Davy Knowles Band – 17.03.2026 – Gdanska, Oberhausen – Konzertbericht

Bei Davy Knowles stand für mich schon lange fest, dass, sofern sich ein Konzertbesuch in unseren Sphären terminlich für mich realisieren lässt, dieser auch wahrgenommen wird.

Ich verfolge den von der Isle of Man stammenden Briten schon seit seiner Back Door Slam-Zeit und besitze auch etliche Alben von ihm. Besonders das in Zusammenarbeit mit Peter Frampton und Bob Clearmountain erstellte Werk „Coming Up For Air“ hatte es mir dabei besonders angetan. Aus diesem Longplayer wurde an diesem Abend „Riverbed“ performt.

Knowles war in Vorzeit bereits zweimal als Fronter der Bands Of Friends im Gdanska vorstellig geworden,  jetzt zum ersten Mal eigenständig zusammen mit Todd Bowers am Bass und Mike Hansen am Schlagzeug als Davy Knowles Band.

Um 20:15 Uhr bat Gitarissimo-Macher Jürgen Reinke das Trio auf die Bühne. Mit dem shuffligen Opener „Good To Know Ya“ ließ er direkt die Frühlingsgefühle des Southern Rock-Fans erwachen.

Davy hat ja sehr viel Zeit im Rahmen seiner Karriere in den Staaten verbracht. Diese ‚Amerikanisierung‘ merkte man auch in der Wahl seines Arbeitsgeräts. Hier hatte die stark beansprucht aussehende Telecaster auch den klaren Vorzug gegenüber einer kurzen Phase mit der Gibson SG und der Strat (nur bei „One & The Same“).

Die drei Musiker spielten in zwei Sets (mit einer kurzen Bierhol- und Pinkelpause dazwischen) und boten mit das Beste, was ich in den letzten Jahren in Sachen modernem Blues Rock vorgespielt bekommen habe. Was haben die teilweise für einen Drive entfacht! Allein der „Outside Woman Blues“ inklusive eines fulminanten Drum-Solos von Mike Hansen, war schon allein den Besuch des Gigs wert.

Aber dem nicht genug. Knowles & Co. setzten nach der Pause mit Tracks wie „Nadine“ (herrlicher R’n’R), „Catch The Moon“ (mit einem Hauch von Bakersfield-Flair), „Come Home“ (dezente ZZ Top-Note) und  dem sensationellen Slowblues „Gotta Leave“ (was für ein E-Gitarrenspektakel!) noch einen Oben drauf.

Am Ende besann sich der Protagonist dann doch noch auf seine britischen Wurzeln zurück. Eine traumhafte Version des Dire Straits-Klassikers „Sultans Of Swing“, wo Davy ein weiteres Mal seine außerordentliche Fingerfertigkeit in den ausgedehnten Soli bewies und das auch von Rory Gallagher damals gern gespielte „I Take What I Want“ als finale Zugabe, gossen Wasser auf die Mühlen der Fans aus der guten alten Rockmusik-Zeit.

Davy Knowles, Mike Hansen und Todd Bowers, alias Davy Knowles Band, ließen ein restlos begeistertes Gdanska-Publikum zurück und auch ich persönlich war heilfroh, dieses Mal endlich die Gelegenheit am Schopf gepackt zu haben. Am 20. März haben Blues Rock-Liebhaber in Dortmund nochmals die Gelegenheit, das tolle Trio zu besuchen. Vielen Dank an Jürgen Reinke für die herzliche Gastfreundschaft und die unkomplizierte Akkreditierung!

Line-up:
Davy Knowles – lead vocals, electric guitar
Todd Bowers – bass
Mike Hansen – drums

Text und Bilder: Daniel Daus

Davy Knowles
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Gdanska, Oberhausen

Muddy What? – Neon Soul – CD-Review

Schönes Wortspiel, dieser Bandname! Muddy What? ist zwar immer mal wieder vor meinen Augen aufgetaucht, aber irgendwie ist die Band des Geschwisterpaars Ina Spang und Fabian Spang bis dato an mir vorüber gegangen.

Dabei zählen die aus Süddeutschland stammenden Protagonisten zu den fleißigsten Live-Acts in diesem Lande und bringen jetzt mit „Neon Soul“ ihr bereits sechstes Album auf den Markt. Das soll sich aber nun mit dieser Besprechung ändern und entweder am 27. März werde ich im urigen Leverkusener topos oder sonntags darauf im Backyard Club in Recklinghausen bei ihren anstehenden Gigs vorstellig werden.

Fabian Spang ist mit seinem kauzigen englischen Lead-Gesang, der die deutsche Abstammung sehr gut verschleiert und an der Rhythmus-Gitarre präsent, während Schwester Ina die saitentechnischen Fäden (Mandoline, Gitarren) in der Hand hält. Unterstützt werden sie von Michi Lang am Bass und Manfred Mildenberger am Schlagzeug.

Sechs durchgängig hörenswerte Eigenkompositionen (besonders stark hier der swampig country-rockig stampfende Titeltrack „Neon Soul“, das mit einem Hauch von „Can’t You See“, gedrückte Atmosphäre verbreitende „Letters On A Line“ und der heimelige Schwofer „Tales Unveiled And Secrets Sealed“) werden durchzogen von drei Fremdadaptionen („The Lonesome Death of Hattie Carroll“ und „Blind Willie McTell, jeweils von Bob Dylan, und „Voodoo Chile“ von Jimi Hendrix).

Das funkig groovende „The Lonesome Death of Hattie Carroll “ ist mit seinen drei quirligen Mandolinenpassagen aus meiner Sicht das absolute Highlight des Werkes, auch die Version des Rassismus, Sklaverei und Leid anprangernden   „Blind Willie McTell „von Dylan wird hier musikalisch sensibel in Szene gesetzt.

Ob die hundertste Fassung von „Voodoo Chile“ sein muss, darüber kann man streiten. Fakt ist, dass Muddy What? auch Psychedelic Rock können. Da der Song auch in der notorisch alternden Blues Rock-Gemeinde immer noch hohes Ansehen besitzt, ist es sicherlich zumindest taktisch nicht unklug, ihn mit ins Portfolio aufzunehmen.

Am Ende lässt das Quartett mit dem Instrumentalstück „Ina’s Lullaby“  samt Akustk- und E-Gitarrenklängen einen insgesamt frisch und unverbraucht klingenden Silberling melancholisch ‚auspendeln‘.

Sehr gefallen hat mir hier auf „Neon Soul“, dass Muddy What? mit den vielen  integrierten Mandolinenpassagen ein nicht alltägliches Merkmal aufweisen kann, welches die Band in der Blues Rock-Szene zu etwas Besonderem macht. Man sieht sich Ende März!

Howlin‘ Who Records (2026)
Stil: Blues Rock

01. Neon Soul
02. The Lonesome Death of Hattie Carroll 
03. Letters On A Line
04. Tales Unveiled And Secrets Sealed
05. Lost Symphony
06. Uncontainable
07. Blind Willie McTell 
08. Voodoo Chile 
09. Ina’s Lullaby

Muddy What?
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Garret T. Willie – Bill’s Cafe – CD-Review

Ein international hochplatziertes und über den grünen Klee gelobtes Debütalbum, mehrere kanadische Musik-Award-Nominierungen, Support für klingende Namen wie Kenny Wayne Shepherd, Joe Bonamassa oder John Fogerty, dazu noch gesegnet mit viel Talent (Gitarrenspiel, Songwriting) und einer mörderisch guten Stimme.

Jetzt bei seinem zweiten Werk „Bill’s Cafe“ bekommt Garret T. Willie (alias Garret Cranmer) auf Mike Zitos Gulf Coast Records-Label auch noch Nashville Star Producer Tom Hambridge und ein Weltklasse-Ensemble an Musikern wie Audley Freed, Kenny Greenberg, Tom MacDonald, Kevin McKendree, Mike Rojas samt Hambridge himself an die Seite gestellt, ein Karriere-Start könnte wahrlich schlechter beginnen. 

Die Frage, die sich für mich persönlich stellt, ist daher die, warum er auf dem Coverbild, für meine Begriffe, angesichts dieser ganzen positiven Dinge und Entwicklungen, so brummig in die Kamera hineinblickt? Aber vielleicht täusche ich mich ja auch, und er ist einfach vor lauter Glücksgefühle nur nachdenklich in sich gekehrt. Ich hab halt nicht Psychologie studiert…

Der Titel bezieht sich auf das Pool Hall Cafe in Alert Bay, British Columbia,  seines Großvaters. Allein schon das energiegeladene E-Gitarrenintro zum Opener „Hypnotist“ wird jedem AC/DC-Fan zu Bon Scott-Zeiten Freudentränen in die Augen treiben, wenn dann noch Skynyrd-/Hatchet (zu Hochzeiten) und ZZ Top-Ingredienzien (im Bridge), dieser tolle wuchtige Gesang und noch ein furioses Gitarrenfinale hinzukommen, bleibt einem glatt die Spucke weg. Was mag da noch bei den restlichen Tracks kommen?

Um es vorweg zu nehmen. Der Rest des Longplayers hält durchweg das hohe Niveau! Hier wird in bester Southern-Manier ‚gebluesrockt‘, der Protagonist und die Nashville-Könner brennen hier ein wahres musikalisches Feuerwerk ab! „Devil Doll“ macht mit furiosem HT-Geklimper und zünftigem Rock weiter, „Going To Toronto“ vereint Stones-und Skynyrd-Einflüsse (herrlich das typische Skynyrd E-Gitarrenaufheulen beim Songabschluss – jeder wird es sofort erkennen).

Das launige „It Won’t Get Done“ empfiehlt die Sachen in die eigenen Hände zu nehmen. Auch in den folgenden Stücken wird dem Blues regelrecht der Marsch geblasen, lediglich beim, mit einer Akustikgitarre verzierten „Golden Highway“ wird es mit Allman Brothers-/Marshall Tucker-Flair etwas ruhiger, um dann ganz spät am Ende des Silberlings mit „I’m Late„, noch mal schroff zu rocken. Wahnsinn diese Scheibe. Ein klarer Kandidat für das Album des Jahres!

Ich hätte mir vielleicht noch ein Stück mehr gewünscht, wäre mit „Devil Doll“ in das Songkonvolut eingestiegen und hätte den überragenden Opener „Hypnotist“ auch wegen des Gitarrenfinishs, nach dem Motto, das Beste am Schluss, ans Ende platziert.

Das Album ist Pflicht für jeden Southern- und Blues Rock-Fan, man fühlt sich fast schon ‚genötigt‘ (in meine Fall zumindest), sich auch noch im Nachgang mit dem Debütwerk zu befassen. Klasse dieser  Garret T. Willie!

Gulf Coast Records (2026)
Stil: (Southern) Blues Rock

Tracks:
01. Hypnotist
02. Devil Doll
03. Going To Toronto
04. It Won’t Get Done
05. Small Town People
06. High Beam Blues
07. Young Country Boy
08. Golden Highway
09. I’m Late

Garret T. Willie
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Mike Zito – 25.02.2026, Harmonie, Bonn – Konzertbericht

Pünktlich um 20:00 Uhr verdunkelt sich das Licht in der Harmonie und wie Schatten betreten die Musiker die Bühne. Dann richtet sich ein Spot auf Mike Zito, der bestens gelaunt die Fans begrüßt und sagt, dass er erreichen will, dass diese mit einem besseren Gefühl nach Hause gehen- als sie gekommen sind. Genau dies gelingt Zito an diesem Abend mit seiner Band.

Das Trio zelebriert über zwei Stunden den Blues und sorgt für eine frenetische Stimmung. Zito begeistert mit seinem variablen Gitarrenspiel, seiner markanten Stimme und seinem authentischen Auftreten.

Matthew R. Johnson an den Drums und Terry Dry am Bass sind mehr als Begleitmusiker. Mehrfach zieht sich Zito in den Hintergrund zurück, lässt den beiden Freiräume und richtet zum Publikum die Worte „What A Band!“ und forciert damit den verdienten Szenenapplaus nach ihren Solo-Parts.

Mit „Outside Or The Eastside“, Kiss You All Over“, „Just Like I Treat You“ und Don´t Take Advance Of Me“ überrascht er die Fans mit vier Songs, die auf dem Album „Outside Or The Eastside“ sind, das offiziell erst Ende April erscheinen wird. Für die Fans hat er aber vorab schon Exemplare dabei. So kann man ein Album auch promoten.

Emotional ist der Slowblues „Forever My Love“, der seiner Frau gewidmet ist. Am Ende des über zwei Stunden gehenden Konzerts greift er dann auf etwas ältere Songs zurück. Das krachend-jammende „Judgment Day“, worin er „Kashmir“ und „Whole Lotta Love“ einfließen lässt, schließt die Show ab.

Als Zugabe zum Runterkommen legt er dann noch das ruhige „All Last Night“ nach, dem die Fans gebannt lauschen und in ruhigen Passagen, wo er die Gitarre vom Strom nimmt und ohne Mikro singt, zeigt das Publikum, wie bluesaffin es ist. Man konnte die sprichwörtliche Stecknadel fallen hören.

Line-up:
Mike Zito (lead vocals, electric guitar)
Matthew R. Johnson (drums, vocals)
Terry Dry (bass, vocals)

Text und Bilder: Gernot Mangold

Mike Zito
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Harmonie Bonn

Omar Coleman & Igor Prado – Old New Funky -And- Blue – CD-Review

Review: Stephan Skolarski

Für “Old, New, Funky And Blue“, den ersten gemeinsamen Longplayer, waren Omar Coleman und Igor Prado in Sao Paulo im Studio und haben ein klassisch-modernes Soul-Blues-Funk-Album eingespielt. Omar Coleman, Sänger und Harp-Spieler aus West Side Chicago gilt als eine der führenden neuen Stimmen im zeitgenössischen Soul-Blues der Metropole in Illinois. Seine erste Aufnahme machte er bereits 2005, damals jüngster Harp Artist, für die Compilation “Diamonds In The Rough” (Chicago Blues Harmonica Project) und war als Vertreter der dortigen Szene auch hierzulande schon unterwegs.

Igor Prado, brasilianischer Blues-Autodidakt, spielt als Linkshänder die rechtshändige Gitarre “upside down” und wurde 2015 für das Album “Way Down South” und “Bester Neuer Künstler” Award-nominiert. Die Tracks des Longplayers bringen neben eigenen Titeln eine Reihe älterer, weniger bekannter Songs auf die Setlist der Scheibe. Den Einstand macht „I’m Leaving My No Good Woman”, eine Kombination aus Memphis und Chicago-Soul Sound und versprüht seine Energie als eine Art “Wahrzeichen” der weiteren Titel.

Stilistisch “Stomping in” Soul-Blues Tracks, wie “I Only Have Love” und „Cut You Loose” hervorragender Arrangements bringen Stimme, Harp und Guitar Parts sowie die kräftige Horn-Section in die charakteristischen Gefüge der Aufnahmen. Beim rauen Blues Rock “Moving On To Better Days” wird dieser Wunsch auch musikalisch nachdrücklich robuster umgesetzt.

Ebenso spielen Einflüsse eine große Rolle, die Igor Prado z.B. von Albert King über Blind Willie Johnson bis Chuck Berry gerne benennt, während Omar Coleman Künstler der West Side Soul und Blues Szene, wie u.a. Tyron Davis und den inzwischen über 90-jährigen R&B Sänger Bobby Rush als Vorbilder in der “Nachbarschaft” hatte.

Kein Wunder also, dass zwei Titel von Bobby Rush (“I Wanna Do The Do” und “Night Fishin'“) funkige Boogie Versionen bieten. Ähnliche Energie verbreiten die beiden Syl Johnson (ebenso Chicago R&B Icone) Cover “I Let A Good Girl Go” und “Don’t Give It Away” – auch in souliger Balladen-Form – und sowieso als funkiger R&B Nummer. Die sozialkritische Eigenkomposition (u. a. “Brown Nosin‘ Man”) bildet eine wesentliche Substanz der Produktion. Wobei der Abschlusstrack “Blue Line Train In Chicago” mit akustischer Gitarre und Harp nochmal zusätzlich einen Song alter Prägung auf die “Schiene” bringt.

Insofern kann das Album “Old, New, Funky & Blue”, dem ersten gemeinsamen Longplayer von Omar Coleman und Igor Prado, durchaus auch als persönliche Aufarbeitung einer traditionsreichen Musikepoche verstanden werden. Moderne Interpretationen belassen den Covern ihre Ursprünglichkeit, entwickeln eine eigene Identität und die Erwartungshaltung, dass es nicht nur bei der Premiere bleibt.

Nola Blue Records (2026)
Stil: Soul, Funk, Blues Rock

Tracks:
01. I’m Leaving My No Good Woman
02. I Only Have Love
03. Cut You Loose
04. Moving On To Better Days
05. Answer Your Phone
06. I Let A Good Girl Go
07. Brown Nosin‘ Man
08. I Wanna Do The Do
09. Don’t Give It Away
10. Night Fishin
11. Blue Line Train In Chicago

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Joanne Shaw Taylor – 06.02.2026, Kantine, Köln – Konzertnachlese

Joanne Shaw Taylor setzt ihre im letzten Herbst begonnene Tour fort und macht auch Halt in der Kantine im Kölner Norden. Ungewohnt für die Location ist, dass der Saal bei freier Platzwahl bestuhlt ist. Hinter und neben den Sitzreihen ist zudem noch genügend Platz für die Fans, welche das Konzert im Stehen verfolgen wollen. Alle Sitzplätze sind belegt und auch an den Rändern ist der Saal bestens gefüllt.

Der Stimmung tat das Sitzplatzkonzert keinen Abbruch, neben dem so vollen Haus ohne Lücken im Publikum, können sich die Fans vermutlich auch besser auf die Musik konzentrieren. Es sei die Begrüßungszeile eines Jethro Tull-Livealbums zitiert, „Sit Down, Relax And Have A Nice Evening with…“ Joanne Shaw Taylor. Und genau so kommt es. Ein starkes Blues Rock-Konzert mit einer Joanne Shaw Taylor, die den Applaus nach den Songs regelrecht aufzusaugen scheint und wie entfesselt aufspielt.

Dabei wird sie von ihrer Begleitband, wie auch beim von uns besuchten Konzert in Arnheim, bestens unterstützt. Die Dramaturgie des Konzertes ist bis auf wenige Ausnahmen wie auch in Arnheim, ich habe aber das Gefühl, dass sich die Band  im Zusammenspiel noch weiterentwickelt hat.

Neben „Hell In A Good Time“, „Grayer Shade Of Blue“ und „Look What I´’ve Become“ vom aktuellen Album „Black & Gold“, umspannt die Set-List Songs von Ihrem 2009er Debütalbum „White Sugar“ bis zu „Heavy Soul“. Jeder Ton sitzt, alle Musiker haben ihren Anteil an der Show, und Joanne Shaw Taylor bindet sie auch aktiv mit ein, indem sie sich oft vom Zentrum der Bühne zu ihren Mitmusikern begibt, was den Bandcharakter verstärkt.

Ein besonderer Dank geht wieder an Jenny und Nina von 3Dog Entertainment für die Akkreditierung und nette Begleitung. Das Experiment, Joanne Shaw Taylor bestuhlt in der Kantine, kann als geglückt angesehen werden. Neben dem so gemütlichen Ambiente sind auch die angenehme Bühnenausleuchtung und der transparente Sound hervorzuheben, die für einen besonderen Konzertabend sorgten.

Line-up:
Joanne Shaw Taylor (lead vocals, electric guitar)
Shane Sanders (electric guitar, vocals)
Katelynn Corll (drums, vocals)
Christopher Alexander (bass, vocals)
Ty Baile (keys)

Text & Bilder: Gernot Mangold

Joanne Sah Taylor
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3dog entertainment
Kantine Köln

Danny Bryant & Bigband – 29.01.2026 – Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertnachlese

Danny Bryant spielt mit seiner Bigband im Dortmunder Musiktheater groß auf. Im Vergleich zum Konzert wenige Tage zuvor im Schwarzen Adler, hat er diesmal drei Bläser mit auf der Bühne, die den Songs einen Bigband-Charakter verleihen.

Mit seiner Vitalität und sichtbaren Lebensfreude nimmt er die Fans von Beginn an mit. Er nutzt abwechslungsreich die gesamte Bandbreite von Rock bis Blues und gibt seiner Band genug Möglichkeiten, sich in Soloparts in den Vordergrund zu spielen.

In einer Setlist ohne Lückenfüller ist „Enemy Inside“ vom Neuen Album, wo er in Sphären von Neil Youngs „Down By The River“ wandelt, eines der vielen Highlights des Abends.

Stark auch die erste Zugabe „Painkiller“, balladesk beginnend, Mark Rahner mit der akustischen Gitarre begleitend, bis Jamie Pipe ein gefühlvolles Keyboardsolo spielt, aus dem sich am Ende das rockige Outro entwickelt, in welchem Bryant ein mehrminütiges Gitarrensolo nahezu zelebriert, dem die drei Bläser zusätzlichen Druck verleihen.

Line-up:
Danny Bryant (vocals, guitar)
Marc Rahner (guitar)
Jamie Pipe (keyboards)
Ardjom Feldster (bass)
Alexander Hinz (drums)

Text & Bilder: Gernot Mangold

Danny Bryant
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Musiktheater Piano

Andreas Diehlmann Band – ADB Album Classics – CD-Review

Review: Hans-Joachim Kästle

Wir wollen uns ja nicht mit fremden Federn schmücken. Aber wenn etwas zutrifft, kann man gern wiederholen, was an anderer Stelle so ähnlich schon mal stand: Die Mannen der Andreas Diehlmann Band sind die besten Texas-Blues-Rocker, die nicht aus Texas kommen.

Nun hat Diehlmann die ersten drei Alben, die zwischen 2017 und 2019 erschienen sind, remastered, mit ausführlichem Booklet, fünf Bonustracks und einer Gesamtlaufzeit von 146 Minuten und 40 Sekunden neu aufgelegt. Natürlich kann man Vergleiche zu ZZ Top, Stevie Ray Vaughan oder Freddie King ziehen, aber eigentlich bedarf es keiner Vergleiche. Zu Diehlmanns Stärken gehört, dass er mit wenigen Ausnahmen nur Eigenkompositionen präsentiert.

„Way Down South“, der Eröffnungssong der ersten CD, beginnt mit einem Slide-Intro. Dann geht’s in die Sümpfe Louisianas, dort, wo der Swamp Rock zu Hause ist. Erinnerungen werden wach an Billy C. Farlow (falls den noch einer kennt), der als Mitglied von Commander Cody and his Lost Planet Airmen in den Siebzigern den Hit „Hot Rod Lincoln“ feiern konnte. Es folgt Peter Greens unverwüstliches „Oh Well“, bei dem die Band unterstreicht, dass in der Tat nicht mehr als drei Musiker für einen satten Sound nötig sind: Andreas Diehlmanns Gitarrenarbeit und sein markant-rauchiger Gesang, Volker Zellers brodelnder Bass und Tom Bonns treibendes Schlagzeug.

„Come On And Get It“ ist danach ein fulminanter Blues Rock. Mit „Hard Times“ schließt sich ein astreiner Blues an. Mit diesen vier Songs ist eigentlich schon alles über die musikalische Bandbreite der gesamten drei CDs gesagt: Kein Stück hört sich wie das andere an.

Zwei von insgesamt acht Fremdkompositionen gilt es noch zu nennen: Da ist zum einen Jimi Hendrix’ „Little Wing“ als Instrumentalstück und „Soulshine“, im Original von den Allman Brothers (der besten Band, die je aus den USA gekommen ist – so, das musste einfach mal gesagt werden).
Darauf einen Whiskey – oder auch zwei!

Mountain Meadow Studio (mms) (2026)
Stil: Blues Rock

CD 1 ADB
01. Way Down South
02. Oh Well
03. Come On And Get It
04. Hard Times
05. Opposites Attract
06. Rock Me Baby
07. Full Grown Man
08. Gonna Raise Hell
09. Gone
10. Rita
11. Hey Baby (Bonustrack)
12. Backdoor Santa (Bonustrack)

CD 2 Your Blues Ain’t Mine
01. Come On Into My Kitchen
02. Your Blues Ain’t Mine
03. I Don’t Wanna Lose You
04. I Don’t Know
05. Head Down Low
06. Little Wing
07. Going Home
08. Soulshine
09. Fucking Happy Blues
10. When I’m Gone (Bonustrack)

CD 3 Point Of No Return
01. You Are My Woman
02. Point Of No Return
03. Don’t Go
04. Long Forgotten Nightmare
05. Sweet Mama
06. Nothing But The Blues
07. King Bee
08. Deadman Walking
09. Here Comes The Rain
10. Nothing But The Blues (Bonustrack, Cigarbox Version 2025)

Andreas Diehlmann Band
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M2 Music

Blues Caravan – 25.01.2026, Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

Zum 20. Jubiläum schickt Thomas Ruf eine besondere Mischung von aufstrebenden Musikern seines Labels auf die Reise. Das Intro des Abends gestalten zunächst alle gemeinsam. Spannend ist, wie ELISE FRANK, MATTHEW CURRY und LAURA CHAVEZ ihre unterschiedlichen Stile miteinander verschmelzen lassen. Als Begleitband hat Thomas Ruf mit Denis Palatin an den Drums und Tom Germann am Bass zwei bekannte Gesichter und mit Lea Worms an den Keyboards ein neues Gesicht dabei. Am Rande sei erwähnt, dass diese Drei gemeinsam mit Sean Athens, der an dem Abend als Gast unter den Fans weilt, die Begleitband für Mitch Ryder bilden, der demnächst auch wieder auf Tour ist.

Danach kann die junge Französin ELISE FRANK in einem etwa 30-minütigen Set Werbung in eigener Sache zu machen. Unterstützt von Denis Palatin an den Drums, Bassist Tom Germann vergeht das Set wie im Flug. Abwechslungsreich streifen die Songs vom Blues ausgehend auch Folk und Country, insbesondere wenn sie zur akustischen Gitarre greift. Mit ihrem jugendlichen Charme und ihrer kräftigen Stimme nimmt sie von Beginn an die Fans mit. Bei einem Song kommt dann noch Laura Chavez hinzu, die neben Rhythmusarbeit noch ein knackiges Solo einfließen lässt.

Ohne Unterbrechung geht es dann weiter mit MATTHEW CURRY. Harte Gitarren Riffs, knackige Soli und seine hohe kräftige Stimme sorgen für Stimmung in der Bude. Er flechtet in den rockigen Blues nicht wenige Elemente von Americana und Southern Rock ein. Stark ist seine Interpretation von Lynyrd Skynyrds „Whiskey Rock-a-Roller“, wo auch Lea Worms am Piano, die nun auch wieder auf der Bühne steht, jedem Southern Fan das Herz aufgehen lässt. Auch hier sind die etwa 30 Minuten viel zu schnell um und man hätte wie schon bei Elise Frank gerne mehr gehört.

Nach einer kurzen Pause entert dann LAURA CHAVEZ die Bühne. Sie passt von daher in das Konzept, dass sie gerade ihr erstes eigenes Album veröffentlicht hat. Als Begleitmusikerin hat sie sich aber schon lange einen Namen gemacht. Sie zählt zu den besten Bluesgitarristinnen, und hat 2023 den Blues Music Award als beste Instrumentalistin-Guitar gewonnen. Im Gegensatz zu den beiden anderen ist ihr Set instrumental. Sie lässt ihre Gitarre sprechen und singen. Dabei entführt sie die Fans musikalisch vom Blues bis hin zu mexikanisch geprägten Rhythmen. Spannend ist, wie sie vom virtuosen ins rockige wechselt, dabei aber immer melodisch bleibt.

Gemeinsam beenden dann die Drei Musiker plus Begleitband den Abend und begeistern mit CCRs „Born On The Bayou“ mit Leadgesangs von Curry und „Under My Thumb“ gesungen von Frank die Fans. Knackige Soli von Chavez und Curry sorgen dabei für Szenenapplaus. Frenetische Zugabe Forderungen im gut gefüllten Musiktheater Piano sorgen dann noch einmal für weitere Zugaben. Mit einer fast mystischen Version von „Blue Jeans“ geht dann ein besonderer Abend zu Ende, an dem alle drei Musiker sich für weitere Konzerte empfohlen haben. Dass sie schon kurz nach dem Konzert am Merchstand standen und für Fotowünsche, Autogramme und Smalltalk zur Verfügung stehen rundet den harmonischen schönen Abend ab. Es mag das Gefühl des Moments gewesen sein, aber nicht wenige Besucher sind der Meinung, dass es einer der besten Blues Caravans gewesen ist.

Line-up:
Elise Frank (vocals, guitar)
Matthew Curry (vocals, guitar)
Laura Chavez (guitar)
Tom Germann (bass)
Denis Palatin (drums)
Lea Worms (keyboards)

Text und Bilder: Gernot Mangold

Matthew Curry
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Elise Frank
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Ruf Records
Musiktheater Piano
3Dog Entertainment

Teresa James & The Rhythm Tramps – Bad At Being Good – CD-Review

Etta James – ja kennt man, mir Blues-Flegel ist sie zumindest vom Namen her geläufig. Bei Teresa James muss ich allerdings bis dato passen. Dabei hat die gebürtige Texanerin bereits ein gutes Dutzend Alben hinter sich und stellt mit „Bad At Being Good“ in Zusammenarbeit mit ihrer Band The Rhythm Tramps ihren nunmehr 14. Longplayer vor.

Wie sooft in den Staaten ist ihr das musikalische Talent durch Vater und Großvater in die Wiege gelegt worden, bereits mit fünf Jahren wurde der Grundstein für ihr fundiertes Pianospiel gelegt.

Seit den 80ern, wo sie sich dann im Umkreis von Los Angeles bewegte, ist sie musikalisch tätig und hat seither mit klingenden Namen wie u. a, Walter Trout, Spencer Davis, Tommy Castro, Stephen Bruton, Randy Newman, LeeRoy Parnell, Neil Diamond, Marcia Ball, Levon Helm, Lloyd Jones, Delbert McClinton, and Eric Burdon & the Animals  im Studio oder live auf der Bühne zusammengearbeitet.

Auch die involvierten Musiker ihrer Rhythm Tramps (u- a.  Dean Parks, Kevin McKendree, Paulie Cerra, Jay Bellerose), können eine edle Liste in Sachen Kooperationen aufweisen:  Joe Bonamassa, Eric Burdon & the Animals, Bonnie Raitt, Delbert McClinton, Jimmy Reed, Lightin’ Hopkins, Jimmy Vaughan, Johnny Nash, Smokey Robinson, Tom Jones oder Tower Of Power, um nur einige zu nennen.

Heimlicher Macher neben der Protagonistin ist Lebenspartner Terry Wilson, der hier als Hauptsongwriter, Bassist, Gitarrist, Backgroundsänger und als Produzent mit zusammen mit John Porter (Buddy Guy, Taj Mahal, Keb‘ Mo‘) maßgeblich die Fäden zieht.

Das neue Werk erfindet die Welt der Bluesmusik nicht neu, kommt aber trotz der Verwurzelung in traditionellen Strukturen mit einer schönen Unbekümmertheit und Schwerelosigkeit herüber. Somit klingt hier nichts altbacken, sondern ganz im Gegenteil, James & Co. stehen für Abwechslungsreichtum und besonders für spürbare spielerische Frische. In Verbindung mit ihrer tollen Stimme sorgt dies für viel Kurzweiligkeit.

Als Keytracks auf einem durchgängig unterhaltsamen Werk ohne Füller habe ich die wunderbare Southern Soul-Ballade „Is Anything Alright“, das stoneske „All About The Benjamins“ (schöner Song über die Gier nach immer Mehr), das Southern Rock-trächtige „Angel On My Shoulder“ (hätte gut auf das damalige Debüt der Rossington Collins Band gepasst), der Titelsong, der von seiner Machart, wie eine Bewerbung für den nächsten James Band-Film daherkommt, und der fluffige abschließende, vom mehrfachen Grammy-Gewinner Gary Nicholson geschriebene Rhythm’n’Blues-Rausschmeißer mit dem passenden Titel „Close Down The Blues Bar“.

Am Ende bleibt nach dem Hören von „Bad At Being Good“ kein Zweifel: Teresa James und ihre Rhythm Tramps sind ‚Good in being good‘! Die CD hört man genau so gerne durch, wie man sich durch das ansprechend dekorierte Getränkesortiment auf dem schönen Coverbild trinken würde…

MoMojo Records (2026)
Stil: Blues, Blues Rock, Southern Soul

Tracks:
01. Love’s A Full Time Job
02. Is Anything Alright
03. I Got This Thing
04. All About The Benjamins
05. Trouble In Paradise
06. Angel On My Shoulder
07. Treat Her Like You Want Her To Tread You
08. Bad At Being Good
09. Say What You Will
10. We Came To Rock
11. Anytime Is Alright
12. Close Down The Blues Bar

Teresa James & The Rhythm Tramps
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