Blues Caravan – 20.04.2022, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

Ähnlich wechselhaft wie in diesen Zeiten ging es scheinbar auch beim diesjährigen Blues Caravan 2022 zu. Zunächst war mit Eddie 9V, Ghalia Volt und Katie Henry geplant, dann sollte es Ryan Parry an der Gitarre richten, was dann allerdings von Will Jacobs erledigt wurde. 

An diesem Abend im schönen Dortmunder Piano wurde Ghalia Volt durch den Wirbelwind Whitney Shay ersetzt, die ja schon 2020 ihre Visitenkarte abgegeben hatte. Die nicht nur musikalisch kraftvolle Rhythmusfraktion bestand dann etatmäßig aus Ex-Rozedale-Drummer Denis Palatin und Tomek German. Denis hatte die Bühne mit seinen eigens für den Blues Caravan künstlerisch hergestellten Windfängern optisch aufgewertet. Er kann also nicht nur auf Felle und Becken trommeln.

Pünktlich um 20:00 Uhr sagte Mastermind und Labelinhaber Thomas Ruf seine ‚Schäfchen‘ an und es wurde mit dem obligatorisch kreierten Titelsong zur Reihe „Hop On A Ride“ dynamisch im Voll-Line-up mit wechselnden Leadgesangsparts der einzelnen Protagonisten losgelegt. 

Feststellen konnte man im für einen Mittwoch-Abend ordentlich gefüllten Piano, dass die Musiker (Palatin mal ausgenommen), deutlich jünger waren, als die, wie so oft in der Blues-Szene, in die Jahre gekommene Kundschaft (ich schließe mich da natürlich mit ein…).  Aber schön, dass zumindest auf der Künstlerseite der Nachwuchs nicht abzubrechen scheint.

Nach dem launigen Auftakt durfte dann zunächst Will Jacobs sein Können offenbaren. Er präsentierte sich bei Songs wie u. a. „One Day At A Time“, „Have You Ever Loved A Woman“ (klasse hier sein phasenweise ohne Mikro performter Gesang), „Funky Woman“ oder „Got Your Mojo Working“ als guter Sänger und mit seinem Spiel auf Stratocaster und Gibson Les Paul als quirlger und variabler E-Gitarrist. Er beherrscht die Bandbreite von Blues, Soul, Rock bis dezent hin zum Country souverän. Eine starke Vorstellung von ihm.

Er blieb dann auf der Bühne, um die zierliche Katie Henry zu supporten, die dann ihre Stärken am E-Piano, aber auch an der Telecaster-E-Gitarre in Roots-Manier einbrachte. In Ihrem Programm hatte die sympathische Amerikanerin natürlich überwiegend Tracks wie „Nothing To Lose“, „Empty Cup“, „On My Way“ oder „Bury Me“ aus dem vom Kollegen Schneider zurecht hochgelobten aktuellen Album „On My Way“ am Start. Von der jungen Dame ist noch einiges in Zukunft zu erwarten. Klasse Mädel!

Folgerichtig bestritt dann die temperamentvolle Whitney Shay den Abschlusspart der Solovorstellungen. Die umtriebige rothaarige Kalifornierin verwandelte dann die Bühne des Pianos mit Tracks wie „Love’s Creeping Up On You“ „Getting In My Way“, „Boy, Sit Down“, „A Woman Rules The World“, „Stand Up!“ und „Get Down With It“ in eine Rhythm and Blues- und Soul-Arena. Eine ansteckende Performance voller Energie!

Am Ende schloss sich mit der Rückkehr von Katie Henry dann wieder der Kreis und mit u. a. „Voodoo Woman“ und dem CCR-Klassiker „Fortunate Son“ sowie zweier Zugaben („You Got To Move“) gab es einen schönen Ausklang mit allen Beteiligten.

Während der Pause und nach dem Gig standen die Akteure dann mit Thomas Ruf den Besuchern zur Verfügung und wir konnten auch noch unsere Bilder für die VIP-Galerie schießen. Eine weitere überzeugende Ausgabe des Blues Caravan-Konzepts. Weiter so Thomas Ruf & Co.!

Line-up:
Will Jacobs (lead vocals, electric guitar, vocals)
Katie Henry (lead vocals, electric guitar, Keys, vocals)
Whitney Shay (lead vocals, percussion, vocals)
Tomek Germann (bass)
Denis Palatin (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

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Ruf Records
Musiktheater Piano
3Dog Entertainment

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