Ben Poole – 08.03.2019, Yard Club, Köln – Konzertbericht

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Ben Poole zurück in Deutschland. Nachdem er ja schon letztes Jahr intensiv in unseren Landen getourt hatte (wir berichteten von seinem Gig in Rhede), geht es jetzt zunächst im Rahmen seiner ‚Anytime You Need Me‘-Tour bis Ende April durch Deutschland und das umliegende Ausland, bevor er Anfang Mai in die Heimat zu weiteren Gigs zurückkehrt.

Während meine bisher erlebten Konzerte von ihm auch von den kleinen Intermezzi und Scharmützeln mit seinem Keyboarder Joe Mac ihre Zusatzwürze beinhalteten, gab es diesmal den ungeschliffenen rauen Ben Poole im klassischen Trio (Gesang/E-Gitarre, Bass Schlagzeug) zu sehen, beziehungsweise zu hören.

Mit Martin Deering gab es erneut einen fließenden Wechsel am Schlagzeug, Beau Barnard zupfte standesgemäß den Tieftöner. Ben bediente sich diesmal zweier Telecaster-Modelle und seiner gewohnten Gibson Les Paul im steten Wechsel.

Schon der riffig rockende und stampfende Opener dieses Abends, „Take It No More“, vom neuen, oben angeführten Werk, offenbarte, was den Besucher in den nächsten etwas über 1 1/2 Stunden erwarten würde: E-Gitarrepower und ungezügelte Spielfreude aller Beteiligten pur.

Gleichzeitig war dieser Song schon ein schönes Beispiel dafür, wie es ist, wenn gute Musiker, das immer so ein wenig im Studio getragene Korsett, verlassen und sich auf der Bühne ungezwungen austoben können.

Poole brachte letztendlich sieben Stücke aus dem aktuellen Longplayer, garniert mit ein paar älteren Sachen, sowie natürlich der wieder beeindruckenden, langminütigen Freddie King-Adaption „Have You Ever Loved A Woman“, mit dem gewohnt filigranen und zum Teil leise gespielten Intro, bei dem leider einige Anwesende mal wieder despektierlich, ihre Klappe nicht halten konnten und im Hintergrund rumbrummelten. Schade, dass der 1976 verstorbene Blueser, diese tolle Abwandlung seines Klassikers nicht mehr erleben kann, er wäre vermutlich genauso begeistert wie die restlichen Leute im Yard Club.

Die sich wechselnden, straight rockenden und atmosphärischen Nummern, durchzogen mit unzähligen quirligen Soli des Protagonisten, gipfelten am Ende in dem gerade zu sensationell performten, Bad Company-umwehten  Titelstück und Namensgeber der Tour „Anytime You Need Me“ (mein Gott, was zündete der 29-jährige Brite hier für E-Gitarrensalven auf seiner abgewetzten Telecaster, tolles Bass-Solo dazu von Barnard) und dem ebenfalls zum Finale fantastisch, hart und spielfreudig zelebrierten Don Henley-Cover „Dirty Laundry“ (sehr schön auch die stimmliche Ähnlichkeit der beiden, herrliches Southern Rock-trächtiges E-Solo zum Ende), dass dem Eagles-Chef vermutlich die Kinnlade vor Erstaunen runterfallen gelassen hätte, sofern er anwesend gewesen wäre.

Dieser begeisternde Gig war genau das Gegenteil zu dem kürzlich erlebten einer britischen Genre-Kollegin. Poole übertrug seine Freude am Auftreten sichtlich auf’s Publikum, konversierte, interagierte, verabschiedete sich mit den Kollegen zusammen und war auch hinterher für nette Pläuschchen, Bilder und Signaturen am Merchandising-Stand präsent (ohne Angst vor einer Erkältung…). Sein Tourmanager reichte dem schwer schufteten Kollegen Mangold, angesichts seiner Schweißtropfen auf der Stirn, sogar ein Wasserfläschchen.

SoS-Kompagnon Gernot ließ sich von ihm noch eines seiner tollen Poole-Schnappschüsse auf einer groß-formatigen Hochglanzplatte mit Autogramm versehen (Ben tief beeindruckt von dem Teil). Dazu gab es noch entspannte Gespräche mit seiner netten Agentin Florence Miller und unser obligatorisches VIP-Bild mit den beiden sowie dem Yard Club-Master Marcus Neu.

So betreibt man positive Werbung in eigener Sache und investiert auch schon wieder in die Zukunft. Sounds Of South wird von daher zusätzlich noch den Gig am 24.03.2019 im heimischen Schwarzen Adler protegieren, Ernst Barten und die versammelten Rheinberger dürfen sich auf eine heiß rockende und brillante Show freuen. Also, bis die Tage, Ben Poole!

Line-up:
Ben Poole (lead vocals, electric guitars)
Beau Barnard (bass, bgv)
Martin Deering (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

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Yard Club Köln

Vanesa Harbek & Band – 18.01.2019, blues, Rhede – Konzertbericht

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Es war bereits 21:20 als André Knoch seine Gäste zum ersten Konzert 2019 begrüßte. „Wir freuen uns heute auf die Bluesqueen aus Argentinien, unsere erste Künstlerin aus Südamerika“, sagte er und überließ der Band die Bühne.

Vanesa Harbek, in ihrem gewohnten Bühnenoutfit mit Netzstrümpfen und glitzernden Hotpants, legte sofort los mit „Hide Away“ von Freddy King, das stark nach der Version von John Mayalls Bluesbreakers und Eric Clapton klang. Blues Rock mit heftigem Rhythmus und dicht am Original. Bedauerlich, dass sich noch nicht sehr viele Gäste eingefunden hatten, nur gut 30 Leute standen an den Tischen.

Unbeeindruckt davon ging es mit einer starken Gitarre und dem „Rooster Blues“ von Lightnin’ Slim weiter. Zu ihrer Besonderheit gehört auch der Gang durch das Publikum mit ihrer Gitarre. Mit einem „Gracias“ bedankte sie sich für jeden Applaus.

Aber sie hatte nicht nur englische Bluesklassiker im Gepäck. Mit „Vuelvo Al Sur“ spielte sie einen klassischen Tango aus ihrer Heimat im Bluesgewand. Als sie nach nur 35 Minuten eine Pause ankündigte war das schon überraschend früh.

Die Pause nutzte ich, um etwas mehr über die Künstlerin zu erfahren. Vanesa Harbek stammt aus Buenos Aires in Argentinien. Sie hat deutsche und jugoslawische Großeltern. Deshalb schickte ihr Vater sie auf eine deutsche Schule. Daher spricht sie recht gut deutsch. im Alter von sechs Jahren lernte sie Klavier spielen. Mit 12 hörte sie das erste mal Eric Clapton und es war um sie geschehen.

Jetzt wollte sie nur noch Blues auf der Gitarre spielen. Ihre Eltern unterstützten das. Später studierte Vanesa Klassische Komposition. Ihre musikalischen Vorbilder sind neben Mr. Slowhand auch  Albert Collins, Freddy King und Randy Weston. Sie mag Jazz und Tango und hat eine Vorliebe, diese drei Stilrichtungen zu mischen. Mittlerweile lebt sie seit zwei Jahren in Berlin und tourt mit ihrer Band durch Europa.

Nach der Pause waren bekannte Klassiker mit dabei wie unter anderem „Thore Down“ (Freddy King), „Hit The Road Jack“ (Ray Charles) und „Oye Como Va“ von Santana. Im zweiten Teil hatte ihr Bassist Lukasz Gorczyca die Gelegenheit, bei zwei längeren Bass-Soli, sein Können zu zeigen. Ihre Bandmitglieder gaben eine guten Rhythmus vor, blieben insgesamt aber etwas blass. Später gab es mit “Vanesca Tango“ noch ein eigenes Lied .

Die Musik stammt vom Bassisten, der Text von Vanesa Harbek. Hier mischte sich gekonnt viel Tango mit etwas Blues. Leidenschaftlich vorgetragen mit vielen rollenden Rs und sehr intensiven Gitarren-Soli.

Insgesamt ein sehr rockiger Abend mit einem leidenschaftlichen Rhythmus, dem sich niemand entziehen konnte. Rundherum wippten Füße und Köpfe im Takt mit. Leider war auch dieser zweite Teil wieder nur 35 Minuten lang. Das ist doch sehr kurz. Nach der Zugabe verabschiedete sie sich mit „Muchas gracias“.

Line-up:
Vanesa Harbek (lead vocals, guitars)
Lukasz Gorczyca (bass)
Tomek Dominik (drums)

Text und Bilder: Martina Middeke

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Blues Rhede

Ben Poole – 18.11.2018, blues, Rhede – Konzertbericht

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Am Sonntag stellte Ben Poole seine neue CD „Anytime You Need Me“ im Blues in Rhede vor und feierte gleichzeitig seinen Tourabschluss. Da gab es Partystimmung und einige Überraschungen.

Endlich konnte André Knoch mal Wunschkandidat Ben Poole im blues in Rhede präsentierten. Der  Brite hatte sein oben angeführtes Werk mit im Gepäck und beendete seine zweimonatige Tour. Eine weitere Besonderheit war der Special Guest Guy Smeets.

Poole & Co. starteten direkt mit einem älteren Hit „Let‘s Go Upstairs“ und weiter ging es mit „Win You Over“, bei dem Keyboarder Joe Mac für den richtigen Groove sorgte. Mit „Take It No More“ wurde das erste Stück des neuen Longplayers vorgestellt und damit die Musik rockiger, als auch die Gitarrenriffs härter, bevor mit „The Question Is Why“ wieder etwas Tempo zurückgenommen wurde.

Leider musste Ben Poole dabei sein Solo unterbrechen, um eine laute Störung zu beenden. Die 17 Minuten lange Freddy King-Adaption von „Have You Ever Loved A Woman“ war einer der Höhepunkte. Eingeleitet wurde es durch ein langes intensives Gitarrensolo, mal leise mal laut, von Ben Poole ohne Beteiligung der weiteren Musiker.

Es folgte ein langes melodiöses Solo von Joe Mac, der die Keys wie ein Konzertpianist spielte. Zum Ende konnte auch Schlagzeuger Stéphane Avellaneda sein dynamisches Können beweisen. Mit dem neuen Stück „Further On Down The Line“ verabschiedete man sich nach einer Stunde in die Pause.

Zu Beginn der zweiten Hälfte stellte Ben Poole seinen guten Freund und Gitarristen Guy Smeets vor. Der junge Niederländer stand in seinem Können dem Protagonisten in nichts nach und unterstützte ihn kräftig. Wurde in der ersten Hälfte noch nach Setlist gespielt, beherrschte jetzt Spontanität und Improvisation die Szenerie. Die Bandmitglieder reagierten auf die Entwicklung. Es wurde ordentlich gejammt.

Ben Poole und Guy Smeets steigerten sich regelrecht in Gitarrenbattles hinein und integrierten auch Joe Mac in ein solches Scharmützel. Beau Barnard bekam seine Soliergelegenheit und zeigte eine tolle Basslinie. Wieder auffallend waren die kraftvollen Improvisationen von Drummer Stéphane Avellaneda. Der Spaß kam ebenfalls nicht zu kurz. Da wurde auch mal „Wannabe“ von den Spice Girls angestimmt, um es unter Gelächter wieder zu beenden.

Eines der musikalischen Highlights war sicher „Old Love“ von Eric Clapton, das auch in der Version von King King sehr bekannt ist. Dabei setzte sich Ben Poole zeitweise auf den Bühnenrand und überließ einem vortrefflichen Guy Smeets das großartige Gitarrensolo.

Die Überraschung des Abends begann aber damit, dass jemand Drummer Stéphane Avellaneda zwei Esslöffel reichte. Der fing sofort an, damit seine Drums zu spielen. Dabei riss es ihn vom Sitz. Zusammen mit Ben Poole sprang er von der Bühne ins Publikum. Jetzt war nichts mehr vor ihm und seinen Löffeln sicher.

Während Ben Poole auf einen Barhocker hüpfte und von dort oben, mitten im Publikum Gitarre spielte, trommelte sich Stéphane mit den Löffeln auf Biergläsern, Bierflaschen, Heizungsrohren oder an der Raumdecke in Rage. Joe Mac und Guy Smeets waren mit Drumsticks in den Händen ins Publikum gefolgt und trommelten ebenfalls auf allem, was Töne abgab, mit. Tolle Partystimmung in der Band und im Publikum!

Damit endete dieses ungewöhnliche und bemerkenswerte Konzert nach insgesamt drei Stunden, wobei ein bestens gelaunter Ben Poole später noch fleißig Autogramme gab und für den einen oder anderen Smalltalk mit den Anwesenden seine Zeit fand.

Line-up:
Ben Poole (lead vocals, guitars)
Beau Barnard (bass, bgv)
Stéphane Avellaneda (drums)
Joe Mac (Keys, bgv)
Special guest:
Guy Smeets (guitars, bgv)

Text und Bilder: Martina Middeke

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Blues Rhede

Ryan McGarvey – Live At Swinghouse – CD-Review

Review: Stephan Skolarski

Eine besondere Magie von Blues-Live-Alben besteht häufig darin, dass man ausgiebige Gitarrensoli bewundern kann, die auf Studioproduktionen meistens nur verkürzt zur Verfügung gestellt werden. Als Blues-Musiker mit einer Leidenschaft und Energie zur virtuosen Spielkunst wurde Gitarrist und Sänger Ryan McGarvey in den letzten Jahren mit Auszeichnungen nur so überhäuft.

In allen erdenklichen Kategorien konnte er bereits Preise abräumen: sei es als „bester Gitarrist“ (European Blues Awards 2014 und 2016), als „bester Sänger“ (Albuquerque The Magazine 2011 und 2016) oder als Blues Act Of The Year (The Weekly Alibi 2007-2010).

Drei Studioalben finden sich in der Biographie des 32-jährigen US-Amerikaners. „Live At Swinghouse“ ist somit die erste Live-Scheibe, die er veröffentlicht. Bühnenunterstützung in Los Angeles erfährt er dabei von Carmine Rojas am Bass und Schlagzeuger Logan Miles Nix. Rojas ist als langjähriger Bassist von Joe Bonamassa eine erfahrene Bereicherung und kennt daher die Unterstützung eines dominanten Bandleaders.

Auch hier steht die Solo-Gitarre im Mittelpunkt der gesamten Performance. Die rockigen Starter „Wish I Was Your Man“ und „Texas Special“ bestätigen sofort diesen Eindruck. McGarveys Kunst ist es, ausufernde Stücke nicht langweilig wirken zu lassen, sondern mit sehr viel Power aufzuladen, wie z.B. auf dem 12-Minuten-Track „Prove Myself“. Das raue Desert-Rock Intro zu „Blues Knockin‘ At My Door“ beweist seine unbändige Vielseitigkeit. „Memphis“ ist ein wuchtiger Blues-Song, der Zweifel aufkommen lässt, ob das Gitarrengewitter auf der Bühne tatsächlich nur von einem Gitarristen performt wird.

„Mystic Dream“ ist das absolute Highlight bei den Live-Auftritten des US-Blues-Rockers. Das 20-Minuten Stück vereint seine beispiellose Spielfreude und emotionale Musikalität in brillanter Weise. Auch die Zugabe „Joyride“ vermittelt zum Abschluss nochmals die jederzeitig starke Bühnenpräsenz dieses Musikers.

McGarveys Vorbilder sind dabei von Track zu Track offensichtlich, aber wer kann schon mühelos in die übergroßen Guitar-Footsteps von Blues-Größen, wie Billy F. Gibbons, Joe Bonamassa oder Stevie Ray Vaughan eintreten. Da Ryan Garvey sämtliche Stücke auch durch eigenhändiges Songwriting seinem persönlichen Sound anpassen kann, sind ihm in der Szene mit „Mystic Dream“ und „Memphis“ bereits zwei „Blues-Klassiker“ gelungen.

Die jetzige Live-CD fängt seine Akribie an der Gitarre glänzend ein. „Live At Swinghouse“ ist ein feuriges Blues-Konzert, mit dem Ryan McGarvey sein bisheriges Meisterwerk in der noch jungen Karriere abliefert!

Eigenproduktion (2018)
Stil: Blues Rock

01. Wish I Was Your Man
02. Texas Special
03. Prove Myself
04. Blues Knockin‘ At My Door
05. Little Red Riding Hood
06. My Heart To You
07. Memphis
08. Mystic Dream
09. Joyride (encore)

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Ryan McGarvey – 14.09.2018, Blues, Rhede – Konzertbericht

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Leck mich an de Söck, würde der Rheinländer spontan über diesen Abend im westfälischen Rhede sagen. Da war der aus Albuquerque, New Mexico, stammende Ryan McGarvey im örtlichen blues wieder zu Gast, um dort nach  der Sommerpause die restliche Konzertphase des Jahres einzuläuten.

Und wie! Vor gut zwei Jahren, als er an gleicher Stelle mit dem prominenten Bassisten Carmine Rojas und Antoine Hill seine Künste zum Besten gab, war ich, ehrlich gesagt, ziemlich enttäuscht. Ein mauer Sound, ein blasser Auftritt, gernervt wirkende Musiker, da hatte ich mir im Vorfeld nach den Preisungen des Kollegen Gernot, deutlich mehr versprochen.

In der Zwischenzeit hatte der Protagonist noch den Tod seines Vaters verkraften müssen und  dadurch bedingt geplante Termine hier absagen müssen. Er scheint aber mittlerweile seine Trauer in neue Energie und schöpferische Kraft umgemünzt zu haben. Eine neue Studio-CD steht für November in den Startlöchern als auch jetzt eine intensive Europa-Tournee mit so einigen (noch anstehenden) Konzerten in Deutschland.

Gestern Abend im Rheder Blues war alles anders. Um es vorwegzunehmen, ein grandioser Gig, der am Ende ganz sicher zu den Top 5 meines Konzertrankings zählen, vielleicht sogar ganz vorne liegen wird, obwohl ich eigentlich gar nicht der Typ für monströse E-Gitarrenkünste bin.

Woran lag es? Ein ganz klarer Grund war die neue Besetzung mit dem agilen Waliser Jung-Schlagzeuger Ollie Harding und dem furios abgehenden Bassisten c (u. a. Blind Guardian, Steve Fister), den ich zwar schon mal bei Michael Lee Firkins in der Band erlebt hatte, aber mit dieser unglaublichen Energie, so nicht in Erinnerung hatte. Kam mir fast vor wie ein von einer Tarantel gestochener Gerry McAvoy…

Fulminant, was der vielbeschäftigte Niederländer auf seinem Instrument da ablieferte. Pumpen, Knarzen, Peitschen, mal mit Plektron, dann mit Zupfen, dazu herrliches Posing in bester Heavy Metal-/Hard Rock-Manier und eine sympathische, freudige Ausstrahlung, die natürlich auch beim Rest-Publikum bestens ankam. Das war Weltklasse! Ich kann mich kaum erinnern, mal eine solche Intensität in Sachen Tieftöner erlebt zu haben.

Diese megastarke Rhythmusfraktion färbte natürlich auch auf den Fronter ab, der seine beiden Arbeitsgeräte, eine Gibson Les Paul und eine Stratocaster, einer höchst-intensiven Nutzung unterzog. McGarvey zeigte im Prinzip, alles was so an handwerklichen (Soli, Slide) Spielereien und Effekten (u. a. Hin- und Herklickern am Stellknopf seiner Les Paul,  Wedeln am Verstärker, etc.) möglich ist, bis zum mit den Zähnen und auf dem Rücken spielen, bei der zweiten Zugabe  „Hey Joe“ in der besten Version, die ich je von diesem Stück live erlebt habe. Selbst sein eher zurückgenommener Gesang kam mir deutlich verbessert vor.

Auch die Songs, vom Opener „Feeling Like I Do“ an, über Sachen wie u. a. dem energiegeladenen Slow Blues „Ain’t Enough Whiskey“, „Prove Myself“,  dem quirligen Instrumental „Texas Special“, der schönen Ballade „My Heart To You“, „Blues Knockin‘ At My Door“,  dem vehement shuffelnden „Joyride“, dem Stampfer „Memphis“ bis hin zu seinem Paradestück „Mystic Dream“ (in einer 20-Minuten-Version) überzeugten in ihrer Vielfalt, ungemeinen Power und Stringenz.

Selbst bei den beiden Zugaben „Who Would’ve Thought“ und dem erwähnten „Hey Joe“ ging das Trio bis an seine Grenzen und wuchs förmlich über sich hinaus. Klar, dass McGarvey, Harding und Courbois für Ihren glänzenden Auftritt nahezu frenetisch gefeiert wurden, der dann am Merchandising-Stand mit den Smalltalks, Autogrammen und Selfies noch seine Fortsetzung fand.

Barend Courbois erzählte uns noch draußen bei einer Zigarette, dass die drei sich erst seit vier Tagen kennen würden und nur zweimal kurz zusammen geprobt hatten. Angesichts der gezeigten Leistungen – der helle Wahnsinn! Wer, was die nächsten Termine des Trios betrifft, Zeit hat oder noch unschlüssig sein sollte, dem sei von unserer Seite wärmstens ein Besuch empfohlen. Das ist mega-dynamischer Heavy Blues Rock der Extraklasse!

Vielen Dank auch an blues-Chef André Knoch für einen unvergesslichen Abend!

Line-up:
Ryan McGarvey (lead vocals, electric and slide guitar)
Barend Courbois (bass)
Ollie Harding (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Ryan McGarvey
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Ryan McGarvey – 24.09.2016, Blues, Rhede – Konzertbericht

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Unser Trip zum Ryan McGarvey-Gig im Rahmen seiner ‚The Road Chosen-European Tour‘ im Rheder Blues war für mich aus zwei Gründen eine Reise ins Ungewisse. Zum einen bin ich, von Lebtag an, noch nicht in dieser, im westlichen Münsterland gelegenen Stadt (eigentlich gar nicht allzu weit von meinem Heimatort Rheinberg gelegen) gewesen, zum anderen ist der Protagonist des Abends, in musikalischer Hinsicht, auch absolutes Novum. Ich hatte ihn weder bisher live erlebt, noch besitze ich einen seiner Tonträger.

Kollege Gernot hatte ihn in solch hohen Tönen, beharrlich angepriesen, dass ich mich letztendlich überzeugen ließ, zumal McGarveys Abstammung aus Albuquerque, New Mexico, trotz seiner klaren Verankerung im Blues Rock, mir ein gewisses Southern-Flair suggerierte. Ich hatte mich dann, entgegen meiner sonstigen Art, bewusst dafür entschieden, mal völlig unvorbereitet in den Gig zu gehen, um den designierten Blues-(Rock-) Wunderknaben, absolut unvoreingenommen beurteilen zu können.

Unsere Reise führte uns dann hinter Wesel, an sich endlos aneinander reihen zu scheinenden, großzügig umlandeten, zum Teil mit stattlichen Eigenheimen bestückten, Gehöften vorbei. In mir als Miete zahlendem Angestellten, kam sofort ein tiefes Mitgefühl für die offensichtlich von immer mehr akuter Armut bedrohte Bauernschaft hoch und weckte spontanes Verständnis, für den steten Ruf der Zunft, nach weiteren Agrar-Subventionen…

Irgendwann tat sich dann der gepflegte Randbezirk des Städtchens auf und nach kurzer Zeit erreichten wir einen wunderschönen, von pulsierendem Leben begleiteten Ortskern. Inmitten dieses beschaulichen Treibens lag auch das Blues, ausgestattet mit einer einladend wirkenden Vorterrasse. Auch im Inneren konnte die mit weitläufiger Theke, relativ überschaubarem Stagebereich mit sehr kleiner Bühne (mit vielen tollen Künstlerbildern an den Wänden verziert) und einer weiteren Sichtebene in einer höher liegenden Etage, versehene Location, überzeugen.

McGarvey  und seine beiden Mitstreiter, Bass-Legende Carmine Rojas und Drummer Christopher Antoine Hill,  stiegen kurz nach Neun mit dem slideträchtigen „Blues Knockin‘ At My Door“ in den Set ein. Das war schon mal, aus der Sicht unseres Magazins, ein Auftakt nach Maß. Auch das folgende, atmosphärische „All The Little Things“ wurde von Ryan mit einer Gibson Firebird abgewickelt.

Für „Starry Night“ wechselte er zur Stratocaster, dem sich ein Bakersfield-umwehtes Instrumentalintro („Texas Special“) anschloss, das in einen Lenny Kravitz-angehauchten shuffligen Stampfer namens „Wish I Was Your Man“ vom aktuellen Album mündete. Grandios der klasse performte Slow Blues „Blue Eyed Angels Blues“, bei dem Ryan sein filigranes Können auslebte und Kollegen Gernot, in allerlei Posen, ordentlichen Stoff zum Fotografieren offerierte. Tolle Nummer!

Das knallharte „Little Red Riding Hood“, das brandneue Stück „Break My Heart“, die knackig rockenden „My Heart To You“ und „Drunken Dreams“ (fettes Finale) standen im Zeichen einer Les Paul-Gitarre. Ein Wermutstropfen war schon zu diesem Zeitpunkt einige technische Probleme und der schlecht ausgesteuerte Sound, der McGarveys Stimme nur sehr unterschwellig klingen ließ und den eigentlichen Superstar des Abends, den sich generös in den Dienst des Protagonisten stellenden Carmine Rojas (David Bowie, Rod Stewart, Joe Bonamassa), zu einigen, fast schon genervt wirkenden Gesten Richtung Mischpult veranlasste. Es besserte sich leider nichts. Trotzdem zogen sie natürlich den Gig weiter spielfreudig und routiniert durch. Auch das Publikum ließ sich nicht von seiner allgemeinen Begeisterung abbringen.

Der wieder mit seiner Firebird performte Blues „Memphis“ war dann der Vorbote für das von Gernot angepriesene (angedrohte) Paradestück „Mystic Dream“ mit integrierten Led Zeppelinschen „Kashmir“-Einflechtungen. Es wurde dann auch mit psychedelischem Gitarrengewitter zur erwarteten, knapp viertelstündigen Nervenprobe meinerseits. Aber Spaß beiseite, auch wenn solch eine Nummer nicht zu meinen Favoriten zählt, offenbarte sie doch die instrumentelle Klasse des Trios.

Den vehementen ‚Zugabe‘-Forderungen des frenetisch jubelnden Rheder Publikums folgte noch recht kompakt, das Hendrixsche „Spanish Magic Castle“. Nach knapp zwei Stunden Spielzeit, verabschiedeten sich McGarvey, Hill und Rojas, um dann nach kurzer Zeit, am Merchandising-Stand weitere Akquise und Sympathie-Werbung zu betreiben. So signierten sie auch noch ein paar von Gernots, vor kurzem im Schwarzen Adler, geschossene Bildern, die er auf beeindruckende dickwandige DIN A3-formatige Platten hatte konvertieren lassen.

Insgesamt ein gelungener McGarvey-Abend mit tollen und sehr sympathischen Musikern, klasse Stimmung und angenehmen Ambiente, mit dezenten Abzügen in der B-Note wegen dem wenig transparenten Sound. Vielen Dank an Tour-Manager Manni Küsters für die problemlose Akkreditierung.

Line-up:
Ryan McGarvey (lead vocals, guitars)
Carmine Rojas (bass)
Christopher Antoine Hill (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

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