Josh Smith – Burn To Grow – CD-Review

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Review: Jörg Schneider

Nachdem mittlerweile zwei Jahre lang kein neues Material von Josh Smith zu hören war, kommt jetzt nun sein drittes Album „Burn To Grow“ in die Läden. Musikalische Unterstützung hat sich Josh Smith für sein neues Werk bei so namhaften Musikern wie z. B. Carey Frank (Tedeschi Trucks Band), Pete Thomas (Elvis Costello), Lemar Carter (Usher) und Monét Owens (Ed Sheeran, Celine Dion) geholt.

Herausgekommen ist eine Scheibe, die Ihre Wurzeln im Blues hat, aber vielfältig mit Jazz-, Soul- und Funkelementen angereichert ist. So gibt es wunderbar arrangierte und treibende, aber auch melodiös dahinfließende bigbandartige Bläsersätze. Das Ganze wird getragen und begleitet von Josh Smiths markanter Stimme einerseits und seinen exzellenten Gitarrenkünsten andererseits. Aber das i-Tüpfelchen liefert Monét Owens mit ihrer klaren Sopranstimme als Background Sängerin.

Auf dem fröhlich-souligen „Your Love“ liefert sie dann auch noch die Leadvocals. Für mich persönlich das beste Stück des Albums, eine beschwingte Nummer bei der man sofort mittanzen möchte oder zumindest aber die Beine nicht stillhalten kann. Allein schon aufgrund ihrer hellen Sopranstimme unterscheidet sich dieser Song deutlich von den übrigen Titeln der CD und bietet zur „Plattenhalbzeit“ eine willkommene stimmliche Abwechslung.

Im Opener „Half Blues“ ergänzen die wunderbaren Gitarrenriffs vor allem in der zweiten Hälfte des Stücks die dezenten Bläsersätze, während das zweite Stück des Albums „Through The Night“ wiederum durch den bezaubernden Hintergrundgesang von Monét Owens besticht, der wunderbar zu dem gefällig-melodiösem Grundcharakter des Tracks passt.

In Kontrast dazu steht das anschließende „Watching You Go“ mit seinen harten Riffs, die sich mit wilden Gitarreneinlagen abwechseln, um schließlich in harmonische Gesänge von Smith und Owens überzugehen. Auch „That For You Too“ wartet mit einer grandios arrangierten Bläsersektion auf. „Look No Further“ ist etwas nachdenklicher als die bisherigen Stücke, was durch den leicht wabernden refrainartigen Gitarren-Klangteppich im Hintergrund noch verstärkt wird.

Mit „Let Me Take Care Of You“ geht’s dann rockig weiter, ein richtig geradliniger Stampfer. Der einzige Slowblues des Albums ist das traditionell gestrickte „What We Need“ und in „You Never Knew“ erinnern teilweise nicht nur die Bläser dezent an den Sound von Blood, Sweat and Tears.

Auch die Stimme von Josh Smith lässt hier, wie auch im folgenden Track „She Survives“ an David Clayton Thomas denken, ein schönes, ruhig dahinplätscherndes leicht psychedelisch angehauchtes Stück mit dezenten, etwast verstörend wirkenden Gitarrenriffs. Schließlich stampft der Titelsong „Burn To Grow“ dann dem Ende der CD entgegen und reißt den Hörer durch seinen vergleichsweise brachialen Bass und die harten Gitarrenriffs endgültig aus seinen Träumereien.

Auf der vorliegenden Scheibe stellt Josh Smith also wieder einmal seine musikalischen Qualitäten eindrucksvoll unter Beweis. Exzellente Gitarrenkünste gehen hier Hand in Hand mit ausgeklügelt arrangierten Bläsersätzen und der umwerfenden Stimme von Monét Owens. Und genau hier setzt auch der einzige Kritikpunkt an: das Album ist so perfekt angelegt und abgemischt, dass es eigentlich schon fast zu glatt und flüssig klingt. Aber das ist, wie alles im Leben eine Frage der persönlichen Präferenzen.

Line up:
Josh Smith – guitar, vocals
Travis Carlton – bass on tracks 1, 5, 6, 7, 8, 9, 11
Lemar Carter – drums on tracks 1, 5, 6, 7, 8, 9, 11
Pete Thomas – drums on tracks 2, 3, 4, 10
Davey Faragher – bass on tracks 2, 3, 4, 10
Carey Frank – organ
Monét Owens – lead vocals on track 5, all background vocals
Jamelle Adisa – Tramper, Flugelhorn
Chris Johnson – trombone
J. P. Floyd – trombone
Matthew DeMerritt – tenor saxophone
Dan Boisey – tenor/ baritone saxophone

m2 music . musikverlag dirk osterhaus
Stil: Blues/Soul/Jazz

Tracks:
01. Half Blues
02. Through The Night
03. Watching You Go
04. That For You Too
05. Your Love (Is Making Me Whole)
06. Look No Further
07. Let Me Take Care Of You
08. What We Need
09. You Never Knew
10. She Survives
11. Burn To Grow

Josh Smith
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m2-music

Louderdales – En El Valle De Los Perdidos – CD-Review

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Review: Michael Segets

Kaum aus dem Spanien-Urlaub zurück flattert die neue CD der Louderdales „En El Valle De Los Perdidos“ ins Haus, die auf dem spanischen Label Sleazy Records erschienen ist. Bei ihren Touren durch Europa knüpfte die Aachener Band anscheinend Kontakte zu den Iberern. Aufgenommen wurde das Album allerdings in den Fantasy Island Studios ihrer Heimatstadt.

Das Quintett verschreibt sich konsequent dem bereits auf „Songs Of No Return“ (2015) eingeschlagenen Country-Pfad, wobei die rockigen Anteile gegenüber ihrem Debüt etwas in den Hintergrund treten.

Einen durchweg gelungenen Einstieg bildet „A Bad One“. Joe Da Hoe hat für den staubtrockenen Country-Song die passende Stimme und Tommy Greed lässt diesen mit stimmungsvoller Percussion ausklingen.

Mit „Hard Times“ und „Glory Days“, bei dem Gitarrist Thomas Slowborn die Lead Vocals übernimmt, finden sich schnellere Nummern ebenso auf der Scheibe wie lockere Midtempo-Stücke. Zu diesen zählen „No Need To Complain“ und „Bad News From Home“.

Der genretypische Rhythmus wird von Doc Nic am Upright Bass und Tommy Greed am Schlagzeug beigesteuert. Die Gitarre von Oeli Cave könnte vom Sound auf „Going Home” auch Johnny Cash begleiten. Mit „Gotta Go“ weichen die Louderdales von den klassischen Country-Klängen ab und geben dem Track einen leichten Punk-Anstrich.

Auch die Songs, die sehr gut in das amerikanisch-mexikanische Grenzgebiet passen, sorgen für Abwechslung auf dem kurzweiligen Album. Hier ist vor allem „Slow Jack Greedo“ hervorzuheben, das mit galoppierendem Rhythmus, klirrender Gitarre und Backgroundgesang den Soundtrack zu einem Italo-Western liefern könnte.

Gleiches gilt für das kurze und knackige Instrumentalstück „Saludos De La Cueva Moca“. Oeli Caves Gitarrenintro leitet das von ihm komponierte Duett „When I Fall Asleep“ ein. Die helle Stimme von Jenny Don’t (Jenny Connors) steht dabei in einem interessanten Kontrast zu der von Joe Da Hoe.

Die überwiegende Zahl der Titel wurde von den Bandmitgliedern verfasst, wobei Thomas Slowborn die meisten Stücke beisteuerte. Die Louderdales covern „Just Like California“ von Old 97’s und Steve Earles „Outlaw’s Honeymoon”. Beim letztgenannten Song packt Joe Da Hoe ebenso wie bei fetzigen „Truckstop Butterfly” seine Mundharmonika aus, was nochmal besondere Akzente setzt.

Country aus deutschen Landen hat ja mit einigen Vorurteilen zu kämpfen. Die Begeisterung der Louderdales für diese Musikrichtung schwappt beim Hören des Longplayers über. Besonders dort, wo die Band Facetten jenseits der gängigen Trucker-Rhythmen zeigt, überzeugt sie. Die Texte drehen sich oft um Outlaws und dem Leben fern von zuhause und greifen damit genretypische Themen auf. Dabei stehen sie den Beiträgen aus dem Heimatland des Country in nichts nach.

Sleazy Records (2018)
Stil: Country

01. A Bad One
02. Hard Times
03. Just Like California
04. Going Home
05. Gotta Go
06. Glory Days
07. Outlaws Honeymoon
08. Slow Jack Greedo
09. When I Fall Asleep
10. No Need To Complain
11. Saludos De La Cueva Moca
12. Bad News From Home
13. Truckstop Butterfly

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Blue Water Highway – Heartbreak City – CD-Review

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Blue Water Highway mit neuem, hoch interessanten Album! Nach der EP 2013 und ihrem saustarken Vorgänger “Things We Carry” von 2015 begibt sich die Band um die Langzeitfreunde und Multi-Instrumentalisten Zack Kibodeaux (vocals, guitars, keys, percussion) und Greg Esington (vocals, guitars, piano, accordion, gryphon, percussion) mit „Heartbreak City“ nun also wieder auf den  Highway der  musikalischen Neuveröffentlichungen.

Apropos Highway: Der Name des mit Zach Landrenau (keys, guitars, gryphon, percussion, horn arrangement), Catherine Clarke (Vocals, keys, percussion), Kyle James Smith (bass, piano, percussion) und Jared G. Wilson (drums, percussion) vervollständigten Line-ups rührt von einer Straße, die ihre Heimatstadt Lake Jackson, Texas mit Galveston verbindet und weitestgehend als Arbeitsweg der dortigen Mittelschicht genutzt wird.

Die besonders auf ihrem letzten Werk für ihre gesanglichen Leistungen gelobte Band (Lloyd Maines: “The Blue Water Highway Band is the best new band that I’ve heard in years. Their vocals are spot on and their writing is smart and thoughtful. They’re very serious and impressive musicians“) überrascht auf “Heartbreak City” mit einem recht krass wirkenden stilistischen Wechsel von ihrem bisherigen countryfizierten Red Dirt-Stoff zu recht geradliniger, dynamischer und jederzeit melodischer amerikanischer Rockmusik mit einigen modernen, radiotauglichen Pop-Attitüden.

Erneut brillieren sie dabei mit ihren grandiosen vokalen Stärken, die sich in den wechselseitigen Leadgesängen der beiden Protagonisten Kibodeaux und Esington (zweimal – bei „King On“ und „Don’t Let Him Call You, Baby“ im Duett – bedient auch Catherine Clarke das Frontmikro) wiederspiegeln sowie in vielen mehrstimmigen Harmoniegesängen zentralisieren.

Mit Songs wie dem Opener „Groovin’” (fast wie Boston zu “Third Stage”-Zeiten), dem beatlesken “Way Back When”, dem ein in wenig Delta Saints-Flair bedachten “Best Friend“, dem mit viel Seele behafteten „I Believe The Light“ (mit gospeligen Harmoniegesängen), dem shuffligen Titelstück (mit schönem Akkordeon), „Don’t Let Him Call You Baby“ (Duett in Stewart-Lennox-Manier) bis zum finalen „Burn My Heart“ erhält man einen bunten Strauß an erstklassig und spannend, in einem satten, sauberen Sound arrangierten Reminiszenzen aus der Rock- und Pop-Geschichte.

Ihre ganze Energie offerieren Blue Water Highway besonders gegen Ende bei Stücken wie „Ain’t Gonna Give Up“ (mit Bläser-Unterstützung) und „Rebel“, wo es stilistisch in Richtung der Dirty Guv’nahs rockt. Die countryesken Elemente des Vorgängers wurden weitestgehend außen vor gelassen.

Man darf gespannt sein, wie der insgesamt doch recht überraschende, aber konsequent durchgezogene Umschwung auf „Heartbreak City“ von den Fans der Band aufgenommen wird. Die eigentlich einzige Konstante war diesmal die Gestaltung des Cover-Artworks durch die Dodds Sisters in ihrem Backstage Design Studio. Somit bleibt die Entwicklung von Blue Water Highway angesichts ihres ohne Zweifel musikalischen Potentials weiterhin wohl ziemlich aufregend.

Eigenproduktion (2018)
Stil: Rock/Pop

01. Groovin‘
02. Way Back When
03. Best Friend
04. North Of LA
05. I Believe the Light
06. Heartbreak City
07. Keep On
08. Don’t Let Him Call You Baby
09. Ain’t Gonna Give Up
10. Rebel
11. Burn My Heart

Blue Water Highway
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Bärchen Records

Shooter Jennings – Shooter – CD-Review

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Review: Michael Segets

Nach seinen experimentellen Ausflügen in die Kombination des Country mit Synthesizer-Klängen auf seinem Tribut-Album „Countach“ für Giorgio Moroder wollte Shooter Jennings ein reines Country-Album ohne musikalische Spielereien machen. Dieses Vorhaben löst er nun mit „Shooter“ auf seine eigene Weise ein.

Shooter Jennings verzichtet auf die deutlichen Grenzgänge, die er in früheren Veröffentlichungen immer wieder unternahm. Obwohl er gerade da, wo er seine Flügel in Richtung Rock ausgestreckte, einige tolle Songs geschrieben hat, deren Attitüde mich stellenweise an Kid Rock erinnert. Nun konzentriert er sich auf seine Wurzeln, die nun mal – vielleicht auch erblich bedingt – im Country liegen.

Auf dem Song „Do You Love Texas?“ antwortet ein Chor, für den der Sohn von Waylon Jennings mit Kris Kristofferson ein Country-Urgestein rekrutieren konnte, auf die Frage mit: „Hell yeah!” Fällt die Antwort auf die Frage „Do you love Country?“ genauso aus, dann liegt man bei der Scheibe genau richtig.

Ich bin meist kein Fan von Country-Songs der klassischen Machart. Sie sind mir oft zu monoton und schmalzig. Dies vermeidet Shooter auf seiner aktuellen Scheibe allerdings. Ihm gelingt das Kunststück, traditionellen Country interessant zu verpacken. Einzig „Rhinestone Eyes” steht zeitweise in der Gefahr, in den Kitsch abzugleiten, aber Shooter Jennings rettet den Titel durch seine starke Gesangsleistung.

„Shades & Hues“ ist so ein Stück, das bei mehrmaligen Hören immer nochmal eine neue Facetten enthüllt. Da schleichen sich Blues-Elemente hinein und im Background passiert überraschend viel. Ähnliches gilt für „I’m Wild & My Woman Is Crazy” . Der Song kommt bereits flott mit einigem Twang daher, dann geben die einsetzenden Bläser dem Stück noch zusätzlichen Drive und etwas Soul mit.

Dadurch, dass Jennings unterschiedliche Spielarten des Country verarbeitet, gewinnt die CD ebenfalls an Abwechslung. So folgt auf die mit ausgiebiger Steel Guitar-Begleitung von Fred Nevell versehene Ballade „Living In A Minor Key” „D.R.U.N.K.“ im Trucker-Rhythmus.

Mit schönen instrumentalen Passagen glänzt „Fast Horses & Good Hideouts“, das Jennings zusammen mit dem Schauspieler Randy Quaid und Dave Cobb geschrieben hat. Nach dem Tod von Jon Hensley, dem das Album gewidmet ist, holte Jennigs Dave Cobb (Chris Stapleton, Jason Isbell) als Produzenten wieder ins Boot.

Ganz auf den Rock verzichtet Shooter Jennings allerdings doch nicht. Beim Opener „Bound Ta Git Down” liefert er einen Rock ’n Roll ganz im Stil der guten alten Zeit von Chuck Berry, Jerry Lee Lewis oder Elvis Presley. Auch das abschließende „Denim & Diamonds” ist mehr Rock- als Country-Ballade, passt sich aber nahtlos in das Album ein.

Das Werk macht einen konzeptionell geschlossenen Eindruck mit klarer Linie. Die Songs scheinen schnörkellos, aber so einfach wie sie zunächst wirken, sind sie meist nicht. Jennings baut subtiler als in seiner vorherigen Veröffentlichungen musikalische Elemente ein, die nicht genuin aus dem Country stammen. Shooter Jennings modifiziert und modernisiert den traditionellen Country geschickt, ohne dass man es direkt merkt. Für mich ist „Shooter“ daher ein heißer Anwärter auf das Country-Album des Jahres.

Low Country Sound-Elektra Records/Warner Music (2018)
Stil: Country

01. Bound Ta Git Down
02. Do You Love Texas?
03. Living In A Minor Key
04. D.R.U.N.K.
05. Shades & Hues
06. I’m Wild & My Woman Is Crazy
07. Fast Horses & Good Hideouts
08. Rhinestone Eyes
09. Denim & Diamonds

Shooter Jennings
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Chris Kramer & Beatbox’N’Blues – Way Back Home – CD-Review

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Review: Michael Segets

Bandleader Chris Kramer geht zusammen mit dem zweifachen Deutschen Beatboxmeister Kevin O Neal und dem Gitarristen Sean Athens als Chris Kramer & Beatbox’N’Blues in die zweite Runde. Im letzten Jahr hatte die Band quasi als Vorbereitung ihrer ausgedehnten Tour durch die Vereinigten Staaten das Album „On The Way To Memphis“ herausgebracht. Kaum zurückgekehrt, nahmen die drei Musiker in den Arnsberger Megaphone Studios die fünfzehn Tracks von „Way Back Home“ auf. Die zahlreichen Eindrücke von ihrer Reise auf den Spuren des Blues beschreibt Kramer ausführlich in den Linernotes und kündigt dort einen Dokumentarfilm über die Tour an.

Im Zentrum der Songs steht die Mundharmonika von Chris Kramer, die er meisterhaft beherrscht. Nicht umsonst hat er mit renommierten nationalen und internationalen Musikern wie Helge Schneider, Peter Maffay, Jack Bruce oder Pete York zusammengearbeitet.

Auf der Scheibe zeigen Chris Kramer & Beatbox’N’Blues eine große Bandbreite an Blues-Variationen. Die mal dezenten, mal vordergründigen Beatbox-, Rap- und Hip Hop-Elemente erweitern das musikalische Spektrum und geben der Band einen eigenen Sound. Der entwickelt durchaus seinen Reiz, auch wenn er Blues-Puristen vielleicht nicht anspricht.

„Jukebox“ gibt mit einem Funk-Einschlag und einem Beatbox-Zwischenstück den Startschuss zur CD. Auch bei „Ain’t Nobody At Home“ beatboxt Kevin O Neal, was sich gut in den stampfenden Rhythmus des rockigen Stücks einpasst. O Neals Soundeffekte peppen ebenso den eher traditionellen Boogie „Beatbox’N’Boogie“ auf. Das gleiche Konzept verfolgt die Band auf „Last Man Riding“. Der Song startet in bester ZZ Top-Manier, wofür das Gitarrenspiel von Sean Athens verantwortlich ist, und zählt für mich neben dem eingängigen „Just A Little Boy“, das ohne auffällige Effekte auskommt, zu den Highlights des Albums.

O Neal ergänzt die Vocals von Kramer bei „Happy Birthday“ durch Rap-Einlagen. Der Track erinnert an die der Band Gangstagrass, die durch die Titelmusik der Fernsehserie „Justified“ einen gewissen Bekanntheitsgrad erlangt hat. Die Fusion von Hip Hop und Blues deutet sich schon bei dem Titel „Hippin’N’Hoppin‘ The Blues“ an. Auch hier rappt O Neal nochmal einen Part.

Stärker dem traditionellen Blues verhaftet sind die englischsprachigen Balladen: „Ashes To Ashes“, das von den drei Bandmitgliedern komponiert wurde, und „Lawyer Clark Blues“ von John Estes. Bei der dritten Ballade „Hot Summer Day” kommen wieder mehr Effekte zum Einsatz. Der Akzent liegt jedoch auf dem nachklingenden Gitarrenspiel von Athens, das Assoziationen zu Gary Moore weckt.

Trotz aller Varianz bilden die ersten zwei Drittel des Albums doch eine insgesamt homogene Einheit, die gegen Ende mit drei Instrumentalstücken und zwei auf Deutsch gesungenen Titeln etwas verloren geht.

Bei „Deep In The Ground“ ergänzen sich Mundharmonika und Gitarre sehr schön. Streicher und Soundeffekte laden auf dem sanften „Tallachatchie Flats“ zum Träumen ein. Auf „Go With The Flow“ zeigt Athens nochmal ausgiebig, was er an der Gitarre kann. Mit Vogelgezwitscher und sanften Mundharmonika-Melodien wirkt das fast acht Minuten lange Stück im Vergleich zu den anderen allerdings fast seicht.

Das langsame „Der Wolkenmacher” ist eine wehmütige Reminiszenz Kramers an seinen Vater und das Revier vor dem Strukturwandel. Als Ruhrpottler fehlt natürlich nicht die Begeisterung für den Fußball, die Kramer mit „Erst hatt‘ ich kein Glück“ auf höchst unterhaltsame und witzige Weise zum Ausdruck bringt. Der Text besteht aus bekannten Stilblüten von Fußballspielern und Trainern, die originell zusammengefügt sind. Musikalisch würde das Lied auf Westernhagens „Mit Pfefferminz bin ich dein Prinz“ passen.

Die Kombination des Blues mit Hip Hop- und Rap-Elementen funktioniert. Sie bricht mit Hörgewohnheiten und erzeugt eine gewisse Spannung, die auch bei mehrmaligen Hören der Stücke aufrecht erhalten bleibt. Dennoch sprechen mich die Songs, auf denen zurückhaltender mit den Soundeffekten umgegangen wird, mehr an. Dies liegt allerdings an meiner musikalischen Sozialisation. Die Variationsbreite auf „Way Back Home“ geht gegen Ende des Albums auf Kosten einer klaren konzeptionellen Linie. Dafür bietet es mit „Erst hatt‘ ich kein Glück“ dort nochmal ein Lied, das in jedem Fall im Gedächtnis bleibt.

Blow ‚Till Midnight Records/Fenn Music (2018)
Stil: Blues/Blues Rock and more

01. Jukebox
02. Ain’t Nobody At Home
03. Beatbox’N’Boogie
04. Ashes To Ashes
05. Lawyer Clark Blues
06. Happy Birthday
07. Just A Little Boy
08. Last Man Riding
09. Hot Summer Day
10. Hippin’N’Hoppin‘ The Blues
11. Deep In The Ground
12. Go With The Flow
13. Erst hatt´ ich kein Glück
14. Der Wolkenmacher
15. Tallahatchie Flats

Chris Kramer
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6. Blues ’n Jazz Meeting – 11.08.2018, Walzwerk, Dinslaken – Festivalbericht

Nachdem wir ja im letzten Jahr bei der 5. Ausgabe des Blues n‘ Jazz Festivals unsere Premiere in Sachen Berichterstattung gefeiert hatten und von der Machart, dem schönen Ambiente, der zügigen Organisation und auch der musikalischen Qualität ziemlich angetan waren, sind wir der Einladung von Organisator Klaus Diessner wieder gerne nachgekommen.

Diesmal konnten wir in Zusammenarbeit mit ihm noch 6 Personen glücklich machen, die im Rahmen des Vorberichts und eines Gewinnspiels 3 x 2 Freikarten ergattern konnten. Das Walzwerk-Team hatte zur aktuellen Veranstaltung mit den ‚Lokalmatadoren‘ Haranni Hurricanes, Andrew „The Bullet“ Lauer & Band und Chris Grey & BlueSpand wieder eine bunte stilistische Mischung aus deutschen und internationalen Akteuren zusammengestellt.

Um 18:30 Uhr eröffnete das in schwarz gekleidete und mit Cowboyhüten geschmückte Trio aus dem Emscher Delta mit ihrem ‚hurricanifizierten‘ Texas Blues Rock in der Tradition eines Stevie Ray Vaughan & Co. mit dem Titelsong ihrer noch aktuellen CD „Black Cadillac“, ihr letztendlich 17 Stücke (inkl. Zugabe) umfassendes Programm.

Sie hatten als Opener, wie auch schon im letzten Jahr The BlueBones, ein wenig den Nachteil, das zu dem Zeitpunkt noch viele Leute nicht eingetroffen waren oder gerade ankamen und mit den üblichen Begrüßungszeremonien der Bekanntschaften und den ersten Getränkebestellungen beschäftigt waren.

Trotz eines launigen Mixes aus ihren immerhin schon sieben Tonträgern mit u. a. dem ZZ Top-umwehten „You Upset Me Baby“, dem schönen Slow Blues „Time Change Love“, dem funkigen „Whiskey Drinkin‘ Woman“, dem shuffligen „Lady In Love“ und einer starken Cover-Version von „Cold Day in Hell“, taute die Stimmung erst so richtig auf, als ‚Texas Ralle‘ Bernschein mit seiner Gitarre beim „Hurricane Swing“ durchs Publikum stolzierte.

Ihr engagierter Auftritt wurde mit der Einforderung einer Zugabe letztendlich dann doch noch angemessen gewürdigt.

Line-up:
Ralf “ Texas “ Bernschein (lead vocals, electric guitar)
Andre Frin (bass, vocals)
Bernd Rademacher (lead vocals, drums)

Der mittlere Act um den wuchtigen Andrew „The Bullet“ Lauer und seinen jungen Begleitmusikern Jermaine Dobbins, Danny Eddy, Eugen Leonhardt und Marcel Weishäupl war die große Herausforderung an diesem Abend, da Hip Hop und Rap wahrlich nicht zu meinen persönlichen Präferenzen zählen.

Das Quintett mit seinem charismatischen Fronter holte die anwesende, überwiegend ältere Generation meiner Bauart von Anbeginn mit einer dynamischen Show ab. Dabei überzeugte nicht nur die voluminöse Stimme und das powervolle Bassspiel des Protagonisten. Auch seine restlichen Mitstreiter erwiesen sich als Musiker, die ihr Handwerk perfekt beherrschen.

So wurden die Rap- und Hip Hop-Einlagen von  Jermaine Dobbins sehr schön dosiert, sodass am Ende die durch Mark und Bein gehende Mischung aus Soul-, Funk, Blues- und R & B-Bestandteilen immer im Vordergrund stand.

Hängen geblieben sind Stücke wie das dem Vater gewidmete emotionale „I Will Always Be“, das recht rockige „I Just Got To Understand“, die atmosphärische Ballade „Be(a)dtime Story“ mit toller Piano-Solo-Einlage, und die aktuelle Single „I Don’t Wanna Think About It“ als Finale mit verspieltem E-Solo von Eugen Leonhardt.

Hut ab für diesen Auftritt und allein schon den Mut, sich einer doch eher auf Bluesmusik fixierten Audienz zu stellen und ein großen Blick über den Tellerrand einzufordern (vor allem bei mir…). Mission durchaus gelungen!

Line-up:
Andrew „The Bullet“ Lauer (lead vocals, bass)
Jermaine Dobbins (co-lead vocals)
Danny Eddy (keys, vocals)
Eugen Leonhardt (electric guitar)
Marcel Weishäupl (drums)

Der Headliner der diesjährigen Veranstaltung waren die mir und Fotograf Jörg (Kompliment für seine tollen Bilder!) bis dato unbekannten Dänen Chris Grey & The BlueSpand. Dass Skandinavier Blues Rock können weiß man, nicht zuletzt, dank ihrer Landsleute Thorbjorn Risager & The Black Tornado.

Der immer noch ein wenig lausbubenhaft wirkende, toll singende und fantastisch Gitarren-spielende Grey sowie seine Kollegen Kaspar Lauersen und der kräftige Drummer Lars Frimodt-Moeller, legten eine über zwei Stunden währende, genau nach meinem Gusto (und auch des restlichen Publikums) Blues Rock-Show vom Allerfeinsten hin.

Dabei ließ der Bandleader keine Gelegenheit aus, sein spezielles Verhältnis dem weiblichen Geschlecht gegenüber, pendelnd zwischen Muttersöhnchen und ‚Beziehungsluftikus‘, zu proklamieren. So erzählte er – keine Ahnung, ob es wirklich wahr ist – dass er bereits 5x (!!!) verheiratet gewesen ist (da wünschte man ihm spontan voller Mitgefühl – ich kenne das dänische Unterhaltsrecht nicht – zumindest, dass seine verflossenen Herzensdamen, besser betucht waren als er…).

Erstgenannter Sachverhalt spiegelte sich in Stücken wie „Lotta Love“ und dem grandios funkigen „Mammas „Mammalaid“, letztgenannter u. a. in dem seiner zukünftigen Ex-Frau gewidmeten „Come On“,  dem Lenny Kravitz-mäßigen „Set U Free“ oder der launigen ersten Zugabe“Woman I Know“ (Chris vor der Bühne in Gesangsinteraktion mit den Leuten).

Weitere Highlights waren die saustarken und eigenwilligen Versionen der Albert King- und Bob Marley-Klassiker „As The Years Go Passing By“ (bei dem die Leisespieleinlage im Solo leider weitestgehend im Gebrabbel der Leute unterging), beziehungsweise „I Shot The Sheriff“,  und die Eigenkomposition „Butterflies“ vom aktuellen Werk „Lotta Live“ mit gigantischem E-Solo von Chris.

Den stimmigen Abschluss des ‚Danish Blues Dynamite‘-Gigs als auch des Festivals bildete „No Diggity“, bei dem dann Lauer und Dobbins auf die Bühne geholt wurden und Blues Rock und Hip Hop kurz vor Mitternacht auf launige Art verschmolzen wurden.

Line-up:
Chris Grey (lead vocals, electric guitar)
Kaspar Lauersen (bass, vocals)
Lars Frimodt-Moeller (drums, percussion, vocals)

Fazit: Auch das 6. Event dieser Art war äußerst abwechslungsreich, unterhaltsam und kurzweilig, alles auf starkem musikalischen Niveau. Die Zuschauerresonanz hielt sich ungefähr auf dem gleichen Level wie im Vorjahr. Hier darf das Engagement von Klaus Diessner und seinem Team im nächsten Jahr mal mit deutlich mehr Zuspruch gewürdigt werden, es gibt sicher wieder einiges an toller Musik zu erleben!

Bilder: Jörg Schneider
Bericht: Daniel Daus

Haranni Hurricanes
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Andrew „The Bullet“ Lauer & Band
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Chris Grey & The BlueSpand
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Walzwerk Dinslaken

Joey Nevada – The Ride – CD-Review

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Review: Stephan Skolarski

Als die Countrymusiker Tim McGraw, Toby Keith oder George Strait ihre ersten Platten veröffentlichten, steckte Joey Nevada nicht einmal in seinen ‚Baby-Boots‘. Dass er aber grade diese Musiker als wichtige Vorbilder benennt, muss als gewaltige Hausnummer erst gestemmt werden. Ob seichter Pop-Country von McGraw, die rockigen Southern-Accents bei Keith oder der eher traditionelle Country-Stil von Strait – Joey Nevada gelingt es, sich der Bandbreite seiner Idole anzupassen und das berühmte Southern-Feeling ausgiebig zu verbreiten.

Leider weist das LP-Cover nicht auch James Brickey als Interpreten aus. Dieser ist die kreative Kraft hinter Joey Nevada. Er wirkt als Songschreiber, Gitarrist und Produzent der vielversprechenden Country-Group mit. In der Band um den charismatischen Frontmann beweisen neben dem bereits erwähnten 24-jährigen James Brickey auch dessen Bruder Justus (21 Jahre) am Bass und Rob Shields (23 Jahre) am Schlagzeug ihr Können, denn man bekommt mit „The Ride“ eine abwechslungsreiche Reise durch die Gefilde des modernen Southern Rock geboten – mit echten Highway Songs zum Aufdrehen!

Exemplarisch dafür steht der melodische Road-Trip Opener „Midnight Drive“, der die Erwartungshaltung sofort steigert. Es folgen intensive Stücke, wie „Better Than You“ und „Lazy Day“ und neben Stadion-Rock mit „Good Times All Nighter“, der typische Sommer-Hit „Beach Bum“ – nicht nur für Strandbegeisterte geeignet und besonders empfohlen!

Selbst der langsam daher kommende Track „Didn’t Have A Clue“ entwickelt als prägende Ballade schnell ein angenehmes Country-Eigenleben. Youngster-Idealismus der feinsten Südstaaten-Art spricht aus dem weiteren Aufreißer „Sweet Southern Ride“, der als Titelsong des Albums erst unter Nummer zehn der Playlist präsentiert wird. Für ausufernde Tourneen quer durch die USA ist in den letzten Jahren vor allem Eric Church bekannt gewesen. Da passt es nur zu gut, dass Joey auf „Like Me“ die einzigartige „Chief Performance“ in kluger Voraussicht einübt.

Der Abschluss Track „Pop A Top Or Two“ beendet eine Top Newcomer Scheibe, die ihren Namensgeber zu Recht als Anwärter in die Klasse seiner großen Überväter erkennen lässt. Joey Nevada hat die Aufnahmeprüfung mit Prädikat bestanden, natürlich mit der Verpflichtung, die musikalische Bandleistung couragiert auszubauen und mit seinen Southern-Rock-Boots noch viele weitere Meilen zurückzulegen.

Eigenproduktion (2018)
Stil: Southern Rock, New Country

Tracklist:
01. Midnight Drive
02. Better Than You
03. If I Had It My Way
04. Lazy Day
05. Love Songs
06. Good Time All Nighter
07. Beach Bum
08. Didn’t Have A Clue
09. Pieces To The Puzzle
10. Sweet Southern Ride
11. Like Me
12. Pop A Top Or Two

Joey Nevada
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Davisson Brothers Band – Fighter – CD-Review

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Zweites, ganz hervorragendes Album der Davisson Brothers Band, die ihre musikalische Passion überaus authentisch auf dem Terrain des ’southern-fueled‘ Countryrocks und ’southern-rocking‘ Country auslebt. Obwohl das Quartett um die beiden Brüder Donnie (lead vocals, acoustic guitar) und Chris Davisson (guitars) schon seit Mitte der 90er Jahre in diversen Konstellationen am Start ist, war bisher, trotz zahlreicher Aktivitäten (u. a. partipizierten sie 2017 in Chris Jansons Video-Clip zu „Fix A Drink“) und vielversprechender Beziehungen, nicht mehr als ihr 2009 veröffentlichtes Debütalbum, das immerhin die Top-40 der Bilboard Charts erreichte, und einer Single im Jahre 2014 („Jesse James„), auf der Habenseite zu verzeichnen.

Besagte Single ebnete Ihnen allerdings den Weg zur Kooperation mit dem Grammy-dekorierten Star-Produzenten Keith Stegall (u. a. George Strait, Zac Brown Band, und vor allem Alan Jackson), der mit dem erfolgreichen australischen Musikpromoter Rob Potts und Sony Music Australia eine potente Partnerschaft für seine neu gegründete Dreamlined Entertainment Group abgeschlossen hat. Stegall ließ es sich natürlich nicht nehmen, das nun vorliegende, leider nur acht, dafür ganz hervorragende Stücke umfassende „Mini“-Zweitwerk „Fighter“, des durch Aaron Regester (drums) und Russell Reppert (bass) vervollständigten Quartetts, selbst zu produzieren.

Dabei stellte er den aus Clarksburg, West Virgina, stammenden Jungs mit Michael Rojas (keys), Ilya Toshinsky (banjo), Billy Panda (acoustic guitar), JT Corenflos (electric guitar), Chance McCoy (fiddle) Wes Hightower, John Wesley Ryles und Ronnie Bowman (alle Background vocals) eine überaus prominente und ’schlagkräftige‘ Musikerschaft als weitere Unterstützung zur Verfügung. Auch der dritte Davisson-Bruder Sammy, der nicht mehr zum offiziellen Line-up zählt, ist an einigen Bass-Parts und Harmoniegesängen beteiligt.

Der launige Opener „Po‘ Boyz„, zugleich die erste Single, ist eine gut tanzbare Hommage an das einfache, Redneck-basierte Leben, mit seinen, nach getaner Arbeit, typischen Dingen wie Reiten, Quad-Fahren im Schlamm, Zielschießen und den, mit vielen hübschen Country Girls bestückten Friday Night Parties, wo das Bier dann besonders gut schmeckt.

Mit „Breathe“ folgt eine Gänsehaut verursachende Southern Soul-Ballade. Donnie Davissons (auch insgesamt) engagierter, emotionaler Gesang, die brillante Orgel-Hintergrundarbeit des, auf diesem Album überragend agierenden Mike Rojas und das tolle E-Gitarrensolo, sowie dezente Harmniegesänge im Refrain, werden die Südstaaten Rock-Anhängerschaft absolut begeistern. Ein besonderes Highlight!

Zünftig geht es mit dem polternden Stampfer „Didn’t Come Here To Leave“ und seinem herrlichen ‚Fußwippen‘-Refrain weiter. In eine ähnliche Kerbe schlägt auch das knackig rockende „Black Like Cash“. Ein durchaus weiterer Kandidat für die Radiostationen in Nashville ist das, mit einem eingängigen und leicht mitsingbaren Refrain versehene, melodische „Get Down South“ (schöne Banjountermalung von Toshinsky).

Das melancholische „Let’s Build A Fire“, das „Can’t You See“-umwehte Titelstück „Fighter“ und der hymnische Abschlusstrack „Appalachian American“ (mit wunderbar traurigem Fiddle-Ausklang von Chance McCoy ), bilden neben dem bereits erwähnten „Breathe“ den ruhigeren Gegenpol.

Vieles erinnert hier von der Art her, an Songs der Band Rambler auf ihrem einstig starken Werk „First Things First„. Auch Lynyrd Skynyrd– und Marshall Tucker Band-Einflüsse sind immer wieder spürbar, genau wie die des traditionellen und modernen Country.

Ingesamt eine durchgehend überzeugende und kurzweilige CD der Davisson Brothers Band. Keith Stegall hat mit den Jungs wieder mal ein feines ‚Näschen‘ bewiesen und nicht zuletzt dank der starken Zusatz-Musiker eine herrliche Balance zwischen knackigem, radiotauglichen Country- und balladeskem Southern Rock gefunden, wie es in so hervorragender Weise bei Montgomery Gentry funktioniert hatte. „Fighter“ ist daher ein absolutes ‚Must-Have‘ für die Klientel dieser Musikrichtungen!

Dreamlined Entertainment Group (2018)
Stil: Southern Country Rock

01. Po‘ Boyz
02. Breathe
03. Didn’t Come Here To Leave
04. Let’s Build A Fire
05. Black Like Cash
06. Fighter
07. Get Down South
08. Appalachian American

Davisson Brothers Band
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Bärchen Records

The Magpie Salute – High Water I – CD-Review

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Review: Gernot Mangold

Man könnte die Scheibe mit einem Wort beschreiben: „Geil“. Doch nun zur Rechtfertigung dieses Schlagwortes. Vor etwa einem Jahr endete die Plattenkritik zum Erstling von Magpie Salute, live aufgenommen und ausschließlich Coversongs (natürlich auch von den Black Crowes) beinhaltend, mit dem Satz: „Nach dieser Platte darf man gespannt sein, was als nächstes geboten wird“.

Nun folgt das erste Studioalbum, mit vielsagenden Namen „High Water 1“. Wie der Titel es schon vermuten lässt, ist im nächsten Jahr auch ein Nachfolger geplant. Doch nun zum aktuellen Werk.

Rich Robinson und seinen Mitstreitern aus Black Crowes-Zeiten, Gitarrist Marc Ford und Sven Pipien am Bass, haben mit Sänger John Hogg, Keyboarder Matt Slocum und Drummer Joe Magistro eine Band geformt, die voll die gesetzten Erwartungen der Liveplatte des letzten Jahres, erfüllt hat.

Obwohl die Musiker zuvor über eine Dekade nicht mehr zusammen musiziert haben, sprang bei der Gründung der Band direkt der Funke über. Dies zeigt sich auch in der Spielfreude, welche auf „High Water 1“ omnipräsent ist, in jedem einzelnen Song. Eine Beschreibung aller Stücke würde den Rahmen einer Rezension sprengen, einzelne Stücke hervorzuheben, würde den anderen Songs allerdings auch nicht gerecht werden.

Auf jedem Fall gelingt es der Band in den zwölf Tracks keine Langeweile aufkommen zu lassen, wobei hier die absolute Stärke die Besinnung auf die Einfachheit von Musik ist, die ohne große künstliche Aufarbeitung von Vocals oder den Instrumenten auskommt, was bei der musikalischen Qualität der Band auch nicht notwendig ist. Der Reigen spannt sich dabei von Southern-lastigen Songs, über leicht Country-angehauchte ruhige Lieder zu fast schon punkig wirkenden gesanglichen Parts der Marke Iggy Pop, um schließlich auch noch Elemente der psychedelisch angehauchten Rockmusik der 70er Jahre mitzunehmen.

Schön ist besonders die Vielzahl der eingesetzten Saiteninstrumente (bis hin zur Hawaigitarre) und die vielseitigen Spielvarianten. Die Keyboards untermalen die etwas ruhigeren Songs zuweilen in träumerischer Art und Weise. Hier kommt auch die Aussage Robinsons zum Tragen, dass in vielen der Kompositionen auch alte Probleme aus Crowes-Zeiten aufgearbeitet wurden und diese nun aus der Welt geschafft worden sind.

Zugute kommt auch der zum Teil mehrstimmige und wechselnde Leadgesang, der jedem Song einen eigenen Charakter verleiht. Wenn die Platte als ein Spiegel der Harmonie der Band gesehen wird, ist von Magpie Salute noch einiges zu erwarten, wobei natürlich die absoluten Stärken in den etwas härteren, southernlastigeren Songs liegt, welche im Ansatz immer wieder die Möglichkeit offerieren, in jammende improvisierende Soundteppiche abzuschweben.

Dies ist absolut positiv, auch für mögliche Liveauftritte zu sehen, wo Southern-Fans die Chance nutzten sollten, die Elster zu begrüßen. Dies aus zwei Gründen: einmal, um ein vermutlich furioses Konzert zu erleben, aber auch einer alten indianischen Tradition zu folgen, da der Gruß der Elster bekanntlich als gutes Omen zu sehen ist. Von daher absolute Kaufempfehlung!!!!

Mascot Records/Provogue (2016)
Stil: Jam Rock

01. Mary The Gypsy
02. High Water
03. Send Me An Omen
04. For The Wind
05. Sister Moon
06. Color Blind
07. Take It All
08. Walk On Water
09. Hand In Hand
10. You Found Me
11. Can You See
12. Open Up

The Magpie Salute
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Netinfect Marketing&Promotion

Dustin Douglas & The Electric Gentlemen – Break It Down – CD-Review

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Review: Stephan Skolarski

Nach dem gleichnamigen Debütalbum aus 2016 und der EP „Blues 1“ ist „Break It Down“ ein powervoller Nachfolger der Pennsylvania-Rocker Dustin Douglas & the Electric Gentleman. Die vornehm gekleidete Anzugträger-Combo, bestehend aus Tommy Smallcomb am Schlagzeug, Bassist Matt „The Dane“ Gabriel und Bandleader Dustin Douglas fühlt sich im Blues-Rock-Revier ausgesprochen wohl.

Songs, wie der Drum-Beat lastige Opener „A Little Bit“ oder das groovige, mit Funky-Blues-Tönen gespickte „On The Dance Floor“, sind auf dieser Scheibe häufig vertreten. Klar herausgearbeiteter Retro Rock-Sound auf „Turn Around“ ist ein 60er-Schmankerl der Platte.

Melodischer Southern-Hard-Rock in kluger Black Stone Cherry-Manier wird auf „Goodbye“ und „Hold of Me“ abgeliefert. Ambitioniert erscheint hingegen der selbstvermarktete Vergleich zu Blues-Größen, wie Stevie Ray Vaughan oder ZZ Top. Es sind aber trotzdem gute Ansätze, die sie hier zeigen. Von den spritzig-funkigen Gitarreneffekten und den rhythmischen Drum-Beats auf „My Time Is Precious“ wird man einfach nicht ’satt‘!

Der mit Abstand beste Song ist die Southern-Rock-Ballade „Ain’t No Denyin'“, die alles mitbringt, was Lynyrd Skynyrd-Fans sich so gerne wünschen. Ein entspanntes Open-Space Feeling wird auf diesem Midtempo-Kracher sommerlich verbreitet. Dagegen entwickelt „Fat Cat“ diesen album-typischen Blues Rock-Rhythmus mit einer Prise Funk. Der letzte Track „No More Tears To Cry“ vertieft das Repertoire kerniger Blues Rock-Sounds.

Teilweise wirkt das Album ein bisschen schablonenhaft. Irgendwie scheint die Band noch nicht ganz ihren eigenen Stil gefunden zu haben und die Einordnung fällt dementsprechend schwer. Hervorzuheben ist, dass das Trio alle Songs selbst geschrieben hat und auf für Blues-Alben charakteristische Cover-Songs verzichtet, wie sie z. B. ein Joe Bonamassa gerne auf seinen Platten einzusetzen pflegt.

Leider wartet man ein wenig vergebens auf das eine oder andere Gitarren-Riff, Tempowechsel oder melodische Finessen, durch die das Werk aus der Blues Rock-Masse hervorstechen könnte. Nichtsdestotrotz ist „Break It Down“ ein ambitioniertes Album, mit dem Dustin Douglas & the Electric Gentleman versuchen, im Blues Rock-Genre Fuß zu fassen.

Quad-O Records (2018)
Stil: Blues Rock

01. A Little Bit
02. Destiny
03. On The Dance Floor
04. Turn Around
05. Goodbye
06. Hold Of Me
07. My Time Is Precious
08. Ain’t No Denyin‘
09. Out Of My Mind
10. Fat Cat
11. Your Face Is Strunning
12. Tragedy
13. No More Tears To Cry

Dustin Douglas & The Electric Gentlemen
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