Elizabeth Cook – Great Television – CD-Review

Review: Michael Segets

Elizabeth Cook flog bislang unter meinem Radar. Die aus Florida stammende und in Nashville heimische Sängerin veröffentlichte bereits 2000 ihr erstes Album. Mehreren Folgealben gelang der Sprung in die US-Country-Charts, allerdings ohne dabei absolute Spitzenpositionen zu erreichen. Einige Nominierungen bei den American Music Awards und ein Preis als Outlaw-Sängerin bei den Ameripolitan Music Awards zählen zu ihren Erfolgen. In Musikerkreisen ist Cook etabliert, was ihre vielen Kollaborationen mit namhaften Kolleginnen und Kollegen zeigen. Sie arbeitete mit Rodney Crowell, Don Was, Carlene Carter, Buddy Miller oder Dwight Yoakam zusammen und stand mit Jason Isbell auf der Bühne. Shooter Jennings produzierte „Great Television“.

Einen Karrieresprung bescherten ihr Auftritte in der „Late Show“ von David Letterman. Diese reflektiert Cook heute kritisch im Hinblick auf die Bedeutung, die den Medien in der gegenwärtigen Welt zukommt. Sie schöpft die Inspiration zu ihren Texten aus Geschichten, die kaum mediale Präsenz erzeugen und daher nicht oder nicht mehr erzählt werden. Cook erinnert beispielsweise an ein Unglück, bei dem 1971 in einer Waffenfabrik zahlreiche farbige Frauen ums Leben kamen („Thiokol Tripwire“). Dabei betrachtet sie den sozialen Kontext des Unglücks differenziert und stellt die Bedeutung der Arbeit für die Unabhängigkeit und das Selbstwertgefühl der Frauen heraus.

Cooks Texte erzählen aber auch Geschichten, die einen Bezug zu persönlichen Erlebnissen oder Erfahrungen aufweisen. „The Easy Kind“ zählt dazu. Unter dem gleichen Titel ist kürzlich ein Spielfilm erschienen, der auf ihrer Biographie beruht. Die Lyrics des Longplayers überzeugen und der Aufbau der Songs mit ihrem konsequenten Wechsel zwischen Strophe und Refrain kommt mir ebenfalls sehr entgegen. Als Songwriterin mag Cook in eine Linie mit Mary Chapin Carpenter oder Patty Griffin gestellt werden. Sie hat aber eine größere Affinität zum Rock. Ihr neues Album bewegt sich daher zwischen Americana, modernem Country und Rock.

Unter den ruhigen Beiträgen („In Your Vains“, „Lightly“) sticht „Okeechobee Mud“ heraus. Mit der Single „Sunset Promenade“ gelingt ihr zudem ein wunderbar runder Song, der ins Ohr geht. Country-Fans kommen mit der Ballade „The Easy Kind“ oder dem flotteren „Girls Of Atomic City“ auf ihre Kosten. Die Stimme von Cook ist für dieses Genre wie gemacht. Bei „Razorwire Wall“ wird sie von Evan Felker am Mikro begleitet. Der als zweite Single ausgekoppelte Song bringt etwas Honky Tonk ins Spiel.

Ihre rockige Seite lebt Cook mit „Caldonia And The Love Convoy“ und „19th Nervous Breakdown” aus. Sie bietet hier Rock’n Roll vom Feinsten. Mein Favorit des Albums ist jedoch „Feverfew“. Der Song baut mit den melodiösen Strophen und dem vorwärtsgehenden Refrain einen Spannungsbogen auf, der mich begeistert. Bemerkenswert ist, dass statt dem quasi obligatorischen Gitarrensolo dort eine Orgel zum Zug kommt.

Das aktuelle Jahr hat bereits einige sehr gute Alben hervorgebracht. „Great Television“ gesellt sich zu diesen hinzu. Es hält einige hochkarätige Stücke bereit. Unter den Fittichen von Shooter Jennings legt Elizabeth Cook einen Longplayer vor, der Americana mit rockigem Einschlag und eine gelegentliche Prise Country verbindet.

Agent Love Records – Thirty Tigers/Open(2026)
Stil: Americana, Rock

Tracks:
01. Sunset Promenade
02. Girls Of Atomic City
03. Thiokol Tripwire
04. Okeechobee Mud
05. Razorwire Wall
06. The Easy Kind
07. Caldonia And The Lov Convoy
08. In Your Veins
09. 19th Nervous Breakdown
10. Feverfew
11. Lightly

Elizabeth Cook
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Thirty Tigers
Oktober Promotion

Brigitte Purdy – Mother Of The Crossroads – CD-Review

Es gibt manche weibliche Interpretinnen, denen sieht man schon rein äußerlich an, dass sie Feuer und Temperament im Körper haben. Spontan fallen mir da Damen wie u. a. Crystal Shawanda oder Elles Bailey als Paradebeispiele ein. So auch vermutet, beim Blick auf die mir bis dato völlig unbekannte Brigitte Purdy auf ihrem neuen Album “ Mother Of The Crossroads „.

Purdy teilte die Bühne in der Vergangenheit schon mit vielen prominenten Bluesgrößen wie Walter Trout, Sugaray Rayford, Tim Bogar, Dionne Warwick oder auch Countryikone  Dolly Parton und, man höre und staune, sang Background vocals für The Who und Paul Rodgers. 

Die Zusammenarbeit auf diesem Werk steht im Licht der Protagonistin mit dem Multinstrumentalisten Dave Osti, der hier in allen Belangen (diverse Instrumente, Songwriting und Produktion) seine Stempel aufsetzt.

Klasse finde ich, dass hier der Blues in vielen Facetten sehr modern interpretiert wird, mit dezent proggigen Noten wie beim überragenden Opener „Sugar Fried Candy“ (mit ZZ Top-„Eliminator“-mäßigem E-Gitarrensolo), dem sexy gesungenen „Blues Collar Woman“ (fast wie Donna Summer goes Blues Rock), balladesken Momenten („Mother Of The Crossroads“, „Make Love Higher“), aber auch rockigen („Come To Mama“ – mit Harp) bis southern-rockigen Stücken („Losin Time For Love“, „Too Full Of You“ – mit swampigen Slide-Einlagen). Lediglich die „Memphis Hotlline“ huldigt mehr den traditionell gefärbten Blues.

Bein starken Abschlussstück „Rise Like The Water“ glaube ich sogar etwas die verbliebenen Spuren der Rodgers- und Who-Kooperationen (u.a. das integrierte klirrende Orgelspiel – insgesamt auch starke Keys von Drake Shining) ‚herauszulesen‘. Herausragend, wie schon anfangs vermutet, ist auch  Purdys kräftige und temperamentvolle Stimme, die sich zu jeder Zeit auf Augenhöhe mit den glasklar abgemischten Instrumenten befindet (eine herrlich transparente Produktion von Osti – so sollte man es machen).

Brigitte Purdy wirft mit „Mother Of The Crossroads“ ein starkes modernes Blues Rock-Album ins Rennen, dem man unbedingt Gehör schenken sollte. Absolute Empfehlung! Brigitte – eine tolle Künstlerin – nicht nur für Frauen!​

Dirtshack Records (2026)
Stil: Blues & More

Tracklist:
01. Sugar Fried Candy
02. Blues Collar Woman
03. Memphis Hotline
04. Mother Of The Crossroads
05. Losin Time For Love
06. Make Love Higher
07. Too Full Of You
08. Come To Mama
09. Rise Like The Water

Brigitte Purdy
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Ingvay – Still Moving – CD-Review

Review: Michael Segets

Während die Fußballwelt nach Amerika schaut, lohnt es sich zurzeit in Sachen handgemachter Musik durchaus, den Blick auf deutsche Künstler zu richten. Vor Kurzem trat J Schlueter mit seinem Solo-Debüt als Songwriter in Erscheinung, nun bringt Ingvay sein fünftes Album „Still Moving“ heraus. Der Hannoveraner begann seine Karriere als Toningenieur u. a. für Johnny Logan und deutsche Musiker wie Heinz Rudolf Kunze, Thomas D oder Max Mutzke. Für „Still Moving“ holte er sich Matthias Meusel (Schlagzeug), Uwe Seemann (Bass), Ulrich Rode (Gitarre) und Maik Schott (Keys) ins Studio.

Die neue CD hat ihre Wurzeln im Rock ’n Roll und wird gelegentlich mit einer Prise Blues und Americana versehen. Wie der Titel des Longplayers bereits andeutet, versteht Ingvay Leben als Bewegung. Aufbruch, Weg und Ankommen sind dabei Themen, denen sich die Songs widmen.

Mit „The Old Way“ startet das Album schwungvoll. Dem klassisch gemachten Rocksong, der sich besonders durch seinen eingängigen Refrain auszeichnet, folgt „Get Up“, der ebenfalls straigt forward geht. Beide Songs wurden berechtigterweise bereits ausgekoppelt. Gradlinigen Rock ’n Roll bietet später auch „Back To The Sun“. Beim „Some Kind Of Rock ’n Roll“ mischt Ingvay etwas Bluesrock hinein. Auch die Gitarren am Anfang von „Give Me A Shot” sind vom Blues inspiriert. Der Song erhält mit dem mehrstimmigen Gesang im Chorus einen nahezu hymnischen Charakter und wird zudem durch ein kurzes Gitarrensolo gewürzt.

„On Monday“ startet zurückhaltend, entwickelt sich dann aber zu einem harmonischen Roots Rock. Ein ebenso starkes Stück ist „New Reflection“. Hier beweist Ingvay erneut, dass er ein Händchen für einprägsame Refrains hat. „Wake Up This Time“ zeichnet sich gleichfalls durch seinen Chorus – nochmals mehrstimmig vorgetragen – aus, durch den der Titel eine beeindruckende Kraft entfaltet. Auch die ruhigeren Tracks – das melodiöse „Home By The River“ und das reduziert instrumentalisierte „Almost There“ – überzeugen.

Ingvays „Still Moving“ ist ein empfehlenswertes Album, das Freunde des ehrlichen, handgemachten Rock sicher anspricht. Vor allem beherrscht Ingvay die Kunst, eingängige Refrains zu schreiben ohne dabei trivial zu sein. Das Songwriting orientiert sich am Old Way, wirkt dabei aber frisch und alles andere als angestaubt.

Magic Mile Music (2026)
Stil: Rock, Americana

Tracks:
01. The Old Way
02. Get Up
03. Home By The River
04. Some Kind Of Rock ’n Roll
05. Now I Can See
06. Give Me A Shot
07. Wake Up This Time
08. New Reflection
09. Back To The Sun
10. On Monday
11. Almost Here

Ingvay
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Superlife Promo

American Aquarium – New Ways To Lose – CD-Review

Review: Michael Segets

Vor zwei Monaten war ich voll des Lobes für „They Call Us The Lucky Ones“ von Ryan Bingham And The Country Gentlemen und habe das Album zu einem Favoriten des Jahres erklärt. Nun kommt American Aquarium mit „New Ways To Lose“ um die Ecke, das in meinem persönlichen Ranking dem Werk von Bingham mindestens ebenbürtig ist oder sogar noch ein Quäntchen vorne liegt.

Während auf „Chicamacomico“ (2022) und „The Fear Of Standing Still“ (2024) flottere Stücke die Ausnahme bildeten, sind auf dem aktuellen Longplayer nur zwei ruhige Titel vertreten. Das vom Frontmann BJ Barham zusammen mit Lori McKenna geschriebene „Out There In The Dark“ hebt sich auch durch sein Klavierintro von den anderen Titeln ab. „Bad Habits“, bei dem der bandtypische Slide der Steel Pedal ebenso wie eine seltener eingesetzte Horn-Section zu hören ist, beschließt das Album.

„New Ways To Lose“ nimmt schon mit den ersten beiden sehr starken Titeln („Dollar Genreral“, „Can’t Into Could“) Fahrt in Richtung Heartland auf. Bläser und eine Hammond B3 begleiten „Twin Flames“, meist prägen aber der satte Klang des Schlagzeugs sowie die E-Gitarren den Sound. Die erste Single „History Repeats Itself“ ist dafür ein Beispiel. Bruce Springsteen, der mit seinen Werken der siebziger und achtziger Jahre hier Pate gestanden hat, winkt am Wegesrand. Barham und seine Mitstreiter schauen weiterhin bei Neil Young vorbei, wenn sie den schrillen elektrischen Gitarrentönen auf „Whatever Helps You Sleep At Night“ mehr Raum geben.

Von der Route zweigt American Aquarium bei „4×60“, das als Country-Rock durchgeht, minimal ab. Die rockigen Songs drücken dem Longplayer ihren Stempel auf. Daneben finden sich auch mit dem countryfizierten „Just Like You“ und dem melodiösen „Favorite Hello“ zwei Tracks im mittleren Tempobereich, sodass die Reise durch das Album abwechslungsreich bleibt. Barham biegt nirgendwo falsch ab. Alle Tracks sind hörenswert, sodass kein Grund besteht einen Punkt oder Stern von der Höchstwertung abzuziehen.

Die Band spielte die Stücke innerhalb von zehn Tagen überwiegend live ein, wobei die Bläser später hinzu gemischt wurden. Ein Garant für einen erdigen und authentischen Sound ist Shooter Jennings, der nach „Lamentations“ (2020) und dem bereits erwähnen Vorgängeralbum aus dem Jahr 2024 zum dritten Mal als Produzent für American Aquarium fungiert. Der Titel des Longplayers ist in Amerika übrigens ein geflügeltes Wort, das auf den Sportkommentator Gary Hahn zurückgeht.

In den Texten verarbeitet Barham einerseits persönliche Themen wie den Tod seines Hundes („Favorite Hello“), andererseits gibt er auch sozialkritischen Töne ihren Raum. Bei „Dollar General“ geht es beispielsweise um das Aussterben der Einzelhandelsgeschäfte und den Niedergang einer Stadt. So oder so: In den Lyrics schwingt stets etwas Allgemeines mit, das in der ein oder anderen Weise den Hörer berührt.

Was sich mit „Life At Red Rocks“ (2025) bereits ankündigte, setzt sich auf „New Ways To Lose“ fort. BJ Barham und American Aquarium präsentieren sich von ihrer rockigen Seite. Das machen sie so gut, dass einem unweigerlich große Namen als Referenzpunkte einfallen. Zu diesen müssten sie auch gehören, wenn es im Musikgeschäft Gerechtigkeit geben würde.

Losing Side Records/Thirty Tigers – Open (2026)
Stil: Rock

Tracks:
01. Dollar General
02. Can’t Into Could
03. 4×60
04. Twin Flames
05. Out There In The Dark
06. History Repeats Itself
07. Favorite Hello
08. Whatever Helps You Sleep At Night
09. Just Like You
10. Bad Habits

American Aquarium
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Thirty Tigers
Oktober Promotion

Noah Derksen – Mercy On The Skyline – CD-Review

Mit dem neuen Album „Mercy On The Skyline“ von Noah Derksen lag mal wieder, wie so oft, für mich persönlich, nicht angefordertes neues ‚Musikland‘ in meinem Briefkasten. Da ich mit kanadischen Künstler eigentlich noch nie schlechte Erfahrungen gemacht habe und in der Trackliste auf der Rückseite beim Titelstück der Name Lori McKenna auftaucht, konnte da eigentlich auch diesmal kaum etwas schief gehen.

Und so ist es dann auch letztendlich eine sehr angenehme, gut austarierte Mischung aus vielen Genres wie Indie, Country, Folk, Rock und Pop. Aber wer ist dieser Noah Derksen überhaupt? Der aus Winnipeg stammende Singer/Songwriter hat seit 2015 schon eine ganze Reihe an Alben veröffentlicht. Finalist beim SiriusXM-Wettbewerb „Top of the Country“ und der Titel als „Canadian Folk Music’s Emerging Artist of the Year“ stehen bis dato als Karriere-Highlights in seiner Vita.

Aufgenommen wurde das neue Album live in einem Raum mit einigen der besten Musiker Winnipegs und unterstützt von vielen seiner langjährigen musikalischen Vorbilder wie Lori McKenna, May Erlewine und FONTINE.

Schon beim Opener „Are You Living Your Life“ fallen mir aber spontan die Landsleute The Bros. Landreth als sehr ähnliche Bezugsgröße ein. Die einfließende raue Slide-Gitarre gibt dem Song sogar eine dezente Southern-Note.

Im weiteren Verlauf geht es  dann bei den Sachen wie Gemeinschaft und alltägliche Lebenssituationen thematisierenden Tracks, bis auf die etwas peppiger gestalteten „Chuck Palahniuk“ und „Still Haven’t Figured It Out“ (mit ein bisschen U2-Flair) eher introvertiert und melancholisch zu, ohne aber dass Langweile einzukehren droht.

Als meine Lieblingstücke in einem durchgängig hörenswerten Silberling entpuppen sich das mit einer simplen, aber sehr effektiven E-Gitarren-Hook und einem gluckernden E-Piano umgarnte „Walking Home„, bei dem die Künstler-Kollegin FONTINE auch schöne Harmoniegesänge einfließen lässt. Ein echter Ohrwurm.  Das absolute Highlight beginnt allerdings, wenn beim Titelsong „Mercy On The Skyline“ Lori McKenna mit ihrem betörenden Gesang im Duett mit Noah zu einer grandiosen Einheit verschmilzt. Gänsehautmomente inbegriffen!

Herrlich auch die mit exzellenten weiblichen Backgroundgesängen und entspannter E-Gitarre  verzierte Country Rock-Ballade „What Lights Up Your Dark“ (wieder Richtung Bros. Landreth).

Noah Derkson gelingt aus meiner Sicht mit „Mercy On The Skyline“ eine der voraussichtlich großen Überraschungen dieses Jahres. Sollte er, wie geplant, im November hier in Bochum mit diesem Werk vorstellig werden, wäre ein Besuch samt Bericht sicher mehr als überlegenswert.

Eigenproduktion (2026 )
Stil: Indie / Rock / Pop /Folk / Country

Tracks:
01. Are You Living Your Life
02. Chuck Palahniuk
03. Walking Home
04. Who Do You Wanna Be
05. Nothing Goes Your Way
06. Mercy On The Skyline
07. Lover I’m Gonna Miss You
08. What Lights Up Your Dark
09. Still Haven’t Figured It Out
10. My Mother’s Voice

Noah Derksen
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Rola Music

Todd Thibaud – Alchemy – CD-Review

Review: Michael Segets

Auf seiner jüngst beendeten Tour durch Deutschland stellte Todd Thibaud sein aktuelles Album „Alchemy” vor, das nun offiziell erscheint. Mit der Band, die ihn auf der Reise begleitete, spielte Thibaud auch seine zehn frischen Eigenkompositionen ein: Thomas Juliano, Sean Staples, Ed Valauskas und Chris Anzalone. Im Studio unterstützten beim Backgroundgesang Bill Guerra, Janice Tsai und August Valauskas. Daniel berichtete begeistert von dem Konzert im Essener JuBB und dem dortigen Vorgeschmack auf den neuen Longplayer. Um es kurz zu sagen: Auf Thibaud ist Verlass – sowohl bei der Qualität der Konzerte als auch bei der seiner Studiowerke.

Vor allem präsentiert sich Thibaud auf „Alchemy“ so rockig wie lange nicht mehr. Seine vorangegangene CD „Hill West“ (2019) verlief in eher ruhigen Bahnen, ebenso wie seine Projekte mit Kim Taylor (Water And Sand) oder Hardpan. Unbestritten ist Thibauds Qualität als Songwriter, die beispielsweise auch die akustischen Versionen seiner Stücke verdeutlichen, die er während der Pandemie aufnahm. (Tipp: Vierzig „Songs From The Couch“ sind zurzeit auf seiner Website als Free Download erhältlich.) Auf dem neuen Longplayer findet sich mit „Wait For Me“ lediglich ein langsameres Stück, das dramaturgisch richtig, in der Mitte platziert ist.

Thibaud bringt mit „Alchemy“ also sein Rockerherz wieder zum Vorschein, das seit „Waterfall“ (2013) in den Hintergrund trat. Auf „Fight Or Flight“ und „Savior“ schallen kräftige Gitarrenriffs aus den Lautsprechern. Die Rhythmussektion treibt „Follow“ und „Alchemists“ ordentlich voran. Piano und Wurlitzer verstärken gelegentlich den Sound. Auf „Farewell, So Long“ kommen darüber hinaus Pump Organ und Chamberlin zum Einsatz. Die Zutaten des Genres beherrscht der in Boston lebende Musiker immer noch aus dem Effeff.

Neben gradlinigen Uptempo-Titeln („Heaven’s On The Move“) finden sich auch Tracks, die gekonnt mit Spannungskurven arbeiten („Burn“). Alle Stücke bleiben melodiös und sind auf den Punkt gespielt. Thibauds angenehme, beinah schon samtige Stimme wird an den richtigen Stellen durch Harmoniegesang – meist bei den ins Ohr gehenden Refrains – ergänzt. Dieser kommt auf dem rhythmisch auffälligen „Good Things Now“ besonders zur Geltung. Der mit dezentem Banjo-Spiel verzierte Song versprüht nahezu karibisches Flair und sticht damit unter den anderen Titeln hervor.

Ein Highlight stellt sicherlich „Mother Comfort“ dar, das schon Daniel bei seinem Konzertbesuch begeisterte. Das Andenken an seine Mutter verpackt Thibaud in einen wunderbar runden, guitardriven Power-Pop-Rock-Song. Bei den Lyrics anderer Stücke schlägt er manchmal politische und sozialkritische Töne an, die ich bei seinen früheren Veröffentlichungen nicht in dem Maße erinnere. Für das Mitlesen der Texte liegt dem klappbaren Digipack ein Booklet bei, was ja leider keine Selbstverständlichkeit mehr ist.

Nachdem Todd Thibaud auf seinen Veröffentlichungen und kollaborativen Projekten der letzten Dekade seiner Affinität zum Rock wenig Raum gegeben hat, ändert er dies nun mit „Alchemy“ auf beeindruckende Weise. Thibaud erweist sich nach der Pause im Bereich der straight vorwärtsgehenden Töne erneut als Meister seines Fachs, das sich eben nicht auf sanfte Balladen beschränkt.

Noch ein Tipp: Wer bereut, dass er Thibaud auf seiner „Farewell“-Tour nicht erlebt hat, kann sich zumindest mit den Live-Alben trösten. Auf der Website seines langjährigen Labels sind noch Mitschnitte im Rahmen der Official Blue Rose Bootleg Series als CD oder als CD/DVD erhältlich.

Hill West Music/Blue Rose Records (2026)
Stil: Rock

Tracks:
01. Follow
02. Fight Or Flight
03. Burn
04. Farewell, So Long
05. Wait For Me
06. Alchemists
07. Savior
08. Good Things Now
09. Mother Comfort
10. Heaven’s On The Move

Todd Thibaud
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Bluerose Records

The Imaginaries – Fever – CD-Review

Hinter den Imaginaries verbirgt sich das verheiratete Paar Maggie McClure und Shane Henry, beide ursprünglich aus Oklahoma stammend, jetzt in LA lebend. Sie besitzen eine große mediale Erfahrung in allen Bereichen, die Zusammenführung als Musikduo ergab irgendwann fast zwingend daraus.

„Fever“ ist das zweite ‚echte‘ Album des Duos (neben diversen Seitenprojekten) und allein der Blick auf die involvierten illustren Gäste zeigt, dass die beiden bereits ein hohes Ansehen in der Musikszene genießen. Auch wenn manchen Songtitel dazu verführen, an alte Klassiker zu denken, sei hier erwähnt, dass es sich in der Gesamtheit ausnahmslos um aktuelle Eigenkreationen handelt

Das Werk startet mit dem herrlich treibenden und rockenden Titelsong „Fever“, samt starker Vocals der Protagonisten (da zeigen die beiden jeweils solo als auch bei den Harmonies, natürlich fortlaufend, wie man es am Mikro macht) .

Sofort mit dem absoluten Highlight zu beginnen, ist für mich immer ein wenig problematisch, da der Spannungsbogen doch ein wenig nach hinten abflacht, auch wenn das Niveau im weiteren Verlauf sicherlich hier nicht von schlechten Eltern ist.

Zunächst geht es im ersten Drittel Schlag auf Schlag weiter. Bei „Wishing Well“ unterstützt der ehemalige Bros. Landreth-Gitarrist Ariel Posen, ein Track, bei dem die hinterbliebenen Eindrücke ihrer Zusammenarbeit mit dem Brian Setzer Orchestra durchschimmern.

Bei „Crossroads“(wie oben angedeutet, nicht der Robert Johnson-Evergreen) lässt kein geringerer als Blues-Tausendsassa Joe Bonamassa seinen Bottleneck über die Saiten fliegen und Vince Gill verleiht dem countryesken Schunkler „Whole Lotta Livin'“ den typischen Bariton-Twang mit seiner Telecaster. Trotzdem alles keine Lieder, die trotz der hochkarätigen Gastpräsenz, wirklich vom Hocker reißen.

Im zweiten und dritten Drittel gibt es  mit Tracks wie u. a. den flockigen New Country-Stücken „I Knew It Was You“ und „Little By Little“ (beide Marke Lady A), dem Tex-Mex-angehauchten „Buzzard’s Roost“, dem folkigen „Breaker“ und dem pettyesken “ Riding That High“ immer wieder diverse Aufhorcher.

Trotzdem will am Ende bei „Fever“ (übrigens auch sehr gelungenes Hochglanz-Coverartwork) von den Imaginaries merkwürdiger Weise trotz vieler guter Ansätze nicht so richtig erhöhte Temperatur aufkommen.

Eigenproduktion (2025)
Stil: Americana

Tracks:
01. Fever
02. Wishing Well
03. Crossroads
04. Whole Lotta Livin‘
05. Constant
06. I Knew It Was You
07. Buzzard’s Roost
08. Little By Little
09. Breaker
10. Riding That High
11. Here For You
12. Lucky Ones

The Imaginaries
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Brooke Lynn Promotion

Brooks Milgate – Roll With The Punches – CD-Review

Review: Hans-Joachim Kästle

Brooks Milgate wurde in eine musikalische Familie hinein geboren. Seine Eltern hatten sich in einer Gospelgruppe kennengelernt. Mit fünf Jahren begann Little Brooks, Piano zu spielen, während sein Vater ihm die Bassgitarre näherbrachte, so dass er seine Eltern bei Auftritten begleiten konnte.

Mit zwölf Jahren hat sich Brooks Milgate entschieden: Das Piano, das ist mein „Ding“. Und dann passierte etwas ganz Entscheidendes. Er entdeckte bei seinem Vater die Kassetten „Brothers and Sister“ von den Allmann Brothers und Led Zeppelin IV. Damit hatten sich jedwede Überlegungen nach dem Motto „Was soll ich denn nur mal werden?“ erledigt.

Jahre später erhielt Brooks Milgate ein Stipendium für das Berklee College of Music in Boston, das er 2005 mit Magna Cum Laude abschloss. Musikalisch etablierte er als Pianist und Organist und ging mit Blues-Acts auf Tour: Sugar Ray and the Bluetones, Darrel Nulisch, Kid Ramos, Ana Popovic, Chris O’Leary oder Mark Hummel. Unter anderem spielte er auch bei der Rockband Curtis Mayflower, die einige Alben und Singles veröffentlicht hat.

„Roll With The Punches“ – in dessen Mittelpunkt natürlich oft die Tasteninstrumente stehen – soll nun sein „first solo outing“ sein, wie die Plattenfirma schreibt. Das erstaunt einigermaßen, denn im vergangenen Jahr sind unter seinem Namen die Sechs-Songs-EP „The Night Needs The Stars“ und die CD „The Stags“ erschienen. Wie auch immer: Sein neues Werk bietet neun neue Kompositionen und die Klassiker „My Babe“ von Little Walter und „Goodnight Irene“ von Lead Belly, einen Akustik-Blues aus den 30er-Jahren.

Während sich zum Beispiel Keith Richards auf seiner CD „Crosseyed Heart“ aus dem Jahr 2015 mit seiner elegisch-getragenen Version eng an das Original gehalten hat, hat Milgate aus „Goodnight Irene“ eine beschwingte Boogie-Nummer gemacht, geprägt von Klavier und einem Saxophon-Solo. Das zeigt einmal mehr: Es kommt nicht unbedingt auf die Komposition an, sondern auf die Interpretation.

Zu den Höhepunkten von „Roll With The Punches“ gehört gleich die Eröffnungsnummer „Cheap Airline“, ein autobiografischer Song, der erzählt, wie sich Brooks auf einem Flug einer Billigfluggesellschaft nach Island verliebt hat. Verpackt ist das Ganze in einen Classic Rock, der die großen Zeiten in den Siebzigern und Achtzigern hochleben lässt, wobei Monster Mike Welch die Gitarre beisteuert.

Schade, dass es nicht mehr davon gibt, auch wenn die CD so oder so überzeugen kann. „Best That We Can Do“ geht Richtung Memphis Soul mit Bläsern, wogegen „I Should ’ve Known“ einen gediegenen New-Orleans-Rhythmus aufweist. Erneut ist Mike Welch ausgiebig an der Gitarre zu hören.

Der „Interstate Shuffle“ kommt als Instrumentalstück daher. Der Titelsong ist ein gediegener Blues, bei dem – wer wohl? – wieder die Saiten zupft. „Why I’d Wait So Long“ ist wohl eine Referenz an seine Eltern – ein Gospel im modischen Gewand.

Etwas aus dem Rahmen fällt der letzte Titel „Blueish Gray“, ein instrumentaler Smooth-Jazz, dominiert von Brooks Milgates Piano- und Orgelspiel. So muss es sich anhören, wenn der Pianist in einer schicken Bar zum letzten Mal in die Tasten greift, bevor es draußen langsam hell wird…

MoMojo Records (2026)
Stil: Rock, Blues, Soul

01. Cheap Airline
02. Goodnight Irene
03. Best That We Can Do
04. I Should’ve Known
05. Interstate Shuffle
06. Worry
07. Roll With The Punches
08. Why’d I Wait So Long
09. My Babe
10. So Long
11. Blueish Gray

Brooks Milgate
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John Hollier & The Rêverie – Rainmaker – CD-Review

Review: Michael Segets

Nachdem Stone Senate vor kurzem ins Gedächtnis gerufen hat, dass in Nashville nicht nur Country gemacht wird, meldet sich nun auch der dort beheimatete John Hollier aus rockigen Gefilden. Er trommelte für sein zweites Album „Rainmaker” seine Tourband zusammen, um ein Album einzuspielen, das die Energie der Live-Shows einfängt. Als Support für The Red Clay Stays oder The Cadillac Three verdienten sich John Hollier & The Rêverie bereits ihre Sporen.

Die Band frönt nun weniger dem Southern als eher dem Roots Rock, der vor allem durch das Saxophon von Teddy Thibedoux Jones einen Nähe zum Heartland aufweist. Mit der Integration des Saxophons tritt manchmal sogar etwas Soul hinzu. Thibedoux setzt nicht nur melodiöse Akzente („Gonna Love You“, „Holding Too Tight“), sondern er treibt die Songs oft an und gib ihnen einiges an Dynamik mit („Saturday Night Polly“).

Besondere Erwähnung verdient sicherlich das Songwriting. Hollier arbeitet ausgiebig mit Tempowechseln. „If She’s Lonely“ oder „Can’t Say No Tonight“ starten beispielsweise in ruhigen Bahnen, bevor sie dann an Geschwindigkeit zulegen. Die Rhythmusgruppe – Brian Cox (Schlagzeug) sowie Ray Akers (Bass) – leisten da ganze Arbeit. Einen ähnlichen Effekt erzielt die Band bei „Rival“, das zwar nicht schneller wird, aber durch einen anschwellenden, voller werdenden Klangteppich Energie freisetzt.

Im rockigen Titeltrack schalten John Hollier & The Rêverie zwischenzeitlich mal einen Gang runter, um dann wieder loszulegen. Zachary Scott Kline bekommt hier oder auch auf „Hollow Heart“ mal etwas mehr Raum für sein Gitarrenspiel. Das Wechselspiel von Gitarren- und Saxophonklängen gelingt, wobei das Blasinstrument insgesamt den Sound der Band prägt. Bei den langsamen Titeln wäre vielleicht an der einen oder anderen Stelle ein Schlenker weniger mehr gewesen.

Es finden sich aber ebenfalls Songs, auf denen das Saxophon keine dominierende Rolle spielt. „Never See Me Again“ oder „Somewhere Down The Road“ – auf dem ausnahmsweise eine Mundharmonika zu hören ist – sind daher deutlicher im Americana-Bereich zu verorten. Kline tritt beim letztgenannten Titel nochmal mit seiner Gitarre hervor. Die beiden Stücke wirken daher etwas erdiger als die anderen langsameren Titel, bei denen das Sax zum Einsatz kommt.

John Hollier & The Rêverie liefern auf „Rainmaker“ eine ausgewogene Mischung, die von treibenden Rocksongs bis zu atmosphärischen Balladen reicht. Die Stücke zeichnen sich oftmals durch ausgeprägte Spannungsbögen aus, die durch das Saxophon unterstützt werden. Bei den Arrangements steht dieses dann auch meist im Vordergrund. Es zahlt sich vor allem bei den Uptempo-Nummern aus. Einen vergleichbaren horndriven Sound hört man in letzter Zeit selten.

WhollyABar – Thirty Tigers/Open (2026)
Stil: Rock, Americana

Tracks:
01. Gonna Love You
02. If She’s Lonely
03. Holding Too Tight
04. Crashing
05. Can’t Say No Tonight
06. Rival
07. Saturday Night Polly
08. Never See Me Again
09. Somewhere Down The Road
10. Rainmaker
11. Lonesome Highway Waltz
12. Hollow Heart

John Hollier & The Rêverie
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Thirty Tigers
Oktober Promotion

Billy Thompson – This World – CD-Review

Review: Stephan Skolarski

Auch die einflussreiche Los Angeles Times hat die “blazing electric guitar work” von Billy Thompson bereits gewürdigt. Der vielseitige Gitarrist, Sänger und Songschreiber veröffentlicht nun mit “This World” sein insgesamt neuntes Album. Die komplexe Scheibe kombiniert in 14 Songs eine breite Soundwelt. Als renommierter Slide-Spieler ist Thompson tief verwurzelt in einer elektrischen Mischung, deren “Inhalte” Rock, Blues, Funk und Soul bis hin zu Zydeco und New Orleans Second Line integrieren.

Beispielhaft hierfür und für die gesamte Produktion ist die Virtuosität des Titelsongs. Der schweißtreibende Einstieg in das Album, verbunden mit ironischen, teils sarkastischen Texten und starken Rhythmus-Elementen, bestimmt nicht nur symbolisch die Richtung, sondern ist ein Herzstück der Arrangements, wie auch beim folgenden “Downsizing”, einem Stück im Little Feat-Design.

Der robuste Southern-Rocker “For True” und die erdige Country-Blues-Symbiose “Thankful” sind weitere Key-Tracks. Das etwas gelassen wirkende “Every Single Rider” erinnert an den smarten Country-Rock von Poco und die Akustiknummer “Batman & Robin” an die legendäre US-Folk-Song-Tradition. In diesen weit gesteckten Rahmen der Titelliste gehören ohne Frage gospelangehauchter Soul (“Hope, Peace & Joy”) sowie großartiger Blues (“Old Blue”), obwohl die Vielseitigkeit von Billy Thompson eigentlich keine weiteren Beweise benötigt.

Langjährige Bühnenerfahrungen mit den Doobie Brothers und Bill Payne (Little Feat), als Opener für Jimmie Vaughan oder George Thorogood, als Begleiter von Little Milton und Albert King, schließen noch lange nicht den Kreis der ereignisreichen Karrierejahre. Konzerte mit der Zydeco-Legende C.J. Chenier und seine kreative Leitung als Musical Guitar Supervisor für “The Resurrection of Son House” (Südstaaten-Blues-Ikone) gehören untrennbar zum Porträt von “This World” und der American Roots Music von Billy Thompson.

MoMojo Records (2026)
Stil: Blues, Rock, Funk, Soul

Tracks:
01. This World
02. Downsizing 2025
03. Like Rain
04. For True
05. Melia
06. Every Single Rider
07. Thankful
08. Batman & Robin
09. Hope Peace & Joy
10. Old Blue
11. Dinosaur Eggs
12. Monkey Back Guarantee
13. Truth Come To Power
14. Of The Angels

Billy Thompson
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