Ana Popovic – 27.03.2018, Schwarzer Adler, Rheinberg – Konzertbericht

Ana Haupt

Es ist 20:10 Uhr, als Ana Popovic nach kurzem Intro ihrer drei Mitstreiter Michele Papadia, Cory Burns und Cedric Goodman, frei nach dem Motto ‚Da mach ich mir ’nen Schlitz ins Kleid und die Bluesfreunde finden’s wunderbar‘, in luftigem schwarzen Minifummel, samt gold-umschlungener High-Heels, die Bühne des Schwarzen Adlers betritt.

Ganz zur Freude zweier, vor mir stehender, angereister (männlicher) Besucher aus Viersen, die unumwunden zugaben, dass der reine Musikgenuss nicht der einzige Anlass ihres Kommens gewesen war. „Das Auge hört schließlich mit“, hieß es stichhaltig, auf Nachfrage meinerseits, in der knapp formulierten Begründung.

Die aus Belgrad stammende Musikerin, die gegen Ende des letzten Jahrtausends gen Westen zog, um sich professionell ihrer Blues-Passsion widmen zu können, stieg mit ihrem quirligen E-Gitarrenspiel fließend in den begonnenen Jam ein, um dann einen, von viel spielerischer Leidenschaft geprägten Gig folgen zu lassen.

„Can You Stand The Heat“ hieß es, als sich die ersten Schweißperlen auf der Stirn so manchen Besuchers zu bilden begonnen hatten, um in die soulig ummantelten „Object Of Obsession“ und „Love You Tonight“ (dezentes Motown-Flair) hinüberzugleiten.

Mit dem balladesken „Train“ gab es ein Highlight des ersten Sets, dem mit dem von Wah-Wah-E-Gitarren getriebenen Stampfer „She Was A Doorman“, dem slow-bluesigen „Johnnie Ray“ (Ana mit rot-weißer Stratocaster und tollem Solo, für das sie Szenenapplaus einheimste) und dem rhythmisch stampfenden „Long Road Down“ (starkes Orgelspiel von Papadia) weitere unterhaltsame Tracks folgen sollten.

Nach der Pause ging der launige Gig mit dem Tom Waits-Cover „New Coat Of Pain“ weiter, bei der die Band dessen typisches Barroom Blues-Flair perfekt inszenierte. Überhaupt trug die stilistische Bandbreite des Quartetts aus bluesigen, rockigen, souligen, funkigen und auch dezent jazzigen Ingredienzien zum Gelingen der Gesamt-Performance erheblich bei.

Explizit erwähnenswert neben der unentwegt temporeich agierenden serbischen Protagonistin (glänzte zudem auch mit ein paar Slide-Einlagen), sind sicherlich auch die restlichen Bandmitglieder. Michele Papadia konzentrierte sich ziemlich konzentriert auf seine E-Piano-Klimpereien und Orgel-Schwurbeleien, während die Detroiter Rhythmus-Sektion mit Cedric Goodman (was für ein Kraftbündel am Schlagzeug)) und Cory ‚Buthel‘ Burns (mit herrlich pumpendem und knarzendem Bass, auch mit guten Harmoniegesängen), teilweise einen mordsmäßigen Groove abließ.

Und so ließen die Vier auch bei Stücken wie u. a.  „If Tomorrow Was Today“, „Woman In Love“, den Covern „Can’t You See What You’re Doing To Me“ (Albert King) und „Can You See Me“ (Hendrix) sowie dem fulminanten „Show You How Strong You Are“ (wieder mit mehrfachen Zwischenapplaus) ihrem spielerischen Treiben freien Lauf, bis Ana die Gitarre ablegte, die Bühne verließ und ihren Mitstreitern, wie zu Beginn, nochmals das Parkett für einen jammigen Ausklang des Hauptteils überließ.

Als Zugabe gab es nochmals ein ausgedehntes intensives Instrumental, für das Ana erneut von ihrer abgewetzten Strat zur, zuvor schon erwähnten, noch relativ unverbraucht erscheinenden, rot-weiß glänzenden Gitarre gleicher Bauart wechselte. Letztendlich hatte sich das Konzept aus Blues Rock-Power, kombiniert mit erotischer Ausstrahlung wieder mal absolut bewährt.  Die Bluesfreunde in der Vierbaumer Kult-Location fanden es tatsächlich wunderbar…

Vielen Dank an Ernst Barten und sein engagiertes Adler-Team für die gewohnt gute Kooperation, was die Akkreditierung betrifft.

Line-up:
Ana Popovic (lead vocals, electric guitar)
Cory Burns (bass, vocals)
Cedric Goodman (drums)
Michele Papadia (keys, vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Ana Popovic
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