Travis Meadows – Killin‘ Uncle Buzzy – CD-Review

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Jeder, der eine gut sortierte Sammlung physikalischer oder digitaler Tonträger aus dem Bereich Southern Rock, New Country & Co. sein Eigen nennt, dürfte der Name Travis Meadows, ob bewusst oder unbewusst, schon öfter über den Weg gelaufen sein, auch wenn sich die eigenen bisherigen musikalischen Veröffentlichungen des Protagonisten eher im kleineren Rahmen bewegen.

Der im Jahr 1965 geborene, in Jackson, Mississippi, aufgewachsene Künstler, dem von frühster Jugend an, eine lange Alkohol- und Drogensucht im Weg stand, ist nämlich ein in Nashville hochgefragter und angesehener Songwriter, der sich für viele bekannte Tracks namhafter Interpreten und Acts wie z. B. „God & Guns“ (Lynyrd Skynyrd), „Pretty Little Lies“, „Medicate My Mind“, „Old Enough To Know“ (Blackberry Smoke – letztgenannter Song von deren bald kommendem neuen Longplayer „You Hear Georgia“), „Chasing Shadws“ (Jimmie Van Zant), „Dark Side“, „Knives Of New Orleans“, „Look Good And You Know It“ vom aktuellen „Heart & Soul„-Album (Eric Church), „Things That I Lean On“ (Wynonna), „Riser“ (Dierks Bentley) oder „Better Boat“ von Kenny Chesney (mit) verantwortlich zeigt.

Sein zweites Album „Killin‘ Uncle Buzzy“ wird jetzt zum 10-jährigen Bestehen von Earache Records/Edel nochmals neu aufgelegt. Es entstand  2010-2011, nachdem Meadows im Rahmen eines vierten Alkoholentzugs, zunächst das Führen eines Tagebuchs therapeutisch angeraten wurde, er sich dann aber einer Verarbeitung mittels eines intensiven Songwritings entschied.

Sein daraus resultierendes Fazit ergab, sich nicht ständig mit dem „was, wenn, hätte, aber“ auseinanderzusetzen, sondern sich am Ende als Individuum so zu akzeptieren, wie man ist, sprich, mit seinem eigenen Leben weitestgehend einverstanden zu sein. Travis gilt seither als geheilt, beziehungsweise nüchtern.

Auch sein Werk „“Killin‘ Uncle Buzzy“ glänzt, wie so oft bei Veröffentlichungen von Songwritern seines Typus, durch relativ reduzierte, raue Nüchternheit, bei der das Potential der Tracks allerdings sofort erkennbar ist.

Im Vordergrund stehen die Akustikgitarre und der kauzig-introvertierte Gesang des Protagonisten (mich sehr an den Kollegen Bobby Pinson erinnernd), zur atmosphärischen Verdichtung gesellen sich dezente Harmoniegesänge (meist weibliche), schroffe E-Parts (oft geslidet), Bass, Pianotupfer, Streicher (Fiddle/Cello) und mehr Percussion-artige Claps als konventionelles Drumming.

Und so braucht man am Anfang auch zunächst ein paar Lieder, um mit Meadows ‚warm‘ zu werden, je mehr und je öfter man sie dann anhört, desto intensiver wird man von ihnen eingenommen und begeistert. Am Ende weiß man genau, warum Jake Owen später das erkenntnisreiche „What We Ain’t Got“ (zuvor heißt es „We all want“) für sein erfolgreiches Top-5-Album „Days Of Gold“ ausgewählt hat und immerhin auch als Single in die Top-20 brachte.

Und so kann man als Ergebnisit für das durchgehend hörenswerte Songmaterial von Travis Meadows auf „Killin‘ Uncle Buzzy“ festhalten: Für den ungeschliffenen Rohdiamanten sorgt der Künstler in eigener Person, für das Ausstaffieren und die kommerziell erfolgreiche Weiterverarbeitung sind dann aber eher andere zuständig…

Earache Records/Edel (2021)
Stil: Country

Tracks:
01. Minefield
02. Grown Up Clothes
03. It Ain’t Fun No More
04. Good Intentions
05. Let It Go
06. God Speaks
07. It Gets Better
08. Davidson County Police
09. What We Ain’t Got
10. Learning How to Live Alone

Travis Meadows
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Oktober Promotion

Gary Moore – How Blue Can You Get – CD-Review

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Der nordirische und leider viel zu früh verstorbene Gary Moore, hatte zu Lebzeiten, so behaupte ich es einfach mal, auch in unseren präferierten Musikgeschmackskreisen, eine gewisse Relevanz.

Bei mir persönlich trat er mit seinem Einstieg für Brian Robertson bei Thin Lizzy auf dem auch heute noch gerne gehörten Werk „Black Rose“ erstmals in Erscheinung. Nach seinem kurzen Intermezzo dort, landeten dann diverse Alben aus seiner Hard Rock-Ära in meiner Sammlung und naja, sein wohl mit erfolgreichstes Album samt der Hinwendung wieder zum Blues mit „Still Got The Blues“ war damals 1990 quasi ein Pflichtkauf.

Live habe ich ihn einmal zwölf Jahre später gesehen, als er ziemlich aufgedunsen, den Support für ZZ Top in der ausverkauften Grugahalle in Essen gab. In 2011 erlitt Moore dann ja bekanntlich im Schlaf  einen für ihn tödlichen Herzinfarkt.

Zum 10-jährigen Gedenken hat man jetzt nochmal in seinen Archiven gekramt und einige bisher ungehörte und unveröffentlichte Deep Cuts und Alternative Versionen gefunden. Insgesamt sind dann acht Stücke unter dem Albumtitel „How Blue Can You Get“ zusammengekommen.

Die Gesamtspielzeit ist aufgrund der Tatsache, dass sich fünf Tracks im nahen 6-Minuten-Bereich und darüber hinaus befinden, trotzdem recht ordentlich. Den Einstieg bestreiten mit „I’m Tore Down“ und „Steppin‘ Out“ zwei Stücke, die im Prinzip für reflexartiges Losagieren von Blues Rock-Gitarrenfricklern der Marke King, Collins, Clapton, Bonamassa & Co. prädestiniert sind.

Ganz schön finde ich, wie hier der Unterschied, und das gleich an vier Beispielen, zwischen einer anmutenden Schmuse-Blues-Ballade und einem Slow Blues aufgezeigt wird.

Während sich „In My Dreams“ und „Love Can Make A Fool Of You“ mit ihren pathetisch-hymnischen E-Hooks und -Soli im klaren Fahrwasser des Megahits „Still Got The Blues“ bewegen, und eher auf die Emotionen des Hörers fokussiert sind, stehen beim Titelstück sowie dem abschließenden starken „Living With The Blues“ eher die Emotionen des Künstlers selbst im Vordergrund, die sich mittels besonders schmerzlichem Gesang und tiefgreifendem E-Gitarrenspiel ausdrücken.

Nicht zu vergessen noch die zwei Tracks, die für unsere Klientel besonders interessant erscheinen: zum einen das texas-bluesige „Looking At Your Picture“, bei dem dezente Reminiszenzen Richtung SRV, Arc Angels oder Storyville geweckt werden, zum anderen das in bester ABB-/Gregg Allman-Manier southern-bluesige „Done Somebody Wrong“, bei dem Moore auch seine Slide-Qualitäten auspackt.

Somit erweist sich „How Blue Can You Get“ ebenso als schöne Zugabe für Gary Moore-Fans und -Sammler wie auch für Liebhaber der klassischen Ikonen des Blues, beziehungsweise des Blues Rocks. Insgesamt eine wirklich schöne Erinnerung an den Nordiren.

Label: Mascot Label Group (2021)
Stil: Blues Rock

Tracks:
01. I’m Tore Down
02. Steppin‘ Out
03. In My Dreams
04. How Blue Can You Get
05. Looking At Your Picture
06. Love Can Make A Fool Of You
07. Done Somebody Wrong
08. Living With The Blues

Mascot Label Group
Another Dimension

Ashley Monroe – Rosegold – CD-Review

cover Ashley Monroe - Rosegold 300

Review: Stephan Skolarski

Schon als Teenager war die US-amerikanische Singer-/Songwriterin Ashley Monroe nach Nashville gekommen und hatte in kurzer Zeit und mit ausgereiften Eigenkompositionen das Interesse namhafter Künstler geweckt. Sogar Carrie Underwood, Guy Clark und Miranda Lambert nahmen ihre Songs auf und begründeten Monroes hervorragenden Ruf und eigene musikalische Handschrift. Inzwischen zählt sie zu den angesehensten, „most powerfull female“ Top-Acts in Music-City.

Zusammen mit Lambert und Angaleena Presley ist Ashley Monroe seit 2011 Teil des Country-Trios Pistol Annies und konnte mit ihnen seitdem zwei Nr. 1 Longplayer auf die Billboard-Liste bringen. Eine Reihe weiterer Kooperationen, z. B. ein Gastauftritt bei Jack Whites (Ex-White Stripes) Third Man Band („Old Enough“) waren sehr erfolgreich, sodass sich Monroe ein originelles Hit-Geschenk („Bruises“) an die hierzulande auch mit Chart-Erfolgen („Hey, Soul Sister“ oder „Drive By“) bekannte, kalifornische Gruppe Train leisten konnte.

Die eigenen Solo-Ambitionen hat die 34-jährige trotzdem nicht vernachlässigt. Nach „Sparrow“ (2018) erscheint nun ihr neues Album „Rosegold“ (am 30. April). Sie verarbeitet darin ihre Eindrücke und meint damit, die Welt durch eine rosarote Brille zu betrachten, also eine optimistische Sicht auf die Dinge zu nehmen, die uns begegnen.

Die aktuelle Scheibe spiegelt jedoch auch Ashley Monroes Leidenschaft, in ihren Songs bittersüße Melodien und romantische Themen auszudrücken, die wie im ersten Titel „Siren“ oder dem zärtlichen „Til It Breaks“ eigenwillig und zugleich charmant berühren können. Zerbrechliche Klangfarben bilden durchgängig den Rahmen für die akustischen Arrangements und vielschichtigen Kompositionen, von denen die Stücke „Drive“ und „Gold“ charakteristische Eigenheiten des Albums vorzeigen.

Die von Monroe mit verschiedenen Co-Writern und Tyler Cain produzierten zehn Lieder bilden individuelle („Groove“) und experimentelle („I Mean It“) Songs, die von der charismatischen Interpretin als Zeichen ihrer persönlichen „Transformation“ zum Abschluss („The New Me“) in ein neues „Ich“, in einen neuen Anfang übertragen werden.

Ashley Monroe hat mit ihrem couragierten 5. Album „Rosegold“ ein musikalisches Ausrufezeichen im Modern-Country-Style gesetzt: filigrane, traurig-schöne Harmonien mit poetischen Texten, die ihre melodiöse Botschaft als Gesamtkunstwerk bittersweet und rosarot beschreiben. Ein Longplayer, der seine Ausstrahlung Track by Track intensiv und vielfältig erschließt – aber eben durch diese rosaroten Gläser einer Sonnenbrille.

Mountainrose Sparrow (2021)
Stil: Country

Tracks:
01. Siren
02. Silk
03. Gold
04. See
05. Drive
06. Flying
07. Groove
08. Til It Breaks
09. I Mean It
10. The New Me

Ashley Monroe
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Oktober Promotion

Brett Kissel – What Is Life? – CD-Review

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Der in seinem Heimatland Kanada enorm erfolgreiche Brett Kissel (mittlerweile allerdings in Nashville lebend), ist nicht nur ein guter Musiker und Songwriter, an ihm scheint wohl auch ein tiefgründiger Philosoph verloren gegangen zu sein. Auf seinem neuen Album befasst er sich mit einer der zentralen Menschheitsfragen „What Is Life?“, oder besser gesagt, wohl damit, was ein solches lebenswert macht.

Antworten dazu finden sich bereits in seinem gesprochenen Prolog zu Beginn, aber auch in manchen Songs. Klar zum Ausdruck kommt, dass für Brett seine Familie die wesentliche Rolle spielt, nicht ohne Stolz gewährt er hier seinen drei Kindern und der Ehefrau mittels kleiner Sprech-Intermezzi zwischen den Liedern, so etwas wie eine kleine Teilhabe an seinem Schaffen.

Rein musikalisch betrachtet, bleiben dann zehn Stücke über, die deutlich offerieren, warum Kissel, der in Kanada in letzter Zeit fast alles an Preisen (u. a. JUNO-Award, CCMA Awards) abgeräumt hat und seitens der Presse als ‚The New King of Canadian Country‘ betitelt wird, schon US-Mega-Größen wie Brad Paisley oder Garth Brooks supportet hat.

Als Bezugsgrößen fallen mir im US-Bereich aber eher moderne Interpreten wie Keith Urban (vor allem der Opener „Make A Life, Not A Living“), Sam Hunt & Co. ein, auf kanadischer Seite sehe ich ihn in ähnlichen Regionen wie z. B. die dortigen Kollegen Tebey oder Doc Walker.

Press (5)Mir gefallen besonders die relativ gitarrenlastigen Tracks wie „Night In The Life“ (da gibt es sogar ein kurze Twin-E-Passage, die an die guten alten Thin Lizzy erinnert) oder „Slidin’ Your Way“, wo dann dem Titel entsprechend, mittels Dobro geslidet wird. Toll auch das vorwiegend zurückgenommene, von Moll-Piano-Klängen und dezenten Streichern begleitete „From This Day Forward“, bei dem sich Kissels gute Stimme besonders herauskristallisieren kann.

Am Ende stellt er beim Abschlusstrack und quasi Abschlussfazit zugleich, „Kindness“ (nur Gesang, begleitet von einer Akustikgitarre), mit den Worten „if kindness is contagious“ die Hypothese in den Raum, dass bei einer herzlichen Erziehung oder Verhaltensweise, auf dieser Welt kein Platz für Hass und die daraus dementsprechend negativen Folgen resultieren würden.

Damit hat er unbestritten recht, ich gehe da persönlich sogar noch etwas weiter, wenn die reichen und mächtigen Bestimmer dieser Erde, sich nicht so egoistisch, beziehungsweise asozial verhalten würden, wäre ein noch größerer Schritt in die richtige Richtung vollzogen. Aber in diesen Sphären sind Begriffe wie ‚Teilen‘ oder ‚Verzichten‘ ja bekanntlich von vorne herein Fremdworte, da führt man lieber Krieg und gibt keine Ruhe, bis man auch den letzten potentiellen Widersacher aus dem Weg geräumt hat.

Aber das Abschlussfazit soll natürlich musikalischer Natur und dem Protagonisten vorbehalten sein. Der in unseren Breitengraden vermutlich noch nicht so bekannte Brett Kissel liefert auf seinem aktuellen Longplayer „What Is Life?“ zehn schön ins Ohr gehende, melodische, knackig und lebhaft produzierte New Country-Stücke, die sein erfolgreiches Standing von Kanada bis nach Nashville hin festigen, gegebenenfalls sogar ausbauen werden. Somit also auch ein heißer Tipp für die New Country-Fan-Gemeinde in unserem Land!

Warner Music Canada (2021)
Stil: New Country

01. What Is Life? – A Perspective
02. Make A Life, Not A Living
03. Die To Go Home
04. From Aria (Interlude)
05. Down To Earth
06. Better Bad Idea
07. Night In The Life
08. From Leo (Interlude)
09. Everything In The Rearview
10. Slidin’ Your Way
11. Without
12. From This Day Forward
13. From Mila (Interlude)
14. Kindness

Brett Kissel
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Aristo Media Group

Eric Church – CD-Gewinnspiel

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Das Eric Church-Gewinnspiel ist beendet. Die Lösung lautet ‚Church Choir‘.

Sounds Of South, Oktober Promotion und Universal Music gratulieren folgendem Gewinner:

Michael Ludwig

Lieber Michael, du bekommst das Werk zeitnah zugeschickt!

Wir wünschen viel Spaß damit!

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Der amtierende CMA Entertainer des Jahres, Eric Church, hat nicht locker gelassen und präsentiert mit „Heart & Soul“ ein opulentes Werk, das satte 24 Tracks aufweist.

In Zusammenarbeit mit Oktober Promotion und Universal Music verlosen wir jeweils ein CD-Exemplar von der „Heart“- und der „Soul“-Variante in Kombination (die „&“-Version ist ja nur als Vinyl für den Fanclub vorbehalten).

Folgende Frage muss dazu richtig beantwortet werden:

Wie wird die spezielle Fan-Gemeinde von Eric Church betitelt?

a) Church Bells
b) Church Choir
c) Church Circuit

Bitte sende eine E-Mail mit der richtigen Lösung bis zum 28.04.2021 an dan@sounds-of-south.de.

Wir losen unter allen richtigen Einsendern eine(n) Gewinner/in aus, der/die dann umgehend benachrichtigt und mit der Doppel-CD beliefert wird.

Eric Church
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Oktober Promotion
Universal Music Group

Steve Cropper – Fire It Up – CD-Review

Steve Cropper Fire It Up Albumcover

Review: Jörg Schneider

Steve Cropper dürfte wahrscheinlich nur einem sehr kleinen Kreis interessierter Leute als Musiker bekannt sein. Gleichwohl hat er sich in den mehr als letzten 60 Jahren als Soulgitarrist und auch als Produzent und Songschreiber einen Namen gemacht. Bei Booker T. & The MG’s spielte er in deren Evergreen „Green Onions“ die Gitarre und war später auch Gründungsmitglied der Blues Brothers. Auch die Hits „Midnight Hour“ (Wilson Pickett), „Sitting On The Dock Of The Bay“ (Otis Redding) oder „Soul Man“ (Sam and Dave) und andere Soul Hits gehen auf sein Mitwirken als Komponist zurück und vom Rolling Stone Magazin wurde er in die Top 40 der größten Gitarristen aller Zeiten aufgenommen.

Mit „Fire It Up“ bringt Steve Cropper nun tatsächlich sein erstes Soloalbum seit 1967 auf den Markt. Und natürlich enthält es lauter Soul-Titel, insgesamt dreizehn Stück. Das 2011 erschienene Album „Dedicated: A Salute To The 5 Royales Songs“ war eher ein gemeinsames Werk mit BB King, Steve Winwood, Brian May u. v. a.

Es startet und endet mit „Bush Hog“, ein soulig-funkiges Instrumentalstück, genau so frisch und ganz im Stil der MG’s, wie er auch – für die Älteren unter uns – auf seinem erstem Soloalbum „With A Little Help From My Friends“ aus dem Jahr 1967 zu hören ist. Der Titelsong „Fire It Up“ mit seinem typischen R&B-Rhythmus, zündenden Bläsersätzen und dem, ein wenig an den bereits erwähnten Kulthit „Soul Man“ erinnernden Intro, ist ein Energielieferant ersten Grades mit einem grandiosen Robert C. Reale als Sänger.

Beruhigend hingegen ist „One Good Turn“, der Song fließt mit einer 60’er Jahre- Attitude gemächlich von Note zu Note dahin mit einem warmen Gitarrensolo in der Songmitte, gefolgt von „I’m Not Havin’ It“, einem kraftvollen Midtempostück. Auch „Out Of Love“ kommt ganz im Stil des Soul der 60’er Jahre daher. Mit dem am klassischen R&B orientierten, aber etwas ungeschliffener klingenden “Far Away“ hatte Cropper die Veröffentlichung seines neuen Albums angekündigt. Es wird getragen von souligen Bläser-Riffs und schwingenden Keyboardeinlagen.

Auch die nachfolgenden Songs „Say You Don’t Know Me“, “She’s So Fine“ (etwas flotter und treibender), „Two Wrongs“ (bluesiger) und „Heartbreak Street“ bleiben dem bekannten Soulstil treu. Gleiches gilt für „The Go-Getter Is Gone“, es klingt aber durch die stakkatohaften Pianoeinlagen etwas mehr nach Rock ’n’ Roll.

Schließlich endet das Album mit einem Doule-Feature des bereits eingangs gespielten „Bush Hog“. Unwillkürlich fragt man sich nun, ob Cropper hier nach elf durchaus schwungvollen, groovenden und tanzbaren Nummern das Material oder die Ideen ausgegangen sind. Schade an sich. Da hätte mehr kommen können.

Steve Cropper war und ist ein Meister des Soul und sein Album ist insgesamt eine tolle Reminiszenz an diese Zeit. Von daher dürfte die Scheibe aber eher für die Junggebliebenen unter uns interessant sein, deren musikalische Prägephase in den 60’ger Jahren des letzten Jahrhunderts stattgefunden hat. Freunde des Southern Rock oder reinen Blues werden hier also nicht unbedingt auf ihre Kosten kommen.

An alle Soulfreaks: Das Album ist ab heute, den 23. April 2021, im Handel erhältlich.

Label: Mascot Label Group (2021)
Stil: Soul

Tracks:
01. Bush Hog Part 1
02. Fire It Up
03. One Good Turn
04. I’m Not Havin’ It
05. Out Of Love
06. Far Away
07. Say You Don’t Know Me
08. She’s So Fine
09. Two Wrongs
10. Heartbreak Street
11. The Go-Getter Is Gone
12. Bush Hog Part 2
13. Bush Hog

Steve Cropper
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Mascot Label Group
Another Dimension

Todd Snider – First Agnostic Church Of Hope And Wonder – CD-Review

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Review: Michael Segets

Von der Kritik wird häufig gelobt, wenn Musiker sich in neue Gefilde vorwagen und so ihre musikalische Bandbreite erweitern. Für den Künstler ist es sicherlich auch wichtig, mit neuen Einflüssen zu experimentieren und die Ausdruckformen zu variieren. Für mich als Rezipienten frage ich mich manchmal, warum etwas, das gut ist, verändert werden soll. Aber vielleicht gehöre ich ja auch zu einer Minderheit, wenn ich denke, dass drei Akkorde für einen guten Song prinzipiell ausreichen, solange er eine Stimmung und Message transportiert.

Todd Snider behält die Qualität seiner Texte bei „First Agnostic Church Of Hope And Wonder“ bei, schlägt aber neue musikalische Wege ein. Snider experimentiert mit einer Spielart des Schlagzeugs, die dem Funk entliehen und auch im Reggea anzutreffen ist. Auf der Suche nach einem Drummer, der diesen als Fatback bezeichneten Stil beherrscht, stieß er auf Robbie Crowell. Das Spiel mit dem Rhythmus prägt dann auch die CD, was bereits beim Einstieg deutlich wird. „Turn Me Loose (I’ll Never Be the Same)“ kommt als bluesiger Jam mit Funk-Einschlag daher.

Bei den beiden folgenden Tracks „The Get Together“ und „Never Let A Day Go By“ frönt Snider dem Sprechgesang, wenn auch in zwei unterschiedlichen Varianten. Auf die Spitze treibt er ihn bei „Agnostic Preacher’s Lament“. Bereits auf seinem Album aus dem Jahr 2019 „Cash Cabin Sessions Vol. 3“ streute Snider eher gesprochene Songs ein, von denen ich kein Fan bin. Der Folkeinschlag dieser CD findet mit „Sail On, My Friend” seine Fortsetzung, wobei der entspannte Titel sehr schön mit einer Mundharmonika einsteigt. Die erste Single täuscht über die Grundausrichtung des neuen Werks allerdings etwas hinweg.

In die gleiche Kerbe wie die Anfangsstücke schlägt „That Great Pacific Garbage Patch“ sowie der Abschluss „The Resignation Vs. The Comeback Special” – beide angereichert durch experimentellere Instrumentalpassagen. Nahezu durchgängig fällt der Backgroundgesang auf, den Snider selbst beisteuert. Snider spielt ebenso die meisten Instrumente. Lediglich Robbie Crowell ist für das Schlagzeug und Percussion engagiert. Tchad Blake leistet zudem noch Feinarbeit, z. B. durch die Tuba bei „Handsome John“. Durch die Tuba erhält der Titel, der hauptsächlich durch das Klavier getragen wird, eine sakrale Atmosphäre, zumal Snider hier auf Schlagzeug oder Percussion verzichtet. Mit der Ballade erinnert Snider an John Prine, den er lange kannte und für den er einige Shows eröffnete. Der Track stellt den Höhepunkt des Albums dar.

Daneben ist noch „Battle Hymn Of The Album“ auf der Habenseite zu verbuchen. Den Song schrieb Snider mit John Carter Cash. Die der Marschmusik entliehenen Trommelwirbel, zusammen mit dem Call And Response zwischen Lead- und Backgroundgesang, heben den Track von den anderen ab. Unruhige Rhythmen, das abrupte Beenden sowie das Runter- und wieder Hochsteuern dominieren neben klangtechnischen Spielereien den Gesamteindruck von seinem neuen Werk.

Todd Snider hat herausragende Songs in seinem Repertoire, auch wenn die meisten Alben von ihm nicht durchgängig begeistern. „First Agnostic Church Of Hope And Wonder” bildet da keine Ausnahme. Dass er sich verstärkt Elementen aus dem Funk zu- und von der Roots Musik abwendet, mag progressiv sein, führt aber dazu, dass insgesamt die Anzahl seiner Treffer sinkt.

Aimless Records – Thirty Tigers/Membran (2021)
Stil: Americana and more

Tracks:
01. Turn Me Loose (I’ll Never Be The Same)
02. The Get Together
03. Never Let A Day Go By
04. That Great Pacific Garbage Patch
05. Handsome John
06. Sail On, My Friend
07. Battle Hymn Of The Album
08. Stoner Yodel Number One
09. Agnostic Preacher’s Lament
10. The Resignation Vs. The Comeback Special

Todd Snider
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Thirty Tigers
Oktober Promotion

Buckskin Whiskey – Roll On – Digital EP-Review

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Mit Buckskin Whiskey haben wir es mit noch einem recht jungen Southern-Act zu tun. Gegründet 2019 in South of central Pennsylvania, nimmt das Sextett, bestehend aus Dan Almoney – drums, Zach Beers – guitars / vocals, Alex Cassel – keys / vocals, Koedee Gordon – guitars / steel guitar, Josh Saussaman – vocals / acoustic guitar und Bryan Sentz – bass, vocals, mit einer 5-Song-EP namens „Roll On“ jetzt erstmals Fahrt auf.

Den Bandname brachte Sänger Josh Saussaman auf Nachfrage so ins Spiel: „Buckskin Whiskey is a personal tribute to my friend that passed in ‘17. Before he passed we shot and skinned a buck together that was my favorite memory of him and we liked to drink whiskey… that’s how we got the name.“

Buckskin Whiskey StudioIm Anforderungsprofil des Sechsers scheint neben dem perfekten Beherrschen des klassischen großen Southern Rock-Einmaleins, auch ein üppiger Bartwuchs im seitlichen und unteren Bereich des Wangenknochens gestanden zu haben, sämtliche Herren können hier mit einer dementsprechend typischen Behaarung aufwarten.

Das von Logan Summey und der Band zusammen knackig und klar produzierte Werk bietet den geliebten E-Gitarren-orientierten Southern Rock, den man von (früheren) Stargruppen des Genres kennt und was ihnen schon jetzt Komplimente wie „like a modern Lynyrd Skynyrd“ oder „right there with Hogjaw and Whiskey Myers“ einbrachte. Ich denke, nicht schlecht für den Anfang.

Vielleicht nicht ganz ein Alleinstellungsmerkmal, aber doch eine gewisse Besonderheit, verleiht dem Stil die Stimme von Sänger Josh Saussaman, die eher im Outlaw Country verwurzelt erscheint und im Ergebnis eine sehr authentische Symbiose ergibt. Auch die wohl-dosierten Steel-Tupfer von Koedee Gordon und das variable Tastenwirken (von raunzenden Orgel- bis klimprigen Piano-Einlagen) von Alex Cassel haben ihren Reiz.

Ansonsten knarzen, klirren, fiepen, heulen und sliden die E-Gitarren bis zum Abwinken, da ist jeder Southern Rock-Freund, das kann ich jetzt schon versprechen, im absoluten Freudentaumel.

Leider nur beim starken Opener „Sleeping Around“ (dezentes „It’s All Over Now“-Flair) kommen durch die Damen Laura Mae, Corina Aucker und Amber Adams, auch klasse weibliche Background vocals zum Einsatz. Diese Zusatztrumpfkarte darf man in Zukunft auch gerne öfter ausspielen.

Neben dem, mit schönen Tempowechseln bestückten Southern-Schunkler „Simple Kinda Life“ und dem lebhaften Boogie „Outta Tennessee“ (da verschmelzen Songmuster von alt-bekannten Südstaaten-Tracks wie „Southbound“, „T For Texas“, „Swamp Music“, „Penthouse Pauper“, „Call Me The Breeze“, etc.), hat auch eine gewisse epische Note (wie zuletzt toll auch von den Steel Woods praktiziert) ihren Raum.

Zu erkennen beim inbrünstigen „Hell Hounds Of El Dorado“ (mit passend zum Titel eingeflochtenem Hundegejaule) oder dem, an Hatchets „The Journey“ angelehnten und überragendem Titelstück „Roll On“ am Ende. Jungs, bitte mehr davon.

Mit dem Debütwerk „Roll On“ von Buckskin Whiskey kommt was echt Spannendes ins Rollen. Eine typische Band, die alte Southern-Liedgut-Elemente mit neuen eigenen Ideen versetzt und mit sehr viel spürbarer Spielfreude verknüpft. Musik, die in unseren etablierten europäischen und deutschen Locations, falls mal wieder irgendwann ein normales Musikleben möglich ist, sicherlich sehr willkommen geheißen würde.

Übrigens, meiner Meinung nach, ähnlich wie Acts der Marke Hogjaw, Robert Jon & The Wreck & Co., auch prächtig für das Portfolio der Tour-Spezialisten von Teenage Head Music prädestiniert. CEO Manny Montana, bitte übernehmen!

Eigenproduktion (2021)
Stil: Southern Rock

01. Sleeping Around
02. Hell Hounds Of El Dorado
03. Simple Kinda Life
04. Outta Tennessee
05. Roll On

Buckskin Whiskey
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Andrew Beam – Selma By Sundown – CD-Review

SelmaBySundownArt_PhotoCredit-JustinHodge 300

Review: Michael Segets

Die Website von Andrew Beam heißt BeamCountry. Die Namensgleichheit mit der Whiskeymarke macht er sich dort zunutze, um die inhaltliche Ausrichtung seiner Songs anzudeuten, die sich um die klassischen Themen seiner favorisierten Musikrichtung dreht: um das Leben der arbeitenden Bevölkerung mit den Freuden des Feierabends und um Liebesdinge. Seine Musik ist der Country, wie im zweiten Teil der Wortkomposition festgeschrieben. Damit ist das Programm abgesteckt, das Andrew Beam auf seinem Debütalbum „Selma By Sundown“ verfolgt.

Wenn man den jungen Mann aus North Carolina sieht, traut man ihm die volle und tiefe Stimme, die wie für den Country gemacht scheint, nicht zu. Gesangstechnisch baut Beam gelegentlich nasal-nölige Töne und Kicks ein, die in dem Genre gängig sind. Beim Songwriting sowie der Instrumentierung bewegt sich sein Longplayer ebenfalls in dessen Traditionen.

Mit dem Opener „Country Ain’t Dead“ stellt Beam dann auch die Grundthese seines Werks vor, die er in den folgenden zehn Songs belegt. Nach dem mit einer gehörigen Portion Twang und kräftigem Slide unterlegten Einstieg bleibt er bei der Single „You Should See The Other Guy“ stilistisch dem Country weiterhin verhaftet. Im Chorus und vor allem von Joe Taylor an der elektrischen Gitarre werden aber rockigere Töne angeschlagen. Taylor steuert auf dem Longplayer auch Bariton-Gitarre, Mandoline, Keys bei und übernahm dessen Produktion. Zwei Songs stammen komplett aus seiner Feder. An allen anderen war Beam beteiligt oder verfasste sie allein.

Wie schon das vorangegangene Stück weist der Titeltrack – zugleich die zweite Single – „Selma By Sundown“ einen eingängigen Refrain auf. Der von Gary Morse an der Pedal Steel erzeugte Slide ist bei der sanften Ballade ziemlich präsent. Mit der Aussicht auf die baldige Heimkehr nach einer langen Reise greift der Text auf einen beliebten Topos der Country- und Trucker-Musik zurück. Als typischer Trucker-Song geht allerdings eher „Wadmalaw Saturday Night“ durch. Das lockere „Might As Well Dance“ versetzt dann vom Highway in ein Roadhouse. Inhaltlich kreist der Song um einen Mann, der, nachdem er von seiner Freundin verlassen wurde, auf der Suche nach neuen Bekanntschaften nichts zu verlieren hat.

Beam demonstriert auf den bisher erwähnten Stücken, dass er den Country in seinen klassischen Spielarten beherrscht. Interessanter sind nach meiner Ansicht die Songs, in denen er moderat von diesen abweicht, indem er die Kombination von Twang und Slide zurückfährt. So überzeugen „The Beam In Me”, dessen Titel einen doppeldeutigen Bezug aufweist, und das erdige „Farmall ‘53” – das Highlight des Albums – mit ihrem Einschlag in Richtung Rock. Daneben sind die instrumental reduzierteren Tracks „Semalee” und „Back And White” besonders intensiv. Mit dem letztgenannten Titel, einem Duett mit Byron Addison, bekennt Beams sozial beziehungsweise politisch Farbe. Den Abschluss der CD bildet die swampig angehauchte Mörder-Ballade „Cajun Wind“, auf der Beam eine passende, dunkle Atmosphäre erzeugt.

Bei Andrew Beams „Selma By Sundown” kommen Country-Fans voll auf ihre Kosten. Die Scheibe bietet alles, was diesen gefallen dürfte. Während die Singles eher die Traditionalisten als Zielgruppe im Auge haben, gibt Beam einigen Songs einen Outlaw-Touch mit, der seine kreative Ader erkennen lässt. Das Debüt zeigt, dass Beam die Spielregeln seines Metiers kennt und offenbart zudem sein Potential, dem Genre weitere Facetten abzugewinnen, ohne dieses revolutionieren zu wollen.

Moonwatcher Music (2021)
Stil: Country

Tracks:
01. Country Ain’t Dead
02. You Should See The Other Guy
03. Selma By Sundown
04. Might As Well Dance
05. Semalee
06. The Beam In Me
07. Three Sheets To The Wind
08. Black And White
09. Wadmalaw Saturday Night
10. Farmall ‘53
11. Cajun Wind

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AristoPR

J Houston Band – Milestone – CD-Review

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Review: Jörg Schneider

Die J Houston Band – das sind der Gitarrist und Songwriter Jim Houston, die Bassistin Carolyn Saini und der Drummer John Chapman. Mit „Milestone“ liefert das Trio nun nach „The Hunter“ und „New World Order“ sein neuestes Werk ab, welches allerdings über weite Strecken wesentlich blueslastiger und melodiöser ist als das Vorgängeralbum, aber dennoch den typischen Blues-Rock-Sound der Band beibehält.

Es umfasst zehn Eigenkompositionen, jede für sich ein musikalisches Kleinod. Mit Bluesharp, Resonatorgitarre, Slidegitarre und Geige ist die Scheibe nicht nur sehr abwechslungsreich instrumentiert, sondern überzeugt auch mit eingestreuten Versatzstücken aus den Bereichen Rock ’n‘ Roll, Funk und Country.

Ein Beispiel für den gelungenen Sound liefert gleich zu Beginn das fröhliche und durch die Fiddle (gespielt von Gastmusiker Peter Cliche) leicht countrymässig anmutende „Big John“ und überrascht zudem mit ein paar unerwarteten Stil- und Tempiwechseln.

Ebenso flott und absolut tanzbar ist der im Chicagostil arrangierte Rock ’n‘ Roller „Drivin“. Etwas aus der Rolle fällt hingegen das Stück „Shadfly Shuffle“. Es beginnt mit einem bluestypischen Harpintro, zu dem sich dann ein lakonischer Sprechgesang von Jim Houston hinzugesellt. Eine schöne, eigenartige Mischung.

Mit „Sugar Is Not Honey“ folgt dann eine kleine Ruhephase. Der klebrig-süße Song fließt ganz gemächlich und äußerst relaxt dahin, bevor dann eine volle Dröhnung in Form des rockig, aggressiven „Starving Dog Blues“ den Pulsschlag wieder in die Höhe schnellen lässt.

Seinem Namen macht der Track „Stomping Ground“ alle Ehre. Er stampft sich mit viel Slidegitarre und Tempiwechseln sehr rhythmisch in die Gehörgänge des Zuhörers, während „Twenty Cents“, ein schöner Chicagoblues ist, der mit einer einprägsamen Gitarren-Hookline aufwartet, aus der sich dann ein melodiöser Mittelteil entwickelt, um anschließend wieder zum musikalischen Eingangsmotiv zurückzukehren.

So richtig ins Träumen geraten kann man mit „The Muse“. Ein leicht mit Slidegitarre angereicherter Slowblues mit unverkennbaren Countryeinflüssen. Teilweise ein wenig funkig mutet das Gitarrenspiel in dem sparsam instrumentierten „Legs So Fine“ an. In „Whats On My Plate“ beherrscht das Keyboard die ersten Takte und hinterlässt etwas Retrofeeling. Auch hier wieder der für eine Bluesscheibe untypische Sprechgesang des Bandleaders, mitunter eingebettet in einen leise-harmonischen Chorgesang im Hintergrund.

Unter dem Strich ist den drei Musikern der J Houston Band ein absolut abwechslungsreiches Album gelungen, das man sicherlich immer wieder gern hören wird. Dazu trägt auch bei, dass die Lieder oftmals einige musikalische Überraschungen beinhalten. Zudem präsentiert sich Jim Houston als durchaus humorvoller Geschichtenerzähler mit politischen Akzenten. Aus meiner Sicht verdient das Album eine uneingeschränkte Kaufempfehlung, im Handel ist es ja bereits.

Label: Train Records (2021)
Stil: Blues Rock

Tracks:
01. Big John
02. Drivin’
03. Shadfly Shuffle
04. Sugar Is Not Honey
05. Starving Dog Blues
06. Stomping Ground
07. Twenty Cents
08. The Muse
09. Legs So Fine
10. What’s On My Plate

J Houston Band
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