Patrik Jansson – Game Changer – CD-Review

Review: Jörg Schneider

Der Schwede Patrik Jansson legt im Oktober mit „Game Changer“ sein neustes Werk als Soloalbum vor. Er spielt nicht nur sämtliche Instrumente selbst, Jansson hat auch alle zehn Songs selbst geschrieben, aufgenommen und produziert. Es ist also ein Soloalbum im wahrsten Sinne des Wortes. Lediglich Tommy Schneller als Saxophonspieler und Jesper Larsson an der Mundharmonika sind auf zwei Songs als Gastmusiker zu hören. „Game Changer“ ist Teil 1 aus einer Reihe von insgesamt drei Scheiben, die Jansson für die nächste Zeit geplant hat.

Wo Patriks musikalische Wurzeln liegen – er wurde in jungen Jahren durch Led Zeppelin, Deep Purple, Black Sabbath und anderen Bands dieses Genres musikalisch sozialisiert – offenbart sich in den kraftvoll rockenden Tracks „I Still Want You“, „Show Me Your Love Is Real“ und „Leave Me Alone“.

Sie sprießen nur so vor Hard Rock-Elementen aus den 70’er Jahren. Dass Patrik Jansson aber auch anderen Musikrichtungen gegenüber aufgeschlossen ist, zeigen das wunderbar groovende Reggaestück „Time To Make Some Changes“ mit einer beherrschenden und an „UB 40“ erinnernden Bläsersektion sowie das jazzige und von Weather Report beeinflusste Instrumentalstück „Something‘s Gotta Give“ mit einem Schlagzeugsolo des Schweden und Tommy Schneller am Saxophon.

„A Wonder Of Nature“ wiederum kommt eher fröhlich-poppig daher, verfeinert mit leicht funkigen Motown-Gewürzen. Besonderen Gefallen habe ich beim Hören der Platte allerdings an dem schrammeligen, wild fetzenden „Feel Bad Boogie“ mit treibendem Schlagzeug und Jesper Larsson, der sich an seiner Mundharmonika die Lunge aus dem Leib bläst, gefunden. Eine weitere Reminiszenz an die 70‘er Jahre ist das mit teils verhallter Gitarre eingespielte Instrumentalstück „Rays Of The Sun“. Und mit „Hurts To See Her Go“ und „Know Where I Belong“ kommen auch die reinen Bluesfreunde nicht zu kurz.

Mit seinem neuen Album „Game Changer“ ist Patrik Janson also ein großer, abwechslungsreicher Wurf gelungen, der von den vielfältigen musikalischen Einflüssen in seiner Karriere zeugt. Dem Schweden gelingt es, gewaltig arrangierte Rockstatements, Reggaeelemente, Jazz und etwas Pop zu einer einzigartigen Scheibe zu kombinieren. Von mir daher fünf Sterne für diesen hörenswerten Longplayer. Euer Geld könnt ihr für ihn ab dem 28. Oktober loswerden. Es lohnt sich!

Sneaky Foot Records (2022)
Stil: Blues Rock & More

Tracks:
01. I Still Want You
02. A Wonder Of Nature
03. Feel Bad Boogie
04. Rays Of The Sun
05. Time To Make Some Changes
06. Something‘s Gotta Give
07. Show Me Your Love Is Real
08. Leave Me Alone
09. Got To Take A Stand
10. Hurts To See Her Go
11 . Know Where I Belong

Patrik Jansson
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Kiefer Sutherland – 21.10.2022, Carlswerk Victoria, Köln – Konzertbericht

 

Klasse Abend im Kölner Carlswerk Victoria mit Kiefer Sutherland und seinem hochwertigen Begleit-Ensemble! Gut 1.200 Zuschauer sorgten für einen prächtigen und stimmungsvollen Rahmen für das Corona-bedingt verschobene Nachhol-Konzert in der Location auf dem Areal einer ehemaligen Wickelei-Fabrik im Stadteil Mülheim.

Als Support hatten die beiden Pete Seeger-Fans Marla, eine in Köln lebende junge Frau aus Heidelberg und der ebenfalls hier residierende Kanadier David Celia für 30 Minuten Gelegenheit, ihre Flower Power-umwehte Folkmusik im Duett, das maßgeblich auf ihren Akustikgitarren und den aufeinander abgestimmten Lead- und Harmoniegesängen basierte, einer größeren Audienz zu präsentieren und schon Werbung für ihre dann demnächst wieder im kleineren Rahmen stattfindenden Konzerte zu machen. Sie haben mit ihrem sympathischen Auftritt sicherlich den einen oder anderen Interessenten hinzugewonnen.

Nach einer halben Stunde Umbaupause betrat der Hauptact die gemütlich gestaltete Bühne und Kiefer stürmte als Letzter mit seiner knallroten Gibson ES-Gitarre ans Mikro, um mit „Ole‘ Lonely Life“ den Reigen seiner Eigenkreationen, gespickt mit einem Patty Loveless- (dem Countryheuler „Blame It On Your Heart“) und zwei starken Tom Petty-Covernummern („Ways To Be Wicked“ und „Honey Bee“) zu eröffnen.

Der ja zunächst hier eher als Schauspieler bekannte Protagonist (u. a. „Lost Boys“, „The Killing Time“, „Flatliners, „Flashback“, „24“ alias Jack Bauer) begeisterte vor allem mit seiner kommunikativen und glaubwürdigen Art (oder er ist halt ein guter Schauspieler, haha) vor den Songs, wo er zu einigen Tracks humorvoll (zum Beispiel vorm herrlichen „Going Home“, dem Schunkler „So Full Of Love“), aber auch authentisch („Bloor Street„), Anekdoten aus seinem bisherigen Leben zum Besten gab.

Gut gefiel mir der sich mit der clever zusammengestellten Trackliste, ständig erhöhende Intensitätsgrad des Gigs, der nach Americana-, Roots-, Country-lastigem Schwerpunkt, samt Springsteen-(„Something You Love“) und Bob Seger– Ingredienzien („County Jail Gate“), vor allem im letzten Drittel, als Kiefer von der Akustikklampfe wieder zu E-Gitarre überwechselte, in ein furioses Rockkonzert mündete.

Hier konnten dann die beiden starken Gitarristen Doug Pettibone (der auch mit klasse Lap- und Pedal Steel-Einlagen) und Ex-Black Crowes-Mitglied Marc Ford, den wir ja auch schon in kleinerem Rahmen mit seiner eigenen Band mal hautnah erlebt haben, sich ordentlich saitentechnisch austoben und den Stücken eine deutlich härtere Gangart auflegen. Klasse auch der sehr variabel agierende Phil Parlapiano (gibt es für einen Keyboarder eigentlich einen besser passenden Namen?), der mit Klimper- und E-Piano, als auch Synthie- und Orgel-Parts zu gefallen wusste.

Beim furiosen Abschluss des Haupteils, „Down In A Hole“, wurde auch die burschikose Drummerin Jess Calceterra bei ihrem fetzigen Polterfinish, mit einem parallelen Blitz-Spotlightgewitter visuell klasse in Szene gesetzt. Dass Sutherland die musikalischen Ideen noch lange nicht auszugehen scheinen, bewies die starke erste Zugabe „Friday Night“, ein brandneuer Song, der allerdings dann nochmals vom grandiosen Rausschmeißer „Agave“, einem Southern-Tex-Mex-Boogie, mit herrlichen Twins und Soli von Pettibone und Ford nochmals getoppt wurde.

Fazit: Kiefer Sutherland ließ bei seinem letzten Konzert der Tour in der Domstadt keinen Zweifel daran aufkommen, dass er zu den wenigen guten Schauspielern gehört, deren Ausflug ins Musikgeschäft, eindeutig von Begeisterung und Können, anstatt von pekuniären Hintergedanken geprägt ist. Die Audienz konnte sich zufrieden auf den Heimweg begeben. Ein starker Gig des Kanadiers!

Line-up:
Kiefer Sutherland (lead vocals, electric and acoustic guitar)
Doug Pettibone (electric guitar, lap steel, pedal steel, vocals)
Marc Ford (electric guitar, vocals)
Joseph de la O (bass)
Jess Calceterra (drums)
Phil Parlapiano (keys, vocals)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Kiefer Sutherland
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Marla & David Celia
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Oktober Promotion
Carlswerk Victoria

Erja Lyytinen – 07.10.2022, Zentrum Altenberg, Oberhausen – Konzertnachlese

Zum Auftakt der „Waiting For The Daylight“-Tour, auf der das gleichnamige Album promotet wird, sollte das Konzert im Zentrum Altenberg um 20:00 Uhr beginnen. Morgens war die Band aus Helsinki mit der Fähre in Deutschland angekommen und auf dem Weg nach Oberhausen machte der Tourbus in der Nähe von Münster schlapp. Aus dem Grund wurde der Einlass zunächst auf 19:30 verschoben und der Konzertbeginn für etwa 20:30 angekündigt.

Mit viel Geduld warteten die Besucher dann in der Halle vor der leeren Bühne und man sah dem Veranstalter an, dass er zunehmend nervöser wurde. Gegen 20:45 gab er dann bekannt, dass es eine Deadline gäbe, sodass der Gig bei Überschreitung dieser abgesagt werden muss, weil das Konzert um 23:00 Uhr beendet sein musste. Etwa eine Minute vor der Deadline sah man die Scheinwerfer eines Gefährts durch die Fenster der Halle. Der Freund eines Freundes des Promoters, aus der Gegend von Münster, hatte mit seinem Bus die Band auf einem Parkplatz dort in der Nähe eingesammelt, das Equipment umgeladen und die Finnen mit wehenden Fahnen nach Oberhausen gebracht.

Was sich dann vor Beginn des Konzertes vor den Augen der Zuschauer abspielte war beeindruckend. In knapp 15 Minuten war die Bühne aufgebaut und die Technik verkabelt. Nach einem kurzen Durchschnaufen der Band, gab es einen etwa fünfminütigen Soundscheck, bevor die Band dann gegen 21:20 Uhr das Konzert klangtechnisch einwandfrei unter dem Applaus der Besucher begann.

Für ein Schmunzeln bei Lyytinen und Lacher im Publikum sorgte ein Insekt, das für eine kurze Verzögerung gesorgt hatte, indem es sich auf einem Schalter ihrer Gitarre gemütlich gemacht hatte und seinen Logenplatz erst nach einer schüttelnden Aufforderung verließ, um einen Platz vor der Bassdrum einzunehmen.

Im Mittelpunkt des etwa 95 minütigen Auftritts stand das neue Album, das fast komplett durchgespielt wurde, wie es sich für eine Promotiontour auch gehört. Daneben griff die Finnin auch auf einige der älteren Songs zurück, wovon der „Wedding Day“ herausragte. Im Vergleich zu den letzten Konzerten spielte die Band weitaus rockiger und gradliniger, dass es für mich persönlich der stärkste Auftritt in den letzten Jahren war. Lyytinen zeigte bei den meisten Songs, dass sie eine Meisterin des Slidens ist und dabei gelang es ihr die Soli auf den Punkt zu setzen, ohne die Harmonie der Tracks zu beeinträchtigen.

Insgesamt kam das neue Material bei den Fans sehr gut an und Erja selbst sagte nach dem Konzert, dass dieses neue Album für sie etwas ganz Besonderes ist, was sich auch an ihrer Spielfreude zeigte, durch die der Stress der Anfahrt scheinbar wie im Fluge vergangen war. Unterstützt wurde sie dabei von Ihrer Band, in der sie den eigentlichen Bassisten Tatu Back, der kurzfristig erkrankt war, durch Heikki Saarenkunnas ersetzen musste, der sich aber nahtlos in die fast wie berauscht spielende Ensemble einfügte, den Keyboarder Kaspar Martenson, der neben der melodischen Klangfülle auch mit feinen Soli glänzen konnte und Drummer Iiro Laitinen, der neben dynamischen Rhythmusvorgaben, auch durch seine zurückhaltende Art bei den ruhigeren Passagen überzeugen konnte.

So bekam das Quartett oft verdienten Szenenapplaus, was Lyytinen zuweilen sichtbar rührte und einer der emotionalsten Höhepunkte der Show war, als sie sich von der Bühne unter die Besucher mischte und dort minutenlang für mehrere Besuchergruppen, kleine Ständchen spielte.

So hatte sich das Warten für alle Beteiligten gelohnt, da Erja Lyytinen mit ihrer Truppe eine starke Leistung hingelegt hatte und nach dem Konzert noch lange zum Klönen und für Schnappschüsse am Merchandisingstand bereitstand, bis sie endlich zum verdienten Ausruhen und Essen in den Backstagebereich ging und nach einem Snack zum Frühstück wieder etwas essen konnte. Die Hauptmahlzeit hatte sie allerdings zuvor schon dem Oberhausener Publikum serviert.

Wer auf bluesorientierte Musik steht, kann getrost ins Programm des Zentrum Altenberg schauen und wird mit Sicherheit fündig.

Line-up:
Erja Lyytinen: Guitars & Vocals
Kaspar Martensen: keyboards
Heikki Saarenkunnas: bass
Iiro Laitinen: drums

Text und Bilder Gernot Mangold

Erja Lyytinen
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Zentrum Altenberg Oberhausen

Alex Williams – Waging Peace – CD-Review

Review: Michael Segets

Alex Williams hält mit seinem zweiten Album „Waging Peace“ die Fahne des Outlaw Country hoch. Waylon Jennings hätte sicher seine Freude an der Scheibe gehabt. Die Stimme von Williams ist für den Country gemacht. In dem Genre bewegen sich dann folglich die meisten Songs. Dabei überschreitet Williams mehrmals die Grenze zum Rock und gibt gelegentlich einem Southern-Flair Raum. Gelegentlich mit Chris Stapleton oder Sturgill Simpson verglichen, reichen die Inspirationsquellen von Townes Van Zandt oder Guy Clark bis zu Lynyrd Skynyrd oder den Allman Brothers. In diesem Rahmen bietet „Waging Peace“ eine variable Kost.

Die Hälfte der Stücke folgen den Pfaden, die im Country der siebziger Jahre gelegt wurden. Topoi des modernen Cowboys, die ständig auf den Straßen unterwegs sind und ihr Leben am Rande gesellschaftlicher Konventionen führen, durchziehen die Texte. „Old Before My Time“ und „Double Nickel“ sind dabei Vertreter der schnelleren Spielart. Beide Songs werden mit ordentlichem Twang versehen und finden in der Trucker-Szene bestimmt viel Anklang.

Einen Gang runter schalten „Rock Bottom“ und „A Higher Road“. Der zuletzt genannte Titel entwickelt dennoch Druck im Refrain, der von dem Gitarrensolo zum Ausklang weitergetragen wird. „The Best Thing“ hat den größten Retro-Charme unter den Songs. Mit einem wimmernden Slide der Steel Pedal wandelt er auf traditionellen Bahnen, so erinnert der Beginn an Songs von Willie Nelson. Bemerkenswert ist die kurze Mundharmonika-Passage, die sich in den gefälligen Song einfügt. „The Struggle“ stellt für mich den Favoriten unter den langsameren Country-Stücken dar. Williams Gesang steht bei dem reduzierten und klaren Midtempo-Beitrag im Vordergrund.

„Fire“ erscheint mit seinen Riffs kräftiger und zeigt Williams Affinität zum Rock. Diese tritt auch bei der ersten Single „No Reservations“ zutage, die den Longplayer zugleich eröffnet. Während der Song mich direkt für Williams eingenommen hat, springt der Funke bei dem gleichförmigen „Conspiracy“ nicht so recht über. Hingegen prägt eine ansteigende Dynamik das Titelstück „Waging Peace“. Nach dem Intro durch eine staubige Gitarre, bekommt es in seinem Verlauf einen hymnischen Charakter. Zu den Highlights zählt auch „Confession“. Der Track weist ebenso wie das abschließende „The Vice“ deutliche Anleihen beim Southern auf.

Alex Williams gibt dem Outlaw Country eine aktuelle Stimme. Er tradiert dabei bekannte Spielarten dieser Country-Richtung, stellt ihre Verbindung zum Rock heraus und würzt sie mit einer gelegentlichen Prise Southern. So führt „Waging Peace“ eine hierzulande wenig beachtete Linie des Country fort und stellt eindrucksvoll unter Beweis, dass sie mehr Aufmerksamkeit verdient.

Lightning Rod Records – New West Records (2022)
Stil: Outlaw Country

Tracks:
01. No Reservations
02. Old Before My Time
03. Rock Bottom
04. Fire
05. A Higher Road
06. Waging Peace
07. Conspiracy
08. The Best Thing
09. Double Nickel
10. Confession
11. The Struggle
12. The Vice

Alex Williams
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New West Records
Oktober Promotion

Orianthi – Rock Candy – CD-Review

In den vielen Jahren zuvor, als ich noch für zwei andere, allgemeinere Musikmagazine gearbeitet hatte, die von mir damals zum Teil mitbegründet wurden, sind mir immer wieder auch viele Scheiben aus dem Melodic Rock-Bereich untergekommen, bei den das italienische Label Frontiers natürlich eine gewichtige Rolle spielte. Die schicken mir auch heute noch, wo wir uns aus diesem Bereich eigentlich größtenteils entfernt haben, immer noch ihre neuen Sachen zu.

Eine Dame, die mir auch immer wieder in meinen Facebook-Accounts über den Weg läuft, ist die griechisch-stämmige, mittlerweile in den Staaten ansässige Australierin Orianthi, oder mit vollem Namen heißende Orianthi Panagaris. Die hat jetzt gerade mit „Rock Candy“ ihr 6. Studiowerk am Start. Bekannt ist sie für ihre Zusammenarbeit oder den Support von vielen Größen, wie u. a. Michael Jackson, Alice Cooper, Carrie Underwood, Prince oder  ZZ Top.

Die blendend aussehende langmähnige Blondine ist eine virtuose Gitarristin und weiß auf diesem Werk neben ihren Saitenkünsten, besonders stimmlich zu gefallen. Unterstützt wird sie auf diesem Longplayer maßgeblich vom Emmy-dekorierten Omnisassa Jacob Bunton (Bass, Guitar, Keyboards, Piano, Violin, Backing Vocals, Production) und Drummer  Kyle Cunningham.

Die Scheibe wird vorne und hinten umrahmt von zwei Instrumentaltracks („Illuminate“ Part I und II), die ihre episch-quirligen E-Gitarrenfingerfertigkeiten zur Schau stellen, Part II wird am Ende noch von schöner atmosphärischer Violine durch Burton aufgewertet.

Zwei Stücke fallen deutlich aus dem Rahmen, wenn man bei „Where Did Your Heart Go“ und „Living Is Like Dying Without You“ (mit toller Akustikgitarre inkl. Solo), den musikalischen Spielraum ganz weit auslegt, könnten die Tracks auch auf einer modernen New Country-Platte von Mädels wie Carrie Underwood, Gabby Barrett & Co. präsent sein. Orianthis stimmliche Weiterentwicklung ist besonders beim letztgenannten Song bemerkbar, wo man teilweise meint, da wäre noch eine zweite Person am Mikro im Duett mit zugange.

Ansonsten verlaufen die Songs so gut wie alle im Wechsel melodische Strophe, krachend-rockig-polternder Refrain oder umgekehrt, schöne E-Soli und fast immer ein abrupter Schluss. Hier hat das eingängige „Fire Together“ vielleicht sogar Chartambitionen.

Insgesamt gelingt Orianthi mit „Rock Candy“ ein echtes Melodic Hard Rock-Bonbon der kurzweiligen und äußerst bekömmlichen Art. Einen dezenten Bezug zu unserem Magazin habe ich ja auch eindrucksvoll herausgearbeitet. Ansonsten darf man sich hier ja wohl auch mal einen kleinen Ausflug gönnen…

Frontiers Records (2022)
Stil: Melodic Hard Rock

01. Illuminate (Part I)
02. Light It Up
03. Fire Together
04. Where Did Your Heart Go
05. Red Light
06. Void
07. Burning
08. Living Is Like Dying Without You
09. Witches & The Devil
10. Getting To Me
11. Illuminate (Part II)

Orianthi
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Frontiers Music

Patricia Vonne – 12.10.2022, Kulturrampe, Krefeld – Konzertbericht

Die Konzertsaison neigt sich langsam dem Ende entgegen. Im Rückblick gehört der Auftritt von Patricia Vonne zu deren schönsten – und das nicht nur aufgrund der Texanerin, an der die vier Jahre seit ihrem letzten Besuch in der Kulturrampe anscheinend spurlos vorbeigegangen sind. Vonne zeigte sich als Musikerin und als charismatische Entertainerin in Topform.

Dem Abend wohnte eine persönliche Stimmung inne, obwohl der Saal nahezu ausgebucht war. Vonne fühlte sich in der Rampe sichtlich wohl und stellte vom Start weg mit ihrer aufgeschlossenen, zugewandten Art eine Verbindung zum Publikum her. So stieg die Actrice nicht direkt nach der Ankündigung von Markus Peerlings in das erste Stück ein, sondern nahm sich Zeit, zunächst ihre Bandmitglieder vorzustellen. Von dem vorangegangenen Konzert kannte man noch Harmen de Bresser am Bass sowie Bernhard Weichinger am Schlagzeug. Gitarrist Robert LaRoche setzte bei der letzten Tour aus, war aber bei dem Gig in derselben Location 2017 mit von der Partie.

Zwei dreiviertelstündige Sets standen auf dem Programm. Der erste Teil wurde mit „Dark Mile“ und „This Cat´s In The Doghouse“ eröffnet. Die beiden Stücke stammen von dem Longplayer „Rattle My Cage“ (2016). Mit dem Titeltrack dieser CD läutete Vonne dann auch die Pause ein. Nach der Unterbrechung betrat Vonne zunächst nur mit LaRoche für zwei akustische Darbietungen („El Marinero“, „Christmas Without You“) die Bühne, um danach mit „Hot Rod Heart“ und „Mudpies And Gasoline“ einschließlich Schlagzeug und Bass im Rücken wieder richtig Dampf zu machen.

Die Setlist verzeichnete zwei neue Stücke von Vonnes aktuellen Weihnachtsalbum „My Favorite Holiday!“. Die Lebkuchen stehen schon in den Regalen der Supermärkte, daher scheint die Vorweihnachtszeit sowieso schon eingeläutet zu sein. Vonne outete sich nebenbei als Liebhaberin deutscher Weihnachtsmärkte. Wenn man bei dem Text nicht so genau hinhört, geht „Santa’s On A Rampage“ auch außerhalb der Saison als fetziges Rockstück durch. Der Song wurde nicht umsonst von Little Steven’s Underground Garage in die Riege der Coolest Songs In The World aufgenommen.

Nach dem fulminanten Abschluss des zweiten Hauptsets durch „Rebel Bride“ ließ sich die Band nicht lange bitten, um mit der Zugabe noch einen draufzusetzen. Während Vonne die Drums bearbeitete, übernahm LaRoche die Lead Vocals bei „Breathless“, einem Jerry Lee Lewis-Cover. Für „Lil‘ Lobo“ streifte sich die Frontfrau eine Maske über – eine Reminiszenz an ihre Rolle als Dallas, dem Zorro Girl in „Sin City“. Das Publikum ließ sich hier problemlos zum wolfsmäßigen Mitgeheule animieren und so ging ein ausgelassener Abend zu Ende, der auch seine stilleren Momente hatte.

Solche ernsteren Passagen waren die Schilderungen ihrer Inspirationsquellen, mit denen Vonne „Top Of The Mountain“ und „Worth It“ einleitete. Viel Zeit für Sentimentalität blieb aber nicht, denn die englischsprachigen Titel, wie „Graceland Trip“ und „City Is Alive“ von dem 2018er Album, waren durchgängig auf Tempo ausgelegt. La Roche bearbeite dabei seine Rickenbacker kräftig und glänzte bei einigen Soli. Unangefochtene Hauptdarstellerin war aber Vonne, die über die Bühne tanzte und wirbelte, Tuch und Hut visuell wirksam in Szene setzte sowie Tamburin und Gitarre für ausdrucksstarke Posen nutzte. Dabei konnte sie sich auf die Akzente ihrer eingespielten Rhythmussektion de Bresser und Weichinger blind verlassen.

Einen Gegenpart zu den rockigen Songs stellten die auf Spanisch gesungenen dar, bei denen Vonne zu den Kastagnetten griff – eine perfekte Kombination aus Grazilität und lateinamerikanischem Temperament. Sie griff bei der Auswahl vor allem auf ihre bekannteren Werke zurück („Traeme Paz”, „Guitarras Y Castañuelas“, „Fuente Vaqueros“, „Severina“). Sehr schön waren ihre quasi obligatorische Einführung in die Handhabung der Kastagnetten sowie ihr Streifzug durch das Publikum, damit alle die Möglichkeit hatten, ihre Fingerfertigkeit aus der Nähe zu bestaunen.

Die Grande Dame des Tejano lud zu einer aufregenden Reise durch ihre musikalische Welt ein. Der Abend bot eine abwechslungsreiche Mischung aus englischen Uptempo-Nummern und eingestreuten spanischen Balladen, wobei der Auftritt insgesamt eine deutliche Ausrichtung auf den Rock aufwies. Egal welche Töne angeschlagen wurden, Patricia Vonnes Ausstrahlung konnte man sich nicht entziehen. Die fast paradoxe Fusion von Natürlichkeit und multikulturellem Gesamtkunstwerk in ihrer Person hinterließ einen bleibenden Eindruck.

Auf der Bühne entfachte Vonne ein professionelles, explosives Feuerwerk, neben der Bühne zeigte sie sich geduldig und freundlich bei Gesprächen, bei Fanfotos und am Merchandise-Stand. Alle Anwesenden lud Sie zu einem gemeinsamen Spaziergang entlang des San Antonio ein, der ihre Heimatstadt durchzieht. Die Wahrscheinlichkeit, dass man Vonne in Texas trifft, dürfte allerdings gering sein. Günstiger ist die Gelegenheit wohl während der bis Ende Oktober laufenden Deutschlandtour. In der SoS-Region stehen noch Auftritte im Yardclub (Köln, 19.10.) und im Der Club (Heiligenhaus, 26.10.) aus.

Line-up:
Patricia Vonne (lead vocals, electric guitar, acoustic guitar, drums, percussion)
Robert LaRoche (electric guitar, acoustic guitar, vocals, lead vocals „Breathless“)
Harmen de Bresser (bass, vocals)
Bernhard Weichinger (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Michael Segets

Patricia Vonne
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Kulturrampe Krefeld

Chris Murphy – Two Rivers Crossing – EP-Review

Review: Michael Segets

Fast zwanzig Solo-Alben oder EPs veröffentlichte Chris Murphy bereits und auf ebenso vielen von anderen Musikern wirkte er mit. Dennoch kann ich mich nicht an einen Berührungspunkt mit ihm erinnern. Dass er vor Kurzem bei dem niederländischen Label Friendly Folk Records unterschrieben hat, trägt sicherlich dazu bei, seinen Bekanntheitsgrad in Europa zu steigern. Dort erschien im vergangenen Jahr „Sovereign“, auf dem mehr als zwei Dutzend Musiker mitspielten. „Two Rivers Crossing“ bildet dazu das Kontrastprogramm.

Allein mit seiner Geige präsentiert Murphy auf der EP sechs Tracks und gibt so einen Eindruck von seinen Solo-Shows, die er im Oktober quer durch die Niederlande gibt. Da die Violine nun nicht unbedingt für Soloperformances prädestiniert ist, brachte ich dem Werk zuerst eine gewisse Skepsis entgegen. Murphy beherrscht sein favorisiertes Instrument jedoch perfekt und gewinnt ihm durch Streichen und Zupfen etliche Klangvariationen ab. Auf einzelnen Stücken setzt Murphy ein paar dezente Loops für den Rhythmus ein, ansonsten sind die Songs Gesang und Geige pur – und das funktioniert.

Das witzige, locker gespielte „Early Grave“ thematisiert eine toxische Beziehung und wurde zu Recht als Single gewählt. Dunkler erscheint „Into The Past“. Der Titel der EP ist dem ersten Vers des Songs entnommen. Die angenehme Stimme von Murphy und die eingängigen Refrains tragen die beiden Stücke. In den gestrichenen Passsagen wirkt das folgende „Complete Surprise“ beinahe schon klassisch. Der Rhythmus hingegen rückt den Titel jedoch eher in eine karibische Richtung. Die Mischung ist interessant, liegt aber nicht vollständig auf meiner Linie.

Das getragene „Long Ago“ überzeugt allerdings wieder rundum. „Wolfes Of Laredo“ steht textlich und musikalisch deutlich in der amerikanischen Folk-Tradition. Murphy, der aus der Nähe von New York stammt und sowohl italienische als auch irische Vorfahren hat, schließt sein Werk mit dem instrumentalen „Shantallow“ ab. Hier treten seine keltischen Wurzeln zutage. Als seine Inspirationsquellen, die auf der EP auch an der ein oder anderen Stelle durchscheinen, gibt Murphy den Mississippi Delta Blues, Folk, Bluegrass sowie die Latin Music an. Die 25 Minuten Spielzeit lassen dementsprechend auch keine Langeweile aufkommen.

Chris Murphy unterhält über die gesamte EP hinweg sehr gut. Überraschend abwechslungsreich gestaltet er die sechs Songs auf „Two Rivers Crossing“ nur mit seiner Geige und seiner Stimme. Die Strukturen der Stücke orientieren sich zwar an bewährten Mustern, durch das mutige, minimalistische Arrangement gelingt Murphy allerdings ein außergewöhnliches Werk, das man durchaus in seiner Sammlung haben sollte.

Friendly Folk Records (2022)
Stil: Folk

Tracks:
01. Early Grave
02. Into The Past
03. Complete Surprise
04. Long Ago
05. The Wolves Of Laredo
06. Shantallow

Chris Murphy
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Friendly Folk Records
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TJ Lyle (The Georgia Thunderbolts) – Interview

Vor dem Black Stone CherryGig im Kölner E-Werk, hatten wir kurz Zeit, uns mit dem Sänger der aufstrebenden Southern Rock Band The Georgia Thunderbolts, TJ Lyle, zu unterhalten. Bei herrlichem Wetter, kam es vor dem Gebäude, in dem früher die Harald Schmidt-Show produziert wurde, zu folgendem Interview:

Sounds Of South: Wie kam es zu eurer Bandgründung und speziell dem Namen? Hat er was mit eurem Temperament und eurer Durchschlagskraft zu tun?
TJ Lyle:  Oh, wir kamen Ende 2015, Anfang 2016 zusammen. Wir stammen alle aus der gleichen Gegend. Logan, der Bassist, Zach der Rhythmusgitarrist und ich. Wir sind alle zusammen aufgewachsen. Die anderen trafen wir bei einer Sessionveranstaltung. Wir beschlossen zusammen zu spielen, gingen auf die Bühne, und bekamen einen Preis und seitdem machen wir das zusammen und sind glücklich darüber. Mit dem Namen kam unserer Manager Richard Young um die Ecke, der ist der Vater von Black Stone Cherry-Drummer John Young. So haben wir ihn genommen, er weiß eigentlich mehr darüber. Er wollte das so ähnlich und so ist es jetzt, wie es ist.

Sounds Of South: Ihr seid ja durch unsere Berichterstattung hier megabekannt ?. Mit welcher Erwartungshaltung kommt ihr nach Deutschland?
TJ Lyle:  Wir haben von den Black Stone Cherry-Jungs gehört, dass das Publikum hier sehr aufnahmefähig für unsere Art von Musik ist. So bedeutet es eine Menge für uns, für diese Leute und Fans zu spielen, vor allem, weil die Leute hier nicht so oft die Gelegenheit haben, diese Musik zu hören. In den Staaten ist jeder nur darauf basiert, der nächste große Act zu werden. Wir wollen eher eine tiefgründige Beziehung zu unseren Fans aufbauen und geben deshalb immer alles für sie. Aber es macht natürlich auch riesig Spaß. Es wird eine energiegeladene Show, es wird gut werden.

Sounds Of South: Ist es von Vorteil direkt von einer hier bereits beliebten und bekannten Band wie Black Stone Cherry ins Schlepptau genommen zu werden oder erhöht das eher den Druck?
TJ Lyle:  Man muss natürlich eine Menge Dampf ablassen, somit ist demnach schon ordentlich Druck da. Aber es geht darum, erstmal hier zu sein, Spaß miteinander zu haben, Verbindungen entstehen zu lassen.

Sounds Of South: Was könnt ihr von Black Stone Cherry noch lernen?
TJ Lyle:  Oh, wie man ein guter Mensch und ein prima Volk wird. Sie sind wirklich ein tolles Beispiel dafür aufgeschlossen zu sein und wir wären ohne sie nicht hier. Sie sind wie Vorbilder, zu den wir aufsehen, ungefähr wie ältere Brüder, und wir können viel von ihnen lernen, zum Beispiel wie sie auftreten, ihre Bühnenenergie, ja, wirklich fast alles, besonders ihre Ausdauer.

Sounds Of South: Wie siehst du die momentane Situation im Southern Rock. Von den einstigen Zugpferden kommt, bis auf die Outlaws vielleicht, kreativ so gut wie garnichts mehr. Dafür machen junge Acts wie ihr und einige andere viel Freude. Wie wird sich das weiterentwickeln?
TJ Lyle:  Es ist im Moment eine coole Zeit. Es gibt in den Staaten wieder eine große Bewegung in Sachen Southern Rock. Es scheint, als wenn zur Zeit alle aus ihren Löchern kriechen, um einen neuen Sound zu kreieren, woher sie kommen und ihre persönliche Note damit zu verbinden. Im Großen und Ganzen ist Southern Rock für mich, sich gut zu fühlen und zu zeigen, wo man her ist. Wir sind einfach eine Rock ’n Roll-Band aus dem Süden. Das ist, was wir alle (vier) sind. Jetzt gerade ist eine sehr kreative Zeit. Du verlierst dich manchmal in ihr, aber du musst versuchen Lieder aus dem Herz heraus zu schreiben. Das ist es, was diese Musik auszeichnet. Musik von ganzem Herzen!

Sounds Of South: Ich habe deine Stimme in meinen Reviews mit der des jungen Johnny Van Zants auf seinen frühen Solowerken verglichen. Kennst du die Scheiben? Liege ich da richtig, wie siehst du das?
TJ Lyle:  Ich denke, das ist eine große Ehre und ein großes Kompliment. Es ist eine verruchte Familie, haha, nein, es ist eine legendäre Familie. Was sie zu erzählen haben ist das, was wir heute als Southern Rock kennen. Es ist wirklich ein wahnsinnig großes Kompliment und ich schätze das wirklich sehr. das ist großartig!

Sounds Of South: Wer ist dein musikalisches Vorbild?
TJ Lyle  (mit Fotograf Gernot im Duett): Paul Rodgers (TJ trägt während des Interviews ein T-Shirt mit seinem Abbild)! Er ist der Größte!

Sounds Of South: Wovon lässt du dich beim Songwriting inspirieren?
TJ Lyle: Oh Mann, das ist eine schwierige Frage. Es ändert sich immer die ganze Zeit. Meist spielt Gefühl dabei eine große Rolle oder Dinge, die ich selbst oder mir nahestehende Personen durchlebt haben. Es geht oft um das alltägliche Leben, deshalb mache ich es. Auch, weil nicht jeder eine Stimme hat und für sich sprechen kann. Es ist, wenn ich auf die Bühne gehe, wie als wenn ich versuche, für andere die Stimme zu erheben, die es nicht können. Das ist schwer, aber dafür mache ich es wirklich. Daraus nehme ich den Drive und die Motivation, über Leute nachzudenken, die das nicht artikulieren können. Das ist für mich selbstverständlich.

Sounds Of South: Gibt es schon Pläne für ein kommendes Album?
TJ Lyle:  Ja, wir haben gerade unseren neuen Song „Livin‘ In Muddy Water“ veröffentlicht und wenn wir wieder zuhause sind, machen wir uns an den nächsten Longplayer ran.

Sounds Of South: Was macht ihr in eurer Freizeit?
TJ Lyle: Wir essen (und trinken) gerne. Wir versuchen Spaß zu haben, und jetzt wo wir hier sind, laufen wir rum und versuchen, soviel wie möglich zu sehen. Es hat mich echt umgehauen, dass hier eine Harley Davidson-Werkstatt direkt um die Ecke ist, weil, bei uns zu Hause stehen die Dinger nämlich überall rum. Wow, das ist schon verrückt. Und jetzt sind wir gleich hier und es wird ehrlich gut werden!

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Das Interview in Englisch:

Sounds Of South: Welcome to Germany T.J.! How did it come to the formation of the band and the name The Georgia Thunderbolts? Does it have anything to do with your temperament and your power of impact?
TJ Lyle:  Oh, we got together in late 2015 and early 2016. We all are coming around from the same area. So we got together, we met each other, Logan and me and Zach, the bass player, the rhythm guitar and myself. We grew up together. The other person really we met playing an open mic one night, We kinda got together, and you know, we got on stage, we thought of playing and gotta get the ballroom from there and we’ve doing ever since, and we’ve really been so fortunate. Our manager Richard Young actually come up with that name, he is the dad from John from Black Stone Cherry, that’s how we get rollin‘ with that. He knows a lot more about that, we do, but he was craving with something like that and that’s kinda were we are now.

Sounds Of South: You are really well known through our reporting here in Germany. What expectations do you have for coming to Germany?
TJ Lyle:  We just heard from the Black Stone Cherry guys that the audience here is perceptive to our kind of music so I think it means a lot to us to be here to play for these people and get these fans and stuff and the biggest part is playing in front of somebody who doesn’t get that kind of music often. You know, cause for us everybody’s attention in the States has been so fast on to the next thing. So we’re just really in depth with our fans and we wanna give everything we can. It is really exciting.

Sounds Of South: Is it advantageous to be taken directly into tow by an already popular and well-known band like Black Stone Cherry or does this rather increase the pressure?
TJ Lyle:  You really want to turn the steam up so there is a lot of pressure, but it’s just all about getting there and having fun with each other. Like I said making that connection, so it is gonna be a drlling show, it’s gonna be good.

Sounds Of South: What can you still learn from Black Stone Cherry?
TJ Lyle:  Oh, how to be a good person and goody people you know they set a great example by being such outgoing guys you know and if we won’t be for them we won’t be here they are kinda like role models we look up to like older brothers you know and we can learn a lot from them just by the way they act, and the stage energy and just really everything, their endurance!

Sounds Of South: How do you see the current situation in Southern Rock? From the former crowd puller, except for the outlaws perhaps, creatively comes almost nothing more. But young acts like her and some others are a lot of fun. How will this evolve?
TJ Lyle:  I think it is really cool, there’s a big movement going on in the states right now in Southern Rock, and it seems like everybody is coming out of the wood work now and try and find a creative sound about where they are from and kinda give on them their taste. Basically Southern Rock for me is a taste of feeling good and it is where you come from. And we are just a Rock’N’Roll band from the South. I mean that’s what anybody really is. Now it is very creative. You get lost in it sometimes, but trying to write songs that aren’t from the heart and that is what all about that music is. From the heart at all, a lot of it is so.

Sounds Of South: I compared your voice in my reviews to that of the young Johnny Van Zants on his early solo works. Do you know the discs? If I’m right, how do you see that?
TJ Lyle:  I think it is a great honor and a compliment because you know that is a taunted family, haha, it is a legendary family, those guys really said what it is that we know today as Southern Rock. So I mean that is a huge compliment and I appreciate that very much. That is awesome!

Sounds Of South: Who is your musical ideal?
TJ Lyle:  Defenitly Paul Rodgers, absolutely, he is the man he is (TJ is wearing a Paul Rodgers-T-shirt during the interview)!

Sounds Of South: What inspires you in songwriting?
TJ Lyle:  Oh man that is a tough one. It changes all the time you know. Mostly a lot of feelings and stuff that I have lived through or I have seen close people they have lived to and it is just about everyday life and that’s why I do it. It is because not everybody has a voice and you know not everybody can speak, so when I get on stage I try to speak for people who can‘ do it theirselves and you know it is hard. That is were I really get it from. That’s where I get the drive, the motivation, just thinking about people who can’t do that. I’m not gonna take it for granted at all.

Sounds Of South: Are there any plans for a new album?
TJ Lyle:  Yeah, actually today we released our new song „Living In Muddy Water“ and when we come back home by time we gonna get in the studio and work on a full length.

Sounds Of South: What do you guys do infree time?
TJ Lyle: Well, we like to eat (and drink). We try to enjoy ourselves and now that we are here we walk around and check out the sides and you know see everything that we can, you know it blew me away that there is a Harley Davidson rep there, ‚cause on every corner at home there is a Harley Davidson, wow. That is kind of crazy. And we just have to be here you know honestly it is gonna be a good time.

Bilder: Gernot Mangold
Interview: Daniel Daus

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Kodaline – Our Roots Run Deep – CD-Review

Review: Michael Segets

Im März traten Kodaline im Olympia Theatre in Dublin auf und bringen nun den Mitschnitt des Konzerts unter dem Titel „Our Roots Run Deep“ auf den Markt. Das erste Livealbum der irischen Band setzt auf stimmungsvolle Songs im semi-akustischen Gewand, für das der edle, barocke Saal einen hinreißenden Rahmen bildet. Einen Eindruck von der Location liefern die diversen Videos zu dem Abend.

Der Auftritt beginnt bereits mit dem Einstig „Wherever You Are“ sehr atmosphärisch, wenn die Bandmitglieder nacheinander die Bühne betreten und der Sound langsam anschwillt. Frontmann Steve Garrigan und seine Mitstreiter von Kodaline Jason Boland (Bass), Mark Prendergast (Gitarre) sowie Vinny May (Schlagzeug) werden bei dem Konzert von David Doyle (Cello) und David Prendergast (Keyboard) unterstützt. Garrigan bindet das Publikum, das sich als äußerst textsicher erweist, bei mehreren Stücken ein. Durch seine kurzen Bemerkungen und seine entspannte Interaktion mit dem Publikum erzeugt Garrigan eine Wohlfühlatmosphäre.

Aus 21 Demands hervorgegangen besteht Kodaline in unveränderter Besetzung seit zehn Jahren. Von ihren vier Studioalben spielt die Band die erfolgreichsten Singles zu denen „High Hopes“, „The One“ und „Brother“ gehören. „Brother“ zählt zu den Highlights des Aufnahme. Ebenfalls sehr gelungen ist die Version von „Perfect World“. Die Songs sind melodiös, tragen manchmal wie „Ready“ leicht poppige Züge. Insgesamt sind die Stücke aber bodenständig und auf den Punkt performt. Oft gibt Garrigan am Klavier den Ton an, der Sound entwickelt darüber hinaus eine ordentliche Tiefe, wozu nicht zuletzt Gastmusiker Doyle am Cello seinen Beitrag liefert.

Neben den Eigenkompositionen covern Kodaline „Billie Jean” von Michal Jackson, „Bring It On Home To Me“ von Sam Cooke und den Klassiker „Dirty Old Town“. Die Band interpretiert „Billie Jean” als düstere Ballade – eine wirklich lohnenswerte, intensive Version des Songs. Das im Zusammenspiel mit dem Publikum quasi a cappella gesungene „Bring It On Home To Me“ hat vor Ort sicherlich Spaß gemacht, wenn man die Reaktionen der Anwesenden berücksichtigt. Beim bloßen Zuhören auf der CD springt der Funke nicht so richtig über. Verzichtbar erscheinen vor allem die paar Takte, die Kodaline von „Dirty Old Town“ anspielen. Als Tribut an ihre Heimatstadt machten sie aber vor Ort durchaus Sinn.

In Irland genießt die Band hohe Popularität und erreichte dort einige hohe Chartplatzierungen vor allem mit ihren Longplayern. Bekannt ist die Band auch dadurch, dass ihre Songs oft in Filmen und Fernsehserien zu hören sind. Zum Abschluss des Auftritts wurde dann auch das mehrfach als Soundtrack verwendete „All I Want“ gewählt, das die Musiker mit Hilfe des Publikums über neun Minuten zelebrieren.

Auf ihrem ersten Live-Album „Our Roots Run Deep“ zeigen Kodaline, dass auch mit ruhigen Songs in quasi intimer Atmosphäre ein intensiver Konzertabend möglich ist. Bei ihrem Heimspiel in Dublin setzt das Quartett auf seine Hits und einen Querschnitt seiner Alben, ergänzt durch einzelne Coverversionen.

Fantasy-Concord – Universal (2022)
Stil: Indie-Folk

Tracks:
01. Wherever You Are
02. Ready
03. Brother
04. Brand New Day
05. Billie Jean
06. The One
07. Moving On
08. The Answer
09. Dirty Old Town
10. Love Like This
11. Sometimes
12. Love Will Set You Free
13. High Hopes
14. Bring It On Home To Me
15. Perfect World
16. Everything Works Out In The End
17. All I Want

Kodaline
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Oktober Promotion

King King – 02.10.2022 – Musiktheater Piano, Dortmund – Konzertbericht

Im Hintergrund lief noch „Highway To Hell“, als die Musiker von King King die Bühne des Pianos betraten, das mit über 300 Besuchern endlich mal wieder recht gut gefüllt war. Im Vergleich zum letzten Konzert, dass wir noch vor Corona besucht hatten, hatte sich das Line-up der Band grundlegend verändert. Nur der Bandgründer Alan Nimmo und Keyboarder Jonny Dyke waren verblieben.

Trotzdem hatte Alan eine musikalisch hochwertige Truppe um sich versammelt, bei der in erster Linie sein älterer Bruder Stevie genannt sei, der neben seinem exzellenten Gitarrenkünsten auch bei einigen Songs mit Lead oder Harmonievocals seinen Bruder unterstützte, beziehungsweise ergänzte.

Es entwickelte sich ein rasanter Auftritt der bestens gelaunten Band, der schnell für sehr gute Stimmung im Piano sorgte. Im Mittelpunkt der Setlist stand das aktuelle Album „Maverick“, das 2020 herausgebracht worden war, aber erst jetzt richtig auf einer Tour promoted werden konnte. So konnten Songs wie „Fire In My Soul“, „One World“, „Whatever It Takes To Survive“ oder „I Will Not Fall“ erstmals live im Piano präsentiert werden. Ummantelt wurden die neuen Sachen von älteren Stücken, die aus der der Anfangszeit um 2011 bis zum aktuellen Album stammten.

Besonders ragten dabei das southernrockige „Rush Hour“ und die Zugabe, in der King King eine starke Coverversion von Claptons „Old Love“ präsentierten. Gelungen war, wie das Intro, das Assoziationen an Pink Floyds „Shine On You Crazy Diamond“ wach werden ließe, den Song nahtlos einleitete. Bei dem Konzert hatte man das Gefühl, dass Alan Nimmo eine Band zusammengestellt hat, die King King noch einen Schritt weiterentwickeln wird.

Alan selbst überzeugte mit seiner großartigen Stimme, die je nach Song von weich bis hin zu kräftig, den Stücken ihren Stempel aufdrückte. Zudem glänzte er mit einigen Soli, die er auf den Punkt spielte, wobei es ihm gelang, nicht die Stücke zu zerreißen. Das gleiche gilt für seinen Bruder Stevie, der insbesondere in den letzten beiden Tracks mehr in den Mittelpunkt mit Gitarrensoli rückte oder beide sich die Noten zuspielten.

Mit Jonny Dyke, dem neben Alan Nimmo einzigen Mitglied der Band, das auch 2018 auf der Tour dabei war, hat King King auch einen exzellenten Tastenmann, der nicht nur die Songs untermalt, sondern in einigen Parts mit starken Soloparts glänzen konnte. Last but not least sei die Rhythmusfraktion um Drummer Andrew Scott und Bassisten Zander Greenshields genannt, die für eine fette rockend Grundlage der Lieder sorgten, die sich vom Genre her vom Blues, über den klassischen Rock bis hin zum Southern Rock bewegten.

Als Fazit kann gesagt werden, dass King King das Dortmunder Publikum an diesem Tag restlos begeistern konnte und endlich auch wieder einmal ein Strahlen im Gesicht der Mitbetreiberin Jenny Dore zu erkennen war, was nicht nur an dem grandiosen Auftritt der Band lag, sondern auch der guten Auslastung des Pianos geschuldet war.

In diesem Sinne der Appell an die Rockfans, besucht weiter die Clubs, sodass diese Form der Kultur weiter bestehen kann.

Line-up:
Alan Nimmo: guitar, lead vocals
Stevie Nimmo: guitar, vocals
Zander Greenshields: Bass, vocals
Jonny Dyke: Keyboards, vocals
Andrew Scott: Drums, vocals

Text und Bilder: Gernot Mangold

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