Jeff Jacobs Band – Out Of The Keg – CD-Review

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Das Ende des Jahres bietet in diesem Magazin meist etwas Luft zum ‚Atmen‘, sofern man das angesichts der üblen Geschehnisse der letzten zehn Monate, überhaupt so benennen kann.

Es ist hier zumindest in diesem Sinne gemeint, dass man auch mal Zeit findet, auf Musik jenseits von Bemusterungen und Veröffentlichungsterminen, zurückzugreifen, sei es wieder alte Scheiben zu hören oder Dinge, zu denen man gar keine Muße hatte, in den Player zu schieben.

Ein tolles Album, das erst jetzt in dieser Phase bei mir zum Zuge kommt, ist das bereits schon im Januar veröffentlichte Werk “Out Of The Keg” der Jeff Jacobs Band.

Der aus San Antonio, Texas, eher schwierigen, nicht betuchten Verhältnissen stammende Rauschebart-tragende Bandleader betreibt das Projekt seit 2012, hat es aber 2018 mit neuen Leuten wie u. a. Frank Torres (drums), Newman Ramzel (lead guitar), Ed Lubin (rhythm guitar) und Jon Hernandez (bass) reformiert.

Nachdem sich Jacobs ganz zu Beginn noch in diversen Genres ausgetobt hatte, war es dann doch die texanische Country Musik-Szene, in der er sich schließlich heimisch fühlte.

„Country music is about life, struggles, and family. That is where I am in my life so it just made sense to go in that direction,“ so Jeff zu seiner finalen Ausrichtung.

„Out Of The Keg“ ist nunmehr das dritte Werk dieser Machart in herrlich unbefangener, launiger Red Dirt-Manier. Dieses Genre bietet natürlich mit seinen einbezogenen Stilen wie Country-, Southern Rock und -Pop, die ideale Spielwiese für den vielfältigen Protagonisten (mittlerweile zweifacher Vater) samt seiner Mannen.

Schon mit dem flott country-rockenden Opener „Love Stricken (Feel Our Heat)“, mit raunzenden Orgel- und wiehernden Fiddle-Einlagen (inklusiv Solo), lässt das Kollektiv keinen Zweifel an seinen Qualitäten aufkommen, knackige, bestens live-kompatible Kompositionen, mit tollen Melodien zu verbinden.

Jacobs hat dabei diese typisch angenehm raspelig-rauchige Stimme, wie man sie von Leuten wie u. a. Wade Bowen, Phil Hamilton, Bart Crow & Co. geboten bekommt.

Und so liefert die Band eine schöne Mischung an stimmungsvollen Tracks wie „I Feel Crazy“ (knackig abgehender Footstomper mit starker quirliger E-Gitarrenarbeit), das im Eli Young Band-Stil performte „Can’t Get Her Out Of My Head“, das Rockabilly-Western-trächtige „Guitar Man“ (tolle Baritone-E-Gitarre), zwei mitsingbare Trinklieder wie „I Got Drunk“ (Bandstudioversion) und „Diehards And Drunkards“ (akustisch performte Hommage an die Fans), sowie zwei herrlichen Ohrwurm-Balladen (die jeweils und mit weinender Steel und Fiddle bestückten „Drink Another Heartache“  und „Ride Until We’re Gone“).

Und am Ende gibt die Band noch den zweifachen Beweis für Ihre Live-Qualitäten, zunächst mit dem rasanten Texas-Boogie „Having Too Much Fun“ (erinnert ein wenig an die Skynyrdsche Variante von „T For Texas“) und der Jacobs Solo-Performance von „I Got Drunk“ mit gesanglicher Einbindung der bestens gelaunten Fan-Audienz zum Liedausklang.

Die Jeff Jacobs Band serviert mit „Out Of The Keg“ herrlich frisch gezapften, kurzweiligen, bestens unterhaltenden und melodischen Red Dirt-Stoff, wie man ihn von Acts der Marke JB And The Moonshine Band, Wade Bowen, Randy Rogers Band, Bart Crow, Phil Hamilton & The Backroad Drifters, Britt Lloyd Band, etc.  zu schätzen und lieben weiß.

Es ist genau diese unbeschwerte Art von Country Rock-Musik, die man in den vergangenen zehn Monaten (und vermutlich auch noch bis weit in 2021 hinein), vor allem was Live-Konzerte betrifft, so schmerzlich vermisst hat und sich in die baldige Realität zurück ersehnt.  Somit ein absoluter Geheimtipp zum Jahresende, diese Jeff Jacobs Band!

Edgewater Music Group (2020)
Stil: Red Dirt

Tracks:
01. Love Stricken (Feel Our Heat)
02. I Feel Crazy
03. I Got Drunk
04. Can’t Get Her Out Of My Head
05. Drink Another Heartache
06. Guitar Man
07. Ride Until We’re Gone
08. Diehards And Drunkards
09. Having Too Much Fun (Live)
10. I Got Drunk (Live at the Hydration Station)

Jeff Jacobs Band
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