Danny Bryant – 23.01.2026, Schwarzer Adler, Rheinberg – Konzertbericht

Wenn Danny Bryant mit seiner Band dem Schwarzen Adler in Rheinberg einen Besuch abstattet, ist in der Regel ein volles Haus garantiert. Und so durfte sich Ernst Barten auch diesmal wieder über eine dementsprechende Kulisse erfreuen.

Der mittlerweile 45-jährige Brite hat bedingt durch gesundheitliche Probleme (u. a. Folgen einer Alkoholsucht), seine Lebensgewohnheiten drastisch geändert, besonders gut erkennbar durch den, zu seinem Vorteil statt gefundenen erheblichen Gewichtsverlust.

Diese Phase hat er mit seinem neuen hervorragenden Album „Nothing Left Behind“ aufgearbeitet und ab sofort gilt der Blick nur noch nach Vorne. Wie an diesem Abend überaus deutlich vernehmbar, wirkt er viel agiler und auch irgendwie gelöster und lockerer. „I’m tougher now“ singt er selbstbewusst im Opener des Albums, der dann auch gegen Ende des zweiten Sets, wie auch viele andere Stücke des Werkes, in der Setlist der gerade begonnenen Tour seine Berücksichtigung findet, was mir persönlich ungemein gut gefiel.

Dies positive Energie ist sicherlich auch ein Verdienst seiner ihn umgebenden Mitstreiter Marc Rahner, Jamie Pipe, Ardjom Feldster und ‚Strahlemann‘ Alexander Hinz, die ihm mit viel Spaß und musikalischer Klasse, auf der Bühne den Rücken stärkten.

Gespielt wurde, wie üblich im Adler, in zwei Hälften, wobei schon der erste Teil mit u. a,  dem satten „Swagger“ zum Auftakt, dem Aufheizer „Temperature Rising“, dem furiosen Southern Rock-Slowblues „Guntown“, „Lover Like You“, dem atmosphärisch proggigen „Enemy Inside“ und der Killerballade „Just For You“ (alle drei vom neuen Longplayer), ein extrem hohes Level geboten wurde.

Auch der Auftakt zu Teil 2 stand mit „Three Times As Hard“ und dem eingängigen „Missing You“ (Heartland-Note) sofort wieder im Zeichen des aktuellen Silberlings. Wie so oft, vergeht bei Bryant-Gigs die Zeit wie im Fluge.

Über „The Rage To Survive“, „Unchained“, wo sich alle einzelnen Beteiligten nacheinander mit anspruchsvollen Soli an ihren Instrumenten in den Fokus rückten, „Not Like The Others“, „Tougher Now“, „Redemption“ (alle drei wieder von „Nothing Left Behind“) und dem knackigen Instrumental „Looking Good“ war das Ende des offiziellen Hauptteils schon erreicht, der natürlich von den unzähligen, quirligen und glänzenden E-Gitarren-Soli des Protagonisten auf seiner gold-weißen Stratocaster maßgeblich geprägt wurde.

Das begeisterte Adlerpublikum ‚kitzelte‘ den Quintett noch satte drei Zugaben heraus  (u. a. das Endorphine freisetzende „Painkiller“ und der satte Stampfer „Rise“), sodass am Ende ausnahmslos strahlende Gesichter zu vernehmen waren. Nur wenige Minuten später standen die Musiker schon wieder für die üblichen Merchandising-Aktivitäten (Signieren, Smalltalk, etc.) zur Verfügung.

Wer den ’neuen‘ toughen Danny Bryant mit seinen Jungs noch öfter erleben möchte, kann dies in naher Zukunft bei diesen Terminen in die Tat umsetzen:

25.01.26           Berlin, Frannz Club
27.01.26            Hamburg, Nica Jazz Club (Bigband Show)
28.01.26            Bonn, Harmonie (Bigband Show)
29.01.26            Dortmund, Musiktheater Piano (Bigband Show)
30.01.26            Freudenburg, Ducsaal
31.01.26            AT – Rankweil, Altes Kino
01.02.26            München, Backstage
03.02.26            CH – Lyss, Kufa (Bigband Show)
05.02.26            CH – Aarburg, Musigburg
06.02.26            Burglengenfeld, VAZ
07.02.26            Freiburg, Jazzhaus (Bigband Show)
20.03.26            Siegen, Vortex Surfer Musikclub
21.03.26            Seelow, 13. Bluesrock Fest (Bigband Show)
26.03.26            CH – Rorschach, Industrie 36 (Bigband Show)
27.03.26            Bad Reichenhall, Magazin 3
28.03.26            Neustadt/Orla, Wotufa-Saal (Bigband Show)

Line-up:
Danny Bryant (lead vocals, electric guitar)
Marc Rahner (electric & acoustic guitar)
Ardjom Feldster (bass, bgv)
Alexander Hinz (drums)
Jamie Pipe (keys)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

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Schwarzer Adler

Danny Bryant – Nothing Left Behind – CD-Review

Das erste CD-Review des neuen Jahres kommt bei mir, obwohl ich eigentlich normaler Weise nicht abergläubisch bin, immer einem Omen für den weiteren Verlauf der nächsten zwölf Monate gleich. Glücklicherweise begann eigentlich jedes der nunmehr zehn Jahre Sounds Of South mit einem starken Werk und es hagelte ganz viel gute Musik hinterher.

Auch diesmal brauche ich mir wohl keine Sorgen zu machen, denn mit Danny Bryant, bestreitet ein bewährter Qualitätsgarant den Auftakt in 2026. Erstaunt muss ich zunächst feststellen, dass ich, review-technisch gesehen, bis dato nur bei Konzerten mit ihm in Berührung gekommen bin. Ich habe in meiner langen ‚Karriere‘ tatsächlich noch nie ein Album von ihm unter die Lupe genommen.

Das ändert sich jetzt jedoch, sein neues Werk „Nothing Left Behind“, das am 23.01.2026 veröffentlicht wird, steht zur Besprechung an. 

„Das Album handelt von meiner Rehabilitation und davon, wie ich mein Leben in positiver Weise verändert habe“, so Bryant, äußerlich allein schon seit geraumer Zeit auch durch seinen erheblichen Gewichtsverlust erkennbar.

Rein Stimmlich, spielerisch und kreativ, sind keine Einbußen zu vermerken, ganz im Gegenteil, das Album strotzt nur so vor Vitalität und auch neuer Ideen. „Tougher Now“ ist nicht nur eine schlagkräftige Zustandsbeschreibung, der shufflige kräftige Opener des neuen Albums (mit herrlich wummernder Orgel) ist aus meiner Sicht auch ein idealer Beginn bei seinen anstehenden Gigs der aktuellen Tour. 

Ähnliches gilt für das treibende, stadiontaugliche „Not Like The Others„, das einen fast in die 90er Jahre der Rockmusik zurückbeamt. Nach soviel Energie und Dynamik zu Beginn ist es folgerichtig, dass Bryant mit der progressiv angehauchten, pianogetränkten Ballade „The Enemy Inside“ (es schimmert sogar ein wenig Genesis-Ambiente durch) erstmal auf das Bremspedal tritt. Herrlich das integrierte hymnische E-Gitarrensolo. Ein Highlight der CD!

Das polternde, texas-blues-rockige „Swagger“ (mit Kuhglockendrums und „Smoke On The Water-verdächtiger Rhythmusgitarre) lässt dann die Southern Rock-Vorliebe des Protagonisten aufblitzen. Atmosphärisch und ruhiger wird es wieder bei „Redemption“, klassischer Stampf-Blues Rock kennzeichnet „Three Times As Hard“.

Dass Danny durchaus auch ‚radiotauglich‘ kann, beweisen die eingängigen und melodischen Songs wie „Nothing Man“ (mit Akustikgitarre und Harmoniegesängen) und „Missing You“ (Bob Seger-Flair).

Stevie Ray Vaughan-Fans werden sich am E-gitarren-lastigen „Lover Like You“ (mit gurgelndem Orgel-Solo) laben. Die Schlussphase des Longplayers wird mit der wunderbaren Killer-Ballade „Just For You“ eingeläutet, Gänsehautmomente garantiert.

Das endgültige Finale wird dann nochmals in progressiver Manier zelebriert. „Heatwave Heartbreak“ ist ein Instrumentalstück irgendwo zwischen Pink Floyd, Santana, Peter Green & Co., bei dem Bryants brillantes E-Gitarrenspiel im Mittelpunkt steht.

„Wir wollten ein Album machen, das wir live spielen können. Mit fünf Leuten auf der Bühne können wir die ganze Klangwelt, die wir im Studio geschaffen haben, tatsächlich reproduzieren und ohne Einbußen live präsentieren.

Ich hoffe, dass das Album neue Hörerinnen und Hörer erreicht und gleichzeitig diejenigen anspricht, die mich schon lange begleiten, wir haben unser Herz hineingelegt – und ich hoffe, man hört das.“

Diesem Statement kann ich am Ende nur voll und ganz zustimmen. Ein tolles, abwechslungsreiches und kurzweiliges Werk, das Danny Bryants internationales Renommee im Blues Rock weiter festigen wird.

Möge „Nothing Left Behind“ sowas wie eine Zäsur, mit reinem Blick auf die Zukunft symbolisieren, meine ich, dass Bryant, trotz aller früherer Umstände, auch stolz auf das bis dato Geleistete zurückblicken kann.

Wir hoffen, dass der Brite, wie oben angedeutet, viele der neuen Tracks live in ‚tougher‘ Manier präsentieren wird. Gelegenheit dies zu überprüfen erhalten wir schon am 23.01.2026, dem Veröffentlichungstag, wenn wir seinen Gig im Schwarzen Adler in Rheinberg besuchen und darüber natürlich berichten werden.

Jazzhaus Records (2026)
Stil: Blues Rock

01. Tougher Now
02. Not Like The Others
03. Enemy Inside
04. Swagger
05. Redemption
06. Three Times As Hard
07. Nothing Man
08. Missing You
09. Lover Like You
10. Just For You
11. Heatwave Heartbreak

Danny Bryant
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Another Dimension

Dudley Taft – 21.11.2025, to hoop, Rheinberg – Konzertnachlese

Prominenter Besuch im To Hoop. Mit Dudley Taft ist ein Urahn eines amerikanischen Präsidenten zu Gast. Wer bei soviel Prominenz einen vollen Laden erwartet hat, wird leider enttäuscht. Trotz der geringen Resonanz war eine Absage des Konzertes keine Alternative und das Trio rockt ab, als wenn es vor einer vollen Hütte spielen würde.

Knackiger Hard Rock mit einer Prise Blues, Southern Rock und Boogie bringen eine Stimmung in die Bude, die den Musikern und Betreiber des to hoop Sami Durak Recht gibt, das Konzert durchzuziehen. Von Beginn an legt der Amerikaner los wie die Feuerwehr und reißt mit seiner Spielfreude alle Anwesenden mit.

Harte Riffs wechseln mit starken auf den Punkt gespielten Soli. Dank seiner starken voluminösen Stimme hat er auch keine Probleme gegen den druckvollen Sound anzusingen. Neben humorvollen Ansagen zwischen den Songs nimmt er auch kein Blatt vor den Mund, um Stellung zur politischen Situation in Amerika und der dortigen „Pressefreiheit“ zu beziehen. Etwa 120 Minuten Musik vergehen so wie im Fluge und mit einer knüppelharten Version von „Going Down“ geht ein Konzert zu Ende, das ein volles Haus verdient gehabt hätte.

Jedem, der auf harten Blues Rock steht kann nur empfohlen werden, Dudley Taft und seine Band zu besuchen, wenn sie in der Nähe ihre Visitenkarte abgibt. Das gilt aber ebenso für andere Bands, die mit handgemachter Musik in Clubs oder kleineren Locations auftreten, da diesen sonst die finanzielle Grundlage genommen wird, Musiker hautnah zu präsentieren.

Line-up:
Dudley Taft (vocals, guitar)
Alvaro Canon (bass)
Nick Owsianka (drums)

Text & Bilder: Gernot Mangold

Dudley Taft
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To Hoop

Walter Trout – 26.11.2025, Kantine, Köln – Konzertbericht

Walter Trout zeigt in der anständig gefüllten Kantine einmal mehr, dass er zu den Top-Gitarristen im Genre Blues gehört. Zusammen mit seiner Band präsentiert er auch einige Songs des kürzlich erschienenen Albums „Sign Of The Times“, bei denen auch seine Qualität im Songwriting deutlich wird. Dabei lässt er seinen Mitmusikern insbesondere in jammenden Passagen genügend Spielraum zu zeigen, was in ihnen steckt.

Roland Bakker untermalt an der Hammond nicht nur die Songs, sondern glänzt auch in mehreren längeren Soli. Jon Avila offeriert neben einer starken Rhythmus-Arbeit in einem mehrminütigen Solo, was aus einem Bass alles rauszuholen ist. Der oft stoisch die Drums bearbeitende Michael Leisure wirbelt dann in seinem Solopart über die Drums, dass man den Sticks zuweilen kaum folgen kann.

Ergänzt wird die Band von Walters Sohn Jon, der bei einigen Gitarrensoli in die Fußstapfen seines Vaters tritt. Dabei ist Walter anzusehen, mit welcher Freude er das Spielen seines Sprösslings verfolgt.

Nach knapp 100 Minuten wird nach frenetischen Zugabe-Forderungen mit „Going Down“ noch ein Klassiker nachgelegt, in dem die Band die Kantine zum Beben bringt. Dabei beginnt zunächst John Avila mit den Vocals, dem Jon Trout folgt, um an seinen Vater zu übergeben.

Die beiden Trouts legen in einem langen jammenden Part furiose Soli hin, die vom krachenden Rhythmus von Avila und Leisure hinterlegt werden. Das Ganze gewürzt von Bakkers Hammond, beendet einen eindrucksvollen Konzertabend, an dem Walter Trout den Bluesfans eventuell die Zukunft in Form seines Sohns Jon präsentiert hat.

Line-up:
Walter Trout (lead vocals, guitar)
Roland Bakker (keyboards)
John Avila (bass, vocals)
Michael Leisure (drums)
Jon Trout (guitar, vocals)

Text & Bilder: Gernot Mangold

Walter Trout
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3dog entertainment
Kantine Köln

LUKE – The Truth Remains The Same – CD-Review

Nachdem ich mich schon vor geraumer Zeit über die deutsche Blues Rock-Formation aus dem Süd-Schwarzwald Blue Deal, bereits überaus positiv geäußert hatte, zieht jetzt mit LUKE eine Formation aus dem Saarland im gleichen Genre nach.

Hinter LUKE steht ein Quartett, angeführt von Lukas Schüßler (lead vocals, guitars, songwriting), samt seiner Mitstreiter Martin Preiser (hammond organ, rhodes, piano), Sebastian Sommer (bass) und Bernd Wegener (drums, percussion), das mit seinem zweiten Album „The Truth Remains The Same“, produziert, gemischt und gemastert vom allseits bekannten Martin Meinschäfer (Henrik Freischlader), ebenfalls Qualitätsware auf internationalem Niveau abliefert.

Auch hier muss ich dem Fronter wieder eine sehr schön britisch-amerikanisch und angenehm klingende Stimme attestieren. Die Band bietet insgesamt eine schöne smooth und relaxt klingende Mischung aus Blues-, Soul-, Rock- und (Indie-) Pop- Anleihen, basierend auf einem typischen Stratocaster-Sound, grob zusammengefasst in der Art, wie John Mayer seine Musik zwischen Alt und Modern zelebriert.

Da schimmern viele Acts wie u. a. Chicago, Eric Carmen, Dire Straits, Foreigner, oder Bruce Hornsby hervor, die man Mitte der Achtziger, Anfang der Neunziger Jahre gerne gehört hatte, als auch natürlich Eric Clapton  in der Phase, wo er in etwas mainstreamigere Gefilde abdriftete (von „Another Ticket“ bis „Journeyman“).

Exemplarisch beschreibe ich hier in einem durchgehend hörenswerten Gesamtwerk den Titeltrack „The Truth Remains The Same„, der diesen Namen auch zurecht verdient. Und da sind wir schon wieder bei besagtem John Mayer, der immer ein ähnliches Esprit verströmt.

In diesem Lied offeriert Schüßler seine ganze stimmliche Varianz, ein tolles E-Gitarrenspiel, kombiniert mit Stimmungs-, Atmoshären und Tempowechseln, wobei ein gewisser Ohrwurm-Charakter immer gewährt bleibt. Besser kann man einen singletauglichen Song mit Niveau kaum schreiben.

Am Ende wundert man sich nicht, warum bekannte Musiker wie Patti Smith, Keb’ Mo’ und Taj Mahal die Jungs als Support haben walten lassen, als auch über die Preise (Saarbrücker Kulturpreis für Musik 2023) und Nominierungen (German Blues Challange), die man bereits auf der noch jungen Vita stehen hat. Zurücklehnen und entspannt genießen heißt es bei „The Truth Remains The Same“ von LUKE. Ein wahrlich gutes und empfehlenswertes Album!

Label: Records/ Believe (2025)
Stil: Blues Rock

Tracks:
01. Intro
02. Love Peace & War
03. I Don’t Really Know What Love Is
04. The Truth Remains The Same
05. Love Battery
06. Eye Bags Don’t Lie
07. Come Running To Me
08. No More Tomorrow
09. Who Will Be There
10. Something’s Calling
11. Riding After Midnight

LUKE
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Another Dimension

Dion – The Rock ’N’ Roll Philosopher – CD-Review

Der aus der Bronx in New York stammende, mittlerweile 87-jährige Dion, mit bürgerlichem Namen Dion Francis DiMucci, ist in der Pop- und Rockmusik ein großer Name, auch wenn sich seine Bekanntheit in unserem Lande in hiesigen Zeiten, vermutlich in eher in überschaubaren Grenzen befindet.

Er hatte seine größten Erfolge in den Sechzigern, wobei der Rolling Stone ihn in seinen Listen auf Platz 63 der besten Sänger  und seinen Schunkler „The Wanderer“ auf Platz 243 der besten Songs aller Zeiten führt.

In dieser langen Zeit ist es natürlich klar, dass man viele musikalische, beziehungsweise berufliche als auch private Bekanntschaften aufbaut und pflegt. Soziale Netzwerke, wie man es heute zu sagen pflegt. Deren Bedeutung, besonders in unserem digitalen Zeitalter, braucht es keiner weiteren Beschreibung.

Der Protagonist ist hier bestens aufgestellt, anders ist es wohl nicht zu erklären, dass auch noch heute prominente Gäste, wie zuletzt auf „Girl Friends“ (da war es das Who-Is Who der zeitgenössischen weiblichen Musikerriege) Schlange stehen, wenn er ein neues Album ins Leben ruft.

Bei seinem neuen Werk „The Rock ’N’ Roll Philosopher“, das sich als musikalisches Gegenstück zu seinem gleichnamigen Buch („weitläufige Memoiren, in denen es um Musik, Sucht, Genesung, Freundschaften, Gott, Kreativität, Beziehungen und all die Dinge geht, aus denen ich wichtige Lektionen gelernt habe“), das er gemeinsam mit Adam Jablin verfasst hat, versteht, und sowohl neue, als auch Überarbeitungen seiner Uralthits beinhaltet, ist die Gästeliste auf den 16 Tracks nicht besonders lang, dafür mit  Sonny Landreth, Joe Bonamassa, Mark Knopfler und Eric Clapton aber umso exquisiter.

Dass Dion auch im hohen Alter noch zünftig zu rocken vermag, beweist der Opener und zugleich erste Single „I’m Your Gangster Of Love“ (famose E-Gitarreneinlagen von Wayne Hood), sicherlich auch ein großer Höhepunkt des Gesamtwerks.

„Take It Back“, wo Joe Bonamassa mitmischt, auf dessen Label die Scheibe wieder erscheint, ein flotter Blues Rock-Schunkler, geht in eine ähnliche Richtung. „Cryin‘ Shame“ mit typischer Landreth-Slide-Begleitung erinnert an J.J. Cale-Sachen, sticht ebenfalls als einer der Center-Stücke heraus.

Das von Mark Knopflers ’singender‘ und wohl klirrender Stratocaster umgarnte „Dancing Girl“ entpuppt sich als der Ohrwurm der CD. Liebhaber klassischer Blues- Stampfer der etwas vergangenen Zeit, dürfen sich auf „If You Wanna Rock ’n‘ Roll “ über die Veredlung des ‚God Of The Blues‘, Eric Clapton (ein großer Bewunderer Dions), freuen, der hier aufzeigt, dass er E-Gitarren-technisch immer noch ordentlich ‚ablassen‘ kann.

Und wenn Dion mit „Ride With You“ dann noch einen lupenreinen Southern Rocker aus dem Ärmel schüttelt,  fragt man sich glatt, ob er sich nicht demnächst mal an diesem Genre versuchen sollte. Da müsste er sich jedoch sputen, die potentielle Liste prominenter Gäste ist da leider nicht mehr allzu lang…

Label: KTBA Records (2025)
Stil: Blues (Rock)

Tracks:
01. I’m Your Gangster Of Love
02. New York Minute
03. Ruby Baby
04. Take It Back with Joe Bonamassa
05. New York Is My Homer
06. Cryin‘ Shame with Sonny Landreth
07. Dancing Girl with Mark Knopfler
08. In A Heartbeat Of Time
09. Serenade / Come To The Cross
10. If You Wanna Rock ’n‘ Roll with Eric Clapton
11. Ride With You
12. Abraham, Martin And John
13. King Of The New York Streets
14. Runaround Sue
15. The Wanderer
16. Mother And Son

Dion
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Another Dimension

Atua Blues – Two Roots – CD-Review

Review: Hans-Joachim Kästle

Manchmal flattern CDs ins Haus, da kann man sich schon mal fragen: Wer ist das? Schlimmer allerdings wäre es, wenn dann auch noch die Frage aufkäme: Was bitteschön ist das? Um es vorwegzunehmen: Diese hat sich nicht gestellt, wobei wir gleich mal beim Prädikat „Durchaus hörenswert“ sind.

Kommen wir zum Anfang zurück: Atua Blues besteht aus Grant Haua, einem Maori-Bluesgitarristen und Sänger aus Neuseeland, und David Noel, dem als Feelgood Dave bekannten Leadsänger der in Frankreich beheimateten SuperSoul Brothers.

Apropos Neuseeland: Hatten wir nicht erst neulich etwas aus diesem Pazifikstaat? Klar: BB & The Bullets, deren Debüt-CD „High Tide“ es beim amerikanischen Roots Music Report – der aus Radio-Airplay-Daten zusammengestellt wird – sowohl in der Sparte Blues als auch Blues Rock auf Platz eins geschafft hat. Wenn das mal kein gutes Omen für das Erstlingswerk von Atua Blues ist…

Haua, Noel und ihre Begleitmusiker beginnen die CD mit „Amazing Grace“, einem über 250 Jahre alt Gospelsong, der schon unzählige Male gecovert worden ist. David Noel erklärt die Beweggründe: „Die Wahl dieses Titels kam in unseren Gesprächen sofort zur Sprache, da Gospelmusik unserem Leben Rhythmus verleiht.“

Mit ihrer entspannt-rhythmischen Interpretation schafft es die neuseeländisch-französische Kombination aber, dass der Uraltsong in einem luftigen Gewand daherkommt, was auch für den Nummer-eins-Hit von George Harrison, „My Sweet Lord“, gilt. Hier gibt es Textpassagen aus Maori und Okzitanisch. „River Blues“ ist leicht Country-angehaucht, „I Get The Blues“ ein Slow Blues, „Hard Lovin‘ Woman“ geht Richtung klassischer Blues Rock – stilistische Vielfalt ist somit auch gewährleistet.

Dixiefrog Records (2025)
Stil: Blues, Soul, Gospel

Tracks:
01. Amazing Grace
02. Fisherman
03. Hard Lovin‘ Woman
04. I Get The Blues
05. My Sweet Lord
06. No Competition
07. River Blues
08. Rose
09. Suck It Up
10. What Have We Done
11. Who’s Gonna Save My Soul

V2 Records Promotion GSA

Scott Weis Band – XX – CD-Review

Eigentlich habe ich es auf Studioalben immer gerne etwas ausgefeilter und glattpolierter. Wenn man in seinem Leben schon so viele Scheiben aus Nashville reviewt hat, kommt man schon fast nicht mehr darum herum, auf gewisse dort gesetzte Standards zu achten, was die akribische Einspielung, die Abmischung und den transparenten Sound angeht.

Wer die Scott Weis Band kennt, weiß schon vorher, dass er das genau nicht bekommen wird, sondern auch hier raue, ‚ungeschminkte Wahrheit‘ mittels authentischer Musik serviert bekommt, die meistens fast schon Live-Charakter besitzt und wo nicht so genau drauf geschaut wird, dass alles bis zum Kleinsten sitzt. Und so ist es natürlich auch bei „XX“, dem neuen Werk zum 20-jährigen Band-Jubiläum.

 „My My Love“ ist direkt schon eine Art Mischung aus „Satisfaction“ der Stones und „Gimme Three Steps“ von Skynyrd, somit ein ideal gewählter launiger Einstieg, wie auch beim Konzert vor einigen Tagen.

„Looking For The Preacher“ (schön swampig mit Harp) und das Molly Hatchet-infizierte „Gimme Gimme“ sind weiteres Quellwasser auf die Mühlen der Southern-Gilde. Kommen wir hier zu den Tracks, die nicht auf dem Gig gespielt worden sind:

Da wäre der schöne klassische Slow Blues „Coming In“, allerdings mit jam-artigem Finale, „You Got The Power“ ein kraftvoller Siebziger-Rocksong mit dezent psychedelischer Note, sowie das flockige „I Try“ ein wenig soulig angehaucht, ebenfalls wie das eingängige “ Wheels Are Turning“ ein wenig zuvor.

Die Coverversion von „Tennessee Whiskey“ als Finale ist in der eigenwilligen Scott Weis Band-Variante absolut klasse (deutlich E-Gitarren-orientierter), kann in Sachen Studiosong dem Original von Chris Stapleton nicht ganz das Wasser reichen (siehe meine Anmerkung oben), da erzeugt die countryeskere Geschichte einfach diese unweigerliche Gänsehaut.

Am Ende erhält man mit „XX“  eine raue, ehrliche Scheibe auf hohem Niveau, die von der Machart her an die guten Analog-Zeiten der Siebziger Jahre erinnert und einmal mehr die herausragende Spielfreude der Scott Weis Band untermauert. Und wer es dann noch eine Stufe wilder haben möchte, muss dann einfach die hier noch ausstehenden Konzerte besuchen!

Eigenproduktion (2025)
Stil: Blues Rock

Tracks:
01. My My Love
02. Looking For The Preacher
03. Stand
04. Coming In
05. Gimme Gimme
06. White Crow
07. Wheels Are Turning
08. Promise Land
09. You Got The Power
10. I Try
11. Tennessee Whiskey

Scott Weis Band
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Scott Weis Band – 10.10.2025, Blue Notez Club, Dortmund – Konzertbericht

Schade, schade. Es scheint sich immer noch nicht genug herumgesprochen zu haben, dass es abseits der inflationär auftretenden, üblichen Verdächtigen, auch noch jede Menge anderer Musik im Blues Rock-Genre gibt, die man mal live erlebt haben sollte.

So fanden sich auch diesmal wieder nur gut 40 Leute im Dortmunder Blue Notez Club zur Scott Weis Band ein, obwohl das Trio bereits zwei Jahre zuvor einen grandiosen Gig an gleicher Stelle und demnach eine exzellente Visitenkarte abgeliefert hatte.

Das Schöne an der Band aus Pennsylvania ist, dass sie neben ihres sympathischen Erscheinungsbildes auch mit absoluten Könnern durchsetzt ist und zudem jede Menge Southern Rock (und mehr) im Blut zu haben scheint.

Anlässlich ihres 20-jährigen Bestehens hatten Scott & Co. ihre neue Studio CD „XX“ mit im Gepäck, die auch fast durchgängig im Konzert vorgestellt wurde (Besprechung demnächst ebenfalls im SoS). Es wurde wieder in zwei Sets performt.

Die erste Hälfte stand ganz klar im Zeichen von „XX“. Mit „My My Love“, „Looking For The Preacher“, „Stand“, „White Crow“ und „Gimme Gimme“ gab es sofort ein Fünfer-Pack vom neuen Album, mit der nachfolgenden Killerversion von „Have You Ever Loved A Woman“ (Scott mit Harp- und E-Gitarren-Parallelspiel) wurde dann eine Coverphase mit Tracks wie Chris Stapletons „Tennessee Whiskey“ (auch auf XX als Studioversion), „Just Got Paid“/“Jesus Left Chicago“ und „With A Little Help From My Friends“, jeweils mit eigenem SWB-Stempel, eingeläutet.

Zwischendurch wurden noch „Helpless“ und das flockige „Wheels Are Turning“ (auch von „XX“) eingeschoben.

Der zweite Durchgang begann mit einem Akustik-Set, bei dem Robert Kopec vom E-Bass-Sechssaiter zum imposanten Contrabass wechselte. Als Einstieg gab es erstmal mit „Born Again“ einen herrlichen Ohrwurm. „Simmer Me Down“ mit dezentem JJ_Cale-Flair (inklusiv Harp-Solo) zündete auch in der zurückgenommenen Variante.

Dann folgte der große Solo-Auftritt von Robert Kopec. Nach einem psychedelischen Intro folgte eine Lehrstunde an klassischer Streichermusik, hier am Contrabass. Keine Ahnung wie man das benennt, was folgte, ich bin als typischer und bekennender Kulturbanause die falsche Person.

Sonate, Arie, Requiem, absolut keine Ahnung, wie da der Fachbegriff aussieht. Mein früherer Nachbar, ein ehemaliger Rechtsanwalt, seit ungefähr fünf Jahren verstorben (Gott hab ihn selig), der regelmäßig unser Haus mit dieser Musik lautstark nachts um halb Zwei zu beglücken gedachte, wenn er sturztrunken nach Hause getorkelt kam, hätte da sicherlich kompetent Auskunft geben können, aber am Ende waren Stress, Alimente sowie exzessiver Alkohol-. und Zigaretten-Konsum irgendwann zu viel des Guten… An diesem Abend eine gelungene kurzweilige und extravagante Showeinlage im E-Gitarrenlastigen Blues Rock-Ambiente.

Klasse fand ich die gelungene Balance zwischen ruhigeren Stücken und dann wieder straight rockenden und groovenden Tracks, bei denen sich der Leader mit seiner tollen anpassungsfähigen Stimme und zum Teil Schwindel erregenden Soli auszeichnete.

Mit Stücken wie u. a. „Pride And Soul“, „All Over Again“, meinem Lieblingsstück des Abends, „When Something Is Wrong With My Baby“ (herrliche Ballade mit grandiosen E-Soli), „Raise Your Hands“ (Southern Rock pur), „Right Where It Belongs“, „Promise Land“ (wieder von „XX“) und „Little Child“ (inklusiv Drum-Solo von Roger Voss und spacigem E-Bass-Solo von Kopec), war auch die zweite Hälfte ein absoluter Kracher.

Die eigeforderte Zugabe wurde wieder, wie vor zwei Jahren, mit dem launigen „Angelina“ erfüllt, der Unterschied war diesmal die ausschließlich männliche Präsenz auf der Bühne bei der Harmoniegesangsinteraktion. Am Ende gab es noch das obligatorische Bild mit unserem SoS-Schild, netten Smalltalk und das Zeichnen der neuen CD.

Ein Zuschauer (alles andere als gottesfürchtig aussehend) neben mir sagte, dass er sich innerlich beim lieben Gott bedankte, dass er ihn zu diesem Konzertabend bewogen hatte. Ich denke, damit pst alles zum furiosen Auftreten der Scott Weis Band gesagt.

Line-up:
Scott Weis (lead vocals, electric guitar, harp)
Robert Kopec (E-bass, contra bass, bgv)
Roger Voss (drums, bgv)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

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Blue Notez Club Dortmund

Blue Deal – Make A Change – CD-Review

Hatte ich die süddeutsche Blues Rock-Formation bereits im Vorjahr angesichts ihres Albums „Can’t Kill Me Twice“ bereits zurecht über den ‚grünen Klee‘ gelobt, steht die Tage mit „Make A Change“ direkt schon der dritte Silberling in den Startlöchern.

Und, um es vorweg zu nehmen, wieder begeistert das Quartett, bestehend aus Joe Fischer (lead vocals, keys, cigar box guitar, bluesharp), Tom Vela (guitars, vocals), Jürgen Schneckenburger (drums & percussion) und Willi Macht (bass, voc) mit einem Longplayer, der keinen Vergleich auf höchster internationaler Ebene zu scheuen braucht.

Der Title Track „Make A Change“, demnach als Centersong genau in der Mitte des Werkes platziert, ein toller atmosphärischer (Southern) Blues Rock-Song mit leicht allmanesken Zügen (typische Gregg-Hammond), suggeriert vielleicht rein namentlich eine komplette Richtungsänderung. Die bietet die neue Scheibe – warum auch – aus meiner Sicht eher nicht, hier gilt für meine Begriffe eher ‚Never change a winning team‘.

Denn die Mixtur aus Blues- und Southern Rock, etwas klassischem Rock, samt einiger Stücke mit Ohrwurm-Charakter (die wunderbare Single „Easy To Hurt“ und das ein wenig an Robert Crays „Strong Persuader“ erinnernde „Rent A Heart“), folgt in der Grundstruktur dem tollen Vorgänger, wirkt sogar noch ausgereifter.

Allein der Doppelpack mit den launigen „Another Reason“ würde mit den klimprigen HT-Keys auf jedes Lynyrd Skynyrd-Album aus der Johnny Van Zant-Ära passen) und „Bad Boogie Woman“ (mit klassischer ZZ Top-Hook) – beide Lieder handeln von bösen Mädchen – sind eindeutiger Boogie-Stoff für die Southern Rock-Fraktion.

Während die Rhythmusabteilung gekonnt ihren Job erledigt, setzen Tom Vela mit herrlichen E-Gitarrenvariationen und mein (deutscher) ‚Lieblingsänger‘ Joe Fischer mit seiner so undeutsch klingenden Stimme die entscheidenden Akzente. Letztgenannter offenbart auch an den Keys, seine Fähigkeit den einzelnen Tracks das gewisse Zusatzetwas zu vermitteln.

„Get It Gome“ mit dem furiosen Orgelfinale dürfte der Deep Purple-Gemeinde zusagen, das soulig groovende „Two Hearts“ macht richtig Laune, das trockene „Over Jordan“ besticht durch seinen spröden Tony Joe White-Charme.

Zuletzt sind dann da noch die zwei tollen Slowbluese: „Greenland Shark“ mit eher traditioneller claptonesker Note und das herrliche Finale „Storm Will Come“ eher hymnisch mit Gary Moore-Esprit (à la „Still Got The Blues“).

Blue Deal haben sich mit „Make A Change“ nochmals übertroffen. Mit diesem herrlich abwechslungsreichen Album rücken sie den Blues Rock aus Deutschland (erneut) ins schillernde internationale Rampenlicht. Grandioser Southern Black Forest Blues Rock! Kaufen!

Dixiefrog Records – Redeye/Bertus (2025)
Stil: (Blues) Rock & More

Tracks:
01. Another Reason
02. Bad Boogie Woman
03. Easy To Hurt
04. Get It Gone
05. Hell Valley
06. Make A Change
07. Greenland Shark
08. Two Hearts
09. Over Jordan
10. Rent A Heart
11. Storm Will Come

Blue Deal
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V2 Records Promotion GSA