Quinn Sullivan – Midnight Highway – CD-Review

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Ich musste am Anfang schon ein wenig schmunzeln. Wenn man die Einleitung des Beipackzettels zu Quinn Sullivans neuem Album „Midnight Highway“ liest, könnte man meinen, dass man es hier mit einem Künstler zu tun hat, der sich glatt schon so um die 30 Jahre im Geschäft befindet.

Er hat bereits mit Leuten wie u. a. Buddy Guy, Eric Clapton, Los Lobos, der Tedeschi Trucks Band, Joe Bonamassa und Albert King die Bühne geteilt, bei berühmten Festivals wie Montreaux oder Mahindra in Indien mitgewirkt, ist in der Jay Leno Show aufgetreten – ok, das wäre für die lange Zeit jetzt ein bisschen wenig – hat mit o. a. Werk, seinen dritten Longplayer veröffentlicht.

Aber dieser Bursche aus Massachusetts zählt gerade mal unglaubliche 17 Lenze! Und was hat der für ein Talent. Er ist ein Super-Gitarrist, das Songwriting kann sich sehen lassen (hat immerhin drei Tracks kreiert) und auch der Gesang passt für das junge Stadium schon ganz gut (man hört es aber doch ein wenig – klingt oft wie ein ganz ganz junger Robert Plant).

Wie vor kurzem auch Joe Bonamassa, hat Quinn sich in Sachen Produktion, unter die Fittiche vom uns bestens bekannten Tom Hambridge in den berühmten Blackbird Studios in Nashville begeben. Hambridge bearbeitete auch das Schlagzeug und stellte dem Jüngling erfahrene Musiker wie Michael Rhodes, Tom MacDonald, Rob McNelley und Keyboard-Legende Reese Wynans an die Seite.

Schon der Opener „Something For Me“ mit herrlicher E-Gitarre (tolli Soli) und klimpernden HT-Piano-Einlagen, lässt Led Zeppelin-, ZZ Top– und Skynyrd-Indegrienzien zu einem harmonischen Ganzen verschmelzen. Melodische Stücke wie „Tell Me I’m Not Dreaming“ und  das funkige „Lifting Off“ haben einen gewissen Popfaktor“, mit letztgenanntem kann man  jede Party in Schwung bringen.

Quinn mit seinen unzähligen quirligen, energiegeladenen, aber auch voller Seele befindlichen E-Gitarren-Soli (hat scheinbar eine sehr große Vorliebe für das Spiel der Allman Brothers-Akteure) und Wynans (mit variablen Keys-Parts) setzen natürlich insgesamt die meisten Akzente.

Absolut klasse  das atmosphärische „She Gets Me„, grandios die im allmanesken Instrumental-Stil abgewickelten Songs wie  „Big Sky“ und der Rausschmeißer „Buffalo Nickel“, aber auch das besungene Titelstück „Midnight Highway„. Hier beweist der Bursche, dass er neben dem Blues auch beste Southern Rock-Gene im Körper hat. Und mit was für einem Gefühl!

Ein Schmankerl und Höhepunkt zugleich ist die gelungene Coverversion von George Harrisons „While My Guitar Gently Weeps“, das man so originalgetreu wie möglich, wie auf dem „White Album“ der Beatles, abzubilden versucht hat. Hambridge hat dafür sogar recherchiert, wie die Musiker und Mikrophone damals im Studio standen. Quinn setzt natürlich mit furiosen Gitarren-Soli noch hier einen drauf.

Mentor Buddy Guy gab seinem Sprössling einst den Rat, raus zugehen und allen zu zeigen, wer er ist, die Leute sollen sich an ihn erinnern. Mit seinem tollen neuen Album „Midnight Highway“ hat er jedenfalls beim Autor (und sicherlich auch allen, die sich mit diesem Teil beschäftigen werden), schon bleibende Spuren hinterlassen. Eine abwechslungsreiche, kurzweilige, jederzeit melodische und auch instrumentell anspruchsvolle CD, die von vorne bis hinten Spaß macht, nicht zuletzt auch wegen der vielen Southern Rock-Bezüge.

Da fällt mir eigentlich zu Jungspund Quinn Sullivan am Ende spontan nur noch ein altbekannter Schimanski-Spruch in abgewandelter Form ein: Noch keine Haare auf der Brust, aber schon im Blues Rock drängeln…

Mascot Label Group (2017)
Stil: Blues Rock

01. Something For Me
02. Tell Me I’m Not Dreaming
03. Midnight Highway
04. Crazy Into You
05. Eyes For You
06. Lifting Off
07. She Gets Me
08. Rocks (Bonus track)
09. Going
10. Graveyard Stone (Bonus track)
11. Big Sky (Bonus track)
12. While My Guitar Gently Weeps
13. Buffalo Nickel

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Mascot Records
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Layla Zoe – 05.03.2017, Schwarzer Adler, Rheinberg – Konzertbericht

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Nach ungestümem Tatendrang, personifiziert durch die Mädels von Jane Lee Hooker, war für den Rest des weiblich dominierten Abends, ‚Diven-Time‘ angesagt. Fotograf Gernot und ich haben die charismatische Kanadierin Layla Zoe jetzt zum dritten Mal in noch gar nicht so lange zurückliegender Zeit erlebt.

Zum einen bei der vorletzten Rheinberger Bluesparty in der voluminösen Stadthalle, dann im Zentrum Altenberg in Oberhausen, einer mittelgroßen Location, und nun im eher Club-trächtigen Schwarzen Adler, quasi zum Anfassen. Bei allen drei Gigs stand ihr starker Gitarrist Jan Laacks als einzige Konstante zur Seite, gewechselt wurde jedes Mal die Rhythmusfraktion, die in Vierbaum diesmal mit dem rein deutschen Duo Claus Schulte und Christoph Hübner vertreten war.

Layla Zoe aktueller Silberling ist nach wie vor „Breaking Free“ und aus dem Fundus dieses Werkes bediente sie sich auch größtenteils.  Mit dem kräftigen „Backstage Queen“ ging’s los,  das shufflige, dezent progressive „Runaway“ (Laacks entlockte seiner Stratocaster z. T. Pink Floyd-ähnliche Klänge), das Southern-soulige „A Good Man“ (gefiel uns natürlich besonders), sowie das Hendrix-umwehte „Pull Yourself Together“ folgten samt der variablen Stimmgewalt der Protagonistin.

„Workinghorse“ mit Peter Frampton-Talkbox-Gedächtnis-Einlage  und das mit einem, in Southern Rock-Tradition gespieltem langen E-Gitarrensolo, verzierte „Why Do We Hurt The Ones We Love“, standen im Zeichen von Jan Laacks, der sich spielerisch noch einmal verbessert zu haben scheint (tolle Leistung!). Über das krachende „Why You So Afraid“ und das retrobehaftete „“Never Met A Man Like You“ ging es schon auf den Höhepunkt des Gigs zu.

„Highway Of Tears“, ein Stück, in dem es um verschwundene Frauen und deren verzweifelte Angehörige in Kanada geht, war dann am Ende das hoch-emotionale und auch das spielerisch stark dargebotene Finale, nach dem jeder andere Track, kaum noch hätte Wirkung entfalten können. Von daher ein absolut richtiger und stimmiger Ausklang.

Am Ende waren Gernot und ich uns einig, in der eher gedrungenen Räumlichkeit des Adlers, den bisher besten Auftritt des Rotschopfes erlebt zu haben. Layla Zoes Musik und einnehmende Aura kam einfach intensiver rüber, nicht nur aufgrund ihres Gangs von der Bühne ins Publikum bei der, unter die Haut gehenden Ballade „Sweet Angel“ (ein Song für ihre ehemals beste Freundin Marsha, die 2010 aufgrund eines Hirnaneurysmas gestorben ist).

So wurde der Sonntag-Abend mit Jane Lee Hooker und Layla Zoe , der unter dem Motto ‚Double Trouble‘ gestartet war, am Ende eher ein ‚Twice the Fun‘ für alle Beteiligten. Danke dafür natürlich auch explizit an Ernst Barten und Ruf Records!

Line-up:
Layla Zoe (lead vocals)
Jan Laacks (electric guitar, vocals)
Christoph Hübner (bass, vocals)
Claus Schulte (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Layla Zoe
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Ruf Records
Schwarzer Adler

Jane Lee Hooker – 05.03.2017, Schwarzer Adler, Rheinberg – Konzertbericht

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Doppelkonzert im Schwarzen Adler mit Jane Lee Hooker und Layla Zoe. Das besonders in Blues Rock-Kreisen bekannte und beliebte Label Ruf Records hatte unter dem Titel ‚Double Trouble‘ gleich zwei Acts zusammen auf die Reise geschickt und u. a. auch in die schöne Rheinberger Kultkneipe beordert. Chef Thomas Ruf war beim, für einen Sonntag Abend stattfindenden, gut besuchten Doppel-Gig, höchst persönlich vor Ort.

Den Auftakt bestritt der New Yorker Power-Frauen-Fünfer mit dem markanten Bandnamen Jane Lee Hooker. Die Damen um ihre zierliche Fronterin Dana ‚Danger‘ Athens, eine tapezierte Fahrradspeiche mit einem Mordstemperament auf der Bühne, machten mächtig Alarm und bewiesen, dass sie ihr fast punkige Spielweise, durchaus harmonisch mit dem Blues Rock-Genre in Einklang zu bringen vermögen. Junge, Junge, es ging ganz schön brachial die Post ab, eher weniger was für Blues-Feingeister.

Gleich zum Start befreiten sie energisch, mit einer Herz-erfrischenden Version, den Blues-Klassiker „Manish Boy“ von all seinen angesammelten Spinnweben. Im weiteren Verlauf rockten sie mit Stücken wie u. a. „Black Rat“, dem dezent stonesken „Gimme That“ und Liedern aus ihrem aktuellen Album „No B!“ wie „Wade In The Water“, „Bumble Bee“ (der einzige etwas ruhigere Track), „Didn’t It Rain“ (mit starker Southern Rock-typischer Double Leads-Phase der beiden Gitarristinnen), sowie dem funkig angehauchten „Shake For Me“ (inkl. Soli und Vorstellung aller Beteiligten), den Saal und verabschiedeten sich mit dem großartigen „Mama’s Day“ (klasse Gesang von Athens) samt einer Zugabe, von ihrer begeisterten Audienz.

Jane Lee Hooker, die mich so ein wenig an Bands wie die früheren The Motherstation oder Antigone Rising erinnerten, wären mit ihrer erfrischenden, krawalligen Art eigentlich dafür prädestiniert, in der Blues Rock-Sparte Brücken zu einem jüngeren Publikum zu schlagen, haben aber da noch viel Überzeugungsarbeit vor sich, denn der Adler war auch an diesem Abend wieder fast ausnahmslos, fest in der Hand der Ü50-Generation, die sichtlich Spaß an dieser energiegeladenen Vorstellung hatte. Zurecht, es war eine tolle, dynamische und durchweg gelungene Performance der Mädels vom Big Apple.

Line-up:
Dana ‚Danger‘ Athens (lead vocals)
Tracy ‚High Top‘ (electric guitar)
Tina ‚TBone‘ Gorin (electric guitar)
‚Hail Mary‘ Zadroga (bass)
Melissa ‚Cool Whip‘ Houston (drums)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

Jane Lee Hooker
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Ruf Records
Schwarzer Adler

Vaudeville Etiquette – 03.03.2017, Blue Notez, Dortmund – Konzertbilder

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Line-up:
Tayler Lynn (lead vocals, percussion)
Bradley Laina (lead vocals, guitar)
Matt Teske (pedal steel)
Aaron Walters (bass)
Bryce Gourley (drums)

Bilder: Peter Schepers

Vaudeville Etiquette
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Blue Notez Dortmund

American Aquarium – Support: Tim Easton – 03.03.2017, Krefeld, Kulturrampe – Konzertbericht

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Gut einen Monat nach dem starken Auftritt der Stolen Rhodes war es mal wieder an der Zeit, unsere geliebte Kulturrampe in Krefeld aufzusuchen, mit Tim Easton und den talentierten North Carolina-Jungs von American Aquarium galt es, in unseren Breitengraden, hochkarätige Insidermusik aus dem Alternative Country-, Roots-, Americana- Bereich, zu begutachten.

Der weit gereiste, mittlerweile in Nashville ansässige Singer/Songwriter Tim Easton bestritt mit einem starken Solo-Auftritt das Vorprogramm. Seine tolle rauchige, warmherzige Stimme, die mich an Leute wie J. J. Cale, Will Hoge und Russell Smith erinnerte, sein quirliges Akustikgitarrenspiel (auch in Slide-Manier), sowie diverse plustrige Harp-Einlagen, verpackt in eine humorvolle und sympathische Performance, kamen beim Krefelder Publikum bestens an.

Mit unterhaltsamen Stücken wie u. a.  „Elmore James“, „Special 20“, „Black Dog“, „Don’t Lie“, „Next To You“  oder dem brandneuen „The Old New Straitsville Blues“ zog er die anwesenden Leute unweigerlich auf seine Seite. Klar, dass er da nochmal für eine Zugabe ran musste, die mit Dylans „Watcha Gonna Do“, bei der er die Audienz mit Fuß-Stampfen und Klatschen als Percussion-Unterstützung involvierte, ihren launigen Abschluss fand. Eine tolle Leistung von Tim Easton!

Für die Burschen von American Aquarium lief der Tag dagegen alles andere als rund. Am Berliner Flughafen war ihr Gepäck zunächst verschwunden, was eine erhebliche Wartezeit zur Folge hatte (ich habe gar nicht mitbekommen, dass der BER schon in Betrieb ist…). Als am Ende die Sachen doch noch aufgefunden wurden, ging’s mit einer rasanten Höllenfahrt in Richtung Westen, um den ersten Gig der bevorstehenden Tour noch rechtzeitig antreten zu können.

Beim Opener „Wolves“ knarzte und fiepte dann noch das Mikro von Bandleader BJ Barham. Der verstand die Welt nicht mehr und war zu Anfang richtig angenervt. Nach ein paar Instruktionen in Richtung Mischpult, hatte sich dann beim folgenden „Southern Sadness“ die Lage beruhigt und das Quintett, mit den weiteren Musikern  George Hage, Bill Corbin, Kevin McClain und Whit Wright fand sich allmählich in den Gig herein.

BJ Barham, der im Stile der großen amerikanischen Musik-Geschichtenzähler wie Bob Dylan, Bruce Springsteen, Gram Parsons, Steve Earle & Co., als die kreative Person des Fünfers, fast ausnahmslos die Zügel in der Hand hatte, sowie Whit Wright, der immer wieder zwischen Keyboard und seiner Pedal Steel hin und her wechselte, waren die Personen, die im Prinzip die Hauptakzente setzten.

Die Rhythmusfraktion mit Bill Corbin und Kevin McClain verrichtete brav ihre Arbeit, der E-Gitarrist George Hage (auch Mitglied bei Jack The Radio) kam erst gegen Ende bei Tracks wie „Jacksonville“, „Losing Side of 25“ und „Man I’m Supposed To Be“ (atmosphärisches Bariton-Spiel) stärker zum Zuge.

Nachdem Barham bereits in der Mitte mit Stücken wie „The Unfortunate Kind“, „America Tobacco Company“ und „O‘ Lover“ ein Solo-Intermezzo hingelegt hatte, absolvierte er mit dem bissigen „Burn.Flicker.Die“ und einem Cover zu Ehren des kürzlich verstorbenen Guy Clark „She Ain’t Going Nowhere“ auch den Zugabenteil im Alleingang.

Da hätte man sich gerne vielleicht doch nochmal die komplette Band zum Abschluss mit einem Kracher, evtl. dazu mit integrierter Vorstellung der Mitglieder gewünscht. Auch ein paar Songansagen und sporadische Interaktion mit den Leuten hätte vermutlich etwas mehr Stimmung gebracht (die aber keineswegs schlecht war).

Fazit: Ein eher ruhiger Abend mit mit einem überzeugenden Auftritt des kauzigen Tim Easton und einem steigerungsfähigen Tournee-Auftakt von American Aquarium, der mir persönlich zu sehr im Zeichen ihres omnipräsenten Fronters stand. Da muss bei den nächsten Stationen doch etwas mehr Geschlossenheit demonstriert und auch das Publikum mehr ‚abgeholt‘ werden. Entschuldigend sind allerdings die oben erwähnten Umstände mit zu berücksichtigen, so ein stressiger Tag nach langem Flug hinterlässt einfach Spuren. Bei den kommenden Gigs geht da auf jeden Fall noch was!

Line-up:
BJ Barham (lead vocals, acoustic guitar)
George Hage (electric guitar)
Bill Corbin (bass)
Kevin McClain (drums)
Whit Wright (keys, pedal steel)

Tim Easton (lead vocals, acoustic guitar, harp)

Bilder: Gernot Mangold
Text: Daniel Daus

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Tim Easton
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Teenage Head Music
Kulturrampe Krefeld

Scotty Bratcher – That Album – CD-Review

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Wer sich mal eine nahezu perfekt gelungene Mischung aus Blues- und Southern Rock zu Gemüte führen möchte, sollte flux das Album eines gewissen Scotty Bratcher mit dem Titel „That Album“ in seine Sammlung aufnehmen. Das hat es nämlich in sich.

Der aus Cincinnati stammende, mittlerweile in Ohio ansässige Musiker, hatte bereits mit 2 Jahren die erste Gitarre in der Hand und mit elf erste Auftritte absolviert. Neben intensiver Sessionarbeit mit vielen anderen Interpreten sind hier sein Mitwirken bei Jimmy Hall (Wet Willie, Brothers Of The Southland) und Noah Hunt (Kenny Wayne Sheperd) besonders erwähnenswert, denn sowohl Hall (u. a. quäkige Harp beim Elvis-Cover „That’s Alright Mama“) als auch Hunt (Lead vocals bei „Let Your Soul Give Way“) spielten hier den Ball mit einem Gastauftritt zurück.

Neben seinen filigranen und variablen präsentierten E-Gitarrenkünsten, weiß der Protagonist auf seinem 2. Solo-Album auch mit außerordentlich starken und sehr engagiert gesungenen Lead vocals zu überzeugen, die sich in Sphären irgendwo zwischen Gregg Allman und einem Warren Haynes einordnen lassen und bestens zu seiner Musik passen. Mit an seiner Seite sind auf diesem Werk schwerpunktmäßig noch Don Connaughton am Bass, Shawn Wells am Schlagzeug sowie die starken Keyboarder Billy Justineau and Gary Mielky präsent.

Insgesamt 13 gelungene Stücke ohne jeden Hänger oder Füller mit einer satten Spielzeit von knapp 70 Minuten, sorgen zudem für ein exzellentes Preis-Leistungsverhältnis. Allein schon der Auftakt mit herrlichen knarzigen E-Gitarren und gurgelnder Orgel, „Ain‘t No Way I’m Coming Home“, wird jedem Southern Rock-Fan sofort in den Bann ziehen. Erinnert mich ein wenig an Warren Haynes allerstes Solo-Album.  Das folgende shufflige „Disappointing Ourselves“ startet mit einem ZZ Top-Intro und enthält eine furiose Wah-Wah-E-Gitarrenpassage. „Worry Me No More“ mit seinem brachialen Führungsriff weckt bei mir sogar Assoziationen mit Leuten wie Pat Travers zu Glanzzeiten oder auch Enfant Terrible Ted Nugent.

Der vierte Track, „Tables Turn And Briges Burn“, hat aufgrund der verspielten E-Gitarren und dem Orgel-Sound Gov’t Mule-Charakter, der Southern Rocker „Hard To Feel“ geht in Richtung Stolen Rhodes zu Beginn, schwenkt nach einem Billy Powell-Gedächtnis-Piano-Bridge samt bärenstarkem E-Solo-Anschluss aber in deutlich Skynyrd-typischere Sphären über. Dass Scotty auch Slow Blues kann, beweist er beim acht-minütigen „Without Hope“, eine tolle Ballade mit viel Southern Soul-Flair à la dem einstigen, Dickey Bettsschen „Bougainvillea“. Gleiches gilt für den herrlichen Schwofer „All And Nothing More“ (tolles E-Piano, wummernde Orgel, Echogesang im Refrain).

Der bereits erwähnte Noah Hunt singt auf dem Stevie Ray Vaughan-umwehten Stampfer „Let Your Soul Give Away“. Als Liebhaber von weiblichen Backgroundgesängen (hier von Jennifer Friend) ist „Cold Blooded Killer“ natürlich genau meine Kragenweite. Ein Killersong, der nicht das Blut in den Adern gefrieren lässt, sondern das Southern Rock-Herz erwärmt. „Rollin‘“ zielt mit seinem „Statesboro Blues“-Charakter ganz klar auf die Allman-Klientel ab. Greg Martin (Rufus Huff/Kentucky Headhunters bereichert hier die illustre kleine Gästeliste mit seinem starken Slide-Spiel.

Das Ende des durchgehend, sensationell-guten Albums bestreiten zwei altbekannte Nummern. Das viel gecoverte „As The Years Go Passing By“ (wieder mit Jimmy Hall-Unterstützung) bewegt sich in Gefilden von Gary Moore und Jeff Healey, die bei dem Song ja auch schon Hand angelegt haben. Dass man „Whipping Post“ nur mit Gesang und Akustikgitarre in eine furiose Version verwandeln kann, würde man kaum für möglich halten. Scotty beackert im Stile eines echten Wizzards seine Klampfe, dass einem fast die Spucke weg bleibt. Eine grandiose Version dieses Klassikers als krönender Abschluss.

Hätte ich die Scheibe schon zum Erscheinungsdatum vorliegen gehabt, wäre sie ganz sicher einer der drei Top-Kandidaten zum Album des Jahres 2016 gewesen. Ich kann nur jedem Fan der beiden hier federführenden Genres, besonders der Southern Rock-Fraktion, dieses Teil wärmstens empfehlen. Man wird mir, da lehne ich mich jetzt einfach mal aus dem Fenster,  diesen Geheimtipp auf ewig danken! Tolle Mucke von Scotty Bratcher . „That Album“ rocks, that’s all and nothing more I have to say!

Etta Mae Records (2016)
Stil: Southern Blues Rock

01. Ain’t No Way I’m Coming Home
02. Disappointing Ourselves
03. Worry Me No More
04. Tables Turn And Bridges Burn
05. Hard To Feel
06. Without Hope
07. That’s Alright Mama
08. Let Your Soul Give Way
09. Cold Blooded Killer
10. All And Nothing More
11. Rollin‘
12. As The Years Go Passing By
13. Whipping Post

Scotty Bratcher
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The Delta Saints – Monte Vista – CD-Review

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Packe Red Hot Chili Peppers, die psychedelischen Sachen von Led Zeppelin und David Bowie in einen Mixer, schüttel diesen und nehme die Mischung, um den Sound der letzten Platten der Delta Saints zu würzen und es kommt „Monte Vista“ (tolles Coverbild übrigens) heraus. Der bluesige Charakter des letzten Longplayers „Bones“ ist dabei etwas auf der Strecke geblieben, dafür hat sich die Band verstärkt in eine Richtung entwickelt, die psychedelisch angehauchte Sachen der 70er mit Einflüssen aus Soul und Hip-Hop unterlegt, besonders durch die Rhythmus-Sektion (David Supica und Vincent Williams), in abwechslungsreiche und eigenständige Rockmusik umgesetzt.

Der Longplayer startet mit „California“, dem, beim ersten Hören, Radio-kompatibelsten Song, der in seiner rockig tanzbaren Manier, ein breites Hörerspektrum ansprechen müsste. Mit dem folgenden „Sun God“ ändert sich sofort der Stil und die psychedelischen Elemente treten stärker in den Vordergrund. „Burning Wheels“ erinnert mich vom mystischen Gesang her, an den indianisch anmutenden Beginn von Pottheads „Indians“. „Are You“ mit mehreren Tempowechseln, die aber bis auf das Gitarrensolo von Dylan Fitch, im mittleren Bereich liegen, erinnert ebenso wie das folgende „Crows“ an die psychedelischen Nummern von Led Zeppelin, wobei auch die Stimme von Ben Ringel in hohen Tonlagen, der von Robert Plant ähnelt, ohne  dabei den eigenen Charakter zu verlieren.

„Roses“ beginnt, insbesondere vom Bass und Drum-Part her, ähnlich wie Tracks der Red Hot Chili Peppers aus ihrer „Californication“-Zeit. Untermalt wird der Gesang immer wieder mit rockigen Gitarrensoli. Mit „Space Man“ geht die Zeitreise Richtung David Bowie zu Beginn seiner Karriere, ohne dabei verstaubt zu wirken. „Young And Crazy“ und „In Your Head“ mit groovender Rhythmussektion sind wieder sehr psychedelisch infiziert und dürften ebenfalls bei Fans der RHCP gut ankommen. Letzteres Stück wartet mit Gesangspassagen auf, die sich bei Live-Konzerten dazu eignen, in Interaktion mit dem Publikum zu treten. Das ruhige „Two Days“ mit epischen Gesangspassagen und einer Gitarre in der Songmitte, die mich in meine „alte“ Bowie-Zeit zurückversetzt, rundet diese Platte ab.

Mit „Monte Vista“ haben die Delta Saints die Wandlung von einer eher Blues-orientierten Formation zu einer wieder deutlich mehr psychedelisch angehauchten Band, mit den Einflüssen der legendären Led Zeppelin abgeschlossen, ohne sich selbst aufgegeben zu haben oder einem Abklatsch anderer Acts zu ähneln. Wer mit einem eventuellen Schwenk in Richtung mehr ‚Nashville‘ geliebäugelt hat (woher die Burschen ja stammen), dürfte von dem Album zunächst enttäuscht sein, was sich aber nach einem nochmaligen Hören und Freisetzen des Erwartungshorizonts ändern könnte/wird, da sich bei der Komplexität der Kreationen, vieles erst beim zweiten oder dritten Durchgang öffnet.

Insgesamt für mich ein gutes und interessantes Album, da die Band experimentierfreudig, altes und neues aus der Rock-Musik verknüpft und so ein abwechslungsreiches Werk hingelegt hat, welches nicht dem Mainstream (oder wir gehen auf ‚Nummer Sicher‘) zum Opfer gefallen ist. Wer Songs von „Monte Vista“ live erleben will, dem sei die anstehende Tournee wärmstens empfohlen, da die Delta Saints nicht nur versierte Studiomusiker sind, sondern auch live mit ihrem Charisma und ihrer dynamischen Spielweise schon im letzten Jahr, auch ohne ihren Keyboarder Nate Kremer, glänzen konnten.

Review: Gernot Mangold

Teenage Head Music (2017)
Stil: Roots Rock

01. California
02. Sun God
03. Burning Wheels
04. Are You
05. Crows
06. Roses
07. Space Man
08. Young And Crazy
09. In Your Head
10. Two Days

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Teenage Head Music

The Electric Alley – Get Electrified! – CD-Review

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Hard Rock aus Spanien ist hierzulande eher eine Randerscheinung. Die Heroes del Silencio hatten in den späten 80er und frühen 90er Jahren des letzten Jahrtausends einige beachtliche Rock-Disko-kompatible Songs herausgebracht, die aber eher eine Mischung aus (Hard) Rock und Independent darstellten.

Mit Electric Alley, 2012 im spanischen Cadiz gegründet, macht sich eine Band auf dem Weg, diese Lücke zu schließen. Stilistisch ist die Band eher den Hard Rock-Bands aus den 90er Jahren zuzuordnen, was sich auch an der Besetzung  mit Gesang, zwei Gitarren, Bass und Schlagzeug zeigt. Das bedeutet aber nicht, dass Electric Alley nicht ihren eigenen Charakter gefunden hat und nur ein Abklatsch alter erfolgreicher Bands aus dem Genre wären.

Der Titelsong „Get Electrified!“, eine Uptemponummer, erinnert insbesondere vom Gitarrensound her, an gute alte Guns’n’Roses-Stücke. Bei „Last Letter“ übernimmt Jaime Moreno, ähnlich wie Alice Cooper, zunächst den Part eines Erzählers, ehe der Track Fahrt aufnimmt. Das monumentale „Can We Have Some Love Between Us“ ist eine Ballade mit typischen Midtempo-Gitarrensolo. Der Gesang erinnert in manchen Passagen an Steven Tyler von Aerosmith oder auch Jon Bon Jovi. „Searchin For The Truth“ könnte auch auf mancher Southern Rock- Scheibe seinen Platz finden.

„Eagles Fly Solo“ wird Hörer erneut erfreuen, die auf Balladen à la Aerosmith stehen. Mit „Free My Soul“, „No Reservations“ und „Go“ nimmt die Platte wieder Fahrt auf und man befindet sich wieder in den Gefilden zwischen Guns’n’Roses und Acts wie Cinderella. „Live While You’re Alive“ und „A Lonely Sun Story“, zwei starke, eher dem Genre Southern Rock zuzuordnende Songs, beschließen das Album, wobei beim letztgenanntem Lied gesanglich wieder eine Nähe zu Steven Tyler/Jon Bon Jovi zu erkennen ist.

Insgesamt ist „Get Electrified!“ von Electric Alley eine abwechslungsreiche Platte, die aufgrund der verschiedenen stilistischen Einflüsse nie langweilig wird und mit Sicherheit auch die Basis für energiegeladene Konzerte abgibt.  Freunde des Hard- und Southern Rocks im Rahmen der bereits erwähnten Interpreten wie Aerosmith, Guns’n’Roses, Bon Jovi und Cinderella oder der neuen Generation von Bands wie Robert Jon And The Wreck oder Stolen Rhodes werden hier bestens angesprochen.

Line Up:
Nando Perfumo – Electric Guitars, Acoustic Guitars, Background Vocals
Jaime Moreno – Vocals, Electric Guitars, Acoustic Guitars
Sergio Reyes Gamaza – Bass, Background Vocals
Rafa Gonzales – Drums, Percussion

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El Hard Rock de Espańa es en este pais un fenōmeno secundario. Entre finales de los 80 y principios des los 90, Heroes del Silencio sacaron al mercado canciones compatibles con la Radiofōrmula y las discotecas, las cuales representabas nás bien una mezcla de (Hard)Rock y Rock independiente.

Con “The Electric Alley”, fundada en 2012 en la ciudad espańola de Cádiz, una banda se encamina a cerrar ese hueco. Estilisticamente se podria clasificar como una de aquellas bandas de los 90, que se presenta en las filas con voz, dos guitarras, un bajo y bacteria. Claramente eso no significa que “The Electric Alley” no hayan encontrado su propio carácter y sean solamente una copia de Viejas y exitosas bandas del género.

La cancion que da titolo al disco “Get Electrified!”, de ritmo rápido y energético, recverda con sus guitarras especialmente a antiguas y buenas piezas de Guns`N`Roses. En “Last Letter” adopta Jaime Moreno el papel de un narrador, con aires a lo Alice Cooper, antes de que la cancion se ponga en marcha. La monumental “Can We Have Some Love Between Us” es una balada a medio tiempo con solos de guitarra. El Cantante recuerda en varios pasajes a Steven Tyler de Aerosmith o también a Jon Bon Jovi. “Searching For The Truth” es bien una cancion que tendria su hueco en algunos discos de Rock sureno.

En “Eagles Fly Solo” disfrutarán todos aquellos oyentes de baladas a la Aerosmith. Con “Free My Soul”, “No Reservations” y “Go” coge el disco de nuevo ritmo y volvemos al terreno entre Guns`N`Roses y las actuaciones de Cinderella. “Live While You`re Alive” y “A Lonely Sun Story” son las dos canciones que cierran el disco, mas en el estilo del “Rock Sureno” que las antres mencionadas. En “Lonely Sun Story” podemos reconocer en la voz y en el estilo a Steven Tyler/Jon Bon Jovi.

En conjunto es el “Get Electrified!” de “The Electric Aley” un álbum muy variado, que gracias a sus diversas influencia no será aburrido de escuchar y con seguridad, es una base que traerá conciertas dinámicos. Los amigos del Hard Rock y el Rock sureńo, sobretodo de los ya mencianndos come Aerosmith, Guns`N`Roses, Bon Jovi y Cinderella o de la nueva generacion de bandas como Robert Jon And The Wreck o Stolen Rhodes se sentirán como en casa.

Review: Gernot Mangold

Teenage Head Music (2015)
Stil: Rock

01. Get Electrified!
02. Last Letter
03. Can We Have Some Love Between Us?
04. Searching for the Truth
05. Eagles Fly Solo
06. Free My Soul
07. No Reservations
08. Go
09. Live While You’re Alive
10. A Lonely Sun Story

The Electric Alley
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Southern Drawl Band – Elixir – CD-Review

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Die Southern Drawl Band, eine Mischung von Musikern aus Knoxville und Nashville, mit ihrem bereits 4. Album. Das mit diversen regionalen und nationalen Awards bedachte Quintett, das schon mit vielen prominenten Acts und Interpreten wie u. a. Lynyrd Skynyrd,  der Charlie Daniels Band, Jimmy Buffett, Brantley Gilbert, Blackberry Smoke und Justin Moore die Bühne geteilt hat, beschert uns mit „Elixir“ ein herrliches Gebräu aus Country- und Southern Rock-Zutaten vom Feinsten.

Der Fünfer um die beiden Köpfe Mike Nash (lead vocals, guitar) und Jo Edge (lead vocals, fiddle) sowie ihre Mitstreiter David Crow (lead guitar), Paul Wray (bass) und Larry Dunsmore (drums) spielt seit 2012 zusammen und hat mit seiner ‚Southern Rockin‘ Country music with a twist of lime distilled in the backwoods of Tennessee‘ ein Karriere-Highlight abgeliefert. Das Album überzeugt mit seiner variablen kurzweiligen Mischung von der ersten bis zur letzten Sekunde.

Tragischer Weise verstarb ihr brillanter Lead-Gitarrist David Crow nach Beendigung der Aufnahmen, als ein vom Sekundenschlaf übermannter Autofahrer frontal in sein Motorrad fuhr. Ihm ist auf der Innenseite der CD ein emotionales Gedicht („As The Crow Flies“) von einem der Mitkomponisten der Band, Mike Kuhl, gewidmet.

Der Auftakt mit dem Titel  „Damn Sure Comin‘ From Dixie“ lässt auch musikalisch keinen Zweifel an ihrer Herkunft. Ein typischer Stampfer an der Schnittstelle zwischen Montgomery Gentry, Travis Tritt sowie der Charlie Daniels Band und Lynyrd Skynyrd, wobei starke E-Gitarren und Jo Edges markantes Fiddle-Spiel auch im weiteren Verlauf  des Albums immer wieder als Trademarks herausstechen.

Stücke wie „Ghosts Of „New Orleans“, „Somewhere Down The Road“, „Tennessee Line“ oder das finale „You’ll Never Leave Harlan Alive“ (wie eine Bluegrass-Version vom Animals-Hit „Hose Of The Rising Sun“) dienen als Blaupause für die countryeske, rurale, ja grassige Seite der Musiker. Alles wunderbare hoch-melodische, mit viel Liebe zu instrumentellen Details  gestaltete, flockig ins Ohr gehende Songs, wie man sie von Acts wie der Pure Prairie League, Pirates Of The Mississippi oder SR-Bands a la Marshall Tucker Band, CDB oder den Outlaws kennt. Hier schlägt dann auch häufig die Stunde er einzelnen versierten Gäste wie Andy Wood (mandolin), Doyle Grisham (pedal steel) oder Travis Toy (Dobro).

Nash, der sich als Hauptsongwriter für den Großteil des Gesangs verantwortlich zeigt (seine Stimme ähnelt Leuten wie Eddie Montgomery, Travis Tritt oder Bruce Brookshire) und Jo Edge (klingt Eric Church zum Verwechseln ähnlich) ergänzen sich am Mikro vorzüglich (auch mit Harmoniegesängen).

Edges großer Moment ist auf der furios rockigen Cover-Darbietung von Skynyrds einstigem „Mississsippi Kid“, die Ronnie Van Zant sicherlich mit viel Freude und Stolz  im Southern Heaven vernehmen wird. Nash besingt dafür mit der  launigen Uptemponummer  „Rocky Top“ den ‚Hit‘ der Band, der als Video bei einem Football Match im ausverkauften Neyland Stadium in Knoxville vor 102.000 Zuschauern seine Premiere feierte und seitdem bei Spielen in dieser Sportart auch mit viel TV-Präsenz (u. a. bei NBC) gewürdigt wird.

Wenn sich schon Experten wie Lorren Cornelius (früherer Geffen Records Promotions-Chef) und Dermott McCormack (Sony/Viacom Programming) zu Statements wie „Southern Drawl Band is one of the Nation’s hottest emerging bands, ranking top among the best live performances to come along in decades“ und „a must see, swampy grit of modern country combined with a rockin‘ your face off stage performance reminiscent of the days when bands knew how to put on a show“ hinreißen lassen, weiß man, dass man es mit ganz besonderem Stoff zu tun hat.

Auch wir schließen uns dem, mit unserer Begeisterung in Sachen „Elixir“, restlos an und geben die uneingeschränkte Empfehlung: ‚Get’cha some great music‘ von der Southern Drawl Band! Herrliche Musik!

Down Home Records (2016)
Stil: Southern Rock

01. Damn Sure Comin‘ From Dixie
02. Ghosts Of New Orleans
03. Mississippi Kid
04. One Hell Of A Ride
05. Rocky Top
06. She’s My Angel
07. Somewhere Down The Road
08. Tattoo
09. Tennessee Line
10. When Did I Stop Growing Up
11. You’ll Never Leave Harlan Alive

Southern Drawl Band
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Bärchen Records

Vanessa Collier – Meeting My Shadow – CD-Review

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Die aus Maryland, USA, stammende Vanessa Collier mit ihrem 2. Album. Nach ihrem Debüt im Jahre 2014 haben sich die Dinge schlagartig für die einstige Berklee-Musikstudentin entwickelt. Eine Tour mit Blues-Legende Joe Louis Walker, Best Of 2014 Blues Breaker, Besuch in Dan Akroyds House Of Blues Radio Show, Top 3-Finalistin in John Lennons Songwriting-Wettbewerb, Teilnehmerin bei der International Blues Challenge2016 in Memphis, weitere Auftritte als Support von Stars wie Annie Lennox und Willie Nelson, sind hier als ein paar rasante Highlights anzuführen.

In Zusammenarbeit mit Kevin Houston als Co-Produzent und einem Kreis von guten Musikern (u. a. TK Jackson, Daniel McKee, Laura Chavez, Charles Hodges, Marc Franklin, Josh Roberts) präsentiert sie den Blues in „Meeting My Shadow“ auf äußerst facettenartige Weise.

Es bluest, groovt, shuffelt und gospelt an allen Ecken und Enden. Vanessa variiert stimmlich perfekt zu den diversen Präsentationsformen der Stücke. Die Songs von 3-7 „When It Don’t Come Easy“ (das swampige Slide erinnert an die große Bonnie Raitt), das flotte, tanzbare „Two Parts Sugar, One Part Lime“ mit der herrlichen HT-Piano-Einlage, das in Wynonna-Manier gebrachte „When Love Comes To Town“ (mit Allmaneskem Slide-Solo), der slow-bluesige Schwofer „You’re Gonna Make Me Cry“ und das shufflige „Whiskey And Women“ (E-Gitarren-/Sax-Solo) erweisen sich für unser Magazin als die signifikantesten. Bei den meisten Tracks spielt natürlich aber Colliers Saxofon eine mehr als tragende Rolle.

Sie sieht es quasi als Erweiterung ihrer Stimme an. „Mit ihm kann ich jammern, knurren und weinen. Ich kann ein Lied vorantreiben, mit einem starken, nervösen und entfesselten Angriff. Ich kann subtil und schön sein, aber auch stark und mächtig“, so Vanessa in einem Statement. Und in der Tat bläst die Protagonistin für ihr junges Alter schon absolut leidenschaftlich, was ihr Paradeinstrument betrifft.

„In „Meeting My Shadow“ treffen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft aufeienander. Eine Hommage an den Geist der Blues Tradition, eine Reflexion unserer jetzigen Kultur und ein hoffnungsvoller Wunsch nach Wachstum, Verständnis und Integration, dass wir uns gemeinsam weiterentwickeln. Es ist auch eine Geschichte von Beharrlichkeit und Bemächtigung, die dazu bestimmt ist, Kraft zu teilen und eine erhobene Botschaft zu liefern“, lautet weiter ihre höchstpersönliche Zusammenfassung bezüglich des neuen Werkes.

In unseren Augen entpuppt sich „Meeting My Shadow“ von Vanessa Collier als ein fein entworfenes Kollier mit einigen echten und  noch rohen Diamanten, an denen in Zukunft vermutlich noch weiter fleißig geschliffen wird.

Eine starke, variable und  ausdrucksvolle Stimme, dazu ein erstaunlich versiertes Saxophonspiel, sowie kompositorisches Können, lassen auf eine große Zukunft der jungen Blues-Künstlerin schließen. Wer sich gerne mit Damen wie Bonnie Raitt, Dusty Springfield, Sass Jordan, Beth Hart, Wynonna oder Kim Carnes befasst, dürfte sich auch bei Vanessa Collier gut aufgehoben fühlen und das heißt doch schon was, oder?

Ruf Records (2017)
Stil: Blues & More

01. Poisoned The Well
02. Dig A Little Deeper
03. When It Don’t Come Easy
04. Two Parts Sugar, One Part Lime
05. When Love Comes To Town
06. You’re Gonna Make Me Cry
07. Whiskey And Women
08. Meet Me Where I’m At
09. Cry Out
10. Up Above My Head, I Hear Music In The Air
11. Devil’s On The Downslide

Vanessa Collier
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Ruf Records