch umwehte „Wake Up“,  das herrliche stoneske „Pretty Fool“ (vermutlich schon Grund genug, sich das neue Album zuzulegen), die quasi unplugged gebrachten, Akkordeon-unterlegten, mit Satz-Harmanoniegesängen verzierten „Boyhood Friends“ und „More Of  You“, sowie das cool groovende „Gonna Get Me A Dog“ und das launige „I Wanna Go“ als Finale des Hauptparts. Stark auch Andersens Keyboarder Kristian Fogh, der immer wieder mit klimpernden Piano- und gurgelnden Orgel-Einsätzen zu gefallen wusste.

Die lautstark geforderte Zugabe wurde zunächst mit dem Schwofer „Raindrops“, abgegolten, bevor dann Freischlader zunächst alleine (mit seiner roten Gibson ES) bei „Sweet Tooth“ und dann auch mit den anderen Kollegen bei „So Many Times“ die Bühne zusätzlich bevölkerte. Da wurde es in den E-Solo-Passagen sogar nochmal richtig Southern-rockig. Ein wirklich imposantes ‚Jam‘-Finale als Rausschmeißer.

Line-up Mike Anderson:
Mike Andersen (lead vocals, guitars)
Johannes Nørrelykke (guitars, vocals)
Kristian Fogh (keys, accordion, vocals)
Kristian Kold (bass, vocals)
Mads Andersen (drums)

Fazit: Ein gelungenes Doppel-Konzert mit Henrik Freischlader und Mike Andersen. Gute drei unterhaltsame Stunden auf höchstem musikalischen Niveau (Ende 23:20 Uhr), zwar etwas unfreundlich der arbeitenden Zunft (wie mir und Gernot) gegenüber (Mike betonte aber in einer Ansage gegen Ende, dass er, der am nächsten Morgen ausschlafen kann, ein gewisses Mitgefühl habe…), die den o. a. Zweck des Unterfangens bestens erfüllten und nur Gewinner zurückließen. Ein toller Abend!

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

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Jessy Martens & Band – 19.10.2017, Schwarzer Adler, Rheinberg – Konzertbericht

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Die aufstrebende Blues Rock-Röhre Jessy Martens zum Tourstart im Schwarzen Adler! Ich hatte persönlich, was Reviews angeht, bisher noch keine Gelegenheit, mich mit dem pfiffigen Energiebündel aus Hamburg und ihrer Band auseinanderzusetzen. Bekannt war mir bis dato nur ihre CD „Break Your Curse“. Ihr brandaktuelles Album „Tricky Thing“, das durch den werten Kollegen Jörg Schneider vor kurzem beleuchtet wurde (dazu gab es ja auch noch ein bereits abgeschlossenes Gewinnspiel), ist mir quasi ‚durch die Finger geglitten‘.

Umso schöner, dass sich jetzt zeitnah für Gernot und mich, die Chance bot, Jessy mal hautnah live zu erleben. Ich hatte zur Vorbereitung natürlich mal in die Soundschnipsel des neuen Werkes, dir mir auf Anhieb gut gefielen, hineingehört. Die ebenfalls fundierte Rezension des geschätzten und kompetenten Kollegen Uwe Plien von der Rheinischen Post, im hiesigen Lokalteil der Zeitung, hatte in mir die Vorahnung aufkommen lassen, einen tollen Abend zu erleben. Selbst Jessica hatte seinen Bericht gelesen und ihn zum Anlass genommen, Uwe, der etwas verspätet dann ebenfalls zugegen war, noch mal explizit in einer Ansage zu loben und sich zu bedanken.

Die Band samt ihrer Musiker Dirk Czuya , Christian Hon Adameit, Markus ‚ Mosch‘ Schröder und dem schlaksigen Drummer Christian Kolf kam, wie nicht anders zu erwarten, zu Beginn ihrer nun folgenden mehrwöchigen Konzertreihe, mächtig motiviert auf die Bühne, um dann das aktuelle Werk in Gänze, was ich sehr vorbildlich finde, im Rahmen eines zweigeteilten Sets, vorzustellen.

Quasi identisch zum Silberling wurde mit „Stronger“ und „Pack Of Lies“ fett losgegroovt sowie kräftig gestampft und wir erhielten direkt einen guten Eindruck ihrer ausdrucksstarken Stimme. Der erste Set mit weiteren Tracks wie „Insanity“, „Hush Now“, „Tricky Thing“ dem überragenden, swampigen „Little Mama Don’t Play“ (Jessy teilweise im Stil einer Gospelsängerin, partiell sogar ohne Mikro, dazu Sing-Interaktion mit Publikum), der Ballade „Darling“ und dem abschließenden „You‘re Not The One I Need“, das sie der vor einigen Tagen an Krebs verstorbenen Piano-Legende Gottfried Böttger widmete (da sang sie ihre Trauer und ohnmächtige Wut regelrecht aus sich heraus), verflog wie im Nu, ein Indiz für einen kurzweiligen und unterhaltsamen Konzertabschnitt.

Auch Part zwei des Gigs, wieder aus acht Songs bestehend, ließ in Sachen Intensität und Spielfreude der Band (die Rhythmusfraktion Adameit/Kolf mit viel Druck, aber auch Gefühl, ‚Mosch‘ Schröder mit variablen Keyboardeinsätzen, der lange Dirk Czuya mit einigen zünftigen Les Paul-Soli) und vokalem Power der Protagonistin, keine Wünsche offen. „Toch My Blues Away“, „Undercover“, „By Your Side“ (herrliche Southern Soul-Ballade), „Fire“ (alle drei wieder vom neuen Album), „Trust Me” (Joe Cocker-Flair), “Brand New Ride” (Jessy bewegt sich singend ins Publikum) und “One Minute Love” hießen die weiteren Stationen, um mit dem stampfenden „Home“ (schön heulende Orgel von Schröder), den Hauptteil zu beenden.

Es war klar, dass das Quintett nicht ohne Zugaben zum Plausch und Verkauf an den Merchandising-Stand entlassen wurde. Und so gab es mit dem rockigen, launigen „Hands Up“ und dem konträr dazu sehr melancholischen, dezent sogar etwas Chanson-artigen Barroom Blues “Giants“, auch wieder von „Tricky Thing“, einen runden Abschluss.

Am Ende ging dann noch das übliche Treiben in Sachen Verkäufe, Autogramme, Smalltalk (wir machten noch unser Bild mit kompletter Band für die Sounds Of South-VIP-Galerie) von statten und der mittlerweile anwesende Uwe Plien bekam von Jessy als zusätzlichem Dank, noch einen dicken Schmatzer auf die Wange verpasst. Kurz-Fazit: Ein gelungener und lohnenswerter Tourauftakt von Jessy Martens und Band im, für einen Donnerstag, gut gefüllten Schwarzen Adler. Absolute Besuchsempfehlung!

Line-up:
Jessy Martens (Lead vocals)
Dirk Czuya (Electric guitar, background vocals)
Christian Hon Adameit (Bass, background vocals)
Markus „Mosch“ Schröder (Keyboards)
Christian Kolf (Drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Jessy Martens And Band
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