Joe Bonamassa – 03.05.2022, Mitsubishi Electric HALLE, Düsseldorf – Konzertbericht

Es ist jetzt das dritte Mal, dass wir Joe Bonamassa in größerem Konzertrahmen beleuchten, zuletzt war es vor drei Jahren an gleicher Stelle wie an diesem Abend in der Düsseldorfer Mitsubishi Electric HALLE. Mark Dehler von Netinfect Promotion hatte wie gewohnt klasse Arbeit im Rahmen der reibungslosen Akkreditierung geleistet, wir hatten tolle Plätze, quasi zentral und dicht an der Bühne. Herzlichen Dank hierfür! Gut 2.500 Zuschauer wollten Smokin‘ Joes aktuellem Programm an diesem Dienstag beiwohnen.

Pünktlich nach dem Einspieler von John Sebastians 70er-Nostalgiehithit ‘Welcome Back’ betrat der Protagonist in gewohnt weißem Hemd unter schickem Anzug mit seinem Weltklasse-Ensemble die Bühne, um direkt mit „Evil Mama“ und „Dust Bowl“ sich, seine Band und die anwesenden Leute, mit den ersten Soli auf Betriebstemperatur zu bringen. Wie gewohnt ging es in fließendem Wechsel an diversen E-Gitarren wie Gibson SG und ES, Les Paul (u. a. beim zum niederknienden Gary Moore-Cover „Midnight Blues“) , Fender Stratocaster und Telecaster zu Sache. 

Mit letztgenannter Gitarre performte er „The Heart That Never Waits“, das einzige Stück, das vom aktuellen Album „Time Clocks“ in die Setliste fand. Etwas schade, finde ich, man hätte gerne mehr aus diesem superben Werk gehört.  

Mehr als nur ein saitentechnischer Wasserträger war übrigens der uns auch gute bekannte Josh Smith, der dann gegen Ende immer mehr aufblühte und auch mit einigen Twins, Slides und Soli brillieren durfte.  Wie zum Beispiel beim, nach der Bandvorstellung stattfindenden, southern-rockigen „A Conversation With Alice“ oder dem launigen, in Bakersfield-Manier abgehenden „Lonely Boy“, bei dem die famose Nashville-Rhythmussektion mit Weltklasse-Drummer Greg Morrow (ich weiß garnicht, wieviele New Country-Scheiben ich schon reviewt habe, wo er partizipiert hat) und Steve Mackey (mit Spaß in den Backen), die beiden Gitarristen vor sich hintrieben.

Zu Urgestein Reese Wynans braucht man nicht viel zu erzählen, der klimperte wieder in allen Variationen (Orgel, E-Piano, Syhthie, HT-Piano) routiniert auf seinen beiden, über Eck stehenden Tasteninstrumenten. Nicht zu vergessen die beiden klasse aussehenden Backgroundsängerinnen Danielle De Andrea und Jade MacRae, die wieder ihre Aahs, Uuhs und Harmoniegesänge zum Besten gaben und auch in Sachen Synchron-Bewegungen, eine gute Figur abgaben.

Beim Finalstück des Haupteils „The Ballad of John Henry“ entlockte ‚Magier Joe‘ zunächst mit seinen Händen und dann mit bogenförmigen Bewegungen mit seiner Telecaster einem kleinen Kästchen berührungslos vibrierende Töne. Diese Effekte mit einem sogenannten Theremin sind allerdings nicht ganz neu und wurden schon von Jimmy Page auf dem Led Zeppelin-Uralt-Hit „Whole Lotta Love“ eingesetzt. Trotzdem natürlich ein schönes Motiv für unseren Knipser Gernot Mangold.

Die erste Zugabe gehörte dann Joe ganz allein. Da ließ er bei „Woke Up Dreaming“ ein wahres Gewitter auf der Akustischen ab, dass man Angst um seine Fingerkuppen haben musste. Das Finale eines insgesamt zwei Stunden währenden, superstarken Konzerts gab es dann mit dem von Joe und Will Jennings kreierten „Mountain Time“, das nochmals sehr atmosphärisches Southern Rock-Esprit à la Marshall Tucker Band versprühte und somit den überragenden Abschluss bildete.

Bereits ziemlich früh hatte es übrigens diesmal die Leute von den Stühlen gerissen und es wurde im Stehen mit gefiebert, geklatscht und dem Star temperamentvoll die Ehre erwiesen. Bonamassa, das muss man so klar sagen, hat den etablierten Platzhirschen des Blues-Genres längst den Rang abgelaufen. Insgesamt somit wieder eine große Show von Joe & Co. im Rahmen seiner Europa-Frühlings-Tournee, die danach in London (in der ehrwürdigen Royal Albert Hall) und Paris noch weitergeführt wird.

Line-up:
Joe Bonamassa (lead vocals, electric and acoustic guitar)
Steve Mackey (bass)
Reese Wynans (keys)
Greg Morrow (drums)
Danielle De Andrea (vocals)
Jade MacRae (vocals, percussion)
Josh Smith (electric guitar)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Joe Bonamassa
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Mitsubishi Electric HALLE, Düsseldorf

Ein Gedanke zu „Joe Bonamassa – 03.05.2022, Mitsubishi Electric HALLE, Düsseldorf – Konzertbericht“

  1. Es schien mir das der Programm aufs minimalste reduziert wurde.
    Ton Qualität war anfangs erbärmlich viel zu viel Bass und ubertont Orgel. Kein Blasinstrumente wie beim tollen Konzert vor 3 Jahren. Zuschauer sind aufgestanden zum Schluss aber nur nach Aufforderung des Künstler. Also alles in allen nicht einer der besten seiner Shows

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