FM – Atomic Generation – CD-Review

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Ich muss ja unumwunden zugeben, dass ich auch so etwas wie ein ‚Warmduscher-Gen‘ in mir trage. Nicht nur der Tatsache wegen, dass ich jeden Morgen vor dem Weg zur Arbeit warm dusche, sondern, dass ich, was das Thema Musik betrifft, auch immer ein gewisses Faible für Sachen aus dem Melodic Rock-Bereich habe, der vielen Hörern oft zu seicht daher kommt.

In den Magazinen, die ich vor Sounds Of South mitgegründet und -gestaltet habe, gab es immer sehr viele schöne Scheiben aus dem Hause Frontiers Records, die ich leidenschaftlich gerne besprochen hatte und heute überwiegend, aufgrund der anderen Gegebenheiten dieser Seite, leider aufgegeben habe.

Aber in gewissen Fällen, machen wir hier ja auch mal Ausnahmen, und da FM schon immer eine meiner großen Favoriten-Bands des Genres war und jetzt mit einem brandneuen Album „Atomic Generation“, ihrem bereits elften Longplayer, am Start ist, möchte ich nun einfach ein paar Zeilen loswerden.

Filigran spielen und wunderbar ins Ohr gehende Melodien und Songs kreieren, können die Interpreten der Sparte ja wie Sand am Meer, bei FM fällt die Sache aber natürlich mit ihrem umtriebigen Fronter Steve Overland, der für mich einen der herausragenden Sänger der zeitgenössischen Rockmusik abgibt.

Das schöne an diesem Mann ist, dass seine Gesangskünste, zum Polarisieren geradezu einladen. Man mag ihn oder eben nicht, dazwischen geht so gut wie gar nix. Kein anderer Fronter kann meiner Ansicht nach, mit seiner einerseits weinerlichen Stimme, so gut ‚weich spülen‘, um dann aber im anderen Moment wieder auf eine Rockröhre vom Niveau eines Paul Rodgers umzuschwenken.

FM (ansonsten noch dabei standesgemäß Pete Jupp, Merv Goldsworthy, Jem Davis und Jim Kirkpatrick) werden 2018 wieder fleißig auf Festivals unterwegs sein, wie unter anderem dem MelodicRock Fest 5 in Chicago, IL (ihr USA-Debüt),  dem diesen verwandten MelodicRock Fest Scandinavia und natürlich auf dem Frontiers Rock Festival im April. Mir würde es allerdings noch besser gefallen, wenn sie ihr neues Album „Atomic Generation“, auch mal hier in unseren einschlägigen Locations, in eigener Sache, live vorstellen würden.

Vom rockigen, mit pathetischen ‚Ohohoh‘-Gesängen angetriebenen Opener „Black Magic“ bis zum finalen, eher ruhig und melancholisch gehaltenen „Love Is The Law“ (mit Steel- und Dobro-ähnlichen Slidetönen), beinhaltet das Werk eigentlich die gesamte Klaviatur an Stilen, die man im Genre vornehmlich kombinieren kann, wobei auf dieser CD Overlands Stimme, Hamoniegesänge, wohl-dosierte Keys und die typischen quirligen E-Gitarren-Soli von Jim Kirkpatrick meist im Vordergrund stehen.

Anspieltipps sind in einem durchgehend tollen Werk (sofern man Melodic Rock-affin ist), das nahezu hitverdächtige, Mike & The Mechanics-umwehte „Too Much Of A Good Thing“, das schön in Bad Co.-Tradition gebrachte, dreckig rockende „In It For The Money“ oder  das fast schon in Earth Wind & Fire-Sphären soulende „Playing Tricks On Me“.

Hinzukommen noch das an 38 Special, zu Max Carl-Zeiten erinnernde, dezent southern-rockige „Make The Best Of What You Got“,  das treibende „Follow Your Heart“ (tolle Synthie-/E-Solo-Kombi gegen Ende), sowie das an Robert Hart  bei Bad Company reminiszierende „Do You Love Me Enough“ oder der Orgel-/Synthie-durchzogene Stampfer „Stronger“ (starker emotionaler Gesang von Steve).

Somit ist das FM-Review zu „Atomic Generation“ beendet. Jetzt erst mal als Ausgleich zur Sitzerei und Tipperei ’nen Stündchen Joggen gehen und danach ’ne schöne Dusche! Warm natürlich…

Frontiers Records (2018)
Stil: Melodic Rock

01. Black Magic
02. Too Much Of A Good Thing
03. Killed By Love
04. In It For The Money
05. Golden Days
06. Playing Tricks On Me
07. Make The Best Of What You Got
08. Follow Your Heart
09. Do You Love Me Enough
10. Stronger
11. Love Is The Law

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