Beth Hart – Fire On The Floor – CD-Review

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Puh, ganz schön Blues (Rock)-lastig, die letzten Wochen hier im SoS. Aber dieses Genre ist ja mit der hier präferierten Musik, zumindest partiell, auch immer wieder, irgendwie kompatibel.

So freuen wir uns natürlich, Beth Harts neuen Silberling „Fire On The Floor“ in diesem Magazin besprechen zu können. Die aus Los Angeles stammende und dort ebenfalls lebende Künstlerin mit der unglaublichen Röhre, würde vermutlich in jede Band unserer Sparte reinpassen und dort auch locker mitmischen können. Und selbst das berühmte Ryman Auditorium in Nashville wusste sie auf ihrer letzten Tour zu begeistern, also, kein Zweifel, eine ganz klare Kandidatin für unsere Plattform.

Bezüglich ihrer neuen Scheibe, hat sie sich wieder für eine Zusammenarbeit mit Produzent Oliver Leiber (The Corrs, Paula Abdul, Gavin DeGraw) entschieden, der ihr mit u. a. Michael Landau (guitar), Waddy Wachtel (guitar), Brian Allen (bass), Rick Marotta (drums), Jim Cox (piano), Dean Parks (acoustic guitar) und Ivan Neville (B3 and organ) ein hochkarätiges Musiker-Ensemble an die Seite gestellt hat. Seine Produktion ist kräftig und glasklar und man kann selbst den dezentesten Saitenzupfer oder das kleinste Piano-Tüpfelchen im Soundgefüge ausmachen.

Wie nicht anders zu erwarten, steht aber ihre außergewöhnliche und sehr variable Stimme im Fokus der, immer von einem Retro-Touch umwehten Songs, die zum Teil in diverse Richtungen sprießen.

So steigt sie mit „Jazz Man“ titelgetreu und stilgerecht in swingendem Jazz-Ambiente ein (Bläser, typische Piano- und Gibson-ES-Gitarrenklänge). Ein Schelm, wer auf den Gedanken kommt, dass „Coca Cola“ als heimliche Bewerbung der Protagonistin für einen mutmaßlichen zukünftigen Werbetrailer des Brauseherstellers inszeniert sein könnte. Ich bin mir sicher, dass so mancher Kreativling der Branche hier was Interessantes draus zaubern könnte…

Der soulige Groover „Together“ spiegelt in seiner fröhlich beschwingten Art, die Frühlingsgefühle verliebter Menschen wieder. Er verbreitet einfach nur gute Laune. Unsere Highlights sind natürlich Tracks wie das dreckig rockende und stampfende „Fat Man“ (Stones-Flair, HT-Piano, klasse E-Gitarren), die atmosphärischen Slow Blues wie das Titelstück oder das mit einer „Whiter Shade Of Pale“-Gedächtnis-Orgel bedachte „Good Day To Cry“, wo Beth sich vokal förmlich zerreißt.

Großartig sind auch die Lieder, in denen sie ihre verletzliche oder melancholische Seite präsentiert. Anzuführen sind hier die wunderbaren „Woman You’ve Been Dreaming Of“ (Moll-Piano- und Cello-Töne drücken aufs Gemüt), die Piano-getränkte Ballade „Picture In A Frame“ oder die an Melissa Etheridge erinnernde, kammermusikartige Hommage an das Zuhause „Home“ (Beth nur singend am Piano) als Finale.

Beth Hart beweist auf „Fire On The Floor“ ein weiteres Mal, dass das Feuer in ihrer Stimme weiterhin kräftig lodert. Ein Album, das weniger die (Blues) Rock-Szene bedient, sondern mehr auf eine variabler strukturierte und entspanntere Genießer-Klientel abzielt. Ein schönes Werk für die kommenden Herbsttage.

Mascot Label Group (2016)
Stil: Blues & More

01. Jazz Man
02. Love Gangster
03. Coca Cola
04. Let’s Get Together
05. Love Is A Lie
06. Fat Man
07. Fire On The Floor
08. Woman You’ve Been Dreaming Of
09. Baby Shot Me Down
10. Good Day To Cry
11. Picture In A Frame
12. No Place Like Home

Beth Hart
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