The Georgia Thunderbolts – Same – EP-Review (digital)

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Grundsätzlich ist es ja zu begrüßen, wenn junge Bands, gerade aus unserer Lieblingsgattung, schon frühzeitig von arrivierten Labels, wie in diesem Fall der Mascot Label Group (u. a. Joe Bonamassa, Beth Hart, Kenny Wayne Sheperd, Black Stone Cherry), unter Vertrag genommen werden.

Ron Burman, Leiter der Firmensparte Nord-Amerika, sah die Band live und nahm sie sofort unter seine Fittiche. Burman sagt dazu: „Ich habe eine starke Affinität zu großartigem Southern Rock, da ich in Jacksonville, Florida aufgewachsen bin. Als ich The Georgia Thunderbolts zum ersten mal hörte, wurde ich sofort von ihrem kraftvollen, authentischen, bluesigen Southern Rock und den tollen Songs angezogen. Als ich sie dann später in Nashville live gesehen habe, war ich total überwältigt. Ich hatte buchstäblich Gänsehaut und wusste, dass wir sie unter Vertrag nehmen müssen. Ich erwarte tatsächlich Großes von dieser Band. The Georgia Thunderbolts sind eine so starke Rockband und ihr Sänger TJ Lyle hat einen so unverwechselbaren Stil.“

Ähnliches hatten wir ja vor einem Jahr in unserem Review zu ihrer in Eigenproduktion entstandenen grandiosen CD „Southern Rock From Rome“ (die Band stammt aus Rome im Staate Georgia) bereits konstatiert und diese im Rückblick 2019 zur Newcomer-CD des Jahres deklariert.

Was mich ein wenig irritiert ist, warum man jetzt zum Start eine digitale EP mit nur fünf Tracks auf den Markt bringt, wobei dann noch drei Stücke („Looking For An Old Friend“, „Lend A Hand“ und „Set Me Free“) bereits auf o. a. CD enthalten sind. Diese scheint allerdings mittlerweile aus den offiziellen Verkaufskanälen verschwunden zu sein.

So beschränke ich mich hier auf die zwei restlich verbliebenen „So You Wanna Change The World“ und „Spirit Of A Workin‘ Man“, die das variantenreiche und variable Songwriting des Quintetts, bestehend aus TJ Lyle (vocals, harp, piano), Riley Couzzourt (guitar), Logan Tolbert (guitar), Zach Everett (bass, vocals, keyboards) und Bristol Perry (drums) konsequent fortführen und schon allein den Erwerb der EP rechtfertigen.

Erstgenanntes mit ambitioniertem Text/Titel lässt sofort Reminiszenzen an die Musik von Lynyrd Skynyrd, 38 Special, Johnny Van Zant (frappierende stimmliche Ähnlichkeiten zu TJ Lyle) zu ihren Anfangstagen aufkommen, aber auch gewisse Bezüge zu den bereits heute amtierenden Platzhirschen Blackberry Smoke. Klasse hier die integrierten Trommelwirbel von Bristol Perry, aber auch die beiden schönen E-Gitarren-Soli.

„Spirit Of A Workin‘ Man“ bezeichnet das Georgia-Kollektiv als ihre Hymne. Fronter Lyle hierzu: „Wenn Du einen starken Glauben und Geist hast, kannst du nach besseren streben und auch in schweren Zeiten durchhalten. Die Lektion die im Song verborgen ist, dass du den kleinen Mann nicht unterkriegst und das jeder ein Mitspracherecht hat.“ „Ich beziehe den Song gerne auf unsere Band als Ganzes“, erläutert Gitarrsist Riley Couzzourt. „Wir sind alle bescheiden aufgewachsen und sind im Grunde genommen immer noch bescheiden. Wir werden bis zum Ende immer bescheiden bleiben. Wir wurden zu Arbeitern erzogen und das sind wir.“ Musikalisch überzeugen hier vor allem die Stimmungswechsel, sowohl in Lyles emotionalem Gesang, als auch in den E-Gitarrenparts (Hookline/Soli).

Somit klare Empfehlung, sich auch dieses Werk von The Georgia Thunderbolts zuzulegen, und eben nicht nur für Leute, die diese Band noch nicht kennen. Ich würde mich persönlich allerdings sehr freuen, wenn die Mascot Label Group der Band schon bald entsprechende Freiräume für eine richtige CD mit komplett neuem Material gewährleisten würde. An Kreativität dafür, dürfte es den Burschen sicherlich nicht mangeln.

Gerne darf sie die Jungs, sobald der Corona-Spuk hoffentlich vorbei ist, dann auch zu uns nach Europa auf Tour schicken. The Georgia Thunderbolts sind wie u. a. The Allman Betts Band, The Steel Woods, Brent Cobb, The Trongone Band, Robert Jon & The Wreck) ein weiterer beeindruckender Beweis dafür, dass der Southern Rock sich keine Sorgen um seinen Nachwuchs machen braucht. Auf eine tolle Zukunft!

Mascot Label Group (2020)
Stil: Southern Rock

01. Looking For An Old Friend
02. So You Wanna Change The World
03. Lend A Hand
04. Spirit Of A Workin‘ Man
05. Set Me Free

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The Georgia Thunderbolts – Southern Rock From Rome – CD-Review

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Schön, wenn man Musik-kompetente Freunde hat! Die Scheibe „Southern Rock From Rome“ der Georgia Thunderbolts rührt her von einem Tipp meines Bekannten Harald Birkner.

Schon nach dem Hören eines Tracks war für mich klar, dass dieses Werk in Sounds Of South besprochen werden musste. Ich kontaktierte das GTB-Management auf dem Fuße und wurde sofort mit der CD samt aller interessanten Infos versorgt. Vorbildlich!

Die Band rekrutiert sich aus den im 7-Hügel-Tal an den Flüssen Coosa, Oostanaula und Etowah  gelegenen Städten Rome und Taylorsville, was letztendlich im Line-up mit T.J. Lyle (lead vocals), Riley Couzzourt (lead and rhythm guitars), Logan Tolbort (lead and rhythm guitars), Zach Everett (bass, keys, vocals) und Bristol Perry (drums, percussion) uferte.

Als Gäste sind noch Bianca Byrd und Sandra Dye (tolle Backing vocals beim delta-bluesigen „It Ain’t Easy“, hätten gerne noch präsenter sein können) und Paul Hatchett (mit hallender Orgel bei „Dancing Withe The Devil“) vertreten, produziert haben in einen sehr schön erdigen, aber klaren Sound, Richard O. Young und Dave Barrick.

Direkt schon der Opener „Be Good To Yourself“ rockt und stampft rhythmisch zu klimperndem Piano und kratzigen E-Gitarren in bester Manier Black Crowes-/Georgia Satellites-Manier, allerdings deutlich southern-rockiger.

Auffällig sofort die tolle Stimme von Fronter T.J. Lyle mit frappierender Ähnlichkeit zu Johnny Van Zants Anfangstagen, beziehungsweise -alben, also noch nicht vereinnahmt vom späteren Lynyrd Skynyrd-Management. Überhaupt fühlt man sich durchgehend an die Zeit von „No More Dirty Deals“ des damaligen Van Zant-Benjamins zurückerinnert.

Die Donnerkeile aus Georgia bevorzugen insgesamt die riffig-rockige Gangart des Genres („Lend A Hand“, „Can I Get A Witness“, das herrliche „It’s Alright“, „Better Run From The Beast“, „Life I’m Livin'“), natürlich garniert mit vielen typischen E-Gitarren-Soli. Ruhiger und atmosphärischer wird es nur partiell bei Stücken wie „Dancin‘ With The Devil“ und „Looking For An Old Friend“, beide mit einem wunderbaren Skynyrd-Feeling.

Und am Ende wird dann noch ein genial progressiv-ummanteltes „Set Me Free“ rausgehauen (erinnert an „The Whippoorwill“), das noch mal bleibenden Eindruck hinterlässt. Gleichzeitig der wohl stärkste Track des Longplayers. Was für ein toller Gesang und großartige E-Gitarren samt toller Soli, sowie die Pink Floyd-angelehnten Bridges. Alles richtig gemacht Jungs!

Große Southern Rock-Karrieren werden vielleicht nicht an einem Tag oder mit einer CD geschaffen, auch nicht in Rome! Den Georgia Thunderbolts ist mit ihrem Erstling „Southern Rock From Rome“ allerdings ein brillanter Einstieg ins Genre gelungen, der in Zukunft so einiges erhoffen lässt. Eine sich anbahnende echte Konkurrenz für die Bundesstaats-Kollegen von Blackberry Smoke.

Und ein ganz heißer Kandidat für das Album des Jahres, bitte unbedingt zulegen liebe Southern Rock-Gemeinde!

Eigenproduktion (2019)
Stil: Southern Rock

01. Be Good To Yourself
02. Lend A Hand
03. It Ain’t Easy
04. Can I Get A Witness
05. It’s Alright
06. Dancin‘ With The Devil
07. Looking For An Old Friend
08. Better Run From The Beast
09. Life I’m Livin‘
10. Set Me Free

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