Black Hawk Down vs. Cold Shot – 19.01.2019, Wirtschaftswunder, Wuppertal – Konzertbericht

Cold Shot

Eigentlich gehören ja Coveracts nicht zum Beuteschema des SoS-Magazins, aber diese beiden Bands covern Blues/Bluesrock (Cold Shot) und Rock/Hardrock (Black Hawk Down) auf ziemlich hohem Niveau, sodass über sie einfach mal berichtet werden muss. Leider treten sie zumeist nur im Großraum Wuppertal auf, obwohl sie durchaus einen größeren Bekanntheitsgrad verdient hätten.

Das Wirtschaftswunder, eine urige Wuppertaler Kneipe hatte beide Bands zu einem rockigen Konzertabend unter dem Motto „Black Hawk Down vs. Cold Shot“ eingeladen. Pünktlich um 20 Uhr ging’s dann auch im gut gefüllten WiWu mit Cold Shot los. Im Gepäck hatten die fünf Jungs mehr als 20 Blues-Klassiker von Eric Clapton bis ZZ Top, darunter auch so bekannte Songs wie „Born Under A Bad Sign“ von Albert King, „The Thrill Is Gone“ ( B.B. King), „Hoochie Coochie Man“ von Muddy Waters oder den Cream-Klassiker „White Room“, um nur ein paar zu nennen. Alle Stücke kamen knackig mit viel Spielfreude rüber und erfreuten das zahlreich erschienene Publikum.

Leider konnten die am Ende des Sets laut werdenden Wünsche nach einer Zugabe nicht erfüllt werden, da ja noch Black Hawk Down in den Startlöchern stand und gegen 23:30 Uhr aus Lärmschutzgründen der Strom abgeschaltet werden sollte. So war dann leider nach ca. 1 1/2 Stunden der Gig von Cold Shot beendet.

Nach einer kurzen Umbaupause betraten dann die vier Burschen von Black Hawk Down die kleine Bühne und heizten dem Publikum, das sich inzwischen unmittelbar vor der Band drängelte, mit „Personal Jesus“, gefolgt vom Deep Purple-Hammer „Highway Star“ und dem wohl bekanntesten Biker-Song „Born To Be Wild“ kräftig ein.

In den nächsten knapp 1 1/2 Stunden brannten die Jungs um Sänger Rollo ein Feuerwerk klassischer Rock-Hits wie z. B. „ Saturday Night“ (Hermann Brood), „Here I Go Again“ (Whitesnake), „Learn To Fly (Foo Fighters), „Rebell Yell“ (Billy Idol) und „ La Grange“ von ZZ Top ab, das von den zumeist noch jüngeren Zuhörern kräftig abgefeiert wurde. Eine Kurzversion von Deep Purple’s „Smoke On The Water“ und „Purple Rain“ von Prince bildeten dann nach weiteren massiven Zugabenwünschen die Rausschmeißer.

Insgesamt war es ein absolut rockiger und Laune machender Abend mit zwei absolut spielfreudigen Bands. Die Atmosphäre im WiWu stimmte ebenfalls, so dass dem Abzappeln nichts im Wege stand. Insbesondere Rollo, der sich als Sänger von Black Hawk Down, einmal mehr als richtige „Rampensau“ erwies, zog das Publikum mit seiner unglaublich energiegeladenen Bühnenpräsenz und Spontanität in seinen Bann.

Line-Up Cold Shot:
Christoph – Gesang, Gitarre
Dirk – Percussion, Harp, Gesang
Rolf – Bass, Gesang
Wolfgang – Gitarre
Rolf – Drums

Line-up Black Hawk Down:
Rollo – Gesang
Def – Bass
Stephan – Gitarre
Rolf – Drums

Tontechnik für beide Bands: Helge

Text und Bilder: Jörg Schneider

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Henrik Freischlader Band – Hands On The Puzzle – CD-Review

Review: Michael Segets

Der Wuppertaler Henrik Freischlader bringt mit „Hands On The Puzzle“ sein 15. Album auf den Markt. Begleitet wird er auf dem Longplayer von der neu formierten Henrik Freischlader Band. Der Blues-Gitarrist und -Sänger nennt als musikalische Vorbilder neben Stevie Ray Vaughan und Jimi Hendrix auch Gary Moore, dem er 2017 mit „Blues For Gary“ ein Tribute-Werk widmete.

Das Album “Hands On The Puzzle” steigt entspannt mit „Community Immunity“, „Love Straight“ und „Those Strings“ ein. Erstes Highlight ist die Uptempo-Nummer „Winding Stair“. Hier rockt die Henrik Freischlader Band den Blues. Am Ende des Songs lässt Roman Babik ausgiebig seine Finger über die Tasten des Keyboards gleiten und sorgt für einen sanften Ausklang des Stücks. Noch einen Deut stärker ist der zweite schnelle Song „Stand Up, Little Brother“. Unter den Mitempo-Stücken gehört „Share Your Money“ zu meinen Favoriten. Saxophon und Keys erzeugen dort eine gehörige Portion Swing.

Moritz Meinschäfer am Schlagzeug und Armin Alic am Bass geben den Rhythmus, vor dessen Hintergrund die Soli von Gitarre, Saxophon oder Keys zur Geltung kommen. Die Bandmitglieder nehmen sich den Raum, ihre Fähigkeiten an ihren Instrumenten mit viel Spielfreude auszuleben. So kratzt beispielsweise „Where Do We Go“ an der acht Minuten Marke und „Animal Torture“ überschreitet sie sogar. Die erstgenannte Ballade wird von Marco Zügner mit seinem Saxophon stimmungsvoll begleitet.

Freischlader steuert hier ebenso wie auf „Rat Race Carousel“ gelungene Gitarrenpassagen bei. Eingängig und unaufgeregt ist „I Don’t Work“. Das langsam beginnende „Mournful Melody“ kehrt nach einem dramatischen Zwischenspiel mit langen Gitarrensoli wieder in sanfte Gefilde zurück. Freischladers Gitarre erinnert dabei durchaus an die von Gary Moore.

Die ausgeprägten Instrumentalanteile bei „Creactivity“ rücke ich bereits in Jazz-Nähe. Nach einer Ausblendung legt die Band nochmal los und ich vermute mal, dass es sich dabei nicht um eine Fortführung des Stücks, sondern um einen Hidden Track handelt, da die Texte nicht in dem Booklet aufgeführt sind. Wie dem auch sei: Die Scheibe überrascht zum Abschluss mit einem Gastauftritt von Helge Schneider, der unnachahmliche Shouter-Qualitäten offenbart.

Die CD ist sehr schön aufgemacht und erscheint auf Freischladers eigenem Label Cable Car Records. Ihr liegt ein haptisch ansprechendes Booklet aus dickem Papier bei, in dem die Texte abgedruckt sind. Aufgenommen wurden die Tracks in den Arnsberger Megaphon Tonstudios, in denen auch Chris Kramers aktuelles Werk entstand.

Die Henrik Freischlader Band agiert technisch sicherlich auf einem hohen Niveau. Die Musik ist handgemacht und kommt ohne technische Effekte aus. Die Verspieltheit der Truppe – hier ein Saxophon-Sprengsel und da noch eine Keyboard-Einlage – geht für mein Empfinden etwas auf Kosten des Blues-Feelings.

Ich bin in musikalischer Hinsicht aber eher einfach gestrickt und gradlinige Stücke sprechen mich mehr an als verschachtelte Kompositionen oder gar Improvisationen, wie sie im Jazz vorkommen. Für den, der da aufgeschlossener ist, kann die Auslegung des Blues auf „Hands On The Puzzle“ durchaus eine lohnende Entdeckung sein.

Cable Car Records
Stil: Blues

Tracks:
01. Community Immunity
02. Love Straight
03. Those Strings
04. Winding Stair
05. Rat Race Carousel
06. Where Do We Go
07. Stand Up, Little Brother
08. Share Your Money
09. Animal Torture
10. I Don’t Work
11. Mournful Melody
12. Creactivity (+ Hidden Track)

Henrik Freischlader
Florence Miller Agency
Cable Car Records