Broken Witt Rebels – Same – CD-Review

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Review: Stephan Skolarski

Vor anderthalb Jahren haben die US-Rocker von Kings of Leon ihr letztes Studioalbum veröffentlicht. Die Wartezeit auf das nächste verkürzen uns die jungen, englischen Southern Rocker von Broken Witt Rebels bravourös mit ihrem gleichnamigen Debütalbum, das den Stil der Followill Brüder imitiert, ohne ein billiger Abklatsch zu sein. Im Gegenteil, sie sind ein mindestens gleichwertiger Ersatz!

Eine erste Kostprobe für unser Magazin gab es, als sie Ende letzten Jahres als Support von The Cadillac Three im Kölner Luxor auftraten. Die vier Musiker aus Birmingham haben aber 2013 bereits ihre erste EP „This Town Belongs To Me“ veröffentlicht. Nach den weiteren Kurzwerken „Howlin“ und „Georgia Pine“, fassen sie diese, nun mit vier neuen Songs, zu ihrem ersten Longplayer zusammen. An der Seite von Tom Gittins, der bereits mit Robert Plant zusammengearbeitet hat, erschaffen sie ein straightes und kurzweiliges Rockalbum.

Der starke Einstieg „Loose Change“ ist ein offensiver, auf den Punkt getimter Hard Rock-Opener von knapp drei Minuten. Auf dem folgenden Track „Georgia Pine“ hört man sofort die klaren Kings Of Leon-Einflüsse heraus. Sowohl stimmlich, als auch musikalisch ist die Band um Sänger Danny Core mit den US-Amerikanern voll auf gleicher Höhe. Der Song besticht durch seine typischen Southern Rock-Akzente. „Shake Me Down“ ist etwas souliger, mit hymnenartigem Refrain, der Stadionrock-Potenzial aufweist. „Snake Eyes“ erweist sich dagegen wieder als purer, gelebter Hard Rock, eingängiges Gitarrenriff inklusive.

Satte Gitarren und die intensive Stimme kommen auf „Howlin“ sehr stark zur Geltung, durch einen markanten Refrain („Howlin“-Rufen) und Anleihen beim Ram Jam-Hit „Black Betty“. „Breathless“ startet mit poppigen Synthesizer-Sound und geht dann über in melodischen Hard Rock à la Black Stone Cherry.

Es ist schwierig einen Track des Albums hervorzuheben, aber die rauchige Hymne „Guns“ an ihre industriell, von der Metall- und Waffenindustrie, geprägte Heimat Birmingham, „lodert“ auf diesem Album am hellsten. Die authentischen Textzeilen „Sparks burn bright where the guns are made“ […] „Born and raised where the guns are made“, erinnern eindrucksvoll an Chris Reas „Steel River“.

„Getaway Man“ ist der erste ruhigere Song, mit schnörkellosem Midtempo-Charakter und interessanten Rhythmuswechseln in der Schlagzeug-clapping fokussierten Bridge. Das abschließende „Wait For You“ besticht mit einem melodischen soft-rockigen Background-Gesang und wurde kürzlich von Mick Jagger in seine persönliche Musikplaylist aufgenommen.

Broken Witt Rebels sind DIE britische Antwort auf Kings of Leon und sie reiten auf einer Soundwelle, die sie hoffentlich noch viel weitertragen wird. Das ist geradliniger Rock auf hohem Niveau und es gibt keinen Grund davon abzuweichen. Der kompakte Sound von Broken Witt Rebels lässt sich treffend als ausfüllend, voluminös, mit wuchtiger, gitarrenlastiger Durchschlagskraft, beschreiben. Aus der Kombination ihrer Natürlichkeit und Unbekümmertheit ist ein vielversprechendes Debütalbum entstanden, mit dem sich die Band den Grundstein für eine großartige Zukunft legt.

Snakefarm Records/Caroline-Universal Music (2018)
Stil: Rock

01. Loose Change
02. Georgia Pine
03. Shake Me Down
04. Snake Eyes
05. Howlin
06. Breathless
07. Guns
08. Getaway Man
09. Low
10. Wait For You

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