Morgan Wallen – CD-Gewinnspiel

Das Morgan Wallen-Gewinnspiel ist beendet. Die Lösung lautete natürlich ‚7 Summers‘, Nr. 1-Hit und aktuelle Position 4 der Billboard Country-Single-Charts.

Sounds Of South und Universal Music gratulieren folgenden Jahreszeitenspezialisten:

Wolfgang Berger, Fikderstadt
Marcel Eberhardt, Darmstadt
Volker Lückerath, Düsseldorf

Das Werk wird den Gewinnern im Laufe der nächsten Woche zugeschickt!

Wir wünschen viel Spaß damit!

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Der Nashville-Shooting-Star Morgan Wallen hat vor kurzem sein hervorragendes Werk „Dangerous“ mit gleich satten 30 Tracks auf den Markt gebracht.

In Zusammenarbeit mit Universal Music verlosen wir drei Exemplare dieser starken Doppel-CD.

Folgende Frage muss dazu richtig beantwortet werden:

Wie heißt eine der erfolgreichen Singles des Albums?

a) 3 Winters
b) 5 Autumns
c) 7 Summers

Bitte sende eine E-Mail mit der richtigen Lösung bis zum 28.01.2021 an dan@sounds-of-south.de.

Wir losen unter allen richtigen Einsendern drei Gewinner/innen aus, die dann umgehend benachrichtigt und mit der Doppel-CD beliefert werden.

Morgan Wallen
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Universal Music Group

Lucero – When You Found Me – CD-Review

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Review: Michael Segets

Lucero veröffentlicht seit über zwanzig Jahren völlig unbemerkt von mir Musik. Auf ein Dutzend Studio-Alben und drei Livemitschnitte blickt die Band aus Memphis, Tennessee, bereits zurück. 2008 brachte die Band sogar ein Album auf einem Major-Label – Universal Music – heraus.

„When You Found Me“ macht jedenfalls Lust, sich zukünftig auch mit deren Backkatalog auseinanderzusetzen. Bei den ersten Durchläufen fallen die kräftigen Gitarren und der mal volle, mal leicht kratzig-nasale Gesang des Frontmanns Ben Nichols angenehm auf.

Die Stimme könnte beim Opener „Have You Lost Your Way” vielleicht etwas weiter nach vorne ausgesteuert sein, aber dennoch entwickelt der Song mit seinem breiten, durch E-Gitarren erzeugten Klangteppich eine ansteigende Dynamik. Auch beim folgenden „Outrun The Moon“ wird eine Spannungskurve erzeugt, allerdings durch den einprägsamen Refrain. Die Instrumentalpassagen sind bei der ersten Single außerdem deutlich differenzierter.

Nach dem bereits gelungenen, rockigen Einstieg folgt ein erstes absolutes Highlight des Albums. Beim countryfizierten „Coffin Nails“ verzichtet Lucero auf dominante elektrische Gitarren und stellt den eindringlich gesungenen Refrain ins Zentrum. Die Band liefert einen starken Song ab, der Reckless Kelly ins Gedächtnis ruft.

„Pull Me Close Don’t Let Go” hingegen zieht mich nicht in seinen Bann. Die sphärischen Klänge und die oftmalige Wiederholung einer Textzeile lassen den Track eher dahinplätschern. Hier setzt Lucero – nach Angabe der Presseinformation – zum ersten Mal einen Synthesizer ein. Der ist ebenso auf „Good As Gone” zu hören. Der Track erlangt durch die Keys den Charme der achtziger Jahre und erinnert an das damalige New Age. Gleichwohl rockt der Song ebenso wie „All My Live”, der Anleihen beim Grunge hat. Lucero bedient sich also in der Rocktradition, ohne dass die Tracks wirklich retro klingen.

Nach Aussage von Nichols wollte er einen klassischen Rock-Sound für den Longplayer. Das von Matt Ross-Spang (Jason Isbell, Drive-By Truckers) produzierte Album löst diesen Anspruch ein, wobei die anderen Bandmitglieder Rick Steff (Keys), Brain Venable (Gitarre), Roy Berry (Schlagzeug) und John C. Stubblefield (Bass) ihren Anteil haben.

Das erdige „The Match“ geht in Richtung Roots Rock und liegt damit genau auf meiner musikalischen Wellenlänge. Eine Steigerung liefert noch der hervorragende Heartland-Knaller „Back In Ohio”. Bei der Abfolge der Gitarrenakkorde und bei den Klavierläufe kommt der Vergleich mit Nils Lofgrens Blütezeit in den Sinn. Eine kurze Saxophon-Passage gibt dem Sound einen zusätzlichen Drive. Das Jahr ist noch jung, aber der Titel wird es auf meinen persönlichen Best-Of-2021-Sampler sicher schaffen.

Mit seinen Zäsuren ist der kräftige Rocker „A City On Fire“ kompositorisch eindrucksvoll. Hardrock-hymnisch angehaucht schallt er wuchtig aus den Boxen. Der Text im Refrain wird im Wechsel von Nichols und dem Background seiner Mitstreiter gesungen. Am Ende setzt sich ein Klavier vor den kräftigen Rhythmus. Bekommen die Hörer hier die volle Breitseite, steht dazu der balladeske Titeltrack in deutlichem Kontrast. „When You Found Me“ erinnert wiederum an Reckless Kelly und schließt das Album ruhig und melodiös ab.

Nichols, der vor vier Jahren Vater einer Tochter geworden ist, greift seine Lebenssituation in einigen Texten auf. Mit der rockig-aggressiven Ausrichtung der Scheibe und anderen, leicht bitteren Lyrics kann sie allerdings nicht als zahm oder familientauglich bezeichnet werden.

Auf „When You Found Me“ verarbeitet Lucero eine breite Palette an Rockeinflüssen. Vielleicht zünden nicht durchgängig alle Songs, aber mit den außerordentlichen „Back In Ohio“ und „Coffin Nails“ spielt die Band in der obersten Liga des Heartland Rock beziehungsweise des Alternative Country mit.

Liberty & Lament – Thirty Tigers/Membran (2021)
Stil: Rock

Tracks:
01. Have You Lost Your Way
02. Outrun The Moon
03. Coffin Nails
04. Pull Me Close Don’t Let Go
05. Good As Gone
06. All My Live
07. The Match
08. Back In Ohio
09. A City On Fire
10. When You Found Me

Lucero
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Thirty Tigers
Oktober Promotion

Alabama Slim – The Parlor – CD-Review

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Review: Jörg Schneider

Der inzwischen 81 jährige Milton Frazier aus Vance, Alabama ist bereits seit seiner Kindheit dem Blues verhaftet und steht in der Tradition von Lightnin’ Hopkins und Bill Broozny. Unter seinem Künstlernamen Alabama Slim ist er seit einiger Zeit als Blueser bekannt geworden.

Gemeinsam mit seinem Cousin Little Freddie King hat er letztes Jahr sein neuestes Album aufgenommen. Es heißt „The Parlor“ und ist nach dem Aufnahmestudio in New Orleans benannt, wo es bereits im Juni 2019 in nur vier Stunden von den beiden mit Unterstützung von Ardie Dean am Schlagzeug, Matt Patton am Bass (Drive-By Truckers), Dexateens an der Orgel (Dial Back Sound) und Jimbo Mathus am Klavier (Squirrel Nut Zippers) in einem Take eingespielt wurde.

Herausgekommen ist eine minimalistische, pure Bluesscheibe mit leicht souligen Anleihen, auf der Alabama Slim, der mit dem Old-School-Blues groß geworden ist, einen Vergleich mit John Lee Hooker absolut nicht scheuen muss.

Dabei erweisen sich Alabama Slim und Little Freddie King, der auf „Freddie‘s Voodoo Boogie“ auch den Gesangspart übernimmt, als kongeniale Partner. Sein klares Gitarrenspiel und Alabama Slims warme Stimme ergänzen sich aufs Vortrefflichste, teils mit eingängigen Basslinien von Matt Patton („Rock Me With Momma“, „Rock Me Baby“) vervollständigt.

Das Album startet recht flott mit einem schwungvollen Shuffle, den Little Freddie mit eingängigen Gitarrenriffs unterlegt („Hot Foot“), entwickelt sich dann aber nach „Freddie’s Voodoo Boogie“ mehr in Richtung gefühlvolle Blues-Songs (z. B. „All Night Long“), wobei der 4 1/2-minütige Slowblues „Rob Me With A Gun“ sicherlich heraussticht.

Insgesamt liefern Alabama Slim und seine Jungs mit „The Parlor“ ein im Grunde traditionelles Blues-Album ab, welches durch eine minimalistische ‚weniger-ist-mehr‘-Ausrichtung besticht. Trotzdem, oder vielleicht auch genau deshalb, durchdringt es die Seele der Zuhörer und wirkt so wohltuend auf das Mind-Setting.

Am 29. Januar kommt die Scheibe auf Vinyl und CD in die Läden. Für Fans des schwarzen Blues ist das Teil absolut empfehlenswert. Für meinen Geschmack hat es durchaus 5 Sterne verdient.

Cornelius Chapellier Records/Bertus (2021)
Stil: Blues

Tracks:
01. Hot Foot
02. Freddie’s Voodoo Boogie
03. Rob Me Without A Gun
04. Rock With Me Momma
05. All Night Long
06. Forty Jive
07. Midnight Rider
08. Rock Me Baby
09. Someday Baby
10 Down In The Bottom

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Bertus

Whitney Duncan – Heartbreaker – digital EP-Review

Duncan_300

Es ist wohl müßig, sich Gedanken darüber zu machen, wie viele Männerherzen Whitney Duncan schon im Laufe ihrer Sturm- und Drangzeit gebrochen hat, an einer großen Schar an glühenden Verehrern dürfte es der hübschen Blondine sicherlich nicht gemangelt haben.

Fakt ist aber, dass sie nach einer gescheiterten ehelichen Kurzliason, seit 2014 mit dem ‚Survivor: South Pacific‘-Reality Show-Kandidaten Keith Tollefson, wenn man es den Bildern ihres Facebook-Acounts und ihrem aktuellen Video zu „Lightweight“ entnehmen darf, sehr glücklich verheiratet ist.

Ich wurde 2009 in der damalig hier bei uns noch gern gesehenen Sendung ‚Country Roads‘ auf sie aufmerksam, als dort ihr Videoclip zum schönen, sommerlich gute Laune verbreitenden Song „Skinny Dippin'“ vorgestellt wurde.

Kurz darauf besorgte ich mir auch ihre unter Major-Fahne produzierte, ebenfalls angenehm zu hörende CD „Right Road Now“, auf der dieser Track enthalten war. Besonders angetan war ich von ihrer frech klingenden Stimme aber auch ihrem kompositorischen Können zu den frisch und knackig klingenden Liedern.

Das war dann aber auch schon, musikalisch gesehen, ihre erfolgreichste Zeit. Seither gibt es außer einem in Eigenregie entstandenen Minialbum „One Shot“ und ein paar Single-Versuchen nichts mehr Weltbewegendes zu vermelden. Im Gespräch blieb sie eher in den Staaten durch Teilnahme an Reality-Formaten wie der oben angeführten ‚Survivor‘-Show oder auch ‚The Amazing Race‘ (zusammen mit Gatte Tollefson).

Jetzt meldet sich die ursprünglich aus Scotts Hill, Tennessee, stammende Singer/Songwriterin (übrigens Cousine von Jonathan Singleton) mit einem weiteren Kurzwerk „Heartbreaker“ erneut auf musikalischem Parkett zurück. Fünf kurzweilige, in unterschiedlichen Tempi und Stimmungen erzeugte Songs, die von Produzent Michael Carter (Luke Bryan, Cole Swindell) sehr variabel, teilweise mit schönem rockigen Flair in Szene gesetzt wurden.

Nach dem ersten Hören ohne irgendwelche Hintergrundinfos hatte ich zunächst vermutet, dass Dann Huff seine Finger im Spiel haben könnte, aber auch die Herren Rob McNelley, James Mitchell und Adam Shoenfeld sind jederzeit zu mitreißend hymnischer, Hintergrund-, Fill- und E-Gitarren-Soli-Arbeit in der Lage.

Klasse hier auch Billy Pandas prägnantes bärenstarkes Akustikgitarrenspiel sowie Dave Cohens zurückhaltende Keys-Variationen (Orgel, Piano, Synthie), die beide zum stimmigen Gesamtergebnis ihren gehörigen Teil, neben den stimmlichen Qualitäten der Protagonistin und den brillanten E-Gitarristen, beitragen.

So verschwimmen am Ende die Stilarten wie New Country Richtung Lindsay Ell („Homesick“, „Damn I Do“), Heidi Newfield, Shania Twain (das launige „All She Wants„) gekonnt mit melodischem Rock à la Robin Beck oder Pop der Marke Pink. Mit der melancholischen Titelliedballade (mit heulend-seufzender Slide-E-Gitarre) schließt ein knapp 17 Minuten währendes, gelungenes Comeback.

Es hat Spaß gemacht, mal wieder was von Whitney Duncan gehört zu haben, eine ganze CD wäre sicherlich noch schöner gewesen. Wie dem auch sei, mit „Heartbreaker“ ist es ihr auf jeden Fall gelungen, mein musikalisches Herz erneut zu gewinnen. Die EP kann man auf den einschlägigen Portalen zum Download erwerben.

Fire Sign Music (2021)
Stil: New Country

01. Homesick
02. Lightweight
03. All She Wants
04. Damn I Do
05. Heartbreaker

Whitney Duncan
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Morgan Wallen – Dangerous – Do-CD-Review

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Das nenne ich für 2021 direkt mal eine Ansage! Der Shooting Star von 2018, Morgan Wallen, der mit seinem Platin-dekorierten Debütalbum „If I Know Me“, direkt Platz 3 der Country Billboard Album Charts erstürmte und seitdem mit diversen Top-10-Singles (darunter zwei Nr.1-Hits), die Nashville-Szene aufmischt, legt bei seinem Zweitwerk „Dangerous“ gleich mal eine Doppel-CD mit satten 30 Tracks nach!

Es scheint dafür zu sprechen, dass der ehemals hochtalentierte, nur durch eine Ellbogenverletzung gestoppte Youngster, letztendlich zum New Country konvertierte Musiker, entweder kein Vertrauen in die Schnelllebigkeit im Business zu besitzen scheint oder aber von einem Höchstmaß an Selbstvertrauen in das eigene musikalische kreative Können gezeichnet ist.

Die Wahrheit liegt sicherlich irgendwo mitten drin, Fakt ist, dass die Idee zu diesem opulenten Werk aus einem Spaß mit seinem Manger heraus entstanden ist, allerdings sich seither auch schon ein immenser Fundus an verheißungsvollen Liedern angesammelt hatte. Die meisten anderen Künstler samt ihrer Labels, so mutmaße ich es einfach mal, hätten mit diesem hochwertigen Material, die Zeit auf sechs Jahre mit drei Alben ‚gestreckt‘.

Die wieder von Joey Moi (acoustic guitar, background vocals, electric guitar, programming) mit einigen Co-Producern produzierte Doppel-CD, wurde dabei natürlich von absoluten Könnern wie u. a. Tom Bukovac (electric guitar), Dave Cohen (keys & b3), Paul Franklin (steel guitar), Wes Hightower (background vocals), Jerry Roe (drums & percussion), Jimmie Lee Sloas (bass), Ernest Keith Smith (background vocals), Bryan Sutton (acoustic Guitar, banjo, dobro, mandolin, resonator), Ilya Toshinskiy (acoustic guitar) und Derek Wells (electric guitar), grandios passend zu Wallens rauchig-heiser knödelndem Gesang (eine Art Mischung aus Travis Tritt und Frankie Ballard) eingespielt.

Morgan kann gleich bei sechzehn Tracks die Songwriter-Credits mit für sich beanspruchen, dazu gesellt sich geradezu ein Heer an klangvollen Kompositeuren wie u. a. Ashley Gorley, Michael Hardy, Josh Osborne, Rhett Akins, Josh Thompson, Rodney Clawson, Lee Thomas Miller, Josh Kerr, Shane McAnally, Hillary Lindsey, Dallas Davidson, Marv Green, Ben Hayslip, Luke Laird und Ben Burgess, der dazu bei „Outlaw“ eine vokale Gastpräsenz aufweist. Auch einige aktuelle Kollegen wie Thomas Rhett („Your Bartender“), Jason Isbell (tolle Adaption seines „Cover Me Up“),  Devin Dawson und Eric Church (Quittin‘ Time“) zählen zur exquisiten Liste der Ideengeber mit dazu.

Ein weiteres starkes Duett gibt es bei „Only Thing That’s Gone“, wo Chris Stapleton seine unnachahmliche Stimme mit einbringt. Das Gesamtwerk bietet insgesamt klassisch modernen, ausnahmslos melodischen New Country, mit all seinen Facetten.

Das Team Wallen-Moi, verzichtete dabei wohltuend auf allzu poppige Attitüden (die nur in wenigen Ausnahmen wie bei „Warning“, „Dangerous“ oder „Heartless“ und dazu noch sehr erträglich). Im Vordergrund stehen ganz klar die vielen filigran gespielten Saiteninstrumente, wie Akustik- und E-Gitarre, Mandoline (herrlich Bryan Sutton), Dobro und Steel. Klasse auch Dave Cohens dezent eingebrachten Keys- und B3-Einlagen. Auf CD 2 weisen einige Tracks wie „Somethin‘ Country“, „Country A$$ Shit“ oder „Whatcha Think Of Country Now“ sogar leicht (southern) rockige Reminiszenzen an unsere geliebten The Cadillac Three auf.

Insgesamt muss man bei diesem monströsen Doppelsilberling schon von purer Reizüberflutung sprechen. Vom eröffnenden entspannten „Sand In My Boots“ bis zum finalen ergreifenden ‚Leaving-Song‘, „Quittin‘ Time“, kann man sich gar nicht so schnell über den vorhergehenden Song freuen, wie man schon wieder vom nächsten, zum faszinierenden Zuhören animiert wird. Es gibt nahezu gar keinen Ausfall, selbst von Füllern kann kaum gesprochen werden.

Zu meinen persönlichen Favoriten zählen neben den schon genannten, Ohrwurm-Tracks wie „Wasted On You“, „Somebody’s Problem“ und „7 Summers“ (beide Richtung Midland), „Neon Eyes“, „Your Bartender“,  „More Than My Hometown“ (alle CD1), „Rednecks, Red Letters, Red Dirt“, „Blame It On Me“, „Me On Whiskey“, das flockige „Need A Boat“, „Silverado For Sale“ und „Livin‘ The Dream“ (alle CD2).

Morgan Wallen setzt mit „Dangerous“ direkt in den ersten Tagen des Jahres ein ganz großes Ausrufezeichen. Was für eine Ansage an die gehobene Konkurrenz! Man muss kein Prophet sein, um ihn bereits jetzt schon zu den Abräumern in Sachen Awards, Chartplatzierungen und Verkäufen in 2021 zu proklamieren.

„Dangerous“ von Morgan Wallen ist hochdosierter, wahnsinnig guter New Country-Stoff mit ganz gefährlichem Suchtpotenzial. Demnach absolute Kaufempfehlung beim Musikdealer ihres Vertrauens!

Big Loud / Republic / Universal (2021)
Stil: New Country

Tracks:
CD1
01. Sand In My Boots
02. Wasted On You
03. Somebody’s Problem
04. More Surprised Than Me
05. 865
06. Warning
07. Neon Eyes
08. Outlaw (feat. Ben Burgess)
09. Whiskey’d My Way
10. Wonderin‘ Bout The Wind
11. Your Bartender
12. Only Thing That’s Gone (feat. Chris Stapleton)
13. Cover Me Up
14. 7 Summers
15. More Than My Hometown

CD2
01. Still Goin‘ Down
02. Rednecks, Red Letters, Red Dirt
03. Dangerous
04. Beer Don’t
05. Blame It On Me
06. Somethin‘ Country
07. This Bar
08. Country A$$ Shit
09. Whatcha Think Of Country Now
10. Me On Whiskey
11. Need A Boat
12. Silverado For Sale
13. Heartless (Wallen Album Mix)
14. Livin‘ The Dream
15. Quittin‘ Time

Morgan Wallen
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Universal Music Group

Steve Earle & The Dukes – J. T. – CD-Review

Steve Earle JT 300x300

Review: Michael Segets

Wirft man am Anfang des Jahres einen Blick zurück in das vergangene, dann brachte dieses gravierende Veränderungen und selbstverständlich Erscheinendes wurde plötzlich infrage gestellt. Steve Earle hatte mit dem Tod seines Sohnes Justin Townes Earle zusätzlich einen schweren persönlichen Verlust zu beklagen. Seine Trauer verarbeitet er auf dem Album „J. T.“. Das Werk erscheint digital am vierten Januar, dem Tag an dem Justin Townes 39 Jahre alt geworden wäre. Im März werden die CD und LP herauskommen.

Im Andenken an seinen Sohn, der im August vermutlich an einer Drogen-Überdosis verstarb, covert Steve Earle zehn Stücke, die die musikalische Karriere von Justin Townes abbilden. Ergänzt wird diese Auswahl durch die Eigenkomposition „Last Words“.

Den Auftakt macht „I Don’t Care“, das im Original von Justin Townes Debüt-EP „Yuma“ stammt. Auf das flotte Folkstück mit feiner Fidel folgt „Ain’t Glad I’m Leaving“ vom ersten Longplayer „The Good Life“ (2007). Diesem entnommen sind ebenfalls das stimmungsvolle, mit sanften E-Gitarren-Tupfern versehene „Far Away In Another Town“ und die besonders starke Uptempo-Nummer „Lone Pine Hill“.

Aus der frühen musikalischen Schaffenszeit seines Sohnes greift Steve Earle noch „Turn Out My Lights“ und „They Killed John Henry“ heraus. Mit dem letztgenannten Titel zeigte Justin Townes, dass er sowohl musikalisch als auch thematisch in der Singer/Songwriter-Tradition steht. Die Legende um John Henry durchzieht die amerikanische Musikgeschichte bis heute (Charly Crockett, Colter Wall) und auch Steve Earle selbst hat diese auf seiner vorangegangenen CD „Ghost Of West Virginia“ bearbeitet. Eine musikalische Nähe zwischen Vater und Sohn ist also nicht zu leugnen.

2010 feierte Justin Townes mit „Harlem River Blues” seinen größten Erfolg, der im darauffolgenden Jahr als bester Song des Jahres mit einem Americana Music Award ausgezeichnet wurde. Der Titel fand quasi selbstverständlich seinen Weg in die Auswahl von Steve Earle. Eleanor Whitmore steuert hier und auf anderen Stücken den Harmonie- und Backgroundgesang bei.

Steve Earle kann sich bei der Performance auf die Qualität seiner Dukes verlassen – egal, ob die Stücke Elemente von Gospel, Country oder Blues einbauen. Mit seiner rauen, markanten Stimme interpretiert Steve die Songs seines Sohnes auf die ihm eigene Weise. Der nölige Gesang in Kombination mit eingängigen Melodie zündet, wie beispielsweise bei „Maria“.

Neben diesem Song entstand der Boogie „Champagne Corolla“ und das bluesige „The Saint Of Lost Causes” in der zweiten Dekade dieses Jahrhunderts. Das Titelstück des achten und letzten Albums aus 2019 zählt zu meinen Favoriten unter den Kompositionen von Justin Townes. Lyrisch stellt es sicherlich einen Höhepunkt in seinem Werk dar. Sein Vater liefert eine intensive Interpretation ab, erreicht aber nicht ganz die atmosphärische Dichte des Originals.

Steve Earle sagt, dass er alle Platten für sich gemacht habe, dabei wirken seine Songs über ihn hinaus. Auch wenn er politische Aussagen macht, scheint in ihnen ein tiefes Verständnis und eine Sensibilität für seine Figuren durch. Bei seinen Werken, die er ihm wichtigen Menschen gewidmet hat, seinen Mentoren Towens Van Zandt („Townes“) sowie Guy Clark („Guy“ ) und nun seinem Sohn Justin Townes, kommt die Wertschätzung, die er ihnen und ihrem Werk entgegenbringt, zum Ausdruck.

Anders als auf den beiden vorherigen Cover-Alben ergänzt Steve Earle „J. T.“ um eine Eigenkomposition, in der er „Last Words“ an seinen Sohn richtet. Die Erinnerung an das letzte Telefongespräch durchzieht den Text. In ihm wird deutlich, dass die Beziehung von Vater und Sohn trotz aller Konflikte von einer engen Bindung und Liebe getragen wurde.

In seiner unverkennbaren Art transformiert Steve Earle die Songs seines Sohnes auf behutsame Art, sodass er sie sich zu eigen macht und dennoch ein tiefer Respekt vor Justin Townes‘ Werk in jeder Note durchscheint. Die Auswahl der Stücke zeigt die Bandbreite und verdeutlicht die Qualität von Justin Townes‘ Kompositionen. „J. T.” ist ein persönlicher und bewegender Rückblick Steve Earles auf den Menschen und Musiker Justin Townes Earle – auf ein Leben, das zu früh endete.

Alle Künstlertantiemen fließen an Etta St. James Earle, der dreijährigen Tochter von Justin Townes.

New West Records/Pias-Rough Trade (2020)
Stil: Americana and more

Tracks:
01. I Don’t Care
02. Ain’t Glad I’m Leaving
03. Maria
04. Far Away In Another Town
05. They Killed John Henry
06. Turn Out My Lights
07. Lone Pine Hill
08. Champagne Corolla
09. The Saint Of Lost Causes
10. Harlem River Blues
11. Last Words

Steve Earle
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New West Records
Pias – Rough Trade
Oktober Promotion

Der Sounds Of South-Rückblick 2020

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Fünf Jahre SOUNDS OF SOUTH sind jetzt geschafft. Aber dass dieses kleine Jubiläumsjahr solch ein fatales werden würde, damit hatte wohl niemand rechnen können.

Dabei war zunächst alles in gewohnten Bahnen angelaufen. Die Terminkalender der Clubs waren mit hochkarätigen Bands schon bis in den Sommer gefüllt, es gab zahlreiche verheißungsvolle Album-Ankündigungen. ‚Business as usual‘ schien auch als Parole für 2020 ausgeben werden zu können.

Der erfreuliche Trend, dass immer mehr Nashville-Künstler, auch hochrangige wie z. B. wie Keith Urban, Brett Eldredge (einige dazu noch im Rahmen der SOUND OF NASHVILLE-Reihe) wieder ihre Visitenkarte abzugeben gedachten, schien sogar  immer größere Dimensionen anzunehmen. Aber auch Kultacts wie u. a.  Cinderella oder Lynyrd Skynyrd standen bereits auf unser Agenda.

Doch dann machte die Corona-Pandemie allen bis zum heutigen Tage und wahrscheinlich noch weit bis in 2021 hinein, einen gehörigen Strich durch die Rechnung. Erste ganz dunkle Wolken zogen schon im März beim fulminanten Gig der Marcus King Band in der Kölner Kantine auf. Kurze Zeit später war dann endgültig Schluss mit lustig.

Schnell offenbarte sich, dass der Kulturbereich in Sachen Lobbyismus noch einiges an Nachholbedarf in Berlin abzuleisten hat. Mehr als ein paar marginale Hilfen, die kaum der Rede wert sind, sprangen am Ende heraus und hinterließen vor allem bei den Clubbesitzern, Agenturen und Künstlern, die ganz auf diese Karte gesetzt haben und bis dato keine immensen Rücklagen bilden konnten, größtenteils einen Scherbenhaufen ihrer bisherigen Existenz.

Frei nach dem Motto des Kuturrampenchefs Pille Peerlings ‚Kein Rock ’n Roll ist auch keine Lösung‘, gab es im Sommer zwar ein paar wenige kreative und  mutige Konzert-Aufbäumungsversuche mit effektiven und scheinbar funktionierenden Hygienekonzepten, die aber spätestens mit Einbruch der Kältezeit und der Unvernunft  der Menschen (deren Demokratieverständnis leider nur die Nehmenseite zu beinhalten scheint) , wieder im Keim erstickt wurden. Die genauen Folgen und das gesamte Ausmaß des Schadens sind heute vermutlich noch gar nicht abzusehen.

Man kann letzten Endes nur hoffen, dass die mittlerweile langsam beginnende Impferei, irgendwann ihre positive Wirkung zeigt und ein Gang in eine lebenswertere und nachhaltigere Zukunft (vor allem mit besser bezahlten und behandelten Menschen und gerne ohne Milliardäre und sonstige Raffzähne) möglich sein wird.

Der musikalische Bereich in unserem Magazin ist demnach auch recht schnell abgefrühstückt. Der Hauptanteil der Arbeit aller Redakteure verteilte sich somit auf CD-Reviews, lediglich Konzert-Junkie Gernot Mangold nahm in Sachen Gigs so ziemlich alles mit, was noch irgendwie möglich war.

Um der leidigen Diskussion bezüglich der Symbolik der Südstaatenflagge ein Ende zu bereiten – ich wiederhole mich da allerdings nach wie vor gerne, dass sie in diesem Magazin ausnahmslos als Metapher für gute Musik zu sehen war – werden wir ab Anfang 2021 mit einem neuen Logo in die neue Zeit gehen.

Mit Altmeister Steve Earle und New-Country-Shooting Star Morgan Wallen sind die ersten Reviews bereits wieder in Arbeit.

Hier aber , wie gewohnt, nochmal eine kleine Auswahl meiner ganz persönlichen Highlights des Jahres 2020:

CD des Jahres:

Crystal Shawanda – Church House Blues
The Allman Betts Band – Bless Your Heart
Brent Cobb – Keep ‚Em On They Toes

Überraschungs-CD des Jahres:

Betty Fox Band – Peace In Piece

Newcomer-CD des Jahres:

Cory Marks – Who I Am

DVD des Jahres:

Eagles – Live From The Forum MMXVIII

Interpret des Jahres:

Marcus King

Der Youngster aus South Carolina mit einer tollen CD „El Dorado“ und einem famosen Auftritt in der Kölner Kantine – von ihm darf man sich auf noch viele weitere Großtaten freuen

Song des Jahres:

Bigger Than The Blues – Crystal Shawanda

Diese Songs machten beim Reviewen ebenfalls Spaß:

Never Will – Ashley McBryde
Endless Ride – Outlaws
This Side Of The River – Brent Cobb
Better Off – Cory Marks
If It Was Up To Me – Robert Connely Farr
Turnin‘ Me On – Blake Shelton
Atta Boy – Lee Brice
We Were – Keith Urban – feat. Eric Church
Too Much Whiskey – Marcus King
Pale Horse Rider – The Allman Betts Band
Sheryl Crow – Tim McGraw
My Last Ride – Mark May Band
Drink Another Heartache – Jeff Jacobs Band

April-Scherz:

Deep Purple – Deep South – Woodland Drive – Live At Jimmy Carter’s Farmhouse

Enttäuschung des Jahres:

Die Bundesregierung und ihr kulturelles Corona-Management

Konzerte:

Konzert des Jahres:

Marcus King Band – 05.03.2020, Kantine, Köln

Brett Eldredge – 24.01.2020, Carlswerk Victoria, Köln

Bywater Call – 17.01.2020, Kulturrampe, Krefeld

Bilder Gernot Mangold:

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Bilder Michael Segets:

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Irgendwann 2017 kam die Idee auf, unser Logo mal als Schild herstellen zu lassen und eine Galerie von Künstlern/Leuten ins Leben zu rufen, die von unserer Arbeit angetan sind und sich, im Sinne einer Identifikation mit unserem Magazin, ablichten ließen. Hier ein Auszug von 2020 –  die ganze Galerie findet man unter diesem Link.

Bilder Sounds Of South VIP-Galerie 2020:

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To be continued…

Wir wünschen unseren Lesern, allen Musikfreunden, Künstlern und Mediapartnern ein gesundes und besseres neues Jahr 2021!

Sounds Of South is gonna do it again!

Euer

Daniel Daus

Jeff Jacobs Band – Out Of The Keg – CD-Review

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Das Ende des Jahres bietet in diesem Magazin meist etwas Luft zum ‚Atmen‘, sofern man das angesichts der üblen Geschehnisse der letzten zehn Monate, überhaupt so benennen kann.

Es ist hier zumindest in diesem Sinne gemeint, dass man auch mal Zeit findet, auf Musik jenseits von Bemusterungen und Veröffentlichungsterminen, zurückzugreifen, sei es wieder alte Scheiben zu hören oder Dinge, zu denen man gar keine Muße hatte, in den Player zu schieben.

Ein tolles Album, das erst jetzt in dieser Phase bei mir zum Zuge kommt, ist das bereits schon im Januar veröffentlichte Werk “Out Of The Keg” der Jeff Jacobs Band.

Der aus San Antonio, Texas, eher schwierigen, nicht betuchten Verhältnissen stammende Rauschebart-tragende Bandleader betreibt das Projekt seit 2012, hat es aber 2018 mit neuen Leuten wie u. a. Frank Torres (drums), Newman Ramzel (lead guitar), Ed Lubin (rhythm guitar) und Jon Hernandez (bass) reformiert.

Nachdem sich Jacobs ganz zu Beginn noch in diversen Genres ausgetobt hatte, war es dann doch die texanische Country Musik-Szene, in der er sich schließlich heimisch fühlte.

„Country music is about life, struggles, and family. That is where I am in my life so it just made sense to go in that direction,“ so Jeff zu seiner finalen Ausrichtung.

„Out Of The Keg“ ist nunmehr das dritte Werk dieser Machart in herrlich unbefangener, launiger Red Dirt-Manier. Dieses Genre bietet natürlich mit seinen einbezogenen Stilen wie Country-, Southern Rock und -Pop, die ideale Spielwiese für den vielfältigen Protagonisten (mittlerweile zweifacher Vater) samt seiner Mannen.

Schon mit dem flott country-rockenden Opener „Love Stricken (Feel Our Heat)“, mit raunzenden Orgel- und wiehernden Fiddle-Einlagen (inklusiv Solo), lässt das Kollektiv keinen Zweifel an seinen Qualitäten aufkommen, knackige, bestens live-kompatible Kompositionen, mit tollen Melodien zu verbinden.

Jacobs hat dabei diese typisch angenehm raspelig-rauchige Stimme, wie man sie von Leuten wie u. a. Wade Bowen, Phil Hamilton, Bart Crow & Co. geboten bekommt.

Und so liefert die Band eine schöne Mischung an stimmungsvollen Tracks wie „I Feel Crazy“ (knackig abgehender Footstomper mit starker quirliger E-Gitarrenarbeit), das im Eli Young Band-Stil performte „Can’t Get Her Out Of My Head“, das Rockabilly-Western-trächtige „Guitar Man“ (tolle Baritone-E-Gitarre), zwei mitsingbare Trinklieder wie „I Got Drunk“ (Bandstudioversion) und „Diehards And Drunkards“ (akustisch performte Hommage an die Fans), sowie zwei herrlichen Ohrwurm-Balladen (die jeweils und mit weinender Steel und Fiddle bestückten „Drink Another Heartache“  und „Ride Until We’re Gone“).

Und am Ende gibt die Band noch den zweifachen Beweis für Ihre Live-Qualitäten, zunächst mit dem rasanten Texas-Boogie „Having Too Much Fun“ (erinnert ein wenig an die Skynyrdsche Variante von „T For Texas“) und der Jacobs Solo-Performance von „I Got Drunk“ mit gesanglicher Einbindung der bestens gelaunten Fan-Audienz zum Liedausklang.

Die Jeff Jacobs Band serviert mit „Out Of The Keg“ herrlich frisch gezapften, kurzweiligen, bestens unterhaltenden und melodischen Red Dirt-Stoff, wie man ihn von Acts der Marke JB And The Moonshine Band, Wade Bowen, Randy Rogers Band, Bart Crow, Phil Hamilton & The Backroad Drifters, Britt Lloyd Band, etc.  zu schätzen und lieben weiß.

Es ist genau diese unbeschwerte Art von Country Rock-Musik, die man in den vergangenen zehn Monaten (und vermutlich auch noch bis weit in 2021 hinein), vor allem was Live-Konzerte betrifft, so schmerzlich vermisst hat und sich in die baldige Realität zurück ersehnt.  Somit ein absoluter Geheimtipp zum Jahresende, diese Jeff Jacobs Band!

Edgewater Music Group (2020)
Stil: Red Dirt

Tracks:
01. Love Stricken (Feel Our Heat)
02. I Feel Crazy
03. I Got Drunk
04. Can’t Get Her Out Of My Head
05. Drink Another Heartache
06. Guitar Man
07. Ride Until We’re Gone
08. Diehards And Drunkards
09. Having Too Much Fun (Live)
10. I Got Drunk (Live at the Hydration Station)

Jeff Jacobs Band
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Robert Connely Farr – Country Supper – CD-Review

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Der aus Bolton, Mississippi, stammende, aber mittlerweile in Vancouver, Kanada, lebende Robert Connely Farr mit zweiten Album. Während er noch für das Debüt unter Robert Connely Farr & The Rebeltone Boys firmierte, hat er sich nun vermutlich voll auf sich selbst fokussiert, um jetzt noch kompromissloser, den eigenen musikalischen Intentionen folgen zu können.

Wie im Review-Fazit des geschätzten Kollegen Segets zu „Dirty South Blues“, das ihm immerhin Nominierungen für den ‚Maple Blues Award 2019‘, sowie als ‚Songwriter of the Year‘ und ‚New Artist of the Year‘ einbrachte, beschrieben („es schlägt eher ruhigere Töne an, entwickelt dabei aber eine hohe Intensität“), scheint der Protagonist an dieser strategisch atmosphärischen Ausrichtung, auch auf dem Nachfolger „Country Supper“, weiter Gefallen zu finden. Mitgewirkt haben außer ihm lediglich noch Jon Wood (guitar), Tom Hillifer (bass) und Jay Bundy Johnson (drums).

Grantelnder, mürrischer Gesang auf knochigem Bass-Drum-Untergrund, und immer wieder messerscharf, aber recht monoton klingende Gitarrenriffs und-soli, erzeugen eine oft angespannte, recht düstere, teilweise psychedelische Stimmung („Cadillac Problems“) in meist swampiger Deltablues-Umgebung.

Wer in diesen nervenzehrenden Corona-Zeiten mit all seinen negativen Folgen, dazu noch in dieser ungemütlichen dunklen Jahreszeit, psychisch von eher instabiler Natur ist, sollte sich doch lieber etwas fröhlicher anmutender Mucke zuwenden.

Typische kauzige Eigenbrötler wie Steve Earle oder Tony Joe White, weitestgehend auch noch John Mellencamp („I Ain’t Dying“), Bob Dylan oder Neil Young, beileibe ja alles keine schlechten Adressen, fallen mir aus meinem aktuellen Wissensspektrum, zu dieser roots-bluesigen Kost ein.

Wie bei all den Genannten, legt auch Robert Connely Farr spürbar großen Wert auf ein hohes Maß an Authentizität, statt zunächst einer größtmöglichen Klientel zu schmeicheln. Das macht ihm ungemein sympathisch.

Trotzdem sind so Nashville-verwöhnte Luftikusse wie meinereiner zwischenzeitlich froh, wenn Robert bei eingängigeren Tracks wie „Girl In The Holler“ (mit einem Hauch von CCR), „Bad Bad Feeling“ (ZZ Top-Note), meinem Lieblingsstück des Albums „If It Was Up To Me“ (mit unterschwelligen Skynyrd– und Marshall Tucker-Ingredenzien, stimmlich mich hier, wie auch bei einigen anderen Tracks, an Phil Hamilton erinnernd), dem progressiven „Lately“ (David Gilmour lässt grüßen), oder „Bad Whiskey“ (steel-durchtränkter Countryschwofer), das stoisch bedrückende Grundschema der meisten Lieder durchbricht.

Letztendlich serviert uns Robert Connely Farr auf dem satt gefüllten „Country Supper“-Teller eher deftig aufgetischte Kotletts mit Bratkartoffeln und scharfem Barbecue-Dip, anstatt grazil pochiertem Rehrücken mit karamellisierten Birnen an Preiselbeer-Rotwein-Sauce.

Nichts für zartbesaitete Musik-Gourmets, sondern eher was für Liebhaber schroffer ehrlicher Southern Roots-/Delta Blues-Hausmannskost. Ich würde aber sagen, Hauptsache es schmeckt und macht satt, und das tut es am Ende wirklich gut.

Eigenproduktion (2020)
Stil: Southern Alt Country/Blues

Tracks:
01. Cypress Grove
02. Girl In The Holler
03. Catfish
04. Water’s Rising
05. Cadillac Problems
06. Train Train
07. I Ain’t Dying
08. Can’t Be Satisfied
09. All Good
10. Must’ve Been The Devil
11. Bad Bad Feeling
12. If It Was Up To Me
13. Gimme Yo Money
14. Lately
15. Bad Whiskey
16. I Know I Been Changed

Robert Connely Farr
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Eric Clapton’s Crossroads Guitar Festival 2019 – DVD-Review

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Review: Jörg Schneider

Leider stand mir für das bereits erfolgte Review des Festival-Doppelalbums die gleichnamige DVD noch nicht zur Verfügung. Daher jetzt nachträglich noch ein paar Worte zum Video-Mittschnitt. Es gibt ihn auf zwei DVDs bzw. zwei Blu Ray Discs.

Beide Versionen enthalten im wesentlichen die selben Tracks, wie sie auch auf den CDs zu finden sind. Zusätzlich gibt es noch eine kurze filmische „Introduction“, in welcher man die Location in Dallas samt Umgebung etwas kennenlernt und der US-Schauspieler Bill Murray das Festival in launiger Manier anmoderiert.

Was einem erst beim Anschauen der DVDs so richtig bewusst wird, ist die Tatsache, dass ein großer Teil der von Clapton für das Festival verpflichteten Musiker bereits der Generation 70+ (Andy Fairweather Low, Bonnie Raitt, Buddy Guy (84!), Peter Frampton, Jeff Beck, Albert Lee und natürlich Clapton selbst) angehören, bzw. kurz davor stehen (Sonny Landreth, Keb‘ Mo’, Gustavo Santaolalla, Jimmie Vaughan, Robert Cray).

Um so freudiger nimmt man zur Kenntnis mit welch großartiger Spielfreude die alten Herren noch immer durch das Programm toben können. Vor allem Buddy Guy brettert, immer wieder angestachelt von Jonny Lang, mit nicht nachlassender Energie, durch seinen 2018‘er Hit „Cognac“ und spielt die Zuhörer auf seiner Gitarre schon fast schwindelig.

Den Abschluss der ersten DVD bilden drei Songs mit Jeff Beck, nachdem dieser zu den Takten von „Space For The Papa“ im weißen Schlabber-Overall lässig auf die Bühne geschlendert ist.

Die zweite DVD steht dann überwiegend im Zeichen der jüngeren Gitarristen und Musiker und beginnt mit einer harten Nummer von Robert Randolph, der sitzend mit flirrender und quäkender Gitarre auf den Oberschenkeln, durch die Nummer „Cut Em Loose“ rockt. Rockig geht‘s dann auch weiter bis Keb Mo‘ („Am I Wrong“) und John Mayer („Slow Dancing In A Burning Room“) mit zwei Bluesnummern wieder etwas Ruhe in die Sache bringen.

Der im ersten Review bereits geschilderte, hervorragende akustischen Eindruck von Lianne La Havas bekommt nun auch mit ihrem Auftritt ein äußerst sympathisches Gesicht.

Bevor es dann nach Gary Clark jr., Vince Gill, Albert Lee und Bradley Walker (er zelebriert im Rollstuhl sitzend einen wunderschön schmalzigen Südstaatenblues) zum großen Finale mit Clapton und Ensemble kommt, muss allerdings Bill Murray, der am zweiten Tag des Festivals seinen 70’sten Geburtstag feierte, die auf der nach einem Geburtstagsständchen von Clapton überreichten Geburtstagstorte, Kerzen auspusten.

Im Nachspann sind dann nochmals Doyle Bramhall ll und die Tedeschi Trucks Band mit „Going Going Gone“ zu hören.

Insgesamt ist es mit den beiden DVDs gelungen, eine rundherum sehr gute Zusammenfassung der zwei Festivaltage, die von Bill Murray mit wechselnden, etwas exzentrischen Kopftüchern, launig moderiert wurden, zu präsentieren. In akustischer wie auch in optischer Hinsicht bieten sie einen 4-stündigen Musikgenuss, der so manchen musikalischen Leckerbissen enthält. Wer also noch kein Weihnachtsgeschenk hat, die DVDs, bzw. Blu Ray Discs sind für den Anlass sicherlich eine top Wahl.

RHINO / Warner Music (2020)
Stil: Rock, Blues, Soul

Tracklist:

DVD1:
01. Introduction
02. Native Stepson – Sonny Landreth
03. Wonderful Tonight – Eric Clapton & Andy Fairweather Low
04. Lay Down Sally – Eric Clapton & Andy Fairweather Low
05. Million Miles – Bonnie Raitt, Ken Mo’ & Alan Darby
06. Sons Gonna Rise – Citizen Cope with Gary Clark Jr.
07. Lait De Ushuaia A La Quiaca – Gustavo Santaolalla
08. I Wanna Be Your Dog – Doyle Bramhall II with Tedeschi Trucks Band
09. Thats How Strong My Love Is – Doyle Bramhall II with Tedeschi Trucks Band
10. Lift Off – Tom Misch
11. Cognac – Buddy Guy & Jonny Lang
12. Everything Is Broken – Sheryl Crow with James Bay
13. Every Day Is A Winding Road – Sheryl Crow with James Bay
14. Retrato – Daniel Santiago & Pedro Martins
15. B-Side- Kurt Rosenwinkel with Pedro Martins
16. Baby Please Come Home – Jimmie Vaughan with Bonnie Raitt
17. I Shiver – Robert Cray
18. How Long – The Marcus King Band
19. Goodbye Carolina – The Marcus King Band
20. While My Guitar Gently Weeps – Peter Frampton with Eric Clapton
21. Space For The Papa – Jeff Beck
22. Big Block – Jeff Beck
23. Caroline No – Jeff Beck

DVD2:
01. Cut Em Loose – Robert Randolph
02. Hold Back The River – James Bay
03. When We Were On Fire – James Bay
04. Mas Y Mas – Los Lobos
05. Am I Wrong – Keb‘ Mo’
06. Slow Dancing In A Burning Room – John Mayer
07. How Blue Can You Get – Tedeschi Trucks Band
08. Shame – Tedeschi Trucks Band
09. Ís Your Love Big Enough – Lianna La Havas
10. I Say A Little Prayer – Lianna La Havas
11. Feed The Babies – Gary Clark Jr.
12. I Got My Eyer On You Locked Loaded – Gary Clark Jr.
13. Pearl Cadillac – Gary Clark Jr.
14. Tonight The Bottle Let Me Down – Vince Gill with Albert Lee & Jerry Douglas
15. Tulsa Time – Vince Gill with Albert Lee & Jerry Douglas
16. Drifting Too Far From The Shore – Bradley Walker with Vince Gill, Albert Lee         & Jerry Douglas
17. Happy Birthday (to Bill Murray)
18. Badge – Eric Clapton
19. Layla – Eric Clapton with John Mayer & Doyle Bramhall II
20. Purple Rain – Eric Clapton & Ensemble
21. High Time We Went – Eric Clapton & Ensemble
22. Going Going Gone – Doyle Bramhall ll with Tedeschi Trucks Band

Eric Clapton’s Crossroads Guitar Festival
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