Mike Zito – Support: Jeremiah Johnson – 14.03.2019, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

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Was für ein Abend im Lütgendortmunder Musiktheater Piano! Der von uns so geschätzte texanische Blues Rocker Mike Zito, den wir noch letztes Jahr im Rahmen des Blues Caravans an gleicher Stelle beleuchtet hatten, gab diesmal ein Stelldichein in eigener Sache und hatte als Support noch Jeremiah Johnson mit dabei, der letztes Jahr mit „Straitjacket“ sein Debüt unter dem Ruf Records Label gefeiert hatte.

Beide wurden jeweils bei ihren Auftritten durch Matt Johnson am Schlagzeug und Kaugummi-Kauer Terry Dry (herrlich kauziger Typ mit skurrilem Erscheinungsbild) am Bass verstärkt. Zunächst war es dann natürlich Jeremiah Johnson bei seiner Deutschland-Premiere vorbehalten, sich und seine Musik dem Publikum näher zu bringen.

Sein früheres Album „Grind“ befindet sich in meinem Besitz. Von daher war Johnson, zumindest für mich kein völlig Unbekannter. Und aus dem legte mit dem Opener des Werkes „Black Lingerie“ sofort eine toll groovende Nummer hin. Herrlich wie seine Delaney-E-Gitarre rumknarzte (erinnerte mich ein wenig an das Spiel von Wishbone Ahs Mark Abraham) und auch Johnsons leicht angerauchte Stimme wusste zu überzeugen.

Ein Kompliment hier an den Tontechniker des Pianos, der einen wunderbar transparenten und klaren Sound in allen Belangen aussteuerte und somit seinen Anteil an dem insgesamt tollen Abend hatte. Das auch von dieser CD stammende “Georgia Peach“ offenbarte Johnsons Affinität zum Southern Rock und dem Betts-umwobenen Gitarrenspiel, bedingt durch das unterschiedliche Gitarrenmodel, natürlich etwas rauer klingend.

Mit dem Schwofer „King And Queen“, „Blues In Herr Eyes“ und „Straitjacket“ gab es dann den Schwenk in Richtung des aktuellen Longplayers, von dem mit „Believe In America“ noch das patriotische Bekenntnis zur Heimat später folgte. Wahnsinn was der Protagonist insgesamt an quirligen Soli abzwirbelte.

Für uns als Southern Rock-Freunde gab es als Bonbons die Stücke „Skip That Stone“ (mit kleinen „Jessica“-Einlagen) und das atmosphärische, Marshall Tucker-trächtige „Southern Drawl“. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich der aus St. Louis, Missouri stammende Musiker bereits in die Herzen der Piano-Besucher gespielt.

Ich habe bei meinen vielen Besuchen selten einen Support erlebt, der so vom Publikum gefeiert und angetrieben wurde. Johnson wurde unter heftigem Klatschen dann noch zweimal auf die Bühne zurückbeordert, wo er mit „Get In The Middle“ on top eine Bakersfield-Nummer zum Besten gab und bei „Gasoline And Smokes“ noch mal gitarrentechnisch aus allen Rohren feuerte. Großartige Performance, Jeremiah Johnson!

Nach einer kurzen Pause wusste Routinier Mike Zito natürlich um die Höhe der Latte, die Kollege Johnson aufgelegt hatte. Der Texaner warf sofort sein sympathisches Charisma in die Waagschale und konterte mit den formidablen Slidekünsten (als auch vielen konventionellen Spielereien) auf seiner, mit goldenen Reglerknöpfen verzierten, schnieke glitzernden, bordeaux-rot-weißen Music Man StingRay-Gitarre.

Zito eröffnete mit „Mississippi Nights“ und dem Titeltrack des aktuellen Werkes „First Class Life“, die später noch mit dem herrlichen Deltablues zu Ehren von Blind Willie Johnson „Old Black Graveyard und dem wunderbar launigen „Back Problems“ (furiose Soli aller Beteiligten, sehr schön sphärisch das von Komiker Terry Dry, der trotz seiner Flachsereien immer auf präzises Spiel achtete) ergänzt wurden.

Mit „Bad News Is Coming“ lieferte er eine grandiose Hommage an Luther Allison ab und präsentierte mit Sachen wie unter anderem „Wasted Time“, „Keep Coming Back“, „Judgement Day“ (mit integriertem Kurz-„Whole Lotta Love“) und „Make Blues Not War“ einige Schlüssellieder seiner früheren Alben.

Und da Mike Zito nicht nur ein lockerer Typ ist, sondern durchaus den Gentleman in sich trägt, holte er Jeremiah Johnson zurück auf die Bretter des Pianos. Fortan wurde mit den beiden überragend gespielten „Gone To Texas“ und „One More Train“ im Quartett die große Southern Rock-Keule geschwungen, Double Leads und schmissige Einzel-Soli inbegriffen, dass es einem die Freudentränen in die Augen trieb.

Eigentlich wollte kaum jemand die vier Musiker von der Bühne lassen, aber angesichts der noch bevorstehenden Konzerte ging der fließende Übergang zum Merchandising Stand absolut in Ordnung. Johnson schien angesichts der Begeisterung für ihn vor Dankbarkeit überzuschäumen, so dass er jeden Besucher quasi persönlich per Handschlag verabschiedete.

Und in der Tat, das Musiktheater Piano hatte aus meiner Sicht, nicht zuletzt auch wegen der vielen Southern-Ingredienzien, einen der stärksten Blues Rock-Abende erlebt, seit dem ich diese schöne Location besuche. Es war ein großes Vergnügen – Kompliment, die Herren Zito, Dry und Jeremiah und Matt Johnson! Unsere dicke Empfehlung zu Anfang der Tour: Hingehen, wem sich auch immer die Möglichkeit dazu bietet!

Line Up:
Mike Zito – Lead vocals, electric and slide guitar
Jeremiah Johnson – Lead vocals, electric guitar
Matthew R. Johnson – Drums, vocals
Terry Dry – Bass, vocals

Bilder: Gernot Mangold
Video „Bad News Is Coming“: Adam Zegarmistrz Glagla
Text: Daniel Daus

Mike Zito
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Jeremiah Johnson
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Ruf Records
Musiktheater Piano
3Dog Entertainment

Vanja Sky – 12.03.2019, Yard Club, Köln – Konzertbericht

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Nachdem Vanja Sky, im Rahmen von Rufs Blues Caravan, bereits letztes Jahr an der Seite von Mike Zito und Bernard Allison durch Deutschland tingelte und dort auch schon überzeugte, besuchte Sie erstmals den Kölner Yard Club im Rahmen Ihrer ersten Solotour.

Die junge Kroatin, die erst seit wenigen Jahren Gitarre spielt, hatte ihr Debutalbum „Bad Penny“ im Gepäck, von dem sie auch fast jeden Song spielte und ergänzte erwartungsgemäß ihre Show mit mehreren Coversongs. Wie meist im Yard Club, der leider mit etwa 40-50 Fans nur mäßig besucht war, begann das Konzert recht pünktlich gegen 20:15 Uhr.

Vanja in einem weißen Kleid mit roten Blumen gekleidet, brachte auch durch ihre erfrischende und natürliche Art eine regelrechte Wohlfühlstimmung in den Club und interagierte immer wieder mit dem Publikum.

Mit dem Opener „Hard Working Woman“ legte Sie direkt einen feinen Bluessong aus der eigenen Feder hin. Unterstützt wurde Sie dabei von Ihrer Band, Eduard Jimmy Matesic an der zweiten Lead Guitar, der mit einigen starken Soli glänzte, Hanser Schüler an den Drums und Roger Inniss, Rufs Tausendsassa am Bass.

Dem Cream-Klassiker „Strange Brew“, den Sie gekonnt aufs Parkett legte, ließ sie mit „Do You Wanna?“, „Inside Pain“ und „Give Me Back My Soul“ drei Songs vom eigenen Album folgen, ehe Sie sich an Stevie Ray Vaughns „Pride & Joy“ wagte und mit dem selbst geschrieben „Crossroads Of Life“ einen der Höhepunkte des Konzerts folgen ließ.

Psychedelisch beginnend, steigerte sich das Stück mit hohen Wiederekennungswert in eine starke Bluesnummer, die mit dem entsprechenden Applaus belohnt wurde. Dem frühen Fleetwood Mac Klassiker „Oh Well“ gab Sie mit Ihrer Stimme eine ganz eigene Note.

Schön war dabei, wie die Band harmonierte, Vanja sich immer wieder zu Matesic begab, um sich in Soli zu duellieren oder, Seite an Seite mit Inniss stehend, performte. Beiden, wie auch dem Drummer Hanser Schüler war anzumerken, mit welchem Spaß sie bei der Sache waren und sie die positive Stimmung aus dem Publikum aufnahmen.

Danach legte Sky die elektrische Gitarre für einen Song auf Seite und spielte eine gefühlvolle Version des Traditionals „House Of The Rising Sun“, das durch die Animals bekannt wurde. Dies tat sie in einer solch intensiven Art, dass ihre Begleiter mit geschlossenen Augen, scheinbar träumend, in den Song einsetzten.

Hanser bewies hier, dass er neben dem druckvollen Schlagzeugspiel auch mit viel Ruhe und Gefühl sein Instrument spielen kann, um so nicht die traumhafte Atmosphäre zu zertrümmern und nur leichte Akzente zu setzen.

Dem bluesigen „All Night“ folgten das rockige „Don‘t Forget To RnR“ und das Black Crowes-Cover „Twice As Hard“, in dem alle Musiker tolle Soli einbrachten. Besonders hervorzuheben ist hier das mehrminütige Agieren von Roger Inniss an seinem 6-Saiter, bei dem er eindrucksvoll offenbarte, was aus diesem Instrument mit dem nötigen spielerischen Können heraus zu holen ist.

Mit dem leicht balladesken „Married Man“ gab Sky dann Einblicke in Ihr Seelenleben. Schön war zu sehen, wie das Publikum diesen speziellen Moment wahr nahm und scheinbar anmutig lauschte, so auch Inniss, der erst später mit seinem Bass einsetzte.

Gegen Ende des Konzertes legte Sie mit „Bad Penny“, dem ganz stark interpretierten, „Going To My Hometown“, bei dem Matesic sie an der Mandoline begleitete und „Shadow Play“, drei Songs ihres Idols Rory Gallagher hin.

Es mündete darin, dass Sie selbst, auf der Bühne liegend, ihre Gitarre bespielte und Matesic ihr anschließend ganz im Stile eines Gentlemans, wieder aufhalf.

Nach einer eigenwilligen, gesanglich starken Version von „Whole Lotta Love“ gab es als letzten Song noch eine hart rockende Version des Troggs Klassikers „Wild Thing“ und die Band verabschiedete sich vom gut mitgehenden Audienz.,

Der anhaltenden Applaus dafür sorgte, dass mit einem stark vorgetragenen, groovenden „Hit Me With The Blues“ einer der stärksten Songs, die fällige Zugabe bildete. Nach etwa 90 Minuten war der gelungene Auftritt der Nachwuchskünstlerin beendet.

Sicher gibt es noch die eine oder andere Ecke glatt zu schleifen, aber in punkto Publikumsnähe, positiver Ausstrahlung, braucht sie sich vor wenigen in der Szene zu verstecken.

Es wird spannend, wie sich die junge Kroatin weiter entwickeln wird. Mit der Unterstützung der heutigen Musiker, ist zu erwarten, dass man in der Zukunft noch einige Positives von ihr hören wird, und sie auch bei den weiteren Konzerten der Tour, ihre Fans begeistern wird.

Ein Dank auch an Marcus Neu, der immer wieder jungen Künstlern im Yard Club die Chance gibt, sich zu beweisen. Schön wäre es, wenn dies auch besuchsmäßig mehr gewürdigt werden würde, dass dies in Zukunft entsprechend fortgesetzt werden kann.

Line Up:
Vanja Sky – Vocals, Gitarre
Eduard Jimmy Matesic – Gitarre, Mandoline
Roger Inniss – Bass
Hanser Schüler – Drums

Text und Bilder: Gernot Mangold

Vanja Sky
Vanja Sky bei Facebook
Ruf Records
Yard Club Köln

Blues Caravan – 10.02.2019, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

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Das war doch mal wieder ein attraktives Paket, im wahrsten Sinne des Wortes, was Thomas Ruf im Rahmen des Blues Caravans 2019 auf den Weg gebracht hat. Seit 2005 schickt er tolle Künstler seines Labels im Trio auf die Reise und hat damit so manche formidable Karriere initiiert.

Im letzten Jahr hatte er um die Newcomerin Vanja Sky, mit Bernard Allison und Mike Zito, zwei hart gesottene Blues-Recken geschert, diesmal gab es mit der Finnin Ina Forsman, die 2016 schon mal partizipierte, der Texanierin Ally Venable und der Serbin Katerina Pejak, wieder eine geballte Jung-Frauen-Power.

Alle drei Musikerinnen hatten neue Alben am Start, wobei Mike Zito bei Venable und Pejak als Produzent involviert war. An diesem gut besuchten Sonntag-Abend im wie immer schönen Musiktheater Piano in Lütgendortmund, starteten die drei Protagonistinnen, verstärkt durch Bass-Tausendsassa Roger Inniss, der auch durch den Abend moderierte, und Elijah Owing an den Drums, mit dem direkt knackig rockenden Gemeinschaftssong „They Say I’m Different“, bei dem alle schon ihre Gesangskünste einbrachten.

Ina Forsman mit einem knallroten Rüschenkleid in Center-Position, die sehr elegant in schwarz gekleidete Katarina Pejak am Keyboard (hätte optisch auch blendend in ein Klassik-Ensemble gepasst) und Ally Venable mit schwarzem, äußerst knappen Pailletten-Mini Fummel-Einteiler und kniehohen Stiefeln waren auch optisch ein Hingucker für die zahlreich versammelte Fotografenschaft und das anwesende Restpublikum.

Ina verließ danach die Bühne und Katarina Pejak hatte als erste die Gelegenheit, ihr neues Debütwerk „Roads That Cross“ zu protegieren. Ally unterstützte an der E-Gitarre. Sie wählte als Einstieg, das in Barroom-Manier swingende „She’s Coming After You“, gefolgt vom herrlich Country-umwehten Titelstück, einer Gänsehaut-Ballade, die mit eines meiner Highlights des Gesamtgigs darstellte.

Der „Turtle Blues“ als Hommage an Janis Joplin (schönes HT-Piano), eine weitere herrliche Ballade „Old Pain“ (mit kleiner amüsanter Anekdote aus Franklin, Tennessee, zur Einleitung) und das rauchig atmosphärische Joni Mitchell-Cover „Sex Kills“ (auch auf der neuen CD vertreten) mit Kneipenpiano-Einlage bewiesen, dass der Serbin, von der Mike Zito sagt, dass sie mit ihrer Musik einen sowohl zum Nachdenken als auch zum Weinen bringen kann, für die Zukunft einiges zuzutrauen ist. Eine klasse Performance von Katarina Pejak!

Als das selbstbewusste langmähnige, erst 19-jahre junge ‚Texas Honey‘ Ally Venable, im Trio mit Inniss und Owings, mit dem gleichnamigen Titeltrack ihres im März erscheinenden Silberlings „Texas Honey“ übernahm, kam rockiger Schwung in die Bude.

Die ließ ihr Vorbild Stevie Ray Vaughan bei Stücken wie „Nowhere To Hide“, „Broken“ (Pejak assistierte am Piano), „Devil’s Son“, „Back Water Blues“ und nicht zuletzt beim überragend gespielten „Riviera Paradise“ in klassischer, wie auch in Slide-Spielart, rassig wieder aufleben. Auch sie insgesamt mit tadellosem Job in texanischer Blues-Manier.

Nach kurzer Pause hatte dann Ina Forsman ihren großen Auftritt. Sie stellte ihr neustes Werk „Been Meaning You To Fall“ ins Rampenlicht. Ihr energiegeladener und engagierter Gesang sowie ihre fesselnde Bühnenpräsenz war geradezu ansteckend. Sie schien ihren Frust durch den Verlust ihres Handys, auf dem sich alle Daten für neue Songs befanden regelrecht weg singen zu wollen. Immerhin gab es ja mit dem neuen Longplayer dann doch noch ein unvermutetes Happyend.

Ihre Vorstellung war überwiegend grooviger und souliger Natur, klasse gefiel mir das Southern Rock-angelehnte E-Gitarrensolo Venables am Ende von „Be My Home“. Emotionaler Höhepunkt sowie Abschluss ihres Sets war meiner Meinung nach die mit Katarina im Duo aufgeführte Pianoballade „Figure“, in der sie ihr wohl erlebtes Beziehungschaos aufarbeitete.

Danach ging es dann wieder mit versammelter Mannschaft bei launigen Tracks wie u. a. „Love Me Like a Man“ (Bonnie Raitt), „Company Store“ (mit klasse Acapella-Gesang) inklusiv der Staus Quo-trächtigen SRV-Zugabe „The House Is Rockin‘“ (inklusivt Mitsing-Interaktion) fulminant zur Sache, wobei sich die drei Mädels beim Leadgesang, immer wieder die Klinke in die Hand gaben.

Insgesamt war auch dieser Blues Caravan 2019 wieder eine unterhaltsame, ja sehr gelungene Sache. Mit Ina Forsman, Ally Venable und Katarina Pejak präsentierten sich drei sehr musikalisch versierte, wie auch hübsch anzusehende, unterschiedliche Charaktere, die den Blues in all seinen Facetten äußerst kurzweilig und modern auslegten, aber auch im Team zu überzeugen wussten. Wer eine oder mehrere der noch kommenden vielen Veranstaltungen im Rahmen des Blues Caravan 2019 besucht, macht alles richtig!

Line-up:
Ina Forsman (lead vocals, percussion, vocals)
Ally Venable (lead vocals, electric guitar, slide guitar, vocals)
Katarina Pejak (lead vocals, keys, vocals)
Roger Inniss (bass)
Elijah Owings (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Ina Forsman
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Ally Venable
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Katarina Pejak
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Ruf Records
Musiktheater Piano
3Dog Entertainment

Blues Caravan – 2018 – CD-/DVD-Review

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Review: Gernot Mangold

Der Blues Caravan von Ruf Records kann mittlerweile als eine Institution gesehen werden, bei der jährlich drei Bluesmusiker gemeinsam einen Abend gestalten. Somit ist eine Abgrenzung zu den ‚klassischen‘ Festivals zu erkennen. Jeder Akteur hat die Möglichkeit, eigene Songs zu performen, wobei immer wieder auch andere Künstler dazu stoßen können  oder alle gemeinsam zu einer Einheit verschmelzen.

Bisher war es so, dass drei aufstrebenden Bluesmusikern die Möglichkeit gewährt wurde, sich einem größerem Publikum zu zeigen und so ihren Bekanntheitsgrad zu steigern.

In diesem Jahr ist Thomas Ruf von dieser Tradition abgewichen und hat mit Mike Zito und Bernard Allison zwei musikalische Schwergewichte der Bluesszene in den Caravan gesteckt und ihnen mit der Kroatin Vanja Sky eine noch junge Bluesmusikerin zur Seite gestellt.

Grund dafür ist vermutlich, dass Ruf mit Luther Allison 1984 in das Bluesgeschäft einstiegen war und sich dieses Jahr der Tod von Luther zum 20ten Mal jährt.

Soviel zu Vorgeschichte über das Projekt Blues Caravan 2018. Im Frühjahr 2018 gaben die drei Protagonisten auch in Dortmund ein begeisterndes Konzert, über welches wir berichteten.

Es kann vorweg genommen werden, dass sich die Eindrücke aus der westfälischen Metropole, auch auf dem Package, bestehend aus CD und DVD, gut wiedergegeben werden. Auf der DVD wird den Musikern bei vielen Nahaufnahmen schön auf die Finger geschaut, aber meist eine Perspektive gewählt, als stände man in einer der ersten Reihe vor der Bühne. Auf unnötigen technischen Aufnahme-Schnickschnack wird lobenswerterweise verzichtet.

Die Aufnahmen sind chronologisch zum realen Ablauf des Konzertes so gewählt, dass alle drei, unabhängig vom Bekanntheitsgrad, mit der selben Zahl von Stücken auf der DVD und auch der CD zu finden sind. Ausnahme ist die Begleitband, bestehend aus Roger Inniss am Bass und Mario Dawson an den Drums, die den Set durchspielen und auch visuell immer wieder in Szene gesetzt werden.

Nach einleitenden Worten von Thomas Ruf und der Vorstellung der Künstler spielen alle drei zusammen, wie könnte es passender sein, mit „Low Down Dirty“ einen Luther Allison-Klassiker. Die wechselnden Gesangsparts von Mike Zito, Vanja Sky und Bernard Allison geben dem Song dabei einen besonderen Charme und alle drei wissen in den Soloparts mit ihrer Fingerfertigkeit zu brillieren.

Die folgenden vier Songs, alle aus dem Soloalbum „Bad Penny“ von Vanja Sky, läuten einen bluesrock`n`rollenden Teil des Konzertes ein. Unschwer ist zu erkennen, dass Rory Gallagher und Stevie Ray Vaughan musikalische Vorbilder der jungen Kroatin sind. Alle vorgetragenen Tracks sind von einem kraftvollen, fast schon hard rockenden, aber immer sehr melodischen Blues geprägt und Sky zeigt ihre vielfältigen Spieltechniken. Dabei beweist sie im Einklang mit ihrer prägnanten Stimme, dass sie durchaus das Zeug hat, bedeutender Bestandteil der aufstrebenden weiblichen Blues-Szene zu werden.

Hier Songs fällt kein Stück ab. Beim kraftvollen „Crossroads Of Life“ offeriert sie ihre jammenden Qualitäten, in „Married Man“, mit Unterstützung vom slidenden Mike Zito, dass sie auch ruhig und gefühlvoll kann. Der erste Gitarrenanschlag ihres letzten Songs reicht, und der Bluesfan weiß, was kommt: Eine kraftvolle Coverversion des Titelsongs ihres Albums „Bad Penny“. Auch eine entsprechende weibliche Stimme kann also zur Musik von Rory Gallagher ganz gut passen.

Die nächsten vier folgenden Tracks gehören Mike Zito, der schon in seiner Ansage ankündigt, was den Zuhörer erwartet. Blues mit texanischen und damit auch einhergehenden Southern-Einflüssen. Ein sehr schöner Kontrast zum etwas raueren Part von Sky. Bei „One More Train“ legt Mike die Latte schon im ersten seiner Songs hoch. Sehr schön kommt die klare Stimme Zitos zum Tragen und ein sichtlich gut gelaunter Musiker lässt Blues und Southern Rock miteinander verschmelzen. Er glänzt mit gefühlvollen Soli an seiner mit dem Peace-Symbol verzierten Gitarre.

Die hier auf der DVD widergespiegelte friedvolle Stimmung könnte mit Sicherheit auch der Welt gut tun. Das folgende „Keep Coming Back“ steht im Zeichen seiner Stärke als einer der besten Slidegitarristen. Mit „Wasted Time“ folgt ein klassischer Bluestrack, gespickt mit texanischen Rock-Elementen. „Make Blues Not War“ von seiner gleichnamigen Platte aus 2016 ist sein letzter Song, der in der Tradition des Blues, sowohl als Programm für das Konzert, als auch als Botschaft an die Menschheit gesehen werden kann.

Nach einem kurzen Break, der bei der Aufnahme durch den Übergang deutlich wird, setzt Bernard Allison die Show fort. Mit „In The Open“ vom 1997 Album „Keepin‘ The Blues Alive“ bringt er zunächst ein Instrumental, das direkt seine Qualitäten an der Gitarre in den Mittelpunkt stellt.

Mit „Rocket 88“ folgt ein Coverstück, das vielfach als eines der ersten im Rock’n’Roll gilt und Anfang der 50er Jahre von Ike Turners Band Kings Of Rhythm unter dem Pseudonym Jackie Brenston And His Delta Cats genutzt wurde.

Allison interpretiert den Song rau und mit furiosen Soli. „The Way Love Was Meant To Be“, eine sehr schöne, 1997 selbst geschriebene, melodisch-ruhige Nummer, wird in ihrer leichten Melancholie nur von mehreren Soli, dann aber jäh, unterbrochen.

Zum Abschluss seines Soloparts lässt Allison im Instrumental „Testify“ noch einmal seine ganze Klasse an seinem Paradeinstrument raus – ganz im Sinne der geerbten musikalischen Gene seines Vaters.

Danach sitzen die Musiker wieder in einem Boot oder besser gesagt, in einem Caravan. Mike Zito stößt im nächsten Lied dazu, um danach auch Vanja Sky wieder miteinzubinden. Zito und Allison würdigen im Medley „Bad News Is Coming“ und „Bad Love“ die beiden Bluesgrößen Luther Allison und Eric Clapton.

Überhaupt stehen die gemeinsamen Songs im Zeichen von Luther Allison. Bei einer knackigen Version von „Life Is A Bitch“ haben alle drei Künstler sowohl ihren stimmlichen wie instrumentalen Anteil, wodurch der Song eine ganz eigene, Strahlkraft bekommt.

Stilistisch zieht sich dieser wechslende Gesang auch durch die folgenden , „Move From The Hood“, „Serious (As A Heartattack)“, einer melancholischen Version des Stückes, das Bernard Allison in seiner Ansage seinem Vater widmet und „Give Me Back My Wig“, welches anfangs fast hymnisch den Abschluß einer gelungenen DVD bildet, um im weiteren Verlauf noch einmal in einer Mischung aus Rock’n’Roll und Blues mit mehreren Gitarrenduellen, inclusive Bass zu enden.

Als Fazit kann gesagt werden, dass Ruf Records mit der DVD/CD zum Bluescaravan 2018 eine, auch in der Songauswahl vortreffliche Kompilation zur Tour gelungen ist, die in der Sammlung eines Bluesfans nicht fehlen sollte, da hier auf einer Scheibe drei sehr unterschiedliche Künstler, verschiedene Arten des Blues miteinander verschmelzen lassen.

Auch nach Veröffentlichung des Packages wird der Blues Caravan mit mehreren Konzerten in Europa, auch in den Niederlanden fortgesetzt und der geneigte Fan hat noch einmal die Möglichkeit diese Spitzenzusammensetzung live zu erleben und sich eventuell einen erstandenen Silberling unterzeichnen zu lassen. In dem Zusammenhang macht es mich persönlich stolz, dass ich einen kleinen Anteil an dem Album, in Form einiger Bildaufnahmen, hatte.

Line-up:
Vanja Sky (lead vocals, electric guitar)
Bernard Allison (lead vocals, electric guitar)
Mike Zito (lead vocals, electric guitar)
Roger Inniss (bass, vocals)
Mario Dawson (drums, vocals)

Ruf Records (2018)
Stil: Blues Rock

DVD:
01. Intro Tom
02. Low Dowwn And Dirty
03. All Night
04. Crossroads Of Life
05. Married Man
06. Bad Penny
07. One More Train
08. Keep Coming Back
09. Wasted Time
10. Make Blues Not War
11. In The Open
12. Rocket 88
13. The Way Love Was Meant To Be
14. Testify
15. Bad News Is Coming / Bad Love (Medley)
16. Life Is A Bitch
17. Move From The Hood
18. Serious (As A Heart Attack)
19. Give Me Back My Wig

CD:
01. Low Dowwn And Dirty
02. All Night
03. Do You Wanna?
04. Married Man
05. Keep Coming Back
06. Wasted Time
07. Make Blues Not War
08. In The Open
09. Rocket 88
10. The Way Love Was Meant To Be
11. Life Is A Bitch
12. Serious (As A Heart Attack)

Vanja Sky
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Bernard Allison
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Mike Zito
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Ruf Records

Mike Zito – First Class Life – CD-Review

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Review: Stephan Skolarski

Als Bluesmusiker in den Vereinigten Staaten sein Geld zu verdienen ist aufgrund der Vielzahl hervorragender Künstler nicht leicht. Doch Mike Zito hat es inzwischen geschafft und blickt zufrieden auf das Erreichte: „Ich habe eine wunderbare Familie, ich bin clean und kann von der Musik leben.“ Sein mittlerweile 14. Studioalbum „First Class Life“ spiegelt dabei viele Abschnitte seines künstlerischen Werdegangs wieder.

Wie er in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen ist und dank der Musik seine Drogenabhängigkeit überwinden konnte, diese Erlebnisse verarbeitet er u.a. in dem aktuellen Longplayer. Der 47-jährige Texaner wollte eine „richtige Bluesplatte“ einspielen und dieses Vorhaben ist ihm eindrucksvoll gelungen. Das Album wurde in seinem Heimatstaat Texas in wenigen Tagen aufgenommen und beginnt mit einer shakigen und spritzigen Blues-Rock Nummer, die an traditionelle Blues-Wurzeln des Mississippi-Deltas anknüpft. Der  ausdrucksstarke Titelsong „First Class Life“, könnte autobiographischer nicht sein, so deutlich versinnbildlicht er Zitos Aufstieg aus St. Louis zu einem hoch geschätzten Bluesmusiker („I got a second chance and living a first class life“).

Seine Performance bei der Blues-Supergroup „Royal Southern Brotherhood“, deren Mitbegründer er neben Cyrill Neville und Devon Allman war, hat ihm auch über Genre Grenzen hinaus, Erfolg und Anerkennung gebracht. Der Working Class-Slowblues „The World We Live In“ vermittelt seine geradlinigen Singer/Songwriter-Qualitäten und geht über in das amüsante „Mama Don’t Like No Wah Wah“, als Anspielung auf eine Erzählung über die US-amerikanische Bluessängerin Koko Taylor. Eher düsteren Desert-Rock Sound und gleichzeitige Rassismuskritik gibt es mit dem Song „Old Black Graveyard“ auf die Ohren, gefolgt von dem groovigen Blues „Dying Day“.

Zito beschäftigt sich auf seinem Album mit aktuellen Lebenssituationen und transportiert einen sozialkritischen Arbeiterklassen-Ethos. Das gesellschaftsrelevante „The World We Live In“ in seiner Soft Blues-Rock-Melodie oder das Rock ’n‘ Roll-Blues Stück „Trying To Make A Living“ formen ein soziales Gespür für die alltäglichen, existentiellen Fragen und Gedanken der ‚einfachen‘ Bevölkerung. So ist das Album auch eine musikalische Verarbeitung von Mike Zitos Vergangenheit.

Einflüsse von Savoy Brown, den frühen Fleetwood Mac, Stevie Ray Vaughan und auch Joe Bonamassa verbindet Mike Zito mit seinem persönlichen, eleganten Blues-Stil und „jongliert“ gekonnt die unterschiedlichsten Richtungen vom Delta- über den Chicago- bis hin zum Memphis-Blues. Der einzige Wermutstropfen der bleibt, ist leider, dass Zito sein qualitativ hochwertiges Gitarrenspiel und Repertoire nicht vollends darbietet. Die obligatorischen Gitarren-Blues-Riffs sind ein wenig zu kurz und zeigen nicht sein Können, das er bereits auf vorherigen Studioalben oder bei Royal Southern Brotherhood abgerufen hat.

Auf „First Class Life“ fühlt man Zitos Blues-Spirit in beeindruckender Art und Weise. Der Langspieler bietet eine abwechslungsreiche Produktion, die unterschiedliche Blues-Stile gekonnt wiedergibt. Seine Vielseitigkeit und sein zielsicherer Spürsinn, Emotionen eines Bluessongs authentisch hervorzurufen, werden hier perfekt unter Beweis gestellt.

Ruf Records (2018)
Stil: Blues (Rock)

01. Mississippi Nights
02. Wasted Time
03. First Class Life
04. I Wouldn’t Treat A Dog (The Way You Treat Me)
05. The Wolrd We Live In
06. Mama Don’t Like No Wah Wah
07. Old Black Graveyard
08. Dying Day
09. Back Problems
10. Time For A Change
11. Damn Shame
12. Trying To Make A Living

Mike Zito
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Ruf Records

Blues Caravan – 21.01.2018, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

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Was für ein grandioser Abend im Musiktheater Piano in Dortmund! Labelinhaber Thomas Ruf, hat diesmal im Rahmen eines 22 Konzerte umfassenden Blues Caravans durch Deutschland mit Bernard Allison und Mike Zito, zwei echte Blues-Rock-Schwergewichte auf die Reise geschickt und ihnen mit der Kroatin Vanja Sky noch eine talentierte weibliche Newcomerin in Obhut gegeben, deren neue CD „Bad Penny“ es auch ein wenig bei uns zu promoten galt.

Dem nicht genug. Mit Star-Bassist Roger Inniss, den wir ja neulich schon bei Tasha Taylors Konzert bewundern durften, und dem furiosen Drummer aus der Bernard Allison Band, Mario Dawson, wurde das musikalische Treiben der drei Protagonisten in Sachen Rhythmus-Sektion, mit absoluter Weltklasse unterfüttert.

Auch Bernard Allisons neues Werk „Let It Go“ steht in den Startlöchern, zudem hatte Ruf Records ja noch anlässlich des 20. Todestages seines Vaters Luther im letzten Jahr ein fantastisches, limitiertes LP-Set auf den Markt gebracht, sodass der Geist dieser Blues-Musik-Ikone naturgemäß im Konzert  mitschwebte und auch mit Stücken gehuldigt wurde.

Aber von vorne. Pünktlich um 20:00 Uhr (vorbildlich!), betraten die Musiker samt Label-Chef die Bühne. Blickfang war zunächst natürlich der weibliche Part des Trios, der mit hochhackigen Stiefeletten, einer super-eng anliegenden Leggings und einem Flokati-ähnlichen weißen Überwurf, rein optisch, auch eher anderen Gewerben als dem Blues-Musikertum, hätte zugeordnet werden können. Aber was soll’s, scheiß was auf ‚Haute Couture‘, hier geht’s schließlich um Musik!

Nach Rufs Vorstellung stieg das Quintett mit Luther Allisons „Low Down And Dirty“, dem Stück, mit dem man das Ereignis auch als Trailer beworben hatte, in den Gig ein. Der abwechselnde Gesang der drei Hauptdarsteller und die surrenden E-Gitarren (Bernard mit klasse Slide), samt des damit verbundenen Southern Blues Rock-Flairs, waren natürlich direkt nach unserem Gusto. Stark!

Zu loben ist besonders die kurzweilige Gestaltung des Abends. Im Anschluss hatte jeder der drei Protagonisten Gelegenheit, sich in kleineren Segmenten, in eigener Sache zu präsentieren und zeitweise zu pausieren. Lediglich Inniss und und Dawson mussten richtig schuften, die spielten von Beginn bis Ende durch.

Los ging es mit Vanja Sky, die mit ein paar Stücken aus ihrem neuen Album „Bad Penny“ aufwartete. Ihre gute Stimme, ordentliches Gitarrenhandwerk und Songwriting, geben Hoffnung, in einem, von Damen mittlerweile auch stark frequentierten Genre, demnächst Fuß fassen zu können. Mike Zito kam zur Unterstützung zweimal mit auf die Bühne. Hängen blieb u. a. das Slide-trächtige „Crossroads Of Life“,  die Rory Gallagher-Cover-Nummer „Bad Penny“ und das Rhythm-bluesige, abschließende „Give Me Back My Soul“.

Als nächster war mit Mike Zito, einer meiner persönlichen Lieblings-Blues Rocker, an der Reihe. Mit seiner tollen Stimme, seiner Southern-umwehten Interpretation des Blues Rocks und all seinen ausnahmslos starken Alben, hat er sich schon lange in mein Herz gespielt. Jetzt hatte ich endlich auch mal die Gelegenheit, ihn live zu erleben (übrigens, wie sich nachher am Merchandising- Stand herausstellte, auch ein sehr sympathischer Typ).

„One More Train“, „Keep Coming Back“, das überragende „Gone To Texas“, „Wasted Time“ (mit Stevie Ray Vaughan-Flair) und „Make Blues Not War“, das Titelstück seines aktuellen Albums, und das Southern Rockige „Highway Mama“ hießen die Stationen seiner brillanten ‚Solo‘-Performance. Danach folgte eine viertelstündige Pause.

Der wie ein Rasta-lockiger Mafiosi in Erscheinung tretende Bernard Allison, legte als Spaßmacher im Bunde samt Inniss und Dawson, mit einem fingerfertigen Instrumental los und servierte mit dem Reggae-umgarnten „Love Was Meant To Be“ meinen Favoriten seines Sets nach. Auch seine Version von Hendrix „Voodoo Child“ in einer ‚Extended Version‘ war der Hammer.

Der mit satten vier Stücken gestaltete Zugabenbereich stand dann nochmals mit u. a. „Life Is A Bitch“, bei dem dann alle wieder zugegen waren, im Zeichen von Luther Allison. Am Ende konnten auch Roger Inniss und Mario Dawson mit zwei furiosen Solo-Einlagen auf ihren Arbeitsgeräten glänzen, wobei Letztgenannter auf seinem Schlagzeug (teilweise mit sich überkreuzenden Schlägen) regelrecht wütete.

Nach fast 3 Stunden (inkl. der Pause) ganz großer Blues Rock-Schule ging es anschließend noch am Merchandising-Stand weiter und es durfte sich über reißenden Tonträger-Absatz, den man sich auch redlich verdient hatte, gefreut werden. Sky, Zito und Allison standen am Ende auch noch anstandslos für unser obligatorisches Bild für die VIP-Galerie zur Verfügung.

Fazit: Ein herrlicher Abend mit spielfreudigen und gut gelaunten Akteuren, der keine (Blues Rock)-Wünsche offen ließ. Wer die reichhaltigen Gelegenheiten bei den noch kommenden Konzerten, verstreichen lassen sollte, verpasst wirklich einen musikalischen Genuss. Blues Caravan 2018 – Hingehen Pflicht!

Line-up:
Vanja Sky (lead vocals, electric guitar)
Bernard Allison (lead vocals, electric guitar)
Mike Zito (lead vocals, electric guitar)
Roger Inniss (bass, vocals)
Mario Dawson (drums, vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Vanja Sky
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Bernard Allison
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Mike Zito
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Ruf Records
Musiktheater Piano
3Dog Entertainment

Tasha Taylor – 28.11.2017, topos, Leverkusen – Konzertbericht

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Wunderbarer, souliger Blues-Abend mit Tasha Taylor! Trotz vieler Locations, die Gernot und ich in der vergangenen SoS-Zeit (und auch schon zuvor) besucht haben, galt es an diesem Dienstag, beim geschätzten Pädagogen noch eine Bildungslücke zu schließen.

Die aus Dallas, Texas, stammende, mittlerweile in Los Angeles lebende Tasha Taylor, feierte in der urigen Leverkusener Kultkneipe topos ihr Auftrittsdebüt. Auch Gernot hatte diese liebevoll gestaltete, eigenwillige Altbau-Lokalität mit Wohnzimmercharakter, bisher noch nie kennengelernt und kam nach dem Betreten derselben aus dem Staunen erstmal nicht raus, was vermutlich bisher wohl jedem so ergangen ist.

Als die Band zunächst alleine die enge Bühne betrat, um sich mit einem Instrumental kurz warm zu spielen, hatten sich letztendlich um die fünfzig Leute (was mengenmäßig für das kleine topos an so einem Wochentag schon ganz ordentlich ist) eingefunden.

Die hübsche Protagonistin mit den fein geflochtenen langen Haaren, stieß nach Abschluss des Stückes dazu und brachte den Gig des amerikanisch/karibisch/skandinavisch zusammengestellten Kollektivs mit dem souligen Schwofer „I Got Love“ langsam ins Rollen.

Die Tochter des berühmten Stax Records-Künstlers Johnnie Taylor moderierte dann ganz charmant durch den Verlauf des Konzertes, in dem sie fast zu jedem Song eine kleine Anekdote (meist aus ihrem Leben) parat hatte, in denen natürlich auch der Vater seinen Platz hatte und samt seiner Songkreationen wie „Lost Two Dollars“ und dem schön ’shaky‘ vorgetragenen „Who’s Making Love“, das zum Ende in einer wahren Gospel-Orgie endete, gewürdigt wurde.

Tasha und ihr routiniert und perfekt begleitendes Quartett, bestehend aus dem unaufgeregt spielenden und solierenden E-Gitarristen Davide Floreno (auch mit ein paar Harmoniegesängen), der berühmten Bassisten-Koryphäe Roger Inniss (Climax Blues Band, Mick Taylor, Snowy White, Kid Creole, etc. – mit sechsaitigem Tieftöner) sowie Schlagzeuger Oli Ontronen und dem herrlich klimpernden Pianisten Samuli Rautiainen (hatte neulich ja schon Ina Forsman begleitet), boten den Anwesenden einen schönen Reigen aus Soul-, Blues-, Rhythm & Blues und Rock-Ingredienzien, wobei ihre markant kräftige Stimme natürlich im Mittelpunkt stand.

Zwischenzeitlich griff sie bei eigenen Tracks aus ihrem aktuellen Werk „Honey For The Biscuit“ wie „What Difference Does It Make“, „Wedding Bells“ oder „Leave That Dog Alone“ auch mal zur Telecaster oder assistierte ihren Leuten mit dem Tambourine (u. a. bei „Weatherman“).

Amy Winehouse („Valerie“), Otis Redding („Thes Arms Of Mine“), Eddie Floyd („Knock On Wood“), Etta James (I Just Wanna Make Love To You“) und Aretha Franklin („Natural Woman“) wurden als persönliche Vorbilder Tashas mit Coverversionen musikalisch zitiert, mein Highlight des Abends war der Gänsehaut erzeugende melancholische Ohrwurm „There’s A Way“ samt ihrer emotionalen Vokal-Performance. Klasse!

Nachdem Tasha das Publikum bereits beim, den Hauptpart abschließenden Daddy-Track „Who’s Making Love“, in Mitsing-Ekstase versetzt hatte, animierte sie ebenfalls bei der furios abgehenden Etta James-Zugabe „Tell Mama“ (auch durch Janis Joplin bekannt geworden) im Stile einer Hohepriesterin, zum, mit vielen ‚Yeah‘-Rufen gespickten Gospel-Showdown, bei dem das topos fast einer Kirche in Memphis glich.

Nach Ende des wunderbaren Konzertes stand sie in Sachen Merchandising natürlich allen Anwesenden zur Verfügung und erwies sich auch hier als äußerst sympatisches und unkompliziertes ‚Southern Girl‘, das unserer Bitte nach dem obligatorischen Bild für die VIP-Galerie (Gleiches gilt für Roger Inniss) anstandslos nachkam. Solche Dienstage darf es gerne öfter geben. Ein toller Abend mit Tasha Taylor & Co.!

Line-up:
Tasha Taylor (lead vocals, electric guitar, percussion)
Davide Floreno (electric guitar, vocals)
Samuli Rautiainen (keys)
Roger Inniss (bass)
Oli Ontronen (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Tasha Taylor
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BluesLand Productions
Ruf Records
topos Leverkusen

Samantha Fish – Belle Of The West – CD-Review

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Review: Jörg Schneider

Samantha Fish, die wir erst vor einigen Tagen auch bei einem Konzert in Dortmund genießen konnten, ist wirklich eine beeindruckende, äußerst kreative Musikerin. Innerhalb eines Jahres legt sie nach „Chills & Fever“ mit „Belle Of The West“ nun schon das nächste Album vor. Und beide könnten unterschiedlicher nicht sein! Während sie auf „Chills & Fever‘ noch dem Soul und Rhythm and Blues huldigte, ist ihr neues Werk sehr ‚Americana‘-geprägt, mit Delta Blues-, Country- und Folk-Einflüssen. Dementsprechend stilecht hat sie ihr neues Werk auch in den renommierten Zebra Ranch Studios im Norden von Mississippi unter Mitwirkung von Luther Dickinson (North Mississippi Allstars) als Produzent eingespielt.

Zu hören gibt es insgesamt elf Tracks, von denen drei Songs keine Eigenkompositionen, sondern Coverstücke von R. L. Burnside („Poor Black Mattie“), Little Mae („Nearing Home“) und Jimbo Mathus („Belle Of The West“) sind. Alle Stücke haben ihrer Aussage zufolge einen sehr persönlichen Hintergrund, sie setzen sich in einer Mischung aus akustischen und elektronischen Sounds mit ihrer Herkunft aus dem mittleren Westen auseinander.

Zu allen Sounds liefert Ihre ausdrucksstarke, relaxte Stimme die passenden Emotionen. Die Instrumentierung der Stücke ist, Americana-typisch, mit Akustikgitarre, Violine, Flöte, Drums und teilweise Mundharmonika gestaltet. Bemerkenswert ist der rhythmische Opener „American Dream“, der ohne Umschweife sofort mit einer den Song beherrschenden Basstrommel loslegt. Das folgende „Blood In The Water“ hingegen ist wesentlich entspannter und kommt recht melodiös rüber.

Hervorzuheben ist auch Fishs Interpretation des countrybeeinflussten „Belle Of The West“. Das beste Stück des Albums ist aber zweifellos, zumindest nach dem Geschmack des Rezensenten, das swampig treibende „Poor Black Mattie“ mit Lightnin’ Malcolm. Aber auch die übrigen Songs grooven sehr schön, lediglich „Daughters“ ist etwas schwächer. Aber dies ist sichtlich auch seine Frage der Vorlieben des Hörers.

Insgesamt zeigt die CD die bisher unbekannten Seiten von Samantha Fishs musikalischen Qualitäten. Dabei überzeugt sie auch dank ihrer Fingerfertigkeit an der Akustikgitarre. Sie taucht mit ihrem Album tief in den Mississippi Blues ein und interpretiert ihn auf eine Herz erfrischende Art und Weise.

Line up:
Samantha Fish – Vocals, Guitar
Luther Dickinson – Guitar, Mandoolin
Lightnin’ Malcolm – Guitar, Harmonica, Vocals
Jimbo Mathus – Fender Rhodes, Harmonica, Vocals
Amy LaVere – Upright Bass, Vocals
Lilie Mae – Violin, Vocals
Tikyra Jackson – Drums, Vocals
Sharde Thomas – Fife, Drums, Vocals
Trina Raimey – Drums

Ruf Records (2017)
Stil: Blues/Americana

01. American Dream
02. Blood In The Winter
03. Need You More
04. Cowtown
05. Daughters
06. Don’t Say You Love Me
07. Belle Of The West
08. Poor Black Mattie
09. No Angels
10. Nearing Home
11. Gone For Good

Samantha Fish
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Ruf Records

Samantha Fish – 12.11.2017, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

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Schöner Sonntag-Abend mit Samantha Fish und ihrem starken Begleit-Ensemble! Die nicht mal 30 Jahre alte Blues Rock-Musikerin hat sich in diesem Jahr mit gleich zwei, recht unterschiedlich gestalteten CD-Veröffentlichungen „Chills & Fever“ und der in den nächsten Tagen auf den Markt kommenden „Belle Of The West“ schon ein Fleißkärtchen verdient. Jetzt auch noch dazu Live-Auftritte – vorbildlich!

Apropos ‚Belle‘: Die Protagonistin gab allein mit ihrem Marilyn Monroe-artigen Frisur- und Schmink-Styling, den hochhackigen, blass-pink-farbigen Pumps (passend zur Lederjacke in gleichem Farbton überm weißen Bauchfrei-Minitop) und der wunderbar eng anliegenden Jeans, schon rein optisch, einen Blickfang. Man hatte den Eindruck, dass Kollegen Schneider, wie auch den anderen anwesenden Fotografen, der Klick auf den Auslöser demnach recht leicht von der Hand ging.

Sounds Of South, das Magazin, das sich aber eigentlich immer ausnahmslos auf die Musik konzentriert, wurde auch in dieser Hinsicht mit einer starken Vorstellung mehr als zufrieden gestellt. Sympatisches Auftreten, tolle abwechslungsreiche, teilweise richtig brodelnde, powernde Songs, spielerische Klasse aller Beteiligten, sorgten für eine Benotung recht weit oben auf der Skala der diesjährigen Konzerte.

Obwohl Samantha natürlich die tonangebende Person auf der Bühne war (mit vielen starken E-Gitarrensoli, aber auch einfühlsamen Akustikgitarrenspiel), machte auch das Team um sie herum (alle sehr schick in dunklen Anzügen), richtig Laune. Die Bläser Levron und Blotzky plusterten meist synchron, wie man es wohl nur im Raume Louisiana lernt, ließen ab und zu auch Einzel-Soli los, der schlaksige Drummer Kenny Tudrick polterte ungemein agil.

Bassist Chris Alexander ließ seien Tieftöner unaufgeregt pumpen und grooven und hatte beim wunderbaren „Go Home“ im Zugabenteil einen schönen Harmoniegesangspart. Wuschelkopf Phil Breen verrichtete unaufgeregt seine immer auf den Punkt gebrachten Piano- und Orgel Einsätze.

Die Band stieg pünktlich um 20:00 Uhr mit  „He Did It“ in den Set ein. Die erste Hälfte des Gigs stand dann ganz im Zeichen von „Chills & Fever“.  Der Titelsong,  „You Can’t Go“, „You’ll Never Change“, „Little Baby“, „Either Way I Lose“ und das jammig psychedelisch gebrachte „Somebody’s Always Trying“ (Pink Floyd-Touch, Samantha mit ausgedehntem E-Gitarrensolo auf den Knien) waren ausnahmslos Stücke aus diesem Werk.

Erst mit dem Griff zur Akustikgitarre und einer Solo-Performance bei „Need You More“ wurde die brandneue CD „Belle Of The West“ gestriffen, es blieb der aber einzige Song. Für den Charley Patton-Track „Jim Lee Blues“ kehrte die Band dann wieder zurück. Ein herrlicher Countryblues. Schön swampig stampfte „Highway’s Holding Me Now“, gefolgt vom geslideten „Blame it On The Moon –  eine mir besonders zusagende Phase des Gigs.

Mit dem heiß brodelnden „It’s Your Voodoo Working“, dem wunderbaren Schwofer „Nearer To You“ und  dem erneut Slide-trächtigen „Crow Jane“ (Samantha effekthascherisch auf Gitarre mit Zigarrenkisten-Korpus) gab es wieder reichlich „Chills & Fever“-Stoff zum Abschluss des Hauptteils. Das begeisterte Publikum ließ das Sextett natürlich nicht ohne Zugaben in den sonntäglichen Feierabend. Das oben erwähnte, traumhafte „Go Home“ erzeugte richtig Gänsehaut, mit „Right Now, Right Now“ (Zuschauereinbindung beim Gesang) wurde nochmals richtig furios und launig abgerockt.

Fazit: Ein Fish namens Samantha und ihre brillante Band sorgen im vollen Dortmunder Musiktheater Piano für einen herrlichen musikalischen Wochenausklang. Tolles Konzert, großes Kompliment!

Line-up:
Samantha Fish (lead vocals, electric and acoustic guitar)
Phil Breen (keys)
Chris Alexander (bass, vocals)
Kenny Tudrick (drums)
Travis Blotzky (saxophone)
Marc Levron (trumpet)

Bilder: Jörg Schneider
Text: Daniel Daus

Samantha Fish
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Jane Lee Hooker – Spiritus – CD-Review

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Eigentlich habe ich ja als Nashville-verwöhnter Rezensent, nichts dagegen, wenn in Sachen Studioproduktionen, bei der instrumentellen und gesanglichen Umsetzung, alle heutig möglichen Hilfsmittel eingesetzt werden, um ein klanglich und musikalisch optimales Ergebnis zu erzielen. Für mich ist da entscheidend, was am Ende aus den Boxen im Wohnzimmer herauskommt. Wenn ich es ungeschliffen haben möchte, geh ich dann halt, soweit möglich, auf Konzerte und höre mir die Interpreten live vor Ort an.

Das ist aber sicher eine Sache der Mentalität und Einstellung zur Musik. Die uns von ihrem Konzert im Adler bestens bekannten Mädels von Jane Lee Hooker wählten mit ihrem Produzenten Matt Chiaravalle auf ihrem zweiten Studiowerk „Spiritus“ einen genau gegenteiligen Ansatz. Da wurde auf den Aufnahmeknopf gedrückt, frei von der Seele weg, ohne Einsatz von Effekten, Pedale und Overdubs, live im Studio losgerockt.

Ich hatte zunächst irgendein punkig angehauchtes, Garagensound-mäßiges schepperndes Ergebnis im Blues Rock-Gewand befürchtet, bin aber letztendlich sehr angenehm überrascht. Das liegt zum einen am guten, selbst geschriebenen Songmaterial (alle Achtung!) und an der meist Southern Rock-beeinflussten Spielweise der beiden Gitarristinnen. Vieles erinnert mich an die einstigen Mädels aus dem Skynyrd-Dunstkreis, The Motherstation, mit der ehemaligen Backgroundsängerin Susan Marshall (sang auf dem „1991“er-Album im Hintergrund).

Der furiose Beginn mit der Uptemponummer „How Ya Doin?“ mit gleich drei satten E-Gitarrenpassagen erinnert fast schon an die guten alten Molly Hatchet-Tage.  Die stonesk angehauchten“Gimme That“ und „Be My Baby“ machen richtig Laune. „Mama Said“ besticht durch eine Mischung aus starker Melodik, engagiertem Gesang und schönen E-Gitarren.

Beim speedigen „Black Rat“ sind die fünf Mädels natürlich absolut in ihrem Element. Klingt ein wenig wie „It’s All Over Now“ in der einstigen Molly Hatchet-Variante. Das ruhige, Piano-bestückte „How Bright The Moon“ fällt etwas aus dem Rahmen, zeigt aber, dass Sängerin Dana ‚Danger‘ Athens es bei ihrem selbst-kreierten Song gesanglich auch durchaus gefühlvoll drauf hat.

Beim teils gospelig, ebenfalls mit Southern Rock-Flair (E-Gitarren) bedachten „Turn On Your Love Light“ geht wieder richtig die Post ab. Am Ende haut das Quintett mit „The Breeze“ dann noch glatt einen 9-minütigen Southern Blues-Schwofer mit langem E-Gitarrensolo-Zwischenteil (ABB/MTB-Stil) heraus. Klasse!

Die Band mit Dana Athens, Tracy Almazan, Tina Gorin, Melissa Houston und Hail Mary Zadroga zählt somit zu den ganz großen, positiven Überraschungen des Jahres. Also keine Angst vor dem southern-umwehten lodernden Blues Rock-Feuer der fünf New Yorker Damen. Jane Lee Hooker löschen mit „Spiritus“…!

Ruf Records (2017)
Stil: (Southern) Blues Rock

01. How Ya Doin?
02. Gimme That
03. Mama Said
04. Be My Baby
05. Later On
06. Black Rat
07. Ends Meet
08. How Bright The Moon
09. Turn On Your Love Light
10. The Breeze

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